Jogi wäre stolz auf mich (Werbung)

„Meine Güte, Halima, creme Dir mal Dein Gesicht ein!“, rief mir meine kleine Schwester entgegen, als ich ihr die Haustür öffnete. Ich hatte den ungefähr drei Wochen alten Maxi auf dem Arm und antwortete grummelnd: „Keine Zeit!“ Nein, Zeit hatte ich damals wirklich nur für mein Baby, aber doch nicht für mich! Nicht fürs Essen, nicht fürs Lesen oder Fernsehen, fürs Schlafen sowieso nicht und auf gar keinen Fall für Schönheitspflege.
Damals, als frischgebackene Mutter, verschoben sich meine Prioritäten weg von mir selber und hin zu meinem Kind. Alles andere als dieses Baby war für eine Weile unwichtig. Die hohen Schuhe verschwanden aus meinem Leben, ebenso wie lange Abende mit Freunden, Wochenendtrips und leider auch mein geliebter Sport.

Für alles gab es natürlich Ersatz: Brunch statt Abendessen, schöne Sneakers statt Highheels und Urlaube auf dem Bauernhof anstatt Wochenendtripps. Auch schön. Aber der Sport fehlte mir.

Ich war eigentlich mein Leben lang gelaufen- früher als Kind schon mit meinem Papa, später, im Studium alleine durch den nahegelegenen Park und zwei Wochen bevor ich meine Schwangerschaft mit Maxi entdeckte, waren meine Freundin und ich noch beim Halbmarathon gestartet. Weil mir das Laufen wirklich fehlte ging ich ein paar Mal mit Maxi im Kinderwagen joggen, aber das stresste mich mehr, als es mir wohltat, also ließ ich es schnell wieder sein.

Jahrelang fand Sport nur sehr sporadisch in meinem Leben statt. Bis letztes Jahr. Da waren es ausgerechnet die Kinder, die mich wieder zum Sport brachten. Maxi hatte bis dahin im Hockey Miniclub gespielt, aber nun kam er zu den Knaben D und musste Mitglied im Verein werden. Das ging nur über die Eltern, also musste mindestens ein Elternteil mindestens passives Mitglied werden. Passiv? Also zahlen für nix? Och nö, dachte ich mir, dann lege ich lieber noch etwas drauf und fange auch mit dem Hockeyspielen an. Ich schrieb den Trainer der Elternmannschaft an (ja, das gibt es in vielen Hockeyclubs) und schon eine Woche später stand mein erstes Training an.

Wochenende Hockey

Ach, aber wie nervös war ich vor meinem ersten Auftritt dort! Beinahe wäre ich nicht aus dem Auto ausgestiegen und wieder nach Hause gefahren. Zum Glück habe ich mich doch noch getraut. Es war zwar kein glorreicher Anfang, aber es hat mir solchen Spaß gemacht, mich dort auszupowern, dass ich sicherlich vor Glück grinsend nach Hause gefahren wäre – wenn mir nicht jeder Muskel wehgetan hätte. Besonders der Hintern… ach Du meine Güte, war ich dankbar für die Sitzheizung 😉 Zu Hause nahm ich mir zwei Kinder-Wärmflaschen, legte mich auf Sofa und schob sie mir unter den Popo.

Der Muskelkater  wurde in den nächsten Wochen immer weniger, während meine Hockeyfertigkeiten wuchsen. Ich darf heute behaupten, dass ich mich nach mittlerweile einem Jahr Training gut in die Mannschaft eingefügt habe und als unser Torwart neulich sagte: „Also den größten Fortschritt im letzten Jahr hat auf jeden Fall Halima gemacht – Technik, Ballverständnis, super!“ Da war ich stolz wie Oskar. Es ist also nie zu spät für eine neue Sportart.

Und dann waren da noch die Tennisplätze. Die „guckten“ mich immer so an, wenn ich an ihnen vorbei in Richtung Kunstrasen zum Hockeytraining lief. Tennis hatte ich als Kind viele Jahre gespielt, das müsste doch wie Fahrradfahren sein, oder? In den Sommerferien habe ich es dann einfach mal ausprobiert und inzwischen bin ich auch wieder eine Tennisspielerin. Und es macht mich so glücklich! 

Warum ich Euch das alles erzähle? Weil es mir so gut tut, dass ich nach vielen Jahren, in denen ich mit den Kindern im Nest hockte, nun endlich wieder in Bewegung gekommen bin. Ich meine, was für eine Geschichte soll das bitte sein, wenn irgendwelche Models oder Hollywoodstars behaupten, sie müssten keinen Sport machen, ihre kleinen Kinder würden sie fit halten? Nie im Leben! Der Bewegungsradius mit kleinen Kindern ist so klein und das Tempo soooo langsam, dass ich es damals immer genossen habe, wenn ich nach dem Einkauf den Einkaufswagen zurück an seinen Standort bringen durfte. Endlich mal ein paar Schritte richtig schnell gehen, einmal durchziehen. Echt, das war ein tolles Gefühl 😀

Dank Sport fühle ich mich heute fitter als jemals zuvor (was nicht den Tatsachen entspricht, schon klar, ich werde 40 dieses Jahr…) Ich bin gar nicht besonders gut in dem, was ich mache, im Tennis vielleicht noch besser als im Hockey, aber darauf kommt es ja gar nicht an. Es geht um den Spaß, um ein neues Körperbewußtsein und das gute Gefühl, fit zu sein und etwas für die Gesundheit zu tun.

Man kann  ganz einfach heute noch loslaufen und sehen, wohin das führt. Oder sich direkt einen Trainingsplan erstellen. (link wie erstelle ich einen Trainingsplan) Auf den Seiten der AOK Hessen findet Ihr ganz viele Tipps rund um den Sport. Yoga, Joggen, Fussball, aber auch Erläuterungen zur Fettverbrennung oder alles über die neuen Fitnesstracker- ihr findet dort alles.  Mit dem Sport muss man natürlich am besten einfach loslegen, aber die vielen Infos der AOK Hessen sind auf jeden Fall auch eine gute Motivationshilfe zum Einlesen vorm Start.  Es ist nie zu spät, auch nicht für neue Sportarten. Und es lohnt sich!

Meine Schwester war übrigens so nachhaltig von dieser Begegnung an der Haustür beeindruckt, dass sie es nie vergessen hat. Verstanden hat sie es auch nie. Bis ihre Tochter zur Welt kam. „Halima, weißt Du noch, wie Du mal zu mir gesagt hast, Du hättest keine Zeit, dir das Gesicht einzucremen? So geht´s mir jetzt auch!“

Zum Glück weiß sie von ihrer Schwester, dass auch wieder andere Zeiten kommen.

Eure Halima

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