Ich mach´das jetzt einfach

Wenn man mit dem Auto unterwegs ist und schneller als 200 fährt, kommt es einem irgendwann so vor, als würde man nicht mehr auf die Gegenstände zu fahren, sondern als kämen die Gegenstände auf einen selber zu (hab ich gehört).

Seit ich vor mehr als sieben Jahren Mutter wurde, fühle ich mich genau so. Als wäre ich mit 250km/h auf der Landstraße unterwegs. Alles kommt rasend schnell auf mich zu und ich muss ohne viel nachdenken zu können auf die Dinge reagieren. Und das ständig, Tag und Nacht, seit Jahren. Das ist mega anstrengend, das wissen wir alle, klar. Aber es gibt zwei Dinge, die finde ich noch viel schlimmer als dass mich das müde macht.

Ich habe so oft das Gefühl, dass mein eigenes Leben an mir vorbei zieht. Neulich wurde der Maxi geboren, jetzt fragen wir uns schon, auf welche weiterführende Schule er gehen soll. Gerade erst bin ich zum zweiten Mal Mutter geworden und im August wird dieses Baby ein Vorschulkind. Hilfe! Wo bitte ist hier die Pausentaste?

Und nicht nur ich renne durch mein eigenes Leben. Auch die Kinder kommen meiner Meinung nach viel zu wenig zum Ausspannen, zum Faulenzen, sich langweilen und genießen. Die Tage sind so voll, wir stehen immer unter Zeitdruck und vor lauter schnelllebiger Routine kommt das Leben viel zu kurz. Das richtige, echte Leben, meine ich. Das, bei dem man die Zeit mit den Menschen genießt, die man liebt. In dem man ganz viel Zeit hat, das zu tun, was man möchte.

Ich stelle fest: Familie ist ein Luxus, den man sich erstmal leisten können muss. Kinder kosten nämlich eine Menge Geld. Das muss man verdienen, also muss man arbeiten. Dann kann man zwar Schuhe kaufen (für den Alltag, für Regenwetter, für den Schulsport, für den Vereinsport…), und alles, was zur Grundausstattung eines Kindes gehört, allerdings drückt einen dann das blöde Gefühl, dass man zu wenig Zeit hat, den Kindern beim Wachsen zuzusehen. Weil man ja ständig arbeitet. Man könnte weniger arbeiten, klar, aber dann drückt einen wieder das teure Leben. Und irgendwie ist man ja auch noch ein Mensch außerhalb der Elternschaft und möchte vielleicht arbeiten.

Ich möchte das jedenfalls. Aber ich möchte leider meistens zu viel. Ich möchte meinem Beruf nachgehen und ich möchte eine präsente Mutter für meine Kinder sein. Ich möchte eine glückliche Ehe führen, Ich möchte diesen Blog betreiben, ich möchte Sport machen, ich möchte Freunde haben und eine weitere Fremdsprache lernen. Und eigentlich möchte ich auch gerne ein Buch schreiben, nähen lernen, stricken lernen und einen zweiten Blog für Eltern in meiner Stadt beginnen. Ich will aber auch mal einfach vor die Wand gucken können oder auf den Fernseher oder aus dem Fenster, ohne das Gefühl zu haben, dass mir gerade die ToDo Liste explodiert.

Ich wette, ihr kennt das. Ein typisches Mütterproblem? Vielleicht. Aber ich glaube, dass das bis auf ein paar Lottogewinner eigentlich alle erwachsenen Menschen kennen. Und jeder muss seinen Weg finden, damit umzugehen.

Ich schaufele mir meinen Weg seit vielen Jahren auf immer neue Arten frei. Manchmal läuft es super, dann bekomme ich sofort Lust auf ein neues Projekt. Dann gibt es wieder ein Tief, die Kinder sind ständig krank, der Job nimmt mehr Zeit ein, als für ihn reserviert ist und die EU beschließt eine neue Datenschutzgrundverordnung.

Letztes Jahr war ich ein Zeitlang so am Ende, da habe ich mal eine längere Blogpause gemacht, ich habe meinen Niederländischkurs an den Nagel gehängt und ich habe alle Ehrenämter abgegeben. Inzwischen habe ich ein neues Ehrenamt und mit Edition Eltern ein neues Blogbaby. Es gibt eben immer aufs und Abs und immer verschieden Wege, die Work-Life-Balance herzustellen. Insgesamt läuft das gut, finde ich.

Allerdings kommt mir beim Blick auf meine rasant wachsenden Söhne immer wieder das Gefühl auf, dass ich doch einmal, wenigstens ein einziges Mal die Pausentaste drücken möchte. Und das Gefühl geht irgendwie seit einiger Zeit nicht mehr weg.

Und da fiel mir plötzlich ein, dass ich mir ja noch ein bißchen Elternzeit aufgespart habe. Wäre das nicht himmlisch, wenn ich mir den Sommer frei nehmen könnte? Wenn ich meine Söhne nicht (so wie letztes Jahr) in den Ferien von Camp zu Camp schicken müsste? Wenn ich sie nicht abends ins Bett schicken müsste, obwohl es noch hell ist und obwohl Ferien sind, weil sie aber am nächsten Morgen früh aufstehen müssen, weil sie um 8:00 bei der Ferienbetreuung sein müssen?

Vor meinem geistigen Auge sah ich uns den ganzen Sommer über im Garten sitzen, abends bis ganz spät am Lagerfeuer sitzen und am nächsten Morgen ausschlafen. Ich sah mich selber im Liegestuhl und… ach, es war ein so schönes Bild.

Dann fiel mir ein: Oh, dann bekommt man aber ja auch kein Gehalt, ne! Zwar werden wir sicher nicht verhungern, wenn mein Gehalt mal zwei Monate wegfällt, aber natürlich ist es ja für bestimmte Ausgaben verplant. Es täte schon ein bißchen weh. Und was würde mein Chef sagen? Und die Kollegen? Kann man das überhaupt bringen, einfach mal so zwei Monate auszusteigen? Elternzeit, ohne dass man wirklich ein Kind zu versorgen hat? Einfach nur, weil man das Leben genießen will?

Aber wenn ich eins gut kann, dann ist es Bedenken aus dem Weg zu schieben.

Hey! Leben ist jetzt!

Ich mach das jetzt einfach.

Neulich bekam ich eine Mail vom Personalservice: „Wir haben Ihren Antrag auf Elternzeit bearbeitet. Ihre Elternzeit beginnt am 16.7.2018.“

Juhu!

Eure Halima

 

 

45 Kommentare

  1. Das ist großartig und wird bestimmt eine schöne Zeit! Wie spart man denn Elternzeit auf? Also, hattest du deinen Arbeitgeber schon vor Jahren informiert?

    • Ja genau. Ich musste damals angeben, wie lange ich in Elternzeit gehen möchte und habe für die restlichen Monate gleich erklärt, dass ich sie aufsparen möchte.

    • Frau Fuchs

      Soweit ich weiß, kann man „nur“ ein Jahr aufsparen bis zum 8. Lebensjahr.

    • hi,
      man hat pro Kind 3 Jahre Elternzeit, die man flexibel bis zum 7. Geburtstag nehmen kann. Unsere liebe Halima darf so für ihren Mini nach dem 2. Geburtstag aber nur maximal 12 Monate nehmen (so sie denn so viele übrig hat). Für jüngere Kinder darf man nach dem 2. Lebensjahr noch maximal 24 aufgesparte Monate nehmen (eben bis sie 7 sind), wegen irgend einer Gesetzesänderung.
      Ich hab das mit dem 3. Kind jetzt so ver- und aufgeteilt (die Großen sind 5 und 2), dass ich bis 2023 Elternzeit habe (aber frage nicht, wie diese „für-die Familie-Entscheidung“ finanziell aussieht!)

  2. Oh wie toll! Das ist eine tolle Idee und Entscheidung. Genieß es.
    Vorausgesetzt man kann es sich finanziell leisten, sollte man solche Chancen auf jeden Fall nutzen, denn sie kommen nicht wieder. Ich freu mich für Euch und werde das als Denkanstoß benutzen liebe Grüße

  3. Liebe Halima,
    eine ganz tolle Entscheidung, finde ich! Genieß die Zeit und mach es Dir richtig schön mit Deinen Liebsten!
    Und ich freue mich darauf, darüber zu lesen (sobald Du darüber schreiben magst…)
    Liebe Grüße
    Andrea

    • Der Mann muss ja leider arbeiten 🙂 Aber es wird eine herrliche Zeit; unter anderem ist eine Woche gemeinsam mit meiner Schwester und ihren Kindern geplant. Klar schreibe ich darüber 🙂

  4. Doro Schroeder

    Super liebe Halima! Das plane ich auch fürs nächste Jahr! Dann sogar noch etwas länger. Wenn das Kind – wie euer Mini – eingeschult wird!
    ICH mach das auch einfach! Leben ist jetzt!

    doro

    P. S. Danke für deinen Block! Er bereichert meinen Alltag ungemein. ☺️

    • Vielen lieben Dank, das freut mich sehr! Und ja, rund um die Einschulung macht das auch nochmal total Sinn, das ist ja eine große Umstellung für alle. Freu Dich auf Deine Elternzeit! Lg

  5. Oh, juhu! Ich freu mich für dich! Einen wunderschönen Sommer wünsche ich euch!

  6. Ach wie schön! Das klingt toll, also Dein Plan für den Sommer. Und noch toller, dass er Wirklichkeit wird!
    Ich hab mir – bei der Großen – damals auch 12 Monate aufgespart, musste sie dann aber nehmen, als ich nach einem Umzug keinen neuen Kindergartenplatz bekam. War dann aber auch gut, weil später viel Zeit für die Eingewöhnung da war.
    Jedenfalls: Grandios und ich wünsche Dir jetzt schon viel Vorfreude und eine tolle Zeit mit Deinen Jungs!

    • Danke, ich freue mich auch soooo sehr! Ich habe ja beim Maxi damals auch nur 9 Monate genommen und bin dann zurück in den Job. Jetzt also nochmal mit genießen 🙂

  7. Ich bin gerade in Elternzeit. Geht das denn auch noch nachträglich zu beantragen. Also für irgendwann mal?

    • Ehrlich gesagt, bin ich nicht ganz sicher, da müsste ich mich mal schlau machen. Denn seit Maxis Geburt haben sich die Regelungen ja nochmal geändert (insgesamt aber elternfreundlicher) und mit denen habe ich mich nicht auseinandergesetzt.

    • ja (hab grade für den 1. Kommentar hier noch was angemerkt – da kannst du nochmal nachlesen)
      ich habe mich mit dem 3. „spontan“ dafür entschieden und vom 1. Tag des „Arbeits-fern-bleibens“ angekündigt, dass ich alles, was an Restelternzeit der Großen vorhanden ist noch mit zusammenkratzen möchte. Da ist der Gesetzgeber voll auf deiner Seite!

  8. Tolle Entscheidung! Wünsch dir eine tolle Zeit mit deinen Jungs! Und ganz viele „Genießermomente“!

  9. Kristina H.

    Hallo Halima,

    das klingt doch klasse. Ich hatte mir auch Elternzeit aufgespart für die Zeit nach der Einschulung der Großen, falls etwas nicht klappt (Betreuung, das Einleben dort etc). Dann ist die Elternzeit aber quasi mit der zweiten Elternzeit vom Sohnemann zusammengefallen. Bald gehe ich nach zwei Jahren wieder arbeiten. Und weil dann wieder mein Gehalt dazu kommt, wird der Mann seine Stunden reduzieren, so dass wir einen gemeinsamen Tag in der Woche frei haben. Darauf freue ich mich schon sehr. Zusätzlich habe ich mir vorgenommen, mir einen Nachmittag, wenn der Bruder in der Kita ist, für die Große frei zu halten, damit sie auch mal wieder ungeteilte Aufmerksamkeit bekommt.

    Viele Grüße
    Kristina H.

  10. Huhu Halima!
    Ist Deine Elternzeit unabhängig von den Geburtstagen Deiner Kinder? Muss man nicht am Geburtstag plus einen Tag anfangen? Auch mit dem Rest? Ich überlege nämlich auch, aber der nächste Geburtstag ist erst im Februar. Viele Grüße!

      • Jein, wenn man im ersten Jahr des Kindes die Elternzeit nimmt, dann sollte man es wegen dem Elterngeld abhängig von den Geburtstagen machen. Ohne Elterngeld ist es egal.

        • Ja, das ist klar. Aber bei dem Rest aufgesparter Elternzeit ist Elterngeld ja kein Thema mehr, das ist ja dann längst durch.

  11. Glückwunsch Halima. Mutig und genial.
    Wir (Mann und zwei Sohnemänner 6/ 3) sind gerade auf 3 monatiger Elterzeit-reise. Heut ist der 1. Monat Andalusien um. Wir kommen mit dem Auto über Frankreich und die Niederlande zurück. Dann geht der Große zur Schule. Es ist herrlich für die besondere gemeinsame Erholung und toll zum sich treiben lassen oder Gedanken machen. Zweifel zwecks Geld und Karriere hatten wir viele. Aber daran denken wir wenig und genießen.
    ..
    Zum 1.7.2015 haben sich die Regelungen für die Elternzeit reichlich geändert. Bis zum 8. Lebensjahr ist vieles möglich.

    • Wow, wie toll! Wir haben damals den Sommer, bevor ich in die Schule kam, in Italien verbracht. Daran erinnere ich mich noch sehr gut. Wie herrlich das war. Und auf den Fotos meiner Einschulung trage ich Schuhe, die wir in Italien gekauft haben 🙂

  12. Mama Fischer

    Liebe Halima,
    ich lese oft deinen Blog, gehöre aber selten zu den Menschen, die kommentieren. Du sprichst etwas an, was mein Mutterdasein oft beschäftigt. Ich schwimme gegen den Strom und das erfordert Kraft und Mut. Sich gegen den Gesellschaftsdruck seiner Umgebung abzugrenzen ist nicht einfach und es gelingt mir auch nicht immer. Wir wohnen kleiner, als wir es könnten, wenn ich mehr als die 5-10 Std. arbeiten würde. Ich kaufe secandhand und generell sehr bewusst ein. Wenn ich kein Geld übrig habe für Hallen- und Draußenturnschuhe werden die Turnschuhe gewaschen bevor es wieder in die Turnhalle geht. Wir haben das zweite Auto abschaffen müssen und fahren „nur einmal im Jahr“ in Urlaub und zwar Camping. Wir haben die Hobbies der Kinder reduziert und stattdessen einen Hund angeschafft. Ein Weg, den wir umsetzen, nachdem ich fast mit beiden Beinen im Burnout stand. Reduktion ist nicht für jeden etwas. Aber es befreit! Traut Euch! Es ist nachhaltig, umweltschonend und man gewinnt viel, vor allem Zeit mit seinen Kindern, die so in der Art nie wieder kommt. Gleichzeitig ist man Vorbild und zeigt den Kindern, dass man auf sich achten sollte und die Welt nicht so hektisch sein muss wie viele es Vorleben. Es ist nicht leicht in die entgegengesetzte Richtung zu schwimmen. Aber wer sagt denn, dass die Richtung, wo alle hinschwimmen, die richtige ist. Genieße den Sommer!

    • Das klingt nach einem sehr bewusst gelebten Familienleben. „Achtsam“ ist ja so ein Modewort, das ich eigentlich nicht mag, aber bei deinem Kommentar hätte ich sofort dieses Wort im Kopf, aber zum ersten Mal in einem positiven Sinne. Ich danke Dir für deinen Kommentar!

      • Mama Fischer

        …und ich wünsche Dir viele schöne Abende mit Deinen Kindern bis es dunkel wird! Das sind auch immer meine persönlichen Highlights im Sommer!

    • hi! wir machen das sehr ähnlich – mein Mann geht 30-40h arbeiten (leider nur mit Mindestlohn), je nachdem, wie viel gerade Arbeit anliegt, und ich bin noch laaaaange zu Hause. Wir haben glücklicherweise keine Miete (nur Nebenkosten), da wir im elterlichen Haus wohnen und hoffe, dass wir den Kinderzuschlag bewilligt bekommen (sonst muss mit Hartz IV aufgestockt werden – davor scheu ich mich ein bisschen, auch wegen der Reaktionen ringsum). Und wir bekommen von der Schwiegerfamilie einen kleinen Betrag pro Kind (wie für alle ihre Enkelkinder) im Monat zugeschoben.
      Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal zum „Shoppen“ war. (außer bei Ebay, EbayKleinanzeigen und in der Realität bei „Resales“) Wir waren – leider – das letzte Mal im Urlaub, als ich mit dem Großen schwanger war. Aber das wird dieses Jahr (also nach 6Jahren) endlich wieder nachgeholt (übrigens auch mit Zelten). Darauf freu ich mich riiiiiiiiiesig!
      Es ist nicht einfach, so zu leben, aber es geht und wir achten trotzdem dabei immer auf Nachhaltigkeit, weil uns das sehr wichtig ist. Wir versorgen uns im Sommer größtenteils auch aus dem eigenen Garten mit Obst und Gemüse…Man muss es eben wollen. Und wir wohnen auf dem Dorf, wo zum Glück im Kiga keiner auf irgendwelche Markenklamotten achtet (wie ich das von der Schwägerin in der Stadt gehört habe – grauenvoll!).
      Aber ich glaube, man kann es nicht pauschalisieren. Dem einen steht und gelingt so ein Leben, der andere kann sich das nicht im Traum vorstellen und würde vielleicht auch daran scheitern.
      ich freue mich aber für jeden, der „wenigstens“ so einen Schritt wagt und sagt: „ich mach das jetzt einfach“
      LG

  13. Ich habe letzten Jahr 9 Monate Elternzeit genommen, weil mein „Kleiner“ in die Schule kam. Und weil wir ein Haus gebaut haben. Mein Arbeitgeber hat es mir sofort genehmigt, was aber an meiner wunderbaren Chefin liegt.
    Wir haben die Zeit so genossen. Die ganze Familie war entspannter und ich habe gemerkt, wie sehr mein Gerenne und Gemeckere alle anderen nervt. Allerdings hat es auch ca. 5 Monate gedauert, bis ich wirklich runter gekommen bin, was sicher auch am Hausbau lag. De facto Zeit für mich hatte ich erst in den letzten drei Monaten, aber es war so gut! Und jetzt bringt mir mein Job wieder viel mehr Spaß.
    Also: super Entscheidung!

  14. Hey Du,

    toll! Top! Ich kann Dich so gut verstehen. Ich bin leider erst jetzt auf die grandiose Idee gekommen und habe gemerkt, dass es für die Fristen zu spät ist. Und jetzt grübele ich und grübele ich, wie ich das doch noch irgendwie hinbekommen…
    LG JuSu

    • Ach wie ärgerlich 🙁 Vielleicht geht ein sabbatical für ein bis ein paar Monate?

    • Geld würdest du ja sowieso keins mehr bekommen. Was ist denn, wenn du unbezahlten Urlaub für 2 oder 3 Monate nimmst? Oder du beantragst eine Mutter-Kind-Kur. Steht ja theoretisch auch (ich glaube alle 2 Jahre) jedem Elternteil. zu.

  15. Liebe Halima, du sprichst mir mit deinen Gedanken zu „Zeit mit den Kindern verbringen“, „arbeiten gehen“, „Freundschaften pflegen“, „mit Hochgeschwindigkeit durchs Leben düsen“ usw. so sehr aus der Seele! Es bedarf wirklich immer wieder des sorgfältigen Draufschauens, ob alles noch in einem guten Gleichgewicht ist.
    Toll, dass du es geschafft hast, hier inne zu halten und was anders zu machen! Ich spüre in letzter Zeit auch immer wieder, dass ich was ändern muss. Noch bin ich auf der Suche, was genau es sein könnte. Vielen Dank für deine Anregung!

  16. Voll gut! Ich wollte das dieses Jahr eigentlich auch machen, aber wir fanden das finanziell ein bisschen eng. Dafür waren wir jetzt grade 4 Wochen in Marokko (yeah) und im September, wenn das große Kind eingeschult wird, nehme ich immerhin nochmal 2 Wochen Urlaub und mache 2 Wochen lang Homeoffice….entschleunigt ja auch n bißchen. …

  17. Meeega! Ich wünsche euch einen tollen Sommer! Richtige Entscheidung. Definitiv.
    Ich bin gerade am Überlegen, ob ich nach einem Jahr wieder anfange zu arbeiten oder doch etwas verlängere. Bin mir noch unschlüssig. Aber da wir nicht noch ein Kind bekommen werden, ist es die letzte Chance. Lg

    • Es hat schOn was, dass ich jetzt, nachdem ich seit 4 Jahren wieder arbeite, nochmal eine Auszeit nehmen kann. Aufsparen ist schon cool 🙂

    • wenn ihrs finanziell hinbekommt, machs doch einfach. oder verlänger die Elternzeit und mach in deren „Schutzrahmen“ weniger Stunden?

  18. Ganz tolle und mutige Entscheidung, liebe Halima! Mir widerstrebt es auch so, die Kinder in den Sommerferien von Betreuung zu Betreuung zu schicken…. Wo bleibt denn da das Feriengefühl, an das ich mich noch so gut in meiner Kindheit erinnere ??
    Mir geht es übrigens ganz genauso was die fehlende „Pausentaste“ angeht. Wenn ich ältere Fotos meiner Kinder (jetzt 5 und 7 Jahre) anschaue, kommt es mir vor, als wäre ich damals irgendwie nicht anwesend, nicht dabei gewesen, was ich aber durchaus war. Dieses Gefühl macht mich immer wieder traurig . Ich denke, es liegt an diesem schnellen und durchgetakteten Alltag, der meistens unser Leben bestimmt. Kein Innehalten, kein Durchatmen.
    Danke also für deine Gedanken – nochmal ein Anstoß das eine oder andere Schräubchen zu verstellen.
    Habt eine tolle Zeit!
    Liebe Grüße vom Bodensee

  19. Marieke

    Liebe Halima! Genieße es! Ich habe dies letztes Jahr auch so gemacht und hatte zum ersten Mal wieder seid meiner eigenen Schulzeit 6,5 Wochen Sommerferien! Wir haben diese „entschleunigte“ Zeit als Familie (mit 4 Kindern (zwischen 7 und 12)) so genossen, dass wir im Anschluss uns überlegt haben wie wir das nun weiter machen können und es geht….Seitdem haben wir Eltern (beide – zeitlich befristet) reduziert…. Kein Kind MUSS mehr in die Betreuung… sondern darf. Keine „Jahresplanung“ der Ferien/Urlaubstage mehr… Allerdings muss man sich im klaren sein, dass neben den finanziellen Einbußen man sich auch so manches (egal übrigens ob Mann oder Frau) im Büro anhören darf. Wenn man da aber drüber steht… so kann man die Zeit genießen und nicht zu vergessen – sie werden schnell groß und dann müssen wir noch immer etliche Jahre arbeiten! Ein herzliches Dank an Dir für die schönen Beiträge, die ich immer gerne lese!

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