Zwei Jahre Kann Kind Einschulung

Maxis Kann Kind Einschulung war eine der schwierigsten Entscheidungen, die ich als Mutter bislang zu treffen hatte.

Ich weiß noch genau, wie ich da stand, mit dem Brief in der Hand. Soll ich oder soll ich nicht? Ich zögerte. Bis zum letzten Moment. Dann klopfte ich an die Tür. „Herein!“

„Bitteschön, ich habe hier unsere Kündigung“, sagte ich zur Leiterin der Kita. „Der Maxi geht im Sommer zur Schule.“ Puh, geschafft. Aber die Knie haben danach noch eine ganze Weile gewackelt.

Vor ziemlich genau zwei Jahren mussten wir uns entscheiden: Machen wir das mit der Kann Kind Einschulung, oder warten wir lieber noch ein Jahr? Wenn ja, müssten wir bis zum April  die Kündigung für den Kitaplatz einreichen.

Eigentlich waren wir uns schon lange sicher, dass es die richtige Entscheidung ist, den Maxi als sogenanntes „Kannkind“ ein Jahr früher als notwendig in die Schule zu schicken. Aber weil wir wussten, was für eine schwerwiegende Entscheidung das ist, hatten wir bis zuletzt arge Bauchschmerzen.

Inzwischen geht der Maxi in die zweite Klasse und da nach Ostern das Schuljahr ja gefühlt schon wieder um ist, und weil ihr vielleicht auch gerade überlegt, ein Kann Kind einzuschulen, ist es an der Zeit Bilanz zu ziehen.

Kann Kind Einschulung

Kann Kind Einschulung- Warum haben wir das überhaupt gemacht?

Der Maxi war sowohl geistig als auch körperlich schulreif. Er war groß, sehr groß für sein Alter und überragte die meisten Gleichaltrigen um einen halben Kopf oder mehr. Er hatte mit vier Jahren mit dem Lesen angefangen, inzwischen konnte er auch ein bißchen schreiben, hatte einen gewaltigen Wortschatz, den er auch einzusetzen verstand und war mit der Kita eigentlich durch. Wir fürchteten, dass er sich ein Jahr in der Kita langweilen würde, sich dann im ersten Schuljahr weiterlangweilet würde und so nach einem unglücklichen Jahr einen unglücklichen Schulstart hinlegen.

Was wir aber auch berücksichtigt haben: Wir wussten, dass die emotionale Reife der entscheidende Faktor war. Hier waren wir ein bißchen besorgt, vor allem, weil so viele Eltern von Schulkindern uns erzählten, was mit der Schule für eine große Herausforderung auf die Kinder zukommt. Am Ende konnte uns das aber nicht wirklich in unserem Gefühl erschüttern, dass der Maxi das schaffen würde. Und wenn er im sozial-emotionalen Bereich eine Baustelle hätte, dann hätte er wenigstens etwas zu tun, so unsere Überlegung.

Vor allem aber wollte der Maxi selber unbedingt in die Schule. Weil schließlich auch die Schuluntersuchung (zu der die Kann-Kinder schon im November mussten, die Muss-Kinder aber erst im April) ergab, dass es keine Einwände gibt, haben wir den Schritt gemacht.

Haben wir es je bereut?

Wir haben unsere Entscheidung bislang nicht einen Tag bereut. Es ist alles genau so gekommen, wie wir es uns gedacht haben. Maxi hat mit dem Lehrplan erwartungsgemäß keine Probleme und konnte sich im 1. Schuljahr ganz darauf konzentrieren, Freunde zu finden. Er geht gerne zur Schule und hat keine Probleme, weder mit Lehrern noch mit Mitschülern, noch mit dem Stoff, noch mit dem Ablauf. Deswegen bleibe ich dabei: Eltern können das ganz gut einschätzen.

Wie läuft es allgemein?

Es läuft prima. Maxi kannte leider keins der anderen Kinder, als er in die Suhle kam, weil er vorher in einer Betriebskita war, in die die Kinder von überall her kamen. Inzwischen hat er drei beste Freunde. Den Altersunterschied bemerkt keiner; einer der drei besten Freunde ist sogar mehr als ein Jahr älter als Maxi. Die drei sind so dicke Freunde, dass die Lehrer schon meinten, das müsste man mal ein bißchen aufspalten. Ich finde diese vier Jungs und ihre dicke Freundschaft aber absolut hinreißend und bin superglücklich darüber. Sogar im sozialen Bereich, vor dessen Herausforderung wir den größten Respekt hatten, läuft also alles bestens. Maxi gehört in diese Klasse, da gibt es gar keine Frage.

Im Unterricht gibt Maxi nach wie vor gerne den Clown. Das hätte er aber ein Jahr später vermutlich erst recht gemacht.

Der Stoff fliegt Maxi noch immer zu. Ich dachte, jetzt, wo sie das 1×1 durchnehmen, muss er auch mal ein bißchen lernen. Das ist nicht der Fall.

Wo gibt es Schwierigkeiten?

Die einzige Schwierigkeit sind die Clownereien. Das finden jedenfalls die Lehrer. Ich glaube, es liegt immernoch daran, dass Maxi die anderen Kinder einfach aufregender findet, als irgendwelche Buchstaben nachzumalen. Und dann hat er neuerdings eine Brille und es könnte sein, dass er sich aufgrund der Sehschwäche sehr anstrengen musste, wenn er ein Arbeitsblatt bearbeiten sollte. Vielleicht hat der deswegen lieber alle paar Minuten den Clown gespielt. Schauen wir mal, ob sich das jetzt ändert. Ich persönlich finde ja, solange er seine Arbeitsblätter fertig bekommt, darf er ruhig Quatsch machen. Klar, das lenkt die anderen Kinder ab, klar, das geht nicht und klar, das finden die Lehrer dann blöd, aber ein Grund zur Sorge ist das für mich aktuell wirklich nicht.

Was macht uns Sorgen?

Wenn wir ein paar Jahre weiter blicken und es in Richtung Pubertät geht, wird es sicher nochmal spannend werden. Wenn man ein Jahr jünger ist, als die Klassenkameraden, sind die vielleicht schon in einer ganz anderen Welt und man selber noch ein Kind. Das kann man aber nicht wissen, vielleicht ist Maxi mit der Pubertät früh dran und seine Freunde eher spät. Das passiert ja nicht nach Stichtag. Wir werden sehen…

Was empfehlen wir anderen?

Ich empfehle niemandem eine Kann Kind Einschulung. Auch wenn bei Maxi alles super läuft, es stimmt, was man sagt: Mit der Schule beginnt der Ernst des Lebens.So viele schwierige Situationen prasseln da auf die Kinder ein: Die erste Klassensprecherwahl (bei der man keine einzige Stimme bekommt), Mannschaften wählen beim Sport (und man bleibt immer als letzter über), Streit mit Viertklässlern auf dem Schulhof (und es kommt kein Erzieher wie in der Kita und regelt das)… so viele Dinge, die das Kind erstmal verpacken muss. Dazu das „System Schule“, in das man hineingezwängt wird, ohne viel Rücksicht auf Individualität. Ich würde das keinem Kind früher als notwendig antun. Wir waren damals sicher, dass der Maxi die Schule braucht, dass er in der Kita nicht mehr glücklich sein würde, weil ihm das nicht mehr gereicht hätte. Und das ist der einzige Grund für so eine Entscheidung: Nur wenn die Kita sicher nicht mehr der richtige Platz für das Kind ist, ist die Kann Kind Einschulung der bessere Weg. Ob das der Fall ist, wissen die Eltern meiner Meinung nach sehr gut. So wie wir beim Maxi.

Habt Ihr noch Fragen? Stellt sie mir!

Eure Halima

 

33 Kommentare

  1. Zum Thema Clownereien: Hast du schon mal Ad(H)S beim Kinderarzt abklären lassen ? Passt ganz gut zu einer (Nischen)-Hochbegabung . Müssen natürlich noch mehr passende Symptome vorhanden sein.

    • Oh nee, dann ist ein falsches Bild entstanden. Dafür gibt es überhaupt keine Anhaltspunkte. Er kann sich prima konzentrieren, auch lange, er hat bloß keine Lust auf Wörter nachmalen 🙂

    • Was für ein bescheuerter Kommentar. Nicht jedes Kind was mal ein Clown ist, ist gleich krank und braucht Tabletten. Meine Güte. Ausserdem werden das die Eltern ja wohl besser beurteilen können, als jemand der einen Mini-Einblick durch einen Artikel kriegt.

      • deswegen schrieb ich ja, dass noch mehr passende Symptome vorhanden sein müssen. Es war lediglich eine Idee, ein Hinweis und keine Diagnose ! Würde ich mir außerhalb der Praxis auch nicht erlauben.

  2. Dieses Thema hat mich das ganze letzte Jahr beschäftigt.
    Wir haben uns letztendlich gegen eine Einschulung entschieden, weil unsere Tochter sehr gerne in die Kita geht und ihre Freundinnen auch erst dieses Jahr eingeschult werden.
    Ich habe zu jedem gesagt, das ICH noch nicht schultauglich bin:)

    • Das ist ja (fast) dasselbe 🙂 Du wirst schon wissen, warum Du noch nicht schulreif bist. Dann genießt das letzte Kitajahr!

  3. Hier stellte sich eigentlich nicht die Frage, denn bis vor kurzem war meine Große (30.7.12) noch ein Musskind.. vor 2 Monaten oder so gab es eine Gesetzesänderung in Nds, das bei Kindern vom 1.7. bis 30.9. die Eltern das letzte Wort haben.. dann hatten wir ein Entwicklungsgespräch, das für mich dann mit dem Hammer kam, das der KiGa uns zu einem weiteren Jahr „Spielzeit“ riet.. Im März erst, nachdem der Ranzen gekauft war und das Kind komplett im Vorschulmodus läuft.. Es wurde ihr eine gewisse Unreife attestiert und das sie „überreizt“ ist. Die geschilderten Situationen waren neue Situationen für sie, die durchaus Respekt einflößend waren.. Gut, ihre Unkonzentriert ist uns bekannt, sie will immer alles mitbekommen und läßt sich leicht ablenken. Aber weder die U noch die SchulUntersuchung im September letzten Jahres!! waren auffällig.

    Daher haben der Mann und ich uns entschieden, das sie in die Schule kommt. Sie will vor allem selber so gerne in die Schule und hat Spaß am Rechnen und Englisch im KiGa. Wir sind uns bewußt, dass das auch in die Hose gehen kann. Aber die junge Dame hat uns so oft schon überrascht, von daher das Zitat des Mannes: Die macht das schon

    LG Nicola

    • Bestimmt macht sie das! Ich finde ja, man darf den Kindern auch ruhig etwas zutrauen!

  4. Wir haben unsere Tochter, die nur ein paar Tage nach dem Stichtag 6 Jahre alt geworden ist, im letzten Sommer vorzeitig eingeschult. Bis jetzt haben wir es keinen Tag bereut und es war genau wie bei eurem Sohn, dass wir uns als Eltern sicher waren, die richtige Entscheidung zu treffen.
    Was mich damals aber sehr getroffen hat, war die Ablehnung anderer, die uns von allen Seiten entgegen schlug. Von völlig unbeteiligten Leuten kamen solche pauschalen Sätze, wie „oh Gott! Lassen Sie das Kind doch lieber noch ein Jahr spielen!“
    Zu diesem Thema hat scheinbar jeder eine Meinung. Ähnlich wie beim Thema Stillen, Familienbett oder Ähnlichem… und das, ohne das Kind als Individuum zu betrachten und anzuerkennen, dass es eine individuelle Entscheidung ist, die nicht für jedes Kind passend sein muss. Damit habe ich damals nicht gerechnet, und deine Artikel über dieses Thema waren mir zu dieser Zeit eine große Hilfe!

    • Ja, das kenne ich. Dieses Unverständnis dafür, dass man nicht jedem Kind einen Gefallen tut, wenn es spielen statt lernen soll, das hat mich damals auch echt fertig gemacht. Freut mich, dass Ihr die für Euch richtige Entscheidung getroffen habt.

  5. Liebe Halima,

    vielen Dank für Deinen ehrlichen Artikel! Darf ich fragen, wann denn Maxis Geburtstag ist? Auf uns kommt die frage nämlich von der anderen Seite zu: Unsere Jüngere ist Mitte September geboren und würde demnach normalerweise nächstes Jahr in die Schule gehen, kurz vor ihrem sechsten Geburtstag. Wenn uns das zu früh schiene (und früh ist es ja auf jeden Fall – aber eben auch ZU früh?), müssten wir die Rückstellung beantragen. Und da mache ich mir natürlich Sorgen, ob wir etwas falsch machen, wenn wir den Antrag in diesem Herbst nicht stellen. Sie ist groß für ihr Alter und auch konzentriert und clever, aber wie kann ich ein Jahr vorher vorhersagen, ob sie emotional reif dafür ist? Bei unserer Großen blieb uns dieses Problem erspart, sie ist ein Februarkind und war absolut schulreif, in jeder Hinsicht. Für mich wäre die Einschulung nächstes Jahr eine große Erleichterung, da ich dann nicht mehr jeden Nachmittag beide kinder an unterschiedlichen Orten abholen müsste und zudem all die Elterndienste in der Eltern-Initiativ-Kita, in der wir seit unserem Umzug letzten Sommer gelandet sind, wegfielen. Aber das darf natürlich nicht das Hauptkriterium sein. In die Schule gehen will meine Jüngere auch, das wäre sicher nicht das Problem. Aber sie ist eben bisher auch noch recht schüchern…

    • Maxi ist von Dezember. Ich kann natürlich nicht helfen, ich kenne deine Tochter ja nicht, aber so grundsätzlich finde ich, für eine Rückstellung müssen genau so gravierende Gründe sprechen, wie für die frühere Einschulung. Wenn eigentlich alles im grünen Bereich ist, wird sie das schon schaffen, oder?

      • Liebe Halima,

        danke für Deine Antwort! Ja, das sehe ich auch so – bei uns wäre es andersherum als bei Euch, wir müssten einen Antrag auf spätere Einschulung stellen, und das täten wir nur, wenn wir ganz konkrete Bedenken hätten. Bisher habe ich eben Sorge, weil sich unsere Vierjährige morgens immer noch schwer damit tut, sich in der Kita von mir zu verabschieden (auch wenn es dann sofort in Ordnung ist, wenn ich weg bin) und sie noch sehr schüchtern ist. Aber dann war der Maxi ja tatsächlich nochmal ca. 3 Monate jünger als sie und hat es auch geschafft:-).

  6. Liebe Halima…
    „Schaffen“ tun das alle irgendwie. Ein toller Start sollte mehr als schaffen sein, finde ich.
    Nicht falsch verstehen- es klingt ganz so, als ob es eine gute und richtige Entscheidung bei euch war… und es gibt immer wieder sehr junge Kinder in den ersten Klassen (bin Lehrerin), die da genau richtig sind.
    Leider sitzen da auch immer viele Kann-Kinder die total überfordert sind (nicht kognitiv, eher von dem ganzen Drumherum) und einen ganz schwierigen Start haben.
    Meiner Meinung gibt es mehr zu verlieren als zu gewinnen, also wenn man sich nicht wirklich aus tiefstem Herzen sicher ist, würde ich zum Warten raten (es sei denn die Kita ist furchtbar oder es gibt andere schwer wiegende Gründe).

    • Das ist ja exakt das, was ich geschrieben habe. Ich würde niemandem dazu raten, es sei denn es gibt gravierende Gründe. Aber es ist auch normal, dass sich Elteen (wie ich) sicher sind, dass das Kind in die Schule gehört, und sic jtrotzdem Sorgen machen. Und denen will ich sagen: wenn ihr sicher seid, dass euer Kind in der Schule besser aufgehoben ist, als in der Kita (und ich glaube, dass das nur auf Ausnahmen zutrifft), dann wird dein Kind es schon schaffen.

      • Ja das hast du 🙂 wir sind uns einig… habe mich nur am Wort schaffen gestoßen.
        Auch irgendwie kleinlich von mir 😉

  7. P.S. die Schuluntersuchung finde ich wenig aussagekräftig. Ist ja ne 1:1 Situation. Hängt sehr an der Schulärztin… viele waren glaube ich lange nicht mehr in der Schule 😉

  8. Schnuppe

    Wir standen auch vor der Situation und haben uns dagegen entschieden, obwohl unsere Tochter kognitiv und emotional bereit gewesen wäre und Ärzte und Erzieherinnen sich dafür ausgesprochen haben. Für uns ist der Eintritt in das System Schule verbunden mit einem gewissen Ende der umbefreiten Kindheit und zudem auch eine neue Herausforderung für die gesamte Familie. Dies wollten wir so lange wie möglich aufschieben. Letztlich wird sich aus meiner Sicht erst viel später deutlich werden, ob eine (zu) frühe Einschulung dem Kind mehr nützt als es ihm erschwert. Denn in der Pubertät kommen neben den sozialen Herausforderungen (alle Dinge ein Jahr später zu dürfen) auch die schulischen, die eine gewisse Reife benötigen ( z.B. Gedichte interpretieren, bei denen ein Jahr mehr oder weniger schon einen erheblichen Unterschied machen können oder die Beurteilung bestimmter historischer/gesellschaftlicher Situationen usw.).

  9. Liebe Halima, vielen Dank für Deinen Artikel, der gerade gut zu meinem aufgewühlten Inneren passt. Allerdings haben wir kein klassisches Kann-Kind, vielmehr ist unser Sohn im März geboren und damit ansich im Herbst ganz klar Schulkind. Allerdings haben die Erzieherinnen zur Rückstellung geraten wegen der sozial-emotionalen Stabilität, kognitiv wäre er klar schulreif. Die Lehrerinnen an 2 Schulen hielten ihn für schulreif und meinten, er solle kommen. Nun bin ich sehr hin und her gerissen, einerseits denke ich, wieso nicht noch ein Jahr in unserer wunderschönen Kita, als ältester, das würde ihm vielleicht gut tun, er will auch gar nicht in die Schule… andererseits könnte ja auch eine Einschulung beflügelnd wirken… nur wenn es dann nicht gut läuft und der Start vermiest wäre, wäre es natürlich blöd. Aber 7 1/2 bei Schulstart, da wäre er dann vermutlich ein Schulleben lang der Älteste, vielleicht auch nicht so toll… oder doch… oder egal… ich weiß es nicht so recht … auf jeden Fall ist es definitiv auch meine bisher schwierigste Entscheidung als Mutter!
    Liebe Grüße, Verena

  10. Bei uns steht das Thema aktuell an. Kognitiv ist unser Sohn auf jeden Fall bereit. Er wird 2 Wochen vor der Einschulung 6 Jahre alt. Aber emotional und vom Sozialverhalten sind wir uns unsicher, ob wir ihn einschulen lassen sollen.
    Gerade im Hinblick auf die weiterführende Schule, wenn andere bis zu einem Jahr älter sind als er, macht es mir Sorgen. Und auch gerade jetzt zu Schulbeginn die vielen anderen Dinge, die mit der Schule zu tun haben. Buchstaben und Zahlen lernen sind das eine, das macht er gerne. Aber es ist was anderes, ob ich jetzt ne Stunde am Tag freiwillig nen Vorschulblock durcharbeite, oder ob ich 5 Schulstunden am Stück alles durcharbeiten muss und dann noch zu Hause Hausaufgaben zu erledigen habe.
    Aus meinem Freundeskreis lassen die meisten Mütter, die als Grundschullehrerinnen arbeiten und ihr Kind um den Stichtag herum geboren wurde, zurück stellen. Hier im Ort werden nun 5 von 18 Kindern zurück gestellt.
    Das jedes Kind durch die Grundschule kommt, ist klar. Aber ich möchte gerne einen leichten Start und dass ihm die Schule von Anfang Spaß macht.

    • Natürlich, das wollen wohl alle Mütter. Der Maxi war aber auch immer ein Kind, das ganz viel Futter brauchte, der wäre mit „Spielen“ nicht glücklich gewesen. Und jetzt läuft es super in der Schule. Als hätte ich´s gewußt 😉 Wenn Du Dir Sorgen machst, dann bestimmt zu Recht. Alles Lieb für Euch!

  11. Ich selber bin ein Februarkind und wurde auch mit fünf Jahren eingeschult. Ich konnte auch schon lesen, schreiben und ein bisschen rechnen. Mach dir echt keine Sorgen wegen der Pubertät, ich war da ziemlich auf einer Höhe mit meinen Freunden, die alle über ein Jahr älter sind. Es haben auch immer alle akzeptiert, dass ich keinen Alkohol trinken wollte.

    Bei den Lehrern hatte ich immer ein bisschen einen Kükenbonus.

    Ich weiß, dass meine Eltern damals auf negative Reaktionen gestoßen sind. Ich war in einem schlechten Kindergarten, meine Eltern wollten mich deshalb an der Vorschule der Grundschule, auf die meine Schwester ging, anmelden. Die Schulleiterin hat nur zum Spaß den Einschulungstest mit mir gemacht und meine Eltern danach überzeugen können, dass ich eindeutig schulreif bin.

    Das “Jahr spielen“ fehlt mir aus heutiger Sicht nicht. Ich spiele aber immer noch gern 😉

    Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie mich “zu früh“ eingeschult haben. Ich hätte ungern die Erfahrung des Überspringens machen müssen.

    • Ich bin 3 Tage nach dem Stichtag geboren und fand es immer doof, dass meine Eltern mich nicht früher eingeschult haben 🙂 Danke für Deinen Kommentar!

  12. Unser Sohn kommt im Sommer in die Schule. Im Mai wird er sechs Jahre alt. Eure Entscheidung war sicher richtig. 😉 Es macht Spaß hier zu lesen. Bis bald.

  13. Wir haben unseren Sohn vor mehr als 3 Jahren auch vorzeitig einschulen lassen. Stichtag 30.09, Geburtstag 01.10. Lange haben wir überlegt, Kita war dagegen, Familie dafür, Arzt und Schule dafür und wir auch. Es war echt schwer zu entscheiden. Es war genau richtig, er hatte bislang nie Probleme. Kommt super mit. Ja, er ist der jüngste, Pubertät wird bestimmt spannend, wobei diese Vorpubertät jetzt schon anfängt aber das ist ein anderes Thema. Man muss das immer individuell entscheiden. Er war soweit, daß letzt Jahr war einfach nur ätzend, er hatte keine Lust mehr, wir wurden von anderen Eltern sehr abschätzig angesehen, alle dachten er wäre noch jünger. Tja so ist das auf dem Land. NAJA läuft dennoch sehr gut bei uns. Wir würden es genauso wieder machen.

  14. Hallo Halima,
    schon lange war ich gespannt auf einen Erfahrungsbericht über die Kann-Kind-Einschulung von Dir.
    Wir haben unser Oktoberkind auch mit knapp sechs früher eingeschult und damals war ich eigentlich die einzige, die sich darüber Gedanken gemacht hat. Kindergarten, Schule, Verwandte, Freunde… alle waren überzeugt, dass dieses Kind in die Schule gehört.
    Mittlerweile ist er in der dritten Klasse und ich kann von unserer Seite her sagen, dass es die richtige Entscheidung war. Jedoch gehört für mich da mehr dazu als nur Lesen und Rechnen. Ich fand es ganz wichtig, dass mein Sohn nicht auf den Mund gefallen und durchaus selbstbewusst ist. Ich könnte mir vorstellen, dass es ein schüchternes Kind sehr viel schwerer hat, die teilweise schon großen Altersunterschiede zu überbrücken. Wenn man einen Kopf kleiner ist als die Größten in der Klasse muss man sich doch irgendwie anders bemerkbar machen können.
    Ich würde jedem empfehlen, auf das eigene Bauchgefühl zu hören, jedoch auch Meinungen von z.B. Erzieherinnen einzuholen da diese das Kind doch nocheinmal aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Dies gilt finde ich in beide Richtungen (früher Einschulen als auch Muss-Kinder zurückstellen).
    Vielen Dank für Eure Sicht der Dinge und weiterhin viel Spaß und Erfolg für Maxi 🙂

  15. Hey,
    Ja das ist ein spannendes kaum zu fassendes Thema.
    Wir waren mit den Erzieherinnen lange einer Meinung, unser Kind soll zurückgestellt werden. Im weiteren Bekanntenkreis gab es darüber viel Unmut. Aber der Geburtstag war einem Monat vor dem stichtag, warum dann bei ungutem Bauchgefühl und einer Meinung nicht ein Jahr spielen lassen.
    Dann kam die späte Schuluntersuchung(Ende Mai) und plötzlich fragte uns die Ärztin warum wir dieses Kind zurückstellen wollen. Alle unsere Argumente hörte sie sich an und sprach lange mit uns, wir sahen ihn besonders in seiner emotionalen sozialen Entwicklung nicht weit genug. Sie brachte einen neuen Blickwinkel : eigentlich sagte sie hätten wir unser Kind schon früher einschulen müssen, es wäre gelangweilt in der Kita, lesen schreiben rechnen würde es in den kommenden Wochen auch so lernen, sie könnte die Rückstellung keinesfalls unterschreiben.
    Völlig durch den Wind, nach schlaflosen Nächten, entschieden wir: ja wir schulen ein. Alles was andere Familien monatelang planen, erledigten wir im Schnelldurchlauf.
    Es entwickelte sich wie die Ärztin sagte: lese lernte er binnen weniger Wochen, einfach weil er wollte. Zum rechnen brauchte er ein wenig länger und die Konzentration ist immer noch eine immense Baustelle, da werden wir alle noch sehr viel Geduld haben müssen.
    Es ist verrückt wie unterschiedlich die Wege in die Schule sind und wie unvorhersehbar es bleibt.
    Wann wird der Mini eingeschult?
    Lg

    • Der Mini ist von Mai, da gibt es kein Zurückstellen und keine frühere Einschulung. Puh!

  16. Oh auf den Bericht hab ich schon lange gewartet. Schön, dass es Infos zu beiden Seiten gibt. Und trotz des vielen positiven, würdest du nicht noch ein Kann Kind einschulen? Was würdest du anders machen? Und an was habt ihr es fest gemacht, dass es ihm im Kiga vielleicht zu langweilig gewesen wäre. Wir stehen aktuell auch vor der Kann Kind Entscheidung. Und egal, welche Entscheidung man trifft, hadert man bestimmt ab und an damit.
    Lass ich sie einschulen und vermassele ich ihr dann das Schulleben oder lasse ich sie im Kiga und sie langweilt sich. Lass ich sie statt dessen ein Instrument lernen und fördere sie ausserhalb des Kiga?!?
    Nichts beschäftigt mich seit Monaten mehr als diese Frage. Und das macht mich wahnsinnig…

  17. Uns hätte das auch betroffen und ich habe auch schon überlegt, aber uns wurde die Entscheidung nun abgenommen, kann Kinder gibt es hier nicht mehr. Die Kita sagte uns, dass man das nicht mehr macht. Unser Großer ist zwar erst 4, aber sprachlich auch schon viel weiter und in der Kita gar nicht mal so glücklich. Hat alles so seine Vor- und Nachteile. Ist echt eine schwere Entscheidung. Gut dass es bei euch so super geklappt hat und du anderen damit Mut machen kannst!

  18. Auch unser Sohn ist ( damals im Ausland auf einer deutschen Schule) kurz vor dem 6.Geburtstag eingeschult worden. Ein fitter, motorisch gut entwickelter, neugieriger Junge, dem das System Schule dennoch nicht behagt hat und es noch nicht tut. Nun ist er in der 8. Klasse, läuft ganz gut, aber ich denke immer wieder, das eine Jahr mehr wäre super gewesen. Denn jetzt am Beginn seiner Pubertät sind die Mitschüler teilweise nicht nur das eine Jahr älter, ein Kind das mit 7 eingeschult wird und dann ein Jahr wiederholt, das sind dann fast 3 Jahre, da geht die Spanne plötzlich von Kind zu jungem Mann in einer Klasse. Klar muss das jeder für sich und für das Kind entscheiden, aber ich habe das frühe Einschulen immer bereut…

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