Vereinbarkeit braucht Hintern in der Hose!

Ich so, neulich, voll cool: „Vereinbarkeit ist nicht zuletzt eine Frage des Selbstbewußtseins. Wenn Kinder da sind, sind sie halt da und jeder hat doch Verständnis dafür, wenn man ein Meeting verlassen muss, weil ein Siebenjähriger ansonsten alleine auf der Straße auf seine Mama warten muss. Den größten Streß machen wir uns nur selber. Ich mache mich ab jetzt nicht mehr verrückt. Ich ziehe jetzt durch!“

Ich so, heute, voll kleinlaut: „Verdammt, verdammt, verdammt! Schon wieder ein krankes Kind. Schon wieder Termine absagen. Das ist so blöd, und auch so peinlich im Büro. Auf mich kann man sich nicht verlassen, ich werde niemals aus dieser Sackgasse raus und wieder auf den Karrierepfad zurückkommen. Immerhin kann ich heute Abend spät noch ein paar Stunden arbeiten, wenn die Kinder schlafen.“

Neulich hatte ich eine sehr gute Phase. Alles lief gut und das Thema Vereinbarkeit war für mich nur noch ein theoretisches. Und da dachte ich in meiner durch die Abwesenheit von Katastrophen verursachten Arroganz, dass Vereinbarkeit ein Problem sei, das bestenfalls hausgemacht ist, wenn es denn überhaupt existiert. Dann schlug die Realität wieder zu und alles war kompliziert.

Und so sitze ich nun zu Hause, die kranken Kinder schlafen, und überlege: „Wenn es möglich war, zu denken, man könnte das Problem „Vereinbarkeit“ abschütteln, dann lasst uns doch mal so weiterdenken.“

Ich versuche ja inzwischen seit fast sieben Jahren, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Ich habe sehr gute Erfahrungen gemacht, genauso wie einige schlechte. Und obwohl ich mich als erfahrene Workingmom bezeichnen würde, habe ich immer noch nicht so ganz meinen Frieden mit der Sache gemacht.

Dabei bin ich natürlich sehr privilegiert, denn meine Grundbedingungen sind perfekt: Mein Sohn geht in eine Schule, die für 100% der Kinder einen Platz in der Nachmittagsbetreuung bis 16:30 anbietet. Mein Jüngster geht in eine Betriebskita, die nur zwischen Weihnachten und Neujahr schließt. Ich arbeite in einem Unternehmen, das Home Office als Konzept umsetzt und habe einen Chef, der mir da nicht nur jede Freiheit einräumt, sondern der auch noch total gelassen reagiert, wenn ich mich mal wegen krankem Kind abmelden muss. Diese Rahmenbedingungen muss man erstmal haben.

Doch selbst mit solchen Rahmenbedingungen lässt sich ein wichtiger Termin nicht mit einem kranken Kind vereinbaren und eine Geschäftsreise nicht mit einer wegen Lehrerfortbildung geschlossenen Schule. „Vereinbarkeitskartenhaus“ nannte eine Leserin das neulich mal in einem Kommentar- und das fällt verdammt schnell in sich zusammen.

Also schaffen wir uns einen doppelten Boden: Hier bei uns hat lange ein AuPair Mädchen bei der Kinderbetreuung mitgeholfen, andere haben eine Nanny oder eine (Leih-) Oma. Natürlich hat aber alles seine Grenzen und ich kann nur für mich sprechen, aber ich WILL meine Kinder überhaupt nicht ständig wegorganisieren, schon gar nicht, wenn sie mich brauchen.

Eigentlich gibt es ja in den meisten Familien auch zwei Erwachsene, die sich die Kinderbetreuung teilen können. Könnten! In den allermeisten Fällen in meinem Umfeld, sind es aber die Frauen, die die unvorhersehbaren Betreuungsfälle übernehmen. Bei den Männern passt es ja meistens so gar nicht. Leider! Sagen sie.

Das Problem vieler Männer ist aus meiner Sicht aber nicht, dass sich ihr Job nicht mit Familie vereinbaren lässt. Das Problem ist vielmehr, dass sie nicht den Hintern in der Hose haben, ihrem Chef zu sagen: „Ich muss mich um mein krankes Kind kümmern.“ Das ist nämlich richtig blöd, ja!

Nur: bei Frauen schreit auch kein Chef und kein Kunde Hurra, wenn sie sich kurzfristig abmelden müssen. Das ist für uns auch Mist! Und natürlich bleibt das nicht ohne Auswirkungen! Wir gelten dann als unzuverlässig und bekommen keine interessanten Herausforderungen mehr, keine großen Projekte und machen auch nicht den nächsten Karriereschritt. Alles das, wovor Männer Angst haben ist für Mütter Realität.

Es gibt für Mütter keinen Bonus für ihre familiären Rahmenbedingungen. Als würden Vorgesetzte das berücksichtigen: Ah, ja, die Frau Müller, die ist hat ja drei Kinder, die sie nebenbei auch noch wuppt, tolle Frau wirklich, die sollten wir unbedingt befördern. Naja, dass da öfter Mal Ausfallzeiten vorprogrammiert sind, das ist ja normal.“ Schön wär´s!

Wir wollen alle unseren Job gut machen, und deswegen ist es keinesfalls immer ein leichter Angang, wenn man sich abmelden muss. Und ja, da gibt es Tage, da ist das wirklich sehr, sehr unpassend. Die meisten Männer kriegen das irgendwie nicht hin.

Es gibt natürlich Beziehungen, da gibt es ein großes Gefälle bei den Jobs. Bestimmt muss man sich fragen, ob lieber der Arzt seine lange geplante 8 stündige OP verschiebt, oder die Kassiererin ihren Tag mit einer Kollegin tauscht. In allen weniger klischeehaften Fällen darf man aber sicher erwarten, dass jedes Elternteil seinen Teil zur Familienorganisation beiträgt.

Hier bei uns zu Hause gibt es immer viele Diskussionen dazu. Und genau die finde ich wichtig. Denn aktuell ist die Lage ja die, dass es fast überall die Frauen sind, die durch die Familiengründung einen Karriereknick erhalten, die die Notfallbetreuung übernehmen, die Gehaltseinbußen hinnehmen und Versorgungslücken durch Elternzeiten und Teilzeitarbeit. Und diesen Status quo ändern wir nur über einen Mindchange- bei allen Beteiligten: Väter, Mütter, Chefs, Kollegen, alle! In erster Linie müssten mal die Männer vorneweggehen. Auch Männer können Feministen sein, also legt los!

Eure Halima

20 Kommentare

  1. Liebe Halima,

    Diesen Post unterschreibe ich direkt. Ich befinde mich in ähnlicher Situation wie du. Ich habe ebenfalls einen, durch meinen Arbeitgeber geförderte, sehr komfortable Arbeitssituation mit einem hohen Anteil an Home Office. Beide Kinder haben einen Kindergartenplatz bis max 16:30 und dann habe ich einen wunderbaren Ehemann, der verstehen kann, dass ich meinen Beruf liebe und auch dort Termine habe die ich einfach wahrnehmen muss.

    Und trotzdem, jedes Mal packt mich das schlechte Gewissen, wenn ich mich wegen Krankheit der Kinder abmelden muss oder ein Meeting absagen muss, weil es außerhalb der Betreuungszeiten im Kindergarten ist und ich einfach keine andere Betreuung finde.

    Ich muss mir einfach immer die Email meiner alten Chefin rausholen und lesen. Sie riet mir damals, als ich ihr schrieb dass ich mit Sohn 1 schwanger bin und meinen Job nur kurz aussetzte: Suche dir in der Firma Verbündete. Unterstützte alle Mütter, die werden dir dankbar sein und sich zum richtigen Zeitpunkt erkenntlich zeigen.

    Ich habe mir mittlerweile wieder ein gutes „Fell“ angeschafft und genieße die Zeit mit den Jungs wenn sie mich brauchen (wenn auch manchmal mit schlechten Gewissen). In 10 Jahren werde ich wahrscheinlich sehnsüchtig an die jetzige Zeit zurück denken… Und bis dahin springt auch mein Mann oft ein (beim morgendlichen Outlook Vergleich, um zu prüfen wer die „wichtigeren“ Termine hat, sagt er oft, dass es bei ihm klappt mit zuhause bleiben oder Früher gehen)

  2. Jungsmama

    Ich arbeite in einem extrem flexiblen Umfeld. Sowohl die weiblichen als auch die männlichen Kollegen bleiben daher meist häufiger mit ihren kranken Kindern zu Hause als die jeweiligen Partner/innen. Dieses System beruht bei uns aber auf einem Geben und Nehmen: keiner reizt die Tage unnötig aus und kümmert sich wenn möglich um Plan B. Dieser Teil des Mindchanges ist in meinem Umfeld also bereits auf gutem Wege. Ich sehe die größte Baustelle in der Vereinbarkeit einer vernüpftigen Ganztagsbetreuung. Unser Großer geht in die 1. Klasse. Bis dahin hatten wir – rückschauend betrachtet – großes Glück mit der Betreuung. Die OGS jetzt ist hingegen mehr Aufbewahrungsanstalt als Betreuungszeiten passen nicht zur Flexibilität, die ich lebe und die von mir erwartet wird: es gibt starre Abholzeiten (also nichts mehr mit: Termin ust zu Ende, dann fahre ich jetzt los…) und die letzte davon bereits um 16 Uhr. Und in der Ferienhälfte, in der die OGS geöffnet ist, schließt sie bereits um 15 Uhr…. Häh? Warum sollte ich an diesen Tagen eine kürzere Betreuung brauchen als sonst?
    LG Jungsmama

  3. Der Text gefällt mir… bis jetzt hatte ich immer das Gefühl du hättest ein unerschöpfliches Verständnis für das Verhalten des Großteils der Männer (alle unersetzlich!). Ein bisschen Wut ist angebracht.
    Und die Verantwortung dafür dahin wo sie hingehört. Zu den Männern!
    Danke für den Text.

    • Ich habe immer viel Verständnis für alle 🙂 Aber in letzter Zeit habe ich dieses: „Bei mir ist das aber wirklich schwierig“ einfach von zu vielen Männern gehört!

  4. „Ja, also HEUTE passt es wirklich nicht. Nächstes Mal. Tschüss, ich muss los…“ bumms, Tür zu, Mann weg…..Kind krank auf meinem Arm…. argh…. wie oft war ich in diesen Situationen sooo wütend!!! Dein Text trifft den Nagel auf den Kopf…. Danke dafür! Ich bleibe weiter dran, dass sich was ändert. Mein Mann würde so gerne mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen – und schiebt alles auf seinen Arbeitgeber, dass das ja nun wirklich nicht ginge…. ihm fehlen bei diesem Thema auch oft besagte „Eier in der Hose“. Aaaaaber…. ein Anfang ist gemacht: er nimmt jetzt 6 Monate Elternzeit für das Baby (5 Monate + Kind, 4 Jahre) und ich gehe Vollzeit arbeiten.
    Zugegeben, für beide Seiten nicht leicht. Ich hoffe aber sehr, dass wir in dieser Zeit für die Situation des jeweils anderen sensibilisiert werden. Und die Vereinbarkeitsfrage dann auf neuem Niveau diskutieren können, wenn ab Winter dann das übliche Modell (er Vollzeit, ich Teilzeit +Kinder) weiter geht.

  5. Ein wirklich aktueller Artikel, der mich gerade nicht zuletzt so interessiert, weil ich auch häufig zwischen Herzdame und Piksieben in diesem ollen Vereinbarkeitskskartenhaus meine Rollen wechseln muss. Ich habe aber insofern Glück, da mein Mann und ich den gleichen Beruf ausüben (beide Lehrer). Oft überlegen wir einfach, wer von uns den kleineren Schaden anrichtet, wenn er sich krank meldet. Unsere Kinder (4 und 1) sind das gewöhnt, dass mal Mama oder mal Papa Zuhause bleiben. Aber es gibt häufig Tage, da passt es bei keinem von uns so wirklich gut. Und meistens traut man sich dann nicht auch noch sich für sich selbst krank zu melden, wenn man sich bei den kleinen Rotznasen mal wieder angesteckt hat. Manchmal wünsche ich mir, dass ich mal kurz auf „Pause“ drücken könnte. Alle werden in Ruhe gesund und munter und dann kann die Arbeit weitergehen. Insgesamt stoße ich allerdings in meinem beruflichen Umfeld auf viel Verständnis für die Situation mit kleinen Kindern. Vielleicht macht man sich auch zu viel Druck selbst. Mir hilft es oft, wenn ich mir klar mache, dass mein schlechtes Gewissen viel größer wäre, würde ich mein krankes Kind im Stich lassen, als mich auf der Arbeit krank zu melden. Und wenn Kollegen sich dazu negativ äußern, sage ich immer, dass ich auch gerne für andere Kollegen Aufgaben ihre übernehme, wenn sie mal krank sind. In 10 Jahren sieht das alles schon ganz anders aus, dann werden WIR den „frisch gebackenen“ Müttern auf unserer Arbeit Mut machen und Verständnis zeigen. Eigentlich ist es doch wirklich etwas total Schönes! Dieser Wechsel zwischen Beruf und Familie. Ich möchte beides nicht missen.

    • Oh ja, so eine Pause-Taste wäre großartig! Und du hast hoffentlich recht: in 10 Jahren machen wir (wir alle, Mütter und Väter) den neuen Eltern Mut!

  6. Liebe Mia,
    wow toller Text. Als „stille“ Leserin melde ich mich nun doch mal zu Wort.
    Vor 5 Wochen hieß es für mich zurück in den Job. Am ersten Arbeitstag nach meiner Elternzeit holten wir unsere Kleine mittags mit Fieber vom Kindergarten ab …. seit da wechseln sich die Mädels ab … wir nehmen jeden Wochenendnotdienst mit, sind beim Kinderarzt Stammkunde, schlittern von einer Erkrankung in die nächste. Für meinen Mann war gleich klar, er bleibt ertmal daheim, fährt zum Kinderarzt usw. Es ist schön zu sehen, dass auch mein Halbtags-Bürojob und Wiedereinstieg ihm wichtig sind und er mir den Rücken erstmal frei hielt. Stundenweise blieb sogar meine Schwiegermama von der Arbeit zu Hause um zu überbrücken, damit mein Mann einfach später in die Arbeit konnte und letzte Woche durften die kranken Kinder in Ferien zu Oma und Opa. Ich kann mich also glücklich schätzen, aber das Mamaherz blutet trotzdem, zum einen möchte ich mich möglichst schnell einarbeiten zum anderen wäre ich gerne rund um die Uhr für die kranken Kinder da. Seit heute liegt nun die Große zur Abwechslung mit Fieber flach. Und so werden in Krankheitswoche 6 wohl die weltbesten Großeltern anreisen, damit die Rabenmama arbeiten gehen darf. Hätte alles auf meinen Schultern gelastet, wären meine Kranktage der Kinder bereits aufgebraucht.
    Hut ab vor allen, die keine so Unterstützung wie ich haben.
    Wir hoffen hier auf den Frühling …

    Lg Sandra

  7. Ich träume von einer gesetzlich geregelten 30 Stunden-Woche bei voller Bezahlung für alle(!) Sorgeberechtigten (Teilzeit dann prozentual davon ausgehend). Hat nicht direkt was mit akuten Kinder-Krankheitsfall zu tun, aber definitiv mit Vereinbarkeit. Und würde ein Zeichen setzen.
    Es geht überall um Produktivität. Aber Reproduktion dankt einem keiner…

  8. Nadine Fröhlich

    Sehr guter Artikel!

    Ich erinnere mich an eine Situation, da war unsere Kleinste krank, und wir einigten uns, dass mein Mann daheim bleibt. Bei uns klappt das mit der Wechselschicht ganz gut, wobei ich sagen muss, dass unsre drei Terrorzwerge echt selten krank sind ( toi,toi,toi).

    Nun hatte er dieses seinem Chef verkündet, der daraufhin erwiderte: Wo ist denn die zur Aufsicht befohlene Person???

    Ich meine, gehts noch? Mein Mann meinte dann, dass ich genauso arbeite und er auch zu den aufsichts befohlenen Personen gehöre.

  9. Oh ja, was für ein Thema! Ich glaube, jede Mama kennt das – dieses Gefühl, nie am richtigen Ort zu sein. Egal, ob man sich bei der Arbeit, oder Zuhause befindet. Eigentlich müsste man immer etwas für die andere „Seite“ erledigen, machen, tun…
    Ein doofes Gefühl, finde ich. Schön, wenn jede Mama es schafft, für sich selber eine gute Lösung zu finden!

  10. BeI uns ist es ganz einfach….mein Mann ist selbstständig…Wenn er zuviel fehlt haben wir viel weniger Einkommen. Ich denke es kommt wirklich auf die Rahmenbedingungen an . Bei vielen mag es zutreffen aber die jungen Väter von heute empfinde ich schon sehr viel engagierter als die Generation von meinen Eltern.
    Lg krysha

  11. Gut geschrieben, ich bin da voll bei dir.
    Allerdings muss ich hier eine Lanze für meinen Mann brechen: die Betreuung kranker Kinder teilen wir uns 50/50 und diese ohne grosse Diskussion seinerseits, da er die Meinung vertritt (und lebt) unsere Kinder , unserer Verantwortung.
    In meinem persönlichen Umfeld ist dies leider nicht so selbstverständlich und es bleibt alles an der Frau hängen, denn sie ist ja schließlich die Mutter.
    Es macht mich traurig, das in vielen Köpfen immer noch das Bild vorherrscht, dass selbstverständlich die Mutter bei den kranken Kind(ern) bleibt.
    Auch wenn sich in dieser Hinsicht die Sichtweise vieler Arbeitgeber schon gewandelt hat, ist die Mehrzahl doch noch im „alten Modell“ hängen geblieben. Ich hoffe, dass die nächste Generation (unsere Kinder) es besser macht.
    Aber dies ist ja nur die eine Seite. Neben dem schlechten Gewissen ist ja auch der finanzielle Aspekt nicht zu verachten. So gibt es bei Kind krank Tagen nicht das volle Gehalt. Ganz zu schweigen von nur 10 Tagen pro Kind pro Jahr. Wer kleine Kinder hat, weiss wie schnell diese aufgebraucht sind. Und hat das Kind das 12. Lebensjahr vollendet gibt es keine Kind krank Tage mehr. Das Kind ist nun schließlich alt genug sich hoch fiebernd allein zu versorgen. Auch auf politischer Ebene muss da noch viel passieren, damit es uns Eltern leichter gemacht wird ohne schlechtes Gewissen bei den kranken Kindern zu bleiben. Denn schliesslich sind ja unsere Kinder die Zukunft, die nächste Generation.

  12. Katharina

    Solange ich gearbeitet habe, haben mein Mann und ich uns für die Krank-Betreuung abgewechselt, tatsächlich, nicht nur theoretisch. Sein Chef war auch wenig begeistert – das war er aber bei seinen Arbeitnehmerinnen genauso wenig. Hat mein Mann sich abgemeldet, kam die Frage „Warum macht das nicht ihre Frau?“; hat sich eine Kollegin abgemeldet, war die Frage „Warum macht das nicht ihr Mann?“
    Einfach nur Zerknirschtheit über die Abwesenheit seiner Arbeitskraft, egal, ob das nun eine Mutter oder ein Vater ist.

    Wir mussten nun sogar noch weiter gehen – überraschend schwanger mit Nr. 3, aber eine Hyperemesis-Schwangerschaft. Übelkeit und Kotzen von Tag 1 bis zur Geburt. Mein Mann musste dafür seinem Chef klar machen, dass er als „Haushaltshilfe“ zu Hause bleibt. Dafür brauchte er mächtig Hintern in der Hose.. Hat geklappt – er arbeitet nur noch 3 statt 8 Std täglich. Er war aber auch bereit, sofort zu kündigen. Das hat der Chef wohl gemerkt und entschieden, dass er lieber zeitweise auf ihn verzichtet statt für immer.

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