Baby Erstausstattung. Was braucht man fürs Baby?

Jeder Schwangerschaftsratgeber (und ich habe sie alle gelesen) hat seine eigene Liste für die Baby Erstausstattung. Als der Maxi zur Welt kam, war ich trotzdem nicht richtig vorbereitet und habe meinen Mann in den ersten Tagen häufig durch die Babygeschäfte der Gegend geschickt, um weitere (wichtige?) Dinge zu besorgen.

Als ich mich gestern beim Wickeln mal wieder über so einen doofen, unpraktischen Flügelbody ärgerte und mich fragte, wer eigentlich behauptet hat, dass die Dinger praktischer für Babys sind, kam mir die Idee, mal eine eigene Liste zu verfassen. Was gehört wirklich zur Baby Erstausstattung? Ich habe Euch hier im Post ganz ausführlich erklärt, warum ich was für wichtig halte. Unten habt ihr dann eine Baby Erstausstattung -Liste zum Download. Viel Spaß damit.

Baby Erstausstattung- Die Kleidung

Bodys/Strampler: Empfohlen werden  üblicherweise 6-8 Bodys und ebensoviele Strampler.

Ich empfehle mindestens 10 für die Baby Erstausstattung. Babys spucken sich gerne mal so richtig voll. Ein nasser Body wird kalt und das Baby unzufrieden, also müsst ihr es umziehen. Zwei Bodys und/oder Strampler pro Tag sind nicht unüblich, wenn ihr ein Baby habt, das viel spuckt. Mit sechs Bodys kämt ihr dann drei Tage aus, bevor ihr wieder waschen müsst. Wenn man dann noch bedenkt, dass man in diesen Breitengraden immer kurzärmelige und langärmelige Kleidung braucht, und diese zum Teil Buntwäsche und zum anderen Teil weiße Wäsche ist, müsstet ihr andauernd waschen, damit das Kind etwas zum Anziehen habt und in den ersten Wochen habt ihr nicht viel Zeit Wäsche zu waschen.

Größe 50-56 passt tatsächlich nur für wenige Wochen, aber gerade bei den Bodys würde ich trotzdem nicht schon Größe 62 kaufen. Wenn das Baby nicht gerade getragen wird, liegt es auf dem Rücken. Ein zu großer Body wirft Falten und das Baby fühlt sich unwohl. Wenn man Babygeschrei vermeiden kann, sollte man das tun, oder?

Ich finde die für Babys empfohlenen Wickelbodys sehr unpraktisch. Es stimmt, dass Babys es nicht mögen, wenn man ihnen etwas über den Kopf zieht. Das Einpacken in einen Flügelbody finde ich aber viel komplizierter. Einmal schnell über den Kopf gezogen ist viel angenehmer, als stundenlang an Knöpfen rumzufummeln.

Mützen: 2 Stück, auch im Sommer.

Söckchen: Mindestens vier Paar. Die sind so winzig- plötzlich sind se weg!

Jacke: Brauchen Babys auch im Sommer oft.

Zum Schutz der Babykleidung gibt es Halstücher. Wenn Baby spuckt, wird dadurch seine Kleidung nicht nass und kalt und ihr müsst nur gelegentlich das Halstuch wechseln. Zwei bis drei Halstücher sind für Spuckkinder sinnvoll.

Baby Erstausstattung- alles fürs Schlafen

Kinderbett/Babybay:

Beim Großen hatte ich sein Kinderbett neben meinem Bett stehen. Das hatte den Vorteil, dass er sich gleich an sein eigenes Bett gewöhnt hat. Für den Kleinen habe ich mir ein Babybay geliehen. Das ist einerseits praktisch, weil man nachts zum Stillen nicht aufstehen muss. Andererseits ist es sehr schmal, und mein Mini wacht manchmal nachts auf, weil er mit der Hand zwischen die Gitterstäbe gekommen ist. Dagegen hilft ein Nestchen, aber das soll man ja nicht wegen SIDS. Im Ergebnis finde ich das Baby Bay nicht schlecht, aber für die Baby Erstausstattung auch nicht erforderlich.

Wiege/Stubenwage für Wohnzimmer:

Meines Erachtens nicht erforderlich. Wenn das Baby auf einer Decke auf dem Boden liegt, kann man das Baby besser sehen und das Baby kann auch die Umgebung sehen, das macht es zufriedener. Meine Söhne haben beide nicht gerne in der Wiege gelegen. Wir haben jetzt eine Babyhängematte, darin schläft der Kleine super!

Gut ist auch eine Wippe. Das Stillen dauert anfangs auch schonmal eine Stunde. Wenn das Baby endlich satt ist, wollt Ihr es bestimmt gerne weglegen um auch mal die Hände frei zu haben. Legt man das Baby hin, kommt allerdings oft die Milch wieder raus. In einer Wippe liegt das Baby mit dem Kopf etwas höher, so dass ma nes dort auch unmittelbar nach dem Stillen hineinlegen kann.

Ein Laufstall ist ganz gut, wenn es größere Geschwister gibt. Darin ist Euer Baby sicher aufbewahrt (vorausgesetzt das große Geschwisterchen kann noch nicht klettern) wenn Mama mal auf die Toilette muss.

Matratze und Matratzenschutz:

Wenn Euer Baby anfangs spuckt oder die Windel nicht ganz dicht ist, sind das erstmal nur kleine Mengen, die nicht in die Matratze eindringen, sondern vom Laken aufgefangen werden. Aber es kommt die Nacht, in der Euer Baby das erste Mal ins Bett kotzt. Besser, man ist vorbereitet…

Bettlaken

Baby Erstausstattung- Wickeln

Wickeltisch mit Wickelauflage:

Es muss keine spezielle Wickelkommode sein, ihr könnt jede andere Kommode zum Wickeltisch umfunktionieren. Allerdings haben normale Kommoden in der Regel nicht die erforderliche Höhe. Die Wickelkommode sollte Euch ungefähr bis zum Bauchnabel gehen. Ihr werdet viel Zeit mit Wickeln verbringen, es lohnt sich also, an Euren Rücken zu denken. Allerdings gibt es heute zum Beispiel auf DaWanda viele Shops, die Euch Eure Wickelauflage für eine normale Kommode individuell anfertigen. Zum Beispiel HIER

Windeln: New Born, 3-5 kg, 2 Pakete (oder alternatives Wickelsystem)

Wichtig: Wickelzeug nicht nur kaufen, sondern auch dirket dort einsortieren, wo gewickelt wird, damit ihr es greifbar habt, sobald Euer Baby geboren ist.

Wickelauflagen um Müll zu vermeiden vierteln. Das reicht aus. Wem das noch zu viel Müll ist: Handtücher tun es auch.

Einen speziellen Windeleimer braucht man meiner Meinung nach nicht. Anfangs stinkt die Windel noch nicht und später haben wir die Stinkewindeln immer gleich nach draußen gebracht. Ein Windeleimer produziert meines Erachtens unnötig Müll und die Beutel sind auch sehr teuer.

Feuchttücher oder Waschtücher

Der Maxi hat die Feuchttücher nicht vertragen. Besser: Kosmetiktücher mit Wasser und ggf. etwas Öl.

Wird der Popo trotzdem wund, hilf Penatencreme gut (die normale, nicht die Wundschutzcreme). In schlimmen Fällen helfen spezielle Cremes aus der Apotheke.

Heizstrahler über dem Wickeltisch:

Kein Muss, aber definitiv hilfreich. Gerade anfangs ist man so unsicher beim Wickeln- man will ja nichts kaputt machen und ist dementsprechend langsam. Das Baby kühlt dann schnell aus. Mit einem Heizstrahler über dem Wickeltisch ist das Baby viel ruhiger. Wir hatten so etwas nicht- statt dessen hat immer einer geföhnt. Bei Jungs müsst Ihr dabei aber sehr vorsichtig sein, damit sie nicht im hohen Bogen in den Fön pinkeln.

Ein Mobile lenkt beim Wickeln gut ab- hilfreich, wenn Euer Baby nach ein paar Wochen zum Superstrampler wird. Beim Kauf das Mobile von unten anschauen- das ist schließlich Babys Perspektive!

Baby Erstausstattung- Baden

Badewanne, Babythermometer, Haferflocken und neutrales Öl:

Eine Babybadewanne ist eine sinnvolle Anschaffung und gehört in die Baby Erstausstatung- kann man später super als Getränkekühler auf Partys verwenden. Ein Thermometer braucht man nicht unbedingt. Mama ist auch in der Lage, mit der Hand die richtige Temperatur zu prüfen. Zum Baden hat uns die Hebamme Haferflocken empfohlen. EInfach in ein Tuch/Waschlappen geben und im Wasser auswringen, das macht das Wasser schön weich und riecht sogar angenehm.

Handtuch mit Kapuze

Baby Erstausstattung- Unterwegs

Autositz

Kinderwagen inklusive warme Decke/Fußsack, ggf. Lammfell

Tragetuch:

Für mich für die Baby Erstausstattung unverzichtbar. Darin schläft mein Sohn IMMER ein oder ist zumindest extrem zufrieden. Außerdem hat Mama auch mal die Hände frei, obwohl sie das Baby rumtragen muss. Und: Wer öfter das Tragetuch als Transportmittel nutz, anstatt immer Kinderwagen oder MaxiCosi, verhindert einen platten Hinterkopf.

Manduca oder andere Tragesysteme erst ab 8-12 Wochen bzw. mindestens 4 Kilo

Wickeltasche und Feuchttücher für unterwegs. Wickeltaschen sind m.E. übrigens immer zu klein! Kleiner Tip: Ein kleines Täschchen mit Windeln und Feuchttüchern immer im Auto haben. Unorganisierte Mamas wie ich stehen viel zu oft ohne Windel da.

Baby Erstausstattung- Alles fürs Stillen

Stillkissen:

Das Stillkissen gehört in die Baby Erstausstattung, und am Besten kauft Ihr es schon relativ früh in der Schwangerschaft. Es erleichtert Euch nämlich das Liegen, wenn der Bauch langsam dicker wird und Ihr nachts deswegen nicht mehr gut schlafen könnt. Dank Stillkissen habt Ihr die Hände beim Stillen frei- und Stillen dauert anfangs gerne mal eine Stunde. Außerdem wird der Arm gerade im Sommer sonst auch so schwitzig…

Spucktücher: Nehmt, was ihr kriegen könnt! Die Tücher müssen nicht neu sein, also ruhig auch von anderen Eltern einsammeln. Mein Großer war ein extremes Spuckkind. Nach jedem Stillen kam immer wieder ganz viel raus. Die Tücher riechen dann nicht besonders gut… Außerdem muss man sie immer griffbereit haben. Also gehört eines in den MaxiCosi, in den Kinderwagen, ins Wohnzimmer, ins Schlafzimmer, in die Wickeltasche, auf den Wickeltisch…

Still BHs , 3 Stück Am Besten ohne Bügel, die können nämlich am Stillbusen ganz schön weh tun.

Stilleinlagen. Wenn bei Euch die Milch oft läuft, sind Silikonstilleinlagen super, die verhindern, dass sich die Brustwarzen aufstellen und so fließt erst gar nichts.

Stilltee, kühlende Stilleinlagen, Brustwarzencreme (Lansino)

Flaschen, Sauger, Beutel-Fencheltee

Bei Flaschennahrung: 6 Milchflaschen mit Saugern, Thermoskanne für Wasser (da sollte noch kein Tee oder Kaffee drin gewesen sein), Pre- oder HA-Pre Nahrung. Auch Still-Mamis empfehle ich, das Zeug im Haus zu haben. Sonst geht es Euch wie mir in der ersten Nacht zu Hause.

Praktisch (und bei Flaschenkindern fast unverzichtbar) ist ein Vaporisator zum Sterilisieren der Flaschen.

Baby Erstausstattung- Zubehör

Babyfon (je nach Wohnsituation). Wir haben das Angel Care mit Bewegungsüberwachung. Mich beruhigt das. Im BabyBay funktioniert das allerdings nicht, da es dort auch Eure eigenen Bewegungen wahrnimmt, also nicht Alarm geben kann, wenn sich Euer Baby nicht mehr bewegt.

Babydecke:  Eine schöne, kleine Babydecke ist superpraktisch um sie zu Hause, im MaxiCosi, im Kinderwagen schnell mal überzuwerfen, ohne dass man das Kind jedesmal, wenn die Sonne hinter einer Wolke verschwindet, umziehen muss. Außerdem könnt Ihr Euer Baby darauf ablegen, wenn Ihr unterwegs seid.

Krabbeldecke und Spielzeug (je nachdem wie kalt Euer Fußboden ist, eine weitere Decke zum Unterlegen). Auch ganz kleine Babys möchten etwas zum Gucken haben. Super ist ein Activity-Center aus Holz, unter das Ihr Euer Baby legen könnt.

Babynagelschere: Kauft eine richtig gute, z.B von einem Messerhersteller. Ich hatte Anfangs eine aus einem Drogeriemarkt, die leider nicht gut funktioniert hat- und Babynägelschneiden ist sowieso ein Abenteuer.

Digialthermometer. Babys reagieren auf alles mit Fieber. Die meisten Mamis haben während der Stillzeit eine erhöhte Temperatur, deswegen können sie Babys Temperatur nicht richtig einschätzen.

Schnuller (gut, Mollis, Gr 1. Häßlich, aber Babys stehen drauf)

Kissen: Babys brauchen im Bett kein Kissen. Allerdings haben heute viele Kinder einen ganz platten Hinterkopf, weil sie Tag und Nacht auf dem Rücken liegen. Manchmal wächst sich das wieder raus, sobald die Kinder größer sind, manchmal aber auch nicht. Es gibt daher besondere Kissen, die das Plattliegen verhindern können.

Kirschkernkissen: Drei Monats Koliken gehören zu den blödesten Nebenerscheinungen bei Neugeborenen. Ein Kirschkernkissen beruhigt.

Große Binden:

Ich will ja niemanden beunruhigen, aber der Wochenfluss ist anfangs heftig! Eine starke Regelbluting ist nichts dagegen!

Babyshopping- Liste (anklicken zum herunterladen)

Baby Erstausstattung

Der Opa im Himmel

Meinen Schwiegervater habe ich leider nie kennengelernt. Er starb gestern vor 13 Jahren, lange bevor sein Sohn und ich uns das erste Mal begegnet sind.

Der 1. August ist immer ein trauriger Tag für meinen Mann. Besonders traurig macht ihn, dass sein Vater seine Enkelsöhne nicht mehr erlebt hat.

Gestern abend saßen mein Mann und ich abends auf dem Sofa, und zum ersten Mal an einem 1. August stand nicht nur die traurige Erinnerung an diesen Tag vor 13 Jahren im Vordergrund. Eine kleine Anekdote mit unserem Großen vor ein paar Tagen zauberte uns ein Lächeln ins Gesicht.

Wir waren auf dem Heimweg von meinen Eltern, wo wir ein Abschiedsessen für meine Schwester veranstaltet hatten, die seit gestern in der Schweiz lebt. Meine Schwester saß mit im Auto, da sie die Nacht noch bei ihren Neffen verbringen wollte, um von uns aus am nächsten Morgen in ihr neues Leben aufzubrechen.

Meine Schwester und ich quasselten während der Fahrt wie üblich eifrig miteinander, aber so ein Mutterohr ist ja immer auf Empfang, und so hörte ich plötzlich mit einem Ohr meinen Großen zu meinem Mann sagen:

„Papa, wo ist eigentlich Dein Papa?“

Sofort unterbrachen meine Schwester und ich unser Gespräch um gespannt dem nun folgenden Dialog zu folgen.

Die Frage kam so unvermittelt, aus dem Nichts. Die erwachsenen Insassen im Auto waren erstmal baff.

Nach kurzem Überlegen sagte mein Mann: “ Mein Papa lebt nicht mehr, der ist tot.“

Kurzes Schweigen. Dann die zu erwarten gewesene Nachfrage: „Warum?“

Mein Mann antwortete: „Der war ganz schlimm krank.“

Wieder Schweigen. In meinem Sohn arbeitete es fast hörbar. Dann sagte er:

„Mir tut mein Bein auch ganz schlimm weh.“

Mein Mann antwortete mit Rührung in der Stimme: „Mach Dir keine Sorgen Mäuschen, Dein Bein wird wieder gesund, das tut morgen nicht mehr weh! Mein Papa war viel, viel schlimmer krank.“

Ich hätte mich gerne eingemischt, wollte meinem Sohn eine kindgerechte Erklärung geben, ihm das Thema so gerne so verpacken, dass es nichts Erschreckendes für ihn hat, aber das war nicht mein Gespräch. Dieses Gespräch schien mir eine Sache zwischen meinem Mann und meinem Sohn.  Also biss ich mir auf die Zunge.

Mein Sohn fragte meinen Mann: „Aber wo ist der denn jetzt?“

(Puh, endlich das Einfallstor für die kindgerechte Erklärung)

„Der ist im Himmel, Mäuschen“, antwortete mein Mann.

Der Sohn schaute aus dem Fenster nach oben: „So wie die großen Bäume?“ Weiter als bis zu den Spitzen der höchsten Bäume geht der Himmel für ihn noch nicht.

„Ja“, antwortete mein Mann und der Sohn schaute weiter aus dem Fenster nach oben, als würde er in jeder Baumkrone seinen Opa vermuten.

Meine Schwester und ich hatten während des ganzen Gesprächs den Atem angehalten und mein Mann war spürbar extrem bewegt. Das war das unglaublichste Gespräch, das wir bis hierhin mit dem Sohn hatten.

Es fühlte sich gestern ein bißchen so an, als würde sich ein bis dahin offener Kreis schließen. Der Opa ist 13 Jahre nach seinem Tod im Leben seines Enkels angekommen.

Eure Mia