Elternsprechtag

Je größer unsere Kinder werden und je weiter sie sich in ihre eigene Welt da draußen begeben, umso mehr sind sie anderen Regeln unterworfen, als nur denjenigen, die in unserem Zuhause und unserer Familie gelten. Weil wir da nicht ständig zuschauen können, Weiterlesen

Kann Kind Einschulung- ja oder nein?

Die erste Etappe ist geschafft: Morgen ist der letzte Schultag vor den Herbstferien und wir blicken auf die ersten Wochen in der Schule zurück. Es ist super gelaufen, und weil in den nächsten Wochen ganz viele Eltern überall in Deutschland ihre Kinder für das Schuljahr 2017/18 anmelden müssen, kommt hier ein Bericht über unsere Erfahrungen mit der Kann-Kind -Einschulung. Eins vorweg: Weiterlesen

Der Neue

Stell Dir vor, Du bist der Neue! Du fühlst Dich, als würden Dich alle angucken, wenn Du morgens auf den Schulhof kommst, dabei gucken sie in Wahrheit gar nicht. Warum auch? Sie sind beschäftigt, sie unterhalten sich gerade so nett und lachen miteinander. Der Neue wird dabei kaum bemerkt.

Niemand hat auf Dich gewartet, sie sind doch Weiterlesen

Mein Sohn ist Fußballer

Ende der Woche kam ich aus dem Kopfschütteln nicht mehr heraus: Während Europa  vorfreudig der EM entgegenfiebert und Kinder eifrig ihre Sammelalben füllen, gibt es an den Schulen Diskussionen: Weil es hier und da zu Streitigkeiten bei Tauschaktionen kommt und weil sich außerdem nicht alle Kinder die Bilder leisten können, haben nach empörten Elternreaktionen nun mehrere Schulen das Bildertauschen in der Schule verboten. Weiterlesen

Immer um Dich

Mein Sohn,

ich bin ganz schön aufgeregt. Lange Zeit habe ich mich selber mit dem Satz beruhigt „Es ist ja noch so lange hin“. Ich murmelte den Satz in mich hinein, immer dann, wenn ich wieder kalte Füße bekam. Jetzt kann ich mich mit dem Satz leider nicht mehr beruhigen, denn er stimmt jetzt nicht mehr- und außerdem ist es für kalte Füße jetzt zu spät. Weiterlesen

Pros und Cons der Kann-Kind-Einschulung

Als ich den Maxi aus der Kita hole, herrscht dort Ausnahmezustand. Glückliche, aufgeregte Kinder rennen in ihren Badeklamotten über den Flur und freuen sich offensichtlich riesig darüber, dass wir in diesem Jahr tatsächlich einen echten Sommer erleben. „Wir haben Eis ge-esst!“ ruft mir ein kleiner Junge zu.

Maxi ist wie immer eher wortkarg. Ohne ein Wort geht er mit mir in die Gruppe vom Mini, schweigend läuft er neben uns über den Parkplatz. Erst als ich losfahre sagt der Maxi kopfschüttelnd: „Der X hat ge-esst gesagt!“

Mein Mutterherz schwillt vor Stolz ein wenig an- was habe ich doch für ein schlaues Kind. Gedanklich mache ich wieder einen Strich auf meiner „Pro“ Liste für die frühere Einschulung.

Klingt albern? Na gut, ein bißchen! Aber die Sache ist die:

Der Maxi ist ein Kann-Kind, das heißt, er muss im nächsten Jahr noch nicht in die Schule, aber er kann. Diese Entscheidung müssen seine Eltern für ihn treffen und ich finde das sehr schwierig.

Maxi als frischgebackenes Kita-Kind
Maxi als frischgebackenes Kita-Kind

Wenn ich andere Eltern nach ihrer Meinung frage, bekomme ich als Antwort in 80% der Fälle zu hören: „Ich würde das nicht machen! Lass ihn so lange Kind sein, wie möglich!“

Ganz so einfach ist die Sache für mich nicht. Für mich ist entscheidend, dass mein Kind da wo es ist auch hinpasst. Vielleicht ist der beste Platz für ihn im nächsten Jahr in der Kita, vielleicht aber auch in der Schule. Das kann man nicht pauschal beantworten, weil jedes Kind anders ist. Deswegen ist es gut, dass es zwar eine Stichtagsregelung gibt, diese aber durch die Kann-Kind-Einschulung (und die Möglichkeit der Zurückstellung auf der anderen Seite) aufgeweicht wird.

Zwei Dinge gibt es dabei vor allem zu berücksichtigen: Den intellektuellen Entwicklungsstand und den sozialen.
Was den intellektuellen Teil betrifft, mache ich mir keine Sorgen- und das nicht nur, weil er in der Lage ist, den korrekten Perfekt unregelmäßiger Verben zu bilden.

Viel entscheidender ist für mich die sozial-emotionale Seite. Wenn an dieser Stelle keine „Schulreife“ besteht, gibt es auch schnell Probleme auf der intellektuellen Ebene, und damit ist sie in meinen Augen entscheidend.

Hinzu kommt, dass man nicht bei einer Momentaufnahme zum Zeitpunkt der Einschulung stehen bleiben sollte. Man muss auch ein paar Jahre weiter denken:

Wenn mein Kind ein Jahr jünger ist, als der Rest seiner Klasse, mag das in den ersten Jahren nicht auffallen. Wenn die Klassenkameraden aber in die Pubertät kommen, kann ein Kind, das ein Jahr jünger ist, die fehlenden Monate nicht mehr kompensieren. Ich kann meinem Sohn die Hormone ja nicht in der Butterbrotdose für die Pause mitgeben. Ausgehen, Sex, Rauchen- es ist nicht unbedingt mein Wunsch, dass der Maxi mit diesen Themen ein Jahr früher in Berührung kommt, und auch er selber kann vielleicht noch gar nichts mit diesen Themen anfangen, wenn sie in seiner Klasse plötzlich auftauchen. Wird er dann zum Außenseiter?

Ich selber war ein Kann-Kind und wurde später eingeschult. Ich habe damit immer gehadert und auch meine Eltern denken heute, sie hätten sich besser anders entschieden. Mit meiner eigenen Erfahrung im Rücken, mache ich mir die Entscheidung nicht leicht.

Unsere Kita plant grundsätzlich alle Kann-Kinder für das Vorschul-Programm ein. Dafür bin ich sehr dankbar, denn dadurch erspare ich mir an dieser Stelle den Makel der übermotivierten, ehrgeizigen Tigermutter, denn die bin ich nicht! Es wird einfach so gemacht (es sei denn, die Eltern möchten das nicht, z.B. weil sie sich schon für eine spätere Einschulung entschieden haben).

Die Vorschulkinder haben ein tolles Programm, aus dem sie Kurse wählen können- und ja, sie dürfen (und sollen) selber wählen: Verkehrs-AG, Tanz-AG, Theater-AG und einige mehr. Sie genießen außerdem ein paar zusätzliche Freiheiten. Da die Altersstruktur dort die gleiche sein wird, wie später in der Schule, ist das doch ein ganz guter Testlauf.

Und so wird mein Großer also im August ein Vorschulkind. Dabei habe ich ihn doch gerade erst an seinem ersten Kita-Tag auf die Krabbeldecke gelegt. Ach, ich weiß noch, wie er eines Tages aus der Kita kam und plötzlich Krabbeln konnte…wo ist dieses Baby nur hin?

Im November müssten wir ihn für die Schule anmelden. Ich werde berichten.

Ich mach mir die Welt…

Ich bin in meinem Leben nicht einen einzigen Tag gerne zur Schule gegangen. Meine Noten waren recht ordentlich, dran hat es nicht gelegen, aber ich habe in dieses System „Schule“ einfach nicht hineingepasst.

Demnächst werde ich wieder eine Schule betreten müssen. Der Maxi ist ein „Kann-Kind“, das heißt, er könnte bereits mit noch nicht ganz sechs Jahren eingeschult werden- oder erst ein Jahr später, dann als schon fast Siebenjähriger.

Die Entscheidung finde ich sehr schwierig. Mir scheint, dass eine Kann-Kind-Einschulung mich unter anderen Müttern automatisch zur Rabenmutter macht. Kinder sollen doch so lange wie möglich spielen, das ist die allgemeine Meinung, ohne das Kind auch nur anzusehen. Nun hoffe ich, dass die Einschulung nicht das Ende aller Spiele bedeutet, aber abgesehen davon ist für mich entscheidend, dass mein Kind da wo es ist, auch hingehört. Vielleicht passt er nächstes Jahr nicht mehr in die Kita, sondern gehört er schon in die Schule- oder umgekehrt. Es wird nicht leicht, das zu entscheiden, aber ein bißchen Zeit haben wir ja zum Glück noch.

Einen ersten Vorgeschmack auf Maxi als Schulkind habe ich neulich bekommen:

Am Wochenende habe ich mit Maxi Musik-Hausaufgaben gemacht. Bevor jetzt einer schimpft, dass das arme Kind sich schon mit so etwas quälen muss, erkläre ich das mal kurz: Die Lehrerin einer Musikschule kommt einmal in der Woche in die Kita und musiziert mit den Kindern in kleinen Gruppen. Zur Vertiefung gibt es Hausaufgaben für die größeren Kinder, die natürlich nicht verpflichtend sind und niemals abgefragt werden. Meistens machen wir keine Hausaufgaben, manchmal schon- ganz wie der Maxi mag.

Der Maxi sollte eine Reihe voller Noten im dritten Zwischenraum zeichnen. Zeichnen, das gehört nicht zu Maxis Paradedisziplinen, und so zog er lustlos ein paar Kringel von links nach rechts. Zur Abwechslung zeichnete er dann plötzlich einen Kringel am Ende der Zeile ganz rechts. Und da passierte es:

Es fuhr sichtbar wie ein Geistesblitz durch mein Kind. Seine gesamte Körperhaltung änderte sich. Maxi setzte sich auf und sah plötzlich kein bißchen lustlos mehr aus. Im Gegenteil:Er versprühte Begeisterung. Seine Augen leuchteten und er erklärte:

„Die Noten hiiiiaaar auf der Seiteeee (links) kämpfen gegen die auf der anderen Seite!“

Ach herrje! Kämpfen schon wieder, dachte ich bei mir und versuchte, ähnlich begeistert zu gucken wie der Maxi.

„Die hiiieer auf dieser Seite sind meeehr, aber die anderen haben Laserschwerte!!!“

Woher kommt bloß diese Begeisterung für Laserschwerte dachte ich und sagte: „Aha!“

„Die mit den Laserschwertern gewinnen!“ Maxi strahlte.

Sensationell, dachte ich und war ehrlich begeistert. Ich kann nicht behaupten, dass ich eine Vorliebe für Laserschwerter oder Kämpfe oder dergleichen in mir trage, und deshalb dachte ich anfangs nur: „Hmpf. Jungs sind eben…anders!“ Aber je mehr ich darüber nachdenke, umso beeindruckter bin ich von dem, was der Maxi gemacht hat.

Er hat aus einer Reihe schnöder Noten, die ihn nicht die Bohne interessierten, den Schauplatz eines Kampfes gemacht. Davon hätte er noch drei Seiten voll malen können.

Einschulung

Nun befürchte ich, dass die Lehrer einer Schule meine Begeisterung für Maxis Vorgehensweise nicht unbedingt teilen werden. Sie werden vermutlich erwarten, dass er brav seine Noten malt, sich also exakt in den Grenzen der (Noten)-Linien bewegt, und das ganz ohne Laserschwerte.

Dabei ist das etwas, dass ich an Kindern so bewundere. Sie gehen so offen an alles heran.

Aus der Sicht einer Personalerin kann ich nur sagen, dass ich mir genau solche Mitarbeiter wünsche. Menschen, die in der Lage sind, mit ihrer Phantasie die Dinge anders zu sehen und sie einfach anders machen.

Aber Erwachsene sind selten so. Sie sagen, sie interessieren sich nicht für Politik, sie gehen nicht gerne auf Partys oder sie hassen Elternabende, und deswegen lassen sie das alles irgendwann einfach bleiben. Dabei wäre es doch viel besser,  die Dinge zu etwas zu machen, das ihnen gefällt.

Wenn der Maxi in die Schule kommt, wird er ganz viel lernen müssen. Ganz viele wichtige Dinge weiß er aber auch schon. Wie man den Dingen seinen eigenen Stempel aufdrückt zum Beispiel, und so die Welt mitgestaltet.

Manchmal besteht die Herausforderung eben auch darin, Dinge nicht zu VERlernen.

Mamablog Mama Mia

 

 

 

Tempus fugit und was sonst noch von der Schule übrig blieb

Zugesagt hatte ich sofort. Auch die 22 Euro fürs Essen waren längst überwiesen, aber als es so weit war, hätte ich beinahe gekniffen.

Was soll schließlich so ein Ehemaligentreffen? Mein Abitur ist 16 Jahre her. Heute sind das alles nur noch Fremde für mich.

Auf manche war ich neugierig, aber ich stellte mir auch vor, wie sie vielleicht neugierig auf mich wären. Und wie sie sich freuen würden, wenn sie sehen, dass ich,  runder geworden bin.  Schaffe ich noch eine Blitzdiät? Nee? Dann gehe ich lieber nicht hin! Na, vielleicht doch, aber dann muss ich vorher unbedingt den grauen Ansatz nachfärben. Und was in aller Welt ziehe ich an? Vor meinem Kleiderschrank stehend sah ich mich heute und ich sah mich vor 16 Jahren und das einzige Kleid, das ich mir gerne übergezogen hätte, war mein Ich von damals.

Ich- damals und heute.
Ich- damals und heute.

Als ich den Raum betrat, sah ich auf den ersten Blick viele graue Haare und zusätzliche Kilos. Da erst wurde mir klar, das die Zeit ja nicht nur vor mir nicht Halt gemacht hatte, sondern dass auch für alle anderen 16 Jahre vergangen waren.

Es wurde ein richtig schöner Abend.  Alte Geschichten wurden erzählt und ich musste feststellen, dass ich mich an vieles überhaupt nicht mehr erinnern kann- jedenfalls nicht, wenn es den Unterricht betrifft. Die außerschulischen, zwischenmenschlichen Geschichten, die sind noch alle da!

Bis zu dem Tag unseres Abiturs hatten wir alle den gleichen Lebenslauf gehabt. Seit dem ist viel Zeit vergangen und viel passiert. Eigentlich ist jetzt alles anders, trotzdem hat sich nicht viel geändert.

Diejenigen, mit denen mich damals am meisten verbunden hat, sind auch jetzt noch diejenigen, mit denen ich die halbe Nacht quatschen könnte.

Der allergrößte Bubi ist tatsächlich erwachsen geworden. Ich könnte ihn glatt sehr attraktiv finden- wenn ich nicht wüßte, wie er  mit 18 ausgesehen hat.

Der ruhige, introvertierte, den wir damals eigentlich nie zu Wort kommen ließen, wirkt heute so interessant. Bestimmt wird er von Menschen, die er heute kennenlernt so respektiert, wie er es auch damals verdient hätte.

Der Coole erscheint mir heute eher etwas seltsam. Wenn mir der heute begegnen würde, würde ich ihn jedenfalls nicht mehr cool finden. Der Respekt von damals ist trotzdem einfach noch da.

Und der Eine- bei dem kann ich tatsächlich immer noch nur an das Eine denken.

Insgesamt war ich verwundert, dass ich sie alle immer noch mit denselben Augen sehe wie damals. Wenn wir heute alle zusammen auf einer einsamen Insel stranden würden, hätten wir vermutlich innerhalb von zwei Tagen dieselben Freundschaften und Cliquen wie am Tag unseres Abiturs.

Als ich später am Abend den Schlüssel in der Haustür umdrehte, hatte ich so sehr das Gefühl, nach Hause zu kommen. Hatte ich wirklich ein paar Stunden vorher vorm Spielgel gestanden und hätte mich gerne 16 Jahre zurück gebeamt?

Da wartete mein wundervoller Mann. Ich habe viele, sehr viele, na gut, fast alle Frösche aus meinem Abijahrgang geküsst, und obwohl ihnen allen die Magie vergangener Zeiten anhängt, will ich meinen Mann nicht einmal für ein kleines Gedankenexperiment eintauschen.

Und meine Söhne. An diesem Abend stand ich noch ein bißchen länger als sonst vor ihren Betten und bewunderte diese perfekten kleinen Wesen.

Verliebt, glücklich und zufrieden schlief ich ein. Das waren verdammt gute 16 Jahre!

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