Warum ich das Kinderhaben manchmal satt bin

Was ich heute schreibe, ist unfair, das gebe ich zu.  Aber es ist, wie es ist:

Manchmal bin ich das Kinderhaben leid!

Ich bin ein Mensch, der keine Party auslassen kann, ich habe gerne viele Menschen um mich. Auf der anderen Seite brauche ich aber ganz viel Rückzug und genau diesen Rückzug habe ich als Mutter von zwei kleinen Kindern so gut wie gar nicht mehr.

Ich bin 24 Stunden am Tag mit mindestens einem Kind zusammen.

Der Mini schläft nach wie vor nur in meinem Bett und weckt mich nachts mehrere Male.

Tagsüber will der Mini inzwischen permanent unterhalten werden. Er langweilt sich zu Hause. Ich muss mir Spiele einfallen lassen oder mit ihm irgendwo hin gehen. Selten ist er momentan so gut drauf, dass er sich mit sich alleine beschäftigt. Ich kann noch nichteinmal in Ruhe einen Kaffee trinken.

Nachmittags kommt der Maxi nach Hause und ich weiß manchmal gar nicht, wo ich zuerst hingucken soll- das jeweils andere Kind macht im Zweifel irgendeinen Blödsinn, wenn ich mal kurz abgelenkt bin.

Die letzten zwei Stunden des Tages sind besonders turbulent. Dann sind beide Kinder müde und hungrig. Der Mini hängt in dieser Zeit fast durchgängig auf meinem Arm- während ich das Abendessen zubereite weint er lautstark, weil er es kaum abwarten kann.

Wenn die beiden endlich im Bett sind, kann ich eigentlich auch nicht mehr, aber wenn ich schlafen ginge, wäre ich ja tatsächlich nur noch Mutter. Die ein bis zwei Stunden am Abend brauche ich, um mich wie ich zu fühlen. Ich blogge oder schaue einfach nur fern oder rede mit meinem Mann, wenn der da ist.

Die Jungs sind phantastisch. Maxi ist ein Selbstläufer, der macht einfach alles toll und ist so ganz nebenbei ein unfassbar liebevoller, verantwortungsbewusster Bruder. Manchmal ist er mir schon fast zu lieb und ich freue mich, wenn ich höre, dass er in der Kita ganz viel Quatsch gemach hat.

Der Mini kann ja auch nichts dafür. Er braucht einfach ganz viel Nähe. Momentan scheint er mir zusätzlich so eine Art Schub zu haben. Er entdeckt so langsam das Laufen und es verunsichert ihn vielleicht.

Kinder sind anstrengend, das ist so.

Ich himmele meine Kinder förmlich an, aber so sehr ich sie liebe, mein Problem ist Folgendes:

Manchmal ist es mir einfach zu viel Muttersein. Ich habe kaum Zeit für andere Dinge. Ich wünsche mir manchmal, viel mehr zu schreiben, ich vermisse den Sport, und ich habe kaum Gelegenheit, in Ruhe mit einer Freundin zu sprechen. Wenn der Mini schläft, sind da Rechnungen zu bezahlen, Wäsche zu machen, Einkäufe zu erledigen… Ich bräuchte nur ein bis zwei Stunden am Tag, in denen ich die Kinder mal nicht hätte, dann wäre alles wieder im Gleichgewicht. Statt dessen bin ich im Dauereinsatz und fühle mich ein bißchen wie gefangen.  Wenn der Mini so wie in den letzten Tagen und vor allem Nächten noch einen drauf setzt und mich tagsüber noch mehr fordert und nachts kaum zur Ruhe kommen lässt, dann ist es mir manchmal einfach zu viel. Und was macht man dann?

Nichts. Denn den Impuls, einfach alles hinzuschmeißen und wegzulaufen, müssen Mütter schon im Keim ersticken. Wir können ja nicht weg (und eigentlich wollen wir ja auch nicht).

Was mir in solchen Momenten hilft, ist in erster Linie mein Mann. Der hat ein sehr sensibles Gespür dafür, wann mir alles zu viel wird. Dann nimmt er mir die Kinder so viel ab, wie nur irgendwie geht. Letzte Nacht zum Beispiel, hat er kaum geschlafen, weil er bis 1:30 den Mini herumgetragen und danach mit ihm auf dem Sofa geschlafen hat. Und während ich diese Zeilen schreibe, liegt er mit dem Mini im Schlafzimmer, weil der mal wieder nach 10 Minuten Schlaf in seinem Bett weinte und nur mit Körperkontakt wieder einschlafen konnte. (Und bevor jetzt wieder einer schimpft: Nein, dass kann der Mann nicht jeden Tag machen, das lässt sein Managerjob nicht zu).

Außerdem hilft mir die Erkenntnis, dass immer dann, wenn ich gar nicht mehr kann, irgendetwas passiert. Irgendetwas ändert sich und dann kann ich mit neuer Energie weiter machen. Sie begeistern mich und schaffen es damit, meine Prioritäten wieder in ihre Richtung zu verschieben.

Darauf warte ich jetzt!

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Mehr Zeit für Mama—–Teil 1: Ich brauche einen Plan!

Ich habe gerne für alles im Leben einen Plan oder eine Liste.

Ich schreibe zum Beispiel Einkaufslisten (auch wenn mein Mann sie jedesmal zu Hause liegen lässt), ich schreibe zumindest grobe Redaktionspläne für den Blog, und ich habe Listen fürs Kofferpacken- eine für Sommerurlaube und eine für Winterurlaube.

Ich habe schon vor vielen Jahren gelernt, dass das Leben sich weder an Pläne noch an Listen hält, und dass deswegen schätzungsweise 93% meiner Pläne sinnlos sind, aber das ist mir egal. Ich bin ein visueller Mensch. Was nicht schwarz auf weiß vor mir liegt, das existiert für mich nicht. Dinge aufzuschreiben hilft mir, Ordnung im Kopf zu halten.

Für das Leben mit Kindern hatte ich keinen Plan. Ich glaube, ein Plan für das Leben mit Kindern wäre der sinnloseste Plan, den ich jemals hätte schreiben können, deswegen ist das nicht weiter schlimm. Das Leben mit Kindern kann man nur auf sich zukommen lassen. Man muss sich überraschen lassen, man muss lernen, zu improvisieren und man muss akzeptieren, dass etwas, das gestern toll war, morgen schon zu einem Tobsuchtsanfall führen kann.

Kinder halten sich nicht an Pläne und das ist gut so. Mir graut es schon heute vor dem Tag, an dem der Maxi eingeschult wird und sich fortan an Stundenpläne wird halten müssen.

Zwischen den Kindern und dem Leben mit Kindern gibt es allerdings MICH! Und ich brauche ganz dringend einen Plan.

Mein Leben richtet sich nur noch nach Schlaf- und Essensrythmus der Kinder, nach Kita-Zeiten, Zeiten für eine neue Windel, nächtlichen Stillzeiten, Spielplatzbesuche, Einladungen zu Kindergeburtstagen U- und Impfterminen, Pekip und und und. Ich bin 24 Stunden am Tag im Dienst und ich kann nicht mehr.

Bin ich wirklich 24 Stunden am Tag im Dienst? Woher kommt dann die Zeit zum Bloggen? Wie schaffe ich es immer mit meiner Mama, meinen Schwestern, mit Freundinnen zu telefonieren? Woher nehme ich die Zeit zum Fernsehen?

Es ist wohl so: Ich bin irgendwo zwischen all den Aufgaben im Dienste der Kinder verloren gegangen. Ich habe mich nicht mehr um mich gekümmert, sondern nur noch um die Kinder. Es gibt aber offenbar ausreichend Zeitfenster- ich muss sie nur besser nutzen. Ich brauche einen Plan.

Über Weihnachten habe ich über diesen Plan nachgedacht. Macht so ein Plan überhaupt Sinn? Es ist nämlich so, dass ich zwar gerne konkrete Dinge plane, wie z.B eine Geburtstagsparty oder eine Reise, aber das Leben selber, das möchte ich nicht planen. Ich kenne Menschen, die haben sich den ganzen Tag durchgeplant. Die stehen morgens um 5:30 auf, um joggen gehen zu können, bevor die Kinder geweckt werden müssen. Das funktioniert für mich deswegen nicht, weil ich bei aller Liebe für Pläne und Listen zum Einen ein gemütlicher Mensch bin, der nicht dauernd auf die Uhr gucken möchte und zum Anderen ein spontaner Mensch, der Dinge dann tun möchte, wenn er Lust dazu hat und nicht dann, wenn sie in meinem Stundenplan stehen. Nur: Gerade diese Spontaneität funktioniert ja leider nicht mehr. Ein Teufelskreis?

Mein Plan muss also ein Mittelding sein. Er muss mir helfen, Zeitfenster für bestimmte Dinge freizuschaufeln, aber er muss mir auch Raum für Spontaneität lassen, damit ich nicht ein Sklave meiner eigenen Freiheiten werde. Wie könnte so ein Plan bloß aussehen?

Ich habe mich diesem Plan in mehreren Schritten genähert. Zuerst habe ich gedanklich geordnet, worum es mir überhaupt geht: Was fehlt mir eigentlich? Was will ich?

Ich fühle mich am Limit, weil ich permanent beansprucht werde. In erster Linie geht es um Zeit für mich. Wenn ich diese Zeit aber hätte, wofür würde ich sie dann überhaupt nutzen? Wofür hätte ich gerne wieder mehr Zeit?

Ich musste also mit einer Bestandsaufnahme beginnen. Ich habe ganz vorne begonnen: Was habe ich gerne gemacht, als ich noch keine Kinder hatte? Was waren für mich Stressausgleicher? Was habe ich gerne gemacht, bevor ich ZWEI Kinder hatte und was mache ich heute besonders gerne?

Die Liste ist ziemlich lang geworden, soviel kann ich schon verraten. Alles Weitere lest Ihr, wenn sich das nächste Mal ein Zeitfenster fürs Bloggen für mich öffnet…

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