Brotdosen- meine morgendliche Challenge (Werbung)

Die Brotdosen meiner Kinder sind meine Paradedisziplin nicht. Vielleicht liegt es daran, dass es das erste ist, was ich morgens machen muss. Verschlafen stehe ich dann in der Küche und schmiere mit der einen Hand Brote, während ich mich mit der anderen Hand an meiner Kaffeetasse festklammere. Klar habe ich mich auch an der Bento-Kunst probiert und den Jungs hier und da ein paar Brote mithilfe von Keksausstechern zu Herzen, Sternen und sogar Batman verzaubert. Ich war dann immer furchtbar stolz und deswegen hat es mir schon auch Spaß gemacht. Den Kindern war das allerdings herzlich einigermaßen- die haben entweder Hunger, oder nicht. Egal wie die Brote aussehen. Weiterlesen

Morgens bei uns

Ich habe  in diesem Artikel auf Stern.de sehr gute Tipps gefunden, wie man seinem Kind einen schönen ersten Schultag bescheren kann.

Besonders süß fand ich die Idee, dass Mama etwas früher aufsteht, und ein besonderes Frühstück macht. Zum Beispiel Pancakes.

Es mag an diesem ganzen Hormondings liegen, das bei mir nach den Schwangerschaften nie mehr verschwunden ist, dass ich für solche Artikel sehr empfänglich bin. Ich fühle sofort die aufgeregte Stimmung, die in der Luft liegt, wenn ein Kind eingeschult wird. Vor meinem geistigen Auge erscheint ein wunderschönes Bild von mir, in weißer Schürze mit Spitzenrand, wie ich im noch ganz ruhigen Haus in der Küche stehe und Pancakes backe, bevor die Kinder im Schlafanzug und mit einem Kuscheltier in der Hand in der Küche erscheinen und sich mit leuchtenden Augen, aus denen die Liebe zu ihrer wundervollen Mutter spricht, über die Pancakes hermachen. Friede! Freude! Eierkuchen! Pancakes!

Inzwischen weiß mein Gehirn, dass es sich gerne eine Weile diesen Tagträumen hingeben darf. Wir beide sind hinterher auch nicht mehr enttäuscht, wenn die Realität etwas, nun, turbulenter ist.

Ein ganz normaler Morgen bei uns ist nämlich sehr chaotisch:

Mein Mann und ich haben nie so ganz unsere alten Gewohnheiten am Morgen abgelegt. Als wir noch keine Kinder hatten, hatten wir jeder einen eigenen Wecker. Die beiden Wecker klingelten abwechselnd alle Nachbarn wach, während wir eine halbe Stunde lang immer wieder die Snooze Taste drückten und zwischen zwei Klingeln zurück in den Tiefschlaf fielen. Irgendwann hievte sich der Mann aus dem Bett, machte mir einen Kaffee und ging duschen. Nachdem ich den Kaffee intus hatte, war auch ich in der Lage zu duschen. Ich frühstückte meist allein, der Mann kam nur dazu, wenn er Lust hatte, und zu sehr unterschiedlichen Zeiten verließen wir mal früher, mal später, mal gemeinsam, mal alleine das Haus.

Viele Menschen organisieren sich morgens deutlich besser, sobald sie Kinder haben. Wir nicht.

Es gibt ein paar feste Eckpunkte, der Rest ist Chaos.

Die Familie schläft im ganzen Haus verteilt: Maxi in seinem Zimmer, der Mann im Gästezimmer und der Mini mit mir in dem Möbel, das eigentlich gemeinhin als „Elternbett“ bezeichnet wird.

Maxi hat ein Nachtlicht, bei dem morgens um 7:10 eine Sonne erscheint. Vorher darf er nicht aufstehen- funktioniert tatsächlich. Dann brüllt er „Sonne! Sooonne! Sooooooonneeee!“ Das ist unser Wecker. Oft genug schläft Maxi aber auch mal bis 8:00. Dann bricht hier aber auf der Stelle Panik aus. Einen Grund, sich besser jedenTag einen richtigen Wecker zu stellen, haben wir darin bislang nicht gesehen.

Alles, was danach geschieht, ist absolut unvorhersehbar. Brotdosen müssen bepackt werden. Mal macht das der Mann, mal ich. Mal macht auch jeder eine- selbstverständlich ohne jede Kommunikation mit dem jeweils anderen. Es ist schon vorgekommen, dass einer den frischen Inhalt einer Brotdose weggeschmissen hat, weil er dachte, das wäre noch vom Vortag.

Die Kinder müssen angezogen werden. Meistens legen wir dem Maxi etwas raus, das er sich selber anziehen soll. Fast immer zieht ihn am Ende einer von uns an, weil Maxi Wichtigeres zu tun hatte und unseren Aufruf überhaupt nicht registriert hat. Wenn er ihn registriert hat, hat er in der Regel einfach keine Lust. Manchmal ziehe ich den Maxi an, manchmal der Mann. Manchmal wickelt der Mann den Mini schonmal und ich ziehe ihn später an. Manchmal mache ich beides. Manchmal macht der Mann beides. Nur weil Windeln so teuer sind, schaffen wir es wohl uns zumindest diesbezüglich kurz abzusprechen: „Ist der schon gewickelt?“

Maxi frühstückt manchmal zu Hause, manchmal nicht. Hin und wieder frühstückt er Müsli, gelegentlich lieber Brot. An dieser Stelle bin ich die einzige Konstante: Ich brauche mindestens einen Kaffee und meine Haferflocken mit Naturjoghurt.

Der Mann unternimmt nur Frühstücksversuche: Er nimmt einen Joghurt aus dem Kühlschrank und wenn er aus dem Haus ist, stelle ich den Joghurt wieder zurück.

Zwischen 8:15 und 8:50 verlassen alle das Haus. Momentan fahren wir die Kinder tatsächlich noch mit zwei Autos in die Kita. Das liegt daran, dass wir nur drei Autositze haben und dringend mal einen neuen Sitz für Maxi kaufen müssen, damit jeder von uns zu jeder Zeit zwei Kinder transportieren kann.

Bis alle das Haus verlassen, werden CDs gehört, Ritterspiele veranstaltet, Badezimmer unter Wasser gesetzt, Brüderkämpfe ausgefochten, es wird fast immer geheult und geknatscht, über die richtigen Schuhe diskutiert, Jacken verweigert- es ist der pure Wahnsinn.

Wir könnten es uns bestimmt leichter machen. Wir könnten die Aufgaben definieren. Wir könnten Zuständigkeiten fest zuordnen und zumindest einen groben Zeitplan beachten.

Aber so sind wir eben nicht.

Und Ihr?

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