Lasst die Zeit nicht einfach so vorbei gehen

Meine Freundin sitzt mir gegenüber und lacht. Ich liebe es, mit ihr zu lachen und ich liebe es vor allem, dass wir über dieselben Dinge lachen können. Überhaupt sind wir uns sehr ähnlich und sie ist eine meiner wenigen richtig guten Freundinnen. „Weißt Du, dass es diesen Monat genau 5 Jahre her ist, dass wir uns das erste Mal gesehen haben?“, fragt sie. „Stimmt,“ sage ich und habe sofort diesen Moment vor Augen, als ihr Sohn und der Maxi sich vor fünf Jahren auf dem Spielplatz in die Wolle bekamen. Unsere Blicke trafen sich damals und ich wusste nicht so recht, wie ich mich verhalten sollte. Sollte ich eingreifen? Oder war das nicht nötig? Und an ihrem Blick konnte ich sehen, dass es ihr genau so ging, wie mir. Damals haben wir uns zum ersten Mal mit Blicken verständigt und zum ersten Mal gemeinsam gelacht. Zwei Frauen, ganz neu im Mütter-Business hatten sich gefunden. Weiterlesen

„Verelterung“ – Kleine Fluchten für Mama und Papa

Gestern habe ich im Fernsehen eine richtige Schnulze gesehen. Mit Happy End und allem, was man so braucht. Genau das Richtige nach einem langen Tag.
Leider musste in dem Film auch eine junge Frau ihr Leben lassen und starb in den Armen ihres Mannes. Es war eigentlich wirklich ein Flachfilm, aber ich habe trotzdem danach gegrübelt- über das Leben, die Liebe, Familie…Am Ende meiner Grübeleien fragte ich meinen Mann: „Wenn ich morgen sterbe, würdest Du dann sagen, wir haben die gemeinsame Zeit bestmöglich genutzt?“ Mein Mann reagierte auf seine Weise: Er wähnte eine Fangfrage, sah Ärger auf sich zukommen und schaltete sofort auf Verteidigung. Zwei Minuten später waren wir mitten in einer Diskussion über unser Familienleben allgemein. Ich kam viel zu spät ins Bett und bin jetzt noch müde.

Dieser Abend ist eigentlich die Antwort auf die Frage, die ich meinem Mann gestellt habe. Wir sind oft zu müde, um gemeinsam etwas zu unternehmen und lassen viele Abende einfach so verstreichen, aber wenn es um Streits geht, schaffen wir es immer, uns miteinander zu beschäftigen. Sogar abends spät noch, wenn wir eigentlich längst schlafen wollen. Standpunkte verteidigen, Revier abstecken, Aufgaben klarstellen- dazu nehmen wir uns die Zeit. Aber Zeit für uns als Paar, die gibt es sehr wenig.

Die Ursachen sind klar: Im Mittelpunkt stehen bei uns immer die Söhne. Wenn der Mann abends spät zur Tür hereinkommt, muss ich ihm erstmal erzählen, was die Jungs den ganzen Tag so gemacht haben und da wir beide von der Sorte Eltern sind, die ihre Kinder so monstersüß finden, dass sie sie ständig abknutschen könnten, liegt auch am Wochenende unsere ganze Aufmerksamkeit häufig nur auf den Kindern. Die Kommunikation unter den Eltern beschränkt sich auf: „Guck mal, wie süß“, „Hast Du ihn gerade gehört? Der hat Kacka gesagt!“, „Wir haben die süßesten Söhne der Welt“, „Kannst Du mal kurz auf sie aufpassen“….
Das alles ist nicht wirklich ein Grund zur Beschwerde, denn unsere süßen Jungs sind schließlich auch ein phantastisches gemeinsames Hobby- viel besser als zusammen Tennis zu spielen oder so. Aber man lebt als Paar oft nur nebeneinander her. Glücklich, aber „nur“ noch Eltern.

Deshalb habe ich mich entschieden, die „Verelterung“ zu stoppen und uns wieder mehr Zeit als Paar einzuräumen.

Den ersten Versuch hatte ich schon vor ein paar Monaten gemacht und mit dem Mann vereinbart, dass wir uns einen Abend im Monat Zeit für uns nehmen. Wir müssen ja nicht jedes Mal den Babysitter beauftragen, wir könnten ja auch zu Hause Zeit als Paar verbringen. Der Mann fand den Plan super, ich war happy und dann vergaßen wir den Plan wieder. Gemeinsam verbrachte Abende seitdem: Null!

In meinem zweiten Anlauf gestalte ich schon die Terminfindung einfach bunter! Da mein Mann hier ja nicht mitliest, kann ich Euch heute zeigen, was er zu Nikolaus bekommt:

Ich werde ihm zu Beginn jedes Monats eine Karte überreichen. Dazu bekommt er ein Tütchen mit diesen schönen Billetts.

 

Feine Billetterie

 

Aufgabe des Mannes ist es, einen Termin in seinem Kalender zu reservieren und jeden Monat eines der Billetts auszusuchen. Was er dann schließlich bekommt, ist eine Überraschung, denn ich setze das ausgewählte Wort dann um und da gibt es ja viiiieeeele Möglichkeiten.

 

Feine Billetterie

Ob der Plan aufgeht? Ich halte Euch auf dem Laufenden. Für Tipps, wie ihr der „Verelterung“ entgeht, bin ich dankbar!!

Mamablog Mama Mia

 

 

 

Zurück ins Büro

Wiedereinstieg nach Elternzeit

Ich genieße noch einen letzten Kaffee in der Vormittagssonne. Ich gehe noch einmal mit meiner Freundin an einem Wochentag frühstücken. Ich nutze noch einmal die Gelegenheit, Vormittags durch die Stadt zu schlendern. Noch einmal genießen. Noch 14 Tage. Dann fängt ein anderes Leben an.

Am 3. November gehe ich zurück ins Büro.

Ich war mal sehr glücklich dort. Ich habe einen großartigen Arbeitsplatz mit netten Kollegen und dem besten Chef, den ich mir vorstellen kann. Als ich als Rechtsreferendarin in das Unternehmen kam, war ich überwältig und bis heute ist viel von der Faszination für den Konzern geblieben. Aber wo hab ich nur den ganzen Elan hingelegt, als ich am letzten Tag vor dem Mutterschutz nach Hause kam? Der muss doch irgendwo sein…

Nach jedem Urlaub fällt der Wiedereinstieg schwer, aber das hier ist noch ein bißchen schwieriger. Ich muss nämlich schon wieder meine Rolle ändern und mich neu definieren. Die Miez hat vor einiger Zeit einen sehr schönen Post zum Thema verfasst, in dem sie schreibt, wie absurd es ist, dass man immer in irgendeine Schublade gesteckt wird, und egal in welcher Schublade dieser Kommode namens Mutter man steckt, es nie jemandem recht machen kann. Ich ziehe nun also aus der Elternzeit-Mama-Schublade aus und suche mir meinen Platz in der Working-Mom-Schublade.

Ich kenne die Working-Mom Schublade noch gut. Ganz hübsch ist es da. Es liegen allerdings auch eine Menge Streß, Unzufriedenheit, Zeitmangel, Gewissensbisse und ähnliche Störfaktoren herum, und an manchen Abenden werde ich mich auf den Mann stürzen und ihn stellvertretend für alle Kollegen dafür beschimpfen, dass es viel zu wenig Verständnis für Vereinbarkeitsprobleme gibt. Dann wird er mich ein bißchen coachen und plötzlich sind die Probleme alle wieder lösbar und ich gehe am nächsten morgen wieder wie immer ins Büro. Bis das nächste spannende Projekt an den viel flexibleren Kollegen geht.

Ich habe übrigens das Glück, einen Arbeitgeber zu haben, der die handelsüblichen Voraussetzungen für Vereinbarkeit alle erfüllt: Gleitende Arbeitszeiten, die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten (und das funktioniert bei meinem super-Chef auf Zuruf: „Kind krank, kann ich heute von zu Hause arbeiten?“). Meine Kinder gehen beide in eine betriebseigene Kita, die von 7-19 Uhr geöffnet hat und keine Ferien kennt, mit Ausnahme von Heiligabend und Silvester. Für Menschen in Elternzeit gibt es ein System von Mentoren, Calls und Veranstaltungen, durch das man auch während der Elternzeit mit dem Unternehmen in Kontakt bleibt- kurz: Es wird mir so einfach gemacht, wie es geht!

Nur gegen die innere Zerrissenheit nützt das alles nix:

Das Meeting dauert länger, als geplant: Gehe ich vor dem Ende oder lasse ich die Kinder ein bißchen länger in der Kita?

Ein Kind ist schon wieder krank: Lasse ich mir einen Betreuungsschein geben oder tausche ich den Tag lieber mit meinem freien Tag, damit mein Image nicht so schrecklich „muttimäßig“ wird?

Und dann sind da noch all diese Bedenken, die sich jetzt, kurz vor dem Wiedereinstieg auftürmen:

Habe ich die Aufteilung gut gewählt, oder sollte ich mehr oder weniger Stunden pro Woche arbeiten, um sowohl eine gute Mutter, als auch eine gute Arbeitnehmerin zu sein? Wenn ich im Büro bin, will ich mich dort zu 100% einbringen, aber am frühen Nachmittag muss ich gehen. Kaum nehme ich meine Kinder in den Arm, brechen die vollen 100% Mutter durch und ich wünsche mir, ich hätte mehr Zeit, um diese nie wiederkehrenden Jahre mit den Jungs zu genießen.

Bin ich als arbeitende Mutter zufriedener?
Oder bin ich gestresster?
Kann ich die Zeit mit meinen Kindern mehr genießen, oder werde ich es kaum erwarten können, dass sie in ihren Betten sind, damit ich endlich ein bißchen Zeit für mich habe?
Werde ich weiterhin gerne bloggen? Oder falle ich abends nur noch todmüde vor den Fernseher?
Komme ich mit meiner Arbeitszeit aus? Oder sitze ich abends noch an Präsentationen, die ich nicht fertig bekommen habe, bis ich die Kinder aus der Kita holen musste?

Diese Bedenken vergiften mir ein wenig die letzten Tage meiner Elternzeit, weil ich sie Tag und Nacht in meinem Kopf hin und her schiebe. Dabei weiß ich eigentlich, dass alles nicht ganz so dramatisch wird. Hab´ich schließlich schonmal geschafft.

Ich freue mich darauf, mich der Welt meines Mannes wieder mehr zugehörig zu fühlen und ich freue mich darauf, den Kindern vorzuleben, dass Geld verdienen nicht Männersache ist. Und ich freue mich darauf, wieder eigenes Geld verprassen zu können.

Um die Vorfreude zu steigern, fange ich am besten mit dem Geldausgeben sofort an. Ich brauche ja schließlich etwas zum Anziehen an meinem ersten Tag. Das erste Gehalt auf den Kopf hauen, bevor es auf dem Konto ist? Kann ich!

Und jetzt will ich Tipps von den arbeitenden Müttern unter Euch: Was muss ich vorher unbedingt noch erledigen? Wofür hättet Ihr gerne mehr Zeit?

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Meilensteine. Warum der Kitastart vom Mini mir nicht leicht fällt.

Nur noch vier Monate. Nur noch vier Monate, dann wird aus meinem Baby ein Kitakind!

Wie aufregend das ist, habe ich selber erst auf den zweiten Blick erkannt.

Als Geschwisterkind sind viele von Minis ersten Malen für mich als Mutter schon zweite Male und damit viel weniger aufregend. Als der Maxi in die Kita kam, hat mich das ein paar schlaflose Nächte gekostet. Ist es nicht noch zu früh? Ist er nicht noch zu klein? Es war der erste Punkt, in dem ich mir nicht sicher war, ob ich alles richtig mache. Bis dahin hatten sich alle Entscheidungen (wie lange stillen, wann Beikost, wo schlafen…) richtig angefühlt, aber die Sache mit der Kita lag mir schwer im Magen. Zum Glück war der Maxi vom ersten Tag an ein begeisterter Kita-Gänger und ich konnte wieder schlafen.

Der Mini geht mit mir seit 10 Monaten jeden Tag in die Kita, um seinen großen Bruder abzuholen. Für ihn ist das überhaupt nichts Neues mehr und er krabbelt fröhlich durch die Räume, während ich dem Maxi beim Schuhe zubinden helfe. Neulich durften die Eltern beim Musikkurs der Kinder zuschauen und damit ich mich ganz auf den Maxi konzentrieren konnte, durfte ich den Mini schonmal in seiner zukünftigen Gruppe abgegeben. Über eine Stunde war er dort und offenbar hat es ihm gut gefallen, denn die Erzieherin sagte, er hätte richtig gespielt und viel gelacht. Den Kitaeinstieg machen wir dann im August mit links. Alles kein Problem!

Dass mir trotzdem mulmig zumute ist, liegt daran, dass das Gefühl so merkwürdig ist, dass mein Baby groß wird. Der ist doch der Kleine, der immer bei mir auf dem Arm hängt, der noch nicht den halben Tag „alleine“ in der Kita verbringen kann. Jetzt wird der Mini auch flügge. Man mag das übertrieben finden, aber die Kita ist eine eigene Welt. Die Welt des Kindes, die es ohne die Eltern erlebt.  Vieles von dem, was sie dort erleben, ist unserer Einflussnahme weitgehend entzogen.

Für mich bedeutet das auch ein Stück Freiheit. Ich werde die Vormittage dann wieder ohne Kinder verbringen und mein Erwachsenen-Leben im Büro wieder aufnehmen. Das ist super, aber irgendwie auch traurig. Wenn wir nicht noch ein drittes Kind bekommen, dann werde ich ab jetzt bis ans Ende meiner Erwerbstätigkeit jeden Tag ins Büro rennen. Dabei finde ich es gerade so schön, die Vormittage mit dem Mini allein zu haben und die Nachmittage mit beiden Jungs. Vielleicht ist das gerade die beste Zeit meines Lebens…?

Eins steht fest: Obwohl es nicht das erste Mal ist, dass ich ein Kind in die Kita gebe, ist es ein riesiger Meilenstein. Die Babyjahre sind dann vorbei. Meine Elternzeit geht für immer zu Ende.

Ich habe deshalb schnell nochmal den Genießen-Modus angeworfen. Die letzten vier Monate der Elternzeit wollen genutzt werden und ich plane gerade ein paar Kurztrips mit den Kindern. Eigentlich graut es mir immer ein bißchen vor Reisen mit Kindern, aber wenn ich erstmal wieder im Büro bin,  tut es mir bestimmt Leid, wenn ich die Zeit nicht bestmöglich genutzt habe. Meine Schwester wohnt seit einem Dreivierteljahr in Zürich und ich habe sie noch nie besucht. Ein guter Anfang fürs Ende der Elternzeit, oder?

Ergolino

So, und jetzt muss ich ausnahmsweise noch ein bißchen Werbung machen. Die Firma Ergobag hat mir nämlich für Minis Kita-Einstieg einen Kita-Rucksack für ihn geschenkt. Ich würde aber nicht darüber berichten, wenn ich ihn nicht so klasse finden würde.  Schon das Design ist ein Volltreffer- allerdings momentan vor allem für den Maxi. Der ist total auf dem Feuerwehr-Trip und nimmt sich immer den Feuerwehr Klettie (das ist ein Bild, das mit Klettverschluss an den Rucksack gemacht werden kann) ab. Das Besondere an Ergobag ist aber, dass die Rucksäcke aus alten PET Flaschen hergestellt werden.

In Ländern, in denen es noch kein Pfandsystem gibt und wo die Plastikflaschen auf dem Müll landen würden, werden PET-Flaschen gesammelt, recycelt und von Ergobag zu Rucksack-Textilien verarbeitet.  Dazu werden sie in klitzekleine Plastikschnipsel zerlegt, zerschmolzen und schließlich zu hauchdünnen Polyesterfasern gemacht, die dann zu Stoff gewebt werden können.

Zusätzlicher, dicker Pluspunkt: Die Rucksäcke sind frei von giftigen Weichmachern (Phtalate) oder PAKs (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe).

Umweltschutz, keine Weichmacher und ein tolles Design haben mich so begeistert, dass ich Euch das hier mal ans Herz legen wollte.

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Klitzekleines: Geld verdienen

Die Erzieherin erzählt mir von Maxis Tag:

Maxi hat gesehen, wie zwei größere Kinder die Karten eines Spiels zerrissen haben. Er ist empört und erklärt hinterher der Erzieherin:

„Das darf man nicht kaputt machen! Dann muss man ein Neues kaufen und das kostet ganz viel Geld! Meine Mama kauft immer Geld am Automaten da. “ Er zeigt aus dem Fenster.

„Wenn man Geld haben möchte, muss man arbeiten. Meine Mama hat ganz viel Geld. Die arbeitet auch ganz viel!“

Ich bin gerade in Elternzeit. Wenn doch alle so klug wären wie mein Sohn!

 

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