Ich bringe Dich durch die Nacht

In meiner Hand liegt eine Kinderhand. Sie ist winzig. Eifrig und unermüdlich knetet die kleine Hand meine große. Der kleine Mensch, dem diese Hand gehört ist unruhig. Er ist müde, aber er kann nicht schlafen. Dann, langsam (nach 10 Minuten oder waren es 20?) kommt er zur Ruhe. Die winzige Hand legt sich ruhig in meine, der Atem des Kindes wird langsamer und der kleine Mensch schläft ruhig weiter. Weiterlesen

Für immer in deinem Herzen

Letzte Woche habe ich für eine Nacht mein zweijähriges Patenkind gehütet. Die ganze Nacht hat sie immer wieder meine Hand in ihrer geknetet und sich in meinen Arm gekuschelt.  Auf der anderen Seite neben mir lag der Mini und schlief selig.

„Es ist noch gar nicht lagen her, da habe ich jede Nacht so mit dem Mini verbracht,“ dachte ich, als ich meinen Jüngsten betrachtete. Denn der Mini hat drei Jahre lang nicht durchgeschlafen. Weiterlesen

In Mamas Bett

Hollywoodfilmen nach zu urteilen strecken 98% der Menschen morgens noch während der Aufwachphase den Arm aus und tasten nach ihrem Partner. Hollywoodfilmen nach zu urteilen ist der in 100% der Fälle nicht mehr da.

Ich taste morgens eigentlich nur nach meiner Brille. Ich muss meinen Arm nicht ausstrecken, neben mir liegt jeden Morgen der Mini und der geht nicht weg. Wo soll der schon hin? Eines Tages wird er vielleicht alleine aufstehen und kurz darauf mit einem Kaffee neben meinem Bett erscheinen, aber das wird noch Jahre dauern und ich habe die Hoffnung, dass er dann nicht mehr in meinem Bett schläft.

Es ist eine sehr vage Hoffnung, das muss ich wohl sagen. Schlafen- das ist Minis Sache nicht. Nie gewesen.

Als er etwa 6 Monate alt war, fing er an, jede Stunde wach zu werden. Nach ein paar Monaten ging ich auf dem Zahnfleisch. Ich habe es mit Globuli probiert- Nix! Dann habe ich große Hoffnungen in die Einführung der Beikost gesetzt- wieder nix! „Wenn sie anfangen zu laufen, wird es besser“, haben die anderen Mütter gesagt, aber der Mini wurde älter und älter, fing mit 14 Monaten endlich an zu laufen, und nichts änderte sich.

Nur ganz allmählich wurden seine Schlafphasen länger. Ich quartierte ihn in Maxis Zimmer aus, in der Hoffnung, dass er sich neben seinem Bruder so groß und stolz und glücklich fühlen würde, dass er endlich durchschlafen würde. Der Mini fand es toll, sein eigenes Bett im Zimmer des großen Bruders zu haben, aber gegen Mitternacht wachte er trotzdem immer auf und fand mein Bett dann doch schöner.

Heute ist der Mini 2 Jahre und 3 Monate alt und schläft noch immer keine Nacht durch. Er schläft mit seinem Bruder im gemeinsamen Kinderzimmer ein und wacht irgendwann zwischen 23 und 4:00 Uhr auf. Dann weint er und will in mein Bett (er kommt nicht alleine, ich muss ihn abholen). Immerhin schläft er in meinem Bett innerhalb von 2 Minuten wieder ein und weckt mich danach nur noch 0-2 Mal.

„Wir hatten ja damals `Jedes Kind kann schlafen lernen`“, hat am Wochenende ein befreundeter Vater zu mir gesagt. „Das ist mir zu grausam“, habe ich nur geantwortet.

Es ist natürlich ein Unterschied, ob man sein Baby schreien lässt oder ein zweijähriges Kind, das längst weiß, dass seine Eltern da sind, dass sein Bruder da ist, und dass er zu Hause in seinem Zimmer ist. Die prompte Bedürfniserfüllung ist bei einem Baby daher viel wichtiger, als bei einem Kleinkind. Trotzdem: Mein Zweijähriger hat einen Platz in meinem Bett, wann immer er ihn braucht.

In manchen Nächten dreht er mir einfach den Rücken zu und schläft. In anderen Nächten geht er auf Tuchfühlung. Er schiebt seine kleinen Hände unter meinen Rücken oder kommt mit seinem Köpfchen auf mein Kissen. Das sind die Nächte, in denen er mehr als ein Mal wach wird.

Ja, ich bin müde. Manchmal sogar schrecklich müde. Aber es ist okay für mich, müde zu sein. Wenn allerdings mein Sohn nachts aufwacht und ihm die Dunkelheit nicht geheuer ist, wenn er dann weint, weil er seine Mama braucht und ich ließe ihn mit seiner Angst alleine- das wäre nicht okay für mich!

Vielleicht kommt irgendwann der Punkt, an dem ich merke, dass er nur noch gewohnheitsmäßig in Mamas Bett kommt, während ich den Schlafmangel nicht mehr ertrage. Dann müssen wir beide unser nächtliches Ritual verändern. Ich spüre aber, dass er wirklich einen Menschen braucht, wenn er nachts aufwacht, und dieser Mensch darf ich sein. Das ist schön.

Manchmal, ganz selten schläft der Mini dann doch durch. Es hat sich herausgestellt, dass das häufig mit Besuchen bei den Großeltern zusammenhängt; Genaueres ist noch nicht bekannt, aber die Gabe von Medikamenten können wir definitiv ausschließen 😉

Und so wachte ich auch nach dem letzten Besuch bei den Großeltern am nächsten Morgen auf und irgendetwas war anders. Hatte ich etwa die komplette Nacht durchgeschlafen? War denn der Mini gar nicht gekommen?

Ich streckte meinen Arm aus, und tastete nach meinem Sohn. Keiner da! Ich musste grinsen. Dann lachen:

Mein Leben ist wie ein Hollywoodfilm. Danke dafür, mein Sohn!

Mamablog Mama Mia

 

 

Jedes Kind kann schlafen lernen

Es ist 19:40. Ich schleiche mich aus Minis Zimmer und drücke den Knopf auf dem Babyfon. Das ist meine letzte Amtshandlung jeden Abend: Feierabend ist, wenn das Babyfon an ist.

Spätestens in drei Stunden wird der Mini sich das erste Mal melden, und danach in der Regel weitere 1-4 Male in der Nacht.

Ich habe die Hoffnung längst aufgegeben, dass er demnächst mal wirklich durchschlafen könnte. Anfangs, ja, da habe ich gedacht, bald ist es so weit, dann kommt der Durchbruch und dann schläft er. Wenn er ein paar Wochen alt ist und ausreichend große Mengen Milch trinken kann, vielleicht. Leider kam es nicht so. Wenn er abgestillt wird? Wenn er anfängt zu laufen? Wenn er in die Kita kommt… die Meilensteine vergingen, ohne dass mein Sohn ans Durchschlafen dachte.

Einmal war ich so am Ende mit meinen Kräften, da habe ich es tatsächlich ausprobiert: Nach der Methode, wie sie in dem sehr umstrittenen Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ beschrieben wird, habe ich den Mini ins Bett gelegt und das Zimmer verlassen. Natürlich hat er geschrien, aber ich konnte hören, dass es ein wütendes Schreien war, kein verzweifeltes. Ich habe ihn beruhigt und bin wieder hinausgegangen. In der dritten Runde ist er eingeschlafen.

In dieser Nacht schlief er das erste und einzige Mal bis 6:00 morgens in seinem eigenen Bett durch. Zufall? Vielleicht. Ich habe es nie herausgefunden, denn ich habe es danach nie wieder gemacht.

In dieser einen Nacht war es vielleicht besser für uns beide, es einmal auf diese Weise zu tun, aber grundsätzlich soll sich mein Kind nicht in den Schlaf weinen. Sein Platz zum Einschlafen ist in meinem Arm.

Bevor ich also abends das Babyfon einschalten kann, habe ich meine Kinder bekuschelt, ihnen vorgelesen, vorgelesen und vorgelesen, ihnen noch etwas zu trinken gebracht, ein Lied vorgesungen und schließlich zumindest den Mini so lange im Arm gehalten, bis er eingeschlafen ist.

An manchen Abenden ist es einfach und er schließt die Augen, sobald er in meinem Arm liegt. An manchen Abenden dauert es ewig und seine Augen gucken mich über dem pulsierenden Schnulli noch ganz lange an, und manchmal werde ich schon ganz ungeduldig, weil er anstatt einzuschlafen plötzlich anfängt, albern zu werden und mit seinem Finger lachend in meinem Gesicht herumstochert.

Manchmal dauert es nur fünf Minuten, manchmal dauert es 40 Minuten, aber am Ende schläft er immer in meinem Arm ein. Er schließt die Augen, entspannt sich und schläft ein. Gibt es eine bessere Art, den Tag zu beenden?

Der Maxi geht fast alleine ins Bett. Er hat seine Rituale, die eingehalten werden müssen, aber wenn die abgearbeitet wurden, klettert er in sein Bett. Er bekommt noch einen Kuss, dann verlasse ich das Zimmer und von Maxi hört man bis am nächsten Morgen um 7:00 keinen Ton mehr.

In den ersten zwei Jahren ist auch der Maxi in meinem Arm eingeschlafen. Irgendwann hat es sich wie von ganz alleine ergeben, dass er alleine in seinem Bett einschläft. Beim Mini wird es vielleicht etwas länger dauern (der schläft ja auch nur in meinem Bett), aber wenn ich mir das Schlafverhalten vom Maxi angucke, glaube ich, dass dieser Weg für uns richtig ist.

Ich gebe zu, dass ich mich manchmal frage, wie lange das wohl noch so geht. Wann werden der Mann und ich das Schlafzimmer wieder für uns haben? Wann werde ich mich wieder schlafen legen können, ohne dabei zu denken: „Hoffentlich lässt er mich jetzt erstmal drei Stunden schlafen“? Aber dann ist da mein Großer, der langsam anfängt, sich gegen meine Küsse und Umarmungen zu wehren und ich weiß, dass ich eines Tages der Zeit hinterhertragen werde, in der der Mini und ich in einem Bett schliefen und er nachts immer wieder auf Tuchfühlung ging.

Warum sollten Kinder lernen, alleine einzuschlafen? Es ist doch ein ganz selbstverständliches Bedürfnis, sich geborgen und beschützt fühlen zu wollen, bevor man die Augen schließt. Und wo könnte ein Kleinkind das besser spüren, als in Mamas Arm?

Ich selber brauche mit 36 Jahren zwar keinen Arm mehr, der mich in den Schlaf wiegt, aber ich brauche es, dass mein Mann im Haus ist. Wenn er auf Geschäftsreise ist, liege ich immer lange wach und schlafe nur sehr unruhig und oberflächlich. Wenn der Mann im Haus ist, weiß ich, dass er sich um alles kümmert: Er macht überall das Licht aus, schließt die Haustür ab, schaut nochmal in Maxis Zimmer und ist dann einfach da. Das Gefühl, dass einer da ist, der alles im Griff hat und auf mich aufpasst, ist das beste Ruhekissen. Ich möchte, dass meine Söhne mit demselben Gefühl einschlafen, und für den Mini bedeutet das im Moment noch, dass seine Mama ihn im Arm hält.

Kinder sind schlau, die wissen ganz genau, was sie brauchen. So hat mein Sohn alle Sinne während des Einschlafens auf Alarm eingestellt und sobald ich das vermeintlich tief schlafende Kind in sein Bett abzulegen versuche, schlägt es die Augen auf und ist wieder hellwach. Er braucht die Geborgenheit in meinem Arm- wie könnte ich sie ihm verweigern? Mir käme das unnatürlich vor.

Jedes Kind kann schlafen lernen. Bestimmt auch auf die Art und Weise des gleichnamigen Buches. Aber viel wichtiger, als zu erlernen, im eigenen Bett alleine die Augen zu schließen, ist doch, dass sie lernen, dass ihre Eltern sie beschützen.

Dass Schlafen etwas Schönes ist und das Bett ein gemütlicher Ort, das lernt man nicht, wenn man sich in den Schlaf schreien muss.

Und so ganz nebenbei: Ein schlafendes Kind im Arm entschädigt für sehr viele weniger glanzvolle Momente des Tages. Beim Anblick der schlafenden Kinder denkt man ja immer: „Ach, die sind ja so süß“, auch wenn man sie kurz vorher noch verflucht hat.

Ich warte deshalb gerne darauf, dass der Mini in meinem Arm einschläft und ich mich vorsichtig aus dem Zimmer schleichen kann. Dann drücke ich ganz entspannt den Knopf auf dem Babyfon- irgendwann zwischen 19:15 und 20:00.

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Schlaflos in Bonn

Ich bin urlaubsreif. Deshalb mache ich heute einen kleinen Kurzurlaub: Ich nehme mir die Nacht frei und der Mann übernimmt den Mini.

Eigentlich ist das ja Quatsch. Schlaf wird sowas von überbewertet! Nur Menschen, die regelmäßig ausreichend schlafen dürfen, halten das für wichtig. Alle anderen wissen: Man kommt auch müde durch den Tag.

Der Mini ist gerade dabei, sich das Schlafen gänzlich abzugewöhnen. Seit ein paar Wochen weckt er mich nachts jede Stunde auf. Mal zwei Stunden am Stück schlafen? Das wäre ein Traum (aber zum Träumen komme ich ja gar nicht mehr)!

Früher war Müdigkeit so ziemlich das Schlimmste, was mir passieren konnte. Wenn ich nach einer durchtanzten Nacht ein Schlafdefizit von vielleicht drei Stunden hatte,  bin ich abends früh ins Bett gegangen oder habe am Wochenende bis mittags geschlafen, um die Müdigkeit wieder los zu werden.

Heute beträgt mein Schlafdefizit geschätzte 789.665. 984. 433.672. 984, 34 Stunden. Ich bin eigentlich immer müde- und tanze trotzdem durch den Tag.

Mit meinem Schlafdefizit von höchstens drei Stunden habe ich es damals nicht geschafft, vor 11 Uhr das Bett zu verlassen. Mit einem Schlafdefizit von heute geschätzten 789.665. 984. 433.672. 984, 34 Stunden schaffe ich vor 11 Uhr mehr als früher an einem ganzen Wochenende.

Ich stehe den halben Tag auf Spielplätzen rum schaukele mit einer Hand den Maxi an während ich mit der anderen den Mini auf dem Arm halte, ich mache ein Wettrennen nach Hause mit dem Maxi, koche ein gesundes Abendessen während ich zwei müde und knatschige Kinder bei Laune halte, ich füttere, wickele, stille, räume auf, lese vor…

Das Einzige, das mich wirklich fertig macht, sind schlafende Menschen in der Fernsehwerbung. Wenn ich in der Wick MediN- Werbung, oder in Spots für Baldrian Menschen sehe, die sich zufrieden lächelnd in ihr Bett kuscheln, dann möchte ich manchmal eine Runde weinen. Zum Glück kann ich nie lange fernsehen, weil sich nach ein paar Minuten immer Minis Babyfon meldet…

Mein Mann erholt sich gerade im Büro von den anstrengenden Weihnachtsferien. Aber er bemitleidet mich inzwischen so sehr, dass er mir dauernd vorschlägt, die Nachtschichten zu übernehmen. Dieses Wochenende darf er.

„Aber dann will ich Dich auch nicht hier rumturnen sehen! Auch nicht, wenn Du Geschrei hörst“, hat er gesagt.

Ja, und was soll ich sonst bitte die halbe Nacht machen? Nach vier Stunden Schlaf am Stück werde ich mich so ausgeruht fühlen, wie die Frau aus der Baldrian Werbung, wetten?!

Vielleicht könnte ich ja dann endlich mal den Keller aufräumen. Oder die Steuererklärung machen. Oder irgendwas Nobelpreisverdächtiges erfinden. Sagte ich schon, dass Schlaf ja so überbewertet wird?

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Am Limit. Heiter- bis- wolkig- Mittwoch

Vor ein paar Tagen hat der Maxi meine alte Kamera entdeckt. Bevor ich ihm erlaubt habe, damit zu spielen, habe ich mir die Fotos angesehen, die noch auf der Karte waren.

Da waren Bilder von dem wunderschönen Winterurlaub, den wir vor fünf Jahren hier gemacht haben. Etwas an diesen Fotos hat mich getroffen. Ich wußte erst nicht, was es war, aber diese Fotos ließen mich den ganzen restlichen Tag nicht los.

Alm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend wurde es mir klar: Es war diese Unbekümmertheit, die wir in dem Urlaub hatten. Wir saßen in einem Almdorf in meterhohem Schnee und haben eine Woche lang nur in den Tag hinein gelebt.

Allmdorf

 

 

 

 

 

 

Als ich die Bilder aus einer anderen Zeit sah, habe ich erst gemerkt, wie sehr ich gerade am Limit bin.

Die Jungs sind so süß und ich liebe sie in jeder Minute des Tages, aber vor allem der Kleine fordert mir im Moment alles ab.

Er schläft nicht. Oder besser gesagt: Er schläft nur auf meinem Arm.  Wenn er müde ist, weint er und quält sich ganz furchtbar, solange er nicht auf meinem Arm ist.

Tagsüber schläft er meistens in der Manduca. Wenn ich ihn irgendwo ablege, wird er sofort wach und schreit, weil er gerne schlafen würde, aber es nicht kann.

Jede Autofahrt ist ein Höllenritt. Im Maxi Cosi wird er nämlich müde, aber er schafft es nicht, einzuschlafen, weil er ja nicht auf meinem Arm ist. Wenn ich mit den Kindern zu meinen Eltern fahre (ca. 100 km Fahrt), schreit er eine komplette Stunde durch. Ich halte gelegentlich auf einem Rastplatz an, weil ich Angst habe, er trägt sonst dauerhaft Schaden davon. Sobald ich ihn auf den Arm nehme, schläft er erschöpft ein. Wenn ich ihn aber ein paar Minuten später wieder in seinen Sitz setze, wird er sofort wieder wach und schreit weiter. Schweißgebadet erreichen wir unser Ziel.

Nachts schafft er nur kurze zusammenhängende Schlafphasen von maximal 2,5 Stunden, dann muss er wieder in meinem Arm. Hunger hat er nicht, er trinkt erst gegen 4:00 Uhr, davor will er nur kuscheln. Seit ein paar Tagen lege ich ihn nachts gar nicht mehr in sein Bettchen, sondern lasse ihn direkt in meinem Bett liegen. So schläft er ganz gut, aber leider kann ich so nicht wirklich gut schlafen.

Feierabend gibt es nicht. Der Maxi geht zwar um 20 Uhr ins Bett, der Mini ist aber in der Regel bis 21:30 wach und wenn er einschläft, dann nur auf meinem oder dem Arm seines Papas.

Jeden Morgen wache ich auf und bin noch ein bißchen müder als am Tag zuvor.

Der Maxi ist ein fröhliches und ausgeglichenes Kind, aber natürlich braucht er auch viel Aufmerksamkeit. Da ich fast immer den Mini auf dem Arm habe, bekommt der Maxi manchmal nicht, was er braucht. Er nimmt das sehr gelassen hin, aber gerade das finde ich so rührend. Ich möchte so gerne auch mal wieder richtig Zeit für ihn haben. Ich träume davon, dass der Mini abends mal pünktlich einschläft und ich dann jeden Abend Exklusivzeit mit dem Maxi verbringen kann. Leider ist das nicht in Sicht. Ich vermisse meinen Großen.

Es rührt mich, dass der Mini offenbar ein extremes Bedürfnis nach Nähe hat. Er ist ein kleines Klammeräffchen, das auf meinem Arm glücklich und zufrieden die Welt beobachtet. Es bedeutet aber nicht nur, dass ich nie eine Hand frei habe, weder für mich noch für den Maxi, sondern es bedeutet auch, dass mein Mann und ich nur noch in Schichten leben. Jeder kann mal kurz etwas erledigen, wenn der andere so lange den Mini trägt. Wir wechseln uns am Wochenende und an den Abenden mit dem Tragen ab. Zeit zu zweit? Was ist das?

Natürlich muss der Mini auch mal schreien, weil ich gerade keine Zeit habe, ihn rumzutragen. Er steigert sich dann aber sehr schnell in ein sehr verzweifeltes Geschrei, dass ich furchtbar nervös werde und versuche, ihn so schnell wie möglich wieder auf den Arm zu nehmen.

Einarmig kämpfe ich mich durch den Alltag. „Manchmal staune ich, dass man so leben kann“, sagte ich am Wochenende zu meiner Mutter. „Ich bin den ganzen Tag beansprucht, ohne auch nur fünf Minuten mal wenigstens in Ruhe einen Kaffee trinken zu können. Ich wünsche mir einfach nur mal eine Pause. Man braucht doch Zeit für sich!“

„Nö, „, antwortete meine Mutter: „Bei mir war das damals so: Ich habe irgendwann resigniert!“

So weit bin ich noch nicht! Ich habe einen Plan, wie ich mir Raum für mich schaffen kann, und wie mein Mann und ich wieder ein bißchen von dem Zauber der Urlaubsfotos zurückerlangen.

Neugierig? Bald hier im Blog!

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Schläft er schon durch?

„Und? Schläft er schon durch?“ -egal wo man mit seinem Baby auftaucht, irgendeiner fragt immer!

Durchschlafen ist sozusagen der Schwanzvergleich unter Müttern. Und ich gebe zu: Ich vergleiche mit! Bedauerlicherweise aber nicht von der prahlenden Seite der Mütter mit den schlafenden Superbabys, nein, ich stehe auf der Seite der Mütter, die neidisch auf die anderen Eltern schielen, deren Kinder durchschlafen- soweit die Tränensäcke das Schielen überhaupt erlauben.

Und so schiele ich momentan jede Nacht zu unseren Nachbarn rüber. Deren Sohn ist fünf Tage vor unserem Mini geboren.

In den ersten Babynächten habe ich unsere Nachbarn geliebt. Wann immer der Mini sich nachts meldete- bei den Nachbarn war schon Licht an.

Neulich nachts verlangte der Mini gegen 4:00 Uhr nach einem kleinen Snack. Ich stillte ihn mit dem beruhigenden Gefühl, dass nur wenige Meter entfernt auch eine Mama und ihr Baby gerade miteinander beschäftigt sind, und ich somit nicht die Einzige, die in der Dunkelheit wacht.

Nachdem der Mini wieder eingeschlafen war, ging ich kurz ins Bad und warf bei der Gelegenheit einen Blick aus dem Fenster. Das Nachbarhaus lag dunkel. Ach, die schlafen noch, dachte ich wohlwollend und ging wieder ins Bett.

In der darauffolgenden Nacht spielte sich gegen 4:30 Uhr die gleiche Szene ab. Schon wieder Dunkelheit im Nachbarhaus. Seltsam!

Als auch in der nächsten Nacht gegen 4:00 Uhr kein Licht im Nachbarhaus brannte, da musste ich einsehen: Der Kleine schläft durch!!

Wie gemein ist das denn bitte? Die lassen mich einfach alleine in der Dunkelheit zurück?! Also, mit dem spielt mein Sohn demnächst aber nicht! So ein egoistisches Kind kommt mir nicht ins Haus. Keine Teamfähigkeit, der Kleine!

Natürlich macht es meine Nächte nicht besser, wenn die Nachbarn auch nicht schlafen können, aber es hat sich einfach so schön angefühlt. Als der Maxi ein Neugeborenes war, war weit und breit nirgendwo ein Licht zu sehen. Es waren kalte, dunkle Winternächte und mir kam es so vor, als wäre ich ganz alleine auf der Welt, wenn ich nachts mein Baby durchs Haus trug. Das ging so weit, dass ich neidisch auf die Frau in der Wick-Medinait-Werbung war. Wie die sich so in ihr Bett kuschelte, um zu schlaaaafen, ach… Dieses Mal sind es laue Sommernächte im Lichte des Nachbarhauses- ich fand das schön! Und es wurmte mich ganz enorm, dass die Nachbarn offenbar schon einen Schritt weiter waren als wir!

Vorletzte Nacht ist mir dann etwas ganz blödes passiert. Da schläft der Mini seelig in seinem Bett und ich wache auf, weil ich Pipi muss! Super! Es war ungefähr 3:00 Uhr. Gewohnheitsmäßig warf ich einen Blick aufs Nachbarhaus und was sehe ich? Da brennt Licht!

Habe ich deswegen in den letzten Nächten kein Licht bei denen gesehen, weil die immer schon viel früher wach sind als wir? Ja natürlich, das wird es sein. Wenn Mini und ich um 4:00 Uhr den ersten Boxenstopp einlegen, sind die Nachbarn schon mit der ersten Fütterung durch!

Augenblicklich ging es mir besser. Wenn wir schon unsere anfängliche Leidensgenossenschaft aufgeben, dann bitte wenigstens zu meinen Gunsten! Wenn ich  nämlich auch noch den nächtlichen Schwanzvergleich verliere, dann halte ich diese Müdigkeit einfach! nicht! aus!

Vorsichtshalber werde ich jetzt lieber nicht mehr zu den Nachbarn rüberschielen.

Eure Mia