Kleiderschrankdiskussionen- oder „Ich habe nichts zum Anziehen“ für Vierjährige

Wisst Ihr, wer die Birkenstock-Sandalen in diesem Jahr salonfähig gemacht hat? Das war mein Sohn! Echt jetzt! Das war nämlich so:

Ich habe ihm ein Paar Birkenstock als Hausschuhe für die Kita gekauft, weil er in diesen geschlossenen Gummidingern immer so müffelnde Schwitzefüße bekommt. Als der Maxi seine neuen Hausschuhe zu Hause entdeckte, war er augenblicklich begeistert. Er zog sie an und nickte mir anerkennend zu: „Coole Schuhe, Mama!“ Seit diesem Tag wurde er nur noch selten ohne seine neuen „coolen“ Schuhe gesehen. Allerdings trug er sie nicht, wie geplant, als Hausschuhe, sondern als Straßenschuhe. Und nun zu meiner Theorie: Ich glaube, dass ein Trendscout seine hinreißenden braunen Beinchen und die süßen Füßchen in den Schuhen gesehen haben muss und sich dachte: „Cooler Style, das machen wir so!“ Und jetzt tragen das alle.

Fest steht jedenfalls, dass der Maxi einen sehr ausgeprägten Sinn für Kleidung hat. Vorbei sind die Zeiten, in denen ich ihm die Klamotten einfach aus der Stadt mitbringen konnte. Was dem Maxi nicht gefällt, das trägt er nicht, da kann ich mir den Mund fusselig reden. Ihm gefallen hauptsächlich Hemden (klar, das hat er beim Papa abgeguckt) und gar nicht bis dezent gemusterte Shirts. Es gibt „Wochenend-Kleidung“, die er gerne am Wochenende, aber niemals in der Kita trägt und es gibt Hosen, die er gleich ganz ablehnt.

Der Schuhkauf ist für mich zu einer der größten Challenges in der Kinderaufzucht geworden. Maxi hat nämlich extrem schmale Füße und es gibt in der Regel nur eine sehr kleine Auswahl an Schuhen, die er tragen kann. Von denen lehnt er 90% ab. Die verbleibenden 10% gefallen mir meistens nicht so besonders. Was haben wir zuletzt diskutiert, der Maxi und ich! Am Ende hat er sich durchgesetzt, ich zog an der Kasse zähneknirschend meine EC-Karte und der Maxi zog stolz mit seinen neuen Schuhen davon. Was dann geschah? In den folgenden Wochen haben mich mehrfach Eltern angesprochen, was für schöne Schuhe der Maxi da hätte und wo wir die her hätten. Ich staunte und musste zugeben: Die Schuhe waren perfekt für ihn!

In diesem Jahr genießen wir einen traumhaften Sommer. Und der Maxi hat genau zwei kurze Hosen, die er bereit ist zu tragen: Eine dunkelblaue und eine Jeans. Nun muss man, selbst wenn man ständig beide Augen zudrückt doch hin und wieder auch Kinderhosen waschen. Leider bin ich, was die Wäsche angeht, selten organisiert. Da ist die eine Hose in der Wäsche und plötzlich kippt der Mini seinen Apfelsaft über die andere- schon haben wir den Salat.

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Maxi an Silvester 2010- perfekt gekleidet von Anfang an!

Heute Morgen hatte der Maxi tatsächlich keine seiner beiden Hosen zur Verfügung.
Ich bot ihm eine gelbe Hose an. „Wochenendhose!“ lehnte er mit verschränkten Armen ab. Mein Zureden, doch mal eine Ausnahme zu machen, brachte uns kein Stück weiter. Ich hielt ihm eine beige Hose vor die Nase. „Die Farbe mag ich nicht!“ Und mehr gab es da für ihn nicht zu sagen.

Dann hatte ich eine Idee: Ich bot ihm an, eine seiner Jeans einfach abzuschneiden. War sowieso bloß `ne Wochenendhose. Maxi war einverstanden. Ich griff zur Schere, kürzte die Hose und Maxi zog sie an. „Das sieht doof aus!“, fand er. „Wieso das denn, die sieht doch genau so aus, wie Deine kurze Jeans?“ Aber Maxi hatte genau hingeschaut: „Nein, die ist unten 3x umgeschlagen und diese hier nicht!“ Ich bemühte mich, diesen Zustand sofort zu ändern und schlug die Hose 2x um. Ein drittes Mal war leider nicht möglich, dann wäre sie zu eng geworden.
Maxi lamentierte und bockte und maulte, aber dieses eine Mal konnte ich mich durchsetzen und endlich steckten seine Beinchen in der abgeschnittenen Jeans.

Sehr zufrieden mit meiner Leistung ging ich ins Schlafzimmer und öffnete meinen Kleiderschrank. Da kam der Maxi angeflitzt und sagte fröhlich:
„Dann darf ich jetzt auch aussuchen, was Du anziehst!“ Schon griff er beherzt ein Teil aus dem Schrank.

„Nein!“, rief ich entsetzt und musste doch lachen.

Dieser kleine Fuchs! Recht hat er! Nur weil er seine Klamotten nicht selber kauft, heißt das ja nicht, dass er nicht selber entscheiden kann und will, was er trägt. ICH habe es gerne, wenn meine Jungs hübsch gekleidet sind und es ist mir ein bisschen unangenehm, wenn der Maxi den ganzen Sommer über nur zwei Hosen trägt. Aber wenn jemand weiß, wie wichtig die richtige Kleidung ist, dann doch ich. Wie könnte ausgerechnet ich also meinen Sohn in eine Hülle stecken, in der er sich nicht wohl fühlt?!

Lachend hängte ich das bunte Strandkleid, das der Maxi mir für meinen Bürotag ausgesucht hatte, wieder zurück in den Schrank. „Wochenendkleid“, sagte ich.

Mama hat´s jetzt begriffen, Maxi! Und heute Nachmittag wasche ich Deine Lieblingshose. Versprochen!

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Unser Wochenende in Bildern

Eigentlich ist das Wochenende noch längst nicht vorbei, aber wir sitzen hier gerade alle in Joggingklamotten im Wohnzimmer und sind so platt, als wäre es schon Zeit fürs Bett. Das war aber auch ein Regenguss, in den wir vorhin gekommen sind! Aber der Reihe nach:

Am Samstag haben wir endlich mal wieder den „Kuschel“ gewaschen. Mini hat ihn liebevoll in die Waschmaschine gelegt und erst ein paar Minuten später festgestellt, was er getan hat! Da stand er weinend im Wohnzimmer: „Ich habe nichts in der Hand!“ Zum Glück ist in solchen Situationen der Maxi sofort zur Stelle und hat für Ersatz gesorgt. Inzwischen sind Kuschel und Mini wieder glücklich vereint und unzertrennlich wie eh und je.

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Um 10:00 habe ich mich mit einer lieben Freundin zum Frühstücken getroffen. Wir sehen uns nicht sehr oft, weil wir beide immer so eingespannt sind, aber wenn wir unsere Treffen lange vorher planen, dann klappt es eigentlich ganz gut.

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Der Mann war in der Zwischenzeit mit dem Maxi beim Hockey. Seit ein paar Wochen ist er ein stolzer und begeisterter kleiner Nachwuchsspieler, aber an diesem Samstag musste er sich die Sache erst nochmal durch den Kopf gehen lassen. Erst als der Mann sich mit dem Mini und dem Vater von dem anderen kleinen Verweigerer ins Clubhaus verzog, ist der Maxi losgestürmt und hatte wieder viel Spaß.

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Wir trafen uns alle wieder zu Hause und machten uns dann gemeinsam auf zum Kirschenfest. Ein Freund hat nämlich einen so riesigen Kirschbaum im Garten, und hat jedes Jahr seine liebe Not damit, all diese Kirschen zu ernten und zu verschenken. Also hat er vor ein paar Jahren das Kirschenfest erfunden. Er lädt Familie und Freunde und Nachbarn ein, irgendwann am Samstag aufzutauchen. Jeder bringt etwas fürs Buffett mit und nimmt so viele Kirschen mit nach Hause, wie er tragen kann.

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Meine Eltern waren ebenfalls gekommen und auch meine kleine süße Nichte und Patentochter. Und die Jungs hatten solchen Spaß in dem großen Garten und beim Kirschenpflücken.

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Am Sonntag war hier in den Rheinauen Familienfest. Als wir um 11:30 dort auftauchten, fuhr gerade neben uns auf dem Parkplatz eine befreundete Familie mit ihren beiden Söhnen vor. So ein schöner Zufall. Unsere Kinder hatten einen wunderschönen Tag.

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In den Rheinauen fällt mir immer auf, wie gut es den Kindern tut, wenn sie mal so viel Platz zum Rennen haben. Sonst hat man ja meistens einen Zaun oder eine Straße in der Nähe, und kaum dass die Kinder kosgespurtet sind, ruft schon wieder jemand: „Stop!“ In den Rheinauen können sie laufen, bis sie außer Atem sind, und wir können sie trotzdem noch sehen.

WIB_0_4Die beiden großen Jungs hatten sich rechtzeitig einen Platz für die Zirkusvorstellung reserviert und hatten, als die Vorstellung gestartet war, auch wirklich ihre Freude daran.

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Dann begann es plötzlich zu regnen, und wir sind klitschnass geworden, weil wir damit nicht gerechnet hatten und weder Jacken noch Schirme dabei hatten (aber was kann man schon von einer Frau erwarten, die auch nie eine Ersatzwindel dabei hat…?).

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Zum Aufwärmen gab es zu Hause Kakao.

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Leider war ich das ganze Wochenende über angeschlagen und habe mich immer wieder ins Bett gelegt.

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Ich hoffe, morgen früh geht es mir besser, damit wir in eine neue, aufregende Woche starten können. Unser Anbau nimmt mehr und mehr Gestalt an, am Mittwoch fliege ich beruflich für 2 Tage nach Potsdam und am Freitag fliegen Maxi und ich in ein Mama-Sohn-Wochenende. Abr davon erzähle ich Euch nächste Woche.

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Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von „Geborgen Wachsen“

 

Vom Erwachsenwerden

In meinem Haus leben zwei Kinder. Sie haben dieselben Eltern, sie gehen in dieselbe Kita, haben denselben Tagesablauf und doch leben sie in zwei unterschiedlichen Welten.
Der eine ist nämlich noch klein. Seine Welt ist ein geschützter Raum innerhalb der großen weiten Welt. Er weiß nicht, dass es da draußen Kriege, Leid und Hunger gibt. Alles, was er über das Böse weiß, hat mit dem Grüffelo zu tun. Die Welt, wie sie wirklich ist, ist für ihn wie hinter einem Vorhang noch verborgen.

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Der Große hat in viereinhalb Jahren auf dieser Welt schon ein paar Mal durch den Vorhang nach draußen geschaut. Er weiß zum Beispiel, dass bei seinem Freund eingebrochen wurde oder dass sein Opa an einer schlimmen Krankheit gestorben ist.

Vor einiger Zeit sah er mich am Morgen in einer neuen, gemusterten Hose. Ich sah, dass er sie als neu erkannte, aber er sagte nichts. Am Nachmittag erschien ich in dieser Hose in der Tür seiner Kita-Gruppe. „Mama!“, rief er als er mich sah und er klang gleichzeitig tadelnd und belustigt, „Du hast ja immer noch die Schlafanzughose an!“ In diesem Moment bekam ich einen Einblick in die Welt, wie mein Großer sie gerade sieht. Er weiß schon, dass man nicht im Schlafanzug das Haus verlässt, aber er hält es noch für möglich, dass seine Mutter das tut.

Mein Sohn steht gerade irgendwo zwischen der ganz heilen Kleinkinderwelt und der Welt der Erwachsenen . Er ist ein kleines Kind, gerade mal seit vier Jahren auf der Welt, aber immer öfter stelle ich jetzt fest, wie klar er die Welt schon sieht. Er ist ein Kind, das viele Fragen stellt und die Antworten in seinem Kopf dreht und wendet um dann, manchmal Tage später, eine eigene Antwort zu finden, die fast immer den Kern der Sache so genau trifft, dass man eine Gänsehaut kriegen kann.

Mein Großer. Gerade noch lag er winzig in meinem Arm und konnte nicht einmal sein Köpfchen selber halten, und jetzt erscheint dieses Köpfchen morgens neben meinem Bett und will wissen, ob die Oma noch verheiratet ist, nachdem der Opa gestorben ist.

Ich kann sehen wie der Maxi beginnt, seine Kindheit abzustreifen (ganz langsam natürlich- aber dennoch!), und ich spüre, dass er am Tor zur großen Erwachsenenwelt steht.

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Der Weg von einem kleinen neugeborenen Bündel bis zu diesem aufgeweckten, fröhlichen, fantastischen Jungen war weit und ging doch so schnell und (fast) wie von selbst. Liebe gießt sich in mein Herz und Stolz, jedes Mal wenn ich ihn ansehe, aber es ist auch ein bisschen Wehmut dabei. Sie werden so schnell groß, das habe ich nie zuvor so stark empfunden, wie in den letzten Wochen, in denen mir mein Sohn plötzlich nicht mehr nur noch wie ein kleines Kind erscheint.

Es ist ein Geschenk, ein Kind aufwachsen zu sehen, aber dass es mir manchmal auch weh tun wird, das weiß ich spätestens, seit ich erste Mal einen tief gekränkten Maxi erleben musste, weil er auf dem Kindergeburtstag eines Freundes nicht eingeladen war. Ich hätte ihm das so gerne abgenommen, aber ich verkniff mir meine Flüche über seinen Freund und sah schweren Herzens mit an, wie der Maxi seine erste echte Enttäuschung überwinden musste.

Das war erst der Anfang, so viel steht fest, aber er wird alle Herausforderungen, die er in der Erwachsenenwelt entdecken wird, meistern, da bin ich mir sicher- schließlich darf er diese Reise mit einer großen Portion Urvertrauen und Selbstvertrauen im Gepäck antreten. Ich hoffe, dass er mit diesem Grundstein der werden kann, der er ist.

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Wenn in den nächsten Jahren nach und nach die schützenden Hüllen der kindlichen Unwissenheit fallen, dann werde ich da sein, so wie ich es vom ersten Tag seines Lebens an gewesen bin. Vielleicht ändert sich meine Aufgabe, vielleicht bedeutet Loslassen, dass ich ihn  anfangs sogar noch besser beschützen muss, als bisher. Ich kann ihn nicht vorm Erwachsenwerden beschützen, aber ich kann noch für viele Jahre darauf achten, dass er nicht mit Dingen aus der Welt der Erwachsenen konfrontiert wird, für die er noch nicht alt genug ist.

Und wenn das alles nichts mehr hilft, weil er irgendwann tatsächlich erwachsen sein muss, dann werde ich einfach da sein. Ich werde hinter ihm stehen, sichtbar oder unsichtbar und er wird wissen, dass er zu mir kommen kann, wenn die Welt hin und wieder auch für einen Erwachsenen zu groß erscheint. Ich bin nämlich seine Mama und Mamas sind das letzte Stück, das vom Vorhang um die Kinderwelt übrig bleibt.

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12 vom 12 im Mai

Was? Schon wieder der 12.? Wie ist der Monat nur so schnell vergangen und warum habe ich wieder erst mittags gemerkt, dass es wieder Zeit für 12 von 12 ist, dem schönen Bloggerspielchen von Caro, bei dem man am 12. des Monats 12 Bilder des Tages postet.

Heute war ein Urlaubstag für mich und den Mann und nachdem wir einen ausgiebigen Stadtbummel gemacht haben, habe ich zu Hause einen Kaffee genossen und ein paar Mails gecheckt und Kommentare im Blog freigeschaltet.

Habt Ihr das neue Design bemerkt? Ist gut?

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Steht Ihr auch so auf Maiglöckchen? Neben Hortensien meine absoluten Lieblingsblumen. Ich benutze auch so gerne die Creme aus der berühmten blauen Dose (nicht dass mir wieder jemand Schleichwerbung vorwirft), weil die so schön nach Maiglöckchen riecht. Diese hier hat meine Schwiegermutter für mich gepflückt, weil sie weiß, dass ich Maiglöckchen liebe.
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Am Nachmittag hatte ich einen Termin im Nagelstudio. Eine Stunde Auszeit für Mama- alle drei Wochen gönne ich mir das!

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Nach mehreren Wochen mit knallroten Nägeln gibt´s jetzt zur Abwechslung mal etwas ganz Dezentes.

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Als ich nach Hause kam, war der Mann gerade in der Kita, um die Jungs abzuholen. Also habe ich noch schnell einen Kaffee genossen.

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Mit Kaffee gut ausgerüstet, habe ich ein paar Ideen gesammelt. Da ich die Gabe besitze, Ideen für Blogposts schon wieder zu vergessen, bevor ich den Gedanken zu Ende gedacht habe, schreibe ich mir gerne Stichworte auf- in diesem tollen Notizbuch, das mir meine Schwester geschenkt hat.

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Als meine Männer nachHause kamen, hatten sie Grillfleisch im Gepäck. Eine gute Idee!

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Der Mini hilft bei sowas immer gerne.

12v12_mai15_8_bearbeitet-1Mit meiner Unterstützung (* Augenroll)  hat der Mann den Grill trotz Wind schließlich angezündet.
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Was gibt´s denn bei Euch so zum Grillen? Wir grillen ja fast immer nur Fleisch und Gemüse und es gibt einen leichten Salat dazu. Keine Nudelsalate, Kartoffeln, Brot…wir konzentrieren uns da ganz aufs Fleisch 🙂

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Okay, ob wir mit dem Maxi nochmal grillen, müssen wir uns noch überlegen. „Die Schale“ von den Würstchen war nicht genehm!

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Und während ich tippe, spielen die Jungs noch ein bißchen mit Papa im Garten. Weiß eigentlich jemand, warum Kinder auf zu große Schuhe stehen? Mini trägt momentan bevorzugt die Gummistiefel seines Bruders.

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Jetzt bringe ich die Kinder ins Bett und lasse den Tag mit dem Mann und einem schönen Glas Wein auf der Terrasse ausklingen.

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Was sich mit Kindern wirklich ändert

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Manchmal machen Eltern anderen Eltern, oder solchen, die es werden wollen, Angst. Als müssten sie Unwissende auf eine schreckliche Durststrecke in ihrem Leben vorbereiten. Schwangere wissen deshalb lange bevor der Name des Kindes feststeht, dass die Nächte kurz sein werden, dass Milchstaus einem das Leben schwer machen können und dass man sich von Zeit mit dem Partner am besten direkt verabschiedet.

Wenn man das zweite Kind erwartet, setzten die Leute ihren Schilderungen sogar noch eins drauf. „Jahaha, DAS kannst Du natürlich beim zweiten Kind nicht mehr“, unkten meine Freundinnen aus der Ecke für erfahrene Mütter damals bei jeder Gelegenheit zu mir rüber.

Wenn ich jetzt manchmal über ein drittes Kind nachdenke, frage ich mich, was dann wohl auf mich zukommen würde. Das kann ich natürlich nicht wissen, aber ich weiß, wie das erste und das zweite Kind mein Leben verändert haben.

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Was ändert sich mit Kindern?

Es stimmt, sie haben mein Leben auf den Kopf gestellt und gerade am Anfang habe ich das Muttersein oft als sehr anstrengend empfunden. Inzwischen würde ich allerdings längst nicht mehr Schlaflosigkeit, Müdigkeit oder Anstrengung aufzählen, wenn mich jemand nach meinem Leben als Mutter fragt. Ich bin keine neugeborene Mutter mehr. Ich bin ein Mutter von zwei Kindern, die ein ganz normales Leben mit ihren Kindern und ihrem Mann zwischen Spielplatz und Büro lebt.  Dieses Leben in einer Familie finde ich wunderschön.

Denn seit ich Kinder habe, darf ich mich jeden Tag wie eine Heldin fühlen. Weil ich einen Rasenmäher besitze, der „sähr laut“ ist. Weil ich sensationelle Tricks auf Lager habe, und meinem Kind einfach seine Nase klauen kann, und weil ich auf so lustige Ideen komme, wie die, dass man die Klettverschlüsse der Kinderschuhe überkreuzt schließt! Dann schauen sie mich an und lachen glücklich und bewundern mich.

Seit ich Kinder habe, darf ich mich in beinahe jeder Minute unersetzbar fühlen. Wenn sie morgens aufwachen, rufen sie schon nach mir und wenn ich mal eben für zwei Minuten aufs Klo schleiche, ertönt sofort ein lautes „Maaamaaa?!“ und dabei dachten ich, sie spielten gerade so vertieft und bemerken mein Fehlen gar nicht. Wenn ich sie abends ins Bett bringe, darf ich nicht das Zimmer verlassen, bis sie eingeschlafen sind. Sie schlingen ihre kleinen Ärmchen um mich und schauen mich mit großen Augen an, die mir sagen, dass sie mich brauchen.

Seit ich Kinder habe, kuschle ich in einer Woche mehr als früher in einem ganzen Jahr. Von wenigen Stunden im Büro abgesehen, habe ich eigentlich ständig Körperkontakt mit mindestens einem Kind. Sie klettern auf meinen Schoß, sobald ich mein Smartphone heraushole, sie hängen sich an mein Bein, sobald ich anfange, zu kochen und sie unterbrechen immer wieder ihr Spiel, um auf meinen Arm zu kommen und ein paar Minuten Mama  aufzutanken. Und nachts kommen sie in mein Bett gekrabbelt, um liebevoll ihre kleinen Pfoten auf mein Gesicht platschen zu lassen oder mir ihre Füße zum Aufwärmen in den Bauch zu legen.

Seit ich Kinder habe, gibt es Menschen, die mich zum Lachen bringen, die mich vermissen, die mich bewundern und mir das Gefühl geben, mit mir zusammen macht alles mehr Spaß. Das alles ist so, weil sie mich lieben. Und ich liebe meine Kinder wie verrückt. Das zeigen wir uns gegenseitig jeden Tag in vielen kleinen Gesten.

Wenn mich jemand fragt, was sich mit Kindern wirklich ändert, würde ich deshalb sagen, dass mit einem Kind mehr Liebe im Haus ist. Was sich dann mit dem zweiten Kind ändert? Ganz einfach: Es ist dann noch mehr Liebe im Haus! Und wenn mich nicht alles täuscht, müsste also mit drei Kindern noch mehr Liebe im Haus sein.

Ich finde, das ist das Wichtigste, was man wissen sollte, wenn man über (noch) ein Baby nachdenkt.

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Ach so, Moment! Nicht dass Ihr mir hinterher Vorwürfe macht: ich habe nicht gesagt, dass es nicht anstrengend sein wird 😉

 

 

Schon bald werden sie größer sein als ich.

Manchmal fange ich an zu träumen, wenn ich eine andere Mutter mit ihrem Sohn sehe.

:::Mit 8:::

Wenn deren Sohn etwa 8 Jahre alt ist und einem meiner Söhne ein bißchen ähnlich sieht, dann stelle ich mir vor wie es sein wird, wenn ich eines Tages einen so großen Sohn haben werde.

Die Zeit wird wohl kommen, in der der Mini tatsächlich seinen Schnuller und seinen „Kuschel“ ablegen und ein großer Junge werden wird! Dann werde ich vielleicht wie diese andere Mutter mit ihm durch die Stadt laufen, um ihm neue Schuhe in einer riesigen Größe zu kaufen. Er wird neben mit her laufen und wir werden uns richtig unterhalten. Was für ein Typ er wohl sein wird? Im Moment stelle ich mir vor, dass er immer so bleiben wird, wie er heute ist: Wild und witzig. Vielleicht erzählt er mir eine lustige Geschichte, während wir durch die Stadt laufen und ich werde lachen und nach alter Gewohnheit seine Hand ergreifen, die er mir sofort empört entzieht.

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 :::Mit 17:::

Wenn der Sohn der anderen Mutter etwa 17 Jahre alt ist, dann stelle ich mir vor, wie meine Söhne in diesem Alter sein werden.

Mir gefällt die Vorstellung, dass sie zu netten und höflichen jungen Männern geworden sind.  Werden sie immer noch so süß aussehen? Ich persönlich finde meine Söhne ja so schön, dass ich überzeugt davon bin, die Stadt Bonn wird vor unserer Haustür eine Bushaltestelle einrichten, damit die Scharen von Mädchen unser Haus besser erreichen können. Werden Sie mit 17 schon eine Freundin haben? Werde ich sie mögen?

Ich stelle mir vor, wie sie abends auf Partys gehen und hoffe, dass wir ihre Freunde kennen und mögen werden. Nachts werde ich vermutlich wach im Bett liegen und  mit gespitzten Ohren darauf warten, dass ich höre, wie sie nach Hause kommen. Dann werde ich daran denken, wie schön es war, als ich nachts deswegen wach lag, weil einer von ihnen in mein Bett gekrabbelt kam. Wie sie sich an mich gekuschelt haben und ich manchmal müde gedacht habe: „Ach wären sie doch schon ein bißchen größer!“

In meiner Vorstellung ist es eine aufregende Zeit. Sie werden anfangen Auto zu fahren, auszugehen und selbständig zu werden. Längst sind sie größer als ich und ich schaue stolz zu ihnen auf. Vielleicht ist unser Familienleben durch ihre Pubertät verändert, aber auch wenn sie mich manchmal nerven, werde ich unendlich stolz auf sie sein. Es wird die Zeit sein, in der der Tag näher rückt, an dem sie ihren Koffer nehmen und ausziehen um ihrer eigenen Wege zu gehen. Wenn es erstmal so weit ist, wird mich der Gedanke hoffentlich nicht mehr so wehmütig machen wie jetzt.

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 :::Mit 60:::

Im Wartezimmer beim Arzt habe ich diese Woche eine etwa 80 Jahre alte Frau gesehen, die von ihrem mindestens 60 Jahre alten Sohn begleitet wurde. Was für eine glückliche Frau!

Werde auch ich eines Tages alt und grau durch die Welt gehen und mich dabei hin und wieder auf den Arm einer meiner Söhne stützen dürfen? Werden sie in der Nähe wohnen und ihre alten Eltern manchmal besuchen? Werden wir auf ihren Hochzeiten getanzt haben und ihre Kinder im Arm halten dürfen?

 :::Babies:::

Wenn ich eine Mutter mit einem Baby auf der Straße sehe, muss ich fast immer lächeln.  Dann denke ich, dass diese Mutter vielleicht eine unruhige Nacht mit ihrem Baby hatte und jetzt gerade auf die Uhr guckt, weil sie denkt, das Baby müsste bald wieder gestillt werden und mir wird klar, wie weit ich mich von diesen Babythemen schon entfernt habe. Dabei ist es doch eigentlich erst gestern gewesen, dass ich den Maxi zum ersten Mal in den Arm gelegt bekam. Vielleicht schaut mir die frischgebackene Mutter hinterher, wie ich mit meinen Söhnen auf den Spielplatz laufe: Der Mini auf seinem Laufrad, der Maxi auf seinem Fahrrad und ich mit den Sandsachen hinterher.

Und vielleicht wird sie sich dann vorstellen, wie es ist, wenn ihr Baby auch einmal so groß sein wird.

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Entspann Dich mal? Warum ich manchmal Angst habe, aber deswegen noch lange keine Helikoptermutter bin

Es gibt nicht viel, das mich aus der Ruhe bringen kann.  Ein Sonntagsfahrer im Wagen vor mir vielleicht. Eine kaputte Kaffeemaschine auf jeden Fall. Oder eine andere Mutter, die zu mir sagt: „Jetzt entspann Dich doch mal!“

Ich bin tiefenentspannt, wirklich. Wenn es allerdings um meine Kinder geht, dann kann ich nicht immer einfach tief durchatmen, mich umdrehen und weitermachen.

Entspannt zu sein gilt unter Müttern ja manchmal als Qualitätsmerkmal. Warum eigentlich?

Ich bin keine Mutter, die ihr Kind keinen selbständigen Schritt machen lassen kann oder jedes Mal einen Herzinfarkt bekommt, wenn das Kind sich fünf Zentimeter über dem Boden befindet. Ich versuche einen Mittelweg zu finden zwischen dem Vertrauen in die Fähigkeiten des Kindes und der richtigen Einschätzung von Gefahren. Allerdings ist mein Gleichgewicht etwas aus den Fugen geraten, seit die Kletterausflüge meines Sohnes in Höhen führen, die ich, selbst wenn ich wollte, nicht mehr mit der Hand erreichen kann und aus denen ein Absturz vermutlich gebrochene Knochen bedeuten würde.

So wie am Wochenende, als wir einen Ausflug zum Drachenfels machten. Der Maxi kletterte an einer steilen Felswand hoch und ich stand unten und hatte Puls. Mit mehreren anderen Eltern stand ich in einer Reihe am Fuße der Felswand und war extrem angespannt. Als mein kostbares Kind sich noch weiter hinaufzog, konnte ich es nicht mehr aushalten und rief: „Komm runter, Maxi. Bitte!“ Es überrascht vermutlich niemanden hier, wenn ich sage, dass der Maxi nicht reagierte?

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„Ach, lassen se doch, die machen das schon“, sagte da eine andere Mutter neben mir. Immerhin: Positiv an ihrer Bemerkung war, dass ich für ein paar Sekunden von meiner Angst um die Unversehrtheit meines Sohnes abgelenkt war. Denn plötzlich fühlte ich mich neben der anderen Mutter wie so eine Anfängerin.

Das geht mir oft so. Ich messe mich nicht mit anderen Müttern, aber wenn es um das Thema „Entspanntheit“ geht, bin ich bisweilen nicht sonderlich entspannt. Vielleicht liegt es daran, dass ich nicht möchte, dass jemand ein falsches Bild von mir hat. Ich BIN entspannt, möchte aber nicht, dass meine Kinder sich schlimm verletzen. Davor habe ich Angst.

Angst ist etwas Individuelles. Das gilt auch für die Angst um unsere Kinder. Ich würde gerne mit dem Maxi eine kleine Fahrradtour machen, aber der Mann findet das noch zu gefährlich. Meine Arbeitskollegin geht mit ihren Kindern Skifahren, mir wäre das viel zu riskant. Ich lasse den Maxi in der Küche mit einem scharfen Messer Gurken schneiden, aber ich kann ihn nicht an einer Felswand hängen sehen.

„Komm, wir gehen ein Eis essen“ rief ich dem Maxi erfolgreich zu, und fast entschuldigend in Richtung der anderen Eltern: „Lieber dick, als tot!“ Damit hatte ich die Lacher auf meiner Seite und fühlte mich wieder entspannt.

Manche Ängste verschwinden mit der Zeit, wenn wir sehen, dass sie unbegründet sind, aber manche bleiben auch für immer. Da hilft dann auch kein „Entspann Dich mal!“, weil es weder mit Entspanntheit noch mit Hypernervosität zu tun hat. Jeder hat seine Ängste- gerade wenn es um die Unversehrtheit der eigenen Kinder geht. Macht uns das zu umentspannten, gar Helikopter-Eltern? Ich finde nicht!

Als ich gestern den Maxi von der Kita abholte, kletterte der auf das Treppengeländer des Notausgangs und stand freihändig dort oben. Ich schaute kaum hin und setzte in Ruhe den Mini ins Auto. „Ähm, Dein Sohn, guck mal, wo der klettert!“ machte mich ein sichtlich besorgter Vater auf Maxis Turnübung aufmerksam. „Ja, das macht der immer“, sagte ich mit einer wegwerfenden Bewegung und schnallte ohne hinzusehen weiter den Mini an.

Erst als ich mit den Kindern im Auto davonfuhr, dachte ich, dass ich sehr entspannt gewirkt haben muss.

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