Lasst die Zeit nicht einfach so vorbei gehen

Meine Freundin sitzt mir gegenüber und lacht. Ich liebe es, mit ihr zu lachen und ich liebe es vor allem, dass wir über dieselben Dinge lachen können. Überhaupt sind wir uns sehr ähnlich und sie ist eine meiner wenigen richtig guten Freundinnen. „Weißt Du, dass es diesen Monat genau 5 Jahre her ist, dass wir uns das erste Mal gesehen haben?“, fragt sie. „Stimmt,“ sage ich und habe sofort diesen Moment vor Augen, als ihr Sohn und der Maxi sich vor fünf Jahren auf dem Spielplatz in die Wolle bekamen. Unsere Blicke trafen sich damals und ich wusste nicht so recht, wie ich mich verhalten sollte. Sollte ich eingreifen? Oder war das nicht nötig? Und an ihrem Blick konnte ich sehen, dass es ihr genau so ging, wie mir. Damals haben wir uns zum ersten Mal mit Blicken verständigt und zum ersten Mal gemeinsam gelacht. Zwei Frauen, ganz neu im Mütter-Business hatten sich gefunden. Weiterlesen

Work-Life-Balance: Geht es uns ohne AuPair besser?

Es war ein aufregendes Jahr und es neigt sich dem Ende zu: in zwei Monaten wird unser AuPair uns nach einem Jahr in unserer Familie verlassen.
Eigentlich hatten wir bereits eine Nachfolgerin gefunden. Unser neues AuPair sollte aus Kolumbien kommen und wir haben uns schon auf das neue Abenteuer gefreut. Dann gab es allerdings Probleme mit der extrem unprofessionell agierenden Agentur- der Deal platzte. Jetzt müssen wir von vorne mit der Suche beginnen. Das bedeutet, wir müssen eine neue Agentur suchen, viele, viele Bewerbungen studieren, Mails mit den Kandidatinnen austauschen, mit der engeren Wahl skypen, mit der noch engeren Wahl ein zweites und vielleicht ein drittes Mal skypen bis wir schließlich ein neues AuPair Mädchen finden. Mir kommen allerdings plötzlich Zweifel, ob ich überhaupt direkt ein neues Familienmitglied möchte. Weiterlesen

Superman? Der alte Langweiler!

Wenn ich am Wochenende meinen Geburtstag feiere, kann ich eine sehr gute Bilanz ziehen: Ich habe ein paar graue Haare und bin  nicht mehr so knackig wie mit 20, aber davon abgesehen bin ich in der Form meines Lebens. Ich bin so effizient und leistungsstark wie nie zuvor.

I´m a Mom-what´s your superpower?

Ich funktioniere immer und überall. Am Morgen schlage ich die Augen auf und schon auf dem Weg ins Bad räume ich Schleichtiere, Klamotten und Weiterlesen

Berufstätigkeit: Sind mein Mann und ich noch auf Augenhöhe?

Es war einer jener Morgende, an denen ich schon beim Aufwachen feststelle, dass ich so müde bin, als hätte ich überhaupt nicht geschlafen.

Tatsächlich hatte ich auch nicht viel geschlafen. Mitten in der Nacht weinte der Mini und ich merkte, dass er hohes Fieber hatte. Die Nacht blieb unruhig und am Morgen stand fest, der Mini kann nicht in die Kita.

Das Blöde an der Sache war, Weiterlesen

Wiedereinstieg nach Elternzeit versemmelt

Wiedereinstieg nach Elternzeit

Freitags arbeite ich nicht, da habe ich meinen freien Tag.

So sitze ich nun hier an diesem ersten Freitag nach dem Wiedereinstieg nach Elternzeitund tippe einen Blogpost. So, wie ich es mir vorgenommen hatte und so, als wäre nichts passiert.

Die Kinder sind in der Kita, der Mann im Büro, im Keller läuft eine Maschine Wäsche. Inmitten dieser Ruhe kommt es mir unwirklich vor, dass ich in den letzten Tagen NRWs schlechgelaunteste Frau gewesen bin, aber so war es wohl.

Wiedereinstieg nach Elternzeit ( 1,5 Jahre)

Ich kann nicht sagen, dass ich mich auf den Wiedereinstieg nach Elternzeit ins Berufsleben sehr gefreut habe. Nach 1,5 Jahren Elternzeit hatte ich es mir zu Hause ganz gemütlich gemacht und fast vergessen, dass da ja noch ein anderer Teil von mir war. Als ich am Montag allerdings das Haus verließ (gestylt! mit Schminke!), fühlte es sich doch sehr gut an. Ich drehte die Musik im Auto richtig laut und schimpfte noch lauter über den Berufsverkehr. Herrlich!

Ich arbeite in einem Großraumbüro und ich muss sagen, dass ich meine Kollegen ausnahmslos liebe! Das war ein Hallo und eine Wiedersehensfreude! Innerhalb von Minuten fühlte ich mich wieder angekommen in einem Stück alten Leben. Mein Platz ist auch da, nicht nur zu Hause. Ein schönes Gefühl.

Das Ende der Vereinbarkeit

Zwei Tage lang ging alles gut. In der Nacht auf meinen dritten Arbeitstag kotzte sich der Mini die Seele aus dem Leib. Mein erster Gedanke war: „Das arme Kind!“ Der zweite: „Warum immer neben die wasserdichte Unterlage?!“ und der dritte Gedanke: „Scheiße!“

Ich wusch in dieser Nacht im Akkord Wäsche. Ich duschte den Mini ab und zog ihn mehrfach um und während der ganzen Zeit sank meine Laune in den tiefsten Keller.

Vollkommen übermüdet ließ ich am nächsten Morgen meinen Frust am Mann aus. Ich war im Büro noch nichteinmal in meine neuen Aufgaben eingearbeitet, es hätte keinen Sinn gemacht, wenn der Mann seine Termine abgesagt hätte, damit ich ins Büro gehen konnte. Trotzdem war ich wütend, weil ich fand, dass Mütter es einfach schwer haben.

Wiedereinstieg nach Elternzeit

Ich habe die beste Kinderbetreuung, den verständnisvollsten Chef und die unkompliziertesten Arbeitsbedingungen, aber wenn ein Kind krank ist, hilft das alles nichts. Ich muss zu Hause bleiben und auch wenn mir das in meiner Firma niemand direkt übel nimmt: Mitarbeiterin des Jahres werde ich nicht! So nicht!

Und während ich weiter Minis Mageninhalt wegwischte und Berge von Wäsche bewältigte, steigerte ich mich so richtig schön in meinen Frust hinein. So hatte ich mir den Wiedereinstieg nach Elternzeit nicht vorgestellt! Ich werde auf der Arbeit 300% bringen müssen, um ernst genommen zu werden. Wenn man nicht nur die Mutti in mir sehen soll, muss ich mich mehr anstrengen und mehr Einsatz zeigen, als jeder andere. Wo bleibe ich da eigentlich? Zeit zum Bloggen? Kann ich knicken. Meinen Sprachkurs weiterführen? Schlecht, wenn ich keine Zeit habe, die Kursinhalte zu wiederholen. Freundinnen treffen? Höchstens noch auf dem Spielplatz. Ich werde in einem Hamsterrad gefangen sein, dachte ich traurig. Der Mann kam an diesem Abend um 23 Uhr von einem Termin inklusive Abendessen zurück. Mit welcher Laune ich den empfangen habe, könnt Ihr Euch vorstellen?

Nebenbei rebellierte dann auch noch mein eigener Magen, aber der Maxi bestand darauf, zum St. Martinszug der Kita zu gehen. Mein Handy hatte ich zu allem Überfluss im Büro liegen lassen, so dass ich keine Telefonnummer von anderen Kita-Müttern parat hatte, die ich sonst gefragt hätte, ob sie den Maxi vielleicht mitnehmen könnten. Das mit der schlechtgelauntesten Frau NRWs hatte ich schon gesagt?

Es ist er erste Kita-Winter für den Mini und wenn ich an den Maxi denke, dürfen wir uns wohl auf etwa 10 Infekte für die nächsten Monate einstellen. Maxi ist nach drei Jahren Kita inzwischen sehr robust, aber die ein oder andere Krankheit wird ihn sicher auch treffen. Also werde ich alle zwei Wochen meinen Chef anrufen und ihm sagen, dass ich mal wieder nicht im Büro erscheinen kann. Dabei wollte ich die Kinder aus der Arbeit heraushalten. Ich wollte nicht meinen Schreibtisch mit Kinderfotos vollpacken, ich wollte einfach nur Arbeitnehmerin sein, aber das ist schwieriger, als ich dachte.

Ich bin immernoch dieselbe, die ich war, bevor ich Kinder hatte- jedenfalls, was meine beruflichen Qualifikationen betrifft. Ich wurde zwei Mal entbunden, allerdings jedes Mal von einem Kind- mein Hirn ist noch da. Ich habe ein Recht darauf, in Teilzeit am Arbeitsleben teilzunehmen und irgendwer muss ja die Kinder kriegen, sonst hört irgendwann die Welt auf.

In meinem Kopf weiß ich das alles, trotzdem ist da gerade ganz viel Frust und ein bißchen Verzweiflung.

Zwei von vier Tagen habe ich dies Woche gearbeitet. Das war kein guter Wiedereinstieg. Das kann nur besser werden.

Immerhin habe ich diese Woche gelernt, dass unsere Waschmaschine ein ganz tolles Kurzwaschprogramm hat. Wer weiß, wann man das mal wieder gebrauchen kann!

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Zurück ins Büro

Wiedereinstieg nach Elternzeit

Ich genieße noch einen letzten Kaffee in der Vormittagssonne. Ich gehe noch einmal mit meiner Freundin an einem Wochentag frühstücken. Ich nutze noch einmal die Gelegenheit, Vormittags durch die Stadt zu schlendern. Noch einmal genießen. Noch 14 Tage. Dann fängt ein anderes Leben an.

Am 3. November gehe ich zurück ins Büro.

Ich war mal sehr glücklich dort. Ich habe einen großartigen Arbeitsplatz mit netten Kollegen und dem besten Chef, den ich mir vorstellen kann. Als ich als Rechtsreferendarin in das Unternehmen kam, war ich überwältig und bis heute ist viel von der Faszination für den Konzern geblieben. Aber wo hab ich nur den ganzen Elan hingelegt, als ich am letzten Tag vor dem Mutterschutz nach Hause kam? Der muss doch irgendwo sein…

Nach jedem Urlaub fällt der Wiedereinstieg schwer, aber das hier ist noch ein bißchen schwieriger. Ich muss nämlich schon wieder meine Rolle ändern und mich neu definieren. Die Miez hat vor einiger Zeit einen sehr schönen Post zum Thema verfasst, in dem sie schreibt, wie absurd es ist, dass man immer in irgendeine Schublade gesteckt wird, und egal in welcher Schublade dieser Kommode namens Mutter man steckt, es nie jemandem recht machen kann. Ich ziehe nun also aus der Elternzeit-Mama-Schublade aus und suche mir meinen Platz in der Working-Mom-Schublade.

Ich kenne die Working-Mom Schublade noch gut. Ganz hübsch ist es da. Es liegen allerdings auch eine Menge Streß, Unzufriedenheit, Zeitmangel, Gewissensbisse und ähnliche Störfaktoren herum, und an manchen Abenden werde ich mich auf den Mann stürzen und ihn stellvertretend für alle Kollegen dafür beschimpfen, dass es viel zu wenig Verständnis für Vereinbarkeitsprobleme gibt. Dann wird er mich ein bißchen coachen und plötzlich sind die Probleme alle wieder lösbar und ich gehe am nächsten morgen wieder wie immer ins Büro. Bis das nächste spannende Projekt an den viel flexibleren Kollegen geht.

Ich habe übrigens das Glück, einen Arbeitgeber zu haben, der die handelsüblichen Voraussetzungen für Vereinbarkeit alle erfüllt: Gleitende Arbeitszeiten, die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten (und das funktioniert bei meinem super-Chef auf Zuruf: „Kind krank, kann ich heute von zu Hause arbeiten?“). Meine Kinder gehen beide in eine betriebseigene Kita, die von 7-19 Uhr geöffnet hat und keine Ferien kennt, mit Ausnahme von Heiligabend und Silvester. Für Menschen in Elternzeit gibt es ein System von Mentoren, Calls und Veranstaltungen, durch das man auch während der Elternzeit mit dem Unternehmen in Kontakt bleibt- kurz: Es wird mir so einfach gemacht, wie es geht!

Nur gegen die innere Zerrissenheit nützt das alles nix:

Das Meeting dauert länger, als geplant: Gehe ich vor dem Ende oder lasse ich die Kinder ein bißchen länger in der Kita?

Ein Kind ist schon wieder krank: Lasse ich mir einen Betreuungsschein geben oder tausche ich den Tag lieber mit meinem freien Tag, damit mein Image nicht so schrecklich „muttimäßig“ wird?

Und dann sind da noch all diese Bedenken, die sich jetzt, kurz vor dem Wiedereinstieg auftürmen:

Habe ich die Aufteilung gut gewählt, oder sollte ich mehr oder weniger Stunden pro Woche arbeiten, um sowohl eine gute Mutter, als auch eine gute Arbeitnehmerin zu sein? Wenn ich im Büro bin, will ich mich dort zu 100% einbringen, aber am frühen Nachmittag muss ich gehen. Kaum nehme ich meine Kinder in den Arm, brechen die vollen 100% Mutter durch und ich wünsche mir, ich hätte mehr Zeit, um diese nie wiederkehrenden Jahre mit den Jungs zu genießen.

Bin ich als arbeitende Mutter zufriedener?
Oder bin ich gestresster?
Kann ich die Zeit mit meinen Kindern mehr genießen, oder werde ich es kaum erwarten können, dass sie in ihren Betten sind, damit ich endlich ein bißchen Zeit für mich habe?
Werde ich weiterhin gerne bloggen? Oder falle ich abends nur noch todmüde vor den Fernseher?
Komme ich mit meiner Arbeitszeit aus? Oder sitze ich abends noch an Präsentationen, die ich nicht fertig bekommen habe, bis ich die Kinder aus der Kita holen musste?

Diese Bedenken vergiften mir ein wenig die letzten Tage meiner Elternzeit, weil ich sie Tag und Nacht in meinem Kopf hin und her schiebe. Dabei weiß ich eigentlich, dass alles nicht ganz so dramatisch wird. Hab´ich schließlich schonmal geschafft.

Ich freue mich darauf, mich der Welt meines Mannes wieder mehr zugehörig zu fühlen und ich freue mich darauf, den Kindern vorzuleben, dass Geld verdienen nicht Männersache ist. Und ich freue mich darauf, wieder eigenes Geld verprassen zu können.

Um die Vorfreude zu steigern, fange ich am besten mit dem Geldausgeben sofort an. Ich brauche ja schließlich etwas zum Anziehen an meinem ersten Tag. Das erste Gehalt auf den Kopf hauen, bevor es auf dem Konto ist? Kann ich!

Und jetzt will ich Tipps von den arbeitenden Müttern unter Euch: Was muss ich vorher unbedingt noch erledigen? Wofür hättet Ihr gerne mehr Zeit?

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Im Büro darf ich alleine aufs Klo gehen- 10 Gründe, warum die Arbeit nicht nur stressig ist

Wiedereinstieg nach Elternzeit