Brief an alle AuPairs da draußen

Woran liegt es eigentlich, dass so viele AuPair Verhältnisse so problematisch sind und vielleicht sogar vorzeitig beendet werden? Ich habe bei allen drei unserer Aupairs das Gefühl gehabt, dass sie überhaupt nicht vorbereitet waren auf das, was sie sich vorgenommen haben. Ein echter Job, eine fremde Familie, Arbeit mit Kindern, eine neue Kultur- darauf müssten sie eigentlich viel besser vorbereitet werden. Das tun aber weder die Agenturen, noch die Gastfamilien, denn die wollen ja die Bewerberinnen auch nicht abschrecken. Mit unserem imaginären, zukünftigen AuPair würde ich gerne mal Klartext reden. Ungefähr so:

Liebes zukünftiges AuPair,

morgen fahren wir alle zusammen zum Flughafen, um Dich abzuholen. Wir freuen uns schon auf Dich und haben ein großes Plakat für Dich gebastelt.

Und Du? Bist Du aufgeregt? Weißt Du, was Dich erwartet?

Du wirst mit Kindern arbeiten, weißt Du, was das bedeutet? Das ist nämlich viel anstrengender, als man meint. Kinder sind (wenn sie klein sind) nicht besonders rücksichtsvoll, aber hier in Deutschland schreien wir unsere Kinder nicht an oder schlagen sie gar. Wir gehen geduldig auf sie ein, und das kostet manchmal ganz schön viel Nerven. Kinder wachen morgens sehr früh auf, und auch, wenn Du am Wochenende Deine freien Tage hast und eigentlich ausschlafen kannst, wirst Du sie durchs Haus toben hören und vermutlich davon geweckt werden. Kinder können manchmal stundenlang Spiele spielen, die wir Erwachsene eher langweilig finden. Du wirst nicht jeden Tag mit ihnen Fußball spielen, sondern manchmal auch immer und immer wieder in ihre Rollenspiele eingebunden werden. Und du darfst dabei nicht die ganze Zeit auf Dein Handy sehen. Vielleicht werden sie manchmal wütend auf Dich sein und Dich anschreien und Du musst immer die Ruhe bewahren. Ja, sie können einen wahnsinnig machen. Ist Dir klar, was da auf Dich zukommt? Weißt Du, was ein Leben mit Kindern mit Dir macht?

Vielleicht wolltest Du schon immer nach Deutschland und das AuPair Jahr ist nun Dein Ticket in ein neues Leben. Vielleicht möchtest Du danach unbedingt in Deutschland bleiben und nutzt das Jahr, um Dir eine Zukunft hier aufzubauen. Wir werden Dich dabei nach Kräften unterstützen. Natürlich ist es toll, dass Du bei uns wohnen und essen wirst, krankenversichert bist, ein Busticket und einen Sprachkurs von uns bekommst und außerdem auch noch ein Taschengeld. Das ist auf jeden Fall eine tolle Ausgangsbasis für ein neues Leben in Deutschland. Aber ist Dir auch klar, dass das kein „Schüleraustausch Deluxe“ ist, sondern wir für das, was wir geben, auch eine Gegenleistung erwarten dürfen?

Wir holen Dich nämlich nicht zu uns, weil wir so gerne eine Art Gastfamilie für Dich sein möchten. Das zwar auch, aber wir brauchen vor allem wirklich Hilfe hier. Ein Babysitter reicht uns nicht, wir brauchen manchmal auch spontan Unterstützung. Der Alltag mit Beruf und Familie wächst uns über den Kopf und wir brauchen jemanden, der uns zu Hause ein bißchen den Rücken frei hält. Wir brauchen deshalb jemanden, dem wir unsere Kinder anvertrauen können und auf den wir uns verlassen können. Das bedeutet, dass Du nicht nur mit Deinen eigenen Angelegenheiten beschäftigt sein kannst, sondern tagsüber arbeiten muss. 30 Stunden Arbeit pro Woche stehen in Deinem Arbeitsvertrag, Babysitten (auch wenn die Kinder schlafen) gehört auch dazu. Das ist doch fair, oder?

Und apropos Kinder anvertrauen: Weißt Du, dass unsere Kinder das Wertvollste sind, das wir Dir anvertrauen können? Uns als Eltern sind Reflexe in gefährlichen Situationen sozusagen mit unseren Kindern mitgeliefert worden. Wenn wir zum Beispiel eine Straße überqueren sind wir hellwach und aufmerksam. Wir lassen zu Hause keine Putzmittel, Messer, Scheren, Feuerzeuge und ähnliches herumliegen. Wenn Du unsere Kinder beaufsichtigst, und sie zum Beispiel von der Schule oder Kita abholst, dann legen wir die Verantwortung für das Leben und die Gesundheit unserer Kinder für eine Zeitlang in Deine Hände. Weißt Du, was für eine große Aufgabe das ist? Weißt Du, dass man das nicht einfach nebenbei macht und dass das total anstrengend ist? Und ist Dir klar, dass Du Dir da keine Fehler erlauben darfst?

Ja, der AuPair Job ist keine Kleinigkeit, das ist echte Arbeit. Hoffentlich bist Du darauf vorbereitet.

Wenn Dich die Erkenntnis, dass Du tatsächlich auch arbeiten musst, erst treffen sollte, wenn Du schon bei uns ist, kann es sein, dass Du Dich ausgenutzt fühlst. Es kann sein, dass Du denkst, Du bekommst zu wenig Geld für 30 Stunden Arbeit. Und wenn Du dann noch herausfindest, dass es hier in Deutschland Sozialleistungen vom Staat gibt, und dass jemand, der diese Leistungen bezieht, mehr Geld bekommt, als Du, dann könntest Du Dich wie 2 von 3 Deiner Vorgängerinnen ungerecht behandelt fühlen. Aber weißt Du, das Geld, das Du erhältst, ist nur für Dein Vergnügen da. Du musst keine Miete bezahlen, keine Krankenversicherung und keine Verpflegung. Das übernehmen wir für Dich. Genauso wie den Sprachkurs und Dein Busticket. Du wohnst hier in einem schönen großen Haus mit eigenem Zimmer und eigenem Bad und der Kühlschrank ist immer voll. Das kostet uns übrigens eine Menge Geld. Insgesamt geben wir fast 700 Euro im Monat für Dich aus, damit es Dir an nichts fehlt, Du siehst davon aber nur die 260 Euro Taschengeld. Vielleicht geht es Dir ja doch besser als einem Hartz IV Empfänger?

Und dann ist da ja noch der private Teil des AuPair Verhältnisses. Wir werden sehr eng mit Dir zusammenleben. Du hast natürlich Deine freien Tage und ein eigenes Zimmer, aber dennoch leben wir ja zusammen unter einem Dach. Und es wird bestimmt anders sein, als bei Dir zu Hause, denn jede Familie ist nunmal anders. Vielleicht kommst Du aus einer ganz anderen Kultur. Vielleicht sind Dir all die Dinge, die wir machen, fremd und vielleicht magst Du unser Essen nicht.

Wir nehmen gerne ein paar neue Rituale in unseren Familienalltag auf, und wir probieren gerne öfter mal Rezepte aus, die Du mitbringst und solche Dinge. Am Ende ist es aber unser Leben in einer deutschen Familie, in das Du Dich einfügen musst. Wenn wir in Dein Land kommen, erwarten wir auch nicht, dass Du uns jeden Tag Kartoffelsalat machst. Wir müssen einen gemeinsamen Weg finden, der allerdings berücksichtigt, dass wir hier Kinder großzuziehen haben. Die können z.B. nicht jeden Tag Nudeln mit Ketchup essen, nur weil das das Einzige ist, was Dir hier in Deutschland schmeckt.

Hast Du eine Vorstellung von diesem Leben in Deutschland? Hast Du eine Idee von unserer Kultur? Bist Du auf den Job vorbereitet, den Du angenommen hast?

Wir freuen uns sehr auf Dich und sind gespannt auf ein aufregendes gemeinsames Jahr.

Deine Gastfamilie

 

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53 Kommentare

  1. Nun, ich finde einen Text ehrlich gesagt ziemlich befremdlich. Am meisten stört mich, dass du für 700€ monatliche Ausgaben mehr Dankbarkeit erwartest. Wenn du das auf einen Stundenlohn umrechnest, liegst du weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn. Eine Erzieherin (frisch aus der Ausbildung) würde bei einer 30 Stunden Woche im TVÖD ca 1.800€ brutto verdienen. Von den Lohnnebenkosten des Arbeitgebers ganz zu schweigen.
    Vielleicht sind deine Erwartungen einfach sehr hoch?

    • SIehste, und genau das ist das Problem: Es ist eine Win/win Situation, denn für 700 Euro könnte man nicht so ein Leben führen, wie es das AuPair tut: In einem schönen großen Haus mit Garten leben, mit in Urlaube fahren und in schönen Hotels und Ferienwohnungen leben, in schicke Restaurants ausgeführt werden und alles, was dazu gehört. Sie leben das Leben, das wir als zwei berufstätige Juristen leben. Das kannste von 1800 Euro brutto so nicht! Und außerdem erwarte ich in kleinster Weise Dankbarkeit. Ich erwarte, dass die andere Seite ihren Teil des Vertrages einhält. 30 Stunden Arbeit sind vertraglich vereinbart und die einzelnen Pflichten beispielhaft aufgeführt. Wenn ich also die vereinbarten Leistungen gewähre, erwarte ich, dass das Mädel nicht den ganzen Tag in seinem Zimmer rumhängt und schläft. Oder statt auf die Kinder aufzupassen nur aufs Handy starrt- um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. Die Erwartungen waren klar definiert und nicht überraschend und schon gar nicht zu hoch.

    • Da gebe ich dir Recht…ABER sie ist auch eine ausgebildete Person mit Fachkenntnissen . Ich denke das sind die meisten Au-Pairs nicht.
      Da bin ich dann doch eher auf der Seite von Mia. Es wird vorher wirklich jede Aufgabe bis in kleinste vertraglich festgehalten. Da kann man schon erwarten das diese Aufgaben auch gewissenhaft erledigt werden.

    • Ich muss grade ein wenig schmunzeln.. Ich bin Akademikerin in einem Sozialberuf, und wenn ich überlege ich könnte ein schickes Leben nutznießen, bekomm nen Kurs und Reisekosten bezahlt, arbeite 30 Stunden die Woche und am Ende des Monats hab ich 260€ SPASSGELD zum Verplempern für jeden Quatsch der mir so einfällt.. Alter Schwede, da könnt ich meinen Job kündigen. – Jetzt, in den 30ern mit Familie geht sowas natürlich nicht, aber das ist nicht der Punkt, sondern: obwohl ich nicht schlecht verdiene habe ich nie so luxuriös leben können. Da würd ich mal bestimmt nicht klagen.

      • Liebes Hummelchen,

        ich bin auch Akadamikerin (nicht in einem Sozialberuf) und finde 260€ Spassgeld doch wenig. Ich finde es befremdlich, dass sie dafür ihren Job kündigen würden. Ich denke eher sie werden ziemlich schlecht bezahlt und das auch, weil sie in einem Sozialberuf arbeiten. Wenn ich mal überlege, wieviel Spassgeld mir als Akademikerin zur Verfügung stehen, dann komme ich weit über die 260€. Und ich habe auch Familie und bin Ende 20. Ihre finanzielle Situation tut mir ehrlich gesagt schon ein bisschen leid, weil es zeigt wie wenig soziale Berufe anerkannt sind.
        Ich finde auch das man mal runterrechnen sollte: 700€ ist nicht mal ein Mindestlohn. Die Schreiberin erwartet, dass aber die gleiche Arbeit getan werden soll, wie von einer Tagesmutter (die sind auch nicht immer ausgebildete Erzieherinnen) und dann noch eine Tagesmutter, die sich exklusiv nur um 2 Kinder kümmert.
        Ich finde man sollte sich mal überlegen, ob man dann überhaupt ein Au Pair haben möchte, wenn man anfängt einem Menschen das Essen in den Mund zu rechnen. Mal ehrlich im Prinzip wird hier eine billige Arbeitskraft verlangt, die man in Deutschland so nicht finden würde. Da keiner zu so schlechter Bezahlung arbeiten würde. Deshalb sucht man sich ja ein billiges Au Pair aus dem Ausland.

        • Ganz ehrlich: an der Stelle schießt du wirklich weit übers Ziel hinaus. Man entscheidet sich für ein AuPair, weil man eine billige Arbeitskraft möchte und nutzt deshalb so eine n Mädel aus? Das ist leider so eine vollkommen falsche Aussage! Wenn ich eine billige Arbwitskraft wollte, würde ich mir so eine suchen und sie abends nach Hause schicken. Wer sich für das Modell AuPair entscheidet öffnet seine Familie, sein Haus, sein Herz für einen anderen Menschen, das hat mit billige Arbeitskraft nutzen sowas von gar nichts zu tun. Aber du scheinst das besser zu wissen als ich, also würden mich deine AuPair Erfahrungen interessieren!

    • Hallo Britta,

      wir haben auch inzwischen das zweite Aupair, welchem wir genau aus solchen Gründen (dauernd nur auf Handy schauen, Kindern nur bewachen und nicht mitspielen, Dienst nach Stechuhr, „Muss ich mit euch essen? Ist dann Arbeitszeit“ O-Ton) vor 3 Tagen gekündigt haben.
      Wir für unseren Teil erwarten schon etwas Dankbarkeit für die vorgerechneten 700,- € monatlich. Wir öffnen auch Türe und Herz und wollen gerne in ein Aupairmädchen investieren (in Form von Zuwendungen und Zeit). Wenn aber alles damit quittiert wird, dass man nur lästig erscheint, dann hat meiner Meinung nach das Aupair den Gedanken des Aupair nicht verstanden. Wir nehmen unser Aupair auch mit in den Urlaub oder zu privaten Ausflügen, wo wir sie wie eine große Schwester behandeln und nicht wie eine Dienstmagd – da kann man doch auch etwas mehr „Dankbarkeit“ erwarten und das vorrechnen von Zeiten vernachlässigen. Wir versuchen es ab Januar noch einmal mit einem dritten Mädchen – dann werde ich aber auch tatsächlich die Aufgaben noch klarer formulieren und betonen, dass sie eben nachmittags/abends arbeiten muss und nicht weg kann.

  2. Ich finde es schade, dass eine „Aupair-Beziehung“ so oft an der schlechten Vorbereitung scheitert. Ich war damals in der 11. Klasse ein Jahr im Ausland und wurde vorher richtig gut von meiner Organisation vorbereitet – mit allem positiven und negativen, was auf mich zukommen kann. Welche Gepflogenheiten in meinem Gastland zu erwarten sind. Was meine Gast Eltern von mir erwarten könnten. Wie ich mich anzuziehen habe etc etc. Ich glaube, ohne hätte das Jahr bei mir auch schief gehen können. Der Kulturschock war trotzdem noch groß genug.
    Die Agenturen bekommen ja auch Geld für die Vermittlung, da sollte meiner Meinung nach eine gute Vorbereitung oder zumindest eine Anweisung, was zu erwarten ist und was Au-pair eigentlich bedeutet, eine Voraussetzung sein. Schade!

    Ich hoffe, ihr findet noch eine gute Lösung für euch!

    • Und das AuPair Verhältnis ist ja nochmals etwas anderes als das Austauschverhältnis. Die AuPairs bekommen einen Vertrag mit ihren Pflichten. Es geht nicht nur darum, ein netter Gast zu sein- obwohl mir das schon gereicht hätte…

  3. Das hast du sehr treffend beschrieben. Ich glaube, mit einer solchen oder ähnlichen Vorbereitung hätte auch bei uns einiges reibungsloser laufen können.
    Unser erstes Jahr mit AuPair neigt sich dem Ende zu. Ich bin sehr glücklich darüber, dass ich in diesem Jahr quasi eine kleine Schwester gewonnen habe, habe aber auch den Eindruck ein weiteres Kind groß gezogen zu haben.
    Ich muss zugeben, dass auch ich zu vieles im voraus ganz anders eingeschätzt hatte. Zum Beispiel ging ich davon aus, dass ich nach etwa 2-3 Wochen breites eine wirkliche Entlastung spüren würde. Die stellte sich aber erst nach etwa drei Monaten ein.
    Ich hatte auch unterschätzt, wie sehr ich „gebraucht“ werde, wie sehr ich Bezugspersonen sein muss und wie unselbstständig ein erwachsener Mensch sein kann.
    Letztendlich hatten wir einfach Glück, dass wir zusammen passen.

  4. Eva Indlekofer

    Man darf aber auch nicht vergessen, dass in der Regel junge Mädchen ohne pädagogische Ausbildung kommen… Selbstverständlich sollten sie wissen auf was sie sich einlassen, aber die Erwartungeshaltung erscheint mir doch sehr vereinnahmend. Da wäre eine Nanny vielleicht doch die qualifiziertere Wahl.
    Ich war selbst auch Au-Pair und bin nur wenig vorbereitet worden. Das Taschengeld war ein Witz, aber es war eine tolle lehrreiche Zeit. Die Erwartungen der Familien waren krass unterschiedlich. Das habe ich durch den Kontakt mit anderen Au-Pairs gemerkt.

    • Also meine Erwartungshaltung beinhaltet eigentlich nur guten Willen und Höflichkeit. Alles andere hätte sich gefunden.

  5. Uijuijui, das hört sich erstmal echt hart an. Aber ich verstehe dich sehr gut!

    Zum Glück hatten wir in vielen Aupair-Jahren nicht so viele Probleme, aber ich habe auch damals noch von zuhause gearbeitet, also war ich im Notfall da (obwohl ich mich an keinen erinnern kann) und das ist dann schon was anderes. Und wir hatten ja immer Französinnen wegen der Sprache und da ist der Kulturunterschied dann nicht so groß. Außer daß sie immer einen Nachtisch brauche 😉

    Wir haben vor ein paar Tagen noch beim Essen von den Au pairs gesprochen und meine Mädels waren sich bei den meisten einig, daß sie toll waren und haben richtig geschwärmt: Mit Eline haben sie viel gemalt und gebastelt und sie liebte die Apfelpfannekuchen von meiner Mama ( und wohnt jetzt in Aachen und hat vor Kurzem ihr 2. Baby bekommen <3 ). Tiffany durften sie immer schminken, Anais hatte super Geduld mit Lilli, die erst nichts von ihr wissen wollte und mit Praxie wurde viel getanzt und gesungen. Unterm Strich also alles richtig gemacht!

    Ich wünsche euch, daß ihr auch noch eine gute Lösung für euch findet!
    GLG, Yvette

  6. Liebe Halima,
    ich verstehe sehr gut, was Du meinst, auch wenn wir keinerlei Erfahrungen mit AuPairs haben – übrigens u.a. aus Kostengründen und Gründen der fehlenden Privatsphäre im eigenen Haus.
    Und ich denke, man darf die EUR 700, die Du exemplarisch aufrufst, nicht mit dem Mindestlohn einer voll ausgebildeten Familie vergleichen darf. Eher sollte ich doch schauen, was ein Lehrling im 1. Lehrjahr verdienen würde. Denn genau so wird es sich auch anfühlen, kann ich mir vorstellen. Dass ich erstmal eine ganze Zeitlang in die „Einarbeitung“ investiere. Und manche Dinge – wie beispielsweise die fehlenden Eltern-Reflexe, die jedoch auch Erzieherinnen „erlernen“ – u.U. nie erwarten kann oder bekommen werde. Ich kann sooo gut nachvollziehen, wieviel Vertrauen da drin liegt, jemand Fremdem sein Wervollstes anzuvertrauen. Jemandem, der nicht darauf vorbereitet wurde und vielleicht auch null Erfahrung mit eigenen kleinen Geschwistern sammeln konnte. Der in der Tat „nur“ ein spannendes Jahr in Deutschland vor Augen hatte und völlig unterschätzt hat, was als Gegenleistung (und ja – genau das ist es, denn aus lauter Nächstenliebe holt ihr euch kein fremdes Mädchen ins Haus!!!) erwartet wird.
    Echt schwierige Kiste!
    Hut ab für Deinen ehrlichen Text, ich könnte gut verstehen, wenn das Experiment an dieser Stelle für Euch beendet ist.

    Liebe Grüße, Karen

    • ich habe die ganze Zeit – während ich die Kommentare gelesen habe – überlegt, wie ich es ausdrücken kann, was ich im Kopf hab (auch ohne eigene einschlägige Erfahrung)…und genau so hätte ich es geschrieben, wenn ich die richtige Worte gefunden hätte!

  7. Hallo Halima,

    irgendwann mal habe ich Deinen Blog entdeckt, als ich auf Der Suche nach Erfahrungsberichten zum Thema Aupair war. Seitdem verfolge ich Deine Zeilen, weil mich auch andere Inhalte interessieren und ich Deinen Schreibstil sehr gerne mag.
    Ich kann alles unterschreiben, was Du in dem Brief geschrieben hast. Ich suche im Moment unser 4. Aupair und überlege gerade, ob ich den Mädchen, mit denen ich in Kontakt stehe, zur Vorbereitung einfach Deine Seite zum Lesen weiterleite… 😉
    Ich habe bisher 2 Super-Erfahrungen gesammelt und einen richtig fiesen Reinfall mit Aupair-Mädchen erlebt und mir graut es schon davor, dass es wieder so kommen kann. Denn ob ein Mensch selbstständig ist oder ein weiteres unselbstständiges Kind, ob er Verantwortung tatsächlich übernehmen kann, die Kinder mag, von den Kindern gemocht wird usw. kann sich erst herausstellen, wenn man ihn in die Familie holt…
    Genau wie Du habe ich überlegt, ob wir auch ohne Aupair, z. B. mit einer Kinderfrau auskommen. Aber ich brauche unbedingt die Flexibilität. Das ist einer der Hauptgründe für meine Entscheidung, es doch noch einmal zu versuchen.
    Ich hoffe, dass Ihr gut ohne Aupair auskommt und freue mich schon auf Deine kommenden Beiträge. Viele Grüße aus einer kleinen Nachbarstadt 🙂
    Regina

  8. Anna Fritz

    hallo,
    bin jetzt 62 Jahre und war in jungen Jahren AuPair in Italien. War nicht einfach wegen der Sprache und die Kinder frech und umgezogen. Erst nach einen Monat habe ich mich eingelebt. Konnte nicht kochen , was von mir verlangt wurde. Lies mir ein Kochbuch schicken. Hab auch zig mal den Sprachkurs versäumt, weil die Kinder krank waren. Ich hab nach 8 Monaten die Familie verlassen, die auch noch sauer war auf mich. Und trotzdem war es eine Bereicherung fürs Leben. In zwei Jahren gehe ich in Rente und werde als Granny AuPair es wieder versuchen, mit anderen Voraussetzungen. Habe ja immerhin zwei wunderbare Kinder großgezogen und bin gestärkt. Vielleicht sollten Sie es mal mit Granny AuPair versuchen. Der Sitz ist in Hamburg. Alles Gute.

  9. Ich bin jetzt seit fast zwei Monaten Au Pair in den USA und es läuft super. Ich bin zufrieden mit meiner Gastfamilie und meine Gastfamilie mit mir. Wenn die Gastfamilie ihre Erwartungen und Aufgaben vorher verständlich aufführt, fällt es den meisten Au Pairs leichter diese zu erfüllen. Meine Gastfamilie hat mir vorher eine Art Haushaltsbuch geschrieben. Darin standen alle Regeln für Leben im Haus, arbeiten mit den Kindern, meine Aufgaben und Do‘s and Don’ts. Mir hat das sehr geholfen. Und in den ersten zwei Wochen war immer jemand auf der Arbeit dabei und hat mir gezeigt wie ich es machen soll. Für mich war das der perfekte Weg. Dazu muss aber auch gesagt sein, dass Au Pairs die nach Amerika kommen vier Tage ein Training in einer Schule durchziehen. Und mit 196,75$ wöchentlich ist auf jeden Fall die Wertschätzung größer.

    • Ich freue mich ja immer, auch mal schöne Geschichten zu hören. So einTraining ist natürlich super. Ich habe ein „AuPair ABC“ geschrieben und überrreicht, aber das AuPair hat es wohl nicht gelesen…

    • Hallo Katarina,

      das finde ich eine ganz tolle Sache. Kannst Du mal ein paar Beispiele aufführen, die in Deinem Haushaltbuch standen? Vielleicht gucke ich mir das ab 🙂
      Viele Grüße
      Regina

  10. Super Artikel. Du solltest vielleicht noch erwähnen, dass wir unsere Kinder nicht vor den Fernseher setzen, wenn sie quengeln. Das hat unsere den ganzen Tag gemacht.

  11. In vielen Dingen gebe ich dir Recht. Doch eben nicht in allen…
    Aber ein Au Pair ist eben KEIN Arbeitsverhältnis! Und das Au Pair KEINE Angestellte! Es ist KEIN Arbeitsvertrag!
    Man nimmt einen jungen Erwachsenen in sein Zuhause auf als Familienmitglied. Er bekommt wie alle anderen Familienmitglieder ein Zimmer, Essen und eben Taschengeld. Dafür bringt er sich in die Familie ein und unterstützt diese durch Betreuung seiner „Geschwister“ und hilft im Haushalt. So wie es ein großes Geschwisterkind auch täte.
    Vielleicht sind deine Vorstellungen von Au Pair nicht richtig gewesen? Deine Erwartungen vielleicht nicht zu erfüllen?
    Unsere jüngste Tochter sucht gerade eine Au Pair Stelle und ich hoffe, dass auf beiden Seiten – ihrer und der ihrer zukünftigen Familie – die Vorstellungen, Erwartungen und Wünsche dem Au Pair entsprechend…

    • Keine Ahnung, wie Du darauf kommst, aber ein AuPair bekommt einen Vertrag, in dem die Pflichten geregelt sind und eine Vergütung. Gleichzeitig wohnt es bei Eich und soll am Familienleben teilnehmen. Es ist damit beides, Arbeitsverhältnis und Familienverhältnis, aber es ist definitiv mehr als nur ein Schüleraustausch.

      • Selbstverständlich gibt es einen Vertrag. Aber keinen Arbeitsvertrag! Schau doch einfach Mal bei z.B. http://www.aupairworld.com nach… Da findest Du die Definition von Au Pair. Nämlich Familienmitglied auf Zeit. Aber nichts für ungut, ich denke Du möchtest das gar nicht anders sehen als Du es siehst. Ist auch dein Recht, nur dass die Sache mit dem Au Pair so gar nicht funktionieren kann. Rücksicht und Gegenseitigkeit wären das Stichwort gewesen… Aber wie gesagt, dein Leben, deine Familie, deine Ansichten, deine Erfahrungen… Beste Grüße Kirsten

        • Keinen Arbeitsvertrag im eigentlichen Sinne, aber dennoch einen Vertrag darüber, welche Arbeiten zu leisten sind und welche Gegenleistung es dafür gibt. Wenn das Mädel unterschreibt „30 Stunden Arbeit pro Woche, dazu gehören leichte Hausarbeiten wie Bügeln, staubsaugen, Aufräumen und Kinderbetreuung“ dann darf ich das wohl erwarten. Ich gehe ja auch nicht hin und sage: Och joa, das mit dem Geld steht zwar im Vertrag, ist mir aber eigentlich. Zu viel!
          Nenn es wie du willst, aber ein AuPair ist zu 30 Stunden Arbeit pro Woche verpflichtet. Bei uns kommt man auf etwa 10!

  12. Ich war selbst Au-pair-Mädchen und mittlerweile Berufstätige Mutter. Ich würde mir aufgrund meiner eigenen Erfahrungen kein Aupair ins Haus holen. Ich selbst war damals 19. ich denke ich habe meinen Job gut gemacht aber ich habe was ganz anderes erwartet. Meine Familie war eher mit professionellem Bezug zu mir, was ich damals echt schrecklich fand. Ich dachte man ist mehr Teil der Familie und ich habe mich auch ausgebeutet gefühlt, musste viel Hausarbeit machen und war immer froh wenn ich am Wochenenede raus kam und mein Ding machen konnte. Meine Kinder könnte ich auch aus diesem Grund einem so jungen, fremden Menschen nicht anvertrauen. In dem Alter ist man sich der Tragweite einfach nicht bewusst.

  13. Ich erweitere um:
    Liebes Au Pair, wir konsumieren keine Drogen… nein auch keine „leichten“… nein, auch nicht nach Feierabend.
    Darüber hinaus stellen wir auch keine Videos des uns anvertrauten Kindes auf Youtube… nein. Einfach nein.

    Ach das Thema ist für mich echt frustbeladen.
    Wir haben ein ganzes Jahr im Vorfeld telefoniert und Mails geschrieben, Aufgaben kommuniziert, etc.

    Am Ende hat sie toll mit unserem Sohn gespielt. Aber halt sonst nichts. Dass sie ihre Aufgaben nicht erledigt hat war das eine – da konnte ich aufgrund neuer Rahmenbedingungen drauf eingehen. Aber dann ist sie zu allem Überfluss noch unverschämt geworden. Wollte keinen Sprachkurs machen – aber hey wir könnten ihr das Geld, das wir so sparen doch einfach in bar geben. Da könnte sie dann viel mehr mit anfangen. Hat keine Aufgaben von meinem Mann angenommen, weil sie grundsätzlich „against patriarchism“ sei. Äh ja.

    Nachdem sie sich einige Klopper geleistet hat (sich von zuhause aussperren, während das 1-jährige Kind drinnen ist „Come one… this stuff happens.“, dauernd das schlafende Kind wecken, weil sie die Türen hinter sich zugeknallt hat „That’s just my character!“ oder 2 Wochen lang jeden Morgen verschlafen und sich von mir wecken lassen. „I mean, you are at home anyway“.
    Mein Mann, der sie dann ernst darauf angesprochen hat, durfte sich von ihr anhören, dass er sie einfach nicht leiden könnte, so wäre sie halt. Zu mir sagte sie, er würde total überreagieren und ich solle ihm doch mal den Kopf gerade rücken „women must stand up for women!“.

    Da war dann auch meine Geduld am Ende. Das waren drei sehr lange Monate.
    Die Youtubevideos von meinem Kind habe ich zum Glück erst entdeckt, als sie schon weg war. Sonst hätte ich sie wohl wirklich nachts ohne Geld einfach auf die Straße gesetzt.
    Das hat sie nämlich in ihrem Video bei Youtube, in dem sie tränenreich mit ihrer schlimmen Zeit bei uns abgerechnet hat (jeder Klick ist bares Geld), behauptet.
    Ich musste kurz überlegen, ob ich mir nur eingebildet hatte, sie früh morgens an einem Feiertag zum Flughafen gefahren zu haben, den zweiten Koffer, den sie eingecheckt hat, bezahlt zu haben und ihr den Lohn für einen Monat mehr, als ihr zugestanden hätte, gegeben zu haben, so überzeugend waren die Absurditäten, die sie in ihrem Video behauptet hat.

    Diese Erfahrung hat mir den Au pair-Gedanken echt verleidet. Ursprünglich war sie da, um mir in der Zeit mit Neugeborenem und Kleinkind unter die Arme zu greifen. Aber es fühlte sich trotz ihres Alters eher an, als wäre ein pflegeintensiver Teenie eingezogen.

    • Das deckt sich leider mit meinen Erfahrungen. Mann, was habe ich mir alles angehört. Es gibt sicher viele nette, tolle Mädels, aber ich hatte zwei wirklich schwierige!

  14. Also ich war ein halbes Jahr in Australien als Au pair und ich kann viele Dinge die du hier schreibst sehr gut nachvollziehen, jedoch gab es auch einige Probleme in meiner Gastfamilie. Ich bin sehr selbständig und habe total viel Erfahrung mit Kinderbetreuung, das war auch nie das Problem. Jedoch hatte meine Gastmutter Erwartungen an mich gehabt die sie mir nie mitgeteilt hat, und vielleicht waren diese Dinge in Ihren Augen selbstverständlich. Rückblickend kann ich aus meiner Sicht sagen, dass es total wichtig ist über alles zu sprechen! Außerdem hat mir wirklich eine Bezugsperson gefehlt ich hätte mir gewünscht das meine Gastmutter wie eine Freundin für mich wird leider war sie an mir nicht besonders interessiert. Außerdem hängt es glaube ich wirklich davon ab wie Reif das Au pair ist. Ich habe dort viele Mädchen kennengelernt die wirklich noch unreif waren und für die Familie wie ein weiteres Kind waren.
    Zusammenfassend finde ich das dein Text etwas hart klingt wenn man sich nicht in diese Situation hineinversetzen kann und ich denke, dass es mich als zukünftiges Au pair abschrecken würde.

    • Wenn Du wüsstest, was ich mir alles anhören musste, fändest du den Text ausgesprochen freundlich formuliert. „Von den Kindern bekomme ich Kopfschmerzen!“ „Was soll ich denn mit denen machen? Sollen wir hüpfen? Ich habe keine Lust, die haben keine Lust, aber wir hüpfen jetzt?“ Nur um mal zwei von hundert Beispielen zu nennen. Die Mädels hatten schlichtweg keinen Bock auf Kinder und Arbeit. Und wir haben trotzdem bei einer das ganze Jahr durchgehalten, weil wir ihr ihren Traum von Deutschland nicht zerstören wollten!

  15. Huiuiui, deine Worte bringen mich echt zum Grübeln. Ich war nach dem Abi selbst als Au Pair unterwegs und muss rückblickend sagen: Ich war tatsächlich nicht mal ansatzweise darauf vorbereitet. Weder darauf, dass mir diese Leute ihre Kinder anvertrauten (bzw. kann ich erst heute begreifen, was das bedeutet), noch darauf, dass sie dachten, sie hätten sich mit mir ein günstiges Hausmädchen ergattert. Naja, wie überall: kannste Glück haben oder eben nich.

    Tut mir leid, dass ihr gleich zweimal blöde Erfahrungen machen musstet.

    Liebe Grüße
    Judith

  16. Sagichnicht

    Also ich muss auch sagen das die Erwartungshaltung einfach zu hoch ist. Klar gibt es da die 16/17 jährigen fürsorglichen Mädchen, die es lieben Babysitter zu spielen und nebenbei etwas zu kochen und aufzuräumen.
    Aber ich glaube der Großteil sieht das Au Pair Jahr einfach als „Auszeit“ an! Nach der Schulzeit einfach mal raus aus XY. Und sind wir alle doch mal ehrlich: das Kinder laut, unhöflich und auch mal ordentlich nerven, haben wir vor den eigenen Kindern doch auch nicht gewusst, was da alles auf uns zukommt! Klar hat man mal auf die Geschwister aufgepasst. War Babysitterin und hat sich sein Taschengeld aufgebessert. Aber es ist ja schon was anderes, wenn man das täglich tun muss, oder nur 1x wöchentlich. Und auch kochen: ich habe mit 16 nicht wirklich kochen können. Das hat man im Laufe der Zeit einfach gelernt. Und auch das Thema Vorsicht. Ich glaube niemand empfindet Angst so derart groß wie Eltern bei ihren Kindern. Da lauern gefahren, die nur wir sehen. Und das ein Au-pair-Mädchen wohl kaum bis gar nicht mit bringt. Ich denke auch, wenn man richtige Unterstützung benötigt, weil beide Elternteile viel arbeiten müssen (wollen) dann muss man sich professionelle Hilfe ins Haus holen. Gibt ja auch Nannys die mittags die Kinder aus der Schule holen und bis abends bleiben, bis die Eltern zu Hause sind.

    • Also meine Erwartung beschränkte sich auf ein bisschen Freundlichkeit, Höflichket und guten Willen. Statt dessen Gemecker über die Kinder und Beschwerde bei der Agentur, weil ich sie gebeten habe, zu staubsaugen! Glaub mir, meine Erwartungen waren extrem niedrig und ich wäre mit noch weniger zufrieden gewesen. Aber hier wurden ständig Grenzen zur Imverschämtheit überschritten.

  17. Ich finde deinen Text sehr gut. Es ist im Moment genau mein Thema! Und ich kann dich so gut verstehen.
    Ich bin alleinerziehend mit drei Kindern, Job, Haus und Garten. Gerade habe ich mein zweites Au pair hier. Unser erstes war ein Traum. 100% verlässlich, fleißig, lieb, lustig, verantwortungsvoll…….Sie gehörte zu Familie. Es war ein geben und nehmen. Ich und Sie …wir sagen es war eine wunderschöne Zeit. Jetzt mit dem zweiten Au pair ……ich weiss es nicht, wie es weiter gehen soll. Genau wie du es beschrieben hast……sie zeigt kein wirkliches Interesse für uns und vor allem für die Kinder. Die Kinder merken dass natürlich. Sie hält kaum Abmachungen ein. Kommt zu spät, verschläft. Hat nur das Handy in der Hand. Sie meint es nicht böse……aber so etwaskann ich nicht gebrauchen. Wir geben uns so viel Mühe mit ihr.
    Ich bin darauf angewiesen, dass hier alles gut läuft und werde wohl bald eine Entscheidung fallen müssen.

  18. Hallo,
    ich bin Mutter einer Tochter, die zur Zeit als au pair im Ausland ist. Ja, jede Minute Vorbereitung ist gut investierte Zeit. Allerdings auf beiden Seiten. Die Gastfamilie meiner Tochter hat neben einem intensiven Mailverkehr und Skypegesprächen mit den Babysitter-Referenzfamilien telefoniert. Sie hat auf umfangreichen Erfahrungen bestanden, einen sehr ausführlichen Vorvertrag vorab geschickt, in dem auch Kleinigkeiten und Eventualitäten enthalten waren. Da der Kontakt ohne Agentur, sondern nur über eine Onlineplattform entstand, gab es schon im Voraus auf beiden Seiten einen großen Abstimnungsdruck und das war gut so. Die Tagesabläufe waren bekannt noch bevor sie gelebt wurden. Was uns als Eltern am Anfang überorganisiert vorkam, hat sich für unsere Tochter als goldrichtig herausgestellt. Das Miteinander lief vom ersten Tag an sehr gut. Gut vorbereitete Kinder und eine große Warmherzigkeit waren die Säulen des Erfolgs auf Familienseite.
    Du betonst, dass sich deine Erwartung für den Anfang auf Höflichkeit, Freundlichkeit und guten Willen beschränkte. Das ist aus meiner Sicht viel zu wenig. Die Lust auf Kinderbetreuung, Organisationstalent, der Mut zu Verantwortung und eine große Portion Lebensfreude an Neuem sind unabdingbar.
    Dein fiktiver Brief hätte meine Tochter wahrscheinlich abgeschreckt und mich als ihre Beraterin bei Bedarf auf dem Weg in die neue Aufgabe auch. Habt ihr richtig Lust auf einen neuen Menschen in der Familie? Ist seine Anwesenheit echt eine Bereicherung oder Mittel zum Zweck? Haus, tolles Zimmer, eigenes Bad… alles prima, aber am Ende zählt nur eines, das zwischenmenschliche.

    Entschuldige, wenn ich zu nahe trete, aber ich wollte gern bewusst aus einem anderen Gefühlswinkel auf das Thema schauen.
    Herzlich, Greta.

  19. Ich selbst bin manchmal abends am Rande meiner Geduld mit drei kleinen Wilden.
    Ich hätte immer Sorge, dass ein junger unerfahrener Mensch irgendwann eventuell mal die Nerven verliert.
    So passiert bei einer Bekannten, wo das Au pair auf die große Tochter losging.
    Wirst du denn nach dieser Erfahrung nochmal einen Versuch starten?
    Lieben Gruß!

  20. Den Ausdruck „uns ein bisschen den Rücken freihalten“, finde ich als Jobbeschreibung doch recht verharmlosend und euphemistisch.

    Du beschreibt, „wie Kinder nun mal sind“, aber dir scheint nicht klar zu sein, wie sehr junge Erwachsene nun mal sind.

    Ein Garten und toller Lebensstandart, den du so betonst zu bieten, helfen nicht bei Heimweh und beim Erwachsenwerden…

    • Nö, aber vielleicht die Willkommensparty, die meine Eltern für sie veranstaltet haben, inklusive schönen Geschenk. Oder das wöchentliche Frühstück im Café, zu dem ich die AuPairs immer eingeladen habe, damit wir quatschen können, um nur mal ein paar Beidpiele zu nennen.

  21. Liebe Halima,
    Vor 20 Jahren war ich selbst so eine Art AuPair Mädchen, allerdings im selben Land und ohne Sprachkurs. Damals habe bei einer Familie gelebt und mich um deren Kind und den Haushalt gekümmert. Etwa 1 Jahr lang und dann wollte ich auch mehr Geld verdienen.
    Damals sollte ich den Haushalt führen und ein Kleinkind betreuen. Die Kinderbetreuung habe ich geliebt, denn wenn man Kinder liebt, geht das praktisch von alleine.
    Der Haushalt hat mir schon Schwierigkeiten bereitet, da ich so gut wie keine Ahnung hatte. Doch meine „Hausherrin“ hat meinen Willen gesehen und mir auch einiges beigebracht. Ich durfte gratis wohnen und sie auch zu Ausflügen,… begleiten. Es war eine wunderbare Zeit.
    Als ich aufgehört habe, haben wir beide geweint.
    Ich wünsche mir das meine Tochter auch einmal so eine Erfahrung machen darf.
    Leider beobachte ich das es wenige gibt die noch solche Erfahrungen sammeln wollen. Einfach weil sie von den Eltern so unterstützt werden und nichts mehr machen müssen und weil alle gleich denken man muss bei jeder Aufgabe reich werden.
    Wenn meine Tochter 15 Jahre älter wäre würde ich sie zu Euch schicken 🙂

    Deine Enttäuschungkann ich absolut nachempfinden…

    Liebe Grüße Edith

    • Ich wäre damals auch keine Hilfe im Haushalt gewesen. Das habe ich schon auch immer im Hinterkopf gehabt und keine großen Anforderungen gestellt. Unser erstes AuPair war da auch total unerfahren, aber sie hat es wenigstens versucht. Sie hatte zu Hause mit ihrer Mutter drei Gerichte zu kochen geübt, die einfach sind und die Kinder mögen. Das fand ich soooo toll. Sie hat sich vor Aufregung beim Kochen zwar immer geschnitten und hinterher sah die Küche aus, als hätte Godzilla gekocht. Außerdem hat es drei Stunden gedauert, bis das Essen fertig war und das Kochen habe nach kurzer Zeit lieber ich übernommen, aber allein wie sie sich angestrengt hat, war so süß. Sie hat auch den Mini einmal auf die Straße laufen lassen und war insgesamt vor allem ein weiteres Kind. Aber sie war süß mit den Kindern und sie war freundlich und höflich und wir waren einfach nur glücklich, dass sie da war. Die beiden Nachfolgerinnen waren das absolute Gegenteil. Da wurde es dann selbst mit unserer Geduld sehr schwierig. Jetzt können wir uns das erstmal nicht mehr vorstellen, aber wer weiß, vielleicht machen wir uns irgendwann wieder auf die Suche nach einem netten Mädchen. LG Halima

  22. Liebe Mütter,
    Ich bin seit 2 Jahren ein Au-Pair, erst in den USA, jetzt in London, mit und ohne Agentur.
    Ich war in 3 Familien und habe alles erlebt, was das Au-Pair Spektrum zu bieten hat.

    Viele Au-Pairs haben Probleme mit ihren Gastmüttern, weil diese oft die treibende Kraft hinter der Idee des Au-Pairs sind und so meistens der größte Berührungspunkt.
    Da entsteht schnell Reibungsfläche besonders in den folgenden 3 Gebieten;

    -light housework, die sich im Endeffekt als nicht kinderspezifisch und gar nicht so light herausstellt

    – Respekt vor dem Au-Pair, dass oft einen sklavenähnlichen Status einnimmt, aber auch fehlender Respekt von den Kindern, die nicht gut auf das Au-Pair eingestellt sind.

    -Kommunikation

    Ein Au-Pair ist keine Fachkraft, das ist richtig, aber es wird auch nicht wie eine Fachkraft bezahlt. 260€ ist sehr viel Geld in der Au-Pair Welt ,viele Au-Pairs haben 200 $ oder hier in London 60-80£ in der Woche zur Verfügung. Manche müssen auch noch Steuern bezahlen und je nachdem wo sie wohnen Spritgeld, um Freunde zu besuchen.

    Dazu kommt, dass es sich hier bei Weitem nicht um Spassgeld handelt, einen Begriff, der jeglichen Realismus vermisst.

    Toiletries, nötige Dinge wie Schuhe, Kleidung, mögliche Ergänzugen wie Handyvertrag, die auch nicht immer von Gasteltern übernommen werden( wenn ihr uns erreichen wollt, solltet ihr auch einen Vertrag stellen), all das und mehr sind kein Spaß, sondern Dinge, die wir ohne Kredidkarte beschaffen müssen.

    Weitaus größer, ist aber das Problem der Misskonzeption der Dankbarkeit über das Familienleben. Au-Pair sein ist der einfachste Weg einen Auslandsaufenthalt zu finanzieren. In eine fremde Familie zu ziehen, am Arbeitsplatz zusammen mit dem Chef zu leben und sich in einem fremden Land einen neuen Freundeskreis aufzubauen, das alles dann noch in einer nicht nativen Sprache, sind Dinge, die viele Gastmütter in ihrer Komplexität und Wechselwirkung nicht überschauen.

    Das Kernproblem jedoch ist der Zwiespalt zwischen Arbeit und Familie.
    Ein Au-Pair zu haben ist der Luxus ein zusätzliches Familienglied begrüßen zu dürfen, dass auf eurer Kind aufpasst. Es ist wie jedes Familienmitglied, nicht spezialisert auf die Betreuung und erhält deshalb auch kein Gehalt, sondern ein Taschengeld. Es hilft gerne in der Familie und im Haushalt, aber es ist auch keine Putzhilfe. Ihr könnt euch nicht aussuchen was euch gerade am besten passt, eine professionelle Nanny oder ein liebendes Familienmitglied.
    Ein Au- Pair ist Teil euer Familie und wie erwähnt, ein Luxus, den man schätzen sollte. Wenn ihr euer Au-Pair so behandelt, dann haben beide Parteien eine wundervolle Zeit miteiander. Letztendlich braucht aber auch jedes Familienmitglied mal etwas Abstand.

    Viele junge Mädels unterschätzen das Au-Pair sein oft, wenn es von Agenturen gesponserten Youtuberinnen promoted wird, aber es gibt natürlich auch viele schlechte Au-Pairs.

    Als langjähriger Bro-Pair würde ich deshalb vielen Familien und Müttern raten, sich mit mehr Emphatie um das Thema zu kümmern, ein Au-Pair ist am Ende des Tages nunmal einfach keine Arbeitskraft die motorisch ihren Job verrichtet, weil dafür am Ende des Monats der Paycheck auf dem Konto ist und die Miete bezahlt werden muss.

    In diesem Sinne;
    ein glückliches Au-Pair ist immer ein gutes Au-Pair.

    Grüße
    Jonas

    • Lieber Jonas,
      danke für diesen tollen Kommentar. Ich finde es super, die andere Seite mal so differenziert, offen und ohne Groll dargestellt zu bekommen. Ich gebe dir auch ehrlich gesagt in allen Punkten Recht. Hier bei uns wären Deine „Anforderungen“ alle erfüllt worden: Ich habe mich fast jede Woche mit dem AuPair zum Frühstück in einem Café zusammengesetzt, damit wir uns Mutter-Tochter-like austauschen konnten. Ich habe als Mutter eigentlich ein gutes Gespür dafür, wenn jemand reden oder mal in den Arm muss. Toilettenartikel habe ich jede Woche von unserem Einkauf mitgebracht. Eine Prepaidkarte gab es auch von uns. Wir haben das AuPair immer überall mit hingenommen- wenn es wollte. Wir haben immer deutlich gemacht, dass sie herzlich eingeladen sind, aber das wir auch nicht beleidigt sind, wenn sie lieber alleine sein wollen. Und ganz ehrlich: Viel Arbeit gab es hier auch nicht, es ging im Wesentlichen um gelegentlich von der Schule abholen und abendliches Babysitten (aber nur, wenn das AuPair nicht schon was anderes vorhatte- kein Witz, wir sind lieber zu Hause geblieben,als dass das AuPair nicht wie geplant ausgehen konnte). Wir hatten hier aber tatsächlich in zwei von drei Fällen sehr schwierige Mädchen, die ganz offensichtlich keine Lust auf das Leben in unserer Familie hatten.
      Du scheinst ein Glücksfall zu sein. Als AUPair Familie kommen wir als Deutsche wohl nicht in Frage für Dich, aber wenn Du mal hier studieren willst oder so und eine Bleibe suchst, dann meld Dich 🙂 Wohnen gegen Babysitten-Du hättest den Job!
      LG Halima

  23. Puh, ich habe mir bis vor Kurzem ein Au-Pair gewünscht. Aber nach dem Bericht und wenn ich an mich selbst mit 19 denke, schiebe ich den Gedanken wieder weg. Danke für die Infos, die Du teilst!!

  24. Ela Zimmermann

    Mal abgesehen davon, dass es uns zuwider wäre, eine fremde Person ständig um uns herum zu haben und ein Au-Pair deshalb nicht in Frage kommt, finde ich, dass deine Erwartungen total gerechtfertigt sind. Und auch sicher keinen halbwegs gesunden jungen Menschen überfordern. Ich kann schon verstehen, dass man als Au-pair auch mal einen Rappel kriegen kann, wenn es im Haus über Stunden sehr laut zugeht und einen die Situation überfordert. Aber das müsste beiderseits in den Griff zu kriegen sein. Dieses verweichlichte Hin- und Her, was man im Moment überall in der Gesellschaft findet (die werden schlecht behandelt und die werden wie Sklaven ausgenutzt und was weiß ich noch alles) ist doch unerträglich. Da liebe ich Klartext, wie du es praktizierst, viel mehr. LG

  25. Liebe Mia,
    es freut mich, dass ich dir einen kleinen Einblick geben konnte 🙂

    Ich möchte an dieser Stelle noch hinzufügen, nachdem ich dein Au-Pair Informationsvideo gesehen habe, dass die Rahmenbedingungen in deiner Familie wirklicher Luxus sind. Deutsche Krankenversicherung, 260€ in der Woche, Busticket, Sprachschule, die Möglichkeit mitzureisen und deine Bereitschaft das Au-Pair zu integrieren, sind nicht selbstverständlich!
    Da kann ich von dem was du berichtest, nur schwer verstehen, warum sich deine letzten Au-Pairs so verhalten haben :/

    Sehr schade, da ich dein Angebot sofirt annehmen würde falls es sich in meiner Zukunft ergibt.
    Hast du denn schonmal über ein männliches Au-Pair nachgedacht?

  26. Wie ist denn die Qualitätssicherung der Agenturen? Wie sind die da aufgestellt? Ich meine alleine bei der Suche nach einer Tagesmutter gibt es ein umfangreiches Prozedere. In unserer alten Heimatstadt wurde dafür beim Jugendamt im persönlichen Gespräch ein Fragebogen ausgefüllt und geklärt, welchen Bedarf man als Familie hat und wie die Wünsche sind, was geht und was nicht, auch die Entfernung zum Wohnort oder Arbeit spielt natürlich eine Rolle. Dann habe ich selbst 3 Tagesmütter besucht, überall verstreut um mir persönlich ein Bild zu machen und letztendlich mich für eine Dame entschieden, nachdem ich merkte sie hat das Herz am rechten Fleck und selbst einen Eindruck von ihrerm Umgang und Alltag mit den Kindern machen konnte. In unserer jetzigen Stadt fehlt zwar das Vorsortieren vom Jugendamt, aber man bekommt mehrere Kontakte und darf quasi ein persönliches Vor-Ort-Casting machen.
    Genauso habe ich einen festen Ablauf bei unserer Babysittersuche. Ich nutze dafür ein Portal, habe bestimmte Kriterien bei der Sucheingrenzung (u.a. wünsche ich mir Aupair- oder langjährige Babysittererfahrung), und dann werden ca. drei Mädels bestellt, man kommt ins Gespräch, klopft anhand eines Fragebogens ein paar Eckpunkte ab, die wichtig für uns sind, und letztendlich entscheiden mein Mann und ich dann. Damit waren wir jetzt zweimal sehr erfolgreich und natürlich spielt auch ein bisschen Menschenkentniss eine Rolle, aber bisher lief und läuft es sehr gut mit den gegenseitigen Vorstellungen von Diesem und Jenen und Familienregeln, die eingehalten werden müssen.
    Was ich damit sagen will, wie will man das „Passen“ sicher stellen, wenn man einen Menschen nicht vorher persönlich treffen und sich einen Eindruck verschaffen kann. Reicht da Skype aus? Dieses Mädchen kommt euch als Familie sehr nahe, ihr teilt viel mehr miteinander als bspw. eine Babysitterin, die nur für ein paar Stunden ins Haus kommt. Gibt es da wenigstens von Seiten der Agentur eine Art Matching, anhand die Sitter den Familien vorgeschlagen werden? Und wie stellt die Agentur selbst sicher, dass die Mädels, die sich da bewerben auch wissen, wass Aupairsein bedeutet? Gibt es da von denen irgendwelche Anforderungen? Kurse z.B., die vor dem Auslandsaufenthalt zur Vorbereitung besucht werden müssen? Zertifikate? (unsere alte Babysitterin musste für ihren Neuseeland-Aupair-Aufenthalt damals einen erste Hilfe-Kurs am Kind machen).

    Ich finde das Thema Aupair schwierig, bzw. für uns als Familie würde nur eines aus persönlicher Empfehlung im Bekanntenkreis in Frage kommen. Aus den eben genannten Gründen. Reife, ähnliche Werte und Normen vom Leben, ähnliche Vorstellungen von den Aufgaben usw. spielen eine so große und wichtige Rolle, da müsste ich von der Vorsortierung der Agentur schon überaus begeistert sein, dass ich mich dann auf so ein Abenteuer (nur kurz skypen oder gar direkt nach D. einladen) einlassen würde.

    Und ja, das Alter spielt eine SEHR entscheidende Rolle. Manche Mädels sind mit 18, 19, 20 einfach noch nicht so weit und z.T. weltfremd, andere wiederum sehr vernünftig und mit klaren Vorstellungen von ihrem Leben. Aber sowas kann ich möglicherweise in einem persönlichen Gespräch heraus bekommen. Bei Mädels, die noch größtenteils in der Pupertät stecken, kommt nämlich sehr viel Erziehungsarbeit auf mich zu, das kann mit Sicherheit so belastend sein, dass es die Unterstützung im Alltag des Aupairs wieder aufwiegt. Unsere ehemalige Babysitterin war 23 Jahre alt, die jetzige 29. Beide Studentinnen, die ihr Leben eigentlich komplett alleine managen. Das macht schon sehr viel aus!

  27. Liebe Mia,

    schon längere Zeit lese ich deinen tollen Blog.
    Vor einiger Zeit habe ich einen Bericht über etwas gesehen, das sich Wohnen für Hilfe nennt. Dieses Angebot richtet sich soweit ich weiß an Studenten, die Wohnraum suchen und dafür ihre Hilfe anbieten. Vielleicht wäre das ja etwas für euch.

  28. Sagichnicht

    Liebe Mia : ich nochmal: von den Erwartungen die dann aber nicht erfüllt worden, hast du allerdings nichts geschrieben bzw. der Brief an das Au-pair-Mädchen las sich so, als hättest du diese und jene Erwartungen. Zb kochen, aufpassen das nichts passiert…. ! Und auch hier: ich glaube die wenigsten 16 jährigen haben einfach kein Bock auf sowas. Die wollen raus in die Welt. Sich Zb Amerika ansehen und Party machen. Und da ist es als Au Pair sicherlich eine günstige Variante. Man bekommt ein Dach über dem Kopf, Essen und dann noch Taschengeld. Ich glaube wenn man wirklich eine effiziente Hilfe benötigt, muss man sich eine gute Putzfrau gönnen. Die 1-2x die Woche richtig sauber macht. Den Rest muss man dann leider nach Feierabend machen. Oder man schafft sich eine Haushälterin an, die kocht und Wäsche faltet. Und für die Kinder gibt es Ganztagsbetreuung inkl einer Nanny die die Kinder um 16h aus der Schule holen. Ich sehe das bei mir in der Nachbarschaft. Die Eltern arbeiten beide sehr viel. Ich sehe jeden Tag die Kinder mit der Nanny Heim kommen. Und das bereits seit 3-4 Jahren. Noch ein Vorteil! Die Kinder haben eine richtige Bezugsperson dazu gewonnen!

    • Meine Kinder haben ja mich als Bezugsperson, ich brauche keine Nanny, ich brauche nur gelegentlich jemanden. Und naja, wenn ich keine Lust auf die Arbeit habe, die in meinem Vertrag steht, sollte ich den Vertrag vielleicht besser nicht unterschreiben. Und das steht in meinem Brief: Liebes AuPair, weißt du, was du tust? Weißt du, dass das nicht nur ein Spassjahr sein soll? Keine Lust ist in dem Fall eine schlechte Vorauasetzung!

  29. Sagichnicht

    Für gelegentlich reicht dann auch ein Kindersitter. Und fürs staubsaugen dann zur Not eine Putzfrau / Haushälterin. Und leider kann man den Au Pair „Kindern“ keinen Brief senden. Und selbst wenn man es tun würde, würden die es doch gar nicht richtig verstehen. Ja es gibt gute dabei. Ich selbst habe mit 16 Kindersitten geliebt. Und habe damit mein Taschengeld aufgebessert. Aber es gibt so viele die da überhaupt kein Sinn für haben. Oder es als einfach ansehen. Aber das Kinder anstrengend sein können oder der Haushalt nervt, merkt man eben wenn man es öfters erlebt. Ich glaube wer Hilfe im Haushalt / Kinderbetreuung benötigt muss sich ein anderes / besseres Netzwerk aufbauen. Da hilft auch nicht ein Brief das ins Netz gestellt wird.

  30. Liebe Mia,

    Ich werde im Januar 19Jahre alt und bin seit Anfang September Au Pair in Spanien und glaub mir, ich habe schon oft darüber nachgedacht, die Familie zu wecheln!
    Ich muss zweimal die Woche die gesamte Kinderkleidung bügeln,zusammenlegen und aufräumen, das gesamte Haus einmal wöchentlich staubsaugen und das Badezimmer, das ich mir mit den Kindern teile putzen. Es gibt nur 50€ die Woche und ich arbeite morgens immer circa 2h und nachmittags und abends 4-5h.
    Als ich ankam gab es von mir kleine Geschenke für die Gastkinder und ein kleines Deutschland-Buch für die Gastfamilie und von ihnen kam… gar nichts. Auch kein Begrüßungsplakat oder etwas anderes. Weder die Metrokarte, noch die Sprachkurskosten wurden übernommen und auf den versprochenen Handyvertrag warte ich immer noch.
    Nachdem ich alle deine Blogbeiträge über das Thema Au Pair gelesen habe, kann ich mich an dieser Stelle echt nur wundern, wie sich deine Au Pairs verhalten haben, zumal du dich mit ihben sogar wöchentlich in ein Cafe gesetzt hast!
    Mich hat man während meiner Zeit hier nur einmal gefragt, ob ich zu einem Familienausflug mitgehen will. Einmal gab es Ärger von der Gastmutter weil eines meiner Gastkinder (7Jahre alt) innerhalb der 35minütigen Frühstückszeit nichts essen und trinken wollte und ich dann zum unziehen geschickt habe mit den Worten „Zieh dich schnell um und wenn du fertig bist kannst du ja essen. Sonst kommen wir noch zu spät zu Schule.“ Er daraufhin rannte zu seiner Mutter und meinte ich würde ihm kein Essen geben, darauf gab es natürlich Ärger von ihr und die Aussage dass er eben „erst 7Jahr alt ist und eben ein Mann. Männer sind halt anders als Mädchen“ und deshalb müsse ich mit ihm vorsichtiger als mit seiner 2Jahre ältern Schwester umgehen (?) .
    Bei Arbeitsbedingungen und so viel Offnheit und Freundlichkeit wie deine Familie den AuPairs entgegenbrachte würde ich meine Gastfamilie nieeeeeemaaaals verlassen wollen!

  31. Liebe Mia,

    Ich selbst war vor mittlerweile 7 Jahren Au-Pair in Dublin. Ich finde die Anforderungen, die du in deinem Brief stellst, völlig verständlich.
    Ich finde nicht, dass bei allem, was ihr für eure Au-Pairs getan habe, von ausnutzen die Rede sein kann. Es erscheint mir sehr großzügig.

    Mein Jahr war auch nicht immer leicht, ich hatte am Anfang viel Heimweh, eine andere Kultur, ein anderes Verständnis von Erziehung. Man muss sich erstmal in der Familie zurechtfinden. Aber ich habe mich gut eingewöhnt und bin sehr dankbar für die Erfahrung. Es muss immer ein Geben und Nehmen sein, wenn das nicht stimmt, dann macht ein Au-Pair wenig Sinn.

    Allles Gute für deine Familie!

  32. Ramona Armbrust

    Hallo,
    der Beitrag ist zwar schon älter aber ich wollte auch noch meinen Senf dazu geben :-D.
    Ich werde das Gefühl nicht los, dass ihr wirklich kein Glück hatten mit euren Au-pair-Mädchen. Vielleicht mal nicht über die Agentur sondern Online? Und aus einem anderen Kulturkreis? Aber jetzt seid ihr eh erstmal durch mit dem Thema oder?

    Ich selbst war auch Au-pair-Mädchen in Frankreich vor 10 Jahren! Und es gibt auch positive Zusmamenkünfte! Vor ein paar Wochen war ich mit meinen beiden Kindern bei meiner ehemaligen Gastfamilie. Meine ehemaligen Gastkinder (jetzt Teenies…so groß!) haben mit meinen Kindern gespielt und Quatsch gemacht. Der Jüngste (damals 3 Jahre alt) hat uns den ganzen Tag leckere Dinge gebacken und will bald zum Deutsch lernen ein paar Wochen zu uns kommen. Seit 10 Jahren hält der Kontakt und ich glaube es wird auch immer so bleiben.
    Damals habe ich das Jahr so genossen. Meine Aufgaben waren klar und es war wirklich nicht viel Arbeit. Wieviel Geld ich bekommen habe weiß ich gar nicht mehr, das ist/war auch sehr irrelevant für mich. Allerdings hätte ich nie erwartet, dass meine Gasteltern zuhause bleiben für einen Termin von MIR. Das ist ja irgendwie falsch herum.
    Heute selbst mit zwei kleinen Kindern denke ich, ich hätte viel mehr helfen sollen und ich denk daran was ich alles falsch gemacht habe. Darüber habe ich letzens mit meiner französischen Gastmutter gesprochen und was hat sie gesagt: „sie hat es damals nur geschafft (3 kleine Kinder und zwei Eltern die Vollzeit arbeiten) weil ich da war…so unterschiedlich haben wir das in Erinnerung :-D.

    Ich wünsche euch, dass ihr das Au-pair-Mädchen Abenteuer vielleicht irgendwann nochmal mit einer positiven Erfahrung abschließt!

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