Wunderbare Jahre

Karlsson vom Dach kennt Ihr, oder? Er ist nach eigener Aussage ein kleiner und gerade richtig dicker Mann in den besten Jahren. Genau wie ich! Also, ich bin kein Mann. Und ich bin auch nicht dick, aber meine besten Jahre, die sind genau jetzt!

Okay, ich hatte Geburtstag. Und okay, es war der letzte mit einer 3 vorne und vielleicht ist das also diese Midlife Crisis. Jedenfalls habe ich gerade das Gefühl, dass mir mein eigenes Leben davonläuft und die vielleicht besten Jahre einfach so vorübergehen, ohne dass ich sie genug genießen kann.

Es sind natürlich die Kinder, die mir bewusst machen, wie schnell die Zeit vergeht. Hab ich die Hosen nicht neulich erst gekauft? Hat der Maxi in dem Alter auch so schnell die Kleidergrößen gewechselt wie der Mini jetzt? Waren die nicht gestern beide noch viel kleiner? Time flies!

In den letzten Wochen und Monaten hat sich bei mir ein Gedanke langsam aber drängend immer mehr in den Vordergrund geschoben: Ich wünsche mir mehr Zeit für meine Kinder. Ich wünsche mir Zeit, um diesen beiden Jungs beim Aufwachsen zuzusehen. Ich hatte mal Zeit. Jeweils ungefähr ein Jahr Elternzeit habe ich mir für jedes Kind genommen, aber danach bin ich wieder ins Büro gegangen und irgendwie sind jetzt ganz viele Jahre mit einem Wimpernschlag vergangen und plötzlich sagt mein Sohn zu mir: „Kannst Du bitte rausgehen?“ wenn er auf die Toilette geht.

Die Elternzeit war super, keine Frage. Andererseits ist man ja im ersten Babyjahr ist es ja eher so eine Art Pflegesituation.

Himmel, war das anstrengend, als ich Tag und Nacht mindestens ein Kind auf dem Arm hatte! Was hat es an meinen Nerven gezerrt, jeden Abend ein Baby und ein Kleinkind ins Bett zu bringen! Wie habe ich es bloß geschafft, so viele Jahre ohne ausreichend Schlaf auszukommen? Würde es nicht heute viel mehr Spaß machen, Elternzeit mit den Jungs zu haben?

Ich glaube schon. Ich habe nämlich gerade wirklich viel Spaß mit den beiden Verrückten. Die laufen hier durchs Haus und verbreiten jeden Tag das pralle Leben. Manchmal darf ich mitspielen, manchmal feiern wir Wohnzimmerpartys zusammen und manchmal schaue ich ihnen nur zu. Und all das würde ich gerne öfter machen.

Leider habe ich keine Zeit, ich muss arbeiten und 1000 Dinge erledigen. Die Kinder haben ehrlich gesagt eigentlich auch keine Zeit, sich stundenlang beim Spielen zusehen zu lassen. Sie haben Verabredungen mit Freunden oder gehen zum Sport und wollen außerdem viel lieber alleine spielen, als ständig ihre Mutter mitspielen zu lassen, wie so ein kleines Geschwisterkind.

Also sitze ich heute alleine in meinem Wohnzimmer und grübele. Habe ich es richtig gemacht? Ist die Aufteilung zwischen Mama und Angestellter, die ich gewählt habe, gut? In den letzten Jahren habe ich immer etwas atemlos hinter dem Tempo hergelebt, das meine Kinder und der Alltag vorgaben. Jetzt ist endlich wieder Zeit zum Atmen da und ich frage mich ständig, ob ich nicht eigentlich zu wenig Zeit mit meinen Kindern habe.

Ich habe acht Monate nach Maxis Geburt wieder angefangen zu arbeiten, und 14 Monate nach Minis. Seitdem sitze ich an vier Tagen in der Woche bis 15 Uhr im Büro. Bis ich mit den Kindern zu Hause bin, ist es (besonders an den Tagen, an denen der Maxi Training hat) schon fast Zeit zum Abendessen. Ganz schön schade finde ich das manchmal wünsche ich mir, ich könnte die Kinder einfach zwei Stunden früher abholen.

Wenn ich weniger gearbeitet hätte, hätte ich mehr Zeit für die Kinder gehabt. Mehr Zeit, um diese wunderbaren Jahre zu genießen. Denn sind es nicht einfach phantastische Zeiten, in denen das Zentrum der Welt meiner wunderbaren Kinder hier mitten in meinem Wohnzimmer ist? Kommen schönere Zeiten als die, in denen sie wie jetzt täglich laut und wild um mich herum sind?

Und wie mein Herz sich freut, wenn ich sie jeden Tag aus der Kita und der Schule abhole, als hätte ich sie tagelang nicht gesehen. Gibt es diese Glücksmomente noch, wenn sie groß sind und überall alleine hingehen? Nicht mehr jeden Tag, oder?

Kann es jemals schönere Weihnachtsfeste geben als die, mit kleinen Kindern? Mit kleinen Kindern und großen, leuchtenden Kinderkulleraugen?

Ich könnte diese Aufzählung noch lange fortsetzen, denn ich erlebe wirklich, dass die Zeit mit den Kindern gerade jeden Tag so voller Liebe und Glück und Leben ist, und dabei so voller Spaß, weil man mit ihnen so tolle Sachen machen kann.

Als wir neulich mit den Kindern  im Restaurant waren, saß am Nebentisch eine Familie mit zwei schon sehr großen Jungs um die 17. An diesem Tisch herrschte ziemliche Stille und als der Mini seine Apfelschorle über meine Hose kippte, schielte ich für einen Augenblick neidisch zu dieser Familie am Nachbartisch hinüber. Herrlich, diese Ruhe! Als die Apfelschorle mit 100 Servietten und der Hilfe von zwei Kellnern weggewischt war, und ich nochmal einen längeren Blick hinüberwerfen konnte, war ich aber gar nicht mehr neidisch. Wie langweilig!

Wie ich nun so dasitze, muss ich wieder an diese Familie denken und ich habe plötzlich so eine Vision davon, wie diese Familie vielleicht auch mal laut und wild war. Werden wir eines Tages genau so dasitzen, als hätte man aus unserer Familie von heute den Ton und die Farbe herausgenommen? Ich möchte lieber für immer die Familie behalten, die wir heute sind. Oh,Mann, ich sag´s ja, ich muss unbedingt meine Familie mit diesen beiden wilden kleinen Kerlen viel mehr genießen!

So, Halima, und jetzt musst Du aufhören mit der Grübelei, sagte ich an dieser Stelle zu mir selber in meinem Wohnzimmersessel sitzend. Ob es schöner gewesen wäre, weniger zu arbeiten, wirst du jetzt nicht mehr herausfinden. Vielleicht würdest Du dann jetzt aber hier sitzen und Deiner Karriere hinterherweinen. Und es gibt auch keinen vernünftigen Weg zurück: Die Kinder werden jeden Tag selbständiger und Du willst ausgerechnet jetzt anfangen, weniger zu arbeiten?! Ist doch schön, dass Du Deine Familie gerade so besonders genießt. Also mach was draus!

Stimmt eigentlich! Ich nehme an, vielen von Euch geht es ähnlich; wer hadert nicht immer wieder mit der Vereinbarkeitsfrage und wer hat nicht das Gefühl, dass einem die wunderbaren Jahre mit kleinen Kindern durch die Finger rinnen, jedes Jahr noch ein bißchen schneller? Aber egal ob ich täglich zwei, drei oder acht Stunden mit meinen Kindern verbringe, ich kann ja in jedem Modell das Beste daraus machen. Wir können uns Erinnerungen schaffen für später, wenn wir uns vielleicht manchmal vermissen. Wir können Rituale schaffen, die wir auch in 30 Jahren immer wieder aufleben lassen können und die uns dann immer wieder zu der Familie machen, die wir heute sind. Wir können zusammen lachen, tanzen und uns zeigen, wie sehr wir uns lieben. Wir können zusammen leben, jeden Tag!

Also lasst uns Wohnzimmerparties feiern.

Lasst uns laut und wild und fröhlich sein.

Und alle in einem Bett schlafen.

Wie es wohl wäre Astronaut zu sein? Ob das Christkind durch den Briefkastenschlitz kommt? Kann man aus Knete und Wasser Wasserfarben machen?

Leben ist, was wir draus machen!

So dass wir, sollte uns mal jemand fragen, wir so antworten können wie Karlsson vom Dach: „Welche Jahre sind denn die besten?“  „Alle, jedenfalls was mich uns betrifft!“

Das mit der Work-Life-Balance wird mich noch viele Jahre immer wieder beschäftigen,. Bestimmt werde ich den Gedanken, dass ich mehr Zeit mit den Kindern haben möchte, nicht so schnell los und vielleicht werde ich auch eines Tages alt und grau in meinem Sessel sitzen und denken: „Schade. Früher war´s hier lustiger.“ Aber dann kommen vielleicht gelegentlich meine Enkelkinder vorbei und das wird bestimmt auch toll. Wir könnten eine Wohnzimmerparty veranstalten…

Und so endet dieser Post? Es ist ein typischer Mama Mia Post, weil ich genau so durchs Leben gehe: Trübsal blasen ist nichts für mich und ich schiebe blöde Gedanken immer beiseite. So wie damals, vorm Staatsexamen, als meine Kommilitonen fast wahnsinnig geworden sind vor Angst und Stress, während ich mir einfach mein Lieblingsessen gekocht habe und mich darüber gefreut habe, wie schön so ein Abend mit leckerem Essen in meiner gemütlichen Wohnung ist. Meine Mutter war in diesen Tagen gestresster als ich und lacht bis heute darüber, wie ich beschwingt durch meine tägliche Portion Pasta fröhlich durchs Examen gegangen bin. Das kommt manchen von Euch vielleicht komisch vor, aber ich bin einfach so. Und so fällt es mir nie schwer, auch in den anstrengendsten Zeiten mit den Kindern das Glücksgefühl in den Vordergrund zu schieben. Ich konnte sogar den schlaflosen Nächten etwas abgewinnen, ich muss lächeln, wenn mein Großer mich beschimpft und erzähle abends lachend dem Mann von unserem Chaos-Tag. Damals hatte ich nur Pasta, heute habe ich meine Kinder. Da fällt es noch viel leichter, alle trüben Gedanken beiseite zu schieben und nur diese riesige Mutterliebe zuzulassen.
In meinen Beiträgen hier versuche ich immer, Euch von meiner positiven Sicht etwas abzugeben. Aber dieses Mal geht es um mehr als eine durchwachte Nacht. Um mehr als eine Woche mit kranken Kindern und um mehr als ein paar Tage, in denen die Kinder mich genervt haben. Dieses Gefühl, dass ich mehr Zeit mit meiner Familie verbringen möchte, lässt sich nicht wegschieben. Auch nicht mit Pasta. Ich wollte, dass Ihr das wisst.

Eure Halima

28 Kommentare

  1. Liebe Halima,

    mit diesen Gedanken und diesem Text triffst Du mal wieder ins Schwarze… bei so vielen von uns denke ich.

    Ich kreise seit einiger Zeit immer wieder auch um diese Frage. Mehr Zeit für das Kind, aber auch für mich, für die vielen Ideen und Pläne die ich habe und die ich eigentlich nicht aufschieben möchte, bis ich irgendwann mal die Zeit habe (wer weiß denn, wie lange ich lebe?)

    Den Artikel über die Arbeit der Tafeln habe ich gerade vorher gelesen und auch da schon gedacht „man müsste viel mehr Zeit haben“.

    Danke dass Du das so wunderbar in Worte gefasst hast und vor allem diese sehr persönlichen Gedanken mit uns teilst.
    Ich lesen immer wieder gerne bei Dir!

    Liebe Grüße
    Susanne

    …. und Dein neues Design gefällt mir richtig gut!

  2. Liebe Halima, du sprichst mir wie so häufig aus dem Herzen. Vielleicht liegt es daran, dass auch ich vor wenigen Wochen den letzten Geburtstag mit einer 3 davor gefeiert habe, denn ich sitze genauso wie du da und grüble, ob nicht genau jetzt die Phase ist, in der ich mehr Zeit für die Jungs haben möchte. Es ist einfach ein saucooles Alter, gleichzeitg habe ich seit der Große in der Schule und danach in der OGS ist nicht mehr das Gefühl, ihn „Rundum-Sorglos“ ganztagsbereut zu sehen. Da mich dieser Spagat und das Grübeln darüber zunehmend nervt, bin ich nun angefangen, dass Problem von Grund auf anzugehen und habe mich für eine 3x 2-tägige Seminarreihe für Frauen in Führung bei einer Stiftung zu bewerben (und bin zum Glück genommen worden). Vor kurzen war das erste Wochenendsemimar und es hilft so ungemein, mit völlig unbekannten Frauen in ähnlicher Situation eine Standortbestimmung durchzuführen und nach den eigenen Lösungswegen zu suchen. Ich bin zwar noch auf dem Weg hin zu einer konkreten Lösung, aber sie wird auf jeden Fall beinhalten, dass ich beruftlich bewusst „innehalte“ werde und mir mehr Zeit für meine Familie gönnen werde! LG Jungsmama

  3. Liebe Halima,
    du schreibst einfach so unglaublich wunderbar und man spürt die Liebe zu deiner Familie und besonders zu deinen Kindern in jedem Satz. Wie oft denke ich an deine Worte, wenn meine Maus nachts meinen Arm stundenlang streichelt und ich sie durch die Nacht bringe, sie aus der Kita hole und sie unser Wohnzimmer innerhalb von zwei Minuten in einen Chaoshaufen verwandelt. Und ich schaue sie an, lächle und liebe sie noch ein bisschen mehr. Ich habe erst zweieinhalb Jahre Mama sein hinter mir – aber so oft, wenn ich „dich“ wieder einmal gelesen habe, freue ich mich so sehr auf die Zeit, die noch kommt…. Ja, sie ist anstrengend, aber so lebenswert. Jeder Moment.
    Danke. Für die Lesemomente Auszeit, die mich immer so berühren.

    • Es gibt Kommentare, die gehen mir richtig Nähe. Deiner hier ist so einer. Das ist so schön zu lesen! Danke!

  4. Hey Halima,
    ich bin gerade alleine – ohne Kinder, ohne Mann – in Dresden, wo wir bald alle leben werden. Ich bin vorausgezogen und pendel jedes Wochenende zurück nach Bonn (Das mindert mein Wochenende um etwa 16 Stunden Fahrzeit). Dort haben wir den ganzen Samstag und einen halben Sonntag zusammen. 2 Monate lang.

    Diese Erfahrung ist hart, aber „Zeit mit der Familie verbringen“ gewinnt nochmal anderen Wert, finde ich. Ich habe bisher immer eine 30 Stunden-Woche genossen und ich hatte den ganzen Nachmittag mit den Kindern. Nun arbeite ich wieder Vollzeit (bis 16 Uhr). Das nimmt viel Zeit, aber andererseits bleiben dann immernoch 4 Stunden bis zum Schlafen-gehen und das Wochenende macht man sich vielleicht besonders schön. Ich bin da auch noch aufgeschlossen & optimistisch.

  5. Hallo Halima,
    Mal wieder sehr schön und treffend beschrieben. Könnte direkt miteinstimmen. Auch ich habe gerade den 39. gefeiert und habe seit Beginn des Jahres schon dieses „Halbzeit“ Gefühl. Inne halten und Bilanz ziehen. Ist mein Leben so, wie ich es mit immer gewünscht habe? Weil, seien wir ehrlich, die Hälfte ist fast rum;-) Und nein, mein Leben ist anders, als in meiner Vorstellung. Schöner. Ich dachte immer, dass ich Karriere machen will und habe daher erst mit fast 37 unseren Sohn bekommen ( bin auch nach 9 Monaten wieder zurück in den Job). Und dann merke ich, dass ich eigentlich viel früher Mutter hätte werden sollen. Erst seit der Geburt unseres Sohnes habe ich dieses 100%ige Gefühl angekommen zu sein. Leider sieht es jetzt aus gesundheitlichen Gründen mit einem Geschwisterchen nicht so gut aus. Hätte mal früher anfangen sollen…Und auch wenn ich im Moment nur 50% arbeite, habe ich doch immer Angst zu viel zu verpassen und die wirklich wichtigen Dinge im Leben nicht im Büro zu erleben. Aber auch ich bin ein positiver Mensch, der nach vorne und nur ab und zu mal zurück schaut. Sollte es aber trotz allen schlechten Prognosen mit einem zweiten Kind klappen, habe ich mir schon lange überlegt meinen Job zu kündigen und mindestens zwei volle Jahre zu Hause zu bleiben und alle Einschränkungen, die dies mit sich bringen würde, glücklich in Kauf zu nehmen. Weil ich mehr denn je überzeugt bin, dass die Zeit vor allem mit den Kindern verbracht werden sollte. Arbeiten müssen wir wahrscheinlich sowieso bis 70, also noch genug Zeit, wenn die Kinder erwachsen sind. Natürlich wäre auch ein Kind Grund genug zu kündigen…Mal überlegen;-)

    • Hallo! Ich weiß nicht was du genau für Schwierigkeiten gesundheitlich hast, aber versuche mal jeden Abend 20 Minuten lang ein Fussbad zu nehmen. 38-45 Grad warm. Und einfach genießen. Wirkt Wunder. Stimuliert die weiblichen Organe. Kostet nichts und vielleicht hilft es ja

  6. Hallo Halima!
    Was spricht denn dagegen deinem Wunsch nachzugehen und weniger zu arbeiten? Vielleicht fühlst du dich dann weniger gehetzt und hättest für dein Empfinden genug Zeit für die Jungs.
    Wobei der Spagat wohl schwierig ist, um trotzdem Karrieretechnisch noch am Ball zu bleiben.

    Lg Carmen

    • Das passt leider nicht zu meinem Job. Ist aktuell schon schwierig, mit noch weniger Stunden eigentlich nicht machbar.

  7. Liebe Halima,
    Wieder einmal schreibst Du so wie es in meinem Kopf aussieht.

    Sehr schöner Post!

    Vielen Dank und liebe Grüße
    Andrea

  8. Motherofthree

    Ach, danke, Du wundervolle Schreiberin! Genauso geht es mir auch! Ich bin kurz davor, meine 2 aufgehobenen Jahre Elternzeit zu ziehen…aber was dann? Dann wäre mein Job weg und wer weiß, ob ich später nochmal einen finde, den ich mit der Familie vereinbaren kann!? Ich bin hin- und hergerissen und möchte alles mit den Kindern so aufsaugen und für immer festhalten. Die Zeit fliegt so fürchterlich an uns vorbei und ich denke so oft, man müsste mal die Stopp- Taste drücken. Es ist ein Drahtseilakt und ich weiß nicht, ob das Hadern mit der Situation jemals aufhören wird! Danke jedenfalls für Deine Gedanken, die mir vor Augen führen, dass ich mit meInen Gedanken nicht alleine bin!

    • An die Elternzeit hatte ich tatsächlich auch schon gedacht. Aber genau wie du, kam ich dann doch zu dem Schluss, dass es doch schade um den schönen Job wäre.

  9. Liebe Halima,
    ich frage mich gerade, ob es einen Beitrag gibt, den ich von dir las und nicht einfach wunderbar finde.
    Danke für deine Worte, denn genau das fällt mir in stressigen Zeiten schwer: das Gute daran finden.
    Wenn mein Mann auf Reisen ist, denke ich vor allem an die schrecklichen Dinge, die passieren können. Statt: „wir können tolle Sohn-Mama-Nachmittage machen!“.
    Danke dir. <3

  10. Ich, mit drei Kindern 2,4 und 6 bin seit der Geburt meiner großen zu Hause. Ich war oft unzufrieden damit.
    In letzter Zeit sehr ich das anders und Dein Beitrag zeigt mir noch einmal mehr das schöne an dieser Phase.
    Gerade mit der Kleinsten verfliegt die Zeit und ich bin sehr wehmütig, wenn ich sehe wie groß sie schon ist.
    Es geht alles so schnell und dann wünscht man sich vielleicht die Nächte mit den Kindern im Bett und wenig Schlaf zurück.
    Ich bestimmt.
    Danke, dass Du über das positive und schöne redest und die riesige Liebe!

  11. Dieser Beitrag kommt so passend. Mein Großer wird bald FÜNF und entwickelt sich langsam immer weiter weg von mir…ich stelle mir ähnliche Fragen. Sollte ich ihn öfter aus der Kita nehmen, um die Zeit mit ihm zu nutzen? Sollte ich weniger schimpfen und mehr mit ihm lachen? DEFINITIV.
    Danke für deine Worte. Besonders der Nachsatz…

  12. Liebe Halima. Was für ein wunderbarer Text an diesem November Tag..Ich hatte genau diese Gedanken im Sommerurlaub, kurz vor dem dritten Geburtstag meiner Zwillingsjungs. Das Äußere habe ich aktuell nicht verändert, dazu sind meine 32h wunderbar flexibel, das Team zu wertvoll und der Inhalt zu spannend… ABER im Inneren ist etwas passiert: Wohnzimmer Partys ohne Aufräumen, die drei Mama-Jungs Nachmittage ab 15 Uhr ganz einfach „sein“, mitspielen, zuhören, durch den Regen laufen….Ich oder besser wir genießen, ich spüre eine ganz unbekannte Ruhe (auch bei den Jungs) und vor allem Zufriedenheit und Dankbarkeit für das Jetzt. Dein Post hat genau dieses warme Gefühl in Worte getaucht, herrlich. Danke und viel Spaß bei der Wohnzimmer Party!

  13. Liebe Halima, ich bin gut 10 Jahre jünger als du, und trotzdem kann ich dich, denke ich, gut verstehen. Wir stehen hier gerade vor Entscheidungen, die Einfluss auf die nächsten 10, 15 Jahre haben, und da bin ich ins Grübeln gekommen, und ich konnte eine Midlife Crisis voraussehen, vorrausfühlen. Überhaupt, diese Phase wird oft so belächelt, aber macht es nicht Sinn, sich Gedanken zu machen, ob man denn wirklich lebt und lebendig ist oder ob man nur passiv im Strom schwimmt? Ist es nicht wertvoll, eine große Chance, sich der (eigenen) Vergänglichkeit bewusst zu werden? Ich habe die Vermutung, dass ich die große Krise kriegen würde, wenn ich mein Leben einfach so dahin leben würde, ohne mich bewusst willentlich für einen Weg zu entscheiden (nicht, dass alles in meiner Hand läge). Puh, passt das noch gut zu deinem Beitrag?!
    Egal, ich wollte dir sagen, dass deine Gefühle sicher ihre Berechtigung haben, ich dir wünsche, dass du passende Wege für euch findest, und dir von Herzen danken, dass du deine Gedanken mit uns teilst.

  14. Liebe Halima, vor einiger Zeit habe ich deinen Blog entdeckt und mich seitdem durch dein komplettes Archiv gelesen. Ich finde deine Texte einfach nur wunderbar! Dein Blog hebt sich von so vielen anderen Mami-Blogs absolut ab. Du schreibst über so viele interessante und wichtige Themen rund um das Elternsein und ich finde es so angenehm, dass es in deinem Blog eher selten um Mami-Outfits und irgendwelche neuen Produkte geht. Du schreibst so berührend und klug, so daß dein Blog innerhalb kürzester Zeit zu meinem absoluten Lieblingslesestoff geworden ist. Ich kann so viele deiner Gedanken nachvollziehen! Du fasst in Worte was ich oft als berufstätige Mutter von zwei 3- und 6-jährigen (nebenbei gesagt tollen!) Mädchen empfinde. Danke für deine Zeit, die du für uns -deine Leserinnen- in diesen wunderbaren Blog steckst!

  15. Liebe Halima,
    ich liebe es, du hast wieder so schön geschrieben. ❤️. Wie immer mitten ins Herz.

    Beim Käfer war ich ein Jahr in Elternzeit und arbeitete im 2. und 3. Jahr 10 Std bzw. 20 Std in der Woche. Aktuell 25 Std.
    Ich freue mich auf die kommende Elternzeit und die Zeit mit dem Krümel und auch dem Käfer.
    Die Vereinbarkeit wird mit 2 Kindern wieder schwerer denke ich. Die Suche nach einem Job wird mich wieder begleiten, bei der Zeitarbeit bin ich ja gerade noch…
    Time flies wie du schreibst …

  16. Liebe Halima,
    gleich hole ich meine beiden Jungs (5+2) ab, doch zuvor „gönnte“ ich mir noch diesen – deinen Beitrag auf dem Sofa. Unterwegs gab es ein Seufzen und nun bleibt ein Lächeln übrig. Danke dafür, für „alle“ neulich und die demnächst- auf dass du lange so weiter schreibst.
    Frohe Grüße Franka

  17. Hallo Halima, ich verstehe Dich sehr gut! Ich bin promovierte Biologin und habe nach 1 Jahr Elternzeit nach beiden Kindern wieder im Job angefangen. In Vollzeit, berufsbegleitende Weiterbildung, auch Dienstreisen etc. Jetzt sind die Kinder 4 und 8. Seit einiger Zeit arbeite ich „nur“ Teilzeit. Das ist so toll. Ich will nie wieder Vollzeit arbeiten. Wenn es nicht Gründe gibt, die es doch irgendwann erforderlich machen sollten natürlich….Ich habe nachmittags frei. Ich habe meinen Arbeitgeber ein Stück weit auch erziehen müssen. Es gibt auch Phasen mit vielen Überstunden. Aber die Regel ist, wenn ich zu meinen Kindern will, lasse ich den Stift fallen und fertig. Das ist so gut. Es ist so doof, einen so grossen Teil des Tages auf der Arbeit zu verbringen. Auch wenn die Arbeit Spaß macht und die Kollegen lustig sind. Mein Kleiner rennt mir im Kindergarten immer lautstark mit offenen Armen entgegen und freut sich so mich zu sehen. Meine Große motzt mich immer erst eine Runde an, weil ich zu früh bin oder zu spät, oder das Pausenbrot falsch belegt war oder was anderes. Aber es ist genau richtig. Ich möchte auch beruflich eines Tages mal wieder etwas mehr machen. Aber JETZT nicht!
    LG von Anni.

  18. Liebe Halima.
    Ich wünschte wir könnten uns noch ganz viel davon erzählen… ich bin genau wie du und wehmütig und dabei gleichzeitig so glücklich wie am tag der Geburt meines großen Sohnes vor 7 Jahren.
    Schnief!
    Christina

  19. Kornelia B.

    Liebe Halima,
    als stille Mitleserin hat mich dieser wunderschön geschriebene Beitrag zu meinem ersten Kommentar bewegt.

    Er bringt zum Ausdruck, was mich seit ein paar Monaten umtreibt. Auch bei mir steht die 39 vor der Tür und mein Sohn wurde gerade eingeschult. Ich habe Traumarbeitszeiten von 8 – 13.30 h. Der Plan war, dass ich meinen Sohn zur frühest möglichen Abholzeit, wenn Mittagessen und Hausaufgaben erledigt sind, um 14.30h aus dem Hort hole. Und wir dann jeden Nachmittag noch ausreichend Zeit haben für die tollsten Unternehmungen….

    Nun schallt mir seit Wochen beim Abholen im Hort ein erbostes „DU BIST VIEL ZU FRÜH!!! ALLE DÜRFEN NOCH ZUM SPIELEN DABLEIBEN UND ICH MUSS HEIM“ entgegen.

    Ich kann ihn ja zum Teil verstehen. Viele Freunde sind im Hort bis 16.30h und wenn die Pflichten endlich erledigt sind, will er endlich spielen.

    Nun könnte ich mich ja über die – all die Jahre vermisste – Zeit für mich freuen und ihn einfach auch bis 16.30h lassen. Oder Arbeitszeit aufstocken. Oder meinen Haushalt auf Vordermann bringen.

    Aber ich habe das Gefühl, mir rennt die Zeit davon, die ich mit meinem Sohn noch habe. Ein paar Jahre noch, dann will er sowieso nur noch mit Freunden abhängen und motzt rum, wenn er mit seinen Eltern was unternehmen soll. Und es passt auch nicht in mein Weltbild, ein Grundschulkind fast ganztägig in einer Einrichtung zu haben.

    Tja, wie es scheint, drückt sich die Midlifecrisis bei uns Enddreißigerinnen vor allem dadurch aus, dass wir die Zeit mit den Kindern als sehr begrenzt erkennen. Und der Tatsache ins Auge blicken, dass wir mit fortschreitender Abnabelung der Kinder uns selbst im Leben neu positionieren müssen.

    Danke für diesen tollen Beitrag. Und, by the way, du bist zweifellos eine hervorragende Juristin, aber als „Schreiberling“ wärst du brilliant!

    Kornelia

  20. Liebe Halima,
    vielen Dank für deinen tollen Beitrag. Bis heute war ich stille Leserin doch nun brennt es mir auf den Nägeln dir meine Meinung zu schreiben. Eben habe ich den Betrag über die Tafel gelesen und für mich gehören die beiden Beitrage zusammen. Warum? Gehen wir Frauen zu viele Jahre nicht zum Arbeiten oder eben nur Teilzeit feheln uns im Alter wichtige Rentenpunkte. Altersarmut ist ein mega Thema und genau diese Frauen die drei Kinder großgezogen haben, 25 Jahre nur für Kinder, Haushalt und Küche zuhause bleiben stehen dann mit 67 in der Tafelschlange an. Unsere Großmütter haben für unser Gleichberechtigung gekämpft. Bis Ende der 70 er Jahre konnte sogar ein Ehemann deine Arbeit kündigen. Selbst für die Eröffnung eines Girokontos benötigte Frau die Unterschrift ihres Mannes.
    Also meine lieben Mütter, geht mit stolz zur Arbeit. Steht auf euren eigenen Beinen, seit unabhänig und stolz. Dass das natürlch anstrengend ist und viel Planung bedeutet ist klar. Jedoch ist der bequemste Weg nicht immer der Beste und oft eine Frage der Einstellung. Das merken auch eure Kinder. Nur eine zufriedene Mutter ist auch eine gute Mutter! Und genießt natürlich die Zeit die ihr mit euren Kindern habt.
    Herzliche Grüße
    Meli

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