Mit Rewe gemeinsam Teller füllen (Werbung)

„Erzählen Sie mal, warum machen Sie das eigentlich?“

„Karma“, sagt Klaus und lacht.

Klaus ist 56 Jahre alt und arbeitet seit fast 5 Jahren ehrenamtlich für die Kölner Tafeln. Ich treffe mich mit ihm in Köln in einem Café in der Innenstadt, denn ich habe ganz viele Fragen.

Am 6.11. startet Rewe nämlich wieder die Aktion „Gemeinsam Teller füllen.“ Dazu können Kunden im Rewe Supermarkt Tüten mit Produkten kaufen. Die von den Rewe- Kunden  gespendeten Einkaufstüten werden dann über die Tafeln verteilt. Und da wollte ich doch mal ganz genau nachfragen. Die Tafeln? Können die sich überhaupt noch retten vor lauter Lebensmitteln? Und wie genau sieht denn die Arbeit der Tafel aus? Um das herauszufinden treffe ich mich mit Klaus.

Das mit dem Karma war natürlich nur ein Witz. „Entweder man hat den Wunsch zu helfen in sich, oder nicht“, meint Klaus. „Das muss man einfach wollen“. Denn der ehrenamtliche Job für die Tafeln ist neben dem zeitlichen Engagement auch harte, körperliche Arbeit. Viele geben nach kurzer Zeit auf. „Wenn man mal 200 Kilo Milchprodukte hin und her geschleppt hat, dann hat man halt abends Rückenschmerzen.“

Moment! 200 Kilo Milchprodukte? Da bin ich sofort wieder bei meinem Anfangsgedanken: Die Tafeln kennt inzwischen eigentlich jeder und alle übriggebliebenen Lebensmittel wandern direkt dort hin. Wer soll das alles essen? Die Tafeln winken doch bestimmt schon dankend ab.

„Im Gegenteil“, berichtet Klaus. „Der Bedarf wird immer größer, es gibt immer mehr Bedürftige- und daran haben Flüchtlinge wenn überhaupt nur einen geringen Anteil. Wir brauchen bei den Tafeln jede Hilfe, die wir kriegen können, sowohl durch Lebensmittelspenden, als auch durch Ehrenamtliche, die dafür sorgen, dass die Lebensmittel dort ankommen, wo sie benötigt werden.“

Und Klaus weiß genau, wo welche Lebensmittel benötigt werden.

„Wenn wir mal aus Sonderaktionen kurzfristig größere Mengen bekommen, wie zum Beispiel nach dem Köln Marathon, wo ganz viele Äpfel übrigblieben, dann sind die Tafeln flexibel und professionell genug, kurzfristig zu reagieren und die Sachen dorthin zu bringen, wo sie gebraucht werden. Ich weiß immer, wo sie was besonders gebrauchen können.“

In Köln fahren die Tafeln am Tag acht verschiedene Routen durch die Stadt. Dabei sammeln sie ab 8:00 morgens gleichzeitig Waren ein und verteilen sie über die Ausgabestellen. Eine logistische Meisterleistung. „Und es bleibt nie etwas übrig,“ sagt Klaus. „Als ich anfing, dachte ich oft selber, Mensch, das sind ja riesige Mengen. Aber am Abend war immer alles weg und das einzige was übrig blieb war das Gefühl, dass es eigentlich doch zu wenig war.“

Die meisten Spenden kommen aus den Rewe Supermärkten.

„Ohne Rewe würde es die Tafeln so gar nicht geben“, erzählt Klaus. Denn Rewe ist der größte und älteste Unterstützer der Tafeln. Bundesweit unterstützen die rund 3300 Rewe Märkte die Tafeln bereits seit 1996.

Mit der Aktion „Gemeinsam Teller füllen“ will Rewe innerhalb von 2 Wochen möglichst viele Spenden sammeln. Die Tüten sind bereits fertig gepackt und für 5 Euro in den Rewe Märkten erhältlich. Kunden können diese bequem beim Wocheneinkauf erwerben und am Ausgang in die Spendenstationen stellen, wo sie von den Tafelmitarbeitern dann abgeholt werden.

Rewe stockt die Tüten zusätzlich um weitere 40.000 Tüten auf. Wow! Bei dieser Aktion stehen übrigens die besonders haltbaren Dinge im Vordergrund, wie Nudeln oder Konserven, weil diese üblicherweise von den Märkten nicht so viel gespendet werden. Die Empfänger freuen sich auf jeden Fall:

„Grundsätzlich sorgt ja der Staat dafür, dass keiner verhungern muss“, erklärt Klaus. Aber die Tafeln sorgen dafür, dass die Bedürftigen auch mal etwas zu essen bekommen, das sie sich sonst nicht leisten könnten.“ Klaus hat schon oft erlebt, dass die Tafeln für manche ein heiß diskutiertes Thema sind. Ob man „denen“ denn wirklich Lachs spenden muss, wird dann provokant gefragt und ob die Tafeln dem Staat nicht helfen, sich ein stückweit aus der Verantwortung zu stehlen. Klaus hat zu alledem eine Meinung, aber vor allem hat Klaus ein Herz für die Menschen, denen er mit seiner Arbeit hilft.

„Es gehört schon ganz schön etwas dazu, sich an einer Ausgabestelle in die Schlange zu stellen“ sagt er. „Vor den Augen der Nachbarn für Lebensmittel anzustehen, das ist nicht schön. Sozialleistungen gehen direkt aufs Konto, das kriegen nicht alle mit, nur die, denen ich vielleicht auf dem Amt begegne. Aber wenn ich in meinem Viertel auf der Straße in der Schlange für Lebensmittel stehe, dann wissen alle bescheid und dazu gehört auch Mut.“

Und obwohl es nicht geheim oder auch nur unter einem Dach geschieht (denn Räumlichkeiten haben die Tafeln nicht überall) stehen an der Ausgabestelle jedes Mal 80 -200 Leute und warten- und der Bedarf steigt, erzählt mir Klaus.

„Ich erwarte keine Dankbarkeit. Es sind ja auch gar nicht meine eigenen Spenden, ich helfe ja bloß beim Verteilen“, sagt er. „Sie müssten mal mitfahren. Wenn sie die Menschen mal gesehen haben, wie die auf die Ausgabe warten und wie sie glücklich mit ihren Sachen abziehen, dann würden sie bestimmt verstehen, warum ich den Wunsch habe, meine Zeit dort sinnvoll zu verbringen.“

Das Gespräch mit Klaus ist mir unter die Haut gegangen. Ihr kennt aus meinen Wochenenden in Bildern die Fotos von den vielen prall gefüllten Tüten, die ich mir jede Woche von Rewe liefern lasse. Mit all meinem Lieblingsessen und Obst und Gemüse für die ganze Familie. Nachdem ich mit Klaus gesprochen habe, ist mir mal wieder ganz bewusst geworden, wie gut es mir und meiner Familie geht.

Ich werde auf jeden Fall mehr als eine Tüte bei Rewe spenden.

Eure Halima

1 Kommentare

  1. Mir geht das auch unter die Haut. Ein tolles Interview! Und auch wir sind dankbar, dass wir uns die REWE Tüten mit allem was wir wollen nach Hause liefern lassen können.
    Vlg, Nadja

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