Wie Eure Kinder sicher zur Schule kommen (Werbung)

Es ist 6:15. Ich sitze schon im Zug in Richtung Hannover, während meine Kinder noch seelig in ihren Betten liegen. Eigentlich könnte man die Stunden im Zug ja genießen. Ich könnte in Ruhe Zeitung lesen und einen Kaffee trinken zum Beispiel. Statt dessen bin ich etwas unruhig und schreibe noch schnell eine Nachricht an den Mann:

„Sagst Du dem Maxi nochmal, er soll gleich beim Sponsorenschwimmen vorsichtig sein?“ Ich wäre so gerne dabei gewesen.

Ob ich dem AuPair auch noch eine Nachricht schicke? Die holt die Kinder nämlich von Schule und Kita ab und muss mit ihnen über große Straßen und auf engen Fußwegen nach Hause gehen. Ich widerstehe der Versuchung, sie daran zu erinnern, den Mini an die Hand zu nehmen. Das weiß sie doch. Und der Maxi kennt die Strecke inzwischen schon richtig gut. Wenn er wollte, könnte er sicher schon alleine mit dem Bus zur Schule fahren.

Das ist das Gute an meinen vielen Reisen im letzten Jahr: Maxi ist häufig in Begleitung des AuPair mit dem Bus zur Schule oder von der Schule nach Hause gefahren. Wir wohnen leider zu weit weg von der Schule (Wunschschule um die Ecke hat nicht geklappt wegen Kann-Kind) und deshalb kann Maxi nicht alleine zu Fuß zur Schule gehen. Also wird er jeden Morgen vom Mann oder mir mit dem Auto gebracht.

Gemeinsam mit vielen anderen Eltern fahren wir also morgens auf dem Parkplatz hinter der Schule vor. Da ist manchmal ganz schön was los. Gar nicht so ungefährlich für die Kinder, wenn sie da zwischen den ganzen rückwärts fahrenden, wendenden Autos hindurchwuseln.

Und noch eine Gefahr bringt das morgendliche mit dem Auto vorgefahren werden mit sich: Die Kinder können auf diese Weise nicht üben, sich selbständig im Straßenverkehr zu bewegen.

Und üben müssen sie es. Maxi und Mini haben schon in der Kita eine tolle Verkehrserziehung bekommen. Für die Vorschulkinder gehörte eine zusätzliche AG und später auch eine „Roller-AG“ dazu, bei der sie vor der Kita einen kleinen Verkehrsübungsplatz aufbauten, um dort mit Rollern herumzuflitzen. Selbstverständlich kam auch der Verkehrspolizist in die Kita und nahm den Kindern bei einem Ausflug eine kleine Prüfung ab. Besonders toll fand ich damals den Informationsabend für Eltern: Dort haben Kita und Verkehrspolizist uns die Regeln erklärt, die sie den Kindern beibringen -inklusive der dazugehörigen Sprüche. So konnten die Eltern schon frühzeitig dieselben Merksätze benutzen, die die Kinder auch auf den Ausflügen von ihren Erziehern hörten.

Letztlich ist das aber natürlich alles graue Theorie. So wie man vom Lesen vieler Kochbücher nicht zu einem guten Koch wird, führt auch die theoretische Verkehrserziehung nicht dazu, dass sich die Kinder sicher im Straßenverkehr bewegen können.

Das muss man üben. Immer wieder. Denn für Kinder ist der Straßenverkehr aus verschiedenen Gründen eine viel größere Herausforderung als für Erwachsene. Denn was man wissen muss: Kinder haben eine viel längere Reaktionszeit als Erwachsene. Im Grundschulalter benötigen sie etwa das 2,5-3 fache der Zeit, um auf eine Situation zu reagieren.

Dazu kommen weitere Punkte, wie zum Beispiel diese:

  • Kinder haben aufgrund ihrer Körpergröße einen viel geringeren Überblick als Erwachsene. Sie können die Verkehrssituation schlechter überblicken – und werden auch selber von Autofahrern schlecht gesehen.
  • Kinder schätzen die Situationen nicht richtig ein. Sie gehen davon aus: „Wenn ich das Auto sehe, sieht das Auto mich ja auch.“
  • Kinder lassen sich leicht ablenken und sind dadurch generell unaufmerksamer. Und wenn der beste Freund auf der anderen Straßenseite winkt, ist die schöne Verkehrserziehung schnell vergessen.
  • Kinder können die Richtung, aus der Geräusche kommen, noch nicht zuverlässig einschätzen.

Die VHV Allgemeine Versicherung hat dem Thema eine Aktionsseite gewidmet.

Dort könnt Ihr nachlesen, wie ihr Eure Kinder gut auf den Schulweg vorbereiten könnt. Es ist eine umfassende Informationsseite, mit vielen Ticks und Tipps für den sicheren Schulweg, um Unfälle zu vermeiden. Schaut mal rein, denn vielleicht geht es Euch bald so wie mir:

Nach ein paar Tagen Schule beschloss der Maxi, dass er das letzte Stück alleine zur Schule gehen möchte. Ich musste ihn etwa 100 Meter vor der Schule rauslassen und er reihte sich in den Strom der Kinder ein, die in Richtung Schule liefen. Ich lief in einigem Abstand hinterher – schließlich will man doch wissen, ob das i-Dötzchen in der Schule angekommen ist. Am nächsten Morgen sagte der Maxi zu mir: „Ich gehe heute wieder alleine zur Schule. Und dieses Mal schleichst Du nicht hinterher.“

 

 

Ein Gedanke zu “Wie Eure Kinder sicher zur Schule kommen (Werbung)

  1. Dein Artikel ist gut, die VHV-Seite dagegen absolut dürftig – ich hatte mir da mehr erwartet nach der Ankündigung … vielleicht könntest du denen noch ein paar Tipps geben 😉

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