Was kostet ein AuPair?

Was kostet eigentlich so ein AuPair? Wenn man das googlet, liest man schnell, dass AuPairs ein Taschengeld von 260 Euro bekommen. Ich hatte eigentlich mit viel mehr gerechnet und dachte erstmal: „Och, das geht ja, das kann man sich ja leisten!“

Nach ein paar weiteren Klicks sieht man dann aber, dass zusätzlich einige Kosten oben drauf kommen. Und wenn das Aupair dann mit einem lebt, stellt man fest, wie viel Geld es tatsächlich ist. Bislang habe ich immer nur die monatlichen Fixkosten im Kopf gehabt. Heutee habe ich auch mal die Einmalkosten mit einbezogen und auf 12 Monate verteilt. Bei dem dann entstehenden Betrag bin ich ehrlich gesagt erschrocken. Hier kommt meine Kostenaufstellung für Interessierte:

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Was kostet ein AuPair?

A. Monatliche Fixkosten

Taschengeld

Das AuPair bekommt ein Taschengeld von 260 Euro im Monat. Das steht dem AuPair nach dem Europäischen Abkommen über die AuPair Beschäftigung zu. Dieses europäische Abkommen wurde von Deutschland zwar nicht offiziell bestätigt, bietet aber trotzdem den Rahmen für die Regelungen, nach denen in Deutschland bei der Beschäftigung von AuPairs im Allgemeinen verfahren wird.

 

Kranken- und Unfallversicherung

Das AuPair muss in Deutschland kranken- und unfallversichert werden, inklusive Versicherung für den Fall von Schwangerschaft und Geburt. Sinnvoll ist natürlich auch eine Haftpflichtversicherung. Auch diese Kosten muss die Gastfamilie übernehmen. Die Kosten für die Versicherungen haben je nach Anbieter und gewähltem Paket eine hohe Bandbreite. Sie liegen zwischen etwa 20 und mehr als 50 Euro pro Monat. Es liegt natürlich nahe, sich für den günstigsten Anbieter zu entscheiden, allerdings sollte man einen Blick auf die Versicherungsbedingungen werfen: Die ganz günstigen Tarife decken die GOA Sätze zum Beispiel nur bis zum 1,7fachen Satz ab, abgerechnet wird aber üblicherweise der 2,3 fache Satz. Auf den übrigen Kosten bleibt dann die Gastfamilie sitzen und das kann teuer werden.
Die von uns gewählte Versicherung kostet Pro Tag 1,40 Euro, macht etwa 43 Euro im Monat.

 

Zuschuss zum Sprachkurs

Ein AuPair kommt üblicherweise mit dem Ziel, seine Sprachkenntnisse zu erweitern, nach Deutschland. Deswegen nimmt es normalerweise an einem Sprachkurs teil. Die Gastfamilie ist verpflichtet, monatlich 50 Euro Zuschuss für die Kosten eines Sprachkurses zu leisten. Unser AuPair hat den Sprachkurs bereits in den ersten Tagen gebucht. Die Kosten dafür betrugen 275 Euro. Geld, das unser AuPair nicht hat. Daher haben wir direkt den ganzen Betrag übernommen. Damit geht man natürlich in Vorleistung, was ärgerlich ist, wenn das AuPair nicht das ganze Jahr bei der Familie bleibt.

 

Fahrtkosten

Die Gastfamilie muss die Kosten für die Fahrten zum Sprachkurs übernehmen. Das AuPair kann doch bequem mit dem Fahrrad dort hin fahren? Das können leider nicht alle. Unser AuPair kann nicht Fahrrad fahren. Eine Fahrt in die Sprachschule kostet 2,80 Euro, der Sprachkurs findet 3x pro Woche statt. Mit einem Mehrfachticket wird es günstiger; uns kostet das momentan 43 Euro im Monat. Ein Monatsticket kostet 90 Euro, ermäßigt 67 Euro. Da wir möchten, dass das AuPair auch mal die Kinder mit dem Bus abholt, versuchen wir gerade, ein ermäßigtes Monatsticket zu bekommen. Andernfalls müssten wir die Fahrten mit den Kindern einzeln bezahlen. Wenn ich rechne, dass sie 2x pro Woche ein Kind irgendwo abholt oder hinbringt und Hin- und Rückfahrt 2,80 Euro kosten, komme ich mit den Fahrten zur Sprachschule auf ca 85 Euro. Das heißt, die sinnvollere Anschaffung wäre dann das Monatsticket für 90 Euro, denn dann kann sie mehr Fahrten mit den Kindern machen und ist auch selber mobiler. Wer also nicht auf dem Dorf wohnt, wo alles zu Fuß erreichbar ist, muss einen hohen Betrag für Fahrtkosten einrechnen. Ich rechne hier mal das ermäßigte Ticket zum Preis von 67 Euro ein.

 

Kost und Logie

Das AuPair lebt mit der Familie im Haus, in einem eigenen abschließbaren Zimmer. Dadurch fallen natürlich Kosten für mehr Strom und Wasser an- insbesondere wenn man berücksichtigt, dass so ein junger Mensch natürlich am liebsten durchgängig online ist. 3 Stunden Skype am Abend ist hier tägliche Routine beim AuPair. Ebenso wie 2x täglich Duschen. Während die Familie tagsüber unterwegs ist, ist das AuPair meist zu Hause. Das macht sich dann auch bei Klopapier, Kaffeeverbrauch etc bemerkbar. Kling kleinlich, aber ich stelle wirklich fest, dass wir deutlich mehr an allem möglichen verbrauchen.
Das AuPair soll an den Familienmahlzeiten teilnehmen. Das bedeutet, dass man auch da immer eine Person mehr berechnen muss und auch wenn man mal Pizza bestellt oder unterwegs, wenn man essen geht, im Cafe, im Biergarten… Die Kosten würde ich mit etwa 150 Euro im Monat berechnen, aber das ist wahrscheinlich eher zu knapp.

 

B. Einmalige Kosten

Kosten für die Verlängerung des Visums

Das Au Pair bekommt üblicherweise ein Visum zunächst nur für 3 Monate ausgestellt, manchmal auch für 6 Monate. Während des Aufenthalts muss das Visum verlängert werden, die Kosten dafür trägt die Gastfamilie. Es ist von Stadt zu Stadt unterschiedlich, ich habe zwischen 100 und 270 Euro schon alles gehört. Ich rechne daher hier mal  150 Euro an.

 

Vermittlungsgebühr

Kommt das AuPair über eine Agentur, wird eine Vermittlungsgebühr fällig. Wir haben an die Agentur 420 Euro gezahlt.

 

Einrichten eines eigenen Zimmers

Dieser Punkt ist natürlich nicht einfach zu beziffern, weil hier ganz unterschiedliche Standards und Vorbedingungen zu berücksichtigen sind. Wir haben dem AuPair ein sehr schönes Zimmer eingerichtet. Ein Gästebett war schon vorhanden, neu gekauft haben wir einen Schreibtisch mit Stuhl, einen Kleiderschrank und ein Regal, alles von Ikea. Diese Grundausstattung hat etwa 335 Euro gekostet. Wir haben außerdem noch einen Fernseher gekauft, aber das ist natürlich kein Muss. Da man diesen Betrag nicht für jedes neue AuPair berechnen muss, habe ich den Betrag gedrittelt, so dass die Einrichtung für 3 Jahre AuPair gerechnet ist.

 

Reisekosten

Die Familie muss dasAuPair nicht mit in den Urlaub nehmen, aber üblicherweise möchte man das wahrscheinlich. Die Kosten dafür sind natürlich unterschiedlich (Flugreise in die Karibik oder Camping an der Ostsee?). Für unseren Hollandurlaub haben wir eine größere Wohnung gemietet, die uns 200 Euro mehr für die Woche kostet, als eine Wohnung mit einem Zimmer weniger. Gesonderte Fahrtkosten fallen nicht an.

 

Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk

Und schließlich sind da noch Kosten für ein Geburtstags- und Weihnachtsgeschenk, die ich mal mit je 30 Euro beziffern möchte, aber auch hier gibt es natürlich ganz unterschiedliche Ansätze. Unser erstes AuPair hätte sicherlich ein riesiges Geburtstagsgeschenk von uns bekommen, bei anderen bleibt man da vielleicht eher am höflicherweise notwendigen *hüstel.

Übersicht:

Taschengeld                                            260

Versicherungskosten                            43

Zuschuss zum Sprachkurs                  50

Monatsticket                                           67 (oder mehr)

Kost und Logie                                     150  (oder mehr)

Verlängerung Visum                          150

Vermittlungskosten                           420

Zimmereinrichtung                            110 (s.o.)

Reisekosten                                          200

Geburtstagsgeschenk                        30

Weihnachtsgeschenk                        30

Insgesamt kommen demnach mit monatlichen Fixkosten und auf 12 Monate verteilte Einmalkosten insgesamt knapp 730 Euro pro Monat auf uns zu. Das sieht ja schon ganz anders aus, als die 260 Euro, die man auf den ersten Blick vor Augen hat.

Das birgt im übrigen ein Problem: Das AuPair hat keine Ahnung, dass die 260 Euro, die es monatlich erhält, für die Familie nur die Spitze des Eisberges sind. Dadurch entstehen schnell Unzufriedenheiten. Unser aktuelles AuPair hat zum Beispiel schnell herausgefunden, was man in Deutschland an Sozialleistungen erhält und fühlt sich nun als Ärmste der Armen in Deutschland mit ihren nur 260 Euro (das Leben im schönen Haus mit schönem Garten und phantastischem Essen wird da wohl ausgeblendet). Es kann daher Sinn machen, dem AuPair die zusätzlichen Kosten und auch die Kosten für die allgemeine Lebenshaltung in Deutschland transparent zu machen.

Auf der anderen Seite scheint mir das aber wiederum auch dazu führen zu können, dass das AuPair die Vermögensverhältnisse der Gastfamilie in den falschen Hals bekommt und sich fortan hauptsächlich damit beschäftigt, ein möglichst großes Stück von diesem Kuchen abzubekommen. Hier spricht natürlich die extrem negative persönliche Erfahrung, aber man kann das ja mal im Hinterkopf behalten.

Und was bekommt man dafür? Im besten Fall ein Familienmitglied, das mit anpackt, wo es gerade nötig ist.  Das AuPair ist als Teil der Familie gedacht, das bei der Kinderbetreuung und bei leichten Hausarbeiten unterstützt. Vertraglich sind 30 Stunden pro Woche vorgesehen. In unserer Familie, in der wir von 8-16 Uhr außer Haus sind, kommt man eigentlich kaum auf so viele Stunden in der Woche.

Unser AuPair räumt auf, staubsaugt, bügelt und kocht. Bis auf das Bügeln und das Kochen hat das auch unsere Putzfrau gemacht, allerdings für einen Bruchteil der Kosten. Der Vorteil eines AuPairs liegt für mich daher vor allem in der Verfügbarkeit. Ein AuPair ist da, wenn ein Kind krank wird, aber ich trotzdem ins Büro muss. es ist da, wenn ich im Büro festsitze, aber die Kinder abgeholt werden müssen. Und es ist meistens als Babysitter verfügbar.

Was meint Ihr? Teuer? Oder okay? Was hattet Ihr gedacht, was ein AuPair kostet? Es kostet im Übrigen auch Nerven, aber davon erzähle ich ein anderes Mal…

Mamablog Mama Mia

 

 

 

39 Kommentare

  1. Hallo Mia, danke für die Aufstellung. Im Bekanntenkreis treffe ich öfter auf Au Pairs und frage mich dann: „Wow, wer kann sich das leisten?“ Ich hätte das auch ungefähr so eingeschätzt. Wenn man noch die knapp 400€ (bei uns) Kitabetreuung dazu rechnet, wird mir schwindelig. Und wenn ich dann verfolge, was Ihr Euch da ins Haus geholt habt. Uff…Super, dass Du das mal so transparent gemacht hast! Christina

  2. Finde ich super, wie du das mal transparent gemacht hast! Eines noch: man kann die Kosten ja steuerlich absetzen, zumindest die 12 x 260 € Taschengeld und ich glaube, auch die Vermittlungsgebühr. Das macht es dann etwas besser. Aber trotzdem muss man das Geld ja erstmal haben.

    Viele herzliche Grüße,
    Christine

  3. Danke für diese Aufstellung. Das ist doch ungefähr so geworden wie ich es eingeschätzt hatte. Mir kamen 260€ auch sehr wenig vor. Wenn das donwäre, hätte ja fast jeder ein Au-pair-Mädchen.
    Ist natürlich sehr unterschiedlich, wie man die Ausgabe empfindet. Je nachdem, wie viel Entlastung die Person wirklich bringt oder eben nicht. Manche sind sicher unbezahlbar…
    Liebe Grüße
    Julia

  4. O je, o je- darüber habe ich gestern auch nachgedacht, aber ich hab lieber nicht gerechnet 😉 Jetzt hab ich diese Zahl im Kopf und das macht es nicht unbedingt besser! Unser amerikanisches Aupair ist deutlich teurer als die französischen. Da fiel die Versicherung weg und auch die Visa-Kosten.

    Anstrengend ist es bei uns zur Zeit auch gerade, nicht immer einfach! Aber dann ist es auch wieder so herrlich, daß die Küche aufgeräumt und die Wäsche gefaltet ist. Das könnte tatsächlich auch eine Putzfee… Aber meine Mädels sprechen dafür wieder viel englisch… Hach- Du merkst, ich schreibe wirres Zeug, weil ich gerade auch etwas unzufrieden bin. Ich sollte mich morgen mal mit ihr zusammensetzen und sprechen, das hilft ja meistens.

    Bin gespannt auf Deinen nächsten Bericht!
    GLG, Yvette

    • Darf ich da kurz zwischen Fragen?

      Wieso braucht das amerikanische Au pair ein Visum?
      Zu uns kommt erst im nächsten Frühling ein Au pair aus Amerika, aber bei der zuständigen Ausländerbehörde wurde mir gesagt, dass sie eine einjährige Aufenthaltsgenehmigung bekommt, wenn wir sie anmelden und gar kein klassisches Visum benötigt.

      • Das ist ein Visum was sie bekommt. US-Amerikaner können als Touristen einreisen und bekommen bei der Einreise ein Visum für 3 Monate in den Pass. Damit darf man nicht arbeiten. Wenn man dann als AuPair arbeiten will, braucht man Arbeitserlaubnis und dafür ein Visum, dh Du stellst Antrag bei der Ausländerbehörde für ein AuPair-Visum, das berechtigt zum Aufenthalt für 1 Jahr. Verlängerung grds nicht möglich.

        • Seltsam. Bei der Ausländerbehörde wurde mir gesagt, dass sie eine Aufenthaltserlaubnis bekommen wird, mit der sie arbeiten darf, und eben kein Visum, weil sie aus Amerika kommt. Das sei dann auch mit weniger Restriktionen verbunden, sie darf sich z.B. als Gasthörer an der Uni einschreiben und da einen Sprachkurs machen.

          Aber ich hab ja noch ein halbes Jahr, bis sie kommt. Da frage ich noch mal nach.

  5. Vielen Dank für diese Aufstellung, liebe Mia!
    Also ich bin tatsächlich ein bisschen negativ überrascht. Das ist eine ganz schöne Stange Geld und wenn man dann nicht mal zufrieden ist….ohje…
    Ich hatte das für später auch mal angedacht, aber wenn ich die Kosten so sehe bin ich mir nicht mehr so sicher. Bin schon gespannt auf deinen Bericht über das Zusammenleben mit eurem Aupair und hoffe, dass es euch doch auch sehr entlasten kann.

    Viele Grüße
    Lexi

  6. Vielen Dank für den ehrlichen Beitrag. Wir hatten auch mal ein Aupair für ein Jahr in London und würden es nicht wieder machen. Das Problem ist: wenn die Chemie nicht 100%ig stimmt, sind genau aus den von Dir aufgezählten Kosten und Gründen sehr schnell gegenseitge (auch unterbewuste) Vorhaltungen da. Wir waren irgendwann nur genervt und das hat die Stimmung sehr beeinträchtigt. Wir haben aber auch festgestellt, dass wir nicht mehr permanent jemand Fremdes im Haus haben möchten. Jetzt versuchen wir es mit Netzwerk, Babysitter und Oma einfliegen :0)

  7. Wir beschäftigen uns auch gerade mit dem gleichen Thema. Wie Du schon andeutest, versucht Ihr gerade ein ermäßigtes Monatsticket zu bekommen. Gleiches Problem hier auch… „AuPair“ wird trotz der „nur“ 260€ mtl in D nicht gleichgesetzt mit Student, Sozialhilfeempfänger, etc und ist daher überwiegend nicht „Ermäßigter“. Das macht sich bei uns sowohl bei der Monatskarte Bus/Bahn als auch beim Sprachkurs bemerkbar (VHS-Kurs Deutsch für 5 Wochen kostet in Berlin für nicht Ermäßigte 205€!!!!!! Geld, das das AuPair nicht hat und zwar nicht nur einmal, sondern alle 5 Wochen, d.h bis zum B 2/1 Kurs 5×205€!!!). Hattet Ihr mit der Ermäßigung Erfolg?

    • Wir bekommen für unser AuPair ein Schülermonatsticket, ist hier gar kein Problem. Ich muss nur die Kopie des Vertrags mitbringen und das war es schon. Wir zahlen dann 48€ monatl. für das Ticket und damit kann sie im kompletten Kreis + 2 Nebenkreisen fahren.

  8. Also ganz ehrlich, ich wüsste nicht wie ich knapp 800 Euro dafür ausgeben sollte. Gerade bei euch würde ich es nicht einsehen, dann ist ein Babysitter oder Putzfrau doch deutlich günstiger. Ich denke auch nicht das ein Kind, und Deine sind ja noch etwas kleiner, dann krank bei dem AuPair bleiben würde. Da ist und bleibt Mama nun mal die beste.
    Und wenn es dann auch noch so eine undankbare ist die denk sie habe zu wenig Geld.
    Wie sieht es denn damit aus, kann man der Agentur sagen das passt einfach nicht zusammen. Muss man die angegebene Zeit durchhalten? Vielleicht könntest du das auch nochmal schreiben.
    An sich finde ich die Sache eigentlich sehr gut, aber es ist einfach zu teuer, ansonsten würde ich es auch machen.

    • Man hat eine Kündigungsfrist von 2 Wochen. Ob die Kinder bei ihr bleiben, hängt natürlich von der Beziehung zum AuPair ab, und auch davon, wie krank sie sind. Wir werden sehen… 😉

  9. Guten Morgen
    Das ist eine sehr interessante Aufstellung und kommt für mich gerade zur rechten Zeit. Ich bin nämlich gerade dabei mich nach einem aupair umzusehen, um nicht alleine zwei Kinder incl Haushalt Vollzeitjob stemmen zu müssen.
    Am Ende wird der „Nutzen“ wohl oder übel mit der tatsächlichen Hilfe mit den Kindern stehen und fallen.
    Über die nervlichen Kosten würde ich bei Gelegenheit gerne mehr erfahren.
    Beste Grüße

  10. Hallo Mia,

    vielen Dank für deine Auflistung und die Transparenz darin. Ich hätte Einiges wahrscheinlich noch höher angesetzt. Gerade so Sachen wie Klopapier, Strom und so weiter laufen einfach immer so mit, aber das ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Allerdings bin ich da wahrscheinlich auch zu realistisch. Mittlerweile habe ich schon Einigen vor dem Hauskauf gesagt, dass sie die hohen Nebenkosten und sowas wie Anschaffungskosten für Gartengeräte und -möbel und so Zeug bitte mit einplanen sollen und ich war dann immer der Miesepeter. Und habe mir einige Zeit später dann entsetzt anhören müssen, wie teuer der ganze Kram ist. (Ja, ach…?). Das erinnert mich sehr daran.

    Für mich wäre die AuPair-Lösung daher schwierig, weil es doch finanziell echt nicht ohne ist und wenn es menschlich doch nicht passt, hat man Einiges völlig umsonst bezahlt. Und was man dabei nicht vergessen darf, dass die Person, die man dafür bekommt, nicht unbedingt die beste Lösung für alle ist. Denn sind wir mal ehrlich – die meisten kommen frisch aus der Schule und vielen fehlt es da noch an Lebenserfahrung, die man aber für die entsprechenden Teile des Jobs gut gebrauchen könnte. (Wahrscheinlich habe ich das jetzt fragwürdig ausgedrückt, aber ich weiß nicht, wie man es besser formulieren soll.)

    Viele Grüße, Maren

  11. Vielen Dank fuer die Aufstellung und den interessanten Artikel. Wir ueberlegen auch immer mal AuPair, aber uns fehlt das Zimmer.

    Mein Cousin ist sehr zufrieden, sagt aber auch, dass man sehr oft noch sehr viel „Erziehungsarbeit“ leisten muss. Was ist euer Eindruck?

    Beste Gruesse.

    • Ja, das stimmt absolut. Es ist schon ein bißchen wie ein weiteres Kind im Haus. Unsere muss ich zum Beispiel immer ermutigen, auch mal alleine etwas außer Haus zu erledigen, sie traut sich nicht so richtig, obwohl sie perfekt Deutsch spricht. Und natürlich gibt es in anderen Familien andere Regeln und Gebräuche, die muss man dann erstmal vorsichtig vermitteln, damit das Zusammenleben klappt (und die Kinder nicht auch plötzlich alle Regeln wieder fallen lassen).

  12. Wenn die Putzfrau ein Bruchteil der Kosten erhält, frage ich mich, warum sie für einen Bruchteil von 6,08 Euro arbeitet. Auf diesen Betrag komme ich nämlich wenn ich 30 Wochenstunden mal 4 rechne und den monatlichen Betrag von 730 Euro durch die Stundenanzahl teile.
    Ich finde die Kostenaufstellung sehr kleinlich. Vor allem beim Weihnachts-und Geburtstagsgeschenk wurde ich stutzig.Und es ist doch wohl jedem klar, dass ein Mensch nicht von 260 Euro Taschengeld in der Familie mitlebt.

    • Das wäre nur dann kleinlich, wenn man das seinem AuPair vorhält und sagt: Guck mal, wie teuer du bist! Das hier ist nur eine rein informative Aufstellung um anderen zu zeigen, was sie kalkulieren müssen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es kein AuPair gibt, dass ein so schönes Leben hat, wie unseres. Von uns guckt jedenfalls keiner aufs Geld, oder rationiert ihr das Klopapier!!!

      • Hallo Mia,
        Ich war selbst eine Aupair hier in Deutschland. Es war eine sehr Nette Familie, die sehr viel für mich gemacht hat und bin sehr dankbar, dass ich so viel Glück hatte. Trotzdem war schwer. Ich lebe seit 17 Jahren hier,habe hier weiter studiert (Dipl.Päd) habe einen deutschen Mann und 3 Kinder. Und muss nach all diesen Jahren sagen,dass das Einfachste für eine Deutsche Familie ist und bleibt ein Aupair Mädchen aus EU-länder. Mentalität, Kultur, Emotionalität, Temperament, Anforderungen, Abläufe, Ansprüche, Lebensstil usw das alles ist einfacher wenn jemand aus Frankreich kommt als aus der Mongolei, aus Sibiren aus Singapur oder aus China. Die Kosten haben wir auch.Ja wir haben seit Februar ein Aupair- Mädchen.Sie spricht gleiche Sprache wie ich. Wir profitieren enorm, da die Kinder sowieso bilingual erzogen werden. Ich behandle sie wie meine Tochter (sie ist 19.) Sie liebt und betreut unsere Kinder, putzt, bügelt, macht Wäsche, kocht wenn ich sage, macht mehr als sie muss und ich schenke und gebe ihr auch mehr als ich musste. (nicht nur Geld, sondern meine Zeit) Krippe würdefür uns mehr kosten und ich glaube nicht, das die Erzieherin hier mein Kind besser und liebevoller betreuen kann, weil sie einfach keine Möglichkeit dazu hat (Personalschlussel). Putzfrau würde mir pro Stunde min.12 Euro kosten. 4.Stunde würde sie ja bei uns min. brauchen. Auüairvermittlung hat mir nichts gekostet. Kann man ohne Agentur auch selbst machen. Skypen geht doch immer.Versicherung kostet 30 Euro. Bus 65.pro Monat.Sprachschule 170 hat einmalig gekostet. Möbilieren mussten wir nicht. Essen,Klopapier und Strom/Wasser klar braucht ein lebender Mensch.
        Fazit :es muss Chemie stimmen und man muss Respekt vor einander haben.

  13. Der Knackpunkt ist ja auch der, dass man überhaupt erst anfängt zu rechnen, wenn man nicht glücklich ist mit der Situation.

    Das tut mir so leid für Euch, dass es jetzt so gekommen ist, vor allem nachdem Du Dir im Vorfeld so viele Gedanken darüber gemacht hattest!!

    Ich drücke die Daumen, dass am Ende alles gut wird (wie auch immer dieses Ende aussehen wird)!

  14. Wenn das AuPair-Mädchen perfekt Deutsch spricht und des Googelns fähig ist, wird sie diese kleinliche Kostenaufstellung (ich empfinde es wie Luka) ja selbst lesen… Und das finde ich keine faire Art der Kommunikation, denn es geht ja in dem post nicht ausschließlich um die Kosten…

    • Es gibt hier nichts, was wir nicht bereits direkt offen angesprochen hätten. Und nein, das ist keine kleinliche Kostenaufstellung, das ist eine saubere Kostenaufstellung, die Menschen helfen soll, die mit dem Gedanken spielen, aber vielleicht sehr knapp kalkulieren müssen, weil es ihnen nicht egal ist, ob man mit 400 oder mit 700 Euro Mehrkosten rechnen muss.

  15. Hallo Mia,

    was meinst Du denn mit „extreme negative persönliche Erfahrung“, seid ihr mit eurer neuen AuPair so unzufrieden?

    Viele Grüße,
    Kathrin

  16. Vielen Dank für die Einblicke und die Informationen. War für uns gerade sehr hilfreich. Lieben Dank und Gruss, Claudia

  17. Hallo Mia,
    ohne alles im Detail gelesen zu haben:
    Wir hatten letztes Jahr auch ein Au-pair und leben auch in Bonn. In Bonn können Au-Pairs den Bonn-Ausweis (für Nicht-Bonner: Ausweis für ärmere Bonner) beantragen und damit bekommen Au-pairs das deutlich günstigere Monatsticket und den VHS-Sprachkurs auch deutlich billiger. Kann VHS auch empfehlen, man muss nur rechtzeitig buchen. Habe damals den Kurs gebucht, bevor das Au-pair das Visum hatte. 🙂 Man kann aber kostenlos stornieren.
    Für uns sind Kinder- und Putzfrau auch deutlich teurer (13€ mal 30 Stunden mal 4 Wochen/Monat), deine Rechnung bezieht sich wohl darauf, dass sie nicht 30 Stunden arbeitet. Das wiederum passiert schnell, wenn das Au-pair sich viel in der Familie aufhält. Was ist dann Arbeit? Wenn sie eh zu Hause ist und mit den Kindern spielt und Du in Ruhe irgendwas erledigst, ist das Arbeit oder nur ein Familienmitglied? Und andersrum, wenn sie viel ausgeht, dann ist es eben keine Arbeit, aber du hast dann zwei Kinder zu versorgen und den Haushalt.
    Dann noch babysitten am Wochenende, und dann sind 30 Stunden schnell erreicht.
    Da waren wir ganz dankbar, dass unsere da überhaupt nicht drauf geachtet hat.
    Wir hatten nur 3 Monate ein Au-pair, die zuverlässige Kinderfrau, die eben eine Frau und nicht ein 25jähriges, aber gefühlt 13jähriges Kind ist und die man nicht jedes Jahr neu suchen muss, war und ist deutlich besser für uns.
    Freue mich auch auf mehr Berichte!

    • Danke, auf den Bonn Ausweis sind wir inzwischen auch gekommen, das hat das Monatsticket tatsächlich extrem viel billiger gemacht. Tolle Sache!

  18. Hallo Mia. Danke für die Auflistung. Das sind Kosten. Da muss man schon zu den Besserverdienern gehören, um alle Kosten zu decken. Weiß nicht ob eine Tagesmutter nicht die bessere Lösung wäre. Grüße.

  19. Ich würde mir die Kosten für die Vermittlung sparen glaube ich. Wir haben jetzt das 3. AuPair über Aupairworld.net gefunden. Dort tummeln sich eine Menge Familien und potentielle AuPairs, die Grundgebühr hält für eine gewisse Ernsthaftigkeit und durch Email und Skype kann man die Bewerber bis zur endgültigen Wahl kennenlernen. Bei uns hat das bislang immer gut geklappt. Ich wüsste nicht was mir die Agentur noch mehr bringen sollte für doch viel höhere Kosten.

  20. Sehr interessanter Beitrag! Ich hätte nie gedacht, was da für ein „Rattenschwanz“ für die Gastfamilie dranhängt… Gut, man kann sich denken, dass es mehr als das Taschengeld ist… Aber wie viel genau halt?
    Das hast du ja schön für einen Vergleich aufgelistet 🙂

  21. Den Bericht habe ich sehr interessiert gelesen, vielen Dank! Ich hatte darüber auch mal nachgedacht, hätte aber nicht ansatzweise gedacht, dass das wirklich SO teuer ist. Ich bin daran gescheitert, dass ich mir nicht vorstellen kann, jemand völlig Fremdes so lange in die Familie aufzunehmen. Man weiß ja nicht wirklich, was auf einen zukommt.

  22. Ein toller Beitrag, den ich gerade entdeckt habe 😉 ich war selbst als Au-pair in Irland und wenn man die Kosten sieht ist das echt einiges. Allerdings muss ich sagen, dass ich meine Monatskarte, die Sprachschule und die Versicherung selbst gezahlt habe und dafür 100€ in der Woche bekommen habe. Für mich war das absolut in Ordnung und mit meiner Gastfamilie hatte ich auch ein super Verhältnis! Trotzdem sehr interessant die Erfahrung von der ‚anderen Seite‘ zu sehen.

    Liebe Grüße,
    Sarina

  23. Erst einmal vielen Dank für die Transparenz und Auflistung der Kosten. Wirklich sehr informativ. Beim Lesen der Kommentare fiel mir allerdings sehr negativ auf, dass es in (so gut wie) keinem Fall um den kulturellen Austausch zwischen den Nationen ging. Mir kommt es eher so vor, als ginge es den meisten nur um eine günstigere Variante der Kinderpflege und Haushaltshilfe. Was allerdings komplett die Grundidee von Au pair verfehlt. Schade! Vielleicht sollte man dann doch bei der klassischen Nanny, Tagesmutter oder einfach Krippe mit Babysitter bleiben.

    • Das löst dann nur leider nicht das Problem, dass man ja auch in Notsituationen oder zumindest unvorhersehbaren Situationen jemanden braucht, der da ist. Wenn ich mal auf Geschäftsreise gehe (momentan ungefähr alle 14 Tage), dann macht die OGS deswegen ja nicht länger- und man will das Kind ja auch nicht ewig dort lassen. Wenn ein Kind krank ist, will ich mich nicht jedes Mal im Büro abmelden müssen. Der Babysitter ist inzwischen selber am Wochenende unterwegs…ein AuPair erleichtert wirklich vieles!

  24. Es tut mir so leid,dass ihr so negative Erfahrungen gemacht habt.
    Ich war Au Pair damals als die Kids 4,6&8 Jahre alt waren und jetzt haben sie mich im Sommer gerade besucht mit 18,20&22Jahren. Meine Gasteltern waren super,aber du hast recht mit der Durchsichtigkeit der Kostet. Meine Gastmutter hat mir damals auch mal alles aufgezählt und gerechnet, was noch so anfällt und das läppert sich.
    Ich habe selbst auch über ein Au Pair nachgedacht und bin an den Kosten gescheitert, aber auch an auf Grund der Tatsache,dass meine super Erfahrung als Au Pair wahrscheinlich nicht die Regel ist.

    • Wir haben ja auch nicht nur negative Erfahrungen gemacht. Aber insgesamt halte ich es für einen außergewöhnlichen Glücksfall, wenn es für beide Seiten wirklich passt.

  25. Hallo,

    Vor einem Monat hab ich das auch alles durchgerechnet und musste mich gegen ein Au Pair entscheiden.
    Als Alleinerziehende wäre bei mir noch der Verlust der Steuerklasse 2 dazu gekommen und ich musste befürchten, dass der Ex-Mann seinen Anteil am Mehrbedarf versuchen würde zu streichen ( ca 250€ von Kita und Tagesmutter). Das Finanzamt lässt normalerweise nur 50% der Kosten als Kinderbetreuungskosten anrechnen.
    Für mich ist Au Pair eine schöne Idee für Familien die sehr viel Geld haben und keine Lösung für Jemanden der wirklich Bedarf an Unterstützung hat.

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