Ein AuPair finden- so haben wir es gemacht

Ich habe Wochen meines Lebens mit der Suche verbracht und ich war kurz davor, das Projekt abzubrechen. Ein Au Pair finden? Unmöglich, dachte ich schon, aber dann hat es doch geklappt. Wir haben gerade den Vertrag mit unserem Au Pair Mädchen unterschrieben.

AuPair finden

Ein AuPair finden

Wie findet man überhaupt ein AuPair- darüber habe HIER ich schonmal geschrieben. Man kann über Plattformen oder eine Agentur suchen, beide haben Vor- und Nachteile. Meine Erfahrungen mit einer Plattform waren ernüchternd, hier schienen sich nur Menschen zu tummeln, die bloß mal schauen wollen, was sie im Sommer so machen könnten. Vielleicht. Bloß nicht festlegen. Richtig ernsthafte Bewerbungen gibt es über eine Agentur, dafür sind bei diesen Bewerbungen schon viele Dinge „herausgefiltert“ und es gibt nicht viele Bewerbungen aus EU Ländern oder von englischsprachigen Mädchen.

Wir haben am Ende mit beiden Möglichkeiten ein Erfolgserlebnis gehabt. Über die Plattform fanden wir schnell ein Mädchen aus Spanien. Unser Bauchgefühl hat uns mit ihr zusammengebracht. Eine Frage haben wir leider erst viel zu spät gestellt: Wie lange kann sie bleiben? Die Antwort war ernüchternd: Sie will nur als „Sommer AuPAir“ kommen und leider nur 5 Wochen bleiben. Wir sagten ihr, wir müssten darüber nachdenken, aber kaum hatten wir das Telefonat beendet, sahen der Mann und ich uns an und sagten: Lass es uns versuchen. Ein erstes AuPair hatten wir also, aber wir mussten sofort nach einer Anschlußlösung suchen.

Dieses Mal wurden wir über die Agentur fündig. Eigentlich waren wir nicht sehr begeistert von  den Vorschlägen, die uns die Agentur gemacht hat. 5 Mädchen wurden uns im ersten Schwung vorgeschlagen, mich hat keine Bewerbung angesprochen. Weil ich aber so verzweifelt war, habe ich ihnen eine Chance gegeben. Hätte ich das nicht getan, hätten wir „unser“ Au Pair nicht gefunden. Daher hier meine Learnings der Aupair Suche:

1. Hauptkriterium im ersten Schritt: Erfahrung mit Kindern

Ich bin ein visueller Mensch. Die Fotos der AuPairs aus der Agentur fand ich alle nicht schön.    Bei einer Partnervermittlung hätte ich sie alle weggeklickt. Aber es gab ja nur 5 Bewerberinnen, also setzte ich mich mit ihren Bewerbungen auseinander. Manche hatten tatsächlich kaum Erfahrung im Umgang mit Kindern, andere arbeiteten schon seit Jahren mit Kindern und hatten schon immer gebabysittet. Da ich es schon mit viel Erfahrung für eine Herausforderung halte, meine Kinder zu beaufsichtigen, strich ich die Bewerberinnen ohne Berufserfahrung von der Liste.

2. Fotos sind nur Fotos

Ich hatte mir ein hübsches, süßes Mädchen vorgestellt, aber die Bewerberinnen waren alle nicht schön und meine Favoritin lächelte auf keinem der Fotos- ebenso wie ihre Familie. Ob die zu uns passt? Wir lachen hier viel und gerne, die läuft doch weinend weg, wenn sie zu uns kommt! Aber irgendetwas an diesem einen ernst schauenden Mädchen war mir doch sympathisch, je länger ich mich mit ihrer Bewerbung beschäftigte. Also vereinbarte ich einen ersten Termin zu einem Skype Telefonat. Ich erwartete nicht viel von dem Gespräch. Und dann kam sie: Das Bild erschien und eine fröhliche junge Frau lachte in die Kamera und fing sofort an zu plaudern. Was für einen falschen Eindruck hatten mir die Fotos gegeben!

3. Der erste Eindruck ist wichtig

Ich höre gern auf mein Bauchgefühl. Als wir mit unserem AuPair skypten, war ich sofort von ihr angetan. Mit anderen AuPairs hingegen fand ich noch nichteinmal einen Anknüpfungspunkt für ein Smalltalk Gespräch. „I´m exhausted“, sagte eine zu mir am Telefon und ich will lieber nicht wissen, wie exhausted sie nach einem halben Tag mit meinen Söhnen wäre. Als die Kinder ins Bild liefen, verzog sie keine Miene. Unser zukünftiges AuPair hingegen rief sofort: „Oh, wie süß, ist das der Mini?“

4. Viele Fragen stellen

Wir haben uns für ein AuPair entschieden, aber bis sie hier ankommt, ist sie eine fremde für mich. Ich habe von ihr nicht viel, außer einer Bewerbung, ein paar Mails, ein paar Fotos und ein paar Gespräche, die wir über Skype geführt haben. Man lässt sich auf jeden Fall auf ein Abenteuer ein. Jede Frage, die man stellt, bringt einen ein Stück näher an den Menschen hinter der Bewerbung. Wir haben uns vor den Telefonaten hingesetzt und uns überlegt, was uns wichtig ist und dann abgeklärt, ob das AuPair Mädchen ähnliche Vorstellungen hat und unsere Anforderungen erfüllen könnte. Einen schönen Fragenkatalog gibt es hier bei MeWorkingMom.

5. Stellt das Au Pair viele Fragen?

Wenn das AuPair nur Fragen nach der Bezahlung stellt, ist das vermutlich kein gutes Zeichen. Das Mädchen will ein Jahr bei uns wohnen, es hat also ein Interesse daran, zu erfahren, wo es landet. Wenn es aber gar nichts über die Kinder und die sonstigen Aufgaben wissen möchte, würde ich mal behaupten, dass hinter der Bewerbung als AuPair nicht viel Herzblut steckt. Das Mädchen, für das wir uns entschieden haben, hat sich sehr genau informiert und hatte viele, viele Fragen. Das hat wiederum zu Gegenfragen von uns geführt und so dauerten unsere Telefonate immer sehr lange und wir konnten uns ein bißchen kennenlernen. Mir gab ihr Interesse ein gutes Gefühl.

6. Mehrfach miteinander skypen

Zu uns kommt ein Mädchen aus der Ukraine. Sie sitzt sehr weit weg von uns an einem Rechner und wir haben erstmal nur einen kleinen Eindruck von ihr. Je öfter man sich in Bewegtbildern sieht, umso echter kann der Eindruck werden. Man zeigt sich ja in einem Vorstellungsgespräch von der allerbesten Seite und kann sich sicher ein bißchen verstellen, aber man kann das nicht lange.  Ich hatte mit unserm AuPair ein paar Situationen, in denen die Antworten auf die Fragen sehr auswendig gelernt schienen, aber hier und da hat sie auch sehr spontan geantwortet. Das geht aber nur, wenn man in Echtzeit miteinander spricht und nicht in einer Mail jedes Wort 3x umdreht. Als ich sie fragte, ob sie streng mit Kindern sei, platze ein Lachen aus ihr heraus und sie sagte aus tiefstem Herzen Nein. Ich merkte, dass sie sich danach am liebsten auf die Zunge gebissen hätte, weil sie nicht wußte, ob das die Antwort war, die ich hören wollte. So bekommt man den echtesten Eindruck!

7. Vergleichen

Wenn man mit einem Mädchen telefoniert denkt man vielleicht: „Könnte passen.“ Wenn man mit drei Mädchen telefoniert, merkt man, wer besser passt.

Schließlich haben wir uns für unser AuPair entschieden. Sie hat uns dann noch ein paar Tage zappeln lassen, weil sie noch mit anderen Familien im Gespräch war, aber am Ende hat sie uns zugesagt. Seitdem schreibt sie uns gelegentlich und wir schicken uns gegenseitig Fotos. Ich habe das Gefühl, das wird eine gute Erfahrung.

Unser „Sommer AuPair“ kommt nun Ende Juni und bleibt bis Ende Juli. Ein paar Tage nach ihrer Abreise kommt das nächste AuPair und bleibt ein Jahr. Wenn alles gut geht. Man darf gespannt sein.

Habt Ihr Erfahrungen mit AuPairs? Dann kommentiert doch gerne unter diesem Beitrag!

Mamablog Mama Mia

 

 

15 Gedanken zu “Ein AuPair finden- so haben wir es gemacht

  1. Super, Du hast es geschafft, Glückwunsch! Deine Liste ist top, kann ich nur bestätigen. Unser nächstes Au pair (ich glaube, das 9.!!!) kommt Anfang Juli und wir freuen uns schon sehr. Pünktlich zu den Sommerferien, in denen ich viel arbeiten muss und meine Töchter hoffentlich viel Spaß mit Mackenzie haben werden.

    LG und ein schönes langes Frühlings-Wochenende!
    Yvette

  2. Das ist ja ein interessanter Gedanke, sich ein Au-Pair zu holen. Darüber hab ich noch gar nicht nachgedacht! Könntest du vielleicht einen allgemeinen Artikel dazu schreiben, wieso ihr ein Au-Pair holt und was das für euch für Vorteile hat? Das fänd ich noch spannend!

    Ganz liebe Grüße,
    Janina

    1. Wieso wir uns dazu entschieden haben, habe ich schonmal geschrieben, das war der Artikel „Sind mein Mann und ich noch auf Augenhöhe?“ Und wie es weitergeht, werde ich natürlich berichten.

  3. Hallo Mia,
    herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen Entscheidung! Mögen die Zeiten mit Euren Au Pairs zu den glücklichsten und bereicherndsten Eures Lebens gehören – Au Pair-Familie zu sein, ist neben der Herausforderung auch ein ganz besonderes Glück. :o)
    Ein kleiner Tipp für die Wochen bis zur Ankunft: Skypet weiterhin regelmäßig miteinander. Das hilft, Euch noch besser kennenzulernen und macht Euren gemeinsamen Start ins neue Au Pair-Familienleben einfacher.
    Fröhliche Grüße,
    Ulrike von aupair-mama.de

  4. Ich gratuliere dir zu eurer Entscheidung! Ich kenne die Situation nur von der anderen Seite.
    Ich habe mir damals auch die Freiheit genommen, zwei Familien abzulehnen, weil mein Bauchgefühl einfach nicht gepasst hat. Und jetzt, 5-einhalb Jahre nach meiner Ankunft in der Familie kann ich nur sagen, dass es die richtige Entscheidung war. Dieses Jahr hat mein Leben positiv verändert und es freut mich, dass ihr einem Mädchen die Möglichkeit gibt, ein Teil einer fremden Kultur und einer fremden Familie zu werden.

    Lg Carmen

    1. Das klingt super. Ich hoffe sehr, ich kann in ein paar Monaten auch ein paar positive Erfahrungen runterschreiben 🙂

  5. Hallo Mia,

    gut gemacht 🙂
    Wir bekommen hoffentlich auch bald ein Au pair. Wir kennen sie schon, da sie Familie ist. Das ist natürlich ein großer Vorteil, weil wir dieses komplizierte Kennenlernen über große Distanz nicht durchmachen müssen.
    jetzt nur noch die letzten Formalitäten…

    viele Grüße
    Amy

  6. Liebe Mia,
    ich könnte mir auch total gut vorstellen, in ein paar Jahren ein Au-pair-Mädchen bei uns zu haben. Jedoch haben wir nur ein Gästezimmer mit einem Bad daneben und keine separate Wohnung. Wie ist das bei euch?
    Liebe Grüße,
    Anne

    1. Wir haben auch keine separate Wohnung, sondern „nur“ ein eigenes Zimmer und ein eigenes Bad zu bieten. Sie ist halt Familienmitglied 🙂

  7. Wow.

    Ich hatte deinen letzten Artikel gelesen und mitgefiebert, wo euch die Suche hinführt.

    Selbst war ich mit 17 mit einer Organisation namens Christian Au Pairs in England und konnte da wertvolle Erfahrungen mitnehmen.

    Wünsche euch von Herzen dass euch die Erfahrungen alle wertvoll werden.

    ~Tabea

  8. Herzlichen Glückwunsch, dass die lange Suche nun endlich erfolgreich war. Das kann glaub echt viel Zeit und Nerven kosten.
    Wir hatten noch nie ein Aupair im klassischen Sinn. Aber da wir seit vielen Jahren im Ausland leben, hatten wir etliche junge Leute, die hier bei uns ein FSJ gemacht haben – teils ein Jahr, teils nur ein halbes Jahr.
    Seit diesem Schuljahr unterrichten wir einen Teil unserer Kinder Zuhause. Das hat mit dazu beigetragen, dass wir junge Mädchen als Lernhelferinnen hier hatten. Teils haben sie bei uns daheim im Gästezimmer gewohnt, teils in einer WG in der näheren Nachbarschaft.
    Sogesehen haben wir schon einige Erfahrungen gesammelt.
    Gerade wenn die Mädels noch sehr jung und erstmals von Zuhause weg sind, ist das schon auch ein großer Schritt in Richtung Erwachsen werden für diese „großen“ Kinder. Ja, anfangs waren die meisten wirklich genau das für uns – große Kinder, die in gewisser Weise erst mal Arbeit gemacht und nicht direkt die erhoffte Erleichterung gebracht haben. Je nach Typ hat diese Phase dann auch unterschiedlich lange angehalten.
    Es ist eben nicht nur eine fremde Familie, sondern auch ein fremdes Land mit fremder Kultur. Das sollte man nicht vergessen und an diesem Punkt gewisse Geduld und Mitgefühl bereit halten 🙂
    Ich könnte da glaub noch jede Menge schreiben… aber das sprengt den Rahmen für ein klassiches Kommentar.
    Eine Sache ist mir persönlich immer sehr wichtig gewesen – besonders dann, wenn die Person hier bei uns im Haus mitgelebt hat. Und das wird bei euch ja auch der Fall sein. Ich hab immer von Anfang an meinen Kinder deutlich zu verstehen gegeben, dass das Gästezimmer sozusagen „tabu“ für sie ist. Sie dürfen da nicht einfach reinschneien in dem Denken, das ist ja unser Zuhause hier! Klopfen und fragen. Und im Gegenzug habe ich den Mädels zugesichert: das hier ist dein Reich. Du sagst, wenn die Kinder reinkommen dürfen und wann es nicht geht.

    Herzliche Grüße und ich wünsche Euch tolle Erfahrungen!!! Bin schon gespannt 🙂

    1. Das Gute fürs AuPair ist, dass eine meiner besten Freundinnen auch aus der Ukraine kommt, wie sie. Das heißt, sie wird jede Woche ein bißchen Heimat haben. Ich hoffe, dass hilft ihr sich einzufinden. LG Mia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.