Familienmahlzeiten- Gemeinsam genießen (Kooperation mit AOK)

Eigentlich sind sie ja nicht besonders schön. Sie sind groß und sperrig und ständig stolpert man über ihre Beine. Das alles war mir allerdings egal, ich konnte es kaum abwarten, so ein Ding zu besitzen: Einen Kinderhochstuhl. Lange bevor der Maxi sitzen konnte, schlich ich im Babyladen unseres Vertrauens immer wieder um das Objekt der Begierde herum.

Denn hätten wir erst so einen Kinderhochstuhl, dann könnte unser Kind ja richtig mit uns am Tisch sitzen. Wir würden gemeinsam unsere Mahlzeiten einnehmen, die ganze Familie an einem Tisch. Ach, wie schön!

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Inzwischen stehen hier sogar zwei Kinderhochstühle, trotzdem haben sich meine Träume (noch) nicht so ganz erfüllt- aber dazu später mehr.

Wir sind eine von vielen Familien, in der beide Eltern arbeiten und die Kinder den halben Tag in der Kita verbringen. Morgens geht es hektisch zu, alle schwirren überall herum, bis wir endlich das Haus verlassen. Erst am Nachmittag komme ich mit den Kindern nach Hause und der Papa kommt oft erst so spät, dass die Kinder dann schon in ihren Betten liegen.

Zeit als Familie haben wir also meist nur am Wochenende und die wollen wir dann natürlich ganz intensiv gemeinsam nutzen. Nicht alles kann man gemeinsam machen, denn ein Zweijähriger und ein fast Fünfjähriger haben oft ganz unterschiedliche Bedürfnisse, aber essen, essen tun wir alle.

Ich bestehe also darauf, dass wir am Wochenende alle gemeinsam essen- und ich will es schön haben dabei! Das ist allerdings ein Problem. Außer mir hat hier niemand eine Ader für schöne Deko, Kerzen und überhaupt: Schön machen. Meine drei Männer wären vermutlich glücklicher, wenn sie die Wurst einfach direkt aus dem Kühlschrank essen dürften.

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Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, wie meine Mutter es geschafft hat, dass ich unsere Mahlzeiten als immer, aber wirklich immer gemütliche Familientreffen in Erinnerung habe. Wir haben tatsächlich jeden Morgen alle gemeinsam gefrühstückt. Ob ich das jemals hinbekomme? Keine Ahnung,aber ich arbeite daran, weil es mir wichtig ist: Wenn die gemeinsamen Familienmahlzeiten eine entspannte, fröhliche Runde sind, lernen meine Kinder, dass Essen etwas ist, das mit Genuss zu tun hat und mit Kommunikation.

Tipps für gemeinsames Genießen

Nun kann man zwei Kitakindern schlecht sagen:“Jetzt setzt Euch mal schön hin, esst ordentlich und erzählt uns mal ausführlich, was Ihr heute erlebt habt!“ Man kann jedoch einen Rahmen schaffen, den man dann (so meine Hoffnung) im laufe der Jahre ausbauen kann. Bei uns gibt es dazu ein paar Eckpunkte:

– Zugegeben, wir sind eine sehr internet-afine Familie. Beim Essen herrscht aber absolutes Handy-Verbot. Die Zeit am Tisch gehört nur uns Vier.

– Die Kinder bekommen nur selten fertige Teller vorgesetzt. „Kannst Du mir bitte die Butter geben“, – das können auch schon ganz kleine Kinder sagen und so lernen sie, dass Essen auch Kommunikation bedeutet.

– Diskussionen gehören zum Familienalltag dazu, aber Streits sollten beim Essen außen vor bleiben.

– Wie wäre es mit kleinen Ritualen, die alle einbinden? Zum Beispiel kann jeder erzählen, was das Blödeste und was das Schönste am Tag war. Wenn die Erwachsenen anfangen, fällt den Kindern meistens auch etwas ein.

– Ein Zweijähriger kann kaum länger als 10-15 Minuten am Tisch sitzen bleiben. Das ist okay- wer satt ist, darf aufstehen. Allerdings muss er sich dann alleine beschäftigen, bis alle anderen auch fertig sind, denn die Musik spielt solange am Familientisch.

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Und das funktioniert?

Ehrlich gesagt: Jein! Unsere Familienmahlzeiten sind turbulent. Vom entspannten gemeinsamen Essen sind wir noch weit entfernt. Manchmal sind wir der Verzweiflung nahe, wenn zwei aufgedrehte Jungs sich gegenseitig mit dem größten Blödsinn anstecken und der Mann und ich unser eigenes Wort am Tisch nicht verstehen. Als wir neulich mit den Jungs das Abenteuer wagten, ein Restaurant zu besuchen, lobte die Bedienung am Ende: „So brave Kinder haben wir hier auch nicht oft!“ Vielleicht geht unsere Rechnung also eines Tages auf.

Wäre sonst auch schade um die schönen  Kinderhochstühle.

Noch mehr tolle Ideen und Tipps rund um Ernährung und Familie gibt es hier: www.eltern.de/das-isst-familie und www.urbia.de/das-isst-familie

Mamablog Mama Mia

 

 

4 Gedanken zu “Familienmahlzeiten- Gemeinsam genießen (Kooperation mit AOK)

  1. Hallo Mia,

    ja, leider bringt ein Hochstuhl eben nicht wirklich mehr Ruhe rein beim essen. Zumindest die Babys kannst du aber anschnallen, was meistens etwas hektik rausnimmt. Wir sind mit 3 Kindern aber auch weit weg von entspannten Mahlzeiten. Egal ob mit Hochstuhl oder nicht 🙂 Das liegt sicher in der Natur der Sache… irgendwann wirds besser 🙂

  2. Das klingt doch total nett! Mein Freund wollte mal die Regel einführen: aufgestanden wird erst, wenn alle fertig sind. Das ist dann daran gescheitert, die Krabbe auch gerne 45 mal Minuten an ihren Nudeln herumkaut und ich das gar nicht aushalte, eine halbe Stunde vor meinem leeren Teller zu sitzen.
    Ansonsten ist das alles ähnlich wie bei euch, aber eben nur mit einem Kind. Mal sehen, ob sich da noch was ändert…

  3. ich finde es sooooo toll das es bei euch auch so ist. manchmal bin ich schon verzweifelt das es einfach nicht läuft am tisch, und dann bin ich so aufgebracht und mecker nur noch rum obwohl ich es einfach nur schön haben möchte beim essen.
    aber ich gehe noch mal in mich und mache erstmal nur kleine regeln und gebe mich damit einfach erstmal zufrieden. ausserdem macht es natürlich auch einen unterschied ob man ein kind oder mehrere mit am tisch hat. ;-))

  4. Haha, bin ich froh, das es nicht nur uns so geht, meine beiden Jungs sind auch 2 und 5 und immer geht es turbulent zu. Ich hatte mir nach unserem Umbau extra einen riesigen Tisch gekauft, weil ich von schönen harmonischen langen ruhigen genüsslichen Mahlzeiten mit der ganzen Familie geträumt hab. Pustekuchen… Irgendeiner brüllt immer, ist voll Nutella, das Glas fällt um, das Essen fliegt über den Tisch weil der kleine einen Wutanfall hat, unter dem Tisch klebte es und ich könnte ständig mit Staubsauger und wischmop rumrennen… Aber ich bin zuversichtlich, meine große Tochter (21jahre) kann mittlerweile gut am Tisch sitzen und mit uns gemeinsam essen, quatschen und genießen… Ich bin da zuversichtlich … Alles nur eine Phase… Ohmmmmmmm;-)))

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