Bin ich weniger Mutter als Du?

Diesen Sommer trägt man Babybauch. Ich habe den Trend wohl verschlafen, aber um mich herum wissen viele Bescheid und immer wenn ich einem dieser zahlreichen Babybäuche um mich herum begegne, erscheinen diese Herzchen in meinen Augen und ich denke:Hachz!

Und danach: Hachz!

Und dann: Och, eins kriegen wir auch noch groß.

Und dann: Nee, lieber doch nicht.

Und dann nochmal: Hachz!

Dass ich vollständig crazy durchgeknallt verliebt in Babys bin, wird sich vermutlich nie ändern, aber deswegen kann ich ja jetzt nicht alle paar Jahre ein eigenes Baby zur Welt bringen. Meine zwei reichen mir zum Glücklichsein vollkommen aus. Ich finde, ich mache das mit meinen Jungs sehr gut. allerdings: Wenn andere Mütter um mich herum ein drittes Baby bekommen, dann beschleicht mich immer dieses Gefühl, dass die andere es vielleicht doch noch besser macht als ich. Denn sie macht ja mehr!

Das ist ein unsinniger Gedanke, aber er durchzuckt mich eben manchmal und er geht so:

Ich habe zwei Kinder. Erwachsene und Kinder halten sich in meiner Familie also die Waage. Die Entscheidung für noch ein Kind fällt mit schwer, offensichtlich zu schwer. Manche machen das aber. Die bekommen ein drittes (viertes…) Baby und dann sind die Kinder in der Überzahl! In so einer Familie muss ja wohl alles noch mehr auf Kinder eingestellt sein, als bei mir. Da sind die Eltern noch mehr mit der Versorgung und der Beschäftigung und der Finanzierung und der Organisation der Kinder beschäftigt, als ich, aber sie tun das einfach. Sie stellen sich viel mehr in den Dienst ihrer Kinder, als ich das tue. Sie machen einfach mehr in Familie, also lieben sie wohl ihre Kinder mehr und also sind sie wohl noch mehr Mutter als ich.

Und wenn mir also jemand erzählt: „Wir wollen unbedingt ein Drittes!“, und ich winke ab und sage: „Och nö, Du, wir nicht!“, dann fühle ich mich zwar nicht, als wäre ich eine schlechtere Mutter, aber so, als wäre ich das gleiche Modell, nur eine Nummer kleiner.

Wer weniger Kinder hat, ist weniger Mutter? Oder liebt Kinder gar weniger? Natürlich nicht!

Ich bin selbst das beste Beispiel! Ich finde Kinder sind das Beste, was das Leben zu bieten hat. Ich habe einen super Draht zu Kindern und ich glaube, die Erzieherinnen in der Kita sind schon ganz genervt von mir, weil ich beim Abholen meiner eigenen Kinder immer noch so lange mit den ganzen anderen Kindern quatsche. Ich kann aber nicht anders, weil es einfach so großartig ist, sich auf Kinder und deren Welt einzulassen. Ich liebe Kinder wirklich und von ganzem Herzen und ich habe sie gerne um mich. Aber zwei sind für meine Familie genug.

Nicht weil ich Kinder weniger liebe, als andere, sondern einfach, weil ich das Gefühl habe, ein weiteres Kind wäre nicht gut für mich und meine Familie.

2kindmama
Glückliche 2-Kind-Mama

Das Leben, das ich führe, ist das, was ich führen möchte. Ich habe Zeit für Mann, Kinder, Job und Hobbies. Bei meinem Mann sieht die Verteilung der Anteile ein bißchen anders aus, aber wir beide haben so wie es ist alles im Griff. Das war nicht immer leicht, aber wir haben das gute Gefühl, dass unsere Familie super funktioniert und weder die Eltern noch die Kinder auf der Strecke bleiben.

Ich habe zweimal im Beruf ausgesetzt, um die Elternzeit mit meinen Söhnen verbringen zu können. Ich habe das in vollen Zügen genossen, aber jetzt bin ich froh, im Job wieder durchstarten zu können. Ich reiße meiner kleinen Schwester bei jeder Gelegenheit ihre 7 Monate alte Tochter aus dem Arm und bin schockverliebt in dieses Baby, aber ich möchte nicht mit ihr tauschen und  nochmal ein Jahr mit Baby auf einer Krabbeldecke zu Hause verbringen. Ich habe das gehabt und ich habe das genossen, aber jetzt genieße ich das Leben mit meinen großen Söhnen.

Insgesamt bekommen der Mann und ich alles, was uns wichtig ist, unter einen Hut. Das ist manchmal eine riesige Anstrengung, aber es geht. Wenn wir noch ein Kind bekämen, wäre vieles von dem (zumindest erstmal) nicht mehr möglich. Und das können wir uns irgendwie nicht vorstellen.

Jede Familie muss das für sich entscheiden: Wie sieht unsere berufliche Situation aus? Wie ist es finanziell- und falls das Geld knapp ist: Wie wichtig ist uns ein gewisser Lebensstandard? Wie ist die Work-Life-Balance? Können und wollen wir das Verhältnis verschieben? Haben wir noch Platz in der Wohnung? Können wir zusammenrücken oder brauchen wir unsere Freiräume? Es gibt so viele Dinge, die man nur für sich selber entscheiden kann und die man berücksichtigen muss.Jede Familie nach ihren ganz eigenen Maßstäben.

Wir werden nicht noch ein Baby bekommen. Aber diese Entscheidung ist nicht in erster Linie eine Entscheidung GEGEN ein weiteres Kind, sondern eine Entscheidung FÜR uns vier, und zwar aus unseren Gründen. Wir fühlen uns als vierblättriges Kleeblatt vollständig. Andere Familien haben ihre eigenen Gründe, aus denen sie sich für ein oder zwei oder drei oder vier oder mehr Kinder entscheiden.

Wir alle sind Familien. Man ist nicht mehr oder weniger Familie, bloß weil man „nur“ ein Kind hat.

Wenn der nächste Kinderwagen an mir vorbei geschoben wird, werde ich bestimmt wieder hineingucken müssen und ich werde denken: „Ein Baby! Hachz!“ Und trotzdem: „Lieber nicht!“

Und wenn ich irgendwann auch gefühlsmäßig mit der Möglichkeit eines dritten Kindes abgeschlossen habe, werde ich mich dabei auch nicht mehr als „Weniger-Mama“ fühlen.

Mamablog Mama Mia

 

 

 

 

27 Gedanken zu “Bin ich weniger Mutter als Du?

  1. Ich fühle mich auch komplett mit meinen zwei Kindern und bin froh darüber, weil ich mir keine Gedanken mehr mache, ob wir noch eines bekommen sollen oder nicht. Trotzdem liebe ich es wie du andere Babys zu sehen oder wenn ich darf zu halten. Lg Petra

  2. Ich habe 3 jungs wir wollen noch ein 4 tes! das haben wir beschlossen bevor wir überhaupt Kids hatten. Auch das wir den Altersunterschied möglichst gering halten, weil sie nicht in die kita gehen oder mit Nachbarskinder spielen können. Wir können das weil wir beide von Zuhause aus arbeiten (Bauernhof).das ist zusätzlich eine gute Erfahrung für die Kinder. Wir sind zudem beide mit drei Geschwister auf Bauernhof aufgewachsen.

  3. Liebe Mia,

    … und wieder läuft in deinem Leben zeitlich und auch inhaltlich parallel zu meinem ab. Wir spiel(t)en auch mit dem Gedanken an ein drittes Kind. Und ich muss auch sagen, dass ich mir selsbt eine gewisse Deadline für eine Entscheidung gesetzt habe. Nicht weil ich im Bezug auf meine Alter „keine Zeit“ mehr hätte, sondern weil ich auch mein Leben ohne Kinder, vor allem meinen Job liebe. Und wenn ich wieder durchstarte, wie du es so schön sagst, dann will ich das nicht mit angezogener Handbremse tun, weil ich davon ausgehe in einem Jahr ohnehin wieder in Elternzeit zu gehen… Deine Erklärungen für eure Entscheidung kann ich allesamt nachvollziehen!!

    Bei uns ist die finale Entscheidung noch nicht gefallen. Aber beim Lesen deines Posts hat sich zumindest kein kleines „Aber ich will doch noch ein drittes Kind“-Männchen in mir gemeldet 😉

    Alles Liebe 🙂

    1. Vielleicht meldet es sich ja doch noch 🙂 Oder auch nicht! Ich finde es manchmal schwierig zu unterscheiden, ob es wirklich ein Kinderwunsch ist, oder nur eine Verrücktheit nach Babys, diesen himmlischen Wesen. Aber ich denke, wir sind durch 🙂

  4. Ich stimme dir zu hundert Prozent zu Mia. Wir haben auch zwei Jungs etwa in dem Alter Deiner und so niedlich und toll ein Baby ist… Wir sind durch. Ein weiteres Kind würde für uns das Aufgeben diverser Freiheiten bedeuten und das wollen wir nicht.
    Und dazu stehe ich auch.

  5. Liebe Mia, danke mal wieder für einen wunderbaren Text mit mal wieder 100 Parallelen… Ich bin noch weit davon entfernt unsere Babysachen zu verkaufen/verschenken, aber entferne mich emotional immer mehr vom potenziellen 3. Kind (mein Mann und ich sprechen immer von „dem Mädchen“, wenn wir darüber philosophieren ob es noch eins mehr werden soll – natürlich egal ob männlich o. weiblich). Letztes Aha-Erlebnis war ein Urlaub mit Freunden und deren knapp 6 Jahre alten Tochter in der letzten Woche. Unser Großer und sie haben sich die ganze Eoche komplett mit sich selbst beschäftigt. Der Kleine war zwar leider außen vor und klebte umso mehr an mir, aber ich konnte das erste Mal erahnen wie entspannt es in spätestens 2 Jahren in unserem Alltag werden könnte. Ein weiteres eigenes Kind passte nicht in dieses Bild.

  6. Du sprichst mir aus der Seele. Auch ich liebe meine 2 Jungs sehr und ich würde mich über ein 3. Baby sehr freuen, allerdings „plagen“ mich die selben Zweifel wie dich…

    Wie immer ist auch dieser Bericht super geschrieben….

  7. Du sprichst mir aus dem Herzen. Das denke ich auch: wir sind zu viert und das ist gut so. Klar kommt oft der Gedanke: was wäre, wenn wir vielleicht noch ein Kind bekommen würden, vllt. sogar ein Mädchen? Wer weiß. Wir fühlen uns gut so.
    Liebe Grüße
    Sarah

  8. Liebe Mia,
    wir wollten immer nur ein Kind. Irgendwann kam die Sehnsucht und das Gefühl noch nicht komplett zu sein. Wir wollten ein zweites. Dann wurde ich schwanger und wir bekamen das Dritte gleich dazu: Zwillinge! Das war nicht geplant- und auch zuerst ein Schock. Jetzt sind die Zwerge da- ich möchte keinen davon abgeben, aber es ist anstrengend und viel Arbeit. Und ich mache mir Gedanken, ob je wieder Zeit für uns als Paar bleibt. Ich finde nicht, dass man mehr Mama ist mit Dreien. Oder weniger mit nur einem oder zweien. Wichtig ist doch nur, dass man aus vollem Herzen Mama ist… Liebe Grüße, Anna

  9. Meine Kinder sind 2 Jahre und 9 Wochen und ich würde sie gegen nichts auf der Welt eintauschen. Aber ein drittes kann ich mir gar nicht vorstellen (vielleicht weil der Kleine noch so jung ist).
    Wir haben uns immer zwei Kinder gewünscht und sind jetzt überglücklich damit.

    Aber man sagt ja – sag niemals nie 😉

  10. Die Sache mit den Kindern ist doch im allerwahrsten Sinne des Wortes eine BAUCHsache. Wie man Familie gestalten und leben möchte und wieviele Kinder dazugehören sollen, dass ist einfach sehr unterschiedlich.

    Wir hatten nie einen Plan und ich übrigens auch absolut keinen Baby-Fimmel. Bis heute finde ich Babys ganz putzig, aber ehrlich gesagt: ich muss das nicht haben (also Gegenteil von dir). 😉

    Bis auf meine eigenen Kinder konnte ich bisher mit Babys echt nichts anfangen. Sie sind halt süß und niedlich und so. Trotzdem bin ich wieder schwanger und wir freuen uns auf das Dritte. Da war einfach das Gefühl, dass bei uns noch einer fehlt in der Familie. Aus diesem Gefühl ergibt sich keine Wertung über uns oder mich als Mutter.

    Der letzte Grund, warum ich schwanger werden würde, wäre weil es alle halt so machen. Sollen sie machen. Und dabei glücklich werden.

    Ich bin es jetzt schon. Und du ganz offensichtlich auch!

    Ganz liebe Grüße
    Kerstin

  11. Wir haben drei. Nachdem die Zweite ein Jahr zuckersüß und pfelgeleicht war, dachten wir: Ach, ja. So ein halbes Kind, das wär’s.
    Es kam alles ganz anders. No.3 ist zuckwersüß und extrem fordernd. Aber nun ist sie Vier und ich denke manchmal, ein Viertes würde auch noch passen. Aber hört das dann irgendwann auf?
    Außerdem hätte ich dann wieder jahrelang keine Zeit mich auf mein berufliches Fortkommen zu konzentrieren.
    Und: wenn sie Kinder klein sind, dann sind sie anstrengend, man sorgt sich. Sobald sie in der Schule sind, fangen die Schwierigkeiten erst an. Und das egal ob man eins oder fünf hat.
    Außerdem haben wir drei gesunde Kinder. Das ist gut so.
    Liebe Grüße
    Suse

  12. Hm,
    also wir haben Zwillinge und da mein Mann viel unterwegs ist, bin ich die meiste Zeit alleinerziehend. Insofern gibt es auch hier den 2:1-Kinder-Überschuss. Und der reicht mir auch, beim 3:1 würde es nur noch ums blanke Überleben gehen 🙂
    Eine Zeitlang haben wir uns den Spaß gemacht, wenn im Freundeskreis jemand schwanger war zu sagen: Wie, ihr bekommt (wieder) nur eins? Mögt ihr keine Kinder?
    Von daher kann man das mehr-Mama-sein-weil-mehr-Kinder noch mehr auf die Spitze treiben, als Du das in Deinem Text getan hast, Mia. Wer viele Kinder hat, hat im Endeffekt weniger Exklusiv-Zeit für das einzelne (das ist einfach so, auch deren Tag hat nur 24h) und noch weniger Zeit für sich selbst. Eine Freundin von mir hat sich bewusst für nur ein Kind entschieden, an dessen Entwicklung sie aber begeistert teilhat. „Mehr Mutter“ – wenn man das überhaupt so sagen kann – ist wohl die, die einfach mit Herzblut bei der Entwicklung ihres/r Kindes/er dabeiist.
    Viele Grüße
    Miss M.

  13. Liebe Mia, aber das ist doch Quatsch! Wenn man den Gedanken weiter spinnt, würde es ja auch bedeuten, dass du mit zwei Kindern eine bessere Mama bist als jede Einzelkind-Mama!
    Die Anzahl der Kinder sagt aber doch nichts darüber aus, wie man als Mama ist!
    Du steckst wahrscheinlich gerade in der schwierigen Lage, dich entscheiden zu müssen/wollen. Noch ein Baby oder nicht?
    Als mein zweites Kind zwei wurde, ging es mir genauso. Mein Mann und ich hatten immer von drei Kindern geträumt. Wir haben uns daher für ein weiteres Kind entschieden. Jetzt haben wir drei süße Kinder und es ist für uns wunderschön! Aber ich muß zugeben, dass es in vielen Situationen mehr Organisation erfordert! Und der Kinderwunsch ist nun tatsächlich auch weg 😉
    Bestimmt findet ihr auch für euch die richtige Lösung, ich drück euch die Daumen!

  14. Ich bin ein Bauchmensch und habe dem „Harzch“-Gefühl gerne nachgegeben. ☺
    Erst nach dem 4. Kind haben wir uns komplett gefühlt. Die Entscheidung war gut und richtig für mich, wobei mir wichtig war, dass ich selbst nicht auf der Strecke bleibe. Das hat für mich bedeutet, meine Berufstätigkeit erst mal auf ein Minimum zu reduzieren.

    Allerdings denke ich NIE, dass eine Mutter mit einem oder zwei Kinder „weniger“ Mama ist. Denn leider kann man nur ein Leben leben … meines ist nun das einer „Großfamilienmama mit Teilzeitjob“ – das heißt jedoch nicht, dass ich denke, das ist die einzig richige Entscheidung ist. ;o)

    Liebe Grüße,

  15. Du hast vollkommen Recht. Jede Familie und jede Frau sollte selbst entscheiden, wie viele Kinder genug sind, um sich selbst, seinem Mann und dem Nachwuchs gerecht werden zu können. Ich hätte gern noch ein zweites Kind, aber drei könnte ich mir wiederum nicht vorstellen.
    Viele Grüße Bianca

    http://ladyandmum.blogspot.de

  16. Also ich sehe das ganz ähnlich, wie die meisten anderen. Grundsätzlich spielt das wohl keine große Rolle. Auch wenn man nur 1 Kind hat, ist es doch so etwas besonderes und etwas vollkommen anderes, als wenn man keins hat. Wenn du noch einen Kinderwunsch hast, dann solltet ihr das ernsthaft in Erwägung ziehen, noch eines zu bekommen.

  17. Mir sind diesen Sommer auch die Bäuche und die Babys aufgefallen, und tatsächlich muss ich mich als Einzelkind-Mama oft rechtfertigen und fühle mich oft nicht als vollwertige Mutter. Leider lässt Dein Beitrag komplett außer Acht, dass wir den Kinderwunsch nicht immer in der Hand haben. Ich habe nach 2 schlimmen Eileiterschwangerschaften keine Chance mehr, ein 2.Kind zu bekommen und musste mich schweren Herzens mit der Tatsache anfreunden, dass wir zu dritt bleiben werden. Obwohl ich jetzt eigentlich im Job wieder Gas geben könnte, habe ich erst mal reduziert, um mehr Zeit für meinen 2-jährigen Sohn zu haben. Jedes Kind ist ein wahnsinnig großes Geschenk, und hinter jeder Familie steckt eine eigene Geschichte.

  18. Krass. Ich fühle mich mit einem Kind so wie Du es beschreibst mit 2. Also kommt dieses Gefühl wohl immer, egal ob mit 1 oder 2 Kindern, ob man nur eine halbe Mama ist.

  19. Liebe Mia, der Artikel in deinem Blog ist ja nun schon älter, aber er hat mich dennoch sehr angesprochen, weil mir aus der Seele gesprochen. Ich empfinde es eigentlich als schräg, mich mit dem Kinderwunsch-Thema über das Lesen von Artikeln im Web auseinanderzusetzen. Und ich habe auch noch nie irgendwo irgendetwas gepostet. Aber seit einigen Monaten befinde ich mich in seinem solchen Zwiespalt bezüglich der dritten Kind-Frage, dass ich tatsächlich angefangen habe über die Erfahrungen und Gedanken anderer nachzulesen. Und es hilft, weil ich merke, ich bin nicht vollkommen bekloppt mich in dieser Entscheidung so schwer zu tun. Und dein Beitrag hat mich so angesprochen, weil er meine Gedanken widergibt.

    Meine beiden großartigen Mäuse sind jetzt aus dem gröbsten Kleinkind-Gedöns raus und sie kamen auch zum Glück ziemlich ungeplant /sogar verunfallt zu uns. Damit haben sie ihren Papa und mich zu den glücklichsten, täglich dankbarsten Menschen gemacht. Für den Papa ist mit Kind 1 quasi auch der ‚Knoten geplatzt‘ und er findet es MEGA gut Papa zu sein. Er arbeitet viel und gern, aber tut sein Möglichstes auch immer zu Hause präsent zu sein, besonders wenn Not am Mann ist. Dennoch, die Hauptarbeit mit Haus und Kids liegt natürlich bei mir. Ich kann damit auch gut leben, denn ich liebe die Zeit mit meinen Kindern, das kann mir kein Job geben (den ich dennoch gerne mache und auch brauche). Alles fühlt sich im Moment komplett, rund, richtig und wunderbar an. Anstrengend ist es oft genug, mehr habe ich das Gefühl nicht zu brauchen an Anstrengung. Geschweige denn wieder zurück zu noch mehr Schlafmangel. Das killt mich ohnehin.
    Dennoch gibt es da dieses Gefühl, als müsste noch jemand bei uns hinzukommen, und ich kann nicht unterscheiden, ob es ein intrinsisches oder extrinsisches Gefühl (durch die von dir beschriebenen Gedanken und in meinem Fall auch dem Wunsch meines Mannes) ist. Mittlerweile treibt mich das manchmal fast in den Wahnsinn, obwohl es im Grunde maßlos albern ist: es geht hier ja um etwas schönes, wie du sagst, ein Luxusproblem! Ich habe aktuell Angst vor meiner eigenen Courage „Nein“ zu einem weiteren Baby bzw. Mensch in unserem Leben zu sagen, aber ein überzeugtes „Ja“ klappt auch nicht. Die Mitte 30 habe ich auch deutlich überschritten, lange soll sich die Entscheidung nicht mehr ziehen. Ich habe Sorge um das Gefüge meiner sich liebenden Mädels untereinander, um viel weniger Zeit mit- und füreinander und frage mich stets, und noch vieles mehr. Lust auf ein Baby habe ich dennoch und ich finde auch mehr Geschwister zu haben grundsätzlich toll.

    Abschließend kann ich noch keine Entscheidung treffen. Ich glaube mein inneres Gefühl ist eigentlich recht klar, aber mag es noch nicht wahrhaben (dass es eher zu Nein tendiert). So oder so, ich habe das Vertrauen in uns als Familie, dass beide Varianten gut und richtig sein werden. Möge sich die richtige Entscheidung finden 😉 (für mich und für alle, die sich mit der Thematik befassen und zu scheinbar keiner Lösung kommen)

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