Was sich mit Kindern wirklich ändert

Manchmal machen Eltern anderen Eltern, oder solchen, die es werden wollen, Angst. Als müssten sie Unwissende auf eine schreckliche Durststrecke in ihrem Leben vorbereiten. Schwangere wissen deshalb lange bevor der Name des Kindes feststeht, dass die Nächte kurz sein werden, dass Milchstaus einem das Leben schwer machen können und dass man sich von Zeit mit dem Partner am besten direkt verabschiedet.

Wenn man das zweite Kind erwartet, setzten die Leute ihren Schilderungen sogar noch eins drauf. „Jahaha, DAS kannst Du natürlich beim zweiten Kind nicht mehr“, unkten meine Freundinnen aus der Ecke für erfahrene Mütter damals bei jeder Gelegenheit zu mir rüber.

Wenn ich jetzt manchmal über ein drittes Kind nachdenke, frage ich mich, was dann wohl auf mich zukommen würde. Das kann ich natürlich nicht wissen, aber ich weiß, wie das erste und das zweite Kind mein Leben verändert haben.

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Was ändert sich mit Kindern?

Es stimmt, sie haben mein Leben auf den Kopf gestellt und gerade am Anfang habe ich das Muttersein oft als sehr anstrengend empfunden. Inzwischen würde ich allerdings längst nicht mehr Schlaflosigkeit, Müdigkeit oder Anstrengung aufzählen, wenn mich jemand nach meinem Leben als Mutter fragt. Ich bin keine neugeborene Mutter mehr. Ich bin ein Mutter von zwei Kindern, die ein ganz normales Leben mit ihren Kindern und ihrem Mann zwischen Spielplatz und Büro lebt.  Dieses Leben in einer Familie finde ich wunderschön.

Denn seit ich Kinder habe, darf ich mich jeden Tag wie eine Heldin fühlen. Weil ich einen Rasenmäher besitze, der „sähr laut“ ist. Weil ich sensationelle Tricks auf Lager habe, und meinem Kind einfach seine Nase klauen kann, und weil ich auf so lustige Ideen komme, wie die, dass man die Klettverschlüsse der Kinderschuhe überkreuzt schließt! Dann schauen sie mich an und lachen glücklich und bewundern mich.

Seit ich Kinder habe, darf ich mich in beinahe jeder Minute unersetzbar fühlen. Wenn sie morgens aufwachen, rufen sie schon nach mir und wenn ich mal eben für zwei Minuten aufs Klo schleiche, ertönt sofort ein lautes „Maaamaaa?!“ und dabei dachten ich, sie spielten gerade so vertieft und bemerken mein Fehlen gar nicht. Wenn ich sie abends ins Bett bringe, darf ich nicht das Zimmer verlassen, bis sie eingeschlafen sind. Sie schlingen ihre kleinen Ärmchen um mich und schauen mich mit großen Augen an, die mir sagen, dass sie mich brauchen.

Seit ich Kinder habe, kuschle ich in einer Woche mehr als früher in einem ganzen Jahr. Von wenigen Stunden im Büro abgesehen, habe ich eigentlich ständig Körperkontakt mit mindestens einem Kind. Sie klettern auf meinen Schoß, sobald ich mein Smartphone heraushole, sie hängen sich an mein Bein, sobald ich anfange, zu kochen und sie unterbrechen immer wieder ihr Spiel, um auf meinen Arm zu kommen und ein paar Minuten Mama  aufzutanken. Und nachts kommen sie in mein Bett gekrabbelt, um liebevoll ihre kleinen Pfoten auf mein Gesicht platschen zu lassen oder mir ihre Füße zum Aufwärmen in den Bauch zu legen.

Seit ich Kinder habe, gibt es Menschen, die mich zum Lachen bringen, die mich vermissen, die mich bewundern und mir das Gefühl geben, mit mir zusammen macht alles mehr Spaß. Das alles ist so, weil sie mich lieben. Und ich liebe meine Kinder wie verrückt. Das zeigen wir uns gegenseitig jeden Tag in vielen kleinen Gesten.

Wenn mich jemand fragt, was sich mit Kindern wirklich ändert, würde ich deshalb sagen, dass mit einem Kind mehr Liebe im Haus ist. Was sich dann mit dem zweiten Kind ändert? Ganz einfach: Es ist dann noch mehr Liebe im Haus! Und wenn mich nicht alles täuscht, müsste also mit drei Kindern noch mehr Liebe im Haus sein.

Ich finde, das ist das Wichtigste, was man wissen sollte, wenn man über (noch) ein Baby nachdenkt.

Mamablog Mama Mia

 

 

 

Ach so, Moment! Nicht dass Ihr mir hinterher Vorwürfe macht: ich habe nicht gesagt, dass es nicht anstrengend sein wird 😉

 

 

25 Gedanken zu “Was sich mit Kindern wirklich ändert

  1. Stimmt, stimmt, stimmt <3
    Danke für den schönen Start in den Tag liebe Mia!!! Ein Kinderlächeln oder ein klebriger Kuss lassen einen alle Strapazen und verlorene Nerven 😉 sofort vergessen!

  2. Liebe Mia,
    deine Artikel packen mich immer wieder- bei diesem bekam ich Gänsehaut! So schön gefühlvoll geschrieben sprichst du mir aus dem Herzen.
    Ja, Muttersein ist anstrengend und manchmal ächzt man und beschwert sich bei Mann oder eigenen Eltern, wie kräftezehrend es hin und wieder sein kann. Aber du hast soooo Recht: es ist so viel mehr Liebe im Haus und diese Liebe macht glücklich und dankbar und macht anstrengende Zeiten (bei uns sind es gerade Backenzähne) wieder gut!
    Schöne Grüße

  3. genau so! in der schwangerschaft wurde keine gelegenheit ausgelassen mir zu erzählen wie krass anstrengend das mit zwillingen wird. jetzt, 5 monate nach geburt, will sich dieser blöde stress nicht einstellennund ich bekomme gesagt, das das bestimmt noch kommt… hm. nur ganz ganz selten hat mir mal eine mutter mit leuchtenden augen versucht klar zu machen, warum das mit den kinder RICHTIG GEIL wird. weil kinder einfach toll sind und sie, wie du so schön beschreibst, das leben einfach kreativer, kuscheliger und abenteuerlustiger machen! ja klar und vieles wird anders, aber das weiß man doch oder?! das macht es aus und ich freue mich auf alles was da kommt. auf alles was du da schreibst!

  4. Genauso ist es! Habe selber drei und kann dieses „oh da haben sie aber auch viel zu tun“ nicht mehr hören. Oder auch dieses völlig erschütterte „oh gott wie machst du das bloß?!“ Von anderen Müttern. Ja es ist viel zu tun aber oft ist es auch echt entspannt, Mut zur Lücke sag ich nur 🙂
    Und das allerallerallergroßartigste an 2-x Kindern ist die Liebe, die sie füreinander empfinden. Wenn ich sehe wie der große seinem kleinen Bruder hilft, wie der mittlere seinen großen Bruder bewundert und ihm beisteht, wenn der mal wieder zu schüchtern ist für irgendwas und wie sie beide abgöttisch ihre kleine babyschwester lieben…das ist nochmal das sahnehäubchen auf dem Kinder sind so toll Kuchen 🙂

  5. Hallo liebe Mia,
    Vor einigen Monaten habe ich deinen Blog entdeckt, als wir grade für das zweite Kind geübt haben. Deine Artikel zu den Schwangerschaftstest haben mir einfach so aus der Seele gesprochen und ich habe mich beim Lesen irgendwie köstlich amüsiert. In wenigen Tagen (ich glaube 2 oder 3) habe ich den ganzen Blog durchgelesen und bin seitdem bei jedem neuen Eintrag dabei. In letzter Zeit rühren mich deine Texte immer wieder zu Tränen, so schön finde ich sie.
    Ich wollte dir das einfach mal sagen und hoffe, du machst noch lange weiter mit dem Schreiben.
    Viele Grüße
    Nadine

  6. Könntest du durch die Leitung kucken, sähest du mich vehement nicken und ein bisschen verschroben lächeln 🙂 Das hast Du schöööön beschrieben und ich würde mir wünschen, dass Elternsein nicht immer automatisch mit Entbehrung, Erschöpfung und wahnsinniger Anstrengung in Verbindung gebracht wird.

  7. Dem ist quasi nix hinzuzufügen!!! Außer vielleicht, dass man auch wahnsinnig viel über sich selber und seine Grenzen und seine Kraft/Stärke lernt.

    Ich habe mit dem Muttersein, ungelogen, meinen Sinn des Lebens gefunden und mich ein ums andere Mal geärgert, dass ich diesen Schritt nicht schon viel eher gewagt habe.

    Liebe Grüße
    Julia.

  8. Mehr Liebe, mehr Leben und mehr Lachen 🙂

    Aber auch mehr schmutzige Wäsche, mehr durchwachte Nächte und auch ein bisschen mehr Stress – doch das geht auch wieder vorbei.
    Aber die Liebe bleibt <3

  9. Wie immer wunderbar beschrieben! Das man so intensiv und bedingungslos lieben und geliebt werden kann, hätte ich niemals für möglich gehalten!

  10. Liebe Mia,
    was für ein wunderschöner Artikel! Ich bin gerade zum ersten Mal schwanger und mache mir schon ab und zu Gedanken wie alles wird, was sich alles ändert … danke für deinen Artikel, der bei mir das schöne Gefühl hinterlässt, dass einiges anders, aber auch viel toller wird! 🙂
    Christina

  11. Das hast Du wunderschön geschrieben. Bei uns ist gerade Nummer 4 dazugekommen und du hast absolut recht, mit jedem Kind gibt es mehr Liebe im Haus und zwar nicht nur zwischen Mama und Kind, auch die Kinder haben sich lieb. Die kleinen himmeln die großen an und dadurch fühlen sich die großen wichtig und erfahren wie schön es ist so bedingungslos geliebt zu werden. Die kleinen hingegen haben immer jemanden der mit Ihnen spielt. Ich erlebe meinen Mann als Vater und es ist ein wunderbares Geschenk ihn dabei zu beobachten wie er unseren Kindern die Welt zeigt.

    Ist es stressig? Manchmal schon. Wenn abends alle gemeinsam essen wollen, vom Tag erzählen wollen, müde sind, Bauchweh haben und das alles gleichzeitig. Dann fallen mein Mann und ich abends aufs Sofa wenn alle schlafen.

  12. Liebe Mia,

    danke für die aufmunternden, gefühlvollen Zeilen!
    Wir erwarten im Juli unser erstes Kind und sind tatsächlich die ganzen „Horrornachrichten“ gewohnt. Erschreckend, wie wenig andere Eltern von den unglaublich schönen Momenten erzählen – die es auf jeden Fall geben muss, sonst würden die meisten ja nach einem Kind ganz sicher aufhören :).
    Es hat mir sehr gut gefallen, mal was durchweg schönes zu lesen.

    LG, Mommynerdine

  13. Liebe Mia.
    Ja. Es ist sehr anstrengend. Ich arbeite mehr, als ich jemals dachte, leisten zu können. Doch zu welchem Preis: Ich bin glücklich. Fast bedingungslos. Klar, es fehlt Zeit, Geld, Ruhe. Dafür gibt’s Liebe,Spaß,Stolz und Action en masse.

    Das dritte Kind fügte sich bei uns problemlos ein. Ich kann bis heute kaum durch ihn verursachten Mehraufwand feststellen. Nur eben mehr Wäsche, Freude und Liebe.

    Also:trau dich und leg los ☺

  14. Dein Beitrag hat mir (Glücks-)tränen in die Augen getrieben 🙂 Ich habe auch zwei Kinder und empfinde genau so wie Du!

  15. Wenn Du weitere Kinder planst entspannt sich das “ negative“ denn vieles übernehmen dann die Geschwister,leider auch das Kuscheln…….

    Nur Mut …….

    1. Hihi, ganz genau! Plötzlich hat das Baby Platz 1 der ‚hab-ich-am-allermeisten-lieb-will-ich-morgens-sofort-mit-kuscheln‘ Reihenfolge…

      Und als der Große seine wenige Tage alte Schwester sanft gestreichelt und die weinende Kleine beruhigt hat mit den Worten: „Du brauchst gar keine Angst haben! Die Mama kommt gleich wieder! Unsere Mama kommt immer wieder!“ hatte ich plötzlich Tränchen in den Augen. Ein wunderschönes Gefühl.

      (…und seitdem kann ich beruhigter mal kurz im Bad verschwinden.)

  16. Unser drittes Kind hat unserer Familie auch noch mehr Freude und Liebe gebracht und die zwei großen Jungs lieben ihren kleinen Bruder abgöttisch! Klar, mehr Arbeitet ist es immer aber Arbeit die glücklich macht 😉

  17. Was für ein schöner Beitrag. Ich wäre gern Papa. Noch fehlt „die Eine“ mit der ich das Glück und die Liebe teilen kann.

  18. Bin gerade durch Zufall auf deinen Blog gestoßen u was soll ich sagen… sehr schöner Beitrag, ich hatte richtig Tränen in den Augen!
    Danke, dass ich durch dich an einem anstrengenden Tag wie heute auch wieder das Wunderschöne am Kinderhaben sehen kann 🙂

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