Schon bald werden sie größer sein als ich.

Manchmal fange ich an zu träumen, wenn ich eine andere Mutter mit ihrem Sohn sehe.

:::Mit 8:::

Wenn deren Sohn etwa 8 Jahre alt ist und einem meiner Söhne ein bißchen ähnlich sieht, dann stelle ich mir vor wie es sein wird, wenn ich eines Tages einen so großen Sohn haben werde.

Die Zeit wird wohl kommen, in der der Mini tatsächlich seinen Schnuller und seinen „Kuschel“ ablegen und ein großer Junge werden wird! Dann werde ich vielleicht wie diese andere Mutter mit ihm durch die Stadt laufen, um ihm neue Schuhe in einer riesigen Größe zu kaufen. Er wird neben mit her laufen und wir werden uns richtig unterhalten. Was für ein Typ er wohl sein wird? Im Moment stelle ich mir vor, dass er immer so bleiben wird, wie er heute ist: Wild und witzig. Vielleicht erzählt er mir eine lustige Geschichte, während wir durch die Stadt laufen und ich werde lachen und nach alter Gewohnheit seine Hand ergreifen, die er mir sofort empört entzieht.

Zukunft2

 :::Mit 17:::

Wenn der Sohn der anderen Mutter etwa 17 Jahre alt ist, dann stelle ich mir vor, wie meine Söhne in diesem Alter sein werden.

Mir gefällt die Vorstellung, dass sie zu netten und höflichen jungen Männern geworden sind.  Werden sie immer noch so süß aussehen? Ich persönlich finde meine Söhne ja so schön, dass ich überzeugt davon bin, die Stadt Bonn wird vor unserer Haustür eine Bushaltestelle einrichten, damit die Scharen von Mädchen unser Haus besser erreichen können. Werden Sie mit 17 schon eine Freundin haben? Werde ich sie mögen?

Ich stelle mir vor, wie sie abends auf Partys gehen und hoffe, dass wir ihre Freunde kennen und mögen werden. Nachts werde ich vermutlich wach im Bett liegen und  mit gespitzten Ohren darauf warten, dass ich höre, wie sie nach Hause kommen. Dann werde ich daran denken, wie schön es war, als ich nachts deswegen wach lag, weil einer von ihnen in mein Bett gekrabbelt kam. Wie sie sich an mich gekuschelt haben und ich manchmal müde gedacht habe: „Ach wären sie doch schon ein bißchen größer!“

In meiner Vorstellung ist es eine aufregende Zeit. Sie werden anfangen Auto zu fahren, auszugehen und selbständig zu werden. Längst sind sie größer als ich und ich schaue stolz zu ihnen auf. Vielleicht ist unser Familienleben durch ihre Pubertät verändert, aber auch wenn sie mich manchmal nerven, werde ich unendlich stolz auf sie sein. Es wird die Zeit sein, in der der Tag näher rückt, an dem sie ihren Koffer nehmen und ausziehen um ihrer eigenen Wege zu gehen. Wenn es erstmal so weit ist, wird mich der Gedanke hoffentlich nicht mehr so wehmütig machen wie jetzt.

zukunft3

 :::Mit 60:::

Im Wartezimmer beim Arzt habe ich diese Woche eine etwa 80 Jahre alte Frau gesehen, die von ihrem mindestens 60 Jahre alten Sohn begleitet wurde. Was für eine glückliche Frau!

Werde auch ich eines Tages alt und grau durch die Welt gehen und mich dabei hin und wieder auf den Arm einer meiner Söhne stützen dürfen? Werden sie in der Nähe wohnen und ihre alten Eltern manchmal besuchen? Werden wir auf ihren Hochzeiten getanzt haben und ihre Kinder im Arm halten dürfen?

 :::Babies:::

Wenn ich eine Mutter mit einem Baby auf der Straße sehe, muss ich fast immer lächeln.  Dann denke ich, dass diese Mutter vielleicht eine unruhige Nacht mit ihrem Baby hatte und jetzt gerade auf die Uhr guckt, weil sie denkt, das Baby müsste bald wieder gestillt werden und mir wird klar, wie weit ich mich von diesen Babythemen schon entfernt habe. Dabei ist es doch eigentlich erst gestern gewesen, dass ich den Maxi zum ersten Mal in den Arm gelegt bekam. Vielleicht schaut mir die frischgebackene Mutter hinterher, wie ich mit meinen Söhnen auf den Spielplatz laufe: Der Mini auf seinem Laufrad, der Maxi auf seinem Fahrrad und ich mit den Sandsachen hinterher.

Und vielleicht wird sie sich dann vorstellen, wie es ist, wenn ihr Baby auch einmal so groß sein wird.

Mamablog Mama Mia

 

12 Gedanken zu “Schon bald werden sie größer sein als ich.

    1. Ich werde einen Yoga-Kurs buchen oder mich hypnotisieren lassen oder irgendetwas, damit ich der ersten Freundin total relaxt begegnen kann!

  1. Oh je, das denk ich auch ganz oft. Meine große Tochter wird 21, meine beiden kleinen sind fast 5 und fast 2. Ich könnte ja schon OMA sein. Wie oft denk ich, das es schön wär, wenn sie schon ein bisschen größer wären, wenn sie selber laufen, anständig essen oder ohne Windeln auskommen würden. Aber dann denk ich immer wieder, so schnell werden sie groß und wollen nicht mehr geschmust werden…da Geniesse ich jetzt doch lieber jede Sekunde, wenn sie noch in mein Bett krabbeln, auch wenn es morgens 6 Uhr ist…Wir sind ja auch keine „jungen“ Eltern mehr und wer weiß, wie viel Zeit uns noch bleibt.

  2. Liebe Mia,
    also ich wünsche mir als Schwiegermutter für meine Töchter eine Persönlichkeit, die so mit dem Herzen dabei ist, wenn es um ihre Kinder geht.
    Den Söhnen kann dann nämlich nur ganz viel Herzlichkeit und Wärme mit auf den Weg gegeben worden sein als Grundstein für deren eigene Familie. Ich sehe kein Schwiegermonster-Potenzial – im Gegenteil…
    Wunderbar liebevoll und emotional geschrieben …

  3. Oh Mann, Mia 🙁 obwohl mein Baby gerade mal ein halbes Jahr alt ist, wurde ich gerade sooo sentimental, dass ich beinhahe ein Taschentuch gebraucht hätte… heute war der Kleine 6 Stunden mit seinem Papi on tour – mit nur einer Flasche Milch und einem Döschen Brei & es hat geklappt und ich habe nur gedacht: Wann kommen die wieder, ich muss doch stillen… aber nun ist er schon so groß, dass er mittags einfach isst & Mami nicht mehr unbedingt braucht!!! 🙁

    1. Liebe Jana, tja, so schnell geht das… Ich bin aber nicht nur wehmütig- eigentlich nur ganz selten ein bißchen. Ich fand bis jetzt jedes Alter toll und ich freue mich auf das, was noch kommt. Und Mama brauchen sie immer, wirst sehen 🙂

  4. Ein bisschen Wasser hat sich ja jetzt auch in meinen Augen gesammelt, muss ich zugeben.

    Das habe ich auch schon so oft gedacht, wie wird es wohl sein, wenn der Krümel größer ist. Haben wir dann die richtigen Werte mitgegeben…und was für „Probleme“ kommen dann auf uns zu, sind wir dem gewachsen? Aber das fragt man sich ja immer 😀

    Noch bis vor kurzen musste ich zum Einschlafen Händchen halten und jetzt heißt es schon: „Brauch keine Hand“…sie ist doch erst 2 *schnief*

    Ich trauere ja der Babyzeit nicht hinterher…das war eine sehr fordernde Zeit. Stundenlanges Stillen, vor allem nachts – Verspannungen inklusive, Schlafmangel und ein unzufriedenes Baby, das mehr wollte als es konnte…aber die Zeit war so nah und innig und so schnell vorbei (und zu diesem Zeitpunkt hat man es gar nicht richtig genossen)….

  5. Liebe Mia, ich freue mich immer auf Deine Beiträge. Su bist mir mit Gedanken so nah – vielleicht, weil ich selber 2 Jungs im ähnlichen Alter habe…
    Danke für den schönen, emotionallen Artikel!
    Viele Grüße aus München,
    Dominika

  6. Awww … so schön und liebevoll in Worte gefasst, was ich selbst so oft denke 🙂 Es ist so schön sich vorzustellen, wie sie als Männer sein werden – natürlich die Prachexemplare schlechthin 😉 – und wie sehr sie ihre Mama auch dann noch lieben werden.
    Ich freue mich darauf und danke für diesen Artikel 🙂

  7. Bei der Bushaltestelle musste ich sehr lachen. Das erwarte ich natürlich auch. Aber keine Sorge – es ist nicht Bonn. 😉

    Ansonsten kann ich deine Gedanken sehr gut verstehen, so ging es mir auch schon. Hach ja. Es geht echt so schnell!

  8. Diese Gedanken habe ich mir auch schon oft gemacht. Ab und zu erwische ich mich dabei, wie ich mir vorstelle, wie mein kleiner Sohn als Mann sein wird. Und wenn ich freche und öffentlich trinkende Teenager sehe, dann wünsche ich mir, dass mein Sohn nicht so wird.
    Ich bin so gespannt, wie die Wirklichkeit aussehen wird.
    Viele Grüße Bianca

    http://ladyandmum.blogspot.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.