Und wann muss man anfangen, die zu erziehen?

Meine Freundin Katja ist lange vor mir Mutter geworden. Ich erinnere mich an eine Situation vor ungefähr acht Jahren, da war ihre Tochter zweieinhalb:

Ich war zu Besuch in ihrem Reihenhaus in einer Neubausiedlung, ganz weit außerhalb der Stadt. Mir kam das damals sehr spießig vor. ICH würde selbstverständlich immer in einer coolen Stadtwohnung wohnen! Aber Katja ging ja auch nicht mehr aus und saß samstags abends auf dem Sofa, wo sie in einem der vielen Erziehungsratgebern blätterte, die bei ihr herumlagen, anstatt wie normale Frauen in der InStyle! Auch würde ich meinen Kindern niemals so viel Spielzeug kaufen, wie Katja das offensichtlich getan hatte, denn das Wohnzimmer sah aus wie ein Schlachtfeld. Ihre Tochter tobte um uns herum und wir konnten uns kaum unterhalten. „Das würde ich ja nicht einen Tag aushalten“, dachte ich damals.
Als die Tochter aus irgendeinem Grund einen Wutanfall bekam, sah mich meine Freundin an und meinte lachend: „Wann muss man eigentlich anfangen, die zu erziehen?“

Innerlich schlug ich die Hände über dem Kopf zusammen! Die hat in zweieinhalb Jahren noch nicht mit dem Erziehen angefangen?! Man stelle sich meine Empörung vor!

Inzwischen habe ich in meinem Häuschen außerhalb der Innenstadt so manchen Abend auf dem Sofa verbracht, nachdem ich Berge von Spielzeug aufgeräumt habe und die Zeitschriften sämtlicher Verlage zum Thema „Erziehung“ gelesen. Sätze wie „Sie machen das ja nicht, um Dich zu ärgern“ sind so etwas wie ein Mantra für mich geworden. Wie viele Trotzanfälle, Wutausbrüche und Schabernack habe ich schon nachsichtig lächelnd an mir vorbeiziehen lassen?

Ich mag dieses Herumerziehen an Kindern nicht. Viele Erziehungsmaßnahmen von anderen Eltern, die ich miterlebt habe, riefen in mir ein gewisses Unbehagen hervor. Ein Kind vor die Tür zu setzen zum Beispiel oder in der Öffentlichkeit demonstrativ so genante Erziehungsmaßnahmen ergreifen, solche Dinge empfinde ich als demütigend.

Ich denke, dass meine Kinder die wichtigen Dinge schon von alleine lernen. Wenn ich unser zu Hause ordentlich halte, werden sie schon irgendwann lernen, aufzuräumen. Ich muss auch nicht genervt sagen: „Und wie sagt man???!!“, wenn der Maxi an der Wursttheke strahlend seine Scheibe Wurst entgegennimmt. Ich sage einfach selber laut und deutlich „Danke!“ und denke, das wird er schon eines Tages übernehmen. Ja, ich erziehe meine Kinder, indem ich ihnen meine Werte vorlebe.

Oder muss es heißen: Ich DACHTE, ich erziehe meine Kinder, indem ich ihnen meine Werte vorlebe?

Irgendwann kommen wohl die meisten Eltern an einen Punkt, an dem sie feststellen, dass ihr Kind durchaus ein paar mehr von diesen üblichen Regeln des Zusammenlebens drauf haben könnten. Die Sache mit dem Vorleben funktioniert auf jeden Fall drei, vier Jahre einwandfrei, aber wenn die ersten richtig derben Sprüche aus der Kita mit nach Hause kommen, was macht man dann?

Wann anfangen erziehen
Wann anfangen erziehen

„Führen durch Vorbild!“, sagt das Engelchen auf der linken Schulter und referiert: „Anfangs geht es nur um Beziehung, nicht um Erziehung!“

„Quatsch“, motzt das Teufelchen von der anderen Seite zurück. „Doch nicht mehr mit Vier! Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!“

Ach war das schön, als ich den ganzen Tag mit Baby-Max auf der Krabbeldecke lag und wir ganz ohne Worte ein Herz und eine Seele waren. Inzwischen müssen auch mal echte Regeln und Verbote her. Die muss man zwar nicht mit Geschrei und Geschimpfe umsetzen (ich versuche es meistens über gemeinsame Verabredungen), aber immer nur nachsichtig lächeln funktioniert auf Dauer leider nicht.

Gestern war einer dieser Tage, an denen mir das Lächeln schwer fiel. Die Kinder waren außer Rand und Band. Unsere Heizung war kaputt und ich musste viele Telefonate führen, Menschen ins Haus lassen, mich mit dem Mann beraten, ob wir die Heizung nun gleich austauschen oder lieber reparieren lassen und wieder und wieder telefonieren. Die Jungs räumten inzwischen sämtliches Spielzeug aus und verteilten es gleichmäßig auf dem Fußboden. Sie stritten sich und irgendeiner schrie immer.

Vor meinem inneren Auge sah ich Katja, wie sie lachend fragt: „Ab wann muss man eigentlich anfangen, die zu erziehen?“

Damals hat mich die Frage empört. Heute würde ich die Schultern hochziehen. Ich würde sehr ratlos aussehen und sagen: „Ja Du, so genau kann ich das auch nicht sagen, aber ich glaube, Vier könnte vielleicht ein gutes Alter dafür sein!“

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Mini und Papa testen die neue Pampers Active Fit

Dieser Post entstand in Kooperation mit Pampers und ist doch 100% Mama Mia!

 

Zwei Dinge faszinieren den Mini wie sonst nichts: Feuerwehrautos und Toiletten.

Wenn ein Feuerwehrauto an uns vorbei fährt, lässt er alles stehen und liegen, brüllt „Tütataaa!“ , zeigt und hüpft ganz aufgeregt und ist noch Minuten danach offensichtlich glücklich. An manchen Tagen wünschte ich , wir könnten ein schönes Häuschen gegenüber der Feuerwache bauen.

Seine zweite Leidenschaft lebt er deutlich zurückhaltender und in eher wissenschaftlich anmutender Weise aus: Wenn der Maxi auf die Toilette muss, rennt er voraus und öffnet seinem großen Bruder den Klodeckel. Danach steht er vor dem Maxi und reckt seinen kleinen Hals. „Was macht der Maxi da und wie geht das?“ scheint er sich zu fragen, während er interessiert über den Rand blickt.

Eins steht fest: Sein Interesse rührt nicht daher, dass er sich in seiner Windel unwohl fühlt!

Vor ein paar Tagen kam hier ein riesiges Paket an und während die Jungs sofort ein Raumschiff daraus bauten, freute ich mich über den Inhalt: Einen ordentlichen Vorrat der neuen Pampers Active Fit.

Eigentlich muss man mir ja keine Pampers mehr zum Testen schicken: Ich wickele seit mehr als vier Jahren meine Kinder in Windeln dieser Marke und daran wird sich auch nichts ändern, bis der Mini ebenfalls trocken wird.

Jetzt gibt es aber eine neue, verbesserte Pampers Active Fit und die habe ich natürlich gerne vorab getestet.

Im Pressetext heißt es: „Sie (die Pampers Acitve Fit) ist Pampers trockenste und bestsitzende Windel und schenkt kleinen Abenteurern dank einzigartiger 3D-Passform das Plus an Schutz und Bewegungsfreiheit. (…). Die extra lange Trockenheitslage sorgt für bis zu 12h Trockenheit und Auslaufschutz – am Tag und in der Nacht.“

Der Mann und der Mini waren so freundlich, das mal für uns zu testen: Letztes Wochenende  blieb ich noch ein Stündchen im Bett liegen und genoss einen ersten Kaffee, während der Mann mit den Kindern spielte. Später kam ich ins Wohnzimmer, frühstücke in Ruhe und erst danach fiel mir ein: „Hast Du den Mini heute schon gewickelt?!“ Die Antwort vom Mann war: „Oh, nee, noch nicht!“ Das Kind tobte vergnügt mit seinem großen Bruder auf dem Sofa herum- in der Windel, die wir ihm am Vorabend um 19:30 angelegt hatten. Ich kann daher behaupten: Die Pampers Active fit hält sogar 14 Stunden trocken!

Das funktioniert so:

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Neu ist, dass die Pampers Active Fit nicht nur extra atmungsaktiv ist, sondern nun auch ein noch weicheres Außenvlies besitzt, das weich wie Baumwolle** ist – für ein angenehmes und zartes Gefühl auf Babys Haut.

Und wenn jetzt einer behaupten möchte, Kinder hätten ja gar keinen Anlass trocken zu werden, wenn ihre Popos so trocken gehalten werden, dann müsste ich wohl antworten:

Bei so viel wissenschaftlicher Neugierde an den Geschäften seines Bruders wird es nicht einmal die neue Pampers Active Fit schaffen, den Mini davon abzuhalten, demnächst die Sache mit der Toilette selber mal auszuprobieren.

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So weit das Auge reicht

Sie behauptet, ich hätte ihr nichts gesagt. „Du hättest mich doch wenigstens mal vorwarnen können!“, wimmerte sie und schaut mich aus mitleiderregend müden Augen an. Meine Freundin hat derzeit sehr bewegte Nächte und anders als noch vor ungefähr fünf Jahren ist dieses Mal kein Mann daran schuld, sondern ihre sieben Wochen alte Tochter.

Ich weiß, wie müde sie ist. Und dann ist da noch dieses Stilldemenz-Dings. Aber zu behaupten, ich hätte ihr nichts gesagt?! Ich meine, ich schreibe mir hier jeden Tag die Finger wund, um davon zu erzählen, wie das Leben mit Kindern ist!

Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, wie anstrengend ich mein Leben mit Kindern finde und wie sehr mir vor allem mein Schlaf fehlt. Mir hört nur keiner zu! Jedenfalls keiner, der selber noch keine Kinder hat. Wenn ich von einer durchwachten Nacht mit zwei kranken Kindern erzähle, dann nicken immer alle ganz mitleidig. „Oh ja, das kenne ich“, sagen sie und klopfen schnell auf Holz, damit ihre Kinder bloß nicht vor Abgabe dieser wichtigen Präsentation nächste Woche krank werden und bei der Vorstellung gruselt es sie ein kleines bißchen.

Diejenigen, die keine Kinder haben, die hören einem aber einfach nicht zu! Am Schlimmsten sind Leute mit Kinderwunsch. In die bekommt man ja keine Infos hinein. Echtes Hintergrundwissen, wertvolle Profitipps, schockierende Einblicke ins Real Life- an werdenden Eltern prallt das alles ab!
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Ich weiß noch, wie sehr mich damals die Müdigkeit aus der Bahn warf, als der Maxi geboren wurde. Mein Schlafdefizit wurde von Nacht zu Nacht größer und ich dachte, mich tritt ein Pferd! Ich war schon auch ein kleines bisschen beleidigt, weil mich keiner vorgewarnt hatte, aber dann klingelte es bei mir: Irgendwo hatte ich doch mal etwas darüber gehört oder gelesen, dass die Nächte anfangs wohl sehr anstrengend sein sollen…

Es ist nur so: Schwangere oder Menschen mit Kinderwunsch wollen das gar nicht hören. So wie unsere Freunde, die am Wochenende plötzlich vor unserer Tür standen. Wir hatten gerade die Jungs gebadet. Der Mann versuchte dem Mini die Zähne zu putzen und ich redete mit Engelszungen auf den Maxi ein, er möge sich doch bitte bitte die Nägel von mir schneiden lassen. Es ist ein Wunder, dass wir die Klingel überhaupt gehört haben. Wir baten die Freunde ins Wohnzimmer. Dort herrschte das Chaos: die Reste vom Abendessen standen und klebten noch auf dem Esstisch und aufräumen lohnt sich ja sowieso erst, wenn die Kinder im Bett sind. Ich schämte mich (auch für mein Outfit) in Grund und Boden, da sagt sie strahlend: „ Oohh, ich freu mich schon darauf, wenn es bei uns auch so aussieht!“

Und ich so: Hä?! ICH würde mich freuen, wenn unser Wohnzimmer mal wieder so aussehen würde, wie es ursprünglich gedacht war! Aber das sagte ich in dem Moment nicht. Warum auch?

Wenn man sich Kinder wünscht, gilt mehr als sonst, dass man nur sieht, was man sehen möchte- und das ist auch gut so. Man hat eine Vorstellung von einem duftenden kleinen Wesen mit kleinen Händchen und kleinen Füßchen. In Gedanken sieht man sich mit seinem Partner Hand in Hand vor der Wiege stehen und lächelnd sein seelig schlafendes Baby betrachten. Das Leben wird weiter gehen wie immer, ist doch klar- nur dass eben immer so ein kleines süßes Wesen dabei sein wird.

Vieles will man gar nicht wissen und Manches kann man auch einfach nicht sehen. Wie soll man wissen, WIE müde man sein kann. wie könnte man erahnen, wie groß der Spagat zwischen Kind und Karriere manchmal sein kann, wenn man es nicht erlebt hat? Oder dass ein Baby ein Paar gar nicht zwangsläufig zusammenschweißt, sondern dass es ganz schnell sogar zum Gegenteil kommen kann. Man ahnt nicht, wie es ist, wenn man nie Feierabend hat, nie mehr alleine ist und auch nicht, wie schwer die Verantwortung wiegen kann.

Als der Besuch gegangen war, brachten wir die Kinder ins Bett, und als ich meine schlafenden Jungs betrachtete und mich der Anblick dieser kleinen süßen Mäuse in ihren Schlafanzügen wie jeden Abend vor lauter Liebe fast um den Verstand brachte, dachte ich:

Ja, träumt Ihr nur vom ganz großen Babyglück, meine lieben Freundinnen! Ich kann Euch ja viel erzählen, aber wirklich vorberietet werdet Ihr trotzdem nicht sein. Vermutlich wird Euch das neue Leben sowieso erstmal umhauen und deshalb kann ich genauso gut meinen Mund halten. Obwohl: Eines will ich doch gerne verraten: Egal wie schön Ihr es Euch ausmalt: Es wird noch viel, viel schöner werden! DAS könnt Ihr Euch wirklich nicht vorstellen. Das müsst Ihr erleben! Viel Spaß dabei!

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Mit Kindern über Krieg sprechen. Fünf Tipps zum Umgang mit schwierigen Fragen

Die Welt ist in Aufruhr. Jeden Tag gibt es neue Meldungen, die mir das Herz schwer machen. Sie kommen aus aller Welt, aber mehr als sonst gibt es Hass und Gewalt auch direkt vor unserer Haustür. Seit den Anschlägen in Paris spüren wir wieder, dass es uns alle treffen kann. Vor einem neugierigen Vierjährigen kann man solche Dinge nicht lange geheim halten.

Am Wochenende hatte unsere Tageszeitung eine ganze Seite voller Karikaturen abgedruckt. Maxi sprang vergnügt auf meinen Schoß, denn das sah ja aus, als sei es für Kinder. Dann sah er auf den Bildern Waffen und Blut, und schon kamen die ersten Fragen, die mich sehr ins Schwitzen brachten.

Ähnlich aufgeregt tönt es manchmal im Auto von der Rückbank, während die Nachrichten im Radio laufen.
„Erschossen? Mama, hat der gerade gesagt ‚erschossen‘?“

mit Kindern über krieg sprechen

Ich finde es sehr schwierig mit meinem Vierjährigen über Themen zu sprechen, die doch auf den ersten Blick so gar nicht für kleine unschuldige Kinderseelen geeignet scheinen. Ich habe mir daher erstmal die Frage gestellt, ob ich überhaupt mit dem Maxi darüber sprechen will. Vielleicht ist es ja besser, noch eine Weile vor ihm zu verbergen, dass diese Welt, die er so neugierig und unvoreingenommen entdeckt, auch eine dunkle Seite hat.

Ich habe mich entschieden, die Themen mit dem Maxi anzugehen, denn er stellt mir nun einnmal viele Fragen und die sollen nicht unbeantwortet bleiben oder mit einer verharmlosenden Antwort heruntergespielt werden. Maxi soll von seiner Mama Antworten auf seine Fragen bekommen- ohne dass sein Vetrauen in seinen Sicherheit und Geborgneheit erschüttert wird. Diese Gratwanderung zwischen einer zufriedenstellenden Antwort und einem ausreichenden Schutz meines Kindes versuche ich mit diesen Grundsätzen zu meistern:

 

1. Ich beantworte keine Fragen, die er nicht gestellt hat

Um wirklich erklären zu können, warum jemand andere Menschen tötet, muss man weit ausholen. Im Fall der Anschläge in Paris müsste ich bei den unterschiedlichen Religionen anfangen und versuchen zu erklären, dass manche Menschen denken, es könnte Gott gefallen, wenn sie andere, von Gott geschaffene Menschen töten.  Aber danach hat der Maxi überhaupt nicht gefragt. Maxi interessiert sich noch nicht für religiöse oder kulturelle Hintergründe. Er nähert sich mit seinen Fragen der Einordnung  in „gut“ und „böse“. Wenn ich seine Fragen nach dem Warum beantworte, muss ich daher immer im Hinterkopf behalten, worum es ihm eigentlich geht- und das hat mit den politischen Hintergründen in der Regel noch nichts zu tun. „Warum?“ bedeutet beim Maxi eben nicht: “ Warum denken die denn die müssten ständig Leute in die Luft jagen um Gott zu gefallen und warum denken das nicht alle, die dieser Religion angehören?“ sondern: „Warum sind manche Menschen so gemein?“ Nicht, dass diese Frage viel leichter zu beantworten wäre…

 

2. Ich benutze für meine Erklärung seine Worte

Wir haben für das, was in den letzten Wochen in Europa passiert ist, viele Worte. Gewalt und Terror zum Beispiel. Sie sagen dem Maxi allerdings noch nichts und sind daher nur dazu geeignet, ihm Angst zu machen. Er merkt, dass da ganz viel ist, das er nicht versteht und dass das jedenfalls nichts Gutes ist. Ich versuche daher, meine Antwort nicht nur ganz eng an seiner Frage zu orientieren, sondern auch, dabei seine Worte zu benutzen, denn die zeigen mir, wovon er schon eine Vorstellung hat und wozu er eine Antwort vertragen kann.

 

3. Ich hinterfrage die Wörter, die er scheinbar selbstverständlich benutzt

„Aber in manchen Ländern ist ja auch Krieg, oder Mama?“, war eine der Fragen, die mir der Maxi kurz vorm Einschlafen gestellt hat. „Ja, leider,“ habe ich genatwortet und dann gefragt: „Weißt Du denn, was Krieg ist?“ Er hatte natürlich seine ganz eigene Vorstellung davon. Manches schnappt er im Radio auf, oder in der Kita und dann trägt er es mit sich herum und stellt mir irgendwann eine Frage dazu. Ihm war natürlich klar, dass Krieg wohl etwas Schlimmes sein muss, aber die ganze Bedeutung des Wortes war ihm nicht klar. Ich finde nicht, dass ein Vierjähriger genau wissen muss, was ein Krieg ist und wie schrecklich Kriege sind. Nachdem ich Maxis Vorstellung von Krieg erfragt hatte, konnten wir darüber in diesen Grenzen sprechen. Mehr musste in diesem Moment gar nicht sein.

 

4. Ich verharmlose nichts- aber ich mache ihm nicht mehr Angst, als er ohnehin schon hat

Das ist sehr schwierig, denn Kinder sind ja so verdammt schlau. Sie stellen genau die richtigen Fragen und legen den Finger immer mitten in die Wunde. Die Fragen meines Sohnes drehen sich sehr stark um gut und böse und um Gewalt. Das sind große Themen und sie säumen Maxis Weg in die große Welt. Es ist noch nicht lange her, da bestand seine Welt nur aus Mama, Papa und seinem Bruder. Sie reichte gerade bis zu Oma und Opa auf der einen und der Kita auf der anderen Seite. Langsam werden die Grenzen seiner Welt weiter und die Welt wird bunter aber leider auch hier und da dunkler. Wenn er mir schwierige Fragen stellt, dann ist er auch bereit für eine Antwort- in den Grenzen seiner Frage und mit seinen Worten. Ich versuche gerade bei den aktuellen Fragen zu Krieg und Gewalt trotzdem immer, ihm auch das Gefühl von Sicherheit zu vermitteln (er ist vier!). Ich will ihm natürlich nichts schönreden, aber er weiß jetzt auch,  dass das Gegenteil von Krieg Frieden ist und wir hier das Glück haben, in Frieden zu leben.

 

5. Ich gebe im das Gefühl, dass er mit allen Fragen immer zu mir kommen kann

Das ist vielleicht der wichtigste Punkt von allen. Natürlich sind manche Nachfragen so putzig und ich kann mir ein Lachen nur schwer verkneifen. Andere Fragen wiegen so schwer, dass ich erstmal Luft holen muss und dann gerne laut und empört „Nein! Quatsch!“ rufen möchte, damit wir das nicht weiter vertiefen müssen. Gerade mit diesen Fragen zeigt der Maxi aber so viel von dem, was ihn bewegt. Das sind keine einfachen Nachfragen nach der Bedeutung eines Wortes, nein, diese Fragen sind das Ergebnis von Vorüberlegungen meines Sohnes, die am Ende des Versuches stehen, Dinge für sich einzuordnen. Wenn ich diese Fragen abtue oder darüber lache, kann es schnell passieren, dass er sich schämt (Scham ist ein großes Thema bei Vierjährigen) und eines Tages fragt er mich dann vielleicht gar nicht mehr. Mama kann man immer fragen und ihre Antworten tun mir gut- dass soll der Maxi erfahren. Ich hoffe sehr, dass mir das gelingt.

Wie macht Ihr das mit Euren Kindern?

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12 von 12 im Januar

Die Kunst von 12 von 12 besteht nicht allein darin, am 12. Tag eines jeden Monats daran zu denken, dass es Zeit für dieses Blogger-Spielchen ist, bei dem man seinen Tag in 12 Bildern dokumentiert. Die eigentliche Kunst besteht- zumindest für mich- darin, auch wirklich 12 Bilder zu machen.

Daran scheitert es meistens bei mir, denn ich habe in der Regel alle Hände voll zu tun und habe deswegen in den entscheidenden Momenten keine Kamera zu Hand. Heute habe ich es aber endlich mal wieder geschafft.

Die vollendete Kunst liegt natürlich darin, die Bilder auch noch perfekt zu bearbeiten- dass ich das nicht mehr geschafft habe, seht Ihr mir hoffentlich nach!

Los geht´s:

Der Tag beginnt um 7:00 Uhr. Um 8:00 verlasse ich das Haus. Diese Stunde konnte ich leider nicht dokumentieren, denn in dieser Zeit tobt bei uns der helle Wahn und an Fotografieren ist dabei nicht zu denken!

Um 8:15 fahre ich mit dem Aufzug in mein Büro. Das ist der erste Meilenstein des Tages!

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Um 15 Uhr sitze ich wieder im Auto auf dem Weg zur Kita. Sehr gerne würde ich ein bißchen Musik hören, aber der Mini hat meinen CD Spieler mit einer Spardose verwechselt und in einem unbeobachteten Moment mein gesammeltes im Auto umherfliegendes Kleingeld in den Schlitz geschoben. Obwohl da nun mindestens 2,70 Euro drin stecken, dürfte der Wert des CD-Spielers eher gemindert worden sein!

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Da sitzen meine beiden im Auto auf dem Weg nach Hause. Maxi  mit- Achtung!- von mir gestricktem Schal!

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Gestern hat der Mini zum ersten Mal in seinem eigenen Bettchen schlafen wollen. Das steht in Maxis Zimmer und hat seit Ewigkeiten kein Kind interessiert. Um 21:30 war der Spaß auch schon wieder vorbei und den Rest der Nacht hat der Mini wie üblich im Elternbett verbracht. Trotzdem reizt ihn sein neuentdecktes eigenes Bett immerhin.

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Aktuelles Lieblingsspielzeug vom Mini: Tiptoi. Eigentlich gehört das natürlich dem Maxi, aber der beschäftigt sich gar nicht so gerne damit, während der Mini sehr ausdauernd vor allem Lieder antippt.

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Maxi baut lieber Flugzeuge oder Raketen aus Lego. Zu dumm, dass der kleine Bruder Maxis Bauwerke sogar noch interessanter findet als den Tiptoi.12v12januar6

 

 

Da hilft nur eins: Man muss dem kleinen Bruder auch schnell ein kleines Flugzeug basteln!

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Nach dem Abendessen…

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…dürfen die Jungs 20 Minuten fernsehen. Das verschafft mir Zeit, die Sauerei unterm Tisch wegzuräumen!

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Während ich mit dem Maxi Zähne putze, vergnügt sich der Mini mit dem Mülleimer.

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Und dann steh plötzlich der Papa in der Tür und wird jauchzend begrüßt! Der kommt nämlich oft erst, wenn die Jungs schon lange schlafen. Logo, dass der Papa dann auch für die Gute-Nacht-Geschichte zuständig ist!

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Der Mini hat sich schonmal in sein Bettchen gelegt und sich dazu auch Maxis Decke geklaut. Und da liegt er auch jetzt. Mal sehen, wie lange…

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Noch mehr 12 von 12 gibt es wie immer bei Draußen nur Kännchen.

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Wer hat Angst vor Monstern?

Pssssst! Bitte leise! Der Maxi schläft!

Ooorr, ich liege hier so unbequem, aber ich traue mich nicht, die Position zu verändern, sonst wacht er am Ende wieder auf! Er braucht neuerdings etwas länger zum Einschlafen- er hat Angst vor Monstern! Über Weihnachten ist nämlich das Ohrenmonster hier eingezogen.

Ich weiß nicht genau, was ein Ohrenmonster ist, aber nach allem, was mir so zu Ohren gekommen ist (haha!) muss es ein schreckliches Biest sein. Mein Schwager hat dem Maxi bei seinem Weihnachtsbesuch davon erzählt, und seitdem muss ich mich abends zum Einschlafen neben den Maxi legen.

Einschlafprobleme kannte ich vom Maxi überhaupt nicht aber am Abend des 26. Dezember war da nichts zu machen, der Maxi schlief erst ein, als ich mich neben ihn legte. Seitdem muss ich das jeden Abend machen.

Angst vor Monstern

Anfangs habe ich das Ohrenmonster verflucht, aber inzwischen hoffe ich, dass es noch lange bei uns bleibt. Ich verdanke ihm nämlich sehr viel.

Mit ein bißchen Glück ist der Maxi kurz vorm Einschlafen in Plauderlaune. So wie Anfang der Woche, als er von mir wissen wollte, ob man ins Kinderheim kommt, wenn man nicht brav ist. „Natürlich nicht, Maxi! Im Kinderheim wohnen Kinder, die keine Eltern mehr haben, oder deren Eltern sich nicht um sie kümmern können.“ Ob es da dunkel ist, will er wissen. „Und sind da Gitter?“ Ich bin erschrocken und erkläre ihm dass es die Kinder dort gut haben und ganz normal dort wohnen, nur dass sich statt Eltern Erzieher um sie kümmern. „Und haben die Erzieherinnen Waffen?“

Was da wohl in ihm vorging? Vielleicht hat im das jemand erzählt? Manchmal vermischt er auch ganz viele Eindrücke , die er in den letzten Wochen aufgeschnappt hat, in seinem Kopf zu einer Geschichte.  Ich verspreche ihm, dass Papa und Mama immer für ihn da sein werden und wir dafür sorgen werden, dass er immer alles hat, was er braucht. „Ich brauche ja immer Äpfel“, sagt er nickend und schläft ein.

Liebe gießt sich in mein Herz!  Mein Kind liegt neben mir, die Augen geschlossen und sein Atem wird ganz ruhig.Wenn ich mal jemandem den Begriff Unschuld erklären muss, werde ich ein Bild von meinem schlafenden Kind zeigen.

Er rollt sich zur Seite, mit dem Gesicht zu mir. Jackpot! Ich betrachte sein liebes Kindergesichtchen. Wie klein er noch ist! Während ich ihm ganz vorsichtig die Haare aus dem Gesicht streiche und seine Fragen über Kinderheime in mir nachwirken, wird mir wieder klar:

Kinder sind der Welt so schutzlos ausgeliefert. So viele Einflüsse prassen täglich auf sie ein und weil Kinder unendlich wissbegierig sind, saugen sie alle diese Eindrücke in sich auf- die guten und die schlechten. Eine ganze Welt muss in den Kopf unserer Kinder passen und wir Eltern können nicht alles für sie filtern. So gelangen leider auch viele Dinge in ihre unvoreingenommenen Seelen, für die sie noch gar nicht bereit sind. Wie sollen sie die alleine verpacken? Dafür brauchen sie unsere Hilfe.

Leider fehlt mir manchmal die Zeit und manchmal auch einfach die Geduld, mich aufmerksam und einfühlsam der spannenden Erlebniswelt meines Sohnes zuzuwenden. Gerade abends rutscht schon mal ein: „Nein, nein mein Schatz, und jetzt schlaf schön!“ als Antwort auf eine Frage heraus. Dabei sind genau diese Momente so wertvoll, weil mein Großer mir dann in seiner noch ganz unverdeckten Sprache hilft, zu verstehen, wie die Welt eines Vierjährigen aussieht.

Ein Vierjähriger ist kein Baby mehr, so viel steht fest. Vierjährige sind wild, laut, halbstark und haben keine Angst! Tagsüber! Wenn so ein Vierjähriger aber abends im Dunklen in seinem Bett liegt, dann kann man sehen, wie klein er noch ist. Und sich ganz in Ruhe auf das einlassen, was er von seinem Gefühlsleben preisgibt!

So ein Glück, dass wir jetzt ein Ohrenmonster haben!

P.S. Gestern Abend  hatte ich eigentlich keine Zeit, mich zum Maxi zu legen, weil der Mini mich sehr gebraucht hat. „Aber Du liebst das doch, Mama!“, hat der Maxi da gesagt. Hat er etwa gar keine Angst mehr vorm Ohrenmonster? Ich denke, über diese Frage werden sich sowohl der Maxi als auch ich noch eine Weile ausschweigen.

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Geschwisterstreit. Wie wir 476 neue Feuerwehrautos kauften

Alles hatte damit begonnen, dass wir zwei durchfrorene Kinder zum Aufwärmen in die Badewanne steckten.

Ewig hatte der Maxi in der Badewanne nicht mehr mit diesem kleinen Gefäß gespielt, in dessen Boden sich kleine Löcher befinden, durch die man das Wasser auf sich regnen lassen kann. Als er aber nun sah, wie sein kleiner Bruder hingebungsvoll mit genau diesem Ding spielte, da wurde es plötzlich zum schönsten Spielzeug weit und breit.

Kurzerhand entriss er es dem Mini. Nun ist der Mini gar nicht mehr so Mini. Er hat längst gelernt, sich gegen seinen Bruder durchzusetzen, und wenn er etwas wirklich gut kann, dann ist es, seinem Bruder seinerseits Dinge zu entreißen. Und das tat er dann auch.

Der Maxi riss es sich zurück, der Mini zerrte an seiner Seite dagegen an, beide Kinder brüllten die Kacheln von den Wänden.

Aus dem schönen Badefest wurde ein Geschwisterstreit, der unser Badezimmer in eine Wasserrutsche verwandelte.

Ich redete beiden Kindern gut zu und versuchte, zu schlichten. „Komm Maxi, ich wasche Dir mal eben die Haare, so lange kann der Mini das Ding haben, und danach bekommst Du es wieder.“  Gesagt getan. Nun hatte ich einen zufriedenen Maxi, aber der Mini schrie und zerrte an dem Ding- mit Erfolg. Das Spiel begann von vorne.

Plötzlich hatte ich eine Idee: Ich lief in die Küche und holte eine Edelstahl Salatseiher und gab sie dem Maxi. Der war glücklich, denn das Prinzip war ja das gleiche, wie bei dem Spielzug, um das sie gestritten hatten, aber in viel größer! Das sah leider auch der Mini ein und fing sofort an, daran zu zerren. Keiner interessierte sich mehr für das Spielzeug, was eben noch so wertvoll für ihr Glück gewesen war. Nun saßen sie schreiend in der Wanne und zogen jeder an einem Ende der Salatseiher.

Zum Glück hatte ich wieder eine tolle Idee: Ich lief erneut in die Küche und holte ein Nudelsieb. Das hatte die Größe der Salatseiher, das war fair, das müsste funktionieren.

Tat es aber nicht! Jetzt wollten beide Kinder das Nudelsieb haben. Wer will schon eine Salatseiher, wenn man auch ein Nudelsieb haben kann?!

Durch das Geschrei der Jungs rief mein Mann mir zu: „Ich hole schnell das Auffangsieb vom Rasenmäher aus dem Schuppen!“ „Ist gut!“, schrie ich zurück. „Ich rufe inzwischen schonmal in der Kantine in der Firma an und frage, ob sie ein Großküchen-Nudelsieb entbehren können!“

Am Ende hat nichts geholfen und so holten wir die beiden Streithähne aus der Badewanne und packten sie in ihre Betten, wo sie erschöpft einschliefen.

Am nächsten Morgen erwachten sie zunächst friedlich, aber nach einer Weile fingen sie an, sich um ein Feuerwehrauto zu streiten, und keines der 476 anderen Feuerwehrautos, die bei uns wohnen, war so schön wie dieses eine.

„Jetzt reicht´s!“ entschied der Mann. Und er zog los und kaufte von jedem Spielzeug in unserem Haus noch ein Exemplar. Wenn wir alles doppelt hätten, müssten sich die Jungs nicht mehr streiten, dachten wir.

Geschwisterstreit

Wir kauften neue Legos, Bagger, Polizeiautos, Dreiräder. Aber da fingen sie an, die Klamotten des jeweils anderen zu begehren.

Wir kleideten sie komplett gleich ein, da stritten sie plötzlich um die Farbe ihrer Teller.

Wir warfen das schöne bunte Melanin Geschirr weg und gaben ihnen nur noch weißes Geschirr. Da fingen sie an, sich zu streiten, wer im Auto auf welcher Seite sitzen dürfte.

Wir kauften ein neues Auto vom gleichen Typ und fuhren die Kinder fortan mit zwei Autos durch die Gegend, damit jeder an seinem Lieblingsplatz sitzen konnte, aber die Jungs stritten darüber, wer bei Mama und wer bei Papa mitfahren durfte.

Schließlich bauten wir hinten im Garten ein zweites Haus, genau wie das erste. Blöderweise hatten wir es versehentlich spiegelverkehrt gebaut und nun stritten sie sich, wer wo wohnen durfte, weil das eine Haus auf der Terrasse Morgensonne und das andere dort Abendsonne hatte.

Das Geschrei wurde immer lauter. Wir befürchten, die Nachbarn würden die Polizei alarmieren. Bald würden sie uns die Kinder wegnehmen, und die würden lauter schreien, als jemals zuvor, weil das eine Kind von einer Pflegefamilie mit einem blauen Auto abgeholt werden würde und das andere von einer Pflegefamilie mit rotem Auto!

Wir waren der Verzweiflung nahe, da herrschte urplötzlich Ruhe. Die Jungs trafen sich im Garten, genau in der Mitte zwischen beiden Häusern. Dort lagen sie auf dem Rücken im Gras und machten- Nichts! Sie wirkten lustlos, antriebslos, und gelangweilt. Irgendwie unglücklich.

Da endlich begriffen der Mann und ich, dass die Jungs ihre Brüderkämpfe brauchten! Und dass wir sie niemals würden verhindern könnten, selbst wenn wir unser ganzes Leben klonen würden. Sie würden sich immer neue Zankäpfel suchen.

Wir verschenkten das doppelte Spielzeug, die Klamotten und die Autos, weil wir auch anderen Kindern die Möglichkeit geben wollten, streitend miteinander glücklich zu werden und sich echte, wahre, tiefe Geschwisterliebe erkämpfen zu können.

Die Jungs haben wohl ein bißchen darüber gestritten, wer was verschenken darf, aber sie wirkten sehr vertraut dabei.

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