Das mache ich mit links- oder: Moms rock!

„Nein!! MIA!!! Lass mich nicht alleine mit denen!“ Die Verzweiflung steht meiner Schwester ins Gesicht geschrieben.

Ich wollte sie gar nicht alleine lassen, sondern mich nur ganz kurz ein paar Meter von ihr entfernen. Und „mit denen“, das klingt nach schrecklichen, angsteinflössenden  Gestalten, aber so schlimm sind die beiden auch wieder nicht.

Es sind doch nur zwei kleine Jungs.

Meine Söhne.

Wir waren gemeinsam im Supermarkt, meine Schwester, Mini, Maxi und ich.

Ich gehe nicht gerne mit den Söhnen einkaufen, das muss ich schon zugeben. Meistens vergesse ich die Hälfte, weil ich mich so schlecht konzentrieren kann, wenn der Maxi mir Süßigkeiten in den Einkaufswagen wirft, während der Mini aufs Weinregal zuwankt.

Deshalb war ich froh, meine Schwester bei mir zu haben. So konnte ich mich in Ruhe um die Einkaufsliste kümmern, während sie die Jungs im Auge behielt. Dachte ich.

Die Kinder schossen jeder mit einem dieser kleinen Einkaufswagen in entgegengesetzte Richtungen. Wer hat diese Gefährte bloß erfunden?! Maxi zog immer engere Kreise um die Wursttheke herum, weil er es wie üblich auf eine Scheibe Fleischwurst abgesehen hatte und der Mini setzte dazu an, seinen eigenen Geschwindigkeitsrekord zu brechen. Alles wie immer eigentlich. Ich rief meiner Schwester zu: „Kannst Du mal kurz auf sie aufpassen“, und lief zurück zum Gemüsestand.

Als ich Tomaten und Broccoli GERECHT auf zwei Kindereinkaufswagen verteilte, fiel mir auf, dass die Milch noch fehlte. Ich wollte nur kurz zurück zum Kühlregal laufen und rief meiner Schwester zu: „Kannst Du nochmal kurz ein Auge auf die Jungs haben?“ Und da brüllte sie: „Nein!! MIA! Lass mich nicht alleine mit denen!“

Ich musste so lachen! So sieht es also aus, wenn man eine junge Frau für 40 Sekunden in das Leben einer Zweifachmama wirft.

Sie wußte nicht, wo sie zuerst hinblicken sollte. Sie konnte sich nicht entscheiden, hinter welchem Kind sie herlaufen sollte. Sie war verzweifelt.

Ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lachen und war gleichzeitig so zufrieden mit mir selbst. Meine kleine Schwester weiß nicht, wo ihr der Kopf steht, wenn sie für ein paar Sekunden das tun soll, was ich in jeder Minute des Tages tue- seit vier Jahren.

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Ich beaufsichtige und bändige täglich zwei Kleinkinder, als wäre es die einfachste Aufgabe der Welt. Manchmal ist das so anstrengend, dass ich weglaufen möchte, aber ich bin trotzdem (fast) immer so souverän in meiner Aufgabe, als hätte ich nie etwas Anderes gemacht. Ich kann das einfach und ich kann das richtig gut, denn ich bin ihre Mutter.

Natürlich wächst man mit seinen Aufgaben, aber für Mütter gilt: Egal wieviel Du mit den Aufgaben wächst: Die Aufgaben wachsen schneller. Und so wächst Mama täglich über sich hinaus. Im Comic würde am Tag der Geburt des ersten Kindes plötzlich die Erde anfangen zu beben, Mamas Nachthemd zerreißt und darunter erscheint auf ihrer Brust ein glänzendes „M“: Suuuupermom! Supermom streckt die Faust in die Höhe und haut von diesem Tag an alle Hindernisse  einfach weg. Mit Links!

Wir Mütter leisten jeden Tag Großartiges. Manchmal sieht es vielleicht nicht so aus, aber wir haben alles im Griff. Unseren Kindern geht es prima und das ist eine Leistung, für die wir uns ruhig mal ordentlich auf die Schulter klopfen dürfen. Kauft Euch ein schönes Weihnachtsgeschenk und vergesst nicht, es auch als Geschenk einpacken zu lassen! Ihr habt es Euch verdient!

Noch immer lachend rief ich dem Maxi zu: „Knast Du schonmal die Wurst kaufen?“, und glücklich stellte der sich sofort brav in die Reihe an der Wursttheke. Dann schnappte ich mir den Mini und schob ihn samt Einkaufswagen sanft aber bestimmt in Richtung Kühltheke, sammelte die Milch ein und ging zurück zum Maxi.

5 Minuten später standen wir an der Kasse, die Jungs friedlich und glücklich jeder an einer Scheibe Fleischwurst knabbernd.

Eine meiner leichtesten Übungen.

Moms rock!

Mamablog Mama Mia

 

 

 

Dies ist meine Beitrag zur Blogparade von Lucy Marshall. Lucy findet nämlich, dass wir uns viel zu oft ein schlechtes Gewissen in Bezug auf unsere Kinder machen und uns lieber öfter mal sagen sollen: Das hast Du saugut gemacht! Moms rock!

8 Gedanken zu “Das mache ich mit links- oder: Moms rock!

  1. Da rocke ich mal mit: Bei uns sieht der typische Supermarktbesuch im Moment gerade so aus: Er fängt damit an, dass der Große darauf besteht, dass es zu „Elika“ geht, da es dort den Autoeinkaufswagen mit funktionierendem Lenkrad gibt (sollte dies gerade nicht auch mein bevorzugtes Ziel sein, ist die positive Grundstimmung, die bei allen drei Beteiligten für so ein Abenteuer zwingend notwendig ist, bei ihm schon mal dahin). Für den Kleinen gibt es in besagtem Einkaufswagen aber keinen Platz. Frei Laufen kann er noch nicht -> er muss in die Manduca, der er eigentlich schon entwachsen ist (was er auch lautstark zu verstehen gibt). Geschoben werden darf der Einkaufwagen erst nachdem der Große imaginär angeschnallt ist und das Auto gestartet hat. Sobald ich anhalte steigt er aus, um die Einkäufe in den Wagen zu laden (Ich bin also sehr gut darin, viele Sachen einfach im Vorbeifahren einzuladen). Er läd seine Sachen ein und natürlcih alles, was er für zwingend notwendig hält (diese Sachen mit dem Kleinen in der Manduca wieder zurückzustellen, ist dann die nächste Herausforderung). Losgehahren werden darf an erst wieder, wenn er … (s.o.) Die Wursttheke ist nur selten zu umfahren. Dort besteht dann auch der Kleine auf seine Wurst (die er genüsslich wie ein 1jähriger halt so isst in der Manduca isst…).
    Bisher habe ich aber noch nie mehr als ein Teil, dass ich eigentlich nicht kaufen wollte, dann doch gekauft und unsere Haftpflichtversicherung musste auch noch nicht zum Einsatz kommen 😉 Läuft also!

  2. Haha sehr gelacht und soooo wahr:)
    Das Gesicht deiner Schwester hätte ich gerne gesehen!
    Die Idee mit dem eigenen Weihnachtsgeschenk werde ich mal in Angriff nehmen, kauft man ja irgendwie doch immer nur für die anderen bzw. die lieben Kleinen….

  3. Toll geschrieben, Supermom! 😀 Echt herrlich, die Verwandlung zur Supermom am Tag der Geburt 😀 😀 😀 Du hast es echt geschafft, meine Laune anzuheben, die momentan dank kranker Kinder ziemlich im Keller ist.

  4. Oh ja, wir Mütter sollten uns viel öfter gegenseitig ermutigen und loben, das Positive bei andern nicht beneiden, sondern abschauen!
    Und es anderen gönnen, wenn was gut läuft oder was Schönes passiert!
    Was wir Mamas täglich mit mind. 1 Ohr und Auge bei den Kindern sind, und uns/unsere Bedürfnisse/Wünsche hinten anstellen…

    Macht weiter so, Mamas!

  5. Hallo Mia!
    Auch wenn der Post schon etwas älter ist, habe ich dennoch herzlich gelacht. Erstens weil du einkaufen warst und zweitens der kleine Einkaufswagen auch dich beschäftigt hat „grins“! Mein momsrock Post deckt sich von den Rahmenbedingung mit deinem, jedoch war bei mir an der Kasse noch nicht Schluss mit dem Kinderunterhaltungsprogramm …im Gegenteil! Ich ziehe den Hut, wenn du das in der Regel mit zwei Kindern machen musst, alleine! Man weiß doch vor dem Einkauf nie welche Abenteuer heute auf dem Kinderprogramm stehen oder?
    Grüß mir Mini und Maxi 🙂
    Du hast jetzt eine neue Leserin auf deinem Blog: Maxie (mit ie) grins…

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