„Verelterung“ – Kleine Fluchten für Mama und Papa

Gestern habe ich im Fernsehen eine richtige Schnulze gesehen. Mit Happy End und allem, was man so braucht. Genau das Richtige nach einem langen Tag.
Leider musste in dem Film auch eine junge Frau ihr Leben lassen und starb in den Armen ihres Mannes. Es war eigentlich wirklich ein Flachfilm, aber ich habe trotzdem danach gegrübelt- über das Leben, die Liebe, Familie…Am Ende meiner Grübeleien fragte ich meinen Mann: „Wenn ich morgen sterbe, würdest Du dann sagen, wir haben die gemeinsame Zeit bestmöglich genutzt?“ Mein Mann reagierte auf seine Weise: Er wähnte eine Fangfrage, sah Ärger auf sich zukommen und schaltete sofort auf Verteidigung. Zwei Minuten später waren wir mitten in einer Diskussion über unser Familienleben allgemein. Ich kam viel zu spät ins Bett und bin jetzt noch müde.

Dieser Abend ist eigentlich die Antwort auf die Frage, die ich meinem Mann gestellt habe. Wir sind oft zu müde, um gemeinsam etwas zu unternehmen und lassen viele Abende einfach so verstreichen, aber wenn es um Streits geht, schaffen wir es immer, uns miteinander zu beschäftigen. Sogar abends spät noch, wenn wir eigentlich längst schlafen wollen. Standpunkte verteidigen, Revier abstecken, Aufgaben klarstellen- dazu nehmen wir uns die Zeit. Aber Zeit für uns als Paar, die gibt es sehr wenig.

Die Ursachen sind klar: Im Mittelpunkt stehen bei uns immer die Söhne. Wenn der Mann abends spät zur Tür hereinkommt, muss ich ihm erstmal erzählen, was die Jungs den ganzen Tag so gemacht haben und da wir beide von der Sorte Eltern sind, die ihre Kinder so monstersüß finden, dass sie sie ständig abknutschen könnten, liegt auch am Wochenende unsere ganze Aufmerksamkeit häufig nur auf den Kindern. Die Kommunikation unter den Eltern beschränkt sich auf: „Guck mal, wie süß“, „Hast Du ihn gerade gehört? Der hat Kacka gesagt!“, „Wir haben die süßesten Söhne der Welt“, „Kannst Du mal kurz auf sie aufpassen“….
Das alles ist nicht wirklich ein Grund zur Beschwerde, denn unsere süßen Jungs sind schließlich auch ein phantastisches gemeinsames Hobby- viel besser als zusammen Tennis zu spielen oder so. Aber man lebt als Paar oft nur nebeneinander her. Glücklich, aber „nur“ noch Eltern.

Deshalb habe ich mich entschieden, die „Verelterung“ zu stoppen und uns wieder mehr Zeit als Paar einzuräumen.

Den ersten Versuch hatte ich schon vor ein paar Monaten gemacht und mit dem Mann vereinbart, dass wir uns einen Abend im Monat Zeit für uns nehmen. Wir müssen ja nicht jedes Mal den Babysitter beauftragen, wir könnten ja auch zu Hause Zeit als Paar verbringen. Der Mann fand den Plan super, ich war happy und dann vergaßen wir den Plan wieder. Gemeinsam verbrachte Abende seitdem: Null!

In meinem zweiten Anlauf gestalte ich schon die Terminfindung einfach bunter! Da mein Mann hier ja nicht mitliest, kann ich Euch heute zeigen, was er zu Nikolaus bekommt:

Ich werde ihm zu Beginn jedes Monats eine Karte überreichen. Dazu bekommt er ein Tütchen mit diesen schönen Billetts.

 

Feine Billetterie

 

Aufgabe des Mannes ist es, einen Termin in seinem Kalender zu reservieren und jeden Monat eines der Billetts auszusuchen. Was er dann schließlich bekommt, ist eine Überraschung, denn ich setze das ausgewählte Wort dann um und da gibt es ja viiiieeeele Möglichkeiten.

 

Feine Billetterie

Ob der Plan aufgeht? Ich halte Euch auf dem Laufenden. Für Tipps, wie ihr der „Verelterung“ entgeht, bin ich dankbar!!

Mamablog Mama Mia

 

 

 

11 Kommentare

  1. Oh, du sprichst mir aus der Seele!! Uns geht es ganz genauso und wir haben auch schon Anläufe unternommen, uns einen Abend im Monat nur „UNS“ zu gönnen, aber scheinbar hatten wir auch nicht genug Schwung, denn die finden leider nicht statt. Weil ich auch immer so müde bin, weil es abends noch so viel zu tun gibt, weil Babysitter so teuer sind, weil weil weil. Lauter schlechte Ausreden. Werde auch einen neuen Anlauf starten und hoffe, diesmal klappts besser! Wünsche euch auch ganz viel Erfolg!!

  2. Tolle Idee! Wir sind zwar (noch?) keine Eltern, mehr bewusste Paarzeit täte uns aber auch gut. Verrätst du uns, wo die Billets/Tickets her sind? Merci, Katharina 🙂

  3. Tolle Idee, ich bin gespannt, ob ihr das wirklich im Alltag umsetzen könnt. Mein Mann und ich haben mal beschlossen, mind 1 Stunde miteinander pro Tag abends zu reden. Ähm daraus wurde auch nichts, keiner hatte Lust zu reden bzw hat man nicht immer für eine Stunde Gesprächsstoff parat 🙂

    Aber Paarzeit ist wirklich sehr wichtig, wir nützen unterm Jahr öfters die Möglichkeit , dass wir die Kleine am Weekend abgeben und zb Wellnessen gehen + 1x Übernachtung (in Bayern). Das schaffen wir mind 1x im Jahr, ohne Übernachtung öfters, da wir einen kleinen Wellnesstempel auch gleich ums Eck haben. Wenn man das alle 3 Monate macht, ist es schon gut für die Seele 🙂

  4. Was für eine tolle Sache! Wir scheitern an der Umsetzung schon seit über einem Jahr :-(. Wenn ich darf, würde ich den Artikel gerne auf meinem Blog und auf meiner FB-Seite (MädelsTreffen) verlinken. Das interessiert bestimmt ganz viele! LG und viel Erfolg bei eurer Paar-Zeit. Halte uns auf dem Laufenden!

  5. Wir haben uns vorgenommen einmal in der Woche (Freitags) für einander zu kochen (immer abwechselnd). Klappt nich jede Woche, aber mehr als einmal im Monat. Der jeweils Andere bring die Kinder ins Bett und darf sich danach an den gedeckten Tisch setzen (oder beim Kochen zugucken). Zeit zum Reden ergibt sich automatisch und viel günstiger als Essen zu gehen ist es auch (selbst mit gutem Wein und besonderen Zutaten).

    Ich denke es ist besser sich so etwas jede Woche vorzunehmen. Dann ist es nicht so schlimm wenn mal ein Termin ausfällt.

    • Das klingt super! Bei uns wird das allerdings schwierig, weil der Mann meistens erst so spät von der Arbeit kommt, dass die Kinder längst schlafen und ich längst verhungert wäre.

  6. Wir haben uns gestern gemeinsam ein Gesellschaftsspiel gekauft, in der Hoffnung das mal anstelle eines Fernsehabends gemeinsam zu spielen. Auch Zeit zu zweit 🙂

  7. Wir haben zum Glück neben unseren 2 Töchtern noch ein gemeinsames Hobby: Wir gucken leidenschaftlich gerne Serien. Dadurch ergeben sich doch eine Menge gemeinsamer Abende, wo wir lachend, grübelnd, schockiert, um Fassung ringend oder einfach nur schmunzelnd auf der Couch sitzen und unsere Lieblingsserien gucken. Und das sind eine ganze Menge.

    Am Wochenende sieht das meist so aus, das ich meinen Bundesligatag bekomme (je nachdem wann der FC spielt), und Mama an dem Tag mit den Kids unterwegs ist. Den anderen Tag begehen wir als ausgiebigen Familientag, je nach Wetter mit ausgedehnten Fahrradtouren (wir haben ein Babboe City E, das eröffnet unfassbar viele Möglichkeiten) – oder, bei sehr schlechtem Wetter auch schon mal mit „Kino“ in Papas Keller (incl. Popcorn, Limo, Chips … 😉 ).

    Ich denke wir kriegen das so halbwegs auf die Reihe. Sicherlich wäre mehr Zeit zu zweit immer schön, aber ich will nicht meckern. Passt schon! 😉

  8. Hey,
    die Idee mit den Billets ist klasse!
    Mein Mann und ich (vier Kinder, 14 Jahre zusammen, 11 Jahre verheiratet) haben von Anfang an unserem Paarsein einen hohen Stellenwert gegeben. Und die Kinder finden das bis heute ganz toll!

    Wir verabreden uns zu romantischen Abenden – wenn möglich jede Woche. Ich schreibe seit Langem eine Geschichte für ihn und mich. Eine für Erwachsene. Und die lesen wir uns mit verteilten Rollen bei einem Glas Wein vor.
    Oder wir hören Musik und quatschen uns erst einmal die Woche von der Seele (Diese Dates sind natürlich am Wochenende). Wir gehen natürlich auch aus, wenn auch seltener. In der Babyzeit machen wir das immer etwas selten. danach steigern wir es wieder. Wir leben ganz bewusst das Paarsein, weil wir zuerst ein Paar waren und dann Eltern wurden. Wir möchten das Eine nicht für das Andere hergeben. Wozu auch? Es geht auch zusammen.

    Bisher haben wir unsere Liebe und Leidenschaft nicht aus den Augen verloren, auch wenn sie phasenweise (Schwangerschaft, Krankheit …) einen anderen Stellenwert hat oder sich die Präferenzen verändern.
    Aber verliebt sind wir immer noch. Wir achten ganz bewusst darauf, diese Kostbarkeit zu pflegen. Wenn das Haus irgendwann leer ist – dann wollen wir uns noch nah sein und glücklich sein können 😉

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