Wiedereinstieg nach Elternzeit versemmelt

Freitags arbeite ich nicht, da habe ich meinen freien Tag.

So sitze ich nun hier an diesem ersten Freitag nach dem Wiedereinstieg nach Elternzeitund tippe einen Blogpost. So, wie ich es mir vorgenommen hatte und so, als wäre nichts passiert.

Die Kinder sind in der Kita, der Mann im Büro, im Keller läuft eine Maschine Wäsche. Inmitten dieser Ruhe kommt es mir unwirklich vor, dass ich in den letzten Tagen NRWs schlechgelaunteste Frau gewesen bin, aber so war es wohl.

Wiedereinstieg nach Elternzeit ( 1,5 Jahre)

Ich kann nicht sagen, dass ich mich auf den Wiedereinstieg nach Elternzeit ins Berufsleben sehr gefreut habe. Nach 1,5 Jahren Elternzeit hatte ich es mir zu Hause ganz gemütlich gemacht und fast vergessen, dass da ja noch ein anderer Teil von mir war. Als ich am Montag allerdings das Haus verließ (gestylt! mit Schminke!), fühlte es sich doch sehr gut an. Ich drehte die Musik im Auto richtig laut und schimpfte noch lauter über den Berufsverkehr. Herrlich!

Ich arbeite in einem Großraumbüro und ich muss sagen, dass ich meine Kollegen ausnahmslos liebe! Das war ein Hallo und eine Wiedersehensfreude! Innerhalb von Minuten fühlte ich mich wieder angekommen in einem Stück alten Leben. Mein Platz ist auch da, nicht nur zu Hause. Ein schönes Gefühl.

Das Ende der Vereinbarkeit

Zwei Tage lang ging alles gut. In der Nacht auf meinen dritten Arbeitstag kotzte sich der Mini die Seele aus dem Leib. Mein erster Gedanke war: „Das arme Kind!“ Der zweite: „Warum immer neben die wasserdichte Unterlage?!“ und der dritte Gedanke: „Scheiße!“

Ich wusch in dieser Nacht im Akkord Wäsche. Ich duschte den Mini ab und zog ihn mehrfach um und während der ganzen Zeit sank meine Laune in den tiefsten Keller.

Vollkommen übermüdet ließ ich am nächsten Morgen meinen Frust am Mann aus. Ich war im Büro noch nichteinmal in meine neuen Aufgaben eingearbeitet, es hätte keinen Sinn gemacht, wenn der Mann seine Termine abgesagt hätte, damit ich ins Büro gehen konnte. Trotzdem war ich wütend, weil ich fand, dass Mütter es einfach schwer haben.

Wiedereinstieg nach Elternzeit

Ich habe die beste Kinderbetreuung, den verständnisvollsten Chef und die unkompliziertesten Arbeitsbedingungen, aber wenn ein Kind krank ist, hilft das alles nichts. Ich muss zu Hause bleiben und auch wenn mir das in meiner Firma niemand direkt übel nimmt: Mitarbeiterin des Jahres werde ich nicht! So nicht!

Und während ich weiter Minis Mageninhalt wegwischte und Berge von Wäsche bewältigte, steigerte ich mich so richtig schön in meinen Frust hinein. So hatte ich mir den Wiedereinstieg nach Elternzeit nicht vorgestellt! Ich werde auf der Arbeit 300% bringen müssen, um ernst genommen zu werden. Wenn man nicht nur die Mutti in mir sehen soll, muss ich mich mehr anstrengen und mehr Einsatz zeigen, als jeder andere. Wo bleibe ich da eigentlich? Zeit zum Bloggen? Kann ich knicken. Meinen Sprachkurs weiterführen? Schlecht, wenn ich keine Zeit habe, die Kursinhalte zu wiederholen. Freundinnen treffen? Höchstens noch auf dem Spielplatz. Ich werde in einem Hamsterrad gefangen sein, dachte ich traurig. Der Mann kam an diesem Abend um 23 Uhr von einem Termin inklusive Abendessen zurück. Mit welcher Laune ich den empfangen habe, könnt Ihr Euch vorstellen?

Nebenbei rebellierte dann auch noch mein eigener Magen, aber der Maxi bestand darauf, zum St. Martinszug der Kita zu gehen. Mein Handy hatte ich zu allem Überfluss im Büro liegen lassen, so dass ich keine Telefonnummer von anderen Kita-Müttern parat hatte, die ich sonst gefragt hätte, ob sie den Maxi vielleicht mitnehmen könnten. Das mit der schlechtgelauntesten Frau NRWs hatte ich schon gesagt?

Es ist er erste Kita-Winter für den Mini und wenn ich an den Maxi denke, dürfen wir uns wohl auf etwa 10 Infekte für die nächsten Monate einstellen. Maxi ist nach drei Jahren Kita inzwischen sehr robust, aber die ein oder andere Krankheit wird ihn sicher auch treffen. Also werde ich alle zwei Wochen meinen Chef anrufen und ihm sagen, dass ich mal wieder nicht im Büro erscheinen kann. Dabei wollte ich die Kinder aus der Arbeit heraushalten. Ich wollte nicht meinen Schreibtisch mit Kinderfotos vollpacken, ich wollte einfach nur Arbeitnehmerin sein, aber das ist schwieriger, als ich dachte.

Ich bin immernoch dieselbe, die ich war, bevor ich Kinder hatte- jedenfalls, was meine beruflichen Qualifikationen betrifft. Ich wurde zwei Mal entbunden, allerdings jedes Mal von einem Kind- mein Hirn ist noch da. Ich habe ein Recht darauf, in Teilzeit am Arbeitsleben teilzunehmen und irgendwer muss ja die Kinder kriegen, sonst hört irgendwann die Welt auf.

In meinem Kopf weiß ich das alles, trotzdem ist da gerade ganz viel Frust und ein bißchen Verzweiflung.

Zwei von vier Tagen habe ich dies Woche gearbeitet. Das war kein guter Wiedereinstieg. Das kann nur besser werden.

Immerhin habe ich diese Woche gelernt, dass unsere Waschmaschine ein ganz tolles Kurzwaschprogramm hat. Wer weiß, wann man das mal wieder gebrauchen kann!

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45 Gedanken zu “Wiedereinstieg nach Elternzeit versemmelt

  1. Oje ich weiss genau was du durch machst und warte nur ab wenn es dich selbst mal erwischt und du drei Tage lang liegst…. :-(! Es ist immer alles so toll Familienorientiert und Work life balance, aber wehe es ist wirklich mal was. Und ja ich gebe dir sowas von recht das es uns Frauen von Grund her schwerer gemacht wird :-(! Aber Kopf hoch es wird alles ubd bleib Dir treu und du weisst die Gesundheit der Kids und auch die eigene geht wirklich vor!
    Ich drück dich ganz lieb und versuch das zu machen was dir spass macht u d was dir wichtig, alles kann man nicht mehr machen mit kids und Job ;-)! Liebe Grüsse Yvonne

  2. Du hattest eine vernünftig bezahlte Elternzeit (nehme ich an), einen Job, in den du zurück kehren kannst, in Teilzeit.

    Das ist so viel wesentlich mehr als andere haben.

    Nein, Karriere wirst du so vielleicht nicht machen. Die macht ja dein Mann. Aber du verdienst Geld und weißt, dass du am Montag wieder ins Büro gehen kannst und nicht perspektivlos und ohne Gehalt zu Hause sitzen wirst um dir Sorgen zu machen.

    Das ist jetzt nicht sooooo schlecht und relativ dazu ist die Kotzerei des Kindes nicht sooooo schlimm.

    Und wenn der Chef eh Verständnis hat, dann kannst du jetzt mal testen, ob er das wirklich so meint…
    Oder sieh’s mal so: nächste Woche kannst du allen zeigen, wie viel besser du das kannst, wenn dir das Leistungzeigen so wichtig ist.

    1. Liebe Rosalie, stimmt, so schlecht ist das nicht und es gibt natürlich immer jemanden, der es schwerer hat, aber deswegen darf man sich ja trotzdem auch mal aufregen, oder? Wie ist es denn bei Dir?

      1. Bei mir, wenn die Kinder krank sind? Bleib einmal ich zu Hause, einmal der Gatte, immer abwechselnd. Bei ca. 3 Tagen pro Winter ist das bisher unproblematisch.

        Ansonsten bin ich auf meiner Hierarchiestufe grundsätzlich die Einzige, die Kinder hat und somit auch die Einzige, die weiß, dass man mit 70 Stunden pro Woche auch nicht schneller voran kommt, als mit 40. Somit bleib ich bei meinen 40 Stunden und bin entspannt, während die anderen sich abrackern und burn-out haben. Das zumindest hab ich von meinen Kindern gelernt: Gibt es ein Problem, zieh 50% davon ab, dann kommst du der Realität zumindest nahe. Gilt auch für alles, was Chefs sagen, oder Ärzte, oder Schwiegereltern. Solange ich abliefere, was andere wollen, ist es egal, wie ich das hinbekomme.
        Aber klar, aufregen darf man sich natürlich auch mal. Nur wäre es doch interessant, statt deiner Wahrnehmung der Sache mal wirklich nachzufragen, wie das im Büro wahrgenommen wurde. Das wäre doch hilfreich, oder?

  3. Oh Mensch – ich weiss so gut was du meinst!
    Ich habe im Job deshalb extra auf ein Notebook bestanden und nehme diesen jeden Tag mit nach Hause. Denn ich weiss ja nie, was die Nacht so bringt. So kann ich zur Not wenigstens von zu Hause arbeiten – wenn das kranke Kind schläft, mal ne Runde Fernseher schauen darf oder Abends wenn alle im Bett sind.
    Das mindert mein schlechtes Gewissen immer etwas.

    Das erste Kita Jahr ist und bleibt aber leider meistens mistig, weil die Kids wir Bazillen-Schwämme sind.

    Halte durch!

  4. Liebe Mia,

    vielen Dank für diesen ehrlichen Post. Was du schreibst ist leider traurige Realität. Ich habe vor 3 Jahren nach der Elternzeit, genau das versucht. In der ersten Hälfte des Tages war ich so gut wie möglich nur Arbeitnehmerin. Ich wollte nie das Klischee, der arbeitenden Mutter erfüllen, die ständig ausfällt, weil die Kinder krank sind. Ich könnte mich glücklich schätzen, dass meine Mädels da so gut mitgemacht haben. In 3 Jahren kamen wir auf lediglich 7 Kindkranktage. Ich war pünktlich morgens im Büro nachdem sich die Große die ganze Nacht die Seele aus dem Leib gekotzt hat. Müde, schlechtes Gewissen… egal, schließlich kann die Firma nichts dafür, dass ich Mutter bin. Gott sei Dank war die Oma als guter Pflegeersatz zu Besuch. Mehrarbeit für ein wichtiges Projekt war angesagt, also versuchte ich als ordentliche Arbeitnehmerin und nicht nur Mutter meinen Alltag so auf den Kopf zu stellen, dass ich einen Monat fast Vollzeit inklusive der Wochenenden Samstag und Sonntag im Büro war – mehr noch als die meistens kinderlosen Vollzeitkollegen. Und nun kommen wir aber zu einem wichtigen Punkt, der mich momentan zum Nachdenken bringt. Nachdem ich kurz nach den Herbstferien von heute auf morgen gekündigt wurde, stellt sich mir nun mehr denn je die Frage: Warum habe ich das getan? Warum habe ich meine Prioritäten drei Jahre teilweise so falsch gesetzt und bei jedem Niesen der Kinder gedacht: Oh Gott nicht krank werden, ich muss doch arbeiten? Meinem Arbeitgeber war mein Engagement letztlich egal. Mir wurde mehrfach gesagt, dass es nicht an meiner Arbeitsleistung liegen würde. Ich bekäme ein super Arbeitszeugnis. Der Grund für meine Kündigung, ist die Tatsache, dass das Unternehmen mir unterstellt, dass ich als Mutter nicht Vollzeit arbeiten gehen kann. Da zählt nicht, dass man in der Zeit die man im Büro war, zu 110% Arbeitnehmerin war. Ich bin, egal wie ich mich anstrenge, in den Augen der Vorstandsetage „nur“ Mutter und damit kein „wertvoller“ Arbeitnehmer. Also versuche ich mich nun darauf zu besinnen, dass es zu 100% dankbarer ist Mutter zu sein.

    1. Da musste ich jetzt aber erstmal schlucken! Deine Einstellung ist toll und wahrscheinlich der bestmögliche Umgang mit der Situation. Trotzdem ist es haarsträubend, was sie mit Dir gemacht haben. Unfassbar 🙁

      1. Solchen Chefetagen würde ich unheimlich gerne mal die Meinung geigen. Das tut mir leid, dass Du das so erleben musstest. Es gibt auch andere Arbeitgeber, ehrlich. 🙁

      2. Hi, ich stimme dir zu! Man sollte nicht nur immer an die Arbeit denken, keiner dankt es einem. Meine ehem. Arbeitskollegin hatte ihr Eltern ums Eck wohnen (die sie öfters für die kranken Kinder einsetzte, mein Vorgesetzter meinte daraufhin ganz selbstverständlich, es können doch die Eltern aufpassen. Also ich nehme meinen Pflegeurlaub mit Sicherheit, ab und zu werde ich wohl auch meine Eltern einspannen, aber nicht immer.

  5. Liebe Mia. Ich stelle mich gleich mal an in die Reihe der schlechtgelauntesten Frauen. Ich halte mit. Ich fange zwar erst im Dezember wieder an zu arbeiten, aber ich weiß jetzt schon nicht, wie das gehen soll. Mein Mann war in seinen 14 Arbeitsjahren noch nicht einen Tag krank (oder er ist trotzdem zur Arbeit gegangen). Er würde niemals zuhause bleiben. Diese Woche hat es mich total erwischt. Grippe. Die beiden Mädels muss ich trotzdem versorgen. Die kleine Maus ist auch noch zuhause. Ich kann mich kaum bewegen ohne das sich alles dreht. Zudem geht die kleine Maus ja erst zwischen 21 Uhr und 22 Uhr ins Bett. Neuerdings steht sie aber auch schon um 5 Uhr wieder auf. Ich brauche definitv mehr Schlaf als sie. Meine Laune steigt nur durch Schokolade. Aber selbst die schmeckt mir gerade nicht. Du bist nicht allein. Halt durch. Jetzt kommt erstmal das Wochenende. Liebe Grüße

    1. Ach, Du Arme! Das ist manchmal ganz schön hart, wenn man selber krank ist und trotzdem die Kinder unterhalten muss. Gute Besserung!!

  6. Liebe Mia,

    mit zwei Kindern zu arbeiten ist erstmal ein Krampf. Vor allem, wenn man im Winter damit anfängt. Ich habe nun nach drei Jahren Vollzeit mit zwei Kindern auf Teilzeit reduziert. Ich hätte vermutlich einen Karrieresprung jetzt machen können und schraube gerade aus privaten Gründen zurück.

    Was mir auffällt ist, dass Du es besonders gut machen willst. Das ist super. Das ehrt Dich. Aber meine Erfahrung zeigt mir, dass 80% in den meisten Bereichen auch reichen. Die Infekte werden weniger, wie Du schon sagst. Es wird sich alles besser einspielen. Und wenn es mal anders kommt, als Du geplant hast, kannst Du es nicht ändern. Ich nehme mir dann kurz eine Pause, wenn das Leben mich ausbremst, trinke einen Kaffee, esse was Süßes und weiß, dass ich es im nächsten Versuch besser machen werde.

    Man kann einen Wiedereinstieg gar nicht innerhalb einer Woche versemmeln. Sei nett zu Dir. Du brauchst Dich ja fit, für all das, was Du da vor hast.

    Lieben Gruß,
    Helena

    1. Danke :-* Und eigentlich bin ich ja der totale 80%-Typ und mein Motto: „Das passt schon!“ Es ärgert mich bloß, dass man höchstens 20% sehen kann!

  7. Aber, das ist doch alles hauptsächlich in unseren Köpfen! Also, der Anspruch an uns selbst und das schlechte Gewissen und all das.

    Mein Mann und ich sind selbstständig. Wenn die Kinder was haben, teilen wir uns auf. Auch ich bin eher diejenige, die Zuhause bleibt und das macht mir auch manchmal schlechte Laune. Aber mal ehrlich, ich WILL das ja so! Und Du hast genau das gleiche geschrieben. Dein Mann wäre geblieben. Du hättest gehen können. Das wäre gegangen. Aber DU wolltest nicht. Und ich will das jedes Mal genauso wenig. Die kurze Zeit, die die Kinder mich so sehr brauchen, die will ICH da sein. Das gebe ich nicht ab und das lasse ich mir nicht nehmen. Ja, ich kann in der Zeit nicht arbeiten. Ja, ich verpasse in der Zeit Möglichkeiten, etwas zu verkaufen, Geld zu verdienen. Ja. Damit habe ich meinen Frieden gemacht. Gut, nicht immer, ich schimpfe wie ein Rohrspatz – auf mich, auf meinen Mann, auf alles, was mir so begegnet. Aber ich erinnere mich immer wieder daran, dass das MEINE Wahl ist. Meine persönliche Wahl, das ICH Zuhause bleibe und nicht mein Mann. Und das ist in Ordnung so, ganz genau so.

    Was ich mir von Herzen wünsche, ist, dass alle diese Wahlmöglichkeit haben. Du hast sie, ich habe sie. Viele haben einfach gar keine Wahl. Und DAS finde ich dann wirklich zum verzweifeln.

    Ich drück Dich mal. Beruf und Familie ist halt nichts für Weicheier. ;o) Es ist sackeanstrengend, wie meine beste Freundin sagen würde. Aber es ist auch toll. Nur dauert es einfach, bis es sich eingespielt hat. Bis zur nächsten Krankheit…. ;o)

    Wir sind eben nicht mehr nur Arbeiterinnen. Wir sind Mamas UND wir gehen arbeiten. Das sind 2 Jobs auf einmal, das ist einfach nicht leicht. Und jeder, der anderes behauptet lügt.

    Ich schick Dir sonnige Grüße, einen doppelten Espresso mit Milch und Schokolade. Schokolade hilft. Immer.

    Sarah

  8. Ich habe (viel zu) lange studiert und liebe meinen Job, zzt bin ich noch bis Mai in Elternzeit. Ich freue mich richtig auf die Arbeit und meine lieben Kollegen. An den Tagesablauf zu Hause musste ich mich erst gewöhnen, nachdem ich 4 Jahre 32 Std/Woche gearbeitet habe mit einem Kind. Ich habe großes Glück dass meine Mutter so fit ist und immer für die Kinder da ist wenn ich sie brauche. Trotzdem habe ich auch etwas Angst vor der kommenden Zeit, denn 2 Kinder & Job unter einen Hut zu bringen …. Die Karriere habe ich mir schon lange abgeschminkt, aber ich möchte gerne Ernst genommen werden in meinem Job !! Ich bin auch oft verärgert und schlecht gelaunt, weil ich einfach finde dass die Männer es da nunmal leichter haben. Traurig aber wahr !! Mein Mann ist selbständig und arbeitet viel und wirklich hart für uns alle. Aber den Spagat zwischen Kindern, Job und Haushalt muss ich täglich stemmen. Bin mal gespannt wie das nächstes Jahr um diese Zeit aussieht ! Höre mich jetzt schon fluchen !!

  9. Ich verstehe dich sehr sehr gut.
    Als ich mit dem ersten Kind schwanger war, haben sich alle gefreut. Ist ja aufregend und so. Dann kam ich wieder und huch – jetzt hatte ich ein Kind. Überraschung. Also arbeitete ich nur teilzeit und fiel immer mal kurzfristig aus, weil das Kind krank wurde oder die Tagesmutter krank war. Rate wie ernst ich noch genommen wurde von den Kollegen, die das alles mal spannend fanden? Es gipfelte in der zweiten Schwangerschaft, ab da war ich abgeschrieben.
    Klingt nun vielleicht negativer als es war, aber angefühlt hat es sich genau so.

    Erstmal gute Besserung an den Mini und dass es dich nicht auch noch erwischt. Und auf eine bessere nächste Woche!

  10. Ach Mia,
    ich bin mir sicher, nächste Woche sieht es schon besser aus. Das grundsätzliche Dilemma bleibt aber und das ist so doof.

    Für mich persönlich ist es einfach so, dass Kinder einen von der Karriere abhalten solange sie klein sind. Wenn man muss, kann man Geld verdienen, sicher. Aber mit Spaß und vollem Engagement beides machen?

    Mein Traum wäre, dass alle Eltern eine Zeit aussetzen, also ein Jahr (+/-) die Mutter, dann ein Jahr der Vater und danach arbeiten beide mit reduzierten Stunden. Dadurch wären Väter zumindest aus Unternehmenssicht nicht attraktiver als Mütter.

    Mir tun so viele Mütter leid, die sich so abstrampeln müssen. Meine Freundin arbeitet in der Unternehmensberatung und strampelt sich sogar jetzt schon ab, um mit Kind wenigstens noch etwas attraktiver für den Arbeitsmarkt zu sein. Und unterdessen wird sie älter und die Chancen auf Mutterschaft sinken.

    Ich hoffe so für Dich, dass Du es schaffst, beide Seiten Deines Lebens zu genießen.

    Liebe Grüße
    Julia

  11. Oh man, lass dich drücken! Aber sei trotzdem froh, dass dein Hauptproblem dein schlechtes Gewissen ist. Freu dich über deinen Chef, die Kita und die Arbeitsbedingungen und dass du arbeiten darfst und nicht musst. Das wird sich alles einpendeln (und der Spagat die nächsten Jahre dennoch immer bleiben)!

  12. Ich wünsche dir ganz dringend, dass es nächste Woche besser wird!

    Aber tu dir selbst einen Gefallen: Die Termine deines Mannes sind nicht wichtiger als deine. Beim nächsten mal sollte er dran sein 😉

  13. Hallo Mia,
    ich habe mit großem Interesse deinen Blog gelesen. Normalerweise bin ich die, die gerne liest, aber nie ihre Meinung schreibt. Aber diesmal ist es ein Thema, was mich schon lange beschäftigt und ich musste einfach mal meinen „Senf“ dazugeben. 🙂
    Ich habe deine Message hinter dem Post nicht so richtig verstanden…
    Klar, bist du noch die selbe Person, die du vor den beiden Geburten warst. Du schreibst so schön „jedenfalls was deine beruflichen Qualifikationen betreffen“, genau das ist der Punkt. Deine beruflichen Qualifikationen mögen die gleichen sein, aber du bist ja nicht mehr die selbe Mia. Du bist nicht nur die Arbeitnehmerin Mia. Du bist jetzt die Arbeitnehmerin UND Mutter Mia. Das ist ein sehr großer Unterschied. Du kannst eben deinen Job nicht mehr zu 100% so verfolgen, wie du es ohne Kinder getan hast und gleichzeitig 100% für deine Kinder dasein. Das wären 200% – das funktioniert leider nicht. Und ich finde, dass muss einem auch klar sein, bevor man Kinder in die Welt setzt. Natürlich hetzt man immer mit einem schlechten Gewissen zwischen Kind und Arbeit umher. Aber das geht jedem so, wirklich jedem! Man denkt ständig, man wird beiden nicht gerecht, aber so ist das, wenn man sich mit Kind für die Arbeit entschieden hat. Und ich nehme mir sogar das Recht heraus, zu behaupten, dass man als Mutter auch den Arbeitgeber verstehen muss. Natürlich ist es nicht schön, wenn man aus einer 1,5 jähigen Elternzeit wiederkommt und nach zwei Tagen sich „kindkrank“ meldet. Aber so ist nunmal die Realität! Daher verstehe ich deinen Satz „Ich habe ein Recht darauf, in Teilzeit am Arbeitsleben teilzunehmen und irgendwer muss ja die Kinder kriegen, sonst hört irgendwann die Welt auf.“ nicht. Denn du hast tatsächlich ein Recht (wenn es die betrieblichen Strukturen hergeben) Teilzeit wieder anzufangen. Allerdings wird dich das leider auch nicht vor den „kindkrank-Tagen“ retten. 😉

    Glaub mir, ich weiss wovon ich rede. Ich selbst arbeite in einer Betriebkita von einer Bank. Wir nehmen die Kinder ab 8 Wochen auf und haben geöffnet von 7 bis 19 Uhr. Ich habe täglich mit Müttern zu tun, die völlig gestresst und abgehetzt von Job zur Kita hetzen und uns anflehen, dass kranke Kind (39 Fieber) doch zu betreuen. Oder ihre Sekretärinnen ans Telefon schicken, damit diese den Anruf der Kita, mit den Worten „…ist leider im Meeting“, abwimmelt. Ich wünsche allen berufstätigen Müttern einfach ein dickeres Fell und das gesunde Selbstbewusstsein zu sagen, mein Kind ist krank – es braucht mich jetzt ich kann nicht zur Arbeit – na und? Denn das ist das natürlichste auf der Welt und das müssen die Arbeitgeber verstehen!!
    Alles Gute für dich und deine Kinder, Miriam

    1. Liebe Miriam, ich bin ganz Deiner Meinung. Ich habe auch schonmal darüber gebloggt, dass wir unsere Entscheidung treffen müssen (wie viel arbeiten, wann wieder arbeiten usw.) und dann unseren Frieden mit der Entscheidung schließen müssen. Aber manche Tage sind einfach frustrierend, weil man eben nicht allen gerecht werden kann und so ging es mir diese Woche. LG Mia

  14. Oje, ich kann euch alle so gut verstehen – mit gehts mit meinen beiden Kleinen keinen Deut besser – obwohl meine Firma noch Glück hat. Denn mein Mann arbeitet im Schichtdienst und oft ist er eh daheim und ich muss nicht zu Hause bleiben. Ich habe auch einen superverständnisvollen Chef, da kann ich nicht klagen. Trotzdem sagte mir doch letztes Jahr glatt ein Kollege, es sei nicht das Problem der Firma, wenn meine Kinder krank seien, das sei eine Privatangelegentheit, die ich, so wie die anderen auch, vor 8 oder nach 17 Uhr zu „erledigen“ hätte…könnt ihr euch DAS vorstellen? Mir ist echt der Kragen geplatzt. Ich war nämlich die Jahre vor den Kindern echt immer eine, die 60 Stunden gearbeitet hat (unbezahlte Überstunden versteht sich) und die in der Elternzeit EHRENAMTLICH eingesprungen ist, wenn wegen Krankheit eines Kollegen mal Not am Mann war. Alles in der Annahme, dass ich das schon zurückbekommen würde, wenn ich mal ein Problem mit den Kindern hätte. Denkste…
    Inzwischen habe ich beschlossen, dass ich mich manchmal echt unverantwortlich gegenüber meinen Kindern benehme, nur weil ich meine, unbedingt ins Büro zu müssen. Mein Großer kotzte mir morgens auf den Weg in die KITA vor die Füße und ich fragte ihn, ob er denn unbedingt ins Bett muss, oder er sich eventuell auch vorstellen könnte mit ins Büro zu kommen. Ich meine….“HALLO???“ geht’s noch? Als er mit kugelrunden Augen sagte „Mami ich will mich bitte ins Bett legen!“ fiel es mir wie Schuppen von den Augen, was ich ihn da eigentlich gefragt hatte…der Arme.
    Seitdem bin ich anders: krank ist krank – basta. Die Krankenkasse bezahlt den Ausfall und fertig. Unter’m Strich dankt einem das eh keiner, wie man an der Geschichte von Sonne auch sehen kann.

    So, das musste jetzt auch mal alles ‚raus. Ich wünsche euch allen ganz viel Rückgrat.
    Anke

  15. Huhu 🙂
    Ich bin dein Gegenteil, zumindest was die Einstellung zum Beruf angeht 😀 Du willst nicht NUR die Mutti sein? Mutter zu sein ist mehr als alles berufliche was man je erreichen kann. Mütterhaben eine Karriereleiter erklommen die ausschließlich ausgewählten Frauen zusteht und nicht jede ausgewählte Frau meistert diese Art von Karriere. Eine Mutter wird zwar nicht mit Geld entlohnt aber mit lachen, küssen und ein ich liebe dich. Nicht so ein ich liebe dich wie von einem Typen der an einer Nummer interessiert ist. Die liebe von einem Kind ist die aufrichtigste, ehrlichste und bedingungsloseste liebe die einem je zu Teil werden kann. Du bist doch nicht nur die Mutti, du bist die eine Mutti. Die eine die nicht versagt, die eine die alles irgend wie schafft und die eine die so vieles aufgeben muss. Die Mutti in der Firma zu sein kommt einer Auszeichnung gleich 🙂 Besser als jede Ausbildung, jeder Abschluss, jedes Studiums und jeder Qualifikation, Mutti halt 😀
    Liebe Grüße
    Michelle

  16. Ohje, ihr Armen! Das ist echt heftig. Ich finde allerdings, dass Dein Mann Dir die Betreuung Kinder abnehmen hätte sollen. Vor allem in der ersten Arbeitswoche. Du hast ihm ja auch immer den Rücken freigehalten.
    Ich finde also nicht, dass Du 300Prozent bringen musst bei der Arbeit, sondern als Berufstätige und Eltern muss ein bisschen mehr Aufgabenteilung her bei Euch. So sehr ich es 😉
    LG und alles Gute.
    Anni.

    1. Die Aufgabenteilung ist schon okay! Und der Mann hat es natürlich angeboten, aber es wäre einfach nicht sinnvoll gewesen. Und an meinem ersten Tag hatte er extra Urlaub genommen. 50/50 ist nicht für alle der richtige Weg. Wir haben unsern gefunden- was nicht heißt, dass es nicht auch mal Frust gibt (auf beiden Seiten). LG

  17. Ja, das ist auch alles ok. Es war kein Angriff und ich lasse jedem sein Modell. Ich mag nur das Gejammere vieler Mütter nicht, wenn sie letztlich doch nix ändern wollen. Das stört mich generell, nicht nur bei Müttern 😉 Ich finde Mütter die sich um ihre Kinder kümmern toll. Ich finde flexible Arbeitgeber prima. Aber man kann nicht mehr erwarten alsan selbst bereit ist einzubringen. Und wenn die Mütter immer schön brav die Elternzeit, die Teilzeitjobs und die Kindkranktage nehmen,dann ändert sich nie was. Das heißt nicht, dass Mütter voll arbeiten sollen. Das heißt vielmehr, dass es leider immer noch sehr an Akzeptanz fehlt, dass Väter mal mehr als die 2 Monate „Vaterzeit“ zu Hause bleiben. Oder die Kotze rauswaschen 😉
    LG, Anni

    1. Haste Recht! Sehe ich wirklich auch so. Ich lasse aber auf meinen Mann nichts kommen. Der ist derjenige der hier den Haushalt schmeißt (außer kochen) und er hat auch nicht untätig geschlafen, als der Mini krank war 😉 Liebe Grüße

  18. Liebe Mia,
    wenn ich Deinen Beitrag lese, höre ich gerade einen lauten Husten vom Kinderzimmer. Die Kinder schlafen schon, sind aber beide stark erkältet. Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich über die Krankheit keinen Chef informieren muss, meine berufliche Zukunft aber sieht für mich immer noch unklar aus. Ich drücke Dir die Daumen, dass die Kinder immer gesund bleiben! Danke für Deinen Post! LG Dominika

  19. Ohweh. Du schreibst genau über das, vor dem ich mich gerade so fürchte… Müdigkeit und Büro und dazu das schlechte Gewissen gegenüber den Kollegen und der Familie… Im Januar steige ich wieder ein…. Und bin jetzt schon erschöpft…

  20. Dito…war hier vor einem Monat genauso. Und ich bin wieder im Hamsterrad, in das ich eigentlich nicht mehr wollte und hetze von A nach B. Schade, dass die Ansprüche an sich selbst manchmal so irre hoch sind, dass man versucht, es dem Arbeitgeber und den Kindern recht zu machen und am Ende sich selbst irgendwie verliert. Ich habe mir vorgenommen, beim nächsten Mal ungerührt zu Hause bei meinem kranken Kind zu bleiben. Die Arbeit bleibt Arbeit und nicht mein Leben und das Kind braucht mich. Es wird keiner sterben, nur weil ein Vertrag mal zwei Tage später fertig wird! Ich hoffe, dass mir das gelingt und wünsche Dir dieselbe Gelassenheit
    fürs nächste Mal!

  21. Liebe Mia,

    für deine Situation würde ich im Moment alles geben. Ich befinde mich gerade unfreiwillig im 2. Jahr Elternzeit, denn eigentlich wollte ich nach 12 Monaten wieder auf Teilzeit Basis einsteigen. Das hat mir meine Firma allerdings nicht genehmigt. Es gab viel böses Blut während meiner Schwangerschaft und leider wenig Support vom Chef, deshalb habe ich um den TZ Job auch nie gekämpft, denn ‚der Wagen steckt ja eh im Dreck‘. Ich bin sehr traurig über meine berufliche Situation. Andere Teilzeit Stellen in meinem Metier sind schwer zu finden, aber Geld verdienen muss ich ja doch irgendwie. Es ist zum verzweifeln. Meine Karriere liegt brach, ob sich da jemals wieder etwas daran ändern lässt ohne mein Leben radikal umzukrempeln, weiss ich nicht. Berufstätige Mutter zu sein, klingt für mich gerade nach purem Luxus, bzw. dem besten aus beiden Welten!

  22. Ich kann dich so gut verstehen! Und schließe mich einigen meiner Vorschreiberinnen an: Das ganze Engagement, als Mutter bloß keine Extrawurst haben zu wollen, lohnt sich meistens leider nicht. Ich habe das auch nach meinem ersten Kind versucht, habe alles gegeben, Überstunden geschoben, Termine und Telkos (mit Kind auf dem Schoß!) möglich gemacht, die weit außerhalb meiner Arbeitszeit waren und bin doch gescheitert. Und hatte permanent ein schlechtes Gewissen, weil ich niemandem gerecht werden konnte: Meinem Job nicht, weil ich eben nicht mehr locker flocker 70 Stunden in der Woche arbeiten konnte, vor allem wenn das Kind krank ist; meinem Kind, weil ich auch nach Kita-Schluss ständig gearbeitet habe und keine Zeit hatte oder mit dem Kopf bei lauter „wichtigeren“ Dingen war und mir selbst erst recht nicht, weil ich in allen Bereichen frustriert war. Heute bin ich selbstständig und kann jeder festangestellten Mutter nur empfehlen, ganz offen und ehrlich mit der Situation umzugehen und so locker wie möglich zu bleiben. Denn in der „Als Mutter kann sie eh nicht mehr richtig arbeiten“ Schiene ist man leider sowieso drin, egal wie viel Einsatz man bringt. Da muss man sich selbst nicht auch noch fertig machen. Wenn das nur so einfach wäre… Wünsche dir alles alles Gute und die nötige Gelassenheit!!

  23. Liebe Mia, nachdem ich diesen Blogpost und die Kommentare gelesen habe, bemerke ich, daß ich nicht alleine bin. Es sind immer „Power Frauen“ um mich herum und Sie können alles so gut- Job + Kind/er.
    Nur ich nicht. Mein Sohn ist dieses Jahr sehr oft Krank geworden und hat jedesmal sehr hoch gefiebert.Dazu muss ich sagen, daß er 2012 zwei mal Fieberkrampf hatte und ich ein Kind mit 38 Grad nicht einfach so bei der Oma lassen kann. Er war oft im KH oder Krank zu Hause und ich bin mit Ihm geblieben. Habe bis jetzt 3 Wochen Urlaub drauf gehen lassen und auch so mit „Kind Krank“ gemeldet. Die Firma, wo ich arbeite ist im allgemeinen sehr Familienfreundlich und ich bin stolz in so einer großen Firma zu arbeiten, aber nicht jeder Vorgesetzter teilt „das Familienfreundliche“ der Firma. Jedes mal, wenn mein Schatz krank wird habe ich Angst um Ihn, denke aber auch „Oh Mann,der wird wieder eine Miene ziehen, wenn ich sage, daß ich nicht kommen kann!“ Arbeit auf Teilzeit ist ein „no-go“ und auch so ist man eher „unhöflich“ wenn man wegen Kind fehlt. Obwohl diese Herren selber Väter von mehr als 2 Kindern sind, können Sie es nicht nachvollziehen, wenn mein Kind krank ist und ich mit Ihm im KH oder zu Hause bin. Wenn Ihre Kinder krank sind, bleiben ja auch die Mütter zu Hause aber wenn die Mitarbeiterin deswegen fehlt, ist es ein „no-go“. Zum Glück kann mein Mann öfters HomeOffice machen, wenn der Kleine mal Magen Darm Grippe hat.Einerseitz möchte ich beweisen, daß ich eine gute Mitarbeiterin bin andererseits möchte ich alles hinschmeißen und zu Hause sein. Es regt mich unheimlich auf wenn ich danach die Gesichter sehe wenn ich in der Firma bin. Tadelnt, beleidigt und keiner fragt auch nur, ob es dem Kleinen denn besser geht oder was er denn hatte (nach 2 Wochen KH). Mein Problem ist eher, das man nicht auch als „Mutter“ gesehen wird, sondern „nur“ als Angestellte. Wenn andere Kollegen oft fehlen weil sie krank sind, ist alles ok. Sie sind ja krank und haben keine Kinder. Ich kann es mir nicht einmal leisten selber krank zu werden und mich krank schreiben zu lassen, denn sonst würde ich ja nochmal fehlen. Ach, Job und Kinder ist schwierig und ich kann Mütter nicht mehr sehen, die „nur“ gesünde Kinder haben und NIE in der Arbeit fehlen.

  24. … Aha, nachdem die Frau 1,5 Jahre Elternzeit hatte und den Mann von der Hauptlast der Kindererziehung frei gehalten hat,4 darf sie gleich wieder zuhause sein. Warum hat Dir Dein Mann nicht eine kurze Zeit zumindest den Wiedereinstieg frei gehalten? Mütter, nehmt die Väter stärker mit ran! beim nächsten Kinder-krank ist er dran , denn es geht um Deine ‚Glaubwürdigkeit‘ als verlässliche Arbeitnehmerin.
    Gruß Maja

    1. Liebe Maja, ob Du es glaubst oder nicht, wir haben tatsächlich unsere Gründe dafür, dass die Aufteilung der Aufgaben, die in unserem Leben alle so anfallen, so ist, wie sie ist. Und wir treffen unsere Entscheidungen tatsächlich gemeinsam. „Die Frau“, wie Du so freundlich schreibst, muss hier gar nichts.

  25. mia, ich fühle mit dir mit. habe auch gerade wieder angefangen zu arbeiten nach zwei jahren elternzeit mit zwei kindern (1 und 2). natürlich waren sie beide auch gleich mal krank. aber: irgendwie bin ich trotzdem entspannter als vorher. denn so langsam erobere ich mir „meins“ wieder zurück!

  26. Oooooh, das war bei mir ganz genau so, als ich nach Kind 2 wieder mit dem Arbeiten begonnen habe. Das System ist einfach anfällig, je mehr Kinder, desto schlimmer…und man will ja nun mal ein krankes Kind auch nicht einem Fremden überlassen. Wenn man Oma und Opa nicht in der Nähe hat, ist das einfach ein Dilemma! Ich habe teilweise sogar Urlaubstage genommen, wenn ein Kind krank war, auch wenn mir klar ist, dass das eigentlich nicht ok ist. Blöd war es immer. Zum Glück konnte ich auch immer von zu Hause in meine Emails und so „das Wichtigste“ abarbeiten – wäre das nicht auch eine Option bei Dir, so ein Home Office Platz für Notfälle – Du bist doch auch Unternehmensjuristin? Sprich es doch mal an ….

    Ehrlich.. ich hab auch schon ein bisschen Angst vor dem Wiedereinstieg mit dreien. Kann Dich sehr gut verstehen und wünsche bessere Laune,
    LG Emi

  27. Bei mir ist es – leider! – so ähnlich gelaufen wie bei Anne, weshalb ich auch nicht weiß, wann und wie ich wieder in das Berufsleben einsteigen kann. Und das macht mich ganz schön unruhig… Ich habe immer gearbeitet, auch während des Studiums, war immer (finanziell) unabhängig, hatte Erfolge und Bestätigung… Und jetzt sitze ich hier und muss mir eine Teilzeitstelle suchen, die aber bitte auch nicht ganz unter Niveau sein sollte… Frust Frust Frust!

    Andererseits genieße ich die Zeit mit meinem Sohn sehr, und das zweite Lebensjahr ist fast noch schöner als das erste, weil schon so viel von ihm zurückkommt. Und in diesen schönen Momenten denke ich: Pffft, der Kleine ist schon bald sooo groß, und arbeiten kann ich ja noch über 35 Jahre lang. Und dann geht es mir schon wieder besser!
    Also, egal wie, stressig ist es anscheinend immer 😉

    Ich wünsche jedenfalls allen Mamis, egal ob arbeitend oder nicht, gute Nerven und gutes Durchhaltevermögen!

    P.S.: Und ja, man muss einfach auch mal jammern, schimpfen und Dampf ablassen, das wirkt Wunder!

    Liebe Mia, danke für Deinen Blog, ich schaue immer wieder gerne vorbei…

  28. Hallo Mia,

    das kenne ich! Ich war genau einen Tag nach der Elternzeit wieder arbeiten, als mein Handy klingelte, und die Kita mir mitteilte, dass ich mein krankes Kind abholen muss! Kein schönes Gefühl! Aber die Kollegen hatten Verständnis! Es hilft ja nun mal alles nichts! Zähne zusammen beißen und das ganze durchstehen! 🙂

  29. Mir ging es sehr ähnlich. In der Personalstelle beruhigte man mich dann damit, dass viele Mamis nach der Rückkehr innerhalb der ersten Tage ein krankes Kind haben und zu Hause bleiben müssen. 🙁 Schwacher Trost.

  30. Na versemmelt ist das ja nicht, du hast den Job noch. Diese Panik als Mutter im Berufsleben jetzt 300% bringen zu müssen, um nur nicht abgeschrieben zu werden, kenne ich aber auch. (Auch wenn ich nur ein Kind habe.)
    Ich würde versuchen, es positiv zu drehen: Die Kollegen und Chef(s) haben gleich mal vorgeführt bekommen, dass Kinder krank werden und dass du danach wiederkommst. Ist doch besser, als zwei Monate Überstunden zu schieben (wie auch immer) und dann mit der Erwartung zu leben, dass es jetzt immer so weiter geht.

  31. Oh je, das ist ätzend! Ich habe gerade eine sehr ähnliche Situation erlebt. Wiedereinstieg nach 16 Monaten Elternzeit, 3. Arbeitstag, 10.30 Uhr, die Kita ruft an: der Sohn ist von einer Kiste gefallen und hat sich den Kopf angeschlagen. Es geht ihm zwar gut, aber ich möge ihn doch bitte trotzdem abholen, zur Beobachtung, er ist ja noch so klein. Hmpf. Das Gefühlschaos bewegt sich zwischen Angst/Sorge uns Kind und „scheiße, ich kann doch nicht am 3. Arbeitstag schon früher gehen“.

    Wenn das so weitergeht, werde ich wahnsinnig.

    Wie ist es denn bei dir in den letzten beiden Monaten gelaufen?

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