Jedes Kind kann schlafen lernen

Es ist 19:40. Ich schleiche mich aus Minis Zimmer und drücke den Knopf auf dem Babyfon. Das ist meine letzte Amtshandlung jeden Abend: Feierabend ist, wenn das Babyfon an ist.

Spätestens in drei Stunden wird der Mini sich das erste Mal melden, und danach in der Regel weitere 1-4 Male in der Nacht.

Ich habe die Hoffnung längst aufgegeben, dass er demnächst mal wirklich durchschlafen könnte. Anfangs, ja, da habe ich gedacht, bald ist es so weit, dann kommt der Durchbruch und dann schläft er. Wenn er ein paar Wochen alt ist und ausreichend große Mengen Milch trinken kann, vielleicht. Leider kam es nicht so. Wenn er abgestillt wird? Wenn er anfängt zu laufen? Wenn er in die Kita kommt… die Meilensteine vergingen, ohne dass mein Sohn ans Durchschlafen dachte.

Einmal war ich so am Ende mit meinen Kräften, da habe ich es tatsächlich ausprobiert: Nach der Methode, wie sie in dem sehr umstrittenen Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ beschrieben wird, habe ich den Mini ins Bett gelegt und das Zimmer verlassen. Natürlich hat er geschrien, aber ich konnte hören, dass es ein wütendes Schreien war, kein verzweifeltes. Ich habe ihn beruhigt und bin wieder hinausgegangen. In der dritten Runde ist er eingeschlafen.

In dieser Nacht schlief er das erste und einzige Mal bis 6:00 morgens in seinem eigenen Bett durch. Zufall? Vielleicht. Ich habe es nie herausgefunden, denn ich habe es danach nie wieder gemacht.

In dieser einen Nacht war es vielleicht besser für uns beide, es einmal auf diese Weise zu tun, aber grundsätzlich soll sich mein Kind nicht in den Schlaf weinen. Sein Platz zum Einschlafen ist in meinem Arm.

Bevor ich also abends das Babyfon einschalten kann, habe ich meine Kinder bekuschelt, ihnen vorgelesen, vorgelesen und vorgelesen, ihnen noch etwas zu trinken gebracht, ein Lied vorgesungen und schließlich zumindest den Mini so lange im Arm gehalten, bis er eingeschlafen ist.

An manchen Abenden ist es einfach und er schließt die Augen, sobald er in meinem Arm liegt. An manchen Abenden dauert es ewig und seine Augen gucken mich über dem pulsierenden Schnulli noch ganz lange an, und manchmal werde ich schon ganz ungeduldig, weil er anstatt einzuschlafen plötzlich anfängt, albern zu werden und mit seinem Finger lachend in meinem Gesicht herumstochert.

Manchmal dauert es nur fünf Minuten, manchmal dauert es 40 Minuten, aber am Ende schläft er immer in meinem Arm ein. Er schließt die Augen, entspannt sich und schläft ein. Gibt es eine bessere Art, den Tag zu beenden?

Der Maxi geht fast alleine ins Bett. Er hat seine Rituale, die eingehalten werden müssen, aber wenn die abgearbeitet wurden, klettert er in sein Bett. Er bekommt noch einen Kuss, dann verlasse ich das Zimmer und von Maxi hört man bis am nächsten Morgen um 7:00 keinen Ton mehr.

In den ersten zwei Jahren ist auch der Maxi in meinem Arm eingeschlafen. Irgendwann hat es sich wie von ganz alleine ergeben, dass er alleine in seinem Bett einschläft. Beim Mini wird es vielleicht etwas länger dauern (der schläft ja auch nur in meinem Bett), aber wenn ich mir das Schlafverhalten vom Maxi angucke, glaube ich, dass dieser Weg für uns richtig ist.

Ich gebe zu, dass ich mich manchmal frage, wie lange das wohl noch so geht. Wann werden der Mann und ich das Schlafzimmer wieder für uns haben? Wann werde ich mich wieder schlafen legen können, ohne dabei zu denken: „Hoffentlich lässt er mich jetzt erstmal drei Stunden schlafen“? Aber dann ist da mein Großer, der langsam anfängt, sich gegen meine Küsse und Umarmungen zu wehren und ich weiß, dass ich eines Tages der Zeit hinterhertragen werde, in der der Mini und ich in einem Bett schliefen und er nachts immer wieder auf Tuchfühlung ging.

Warum sollten Kinder lernen, alleine einzuschlafen? Es ist doch ein ganz selbstverständliches Bedürfnis, sich geborgen und beschützt fühlen zu wollen, bevor man die Augen schließt. Und wo könnte ein Kleinkind das besser spüren, als in Mamas Arm?

Ich selber brauche mit 36 Jahren zwar keinen Arm mehr, der mich in den Schlaf wiegt, aber ich brauche es, dass mein Mann im Haus ist. Wenn er auf Geschäftsreise ist, liege ich immer lange wach und schlafe nur sehr unruhig und oberflächlich. Wenn der Mann im Haus ist, weiß ich, dass er sich um alles kümmert: Er macht überall das Licht aus, schließt die Haustür ab, schaut nochmal in Maxis Zimmer und ist dann einfach da. Das Gefühl, dass einer da ist, der alles im Griff hat und auf mich aufpasst, ist das beste Ruhekissen. Ich möchte, dass meine Söhne mit demselben Gefühl einschlafen, und für den Mini bedeutet das im Moment noch, dass seine Mama ihn im Arm hält.

Kinder sind schlau, die wissen ganz genau, was sie brauchen. So hat mein Sohn alle Sinne während des Einschlafens auf Alarm eingestellt und sobald ich das vermeintlich tief schlafende Kind in sein Bett abzulegen versuche, schlägt es die Augen auf und ist wieder hellwach. Er braucht die Geborgenheit in meinem Arm- wie könnte ich sie ihm verweigern? Mir käme das unnatürlich vor.

Jedes Kind kann schlafen lernen. Bestimmt auch auf die Art und Weise des gleichnamigen Buches. Aber viel wichtiger, als zu erlernen, im eigenen Bett alleine die Augen zu schließen, ist doch, dass sie lernen, dass ihre Eltern sie beschützen.

Dass Schlafen etwas Schönes ist und das Bett ein gemütlicher Ort, das lernt man nicht, wenn man sich in den Schlaf schreien muss.

Und so ganz nebenbei: Ein schlafendes Kind im Arm entschädigt für sehr viele weniger glanzvolle Momente des Tages. Beim Anblick der schlafenden Kinder denkt man ja immer: „Ach, die sind ja so süß“, auch wenn man sie kurz vorher noch verflucht hat.

Ich warte deshalb gerne darauf, dass der Mini in meinem Arm einschläft und ich mich vorsichtig aus dem Zimmer schleichen kann. Dann drücke ich ganz entspannt den Knopf auf dem Babyfon- irgendwann zwischen 19:15 und 20:00.

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34 Kommentare

  1. Moin Moin Mia,

    Ich kann das alles nur so unterschreiben. Meine große schlief bis vor kurzem auch nur mit Einschlafbegleitung ein, und jetzt, von einem Tag auf den anderen schläft sie in ihrem Bett ein und ich muss nur noch im Türrahmen stehenbleiben bis sie eingeschlafen ist. Genauso wie du glaube ich daran das sie es irgendwann komplett alleine schaffen wird. Und in der Höhlenzeit haben wir ja auch die Kinder nicht in der Nachbarhöhle liegen lassen damit sie alleine im Dunkeln einschlafen.. nur mal so…

    Die kleinen schlafen übrigens schon so gut wie immer alleine ein, die wollten noch nie bekuschelt werden von Mama oder Papa. Aber das vielleicht weil sie bis vor kurzem zusammen in einem Bett geschlafen haben. Sie waren auch nicht alleine.

    (Und ich schlafe auch nicht gerne alleine.)

  2. Hallo Mia,
    ich finde das ganz toll wie ehrlich Du mit dem Thema umgehst. Ich durfte mir diesbezüglich schon fragwürdige Blicke zuwerfen lassen.

    Das Schlafverhalten Deines Minis ähnelt das meiner großen Tochter. Sie ist mittlerweile 2.5 Jahre und schläft noch bei mir. Mindestens einmal die Nacht checkt sie im Halbschlaf, ob ich noch da bin. Ich hab alle Versuche mittlerweile aufgegeben und so schlafen das Baby, sie und ich in einem Zimmer und mein Mann allein. Dafür nimmt er sie mir beide morgens ab und ich darf noch etwas weiterschlafen.

    Die Nächte meine Großen sind mal ruhiger, mal weniger ruhig, aber mittlerweile wacht sie nur noch im Halbschlaf auf und ist nicht mehr 2 Stunden wach wie vor einem Jahr noch.

    Das Einschlafen ist mittlerweile auch nur noch in meinem Beisein, obwohl sie schon einmal super allein eingeschlafen ist.

    Mittlerweile habe ich mich an die Situation gewöhnt und ich denke auch, wenn sie die Nähe haben möchte, soll sie sie bekommen. Besser den Kindern körperliche Nähe und Wärme spüren lassen als materielle Dinge, so wie es ein Kollege macht, der seinem Kind Schlafsterne verteilt für jede Nacht, die die Tochter nicht in das elterliche Bett kommt und sich nach einer bestimmten Anzahl ein Spielzeug aussuchen darf.

    Letztendlich muss jede Familie für sich entscheiden, wie für siedie Schlafsituation am besten ist.

    LG Kerstin

    • Ich habe auch lange überlegt, ob ich Euch WIRKLICH erzählen soll, dass ich diese Methode einmal ausprobiert habe 🙂 Eigentlich weiß man ja schon, was man sich dann anhören darf. Ich wollte es Euch aber nicht verheimlichen, weil ich auch finde, dass man manchmal einfach am Ende sein DARF. An diesem einen Abend ging es für mich nicht anders… LG Mia

  3. Genau so ist es!
    Und deshalb lasse ich mir nicht reinreden, wenn unser 4jähriger ab und an nachts noch in unser Bett möchte und ich den Kleinen (3 Monate) auf dem Arm in den Schlaf schuckel. So lange alle Beteiligten gut damit umgehen können, ist es für uns das perfekte Modell.

  4. Das hast du wieder sehr schön geschrieben! Ich kann meine Maus auch nicht weinen hören, wenn sie beim Einschlafen von erzählen und meckern nicht in den Schlaf fällt und anfängt sehnsüchtig nach mir zu weinen, kann ich sie auch nicht einfach alleine lassen. Meistens klappt es mit streicheln und nocheinmal singen, wenn das nicht hilft, wie letzte Nacht, schläft sie halt bei uns mit im Bett. Was solls. In ein paar Jahren wenn sie größer ist, werden wir die innigen Momente bestimmt vermissen.
    Denn wer fühlt sich nciht gerne geliebt und gebraucht.

  5. Liebe Mia,
    es tat gerade so gut, deinen Post zu lesen….
    Meine Tochter ist vier Monate alt und will grundsätzlich nur auf meinem Arm einschlafen. Bei den ersten Ins-Bett-Lege-Versuchen wird sie auch meist wieder wach. Man hört und liest ja immer, dass man das Kind ganz einfach bei den ersten Müdigkeitsanzeichen ins Bett legen soll, aber dass die Kleine dann sofort losschreit, stört die Ratgeber ja nicht :-).
    Ich habe für mich auch entschieden, dass ich das nicht möchte. Ich weiß noch nicht, wie ich das in Zukunft sehen werde, aber im Moment ist das für uns einfach richtig. Und gerade schaue ich sie an, wie sie zum Dahinschmelzen in meinem rechten Arm liegt, während ich mühsam mit links tippe :-).
    Schön zu wissen, dass ich nicht alleine bin.
    LG

    • Ja, wenn man es so liest, hört es sich ganz einfach an: Kind scheint müde, Kind hinlegen, Kind schläft ein. In der Praxis will das Kind aber zurück in den Arm- und in den Müttern sträubt sich eigentlich alles gegen dieses Weglegen! Viel Spaß beim Kuscheln! LG Mia

  6. Das mit dem Einschlafen kenne ich… Meine Töchter haben beide lange mit im „grossen“ Bett geschlafen. Meine Große ist freiwillig ausgezogen, als ihre kleine Schwester einzog. Lange habe ich überlegt, wann der richtige Zeitpunkt ist, dass auch sie unser Bett verlässt. Weinen lassen zum einschlafen? Kann ich nicht! Ich könnte kurz nach ihrem zweiten Geburtstag aber auch nicht mehr schlafen. Sosehr ich das Kuscheln genossen habe, aber mit ihr auf meinem Kopfkissen, Nase an Nase, war ich morgens nur noch gerädert. Da haben wir ihr erklärt, dass es doch sehr eng geworden ist, und ob wir ihr eigenes, bisher unbenutztes Bett nicht mal zu ihrer Schwester ins Zimmer stellen sollen. Und das klappt vom ersten Tag an super! Beide finden es toll, zusammen in einem Zimmer zu schlafen. Und der befürchtete quatsch vorm Einschlafen ist ausgeblieben. Nach dem Vorlesen hören sie zusammen eine CD und schlafen ein. Und ich erst, so ausgeschlafen war ich schon lange nicht mehr!
    Liebe Grüße
    Simone

  7. Ein polarisierendes Thema 😉

    Ich möchte keinen Tipp geben, nur etwas erzählen, was uns seit längerer Zeit ziemlich gut tut.

    Wir haben ein Ritual, wie viele andere: Badezimmer – Schlafanzug – im Arm 1 Buch lesen – Glücksmoment des Tages erzählen (ich wünsche mir, dass er mit einem positiven Gedanken den Tag abschließen kann).

    Manchmal in meinem Arb, aber meistens im Bett liegend, irgendwie in Körperkontakt zu mir, gehen wir dann auf Traumreise. Bewusst entspannt liegen. Wir fliegen dann auf einer Wolke, ganz entspannt. Meine Worte passe ich seiner Atmung an, erzähle ganz ruhig, monoton, wiederhole.

    Wenn er sehr aufgewühlt ist, lasse ich ein bisschen mehr „Jakobson“ einfließen und erzähle ihm, dass noch ein bisschen Anspannung im Fuß ist, die beim nächsten Ausatmen wegfliegt (dann geht alle Anspannung aus seinem Bein/Po/Schulter/Händen/Kopf).

    Für mich selber ist es auch eine herrliche Entspannung.

    Nein, er schläft „nicht“ alleine ein. Aber er schläft oft binnen kürzester Zeit ein. Ich habe ihm sicher schon oft viel länger etwas schönes Erzählt, als er eigentlich „gehört“ hat. Aber bisweilen gefällt es mir selber so gut, auf dieser entspannten, weißen, weichen Wolke! Wir spüren die Sonne auf der Haut, den Wind in den Haaren, …
    *träum*

    • Das klingt sehr schön! Das mit dem Glücksmoment des Tages versuche ich heute Abend mit dem Maxi auch mal! Danke 🙂

  8. Liebe Mia,

    genauso ist es…! Und die Schlafphasen ändern sich und ändern sich…immer wieder. Mein Großer (2,5 J) schläft im Moment (seit 2 Monaten, seit er in der Kita ist) am liebsten wieder neben mir im Elternbett ein, mit seiner Hand in meinem Dekolleté. 😉 Davor schlief er oft schon ganz allein in seinem Bett ein. Nun wehrt er sich dagegen – er wird schon seinen Grund haben. Und wenn er eingeschlafen ist, lege ich ihn um in sein Bett und er schläft durch bis um 7 (es sei denn er ist krank, dann will er manchmal nochmal zu uns). Die Kleine (7 M) wird natürlich noch gestillt. Ich hoffe auch dass es sich ändert, wenn sie mehr isst ;). Aber sie schafft es auch jetzt schon, manchmal „alleine“ einzuschlafen, also ohne Brust im Mund, dann wühlt sie sich quer durchs Bett und bleibt irgendwann liegen :). Ich denke auch, bald ist der Große in seinem eigenen Zimmer und dann wird uns sein Atmen fehlen…und die ersten 2-3 Jahre vergehen so schnell!!
    Ich mag immer so gern, wie Du über Eure Familiensituationen schreibst! 🙂
    Liebe Grüße, Julia

  9. Mia, du hast so recht! Ich habe mit meinem Sohn (gerade 6 Jahre alt) schon echt viel ausprobiert, aber irgendwann habe ich mich wirklich gefragt, warum ich mir diesen Druck überhaupt mache. Klar, ist das nicht schön, wenn man seit 6 Jahren nicht mehr ohne Unterbrechung geschlafen hat, aber für mich waren die erstaunten, fast abwertenden Blicke der anderen Supermuttis viel schlimmer. Irgendwann fragte ich meinen Sohn mal, warum er mich jede Nacht mindestens einmal ruft. Er sagte:“ Weil ich dich manchmal so vermisse. Dann wünsche ich mir nur ein kleines Küsschen von dir.“ Mhhh, damit war für mich alles gesagt!

  10. Liebe Mia!
    Ach, wie gut tut es, zu hören, dass wir unseren Kleinen nicht verhätschel‘ und im negativen Sinne verwöhne. Ich seh‘ das genauso wie du. Was bringt es, wenn alle traurig ins Bett gehen! Unser Sohn ist nun zwei Jahre alt und braucht die Einschlafbegleitung (noch). Wir merken, wie er dabei den Tag verarbeitet und sich noch einmal von rechts nach links wälzt und dann in der Gewissheit Mama oder Papa sind da, wieder beruhigt.
    Ich finde, solange man die Möglichkeit hat, diese Zeit bewusst dem Kind zu geben, sollte man es genießen (ja, auch mich nervt es natürlich manchmal, wenn ich eigentlich schon in der Badewanne liegen wollte oder Hunger habe), aber dann sag‘ ich mir, dass wir so wenig Zeit miteinander verbringen, dass wir diese Kuschelzeit einfach intensiv nutzen sollen. Ich denke auch, dass er ab einem gewissen Alter einfach nicht mehr dieses Bedürfnis verspürt und es sich dann von alleine regelt.
    Auch wenn das Umfeld das gaaaanz anders sieht. Ich weiß noch, wie meine Mutter mich bei Besuchen immer drängte, ihn schon im Babyalter allein im Zimmer liegen und meckern zu lassen. Ich saß während dessen im Nebenzimmer wie „Falschgeld“. Und geschlafen hat er trotzdem nicht.Gern auch wurde das Einschlafverhalten damit begründet, dass ich das Baby sowieso viel so viel herumtrage und zu selten ablege.
    Mein Mann ist – Gott sei Dank – beratungsresistent und verlässt sich da voll und ganz auf sein Bauchgefühl. Ich brauch – leider – Bestätigungen wie diese, dass alles gut ist.
    Danke hierfür und viele Grüße, Julia

  11. Das hast du so toll geschrieben, danke dafür <3
    unser Sohn hat ewig auch nicht durchgeschlafen und kam bis zum ersten Geburtstag fast neunmal in der nacht das war auch ganz schön kräftezehrend und bis heute schläft er nur selten durch. ich habe dieses buch von vielen empfohlen bekommen mit dem Satz "seitdem wir das gemacht haben schlafen sie durch". aber irgendwas in mir hat sich dagegen gewehrt unser kind weinen zu lassen beim einschlafen, er hat eine zeit lang ohne Probleme in seinem eigenen Zimmer geschlafen, aber dann kam das Bedürfnis nach unserer Nähe und seitdem schläft er wieder bei uns im Schlafzimmer, wir haben einfach eine Seite des gitternettes abgemacht und an unser Bett dran geschoben, somit haben wir auch noch genügend platz 🙂
    Es gibt doch nichts schöneres, als das Kind in seinem Arm einschlafen zu lassen, ich weiß gar nicht warum man immer negative Stimmen darüber hört, viele Mütter sehen sich da glaube ich in einer art Wettbewerb, wer kann sein Kind am schnellsten entwöhnen und wer ist am konsequentesten. Schwachsinn meiner Meinung nach. Lasst uns die Liebe unserer Kinder so lange genießen wie möglich <3
    übrigens musste ich total lachen als ich das gelesen habe das euer mini manchmal quatsch beim einschlafen macht. unser Sohn macht das genau so und anstatt zu sagen "jetzt ist Schluss es ist Schlafenszeit" muss ich meist einfach mitlachen.
    liebe grüße

  12. Tagchen,

    ich habe das Buch auch gelesen und versucht diese Methode mit den 3, 5 … min auszudehnen. Bei uns klappt es auch nicht. Meine Tochter ist jetzt auch 1,5 Jahre alt und schläft nicht durch. Sie wacht auch zwischen 1-3 Mal auf. Wenn sie zahnt oder krank ist natürlich öfters.

    Klar ist es nicht so fein nicht schlafen zu können, aber es nützt alles nichts. Sie sucht den Schnuller, möchte mind 1x ihre Milch. Das hätte ich auch versucht sie davon zu entwöhnen, nicht möglich. Gut dann soll sie ihre Milch trinken.

    Manchmal nervt es mich so extrem, dass ich sie auch einfach ab und zu schreien lasse. Aber nach 5 min kann man so und so aufstehen, da sie sich nicht beruhigt. Sie möchte ja etwas 🙂

    Naja man kann nur hoffen, dass es besser wird. Eine Bekannte steht noch immer nachts auf, ihr Sohn ist jetzt 3.

    • PS: aber ich würde das Buch jetzt nicht schlechtmachen wollen, es gab ja schon mal irgendwo in einem Mutter Thread eine richtige Aufruhr um das Buch. Warum? Man sperrt sein Kind ja keine Stunde weg und lässt es weinen. Darum diese Methode mit den steigernden Minuten. Entweder es hilft oder nicht.

      • Ja, besser schreien lassen, als Schütteltrauma. Manchmal kann es ein Ausweg sein. Es ist nur nicht unser Weg. LG Mia

  13. Hi Mia,

    Auch ich habe die Methode schon mit Bauchweh ausprobiert. Es hat beim Großen auch nach 2-3 Tagen funktioniert, aber es hielt nie lange. Irgendwann habe ich auch aufgegeben und daneben gelegen und Händchen gehalten. Mal 5 Minuten, mal eine Stunde. Schon nervig, aber auch schön. Irgendwann war er reif genug und begann- natürlich nach ausgiebigem Ritual alleine mit Hörspiel einzuschlafen. Jetzt mit fast 4 kommt er nachts noch oft in unser Bett gekrabbelt, doch das stört mich nicht. Der mittlere kam bis zum Einzug in sein eigenes Zimmer nach endloser Einschlafbegleitung bis zu 11 mal die Nacht. Danach schlief er von der ersten Nacht an alleine ein und in der Regel durch. Der Kleine liegt noch bei mir im Bett und wird gestillt.
    Ich glaube, so unterschiedlich wie die Kinder sind auch die Schlafgrwohnheiten. Und wie immer in der Erziehung bringen Druck und Zwang nichts. Zum Teufel mit den Supermoms, die einem suggerieren, msn sei eine Rabenmutter, wenn man sein Kind mit Zuneigung verwöhnt!

  14. Hallo Mia,

    ich finde das ist eine Super Einstellung. Bei meiner Tochter ging es damals recht gut mit dem schlafen (kann auch sein das ich das negative verdrängt habe 🙂 ). Ich bin gespannt wie es beim kleinen Veit so laufen wird. Wovor ich nur etwas Angst habe ist das meine große Tochter aus Eifersucht auch wieder zu uns ins Bett will. Aber das muss man alles sehen. Auch dafür wird es eine Lösung geben. Weil ich will sie auf keinen Fall vor den Kopf stoßen.

    Liebe Grüße

  15. Liebe Mia,
    das hast du wirklich sehr schön geschrieben. Und baut mich wieder auf.
    Meine große Tochter (4) ist ein Superschläfer. Sie schläft gerne und gut und sobald sie im Bett liegt hört man nichts mehr. Die Kleine (22 Monate) dagegen ist gerade ein „Albtraum“. Bisher habe ich sie gerne in den Schlaf begleitet. Anfangs gestillt, später bei ihr geblieben oder sie auf dem Arm gehabt. Mittlerweile dauert es aber Minimum 60 Minuten bis sie schläft. Meistens noch länger. Das nervt dann doch sehr. Natürlich darf sie auch bei mir schlafen. Aber ich kann dann nicht aufstehen, ohne sie zu aufzuschrecken. Ich möchte aber nicht abends um 19:30 Uhr ins Bett gehen. Im Moment bin ich einfach so kraftlos, dass ich sie einfach auflasse, bis ich gegen 22 Uhr ins Bett gehe. Das macht ihr nichts aus. Sie schaut einfach zu was ich abends an Hausarbeit oder sonst mache. Tagsüber funktioniert das komischerweise nicht gut. Hinzukommt, dass sie seit ein paar Monaten auch selten Mittagsschlaf macht. Ich bräuchte auch mal einfach ein paar Minuten ohne Kind. Oder zumindest ohne kleines Kind. Die große Tochter ist echt sehr lieb und schon so selbstständig. Ich habe die Hoffnung, dass die Kleine auch noch so wird. 😉 LG und schönen Abend

  16. Hallo
    mein Sohn ist nun 17 Monate und hat noch fast keine Nacht durchgeschlafen. Er schläft seid längerem von alleine ein, jedoch wird er Nachts 2-4 wach!
    Im Moment bin ich an einem Punkt angelangt, wo ich einfach nicht mehr kann.Seid 17 Monaten schlafe ich Nachts fast nur noch 3 Stunden und dann am andern Tag zur Arbeit zu gehen ist oft sehr schwer 🙁
    Vielleicht mache ich mir einfach zuviele Gedanken, was dem kleinen fehlen kann, warum er nicht schläft.
    Ich habe schon soviel versucht unter anderem auch diese Methode aus dem Buch „Jedes Kind kann schlafen lernen“ Es bringt jedoch nicht wirklich etwas…
    Ich wünsche mir oft erneut Schwanger zu werden, jedoch habe ich große Angst davor ein Baby zu haben, dass vielleicht Nachts alle 2-3 Stunden seine Flasche braucht und dann noch meinen Sohn zu haben, der auch regelmäßig Nachts wach wird.

    Naja ich denke die Zeit wird es zeigen und irgendwann wird er auch durchschlafen…
    Es ist aufjedenfall schön zu hören, dass es noch andere mit diesem Problem gibt und man nicht alleine ist! 🙂

    Liebe Grüße

  17. Vielen Dank für diesen Beitrag. Das erinnert wieder daran, dass man sich nicht von dem Irrglauben täuschen lassen sollte, dass Babys nach dem 6. Monat durchschlafen müssten und wenn sie es nicht tun, man die Kleinen verwöhnt wenn man sie nicht schreien lässt. Unsere Kleine (10.Monate) wacht auch mehrere Male in der Nacht auf und es gab eine Phase, in der ich dachte ich mache etwas falsch, weil alle anderen Babys um uns herum schon länger durchschlafen. Aber jedes Baby ist anders und irgendwann kommt die Zeit, in der man sich danach sehnt, dass die Kleinen unsere Nähe suchen…deshalb gebe ich meiner Kleinen die Zuneigung die sie braucht und setzte mich mit dem Durchschlaf-Thema nicht mehr unter Druck. Irgendwann schlafen sie schon durch 🙂

  18. Das hast Du wirklich schön geschrieben, Mia. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die „Kuschelschläfer“ später sehr ausgeglichen sind.

    Für mich war es eine rießen Erleichterung, als ich mich gegen alle Ratschläge dazu durchgerungen habe, mein Baby mit in mein Bett zu nehmen. So konnte ich den Kleinen im Halbschlaf stillen, manchmal hat es auch ausgereicht, eine Hand auf seinen Rücken zu legen. Später habe ich mich dann bis zum Einschlafen zu meinem Kleinen ins Kinderzimmer gelegt, bis auch das irgendwann nicht mehr nötig war.

    Ich wünsche Euch allen eine ruhige Nacht! ☺

  19. Hallo Mia!

    Ich lese deinen Blog sehr gerne, und meistens huscht mir beim Lesen ein leises Lächeln über die Lippen 🙂

    Zum heutigen Thema möchte ich nur kurz etwas anmerken:

    Meine Tochter ist 11 Woche alt, seit ihrem 6 Lebenstag in beidseitigem Gips bis kurz unter die Hüfte, hat bereits eine OP hinter sich, schon einen Zahn bekommen (vor 3 Tagen!), der zweite ist unterwegs UND: sie schläft durch.

    Die ersten Wochen waren die Hölle. Die Kleine war chronisch übermüdet, da sie nur auf mir zu schlafen schien. Sobald ich sie weglegte, wurde sie wach. Somit bekam ich auch keinen qualitativen Schlaf und war ein seelischen Wrack (zusätzlich zu der Belastung wegen der OP)

    Eines Abends konnte ich nicht mehr und hab sie einfach in ihr Bett gelegt, hab ihr ein Bussi auf die Stirn gegeben, ihr eine Gute Nacht gewünscht und hab die Türe zugemacht. Nach zwei Mal leisem Protest war Ruhe eingekehrt.

    Am nächsten Abend wiederholte mein Mann ungläubig dieses Ritual – auch diesmal schlief sie nach 15 Minuten ein.

    Zuerst schlief sie 6 Stunden, dann 7, dann 8 – inzwischen schläft sie zwischen 8 und 11 Stunden durch.

    Seitdem ist mein Kind wie ausgewechselt – und auch ich merke, wie ich langsam wieder ich selbst werde und mit mehr Freude in den Tag starte.

    Meiner Meinung nach soll jeder sein Kind erziehen, wie er es für richtig hält – aber dem Kind beizubringen, ohne Mama / Papa / Hund / Kuscheltier einzuschlafen, ist doch wirklich nichts schlimmes und auf die lange Sicht sicherlich nicht verwerflich.

    Nachmittags hält sie ihre Mittagsschläfchen übrigens nach wie vor am Liebsten auf mir ab 🙂

    PS: Mein Kind wird ausschließlich gestillt

    • Liebe Nicole, bei unserem Großen lief das ganz ähnlich wie bei Euch. Aber Baby ist nicht gleich Baby und längst nicht alle Kinder schlafen so unkompliziert alleine ein wie Deine Tochter oder mein Maxi. Würdest Du sie verzweifelt schreien lassen, wenn sie nicht einfach so einschlafen würde? Vielleicht erlebst du das ja auch noch, denn mit elf Wochen gehe ich davon aus, dass Euer Einschlaftitual noch nicht abschließend ist 😉 Liebe Grüße! Mia

  20. Ich bewundere Deine Geduld! Mein älterer Sohn ist auch oft bei mir in den Armen oder beim Händchenhalten eingeschlafen. Es war aber sehr anstrengend für mich, weil es ewig lang immer gedauert hat… Er ist jetzt fast vier und schläft mittlerweile alleine ein, aber immer mit Theater

  21. Hallo Mia
    ich möchte einmal ganz offen fragen: meinst Du nicht, dass vielleicht ein Zusammenhang besteht, zwischen Deiner Unruhe, wenn Du allein (also ohne Deinen Mann) schläfst, und Deiner Erfahrung als Kind, das immer jemand beim (ein)schlafen dabei war? Remo Largo („Babyjahre“) schreibt ja, das es immer eine Frage der Abwägung ist als Eltern, wieviel Geborgenheit und wieviel Selbstständigkeit man den Kindern gibt. Mir z B wäre es wichtig, dass meine Tochter und Sohn später als Erwachsene nicht unruhig oder gar ängstlich sind, wenn sie mal alleine sein müssen. Daher denke ich, dass man den Kindern vielleicht auch etwas vorenthält, wenn man sie dazu erzieht, lange Jahre beim (ein)schlafen immer von der Präsenz der Eltern abhängig zu sein. Denn erziehen tut man ja immer, hin oder her.

    • Liebe Mareike, nein, das denk ich nicht! Vielmehr ist das, was Du beschreibst, dieser Gedanke der Angst vor „Versöhnung“ und den halte ich für sehr traurig. Aber wie Du schon sagtet: wir müssen alle unsere eigene Abwägung vornehmen. Mein Weg ist ein anderer, als Deiner und ich bin sicher, keiner von uns wird seine Kinder verkorksen. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Erziehen! LG Mia

  22. Danke für diesen wundervollen Artikel. Hier ist es ganz genauso und doch zweifelt man immer wieder wenn man von den Wunderkindern hört die angeblich 12 Stunden durchschlafen. Und (!!) in ihrem eigenen Bett einschlafen.
    Manchmal ist jede Mutter erschöpft, doch es ist wie du sagst ich genieße die Nähe zu meiner kleinen Maus abends auch sehr. Wie sie selig schlafend an mich gekuschelt in meinem Arm liegt – dieses kleine warme Bündel Glück.

  23. Hallo Mia,
    ich bin gerade über deinen Bericht gestolpert.

    Unsere Tochter (gerade 2 geworden) kann auch noch nicht alleine einschlafen und braucht ein Händchen. Dafür schläft sie mittlerweile einigermaßen zuverlässig durch.

    Klar könnten wir alleine einschlafen trainieren. Aber mein Mann und ich arbeiten beide volltags, das Kind ist viel durch Großeltern betreut, die 10-15 Minuten abends, die ich neben ihr sitze, geben auch mir wieder Kraft. Ich lese auf meinem Kindle, höre ihr leises Schnarchen und komme runter. Ich denke nicht, dass ich in 10 Jahren noch da sitzen werde und wenn meine Tochter das doch noch will, dann mach ich das auch.

    Und: wenn sie nachts aufwacht, dann nehmen wir sie auch oft noch mit in unser Bett und kuscheln.

    Ich kann also nichts ungewöhliches an deinem/Minis Verhalten finden, solange es für euch alle passt.

    LG
    Kathi

  24. Liebe Mia, du schreibst mir aus der Seele. Meine miniberlin ist nun 9 Monate und schläft jeden Abend in meinem Arm ein. Denn wer weiß, wie lang sie noch kuscheln möchte. Aber andersrum habe ich auch Angst, sie zu verwöhnen. Es beruhigt mich schon, dass dein Maxi irgendwann von allein „groß“ wurde. Genießen wir die Kleinen also einfach, solange sie wollen.

    Liebe Grüße
    Bella

  25. Durchschlafen war auch bei meiner Schwester ein großes Thema. Sie bekam letztes Jahr super süße Zwillingsmädchen, worauf sie natürlich stolz war. Bei denen war der Schlafrythmus ganz eigen, sodass meine Schwester eigentlich so gut wie nie zur Ruhe kam. Denn, wenn die eine eingeschlafen ist, schrie die Andere und das wechselte sich ab! Irgendwann schliefen beide durch und auch im selben rythmus. Ihr „Geheimrezept“ weiß ich immer noch nicht.

  26. Ohja das Thema Baby und schlafen ist ein Thema für sich. Hier rüber wird ja viel diskutiert und die Meinungen sind verschieden. Ich bin ebenfalls gegen das Schreien lassen. Auch mein Gefühl sagte mir damals bei meinem Sohn, dass es nicht richtig ist. Ich kann nur den Rat geben das jede Mutter auf ihre Gefühle hören sollte und diese nicht ignoriert.

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