Zeit für meinen Großen: Max-Mama-Tage

Hin und wieder denke ich, dass wir hier im Haus ganz schön viele sind. Wenn ich meine Mitbewohner durchzähle komme ich immer auf 3, aber manchmal könnte ich schwören, dass es mehr sind.
Es macht mich glücklich, dass diese drei Männer zu mir gehören und ich zu ihnen und dass ich nie alleine sein muss. Manchmal wäre ich aber gerne, sagen wir mal, ein bißchen alleiner, denn vier Menschen unter einem Dach, das bedeutet auch, dass viele Bedürfnisse zurückgestellt werden müssen.

Ausnahmsweise rede ich jetzt mal nicht von meinen eigenen Bedürfnissen oder denen meines Mannes, sondern denen meiner Jungs.

Im Alltag ist tagsüber in der Regel nur ein Elternteil für sie da (und das bin ich, yeah!), aber die Bedürfnisse der Kinder sind ja immer alle gleichzeitig da. Einer braucht eine neue Windel und einer fällt in der Zwischenzeit von der Schaukel. Einer hat einen Turm gebaut, der bewundert gehört, und der andere nutzt den unbeobachteten Moment, um den Badezimmerboden mit der Klobürste zu fegen. Einfacher wäre es, wenn ich mich klonen könnte. Das wäre dann aber dem Mann wieder zu anstrengend…

Maxi muss öfter zurückstecken als Mini, weil er der Große ist. Dem kann ich erklären, dass er warten muss, den kann ich bitten, mit seinem Bruder zu teilen, der versteht mich ja und er fordert meine Aufmerksamkeit auch viel weniger ein, als der Mini. Für unseren Alltag bedeutet das häufig, dass der Maxi nicht altersgerecht spielen kann. Kaum hat er eine tolle Legolandschaft aufgebaut, reißt der Mini alles jauchzend wieder ein. Setzt er sich mit einem Buch aufs Sofa, kommt der Mini und reißt die Seiten aus und wenn wir spazieren gehen, muss er sich dem Schneckentempo seines kleinen Bruders anpassen, anstatt wild drauflos zu rasen.

Damit der Maxi auch mal ganz alleine im Mittelpunkt steht, haben wir die „Max-Mama-Tage“ eingeführt.

An diesen Tagen, die wir ganz unregelmäßig und spontan einstreuen, geht der Maxi nicht in die Kita, sondern macht etwas ganz Besonderes mit mir. So waren wir zum Beispiel gemeinsam im Schwimmbad und einmal haben wir einfach den ganzen Vormittag auf dem Spielplatz verbracht.

Letzte Woche war ich von Fisher Price zu einem Elternbrunch in Hamburg eingeladen. Es gab auch eine Kinderbetreuung und da dachte ich mir, dann nehme ich den Maxi mit, das wird der großartigste Max-Mama-Tag aller Zeiten. Und das war er!

Wir sind mit dem Maxi schonmal geflogen, aber das ist lange her und er kann sich daran nicht mehr erinnern. Wie aufregend war für ihn deshalb dieser Flug! Der kleine Kerl war zuckersüß. Er war aufgeregt, aber fröhlich. Manchmal lief er fröhlich voraus, manchmal kam er nur zögerlich an meiner Hand hinterher. Alles hat er genau beobachtet und er sah mit seinem kleinen Rucksack und den großen Augen so unternehmungslustig aus!

Ich bin ja sowieso jede Minute meines Lebens in meine beiden Jungs sowas von verknallt, aber an diesem Tag schwebte ich vor lauter Mutterglück und Mutterliebe den ganzen Tag im siebten Himmel! Ich kann es nicht genau erklären, aber die Verbindung zwischen Maxi und mir war auf unserer Reise ganz besonders. Vielleicht, weil ich ihm etwas so aufregendes wie das Fliegen zeigen konnte. Vielleicht, weil wir ganz schön weit weg von zu Hause waren oder weil wir einfach mal nur Zeit für uns beide hatten.

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Maxi hat ganz schön gestaunt, als der Christian vom Kikaninchen plötzlich „in echt“ vor ihm stand. Der war übrigens auch die ganze Zeit so nett zum Maxi. Während der Gesprächsrunde (unter anderem mit Collien Fernandez) hat der Maxi es vorgezogen, der Kinderbetreuung den Rücken zu kehren und sich die Teilnehmer aus einer ganz besonderen Perspektive anzuschauen.

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Nach der Veranstaltung hatten wir noch reichlich Zeit, bis unser Flieger ging, also haben wir noch einen Abstecher zu den Landungsbrücken gemacht.

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Es war ein toller Tag und Maxi kam hundemüde nach Hause. Auf der Autofahrt vom Flughafen nach Hause fragte er mich: „Mama, wo ist der liebe Gott?“ „Im Himmel“, antwortete ich und er fragte nochmal genau nach: „IM Himmel?“ „Ja!“ Er überlegte kurz bevor er sagte: „Dann hätten wir den ja eigentlich sehen müssen!“ Ich hätte am liebsten sofort angehalten, um ihn lachend in den Arm zu nehmen.

Der krönende Abschluss des Tages war, dass der Maxi ausnahmsweise von seiner Mama ins Bett gebracht werden wollte, obwohl der Papa zu Hause war! Glücklich schlief er ein. Es war für uns beide ein außergewöhnlich schöner Tag.

Nun kann man nicht jede Woche eine Flugreise unternehmen, so schön das auch wäre. Das ist aber auch gar nicht nötig. Ich denke, das besondere Mutter-Kind-Feeling entsteht, weil wir einfach mal etwas nicht Alltägliches machen. Es entsteht, weil wir uns Zeit zu zweit nehmen. Es entsteht auch, weil ich an diesen Tagen nur für mein Kind da sein will, mich ganz darauf konzentriere und alle anderen Dinge ruhen lasse (sogar mein Smartphone). Auch wenn wir dann nur auf den Spielplatz gehen ist es zu zweit eben anders als sonst, und damit wie ein kleiner Urlaub, den ich nur empfehlen kann!

Der Mini hat sich wie verrückt gefreut, als wir nach Hause kamen. Er hatte einen tollen Mini-Papa-Tag gehabt und einen Ausflug zur Oma gemacht. Es war schön, dass wir abends wieder alle zusammen waren, und obwohl alle durcheinander redeten kam es mir an diesem Abend überhaupt nicht so vor, als wären wir so wahnsinnig viele. Da würde glatt noch einer gehen!

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2 Kommentare

  1. Katharina Redienhcs

    Sehr schöner Artikel,
    da hat der Maxi sich sicher total gefreut 🙂 schön dass du dich auch so in deinen „Großen“ reinfühlst. Empathie ist ganz wichtig im Zusammenleben mit Kindern!

    • Marina Zsivkovits

      Danke für den schönen Artikel, der mich erinnert hat auch wieder Mal was mit meinem Maxi ganz allein zu unternehmen.;-D Wie oft machst du diese Mama-Maxi-Tage…ich muss das auch unbedingt einführen. Glg

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