16 Monate- Dieses wunderbare zweite Lebensjahr

Kommt man eigentlich irgendwann im Leben an einen Punkt, an dem die Zeit wieder etwas langsamer vergeht?

Wahrscheinlich liegt es daran, dass jeder Tag bis obenhin vollbepackt ist mit Ereignissen, die für mich als Mutter immer wieder überwältigend sind. Mein müdes, träges Mutterhirn kann die Entwicklung der Jungs gar nicht so schnell verarbeiten, wie sie voranschreitet, und so hinke ich wohl immer ein bisschen hinterher und habe das Gefühl, dass mir die Zeit wie Sand durch die Finger rinnt.

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Der Mini ist nun schon 16 Monate alt. Mir kommt er immer noch sehr babymäßig vor. Ich glaube, das liegt nicht nur daran, dass er mein Baby ist. Im Vergleich zu den anderen Kindern aus seiner Pekip Gruppe, mit denen wir uns noch regelmäßig treffen, ist er zwar körperlich größer, aber er hat so ein kugelrundes Babygesichtchen, das ihn deutlich jünger wirken lässt. Außerdem hat er ja nach wie vor nur ein paar Flusen auf dem Kopf.

Ich habe das zweite Lebensjahr schon beim Maxi so genossen. Es ist eine relativ ruhige Phase: Die Kinder können schon eine Menge, sie können sich mitteilen, sie können sagen oder zeigen, wo es ihnen weht tut. Sie haben einen riesigen Spaß daran, den Eltern bei allem möglichen zu helfen und sind so eifrig bei der Sache. Man kann sie noch leicht ablenken und zufriedenstellen. Bald wird diese Phase von der Trotzphase abgelöst…

Die Entwicklung vollzieht sich im zweiten Lebensjahr in riesigen Sprüngen. Schon lange versteht der Mini jedes Wort. Und plötzlich kommen auch mehr und mehr echte Wörter aus ihm heraus. Ich finde das so faszinierend, wie auf einmal die Sprache regelrecht explodiert. Minis Lieblingswörter sind:

– Der Papa (immer mit Artikel gesprochen)

– Wawa (Hund/WauWau)

-Tatütata. So wird jedes größere Auto bezeichnet

– Tele (Telefon)

– Ma (sein großer Bruder)

-Mil (sein morgendliches Getränk)

– M-Ma (Oma)

– heiß!

– Ball

-meins!

-mehr!

– Eulälä (Eule)

…und noch einige andere.

Und was ist sonst so angesagt mit 16 Monaten?

– Ganz zentrales Element seines Lebens ist sein großer Bruder. Mini und Maxi lieben sich wie verrückt- und fetzen sich mit großer Leidenschaft. Mini reckt ständig seinen kleinen Hals, damit er sehen kann, was der große Bruder macht. Er wartet auf einen unbeobachteten Moment, dann macht er es nach. Er kennt Maxis Tagesablauf genau. Als Maxi und ich neulich einen Max-Mama-Tag eingelegt haben und Maxi nicht in die Kita ging, kam Mini mit Maxis Kita-Rucksack angelaufen und drückte ihm den auffordernd in die Hand als wollte er sagen: „Worauf wartest Du? Wir müssen los!“

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– Der Mini ist ein noch größeres Papakind als der Maxi. Er wacht morgens auf und sagt erstmal: „Papa!“ Wenn er ein Geräusch hört, vermutet er immer, es ist „der Papa!“ Das Telefon klingelt: „Der Papa!“ Ein Auto hupt: „Der Papa!“ Und wenn „der Papa“ am Abend noch nicht zu Hause ist, drückt er mir das Telefon in die Hand und sagt: „Papa!“, als wollte er mir sagen, ich soll doch mal anrufen und fragen, wann er kommt. Er streitet sich mit dem Maxi um den Platz auf Papas Arm- und gewinnt meistens. Der Maxi ist da nämlich nicht mehr so verbissen, vielleicht weil die Max-Mama-Tage ihre Wirkung zeigen…?

– Der Mini ist ein Draufgänger. Er klettert überall hoch- und ich bekomme immer fast einen Herzinfarkt. Es gab hier schon Tage, da wußte ich mir nicht anders zu helfen, als alle unsere Hochstühle und Barhocker einfach auf den Boden zu LEGEN, damit der Mini nicht mehr hochklettert. Vom Stuhl klettert er nämlich innerhalb Bruchteilen von Sekunden weiter auf den Tisch. Auch auf Beistelltischen findet man ihn immer wieder stehend. Die Rutsche auf dem Spielplatz ist schon lange keine Herausforderung mehr für ihn. Vielleicht habt Ihr es auf Instagram gesehen: Am Wochenende ist der Mini bei Verwandten in den Teich gefallen. Das war so klar! (Es bestand natürlich keine Gefahr, „der Papa“ hatte ihn an der Hand, aber er hat es trotzdem geschafft,sich in die Fluten zu stürzen!)

– Der Mini ist das geborene Kita-Kind. Während der ersten 14 Tage der Einführung dachte ich, das wird nie etwas, denn er wich mir nicht von der Seite und es war nicht daran zu denken, dass ich mal den Raum verlasse. Aber ganz plötzlich ist der Knoten geplatzt und seitdem ruft er schon im Auto den Namen seiner Bezugs-Erzieherin, stürzt sich in deren Arme und sieht sich nicht mehr nach dem Papa um. Wenn ich ihn nachmittags abhole, freut er sich allerdings so sehr und läuft so strahlend in meine Arme, wie ich es beim Maxi nie erlebt habe.

– Er ist immer noch ein super Esser. Die Erzieherinnen haben uns gebeten, ihm etwas mehr in seine Frühstücksbox zu packen. Er hat jetzt morgens eine um 1/3 größere Box als der Maxi!

– Er hat nach wie vor nur vier Zähne.

– Er schläft besser, aber immer noch mit vielen Unterbrechungen.

– Er spielt gerne Fußball. Maxi hat in dem Alter den Ball immer nur gefangen. Mini hat schon einen guten Schuss drauf.

– Er ist sehr musikalisch. Er kann komplexe Melodien summen, manche Lieder singt er schon, in dem er die Wörter lautmalend wiedergibt. Damit bringt er uns wirklich zum Staunen. Er macht auch gerne selber Musik: Er trommelt, tanzt und singt gleichzeitig. Wir sagen dann immer: „Der Mini ist ´ne Band!“ Und er macht sich immer wieder gerne selber eine CD an und beginnt dann zur Musik zu tanzen.

– Für Bücher interessiert er sich nicht so wahnsinnig. Der größte Spaß besteht darin, die Bücher auf- und zuzuklappen. Der Inhalt ist zweitrangig.

– Er versucht neuerdings, zu hüpfen. Er macht das auch ganz toll, allerdings ohne abzuheben. Das ist so putzig!

– Mit 15 Monaten hat er endlich das Sitzen entdeckt.

Erkennt Ihr Eure Kleinkinder wieder? Oder sind sie ganz anders? Ich bin neugierig!

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12 Gedanken zu “16 Monate- Dieses wunderbare zweite Lebensjahr

  1. Ich habe 2 Mädels, etwa gleich weit auseinander. Kann das alles bestätigen, auch wenn die Details geringfügig abweichen. Meine beiden z.B. liebe Bücher. Die kleine schaut sich wirklich jedes Detail ganz genau an, sie sitzt auch schonmal ne ganze Stunde da und untersucht das Buch in allen Details und Ausrichtungen 😉

    Und beide sind ganz große Baumeister (Duplo), das haben sie wohl vom Papa 😉

    In die Kita gehen beide supergerne, Eingewöhnung gabs eigentlich nicht, ging einfach so in den Alltag über. Am dritten Tag meinte die kleine schon am Eingang „Tüss Mama, biglai!“

  2. Mein Maxi (denn die Minimaus ist noch im Bauch) ist gerade 14 Monate alt und ich finde es auch wahnsinnig toll wie viele Wörter er schon sagen kann und dass er beinahe auch alles versteht. Seine große Schwester beobachtet er auch ganz genau und macht besonders gern die Dummheiten nach und rennt mit ihr schreitend durch die Wohnung. Musikalisch ist er nicht wirklich, dafür ein kleiner Bücherwurm. Er hat ständig ein Buch in der Hand und blättert es ganz konzentriert durch. Ein Kletterer ist er auch und bei uns werden die Stühle gleich ganz weggeräumt! In letzter Zeit mausert er sich allerdings zur Diva… wenn ihm was nicht passt wirft er sich schreiend auf den Boden oder wirft auch mal gern mit Schuhen. Nicht dass der Trotz bei uns schon soooo viel eher da ist?!
    Wie sehen eure Maxi-Mama-Tage aus und hättest du paar ultimative Regentagetipps? (Er geht noch nicht zur Kita und die große Schwester wohnt nicht ständig bei uns, sonst wären der Herbst und kommende Winter mir sicher nicht so ein graus…)
    Lg Anja 🙂

    1. Also, diese Anfälle kommen hier auch gelegentlich vor. Der Mini haut dann immer wütend den Kopf auf den Boden oder gegen die Wand und ich bin ganz erschrocken und frage mich, was wohl der Auslöser war, denn das kann ich gar nicht immer so genau sagen. Vielleicht schon Ausläufer der Trotzphase? Über die Max-Mama-Tage schreibe ich demnächst noch und ein paar Tipps für Regentage könnte ich auch sammeln, das ist eine gute Idee. Wir haben zuletzt gerne Salzteig gemacht. Wenn man ihn mit Lebensmittelfarbe einfärbt, ist es für die Kinder noch schöner, und weil solo viel Salz drin ist, hat der Mini auch nach dem ersten Mal aufgegeben, sich das Zeug in den Mund zu stecken. LG Mia

  3. Das ist ja interessant, wir sind gar nicht so weit auseinander, meine Tochter ist gerade 17 Monate geworden 🙂 Wir sind auch gerade in der Eingewöhnungs-Phase in der Krippe. Das 1. Monat war nicht so berauschend (eine Woche gleich krank). Mal sehen, ob sie sich noch eingewöhnen lässt *hoff* Bei uns funktioniert leider das Modell mit Mutti ist im Raum + Mutti ist in der Garderobe nicht wirklich. Heute haben wir Nägel mit Köpfen gemacht und siehe da, es verlief gut.

    Alles Liebe und du betreibst einen wundervollen Blog. Weiter so.

  4. „Dieses wunderbare zweite Lebensjahr“ kann ich nur unterschreiben. Im ersten erfreut man sich an den Entwicklungsschritten, die jedes Baby macht, im zweiten lernt man die Persönlichkeit seines Kindes immer mehr kennen! Mein Kleiner (knapp 14 Monate) hat in den letzten Wochen einen riesen Sprung gemacht. Er kann endlich krabbeln und sich hinstellen und viel wichtiger: mit ausgestrecktem Zeigefinger und inbrünstigem diskutieren (natürlich in seiner Sprache) seinen Willen einfordern. Dies hat nur leider dazu geführt, dass ihn sein genau 2 Jahre älterer Bruder gerade als Konkurrenz wahrnimmt. Aus dem „ein Herz und eine Seele“ ist gerade leider Eifersucht und „anärgern“ (ich liebe diese Wortschöpfung meines Großen) geworden. Hoffe das gibt sich bald wieder!

    1. Ja, das stimmt schon, seit der Mini richtig mitmischt, gibt es auch öfter Streit. Es ist ein bißchen wie ein „Rückfall“ vom Maxi in die Zeit, in der er immer „meins“ schrie. Eigentlich weiß er inzwischen, dass man Sachen auch verleihen kann, sie aber dann immer noch ihm gehören und er sie dann zurück bekommt, aber gegenüber seinem kleinen Bruder muss er doch nochmal gesondert sein Eigentum verteidigen und da geht es wohl um viel mehr, als nur die Frage, wem das Feuerwehrauto gehört… „Abärgern“ist in der tat eine tolle Wortschöpfung!!

  5. hallo Mia,
    schön das es mit Deinen beiden Jungs so gut läuft. Unsere sind ja 18 Monate auseinander ( Max 2,5 Jahre und Johanna 1 Jahr), doch so richtig entspannt ist es im Moment nur selten.
    Der Große schreit wenn ihm was nicht passt wie am Spiess oder knallt die Türen ( das wiederum ist wohl meine Schuld, das mache ich leider auch wenn ich richtig stinkig bin) und die Kleine ist nur noch am quaken und will auf den Arm.
    Aber vor dieser “ Phase“ habe ich noch gedacht “ Hey super alles easy, ich weiß gar nicht warum ich mir immer soviel Stress mache, wir haben ja soooooo liebe Kinder ;-))“
    Und dies ist wohl die nächste Phase. In vier Wochen fahren wir in die Mutter-Kind-Kur. Ein bisschen Bammel habe ich da schon.
    Sehr schönes Foto übrigens von Dir, Maxi und Mini!

  6. Da sieht man mal, wie unterschiedlich die Zwerge sind. Mein Maxi ist jetzt gerade 3 Jahre alt und die Kleine ist vor einer Woche 16 Monate alt geworden. Sie ist ja wirklich niedlich, aber sie ist auch ein ziemliches Biest und hat ihren Bruder fest im Griff. Oft schreit sie schon um Hilfe, wenn er noch gar nichts gemacht hat (und meistens macht er eh nix, sondern will sie eh nur umarmen). Sie redet noch gar nichts, nicht mal „Mama“. Aber plappert und singt trotzdem dauernd vor sich hin. Den Musikgarten findet sie super. Dafür interessieren Bücher sie auch überhaupt nicht – ganz im Gegensatz zum großen Bruder. Klettern, ja, das macht sie auch sehr gerne. Neulich standen beide auf dem Fensterbrett und der Große verkündete ganz stolz, dass er ihr geholfen hat (ich will gar nicht wissen wie). Sie isst auch ganz gut, jedenfalls besser als der mäklige Bruder, aber sie hat bisher noch keine einzige Nacht durchgeschlafen. Sie ist – wie der Bruder auch – sehr mama-bezogen. Das gefällt dem Papa so gar nicht, weil er auf das Mädel gehofft hat. Sie kann sehr zornig sein … und ich habe das dumme Gefühl, dass sie sich im Supermarkt nicht nur einmal auf den Boden schmeißen wird.
    Joar, soviel zu uns. Ich freue mich auf das, was da noch auf uns zukommt.
    LG, Tina

  7. Am meisten musste ich gerade schmunzeln, als ich gelesen habe, dass dein Mini auch immer „der Papa“ sagt. Meine Maus ist jetzt 18 Monate alt und sie macht das genauso. „Der Papa“, „Der Mama“.
    Und nachdem sie damals der Papa konnte, kam erstmal noch alle und (H)allo und dann erst Mama und neuerdings „Der Mama“ und „Der Ball“.
    Sie hat mittlerweile einen ganz guten Wortschatz entwickelt.

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