Erinnerungen. Wie ich die wunderbaren Jahre festhalte

Es heißt, je älter man wird, umso schneller vergeht die Zeit.

Wenn das stimmt, muss ich verdammt alt geworden sein!

Letzte Woche habe ich meinen 36. Geburtstag gefeiert und ich gehöre zu den Menschen, die sich am Geburtstag immer noch freuen wie ein kleines Kind. Das ist mein Tag, das binde ich jedem auf die Nase und ich möchte bitte gefeiert werden.

Trotzdem mischt sich jedes Jahr auch ein bißchen Blues in das Geburtstagsfeeling. Mir ist es egal, wie alt ich bin und ich habe keine Angst vorm Alt-Werden, aber es macht mich doch nachdenklich, wie schnell die Zeit vergeht.

Sind seit meinem Geburtstag mit Maxi im dicken Bauch wirklich schon vier Jahre vergangen?

Ist mein Geburtstag während der Flitterwochen auf Jamaika etwa schon fünf Jahre her?

Dieser blöde 30. Geburtstag, an dem es nur geregnet hat, und an dem mir der Mann KEINEN Antrag gemacht hat, war das vor sechs Jahren?

Seit die Kinder da sind, scheint die Zeit mit jedem Jahr noch ein bißchen schneller zu vergehen. „Sie werden so schnell groß!“ und „An den Kindern sieht man, wie schnell die Zeit vergeht“ – das sind vielleicht die blödesten Sprüche der Welt, aber sie sind so verdammt wahr!

Ich möchte die wunderbaren Jahre mit meinen Kindern festhalten, und dafür brauche ich mehr, als Fotos auf meinem Smartphone. Zum Glück hat meine verstorbene Oma vor 36 Jahren eine sehr schöne Tradition in unsere Familie gebracht:

Zu meiner Geburt schenkte sie meiner Mutter ein Tagebuch. Auf den ersten Seiten hatte sie Überschriften von Zeitungsartikeln vom Tag meiner Geburt eingeklebt- dann legte sie das kleine blaue Buch mit all seinen leeren Seiten in die Hände meiner Mutter. Meine Mutter hat das Album gehegt und gepflegt und es über die Jahre mit Inhalten gefüllt. Sie hat aufgeschrieben, wann ich sie das erste Mal angelächelt habe, wann ich mich erstmals gedreht habe und was meine ersten Wörter waren. Meine Einschulung, meine erste große Liebe und viele, viele lustige Sprüche hat sie dort festgehalten. Wenn man das Album öffnet, fallen einem einige Zettel entgegen: Liebesbriefe von kleinen Jungs, Postkarten, die ich meinen Eltern geschrieben habe und viele weitere Erinnerungen.

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Ich selber habe mir das Album oft in meinem Elternhaus aus dem Regal genommen und darin geblättert. Meistens habe ich dann über meine Sprüche gelacht, aber manchmal war ich auch nachdenklich. Als ich kurz vor dem Abitur eine etwas unglückliche Zeit durchlebte, nahm ich mir dieses Album zur Hand, um zu sehen, ob ich irgendeinen Punkt ausfindig machen könnte, an dem ich falsch abgebogen war. Teenagermelancholie.

Der letzte Eintrag meiner Mutter handelt von ihrem ersten Enkelkind. Daneben hat sie ein Foto von sich und Maxi eingeklebt. Danach hat sie mir das Album geschenkt. Heute nehme ich es wieder oft zur Hand und „vergleiche“ mich mit meinen Söhnen.

Maxi und Mini haben auch jeder ihr eigenes Album, und sie werden von mir sehr regelmäßig mit Inhalten gefüllt. Tatsächlich hatte ich schon vieles aus Maxis Babyzeit vergessen und war froh, es noch einmal nachlesen zu können, als der Mini kleiner war: Wie haben wir das damals mit dem Zu-Bett-Gehen nochmal gemacht? Wie war das mit den Mahlzeiten? Und all diese wundervollen, herzallerliebsten, philosophischen Sprüche- die Hälfte hätte ich ohne das Album längst vergessen.

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Für mich sind meine Alben wahre Schätze. Ich genieße es, mir einen Moment zu nehmen, um meine kleinen Updates aufzuschreiben. Dann lese ich ein bißchen auf den letzten Seiten und ich denke ein bißchen an die Zukunft.

Wir können die Zeit nicht aufhalten, aber wir können die Erinnerungen so konservieren, dass wir sie immer wieder zur Hand nehmen, darin blättern und uns daran freuen können.

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9 Kommentare

  1. OOOOOOOhhhhh Mia das ist so toll! Ich musste gerade einfach nur in die Zukunft blicken, denn ich habe seit letzten Juli ( der erste Schwangerschaftsmonat meiner nun 6 Monate alten Tochter) ebenso jeden Monat einen Brief geschrieben und Gedanken, Arztbesuche, den ersten Triff im Bauch, die Geburt etc. festgehalten…Jedes mal wenn ich diese Briefe lese kommen mir die Tränen und es wird mir wieder bewusst das es eine soooo tolle entscheidung war all diese Blätter mit Worten zu füllen, ohne zu wissen was sie jemans für eine Bedeutung bekommen werden! Ich habe viel Zeit damit verbracht und wenn ich deinen Beitrag hier lese, motiviert es mich unheimlich am Ball zu bleiben und all die schönen und aber auch evt schwierigen Momente meiner kleinen Familie festzuhalten in der hoffnung in Zukunft wieder in die Vergangeheit zurückblicken zu können ( wie DU 😉 ) toll! Danke MIA!

    • Ja, unbedingt am Ball bleiben 🙂 Meine beiden Schwestern und ich haben auch immer gegenseitig in unseren Alben geblättert, das haben wir immer geliebt. Und nach so vielen Jahren ist es jetzt einfach wunderbar, dieses Buch zu haben. Liebe Grüße. Mia

  2. Eine wirklich tolle Idee, vor allem mit den Zeitungsartikeln! Ich hab meinen Mädels einen Email-Account eingerichtet und schreibe ihnen fleißig Mails. Ich muss zugeben, dass ich etwas nachlässig wurde als ich nach meiner ersten Tochter wieder arbeiten ging. Jetzt wo ich mit der zweiten zu Hause bin, bin ich wieder fleißig und hoffe, auch dabei zu bleiben.

  3. Meine Mutter hat auch so ein Tagebuch fuer mich und meine Schwester geschrieben, eine Tradition die ich nun fortsetze. Meine Eltern haben ausserdem Schatzkisten fuer ihre Enkel, mit Bildern, Fotos, Zeitungen…

  4. Das ist eine gaaaaanz tolle Idee…Danke für diese Anregung! Eure Tradition wird ab heute auch unsere werden.

    So was ähnliches habe ich auch für das erste Lebensjahr meines Krümels gemacht. Ein liebevoll gestaltetes Fotobuch – zu jedem Monat habe ich vorneweg einen zusammenfassenden Text geschrieben, was so grob passiert ist und was der Keks schon alles kann…aber so ein Tagebuch, was man schnell zur Hand hat, ist ja noch viel praktischer.

    Danke noch mal für diese Idee!!!

  5. Das ist wirklich eine schöne Idee! Ich bin vor einiger Zeit auf das Hobby Scrapbooking gekommen und im Zuge dessen habe ich nun ein Project Life angefangen. D.h., jede Woche wird eine neue Seite mit den Ereignissen und Neuigkeiten gefüllt. Das ist eine spannende Sache. Und ich finde es auch immer wieder toll, da durchzublättern, weil man so Vieles so schnell vergisst … gerade jetzt mit den Kindern.
    LG, Tina

  6. Du sprichst mir so richtig aus der Seele 🙂
    Ich liebe es Geburtstag zu feiern und würde es an diesem Tag am. Liebsten jeden auf die Nase binden 🙂
    Mein Antrag hatte auch auf sich warten lassen… Die Hochzeit am Gardasee ist schon wieder zwei Jahre her… Die Zwerge fast 6 und 2 Jahre alt…. Ich glaube, ich hab mich noch nie in einem Blogpost so wiedergefunden, wie gerade in Deinem!!!

    Und die Idee mit den Tagebüchern ist toll!!! Ich glaube, dass muss ich auch nachträglich machen!

    Vielen lieben Dank für Deinen tollen Post!
    Liebe Grüße
    Tanja

  7. Tränen in den Augen- eine schöne Idee!
    Leider zu spät für uns… 🙁 Wir haben zwar je ein Fotoalbum pro Kind aus dem ersten Jahr, aber das war’s schon! Aber so ein kleineres Notizbuch ist toll, weil man das mal schneller zur Hand nimmt und was reinschreibt, oder?
    Werd ich gleich meinem Bruder erzählen, meine Nichte ist erst 1 Jahr, da ist es noch nicht zu spät 😉

    GLG, Yvette

    PS: Ich hatte dir eine PN über Insta oder Facebook geschrieben bzgl des Weihnachtselfes. Hast du die bekommen?

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