Wir können nicht alle alles richtig machen.

Elternabende in der Kita hasse ich. Jetzt hab ich sofort meine Cousine im Kopf, die immer sagte: „Hassen tut man nicht!“, aber es ist wie es ist: Ich hasse Elternabende. Wirklich.

Bei den Elternabenden der Vergangenheit haben wir über so viel Blödsinn diskutiert, mir wird jetzt noch ganz schwindelig. Warum die Kita keinen eigenen Koch hätte, ob es gesünder ist, wenn das Obst vom Biohof geliefert wird , oder wenn die Eltern das Obst selber abwechselnd mitbringen und ob es nicht möglich ist, dass die Eltern die Abschnitte von den Erzieherinnen vorgelegt bekommen, anstatt sie mühsam zu Hause auszudrucken. Ich glaube, einmal haben wir sogar darüber diskutiert, ob das Toilettenpapier 3-lagig oder 4-lagig sein soll, aber es kann auch sein, dass ich das nur geträumt habe, als ich langsam wegdöste.

Gestern graute mir schon den ganzen Tag vor dem ersten Elternabend in der Ü3 Gruppe. Ich stellte mich wieder auf 2-3 Stunden Diskussionen ein, die mich vor allem deswegen so nerven, weil die Kita ein Traum ist und wir eigentlich alle von morgens bis abends nur dankbar auf Knien herumrutschen müssten, weil unsere Kinder dort einen Platz haben.

Und dann das: Komplett relaxte Eltern, heitere Stimmung und nach nur 30 Minuten waren wir mit allem durch. Kein Stoff zum Bloggen. Schade!

Wäre da nicht dieses Gespräch mit einer anderen Mutter gewesen. Weil wir schon so früh fertig waren, haben wir noch ein bißchen gequatscht und diese andere Mutter erwähnte in einem Nebensatz, dass sie ihre Kinder anschreit. In einem Nebensatz. Als wäre es das Normalste der Welt.

Ich fand diese Mutter in dem Moment so herrlich entspannt, so authentisch, einfach toll! Die meisten von uns sind so sehr darauf fokussiert, im Umgang mit unseren Kindern bloß alles richtig zu machen, dass wir nicht einmal vor uns selber zugeben können, hier und da vielleicht nicht allzu glorreich gehandelt zu haben. Dass eine Mutter anderen erzählt, dass sie ihre Kinder anschreit, ohne sich im nächsten Halbsatz dafür zu rechtfertigen, das erlebt man selten (außer unter Freundinnen).

Ich schreibe hier auf Mama Mia so viel über unseren Alltag. Ich schreibe über unsere Rituale, über meine Gefühle, über lustige, traurige und Dinge die nachdenklich machen aber vieles behalte ich auch für mich. Ganz besonders dann, wenn ich weiß, dass etwas eher in die Kategorie „erzieherische Verzweiflungstat“ fällt und ich schon selber nicht stolz auf mich bin, scheue ich mich, darüber im Blog zu berichten- wer will schon sehenden Auges einen sogenannten Shitstorm auf sich ziehen?

Auch im persönlichen Kontakt mit Freundinnen und anderen Mamas lasse ich natürlich meistens die größten Entgleisungen beiseite. Ich erzähle lieber, was Maxi wieder Lustiges erzählt hat, anstatt davon zu berichten, wie unsere Diskussion über Fernsehen in beiderseitigem Geschrei und Gerangel um die Fernbedienung endete (ich habe gewonnen!).

Natürlich stelle ich lieber die positiven Dinge in den Vordergrund und das gilt ganz besonders im Gespräch mit anderen Müttern. Wenn die mich nämlich mitleidig anblicken und mir kurz erläutern warum SIE dieses und jenes NIEMALS SO machen würden, erschüttern sie damit meinen mütterlichen Stolz- und das dürfen nur meine Kinder.

Diese andere Mutter auf dem Elternabend, der schien es egal zu sein, was andere Mütter denken. Vielleicht sind wir hier im Netz auch ganz besonders sensibel, weil Meinungen hier so einfach und daher auch so schnell und so vehement geäußert werden. Vielleicht hat die andere Mutter weder einen Facebookaccount noch liest sie Blogs und Mamiawars sind ihr nicht bekannt. Vielleicht ist sie auch einfach nur sehr selbstbewusst. Davon möchte ich mir gerne eine Scheibe abschneiden.

Fernsehen, Süßigkeiten, Kita-Betreuung, Autositze, Bio-Essen- man kann alles anders machen, und ich bin nicht auf alles stolz, aber es kann ja auch nicht jeder alles richtig machen. Ihr und ich, wir sind für unsere Kinder jeden Tag im Einsatz und tun unser Bestes. Das machen wir ganz sicher nicht kaputt, weil wir sie auch mal anschreien. Seien wir also einfach zufrieden mit dem, was wir tun und wie wir unsere Kinder erziehen. Wir können das nicht alle gleich machen und wir machen das alle gut! Egal was andere denken!

Und weil das so ist, können wir auch ganz entspannt darüber sprechen. Bestimmt freuen sich andere Mütter, wenn sie von mir in einem Nebensatz hören, was bei uns alles nicht so perfekt läuft. So wie ich mich gestern über die beiläufige Bemerkung dieser anderen Mutter gefreut habe.

Unterschrift_blog

 

 

 

Ach, und so ganz nebenbei bemerkt: Ich schreie meine Kinder laufend an. Ich bin schnell auf 180, aber genau so schnell wieder die Ruhe selbst. Meine Kinder kennen mich so, ich glaube, sie würden sich nicht ernst genommen fühle, wenn ich nur ihnen gegenüber ständig buddamäßige Ruhe an den Tag legen würde.

 

Häufiger Grund für Schreie

Häufiger Grund für Schreie

 

 

19 Kommentare

  1. Liebe Mia,

    da erwähnst du – nicht ganz im Nebensatz, aber doch etwas versteckt – etwas was mir gerade einen Aha-Moment bescherte:
    Vielleicht ist das Wichtigste im Umgang mit unseren Kindern eins, nämlich authentisch sein, quasi man selbst. Ich glaube dann nehmen einem die Kinder auch die „Erziehungsversuche“ eher ab, als wenn man versucht z.B. nach Lehrbuch vorzugehen…deswegen gibt es da wohl verschiedene individuell richtige Wege…

    Allerdings muss ich zugeben, dass ich letztens schon erschrocken bin, als ich erfuhr, dass Keksikrümelbärs Krippengenosse in die Ecke gestellt wird um Konsequenz zu beweisen…wohlgemerkt mit 1,5 Jahren…aber vielleicht ist auch das Okay, wenn es den Eltern inheränt ist. Und vielleicht ist es auch Okay, dass ich das total doof finde, weil das meinem Wesen so gar nicht entspricht. Mmmmhh…

    Auf jeden Fall stelle ich gerade fest, dass es manchmal gar nicht so einfach ist authentisch zu sein, ob der großen Anzahl an Erziehungsweisen (oder Nicht-Erziehungsweisen), Ratschlägen und Meinungen…dagegen ist die eigene innere Stimme manchmal nicht laut und eloquent genug.

    Liebe Grüße

    • Oh nee, in die Ecke stellen ist schrecklich. Ich finde es total okay, sich nicht immer im Griff zu haben, so verhält man sich ja auch im Umgang mit anderen Menschen. So richtig ruhig und immer nur ruhig kann ich nur bei Menschen bleiben, zu denen ich eine distanzierte Beziehung habe. Da verhalte ich mich professionell, aber nicht authentisch. Eine Grenze ist meiner Meinung nach aber da zu ziehen, wo Kinder bloßgestellt werden, und das ist beim In-die-Ecke-Stellen der Fall. Das ist demütigend und für mich ein No Go. Das würde man mit keinem Erwachsenen machen. Mal ganz abgesehen davon, dass ein Kind im Alter von 1,5 Jahren nicht einmal versteht, warum es dort hingestellt wurde. Mit Erziehung hat das wohl eher nicht so viel zu tun, denke ich. LG Mia

  2. Schöne ehrliche Worte! Ich finde auch, es ist gut und wichtig Gefühle rauszulassen. Aber irgendwie gibt es auch beim Schreien „schreien“ und „schreien“. Ich habe kürzlich eine Mutter erlebt, die ihre Kinder auf eine dermaßen üble und aggressive Art angeschrieen hat, dass mir schon angst und bang wurde. Ich glaube und HOFFE bei mir hört sich das ein wenig anders an. Und danach muss eben auch wieder gut sein. Eine Nachbarin von mir schreit (so glaube ich) ihren Sohn nie an und ich fragte mich oft „Wie verdammt macht sie das bloß?“ tja und kürzlich habe ich sie das auch mal gefragt, die Antwort „ich esse sehr SEHR viel Schokolade ;)“

    • Ja klar, es gibt verscheiden Arten von Schreien. Verletzendes kann man nicht einfach so wieder zurücknehmen. Seinem Ärger laut Luft zu machen, ohne dass man dabei die Person angreift, finde ich aber okay. Leider muss ich zugeben, dass mir manchmal allerdings auch Sätze herausrutschen, die ich besser nicht gesagt hätte. Größtenteils dürften die aber durch das Wiederholen Liebeserklärungen, die ich mir von morgens bis abends nicht verkneifen kann, neutralisiert werden ;-). LG Mia

  3. Yvonne Sitte

    Liebe Mia, dubkannst sehr stolz auf Dich sein. Du hast zwei wundervolle Kinder ( bekomme ich übrigens auch sehr oft gesagt, wo ich dann frage ob sie ganz sicher sind das sie von.meinen kindern resen) und ich finde auch, das auch wir mamas ein recht haben unsere Gefühle zuzeigen auch unseren Kindern gegebüber. Ich finde deinen Blog so toll, weil es einem zeigt das man nicht alleine bestimmte Situationen durchlebt 🙂

    • Danke, Yvonne, und das kann ich nur zurück geben. Deine beiden sind so zuckersüß (auch wenn man das zum Großen bestimmt nicht mehr sagen darf…) LG Mia

  4. Herrlich:) ich hasse auch Elternabende!!!
    Und in der Grundschule sind die noch schlimmer, mach dich darauf gefasst, oder sehe zu, das dein Mann die Termine wahrnehmen kann:)
    Diese unsinnigen, fruchtlosen Diskussionen…brrrrr
    Meine 3. Tochter kommt jetzt in den Kindergarten und ich bin wirklich am überlegen, ob ich zum ersten mal in meinem Leben, einen Elternabend schwänze!

    ganz liebe Grüße
    Simone

  5. Vielleicht hat das auch etwas mit diesen doofen Stereotypen zu tun? Ihr wisst schon: Mütter sind die lieben, die ihre Kinder beschützen und ihnen (fast) alles durchgehen lassen. Väter hingegen sind die bösen, die das Geld für die Familie verdienen, die laut mit den Kindern schimpfen, sie auch mal anschreien und die harte Sanktionen verhängen.

  6. Ich will mich Julia nur allzu gerne anschließen; ich finde, es geht doch vor allem darum, authentisch zu sein.

    Gerade heute habe ich zweien meiner Kinder keine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen, sondern sie so in ihre Betten gesteckt. Weil sie mich so wahnsinnig genervt haben. Weil sie alles andere gemacht haben, als endlich Zähne zu putzen, und die die Kissenschlacht in eines der Kinderzimmer zu verlegen.

    Wenn meine sorgfältig gefaltete Wäsche Opfer einer solchen Schlacht wird, – Grrrrrrr.

    Später bin ich durch die Zimmer gegangen und habe ihnen erklärt, warum ich so sauer war und dass das aber nichts mit meiner Liebe zu ihnen zu tun hat.

    Irgendwie denke ich, dass solche ätzenden Abende auch wichtig sind; wie sollen sie denn sonst lernen, dass Mütterchen auch ihre Grenzen hat, dass Streit zum Leben dazugehört und wie man solche unguten Situationen auch wieder beenden kann?

    P.S. Ich bin bisher zweimal (heimlich und leise) gefragt worden, ob ich denn auch manchmal … Klar, habe ich gesagt, und dann stellt man fest, dass überall nur mit warmem Wasser gekocht wird.

    Vielen Dank für den schönen Artikel,
    liebe Grüße,

    Mara

  7. Ich habe für mich persönlich die Erfahrung gemacht, das ich meistens gar nicht laut werden muss, um unsere beiden „Terroristen“ zur Räson zu bringen. Die beiden sind mittlerweile so gut, das sie wissen, was die Uhr geschlagen hat, sobald Papas Stimme anfängt fester/ernst zu werden. Ein ernstes „Nein!“ reicht dann in aller Regel völlig aus. Angeschrien habe ich meine Kinder aber leider auch schon, wenn sie partout nicht hören wollten. Aber das kann man an einer Hand abzählen, wie oft das war.

    Das ich ohne Schreien auskomme, kann natürlich auch daran liegen, das ich von Natur aus schon eine tiefere Stimme, wegen der ich nicht in den Schul-Chor durfte, habe und deshalb das mit der väterlichen Autorität bei mir irgendwie besser klappt, als bei meiner Frau.

  8. Liebe Mia,
    vielen Dank, dass du für deinen heutigen Blog dieses Thema gewählt hast. Ich finde es sehr wichtig, dass wir endlich von diesem Perfektionswahn wegkommen. Das bringt uns nichts außer Magengeschwüren und Burnout. Ich finde es ja auch traurig, dass es bei uns oft nur funktioniert, wenn ich laut werde. Aber so ist es nun mal. Und dafür schäme ich mich nicht. Ich bin ein Mensch, kein Mamiroboter. Ich bin keine Diplom-Psychologin sondern eine ganz normal Frau, die ihre Familie liebt und ihr Bestes gibt. Und wo wir schon mal dabei sind: ich bin auch keine Landschaftsgärtnerin, Innenarchitektin oder Hauswirtschafterin. Ja, ich putze unser Haus, aber ich werde auch richtig sauer, wenn ein halbes Dutzend schmutzige Turnschuhe meine Arbeit mit Füßen tritt. Und diese Reaktion empfinde ich als sehr normal. Nicht normal fände ich es, nach solch einem Attentat lächelnd die Toffifee-Packung zu ziehen und den „kleinen Rabauken“ liebevoll durch die Haare zu wuscheln.
    Liebe Grüße,
    Maxi

  9. Liebe Mia, du sprichst mir so oft aus der Seele! Aber über diesen Eintrag musste ich wirklich lange nachdenken. Warum spreche ich ungern über meine Fehltritte in der Erziehung? Warum hab ich letztens im Mama- Café nicht erzählt, dass ich meinen Kleinen 3 mal hintereinander ihn anbrüllend ins Zimmer geschickt habe? Normalerweise finde ich das falsch, einjährige Kinder allein ins Zimmer zu schicken, und genau das ist der Punkt. Eine Bekannte dort macht das täglich, egal ob der Kleine ausflippt, weint, nervt oder was runter schmeißt, er bekommt eine Auszeit im dunklen Zimmer. Ich finde das so grausam und traurig, dass ich sie nicht mit meiner Aussage „ich mache das auch“ unterstützen will. Ich will nicht, dass mir Jemand auf die Schultern klopft mit den Worten „das ist doch normal, das mach ich ständig“… In meiner Situation fand ich das angebracht, ich wusste mir in dem Moment nicht mehr zu helfen, aber es soll keine Normalität werden, ich hätte es sicher auch anders lösen können, genauso wie laut werden und richtig schimpfen, könnte man vermeiden. Da wir aber Mamas mit Leib und Seele, Hingabe und Schlafmangel authentisch sind und sein wollen, flippen wir manchmal aus. Jedoch gibt es so viele, die brüllen und bestrafen, ohne schlechtes Gewissen. Das möchte ich nicht, ich will mein Kind nach einem Streit in den Arm nehmen und mir vornehmen, nächstes mal geduldiger zu sein. Deshalb finde ich es falsch, dies locker flockig am Elternabend zu erzählen, um auch nicht anderen Eltern den Eindruck zu ermitteln, das Fehltritte völlig okey sind. Sie sind menschlich, aber das soll kein Freilos sein…

    • Ja, absolut, ein sehr schöner und wichtiger Aspekt dieses Themas! Als Eltern (gerade von sehr kleinen Kindern) müssen wir uns schon darüber im Klaren sein, dass wir für das Wohlergehen der Kinder verantwortlich sind und über den Konflikten stehen. Wutzwergen und Trotzköpfen gegenüber die Ruhe zu bewahren ist selbstverständlich. Es gelingt aber nicht immer- und DAS finde ich okay. Dass das nicht die Normalität sein darf, sollte nicht extra erwähnt werden müssen. LG Mia

      • Genau so ging es mir auch. Als Mensch passieren mir am laufenden Band Fehler, auch im Umgang mit meinen Kindern. Aber nicht mehr und nicht weniger als im Umgang mit anderen Menschen. Gerade durch die Verantwortung den Kindern gegenüber finde ich es allerdings auch nicht unbedenklich, solche Fehler nebenbei zu erwähnen. Dabei kommt es allerdings sehr darauf an, wie etwas erwähnt wird. Am Kontext und Tonfall kann man erst erkennen, ob das Gegenüber den Fehler als typische „Charakterschwäche“ empfindet oder eher als normale Handlung, die eben dazu gehört.
        Ich persönlich neige auch eher dazu in vertrautem Umfeld alle Gefühle zu zeigen. Ich kann stinksauer werden, ergriffen sein (seit den Kindern noch mehr) und auch so froh, dass mein Umfeld mit mir lacht. Im Umgang mit den Kindern habe ich dann gelernt, meine Wut auf andere Weise auszudrücken. Ich schimpfe nicht, sondern sage eher „ich bin stinksauer, dass das ihr die ganze Seife im Bad verteilt habt.“ Damit kann auch unsere Jüngste mit 2,5 schon viel anfangen. Als Nebeneffekt hat das auch dazu geführt, dass die Kinder es mir gleich tun. Sie benennen ihre Gefühle und so sagte auch die kleine Schwester zum Großen heute:“Stinksauer bin ich, du mein Lego gemopst“ 🙂

        Ach, es ist wunderschön mit Menschen, die intensiv empfinden, wenn sie es auch ausdrücken können. Viel besser als mit unterdrückter Wut 😉

  10. Oh Mia, ein wunderbarer Artikel. Ich liebe die Ehrlichkeit. Und natürlich hast Du vollkommen Recht, dieser vorgespielte Perfektionismus sollte und muss gar nicht sein. Wird sind alle nur Menschen und jedeR macht eben auch Fehler. Wichtig ist nur, dass das nicht den Standard-Alltag füllt.

    Alles Liebe,
    die Alltagsheldin

  11. liebe mia,
    wie deine kinder dich kennen – ein nebensatz, aber ein so wichtiger! – solange wir authentisch sind und auch unseren kindern gegenüber unsere gefühle wie ärger und auch traurigkeit (angemessen) zeigen, kennen sich unsere kinder mit uns auch aus. ich bin auch mal draußen im allgemeinen garten laut, wenn’s sein muss, und halte wenig davon, mein kind lächelnd an der hand zu nehmen, mit ihm lächelnd nach hause zu wandern unbd erst hinter verschlossener türe und geschlossenen fenstern damit rauszuplatzen, dass mich etwas ärgert. meist kommt so ein verspätetes vorher überspieltes rausplatzen so plötzlich und unerwartet für das kind, dass es damit überhaupt nichts anzufangen weiß,… ich denke, vor lauter „das tut man nicht als gute mama, wer weiß, was die anderen davon halten“ machen wir mehr „falsch“, als wenn wir einfach bei uns bleiben und aus dem bauch heraus reagieren – vorausgesetzt es bleibt im „rahmen“.
    lieben gruß
    dania

  12. Toller Beitrag. Ich mag auch am liebsten Mütter, die gar nicht so tun als würden sie alles perfekt machen, und zwar jeden Tag. Denn ich weiss, dass das ein Ding der Unmöglichkeit ist und naja, da es ja alle wissen ist es irgendwie angeberisch, wenn jemand so tut als wäre sie diejenige, die das könnte.

    Ich habe vor einer Weile mal ein Blog gelesen, da wurde erklärt, warum es für Kinder sogar schlecht wäre, wenn sie „perfekte“ Eltern hätten, so wie sie in unseren Köpfen aussehen. Diese Kinder stünden doch unter einem wahnsinnigen Druck eben auch perfekt zu sein. Wie sollten sie denn lernen, dass man auch mal nen schlechten Tag haben kann, man mal traurig oder gereizt ist. Wie sollen sie diese Gefühle regulieren lernen, wenn sie sie bei Mama und Papa nie sehen? Die Kinder müssen Authentizität lernen und was „normal“ ist, nicht was „am besten ins Bilderbuch passen würde“.

    Ich find diese Einstellung super. Ich sag der Perle auch manchmal „sorry, Mama hat nicht so einen guten Tag.“ Sie soll lernen, dass man auch mal falsch reagiert, sich dann aber entschuldigt und darüber reden sollte. Viel besser als ständig eine Rolle zu spielen. Und gesünder.

  13. Liebe Maxi,
    ich bin Psychologin und trotzdem eine stinknormale Mutter mit unzähligen Fehlern. Ich relflektiere mich viel,und auch darauf kommt es an. Von erfahrungen profitieren und einfach nur in einem neuen bewusstsein die nächste situation angehen. Das ist immerhin ein versuch in richtung perfektion. Sich bei zwergen entschuldigen zu können sollte genauso wichtig sein wie bei Erwachsenen. Eigene gefuhle erklären ebenfalls. Nur so entwickeln sie empathie die ganz vielen menschen da draussen leider fehlt…

  14. Liebe Mia,

    ich bin auch ein totaler Befürworter für ehrliche Worte, ganz besonders Gespräch unter (vertrauten) Müttern. Was nützt es, sich gegenseitig alles toll, alles super mitzuteilen und daheim sitzt man dann da und weiß im Umgang mit dem eigenen Kind nicht mehr weiter. Leider ist daran auch die Freundschaft zu meiner damals besten Freundin zerbrochen. Ich war immer ehrlich und habe oft gesagt „die Situation fand ich schwierig“, „da war Kind x anstrengend“, „hier habe ich vor Erschöpfung einfach nur geheult“ etc… Was kam von ihr? Auf jede Situation immer ein positives Gegenbeispiel, also bei uns ist das ja so, nein, so haben wir nie.. Zum Beispiel, ach ja, da haben die Kinder ein bisschen gequengelt, aber wir haben das mit einem Scherz überspielt und dann war alles ganz schnell vorbei. Ehrlich, ich glaub das einfach nicht, so viel Kraft kann keine Mutter haben. Gleichzeitig bin ich traurig, dass sie mir nicht die Wahrheit sagt, warum dieses Verstecken.

    Sorry, ich wollte Deinen Beitrag nicht „zujammern“, aber wenn ich so was lese, kommt es mir immer in den Sinn, wie schade ich den Verlust dieser Freundschaft finde.

    Liebe Grüße
    Claudia

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