Updates am laufenden Band. Mutterrolle 6.0

Maxi hatte gestern ein Spielplatzdate mit seinem liebsten, besten „Kackpups-Freund“ (fragt nicht!).

Wir Mamis hatten es uns auf einem sonnigen Plätzchen am Rande des Sandkastens gemütlich gemacht. Nun, gemütlich ist wohl nicht ganz richtig, aber sonnig war es und gesessen haben wir auch, und da die Kinder friedlich spielten, kam uns dieses 20 cm schmale Stückchen Sandkastenbegrenzung doch sehr gemütlich vor.

Ins Gespräch vertieft schoben wir uns den Inhalt der mitgebrachten Tupperdosen in den Mund und hatten es also sehr nett.

Dann war da plötzlich diese andere Mutter. Ihr Sohn wollte wohl nicht so, wie sie wollte und da hat sie mit ihm geschimpft und als er zurückschimpfte hat sie ihn einfach gepackt und hinter sich her gezogen.

„Warum schimpft die denn so?“, fragte ich absichtlich ein bißchen laut, denn ich fand ihr Verhalten ziemlich übertrieben.  Es war doch gerade alles so schön. Das Wetter war schön, die Kinder spielten schön, wir unterhielten uns schön- kein Grund so ungeduldig zu werden. Warum spricht die Frau nicht mit ihrem Kind? Sie muss es ihm doch nur erklären! Was´n das für eine?!

Krchps, machte der Keks in meinem Mund. Dabei wollte ich doch eigentlich nie auf einem Spielplatz rumkrchpseln. Und mit dem nächsten Krchps musste ich zugeben, dass ich wohl auch nicht ganz die Mutter war, die ich mir vorgestellt hatte zu sein.

Ich wollte eine Mutter von netten, wohlerzogenen Kindern werden. Das gedachte ich dadurch zu erreichen, dass ich meinerseits immer sehr nett und freundlich zu meinen Kindern sein wollte. Auf diese Weise gewertschätzt und verstanden würden meine Kinder mir ein einziger Quell der Freude sein. Nichts gegen meine Jungs, aber der Plan ist nicht ganz aufgegangen.

Ich wollte außerdem immer cool bleiben. Über eine zerbrochene Scheibe muss man sich ja nicht gleich aufregen und  so einen Teller kann man doch ersetzen. Nachdem in diesem Hause vom Waschbecken über die Türklinken bis zum Glasschrank fast nichts mehr unversehrt ist, hat meine Coolness ein bißchen gelitten.

Nie wollte ich so eine Mutter werden, die auf dem Spielplatz immer etwas zu Essen dabei hat. Die Kinder verhungern wohl nicht, wenn sie in den 3 Stunden zwischen Kaffeeklatsch und Abendessen mal nichts zu essen bekommen, dachte ich, aber da ahnte ich ja auch noch nichts von Minis Appetit.

Und da saß ich nun mit meiner Tupperdose. Irgendwo zwischen den anderen Müttern, die das belächeln und denjenigen, die einen gesünderen Inhalt bevorzugen würden, hatte ich mich eingereiht.

Es ist nämlich so, dass meine Mutterrolle im Laufe der Jahre doch einige Updates erfahren hat.

Erst war der Sohn so klein und niedlich und alle größeren Kinder schienen mir so schlecht erzogen. Heute lebe ich in einer Welt voller Trotzanfälle und Liebeserklärungen, die mit „Kack-“ beginnen.

Andere Mütter schienen mir manchmal so kopflos- heute habe ich zwei Kinder und bin froh, wenn wir alle vollständig bekleidet aus dem Haus gehen (nur vollständig, nicht sauber).

Als ich nur ein Kind hatte, hatte ich alle Zeit der Welt, dem Maxi Dinge zu erklären. Heute muss es manchmal einfach schnell gehen.

Neben meiner eigenen Mutterrolle hat auch die Sicht auf andere Mütter in den letzten Jahren ein paar Updates bekommen. Das liegt daran, dass ich im Laufe von Elternzeiten, Berufstätigkeiten, steigender Kinderzahl, wachsendem Argumentationsvermögen des Maxi und schwindendem eigenen Nervenkostüm viel mehr Einsichten in all die Zwänge erhalten habe, in die Mütter im Alltag so geraten können.

Ich weiß ja nicht, was diese Mutter, die so ungeduldig mit ihrem Sohn war, an diesem Tag schon alles hinter und vielleicht noch vor sich hatte.  Wahrscheinlich war ich unfair zu ihr. Am liebsten hätte ich ihr einen Keks aus meiner Tupperdose angeboten. Aber wer weiß, was sie dann von mir gedacht hätte!

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Ein Kinderwunsch

Liebe Tanja,

vielen Dank für Deinen wunderschönen Kommentar auf meinem Blog. Als ich ihn las, kamen mir die Tränen. Später habe ich ihn nochmal gelesen und wieder rührten Deine Worte mich zu Tränen. Deine Worte gehen direkt ins Herz und dabei wählst Du keine dramatischen Worte, vielmehr schreibst Du so lustig, so unterhaltsam.

Warum berühren Deine Worte mich so sehr, habe ich mich den ganzen Tag gefragt, und die Antwort ist: Weil sie so echt sind, und weil sie eben mitten aus Deinem Herzen kommen.

Du wünschst Dir ein Kind. Das Gefühl kennen die meisten, die hier mitlesen. Ich weiß noch, wie beherrschend mein Kinderwunsch vor zwei Jahren für mich war. Deine Worte bringen mir das Gefühl jetzt zurück.

Anscheinend hattest Du andere Pläne. Du schreibst von einem Studium. Vielleicht wolltest Du es erst beenden, bevor Du Mutter wirst. Vielleicht sagt Deine Vernunft, es ist noch zu früh. Vielleicht raten Dir sogar Freunde, Eltern, Geschwister ab. Das alles spielt keine Rolle: Du hast Dich entschieden, Du willst es JETZT!

Zwischen Trotzphasen, Müdigkeit, Rückenschmerzen und allem was meine Söhne gerade so mit sich bringen, rückt Dein Beitrag mal eben alles wieder an die richtige Stelle. Ja, verdammt, sie sind so anstrengend und ja verdammt, im Moment kämpfe ich nach mittlerweile 14 Monaten Auszeit vom Job mit einer Unausgeglichenheit, ja Unzufriedenheit, die ich nicht erwartet habe, aber in Deinen Worten liegt so klar, worum es eigentlich geht: Um kleine Wunder nämlich und das Glück sie zu erfahren.

Der Zeitpunkt erscheint Dir vielleicht nicht perfekt, aber weißt Du was? Es gibt den perfekten Zeitpunkt nicht. Oder positiv ausgedrückt: Jeder Zeitpunkt ist so gut wie der andere. Dein Leben wird sich ändern, ganz egal, was Du planst. Kinder halten sich nicht an Pläne. Und wenn ein Arbeitgeber es Dir übel nimmt, dass du ausfällst, dann wird er das nach sieben Jahren zuverlässigstem Einsatz genauso, wie in der Probezeit. Du wirst neue Lösungen finden müssen, nicht nur für Deinen Beruf. Wenn Du Dir ein Baby jetzt so sehr wünschst, ist der Zeitpunkt perfekt.

Wir kennen uns nicht. Wir haben uns nie getroffen, nie miteinander kommuniziert, und doch freue ich mich wie verrückt mit Dir auf das, was da kommt. Weil Mutter zu werden und zu sein für mich das schönste auf der Welt ist und ich jeder Frau, die den Wunsch danach verspürt, wünsche, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht.

Ich wünsche Dir, dass Du das, was da kommt genießen kannst. In erster Linie wünsche ich Dir, dass Dein Wunsch sich schnell erfüllt, aber ich hoffe, dass Du auch die Zeit des Wartens genießen kannst, falls es nicht so schnell geht, denn auch das sehnsüchtige Warten auf ein Kind ist schön- wenn sich der Wunsch dann erfüllt.

Bald wirst Du hoffentlich Dein Baby im Arm halten. Und dann wirst Du es vielleicht genauso erstaunt ansehen, wie ich meine Kinder so oft.  Mein Mann und ich haben uns immer einen Maxi gewünscht, das wussten wir schon, bevor wir geheiratet haben. Manchmal sehe ich den Maxi an und denke: Und das ist jetzt dieses Kind, das wir uns gewünscht haben. Vor vier Jahren war es nur eine Idee, und von allen diesen Kindern, die theoretisch hätten zu uns kommen können, ist genau dieses nun also die Erfüllung dieses Wunsches. Dieser wissbegierige kleine Mann, der so dünn ist, dass er sich beim Rennen immer die Hose festhalten muss, der gerne Rockmusik hört- aber nicht so laut- und der sich im Schlaf immer die Socken auszieht, das ist unser Wunschkind! Immer wieder finde ich das faszinierend, dass wir einfach dieses Kind in die Welt gesetzt haben.

Dein Wunsch verdeutlicht mir übrigens auch, dass ich diesen Wunsch nicht mehr verspüre. Ich kenne das Gefühl, das Du gerade hast, ich habe es zweimal erlebt. Ich wußte einfach, dass ich schwanger werden MUSS. Der Wunsch war mächtig und beherrschend. So ist das heute nicht mehr.  Ich wäre gerne nochmal schwanger und ich fände es schön, noch ein Kind zu haben, aber diese Gewissheit, dass da noch jemand zu uns kommen möchte, die verspüre ich heute nicht mehr, das ist mir jetzt klar.

Liebe Tanja, danke, dass Du Deine Entscheidung mit uns teilst! Dass meiner und andere Mama Blogs Dich in dieser Entscheidung bestärkt haben, ist für mich das schönste Kompliment.

Ich hoffe, dass Du noch oft von Dir hören lässt. Ich drücke Dir die Daumen und ich glaube, das tun alle meine Leser auch!

Herzliche Grüße

Deine Mia

 

Woher kommen die Tomaten? Ein Gemüsebeet für Maxis Kita

Über seinen Kita Alltag schweigt sich der Maxi in allerbester Männermanier beharrlich aus. Mehr als einmal habe ich mir gewünscht, in der Kita für einen Tag Mäuschen spielen zu dürfen.

Zum Glück bin ich Bloggerin, denn so konnte ich den Maxi jetzt endlich mal beobachten. Die Edeka Stiftung hat der Kita nämlich ein Hochbeet spendiert und ich war dabei, um Euch hier davon erzählen zu können.

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„Normalerweise machen wir das mit acht, maximal zehn Kindern“, erklären mir  die beiden Männer der Edeka Stiftung und blicken anfangs etwas beunruhigt auf die 20 kleine Gärtner. Die sind ihrerseits ziemlich skeptisch- kein Wunder, schließlich geht es um Gemüse!

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Jedes Kind bekommt eine eigene kleine Gärtnerschürze- und schon ist das Eis gebrochen.

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Wie fühlt sich Erde eigentlich an? Und wie riecht sie? „Nach Pferdemist“, finden die Kinder und alle Erwachsenen lachen-aber es stimmt, die Erde ist gedüngt.

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Und dann geht es endlich an Einpflanzen. Aber was sind das eigentlich alles für Pflanzen? Manches erkennen fast alle Kinder sofort. Den Spinat kannte in dieser Form allerdings keiner!

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Bevor die Radiesschensamen gesät wurden, hat einer der Männer mit der Hand eine Furche in die Erde gezogen. Seine Hand sollte dabei ein Traktor sein und die Kinder sollten die Geräusche des Traktors dazu machen. „Je ländlicher die Kita, umso lauter machen die Kinder den Traktor“, erzählt der Mann lachend. Unsere Kinder waren, nun ja, mittelmässig laut 🙂 (Hier unten links übrigens der Maxi)

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Und was fehlt jetzt noch? Richtig! Wasser! Zum Gießen bekam jeder Gärtner eine eigene Gießkanne. Dieser kleine Gärtner hier hatte daran die allergrößte Freude und hat sich immer wieder hinten angestellt.

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Um zu Hause noch einmal alles nachzulesen, was die Kinder heute über Gemüse und Gärtnern gelernt haben, gab es am Ende noch für jedes Kind ein tolles Bilderbuch, inklusive einer CD mit einem Hörspiel und vielen Liedern zum Thema.

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Und der Maxi? Der war die ganze Zeit über sehr still und zurückhaltend- wie immer, wenn es etwas Neues gibt. Wenn ich mehr über Maxis Kita-Alltag wissen möchte, muss ich mir also etwas Anderes ausdenken…

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung der EDEKA Stiftung.

Die EDEKA Stiftung hat das Projekt „Gemüsebeete für Kids“ übrigens bereits 2008 gestartet.  Allein in diesem Jahr erreichte die Initiative rund 120.000 Kinder in 810 Städten und Gemeinden. Von der EDEKA Stiftung mit Hochbeeten, Erde, Saatgut und Setzlingen ausgestattet, lernen die Kinder nicht nur, woher das Gemüse kommt. Mit der Verantwortung für die Beete und das Gedeihen der Pflanzen wächst zudem die Wahrnehmung für die Wertigkeit von Lebensmitteln. Sie erfahren auch, wie gut Gemüse und Salat schmecken und werden so erlebnisorientiert und mit viel Spaß an gesunde Ernährung herangeführt. Den Kindern wird zudem altersgerecht vermittelt, dass sie mit ihrer Ernährung auch Verantwortung für sich selbst übernehmen.

Was mir (und der Kita) besonders gut gefällt: Die Erst- oder Wiederbepflanzung der Beete in den Kindergärten wird von geschulten Mitarbeitern der EDEKA Stiftung begleitet. Für den erfolgreichen Verlauf des Projektes vor Ort hat sich zudem die Unterstützung durch EDEKA-Kaufleute bewährt: Sie übernehmen die Projektpatenschaften für eine oder teils auch mehrere Kitas und stehen Kindern und Erziehern ab Beginn der Anpflanzung mit Rat und Tat zur Seite. In der Praxis bedeutet dies beispielsweise, während Ferienzeiten das regelmäßige Gießen der Beete sicherzustellen oder bei der schmackhaften Zubereitung der Ernte zu unterstützen.

 Für dieses Jahr kann man sich leider nicht mehr bewerben, aber vielleicht ist ja im nächsten Jahr auch Eure Kita dabei, wenn die EDEKA Stiftung neue Hochbeete bepflanzt.

 

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Mias Must Haves: Ein Freundebuch für kleinere Kita-Kinder

Schon zu Weihnachten hat der Maxi von seiner Großtante dieses absolut hinreißende Freundebuch bekommen.

Und seitdem liegt es im Schrank. Es gibt da nämlich ein Problem:

Der Maxi ist (noch) kein Freund von Freundebüchern. Die Vorstellung, dass er sein Buch anderen Kindern überlässt, damit die da etwas hineinschreiben ist für ihn schrecklich. Man schreibt schließlich nicht in Bücher! Dann sind sie ja quasi kaputt!

Seit sechs Monaten habe ich immer wieder zaghafte Versuche gemacht, mit ihm wenigstens mal die erste Seite, die ja für ihn reserviert ist, auszufüllen. Jedes Mal, wenn er von jemandem ein Freundebuch zum Ausfüllen erhielt, habe ich mit seinem eigenen gewunken- aber keine Chance.

Bis zum Pfingstwochenende. Da hat er plötzlich gemeint: „Okay“, ist aufgesprungen und hat sein Freundebuch geholt.

Ich liebe dieses Buch. Es ist so gestaltet, dass auch kleine Kinder es mit nur wenig Hilfe ausfüllen können, denn man muss nur ankreuzen, was man schon kann, oder Dinge in seinen Lieblingsfarben ausmalen. Außerdem fehlen diese Fragen, die ich immer blöd finde, weil Kinder sie sowieso in jeder Minute anders beantworten.

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Das i-Tüpfelchen dieses Buches ist eine Tasche, mit der man das Buch bei seinen Kita-Kollegen an den Garderobenhaken hängen kann- mit ganz klarer Botschaft! Mami spart sich also diese ewigen Klebezettel…

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Dieses Buch ist von Cherry Picking, einem Shop für Stoffe, Nähutensilien und Papeterie und Ihr findet es hier: klick! 

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Da fehlt doch was: Wie man jeden Erziehungstipp ergänzen sollte

Ich lese gerne Erziehungstipps. Ich meine nicht, dass ich mir dazu (viele) Bücher kaufe, aber ich bleibe immer an den Artikeln in Zeitschriften und auf anderen Blogs hängen und freue mich über die immer wieder in Zeitungen auftauchenden Interviews mit Jesper Juul.

Ich kann mich sehr für die guten Tipps begeistern, die man überall so zu lesen bekommt. Erst letzte Woche habe ich total entzückt den Blogpost von Uta (Wer ist eigentlich dran mit Katzenklo) auf meiner Facebookseite geteilt. Das klingt alles immer so einfach. Ja, genau so muss man das machen, dachte ich. Genau so wollte ICH mich in meiner nächsten Mutter-Challenge verhalten und freute mich fast auf Maxis nächsten Ausraster, damit ich es schnell ausprobieren kann. Schließlich wird man ja nicht zu einem guten Koch, indem man die Kochbücher nur liest, ne!

Maxi zeigte sich sehr kooperativ und gab mir schon am nächsten Morgen  freundlicherweise eine Chance: Er wollte mal wieder mit den geliebten gefütterten Gummistiefeln in die Kita ziehen. An diesem Punkt endete Maxis Kooperationsbereitschaft dann aber auch. Aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen wagte ich, einen Einwand zu erheben und schon hatte ich das schreiende Kind vor mir, auf das ich gewartet hatte. 

Ohne die Einzelheiten meiner erzieherischen Verzweiflungstaten an dieser Stelle vertiefen zu wollen: Es hat nicht funktioniert. GAR NICHTS hat funktioniert.

Mit den Erziehungstipps ist es nämlich so: Sie alle haben eine gemeinsame Schwachstelle: Sie enden da, wo unsere Kinder einsetzen.

Das Schema von Erziehungsratgebern ist immer das:

Beispielsituation -> Sehr kluge Reaktion des Erziehungsberechtigten -> ENDE

Die Realität ist sieht eher so aus:

Beispielsituation -> Sehr kluge Reaktion des Erziehungsberechtigten -> Beispielsituation hält an -> Weitere sehr kluge Reaktionen des Erziehungsberechtigten -> Beispielsituation verschärft sich -> Immer noch ziemlich kluge Reaktion des Erziehungsberechtigten -> Kind wird lauter -> Leicht genervter Unterton in der ansonsten sehr klugen Reaktion des Erziehungsberechtigten -> Kind hat bislang keine der sehr klugen Reaktionen mitbekommen -> ErziehungsberechtigterschlägtsichwirklichtapferaberirgendwannistjaauchmalSchluss -> Eskalation (auf beiden Seiten)!

Kein Ratgeber/Tipp/Methode/Theorie/ wird jemals bewirken, dass der Maxi einen seiner (im übrigen für sein Alter total normalen) Wutanfälle unterbricht und sagt: „Ach so, das wußte ich ja nicht. Dann machen wir es so, Mama!“

Ich schätze, kein Erziehungsratgeber nimmt für sich in Anspruch, die vielen nervenaufreibenden Situationen mit trotzenden/übermüdeten/reizüberfluteten/…(hier zutreffendes Adjektiv einfügen) Kindern mit einem einfachen Patentrezept aufzulösen. (Das denke ich nur immer, denn ich falle gerne auf die vielversprechenden Überschriften herein. Das Prinzip sollte mir eigentlich von den vielen Frauenzeitschriften bekannt sein, die mit „50 neue Frisuren für jede Haarlänge“ oder „Die schönsten 30 Frisuren für jeden Typ“ werben. Ich kaufe die immer! Von den schätzungsweise 3476 Frisuren, die ich mir auf diese Weise angeschaut habe, waren bislang genau Null für mich dabei!)

Erziehung

Erziehungsratgeber können jedenfalls aus meine Sicht keiner Patentrezepte liefern, aber ein Verständnis der Eltern für ihre Kinder erleichtern und so die Grundstimmung in der Familie positiv beeinflussen. Das hilft zwar in der Situation nicht immer weiter, aber deswegen lese ich sie doch gerne.

Ich bin allerdings dafür, dass alle Beispielsituationen in sämtlichen Erziehungsratgebern überarbeitet werden: Nachdem die Erziehungsberechtigten ihren sehr klugen Satz abgelassen haben, ist ja das Kind wieder dran und dann wieder die Erziehungsberechtigten und dann wieder das Kind und dann wieder … 

Deswegen könnten Jesper Juul und Kollegen das ja vielleicht demnächst so machen:

Beispielsituation

Kind sagt…

Mutter/Vater sagt…

Kind sagt…

Und jetzt kommt die Ergänzung:

Mutter/Vater: OMMMMMM 

Passt immer!

Die gefütterten Gummistiefel habe ich im Keller versteckt, als der Maxi in der Kita war. Dafür möchte er neuerdings nicht mehr baden. Versucht mal, das wertschätzend aber in der Sache konsequent zu lösen. Wie das funktioniert, dürfte Jesper Juul bis nach Dänemark hören können.

Ich sach nur: OMMMMMM! 

Und was sind Eure „Ommmm-Situationen“?

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Für kleine Leseratten: Unsere Lieblings-Kinderbücher

Es gibt zwei Dinge, die mich beinahe gleichermaßen glücklich machen: Lesen und Schreiben.

Deswegen freue ich mich, dass der Maxi ebenfalls so ein Bücherfan ist. Wenn wir ein Buch zwei Mal gelesen haben, kennt er es auswendig und überrascht uns im Alltag ganz plötzlich hier und da mit Details aus irgendeinem Buch. Wenn er ein Wort nicht kennt, fragt er uns, was es bedeutet: „Mama, was ist `Federvieh`?“

Maxi ist mit 3,5 Jahren in einem Alter, in dem Bilderbücher oft zu wenig Text haben, aber viele andere Bücher doch noch zu textlastig sind

Bei der letzten Buchausstellung in unserer Kita habe ich mich ein bißchen beraten lassen und dann einen ordentlichen Stapel an Büchern für Maxis Alter bestellt. Nun sind sie endlich da, und das hier sind meine Favoriten:

 

Der kleine Drache Kokosnuss

Das Buch heißt schon im Untertitel: Ein Vorlese-Bilderbuch und genau das ist es auch; eine gute Mischung aus Bildern und Geschichten. Für Kinder, die sich noch gerne mit den Bildern beschäftigen und sich nicht so aufmerksam auf den Text konzentrieren können, sind es anfangs ein paar Bilder zu wenig. Bei uns war es so, dass der Maxi kaum abwarten konnte, auf die nächste Seite, und damit das nächste Bild zu blättern. Nachdem er die Geschichten aber einmal gehört hatte, kann er sich nun super auf den Text konzentrieren und sehr lange ein kleines Bild betrachten. Kokosnuss ist ein unbesiegbarer, sehr neugieriger Feuerdrache, der mit viel Erfindungsreichtum außergewöhnliche Abenteuer erlebt. Der kleine Drache Kokosnuss ist auch eines der Lieblingsbücher von meinem Mann und mir, denn es ist unterhaltsam geschrieben und sehr schön zu lesen. Und vor allem: Überhaupt nicht langweilig!

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Die kleine Spinne Widerlich

Die kleine Spinne Widerlich ist ein bißchen traurig und fragt sich, warum die Menschen Angst vor ihr haben. Auf der Suche nach einer Antwort fragt sie ihre ganze Spinnenfamilie, von Cousine Bella bis Tante Igitte. Meine Abneigung gegen Spinnen konnte die kleine Spinne Widerlich leider nicht heilen, aber es ist ein sehr schönes Buch mit einer guten Mischung an relativ viel Text, aber auch Bildern, auf denen es eine Menge zu sehen gibt.

 

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Auch Monster müssen schlafen

Den Grüffelo habt ihr sicher alle, oder? Dieses Buch arbeitet mit demselben Prinzip, dem Wonnegrusel. Kinder lieben diesen Nervenkitzel- sich ein bißchen zu gruseln, aber doch in Mamas oder Papas Arm zu wissen, dass einem nichts passieren kann. Das ist wohl vergleichbar mit Thrillern für Erwachsene. Wie auch beim Grüffelo geht dieses Buch natürlich gut aus und das mit viel Witz, wie ich finde.

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Pippi Langstrumpf und Bullerbü

Klar, die Bücher kennen wir alle. Es gibt von den Astrid Lindgren-Klassikern jedoch auch Bilderbuchversionen für kleinere Kinder. Eine Geschichte hat mit etwa 15 Minuten Vorlesezeit genau die richtige Länge für eine Gute-Nacht-Geschichte.

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Wenn Du einmal groß bist

Wenn ich Euch ein einziges Buch ans Herz legen dürfte, dann würde ich dieses wählen. Es ist eigentlich kein Buch, das man seinen Kindern vorliest. Dieses Buch ist meiner Meinung nach für die Mütter. Vor allem für Mütter von Töchtern, aber auch mich als Jungsmutter hat dieses Buch sofort so gepackt, dass ich nicht ohne es wieder nach Hause gehen konnte, deshalb steht es nun also auch bei uns. Es geht um das Erwachsenwerden, das Leben, die Liebe einer Mutter. Obwohl ich das Buch schon ganz oft gelesen habe, kommen mir jedes Mal wieder die Tränen der Rührung. Wirklich wahr! Kauft das Buch! Lasst Euch davon berühren. Schenkt es eines Tages Euren Töchtern. Oder Söhnen. Oder behaltet es einfach für Euch, aber es ist ein absolutes Must Have!

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Viel Spaß beim Vorlesen!

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Papakinder

Ich könnte hier in einem riesigen Topf mit Schokolade sitzen- es würde keinen interessieren.

Gut, die Nachbarn würden vielleicht gucken, mein Mann eventuell auch, aber die Jungs, die merken das nicht. Nicht so lange der Papa in der Nähe ist.

Beim Maxi begann es in unserem ersten Familienurlaub, da war er fünf Monate alt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Mann mir oft richtig Leid getan, weil der Maxi auf seinem Arm nur schrie. Er ließ sich vom Mann weder die Flasche geben, noch lange herumtragen, und schon gar nicht ins Bett bringen.

In diesem Urlaub haben sich die beiden ganz plötzlich gefunden und seit diesem Tag bin ich abgemeldet.

Der Mini gab mir Anfangs Anlass zu hoffen. Der war ein sehr anhängliches Baby und ich freute mich schon: Endlich ein Mamakind! Aber ich hab´s geahnt: Ich war nur die Nahrungsquelle: Kaum war er ein paar Monate alt, mutierte auch der Mini zum Papakind.

Der Papa ist hier der Superheld. Ich bin nur Personal.

Es hat zugegebenermaßen auch Vorteile: „Ich fürchte, da musst Du ran“,  kommentiere ich ohne die Zeitung zu senken das größte Geschrei am Sonntagmorgen.

„Er hat `Papa`gerufen“, sage ich, wenn der Maxi vom Klo her brüllt. Wenn der Papa zu Hause ist, bin ich raus. Ja, es gibt Schlimmeres.

Manchmal ist es allerdings schon ein bißchen verletzend. Es gibt Situationen, da stößt der Maxi mich richtig weg und verlangt nach seinem Papa. Neulich hat er sich auf dem Spielplatz ernsthaft so vorgestellt: „Ich heiße Maxi, ich wohne in Bonn und ich bin ein Papakind!“

Ich wurde schon gefragt: „Ist das normal?“

Joa, ich denke schon! Es ist extrem, aber normal. Die Gründe dafür sind vermutlich vielschichtig. Eine Rolle dürfte spielen, dass der Papa sehr viel arbeitet und deutlich weniger Zeit mit den Kindern verbringt als ich. Auch dass der Maxi sich ein männliches Vorbild sucht, ist eine Begründung. Er zieht auch den Opa der Oma vor und den Onkel der Tante.

Damit mein Mutterherz genügend Maxi abbekommt, muss ich mir immer etwas einfallen lassen. Besondere Maxi-Mama Sachen.

MaxMama

 

Das Gute an Kindern in Maxis Alter ist, dass sie sehr korrupt sind. Und das Besondere am Maxi ist, dass er sich über neue Klamotten freut. Also habe ich uns ein paar Partner-Outfits gekauft, und wenn wir Maxi-Mama-Sachen machen, sind wir schon rein optisch ein Team. Ein Highlight war, als wir gemeinsam im Kindertheater den Grüffelo angesehen haben. Aber auch gemeinsam eine Limonade in der Stadt trinken zu gehen ist eine super Maxi-Mama-Aktion. Außerdem kocht der Maxi genau so gerne wie ich, und so zaubern wir in der Küche, während für den Mini und den Papa der Zutritt verboten ist.

Ein Mamakind wird der Maxi wohl leider nicht mehr werden und beim Mini mache ich mir auch keine Hoffnungen mehr. Aber ich nehme, was ich kriegen kann und immerhin habe ich einen guten Grund gefunden, Klamotten zu kaufen.

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Diese beiden Partneroutfits sind übrigens vom schwedischen Modelabel Me&I. Für mich die einzige Firma, bei der es ausgefallene Partner-Outfits auch für Mütter und SÖHNE gibt.

Das Tiger T-Shirt habe ich schon im letzten Jahr gekauft, aber das Piraten-Shirt  ist aus der aktuellen Kollektion. Dieses (und ganz viele weitere wirklich tolle Outfits für Kinder und Frauen) könnt Ihr jetzt zum Schnäppchenpreis erstehen, denn ab morgen startet Me&I eine Sale-Aktion mit Rabatten bis zu 25%.

Und wie ist es bei Euch? Mamakinder oder Papakinder? Und besonders an die Mütter älterer Kinder: Hat sich das bei Euch auch nochmal geändert?

Ich wünsche Euch einen schönen Wochenstart!

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Dieser Beitrag entstand mit freundlicher Unterstützung von me&i