Ameisen, Gummibärchen und ein Ausflug in die Kinderklinik

Der Mini spielte im Sandkasten. Das macht er gern. Er isst dabei zwar regelmäßig große Mengen Sand, aber das stört weder ihn noch mich.

Maxi mähte mit seinem kleinen Rasenmäher den Rasen und diskutierte mit mir darüber, ob es nicht besser wäre, wenn er den großen Rasenmäher nehmen würde.

Plötzlich kam der Mini laut weinend und fast hektisch auf mich zu gekrabbelt. Ich nahm ihn auf den Arm und sah sofort: Überall Ameisen. Von oben bis unten krabbelte es auf dem armen Kind. Ich versuchte erst, die Ameisen von Gesicht und Hals zu verscheuchen, stellte dann fest, dass sie überall waren und zog ihm schnell die Jacke aus. Dann die Hose. Aber die Ameisen waren wirklich überall, also ging ich mit ihm Richtung Haus, um ihn komplett auszuziehen und von den Ameisen zu befreien. Als er so auf meinem Arm saß bemerkte ich eine weitere Ameise an seinem Hals und dann noch eine an seinem Ohr. Und während ich die Ameise am Hals entfernte, krabbelte die andere in das Ohr hinein. Ich zögerte kurz, weil ich so verdutzt war und schwupp- weg war sie.

Die Ameise war in Minis Ohr verschwunden!

Erst war ich nur erstaunt. Kurz darauf wütend: „Hey Du Ameise, komm sofort da raus!“ Aber sie kam nicht heraus, und da wurde ich nervös.

Der Mini reagierte eigentlich kaum. Er griff sich ans Ohr und schnaubte ein bißchen. Ich zog ihn um- weitere Ameisen fanden wir nicht. Dann tat ich, was man von einer Bloggerin erwartet: Ich nahm mein Handy und googelte „Ameisen Baby Ohr“.  Was ich fand will ich hier lieber nicht wiedergeben- ihr kennt das.

Nächster Versuch: Twitter!

„Sind Euren Kindern schonmal Ameisen ins Ohr gekrabbelt? Was macht man da? #followerpower

Die Antworten waren erheiternd, aber wenig hilfreich. Nur den Tipp mit dem Baden habe ich ausprobiert, aber die Ameise ließ sich nicht herausspülen.

Insekten in meinem Kind- das gefällt mir nicht. Da muss ein Arzt ran! An einem Freitagnachmittag heißt das: Kinderklinik. Wenn ich eines hasse, dann ist es, mit zwei Kindern stundenlang in der Kinderklinik warten zu müssen. Ich rief den Mann an. „Du musst nach Hause kommen, ich will nicht wieder alleine in die Klinik fahren!“ Brückentag sei dank: Er eilte!

Inzwischen war ich mir gar nicht mehr so sicher, ob ich eigentlich richtig gesehen hatte. Oder ob die Ameise inzwischen nicht vielleicht doch wieder herausgekrabbelt war- was soll die schließlich im Ohr?

Trotzdem fuhren wir in die Klinik, zumal der Maxi von dieser Idee ganz begeistert war und uns lang und breit und in Endlosschleife erzählte, ihm sei das ja auch mal passiert und er hätte damals auch ins Krankenhaus gemusst. Aha!

Warten, warten, warten, warten, gelangweilte Kinder, lauter werdenden Kinder, genervte Mia und Mann von Mia- ich überspringe diesen Teil mal.

Die junge Kinderärztin sah uns einen Moment lang so an, als würde sie sagen wollen: „Ist das hier verstehen Sie Spaß?“ Dann nahm sie ihr Otoskop und schaute erst in Minis rechtes Ohr. „Ein schönes Ohr ist das, und da ist überhaupt keine Ameise.“ Der Unterton war immer noch belustigt.

Dann schaute sie in das linke Ohr. „Huch!!“ Sie fuhr erschrocken zurück. „Oh, nein,“ dachte ich bei mir, „es ist noch schlimmer. Es ist irgendein riesiges, giftiges Vieh, das da im Ohr meines Sohnes sitzt!“

Die Ärztin beugte sich wieder vor und schaute in Minis Ohr: „Äh, da sitzt tatsächlich eine Ameise. Durch die Vergrößerung sieht das so riesig aus!“  Ach so! Mir fällt ein Stein vom Herzen.

Und nun?

Die Ärztin überlegt ein bißchen, dann beschließt sie, es mit einer Mini Pinzette zu versuchen. Aber alles, was sie aus Minis Ohr holt, ist Knös. Ich bin etwas peinlich berührt.

„Die scheint sich sehr wohl zu fühlen“, sagt die Ärztin. Toll! Eine Ameise hat sich ihre Wohnung im Ohr meines Sohnes eingerichtet. Die Ärztin ist wirklich belustigt: „Das gibt´s doch nicht! Die sitzt da und putzt sich!“ Na immerhin- sie hält die neue Wohnung sauber. Vielleicht ist sie auf dem Weg dorthin auch einfach nur sehr schmutzig geworden…

Man beschließt, das Ohr mit Kochsalzlösung zu fluten. Die Assistentin geht, um alles zu holen. Maxis nutzt die Wartezeit und erklärt der Ärztin:

„Wir haben auch eine Kinderärztin, aber die ist bei uns in der Nähe!“

„Ja?“

„Jaha! Und bei der bekomme ich immer Gummibärchen!“ Ach daher weht der Wind.

„Gummibärchen habe ich leider nicht!“

Für Maxi ist der Spaß am Ausflug an dieser Stelle beendet.

Der Mini hatte bis dahin alles ganz tapfer über sich ergehen lassen. Aber als wir ihn dann gemeinsam festhalten mussten, ihn auf die Seite drehten und sein Ohr spülten, da hat der arme kleine Kerl ganz fürchterlich geschrien.

Die blöde Ameise kam allerdings sofort nach oben geschwommen, wo die Ärztin sie mit einer Spritze aufsaugte. Geschafft!

Was wir mit der Ameise machen wollten, hat die Ärztin noch gefragt. Ob sie dachte, wir möchten sie gerne auch mal ins andere Ohr stecken?

Der Mann und ich haben noch ganz kurz überlegt, ob wir nicht anregen sollen, den Mini sicherheitshalber für ein bis zwei Nächte zur Beobachtung aufzunehmen. Nach elf Monaten Schlafentzug  lernt man, keine Chance auf ein paar Stunden Schlaf ungenutzt verstreichen zu lassen.

Immer noch belustigt verabschiedete sich die Ärztin von uns: „Die Kinder lassen sich ja echt was einfallen, um hierher zu kommen!“ Das glaube ich allerdings nicht. Schließlich gibt es dort keine Gummibärchen.

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Gewinner der Geduldsfäden

Ich danke Euch! Ihr habt hier so viel kommentiert und mir erzählt, wann Euch der Geduldsfaden reißt. Das tut gut, denn es zeigt mir, dass es Euch genau so geht, wie mir manchmal.

Es zeigt mir aber noch etwas: Dass es Euch gibt! Ich kann über Statistiken sehen, dass ganz viele jeden Tag auf diese Seite klicken. Ohne Eure Kommentare sind das allerdings nur Zahlen. Mit Euren Kommentaren, mit Euren Geschichten zeigt Ihr mir, wer Ihr eigentlich seid, die Ihr so viel über mich lest, und das freut mich riesig!

Nachdem, was ich so gelesen habe, habt Ihr alle einen Geduldsfaden verdient, aber der Zufallsgenerator hat diese fünf ausgewählt:

1. Nadine Wendt

2. Jungsmama

3. Nati

4. Nelll

5. Kristina H.

Herzlichen Glückwunsch! Und an alle anderen: Mein Blog wird diesen Monat zwei und es gibt ein paar schöne Dinge zu gewinnen. Neues Spiel, neues Glück. Oder Ihr schaut einfach mal im Shop von Luxusweiberl vorbei- die Geduldsfäden sind so schön und ganz erschwinglich (könnte man sich selber zum Muttertag gönnen…).

Die Gewinner schicken mir bitte eine Mail mit ihrer Adresse an Mia.Sommer1978(at)googlemail.com. Damit erklärt Ihr Euch gleichzeitig damit einverstanden, dass ich die Adresse an Luxusweiberl weitergebe, denn Ihr erhaltet die Geduldsfäden direkt von dort.

Ein schönes Wochenende.

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P.S. Wir waren heute in der Kinderambulanz. Im Nachhinein eine sehr lustige Geschichte, die ich gleich noch verblogge, damit Ihr sie morgen lesen könnt…