Stolz wie Oskar

Ich bin stolz auf meine Söhne.

Mein Mann ist nie stolz. Wenn ich das Wort „Stolz“ benutze, ersetzt er es immer durch „dankbar“.

Ja, unsere Söhne sind Geschenke, für die wir nicht dankbar genug sein können. Aber ich bin auch stolz!

Ich bin keine Mutter, die ihr Kind dauernd promoten muss. Ich renne nicht herum und erzähle allen, die es hören wollen oder auch nicht, wie außergewöhnlich toll meine Söhne sind.

Selbstverständlich sitzt auch auf meiner Nase diese rosarote Mama-Brille, die mit der Geburt mitgeliefert wird. Meine Kinder sind für mich die tollsten der Welt- vollkommen egal was sie tun, aber ich definiere mich nicht über die „Leistungen“ meiner Söhne, wie das bei manchen Mamas der Fall ist. Ich brauche keine Komplimente Anderer über meine Söhne, um glücklich zu sein. Ich kann die Entwicklung meiner Kinder sehr relaxed betrachten. Die machen das schon!

Wenn aber Komplimente kommen, dann ist es natürlich etwas anderes. DANN FLIPPE ICH AUS! „Jaaaa, juhuuu, Du findest mein Kind toll? Ichauchichauchichauch!“ Und dann bin ich stolz!

So wie gestern. Elterngespräch in der Kita. Über den Maxi gab es nur Gutes zu berichten. Der Entwicklungsbericht über ihn ist ellenlang und ich habe jedes Wort in mich aufgesaugt und mich gefreut wie ein Schneekönig!

Als der Mann und ich den Maxi abends ins Bett gebracht hatten, verließen wir das Zimmer und ich sagte:“ Schlaf gut Süßer. Wir sind stolz auf Dich!“ Damit kann der Maxi zwar nichts anfangen, aber das kam mir einfach so über die Lippen, weil ich eben einfach so erfüllt von dem Gefühl war, ein ganz besonderes Kind zu haben.

Ja, unsere Kinder sind Geschenke und ich bin dankbar. Aber mein Mann und ich dürfen auch stolz sein, denn wir haben immerhin das Umfeld geschaffen, in dem sich der Maxi so entwickeln kann.

Es ist uns wichtig, dass unsere Kinder geborgen aufwachsen dass sie sich geliebt und geachtet fühlen. Sie sollen den Rückhalt ihrer Eltern in jeder Minute ihres Lebens spüren, sie sollen sich unserer Liebe immer gewiss sein können. Ich glaube, dass diese Rahmenbedingungen dazu beitragen, dass der Maxi keine Angst vor gar nichts haben muss, sondern offen und neugierig die Welt entdecken kann.

Im Laufe der Jahre wird die Heile-Welt-Atmosphäre bestimmt einige Kratzer bekommen und es wird uns nicht immer gelingen mit den Kindern ein Friede-Freude-Eierkuchen Leben zu leben (das soll ja auch gar nicht so sein). Aber jetzt im Moment haben es die Söhne verdammt gut bei uns und bei aller Bescheidenheit echt Glück mit ihren Eltern.

Das erkläre ich dem Mann heute Abend nochmal in Ruhe. Vielleicht ist er dann auch mal nicht nur dankbar. Wenn mir das gelingt, platze ich vor Stolz.

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14 Kommentare

  1. Liebe Mia, ich finde es richtig, stolz auf die Kinder zu sein und dies Ihnen auch zu zeigen. (Was natürlich nichts damit zu tun hat, angeberisch durch die Welt zu laufen und herumzuposaunen, was das Kind schon kann oder gar besser kann als andere) Ich versuche, immer das Positive in meinen Kindern zu sehen und ich denke, alle positiven Signale, alles, was Ihr Selbstbewusstsein stärkt, kann nur gut sein.

    Und ja, Du hast auch Recht, stolz auf Dich/auf Euch als Eltern zu sein. Man hat oft genug Phasen, in denen man an sich zweifelt, dieses tolle Gefühl „wir laufen rund“ sollte man genießen dürfen! Ich finde es schön und motivierend, so einen positiven Text zu lesen.

    Liebe Grüße
    Emi

  2. …ist Dankbarkeit nicht auch irgendwie eine Art Stolz, das etwas so ist das man eben dankbar ist? Wie dem auch sei, Recht hast du als Elternteil. Stolz darfst du sein und sollst es auch. Tiefschläge auf die man dann nicht stolz ist kommen vielleicht noch genug aber egal, all das schweißt zusammen und Glück ist vielleicht sowieso eine Mischung aus allem, sowohl positivem wie negativem.

    LG
    Chris

    • Schön gesagt! Und wahrscheinlich trifft es das genau: Dankbarkeit ist einfach seine Art stolz zu sein und im Moment freuen wir uns beide einfach gerade sehr über uns und unsere Söhne.
      LG Mia

    • Stimmt, das müssen die Kinder auch wissen. Ich glaube allerdings, dass: „Ich bin stolz auf Dich“ auch einen negativen Touch haben kann, wenn man es dann doch wieder mit Leistung verbindet. Das wäre dann wieder nicht so gut.
      LG Mia

    • Ich bin auch vor kurzem Vater geworden und bin deshalb zufällig auf Dein Blog gestoßen. Ich finde du hast deine Gefühle wirklich toll zum ausdruck gebracht und die passenden Worte gefunden. Ich freue mich auch schon rießig auf das gemeinsame Leben und die Zeit mit meinem Kind. 🙂

  3. „Wenn aber Komplimente kommen, dann ist es natürlich etwas anderes. DANN FLIPPE ICH AUS! “Jaaaa, juhuuu, Du findest mein Kind toll? Ichauchichauchichauch!” Und dann bin ich stolz!“ <3 Ein so schöner Absatz!

    Ich bin stolz auf mein Kind. Das darf man auch sein. Egal, ob der eine oder der andere irgendwas anders macht, besser kann, früher oder später… es ist mein Kind und es macht Schritte und jeder Schritt ist toll, einmalig und erfüllt mich mit Stolz. Dankbar bin ich auch. Dafür, dass mein Kind da ist, dass es gesund ist, dass wir eine so tolle Familie sind und sämtliche Höhen und Tiefen gemeinsam meistern… Irgendwie hat das eine doch auch manchmal was mit dem anderen zu tun.

    Und es stimmt, "Ich bin stolz auf dich" kann durchaus auch negativ sein, wenn ein Kind nur nach diesen Worten seiner Eltern strebt. Aber dann ist generell irgendwas nicht ganz richtig gelaufen, glaube ich…

    Liebe Grüße
    Tanja

  4. Ein sehr schoener Post! Und zurecht darf man stolz sein.
    Meine Motte bekommt das fast jeden Abend zu hoeren.
    Letztens beim Abholen in der Kita sagte mir eine der ( gruppenfremden – daher unvoreingenommenen ) Erzieherinnen : Wat een geweldig Kind! ( Was fuer ein tolles Kind! ) Und ich bin fast geplatzt vor Stolz.

  5. Was ich spannend finde ist, dass der Stolz langsam wächst. Klar, von Anfang an liebt man sein Baby, aber mit jedem Entwicklungsschritt, den es ab da zeigt, schwillt die Brust etwas weiter an. Ich frage mich, wo das noch hinführen soll. 😉

  6. Das Gefühl hast du wunderbar eingefangen. Danke dafür.
    Ich muss nämlich gestehen,dass ich das stolz sein auf meine Kinder immer als unangenehm empfinde, als hätte ich kein Recht dazu, denn sie sind,wer sie sind. Ich bin dann auch dankbar. Für mich liegt in der Dankbarkeit immer die Demut, dass es auch anders sein könnte.
    Jetzt aber bin ich dir dankbar – dafür, dass du zeigst, dass es gut ist Stolz zu sein.

    Mein „Ich bin stolz auf dich!“ ist ein „du kannst wirklich stolz auf dich sein.“

  7. Hallo Mia,
    ich bin per Zufall auf Deinen Blog gestoßen und muss sagen, dass ich Deine Geschichten sehr interessant finde. Ich finde Mütter, die total unreflektiert durch die Welt gehen ziemlich peinlich. Umso mehr lese ich mit einem Grinsen, was Du so schreibst. Wenn Du die Selbstreflektion an Deine Kinder weitergibst, werden sie Dir später sehr dankbar sein.
    Viele Grüße aus Bergheim,
    JoWa
    Mein-Bollerwagen.com

  8. Ich hatte letztens nach Umzug ins eigene Haus und gleich damit verbundenem Wechsel der Kita das Abschlussgepsräch nach der Eingewöhnung und ich bin fast geplatzt vor Stolz und Liebe zu diesem kleinen Kind, dass wir bei uns zu Hause haben. 😀

    Klar gibt es Momente, in denen man ein kleines, fast 2,5-jähriges Monster auch mal auf den Mond schießen könnte, aber dann kommt kurz darauf ein zuckersüßes Grinsen oder ein unerwartet kluger Spruch und schon habe ich wieder das (für mich) tollste Kind der Welt!

    Ich glaube auch, dass es einfach für Eltern dazu gehört, in irgendeiner Art stolz auf das eigene Kind zu sein… Wäre es nicht so, würde irgendwie der Respekt vor diesem kleinen Wesen, dass sich in ein Leben voller interessanter Dinge reinwuselt, fehlen.
    ;D

  9. Das war wirklich super schön zu lesen!! Ich finde es auch ganz wichtig dieses Gefühl mit seinen Kindern zu teilen und ihnen so zu zeigen, wie sehr man sie liebt.

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