Eine Art Familienbett

Schlafen. Ein ganz großes Thema gerade bei mir. Der Mini lässt mich ja leider nicht…

Zum Glück ist der Maxi beim Thema Schlaf eine sichere Bank. Der schläft. Immer. 11 Stunden ohne Unterbrechung. Und das Beste: Er schläft gerne.

Zugegeben, er geht nicht immer mit Juppeidi ins Bett. Wenn wir ihn aber einmal erfolgreich durch alle Verzögerungstaktiken hindurch manövriert haben und er im Schlafanzug und mit geputzten Zähnen bettfertig ist, dann freut er sich aufs Bett.

Jeden Abend ruft der Maxi: „Alle zu mir!“

Und dann gehen wir alle zum Maxi (vorausgesetzt, der Mann ist schon zu Hause, sonst gehen eben nur Mini und ich).

Maxis hat kein Bett. Es ist nicht so, als hätten der Mann und ich nicht Testberichte ohne Ende gelesen, uns durch sämtliche Broschüren zum Thema SIDS geblättert, um hinterher in einer Mischung aus Verzweiflung und Wut die Verkäuferin im Fachgeschäft zu anzuflehen: „Ja, und welche ist denn jetzt bitteschön die richtige Matratze???“ Wir haben viel Zeit in die Auswahl eines schönen Bettes und der perfekten Matratze gesteckt, das muss man uns wirklich lassen.

Der Maxi war gerade mal zwei Jahre alt, da verkündete er: „In dem Bett sind Gespenster!“ Fragt mich nicht, woher ein Zweijähriger diese Idee hat, aber von diesem Tag an wurde Einschlafen zum Problem. Eines Abends, als er wieder nicht ins Bett wollte, kam ich auf die Idee, ihn einfach auf seinem „Sofa“ schlafen zu lassen. Das Sofa besteht aus zwei alten Matratzen, die wir übereinander gelegt haben. Ich legte beide Matratzen nebeneinander und Maxi schlief glücklich ein.

Damals glaubte ich noch, das wäre nur für eine Nacht. Ein paar Nächte später dachte ich, es wäre nur eine Phase. Ein paar Wochen später dachte ich „so ist das also, wenn Zweijährige ihren eigenen Willen entdecken“. Noch ein paar Woche später gab ich auf.

Das ist jetzt ein Jahr her.

Maxis Matratzenlager hat viele Vorteile: Er kann darauf herumhüpfen, es ist Platz für mindestens 30 Kuscheltiere plus Bohrmaschine und Feuerwehrauto und er kann in einer Nacht ungefähr 19 verschiedene Schlafpositionen einnehmen.

Maxis Bett ist unser Familienbett. Wir schlafen hier ja mehr oder weniger übers ganze Haus verteilt: Mann im Gästezimmer unterm Dach, Mini und ich im Schlafzimmer und Maxi in seinem Zimmer. Ich finde die Idee vom Familienbett ja ganz nett und ich bewundere und beneide die Familien, die das tatsächlich als gemeinsame Schlafstätte leben, aber ehrlich gesagt- mir reicht es, vom Mini um den Schlaf gebracht zu werden; ich brauche nicht noch den schnarchenden Mann neben mir und die Käsefüße vom Maxi in meinem Gesicht, wenn ich schlafen will.

Unser Familienbett ist das Bett vom Maxi. Wir verbringen jeden Abend etwa 45 Minuten alle gemeinsam darin. Wir lesen, wir kuscheln, wir kitzeln uns durch, wir feuern den Mini dabei an, wie er versucht, alleine auf die Matratzen zu steigen, um dann dem Maxi an den Haaren zu ziehen, der Maxi schleppt ein Buch nach dem anderen an, das der Mann und ich abwechselnd vorlesen müssen, er springt alle paar Minuten auf, um ein neues Spielzeug für den Mini zu holen- kurz: in unserem Familienbett ist schwer was los!

Familienbett

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Maxis Bett gehört inzwischen dem Mini. Der ignoriert es übrigens ähnlich wie der Maxi und schläft nur noch in meinem Bett (vielleicht hat der Maxi ihm ja von den Gespenstern erzählt?!) Mir ist das Matratzenlager irgendwie immer ein Dorn im Auge. Deshalb habe ich Spielverderberin dem Maxi ein neues Bett gekauft. Es ist ein Mini-Hochbett (110cm hoch). Maxi freut sich drauf, aber ich bin gespannt , ob er darin auch schlafen möchte.

Der Liefertermin für das neue Bett rückt näher und näher. Bald verschwindet Maxis Sofa.  Dieses Matratzenlager, das mir jedes Mal peinlich ist, wenn Leute das erste Mal Maxis Schlafzimmer betreten. Diese durchgelegenen, uralten Matratzen.

Und je näher der Liefertermin rückt, umso mehr merke ich, wie wichtig unsere Art Familienbett für uns alle ist.

Für die Kinder sind es die intensivsten Minuten des Tages mit ihrem Vater. Für mich sind es die kuscheligsten Minuten mit dem Maxi (so eine Maus im Schlafanzug- himmlisch!). Für den Mann ist es es der perfekte Übergang vom Berufsalltag in den Feierabend. Für Maxi ist es ein so liebevolles Zu-Bett-Geh-Ritual. Manchmal denke ich, dass er eines Tages, wenn er groß ist, sich an diese Stunden zurückerinnern wird und lächelnd denkt, er hätte eine glückliche Kindheit gehabt. Der Mini wuselt zwischen uns herum, und man sieht ihm das Glück förmlich an.

Abends in Maxis Zimmer auf unserem ganz persönlichen Familienbett, da ist sich unsere Familie so nah. Wenn wir alle mit dem Tag abgeschlossen haben (naja, außer der Mann, der fährt danach manchmal nochmal ins Büro) und in kuscheligen Klamotten nur auf uns konzentriert sind, das sind wunderschöne Momente.

Und jetzt soll es raus, das Matratzenlager.

Natürlich habe ich längst beschlossen, dass unser Familienbett nicht auf dem Sperrmüll landen darf. Es bleibt als Sofa in Maxis Zimmer. Und vielleicht kuscheln wir dann abends erst immer alle auf den ollen Matratzen, bevor der Maxi sich ins Bett legt?  Oder wir richten ein Kuscheliger unter dem Bett ein. Was wäre schließlich ein Abend, der nicht von Maxis „alle zu mir!“ eingeläutet wird?! Außerdem schläft der Maxi ja vielleicht nur deshalb so toll, weil er sein Matratzenlager und unser Familienkuscheln darauf so liebt.

Ich sehe es kommen. Das Bett wird sich in die Liste der unnützen Anschaffungen einreihen.

Braucht vielleicht jemand noch ein Bett?

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9 Gedanken zu “Eine Art Familienbett

  1. Hier gehört das Babybett und das Reisebett auch zu den unnützen Anschaffungen. Wir haben am Ende eine 90er Matratze gekauft, auf der macht das Kind (20Monate) auch mal Mittagsschlaf und wir nutzen sie zum Kuscheln und lesen. 😉 Ich finde es ganz und gar nicht schlimm.

  2. Wir haben auch so eine Matratze im „Arbeitszimmer“ liegen. Allerdings wird darauf nur tagsüber ausnahmsweise mal darauf geschlafen, ansonsten dient sie aber zum Spielen, Stillen und runterkraxeln. Es tut gut zu lesen, dass auch in anderen Familien dieses „Schnarchproblem“ besteht… Mein Mann schläft seit über 9 Monaten ebenfalls immer noch im Gästezimmer… Die zwei Nächte, in denen wir das echte Familienbett getestet haben, bin ich spätestens gegen 3:00 morgens ins Wohnzimmer ausgezogen… Einmal mit Babyphone (blöde Idee, da hört man das Schnarchen nämlich eher, als Babygeräusche) und einmal gleich mit dem Baby (auf die Arbeitszimmermatratze).

    Ich würde euer Familienbett auch behalten… Vielleicht eine große neue Matratze besorgen und kuschelig einrichten. Die Idee unter dem Hochbett ist auch nett. Dann schläft vielleicht der Besuch vom Maxi mal oben, wenn der Maxi letztendlich doch „unten“ bleibt.

  3. Hallo ★
    Wir sind so eine Familie die komplett im Familienbett schläft. Wir hatten natürlich auch ein Beistellbett, es diente dann eigentlich nur als Rausfallschutz. Ich habe dann ein großes Bett gekauft und es an unser Bett gestellt, da ich dachte wenn ich meine Tochter darin in den Schlaf stille bleibt sie da auch liegen und schläft. Pustekuchen, sie hat wieder nur am mich gekuschelt wirklich gut geschlafen, ich übrigens auch. Wenn sie nicht direkt neben mir liegt mit Körperkontakt schlafe ich nicht sehr tief, sondern nur so halb.
    Als sie dann mobiler wurde und mir einmal aus dem Bett plumpste, haben wir unser und ihr Bett abgebaut und schlafen seit dem auf einem großen Matratzenlager.
    Kauft dem Maxi doch einfach zwei neue Matratzen, dann brauchen dir die alten nicht peinlich sein.
    Einen guten Schlaf wünsche ich 😉
    Kathi

  4. Ich liebe Abende, es ist einfach die schönste Zeit am Tag, wenn ich/wir meine Tochter zu Bett bringen, mit Vorlese- und Kuschelritual. Ein Matratzenlager haben wir nicht, aber ein mittelhohes Hochbett unter dem eine Kuschelhöhle eingerichtet wurde. Ich verfolge Deinen Blog seit ein paar Wochen und habe schon mitbekommen, dass „Schlafen“ oder besser „nicht-schlafen“ ein großes Thema bei Euch ist. Tolle Ratschläge kann ich da leider nicht geben, wir hatten echt Glück und unsere Tochter hat mit 3 Monaten durchgeschlafen, zwar anfangs noch bei uns im Bett. Ja alle waren dagegen am meisten die Hebamme, aber ich musste sie anfangs alle 2 Std stillen (auch nachts) und anders wäre es einfach nicht machbar gewesen. Mit 6 Mon. flog sie dann aus dem Ehebett und ab in ihr Zimmer, ohne Protest ! Ich wollte gerne nachts wieder zweisam sein und Lili schlief ja 12 Std. zu der Zeit nachts ununterbrochen durch. Mittlerweile wünscht sie sich am We auch mal wieder bei uns im Bett zu schlafen und wir lassen Sie dann auch und genießen es Sonntags früh zu dritt wach zu werden. Bald bekommt Lili einen kleinen Bruder und ich hoffe dass alles ähnlich stressfrei abläuft. Ich kann Dich nur zu gut verstehen, auch wenn es nur 3 Monate anstrengend für mich war, aber Schlafentzug ist wohl eine der schlimmsten Foltermethoden … Ich wünsche dem Maxi viel Spaß mit seinem neuen Bett und hoffe dass auch der Mini bald besser schläft.

  5. Komisch, genauso ist’s bei uns 🙂 Max hatte zuerst nur seine Matratze auf dem Boden, nun haben wir auch sein Bettgestell mit aufgebaut. Damit er nicht raus purzelt, er wird ja erst zwei, einen Schutz an der Seite. Gibt es bei Lidl von Safety 1st. Er liebt das Bett, äh sein Piratenschiff 😉

  6. Herrlich!!!
    Ich könnte mich gerade kringelig lachen, nachdem ich deinen Post gelesen habe 😉 …
    Meine Zwillingsjungs sind nun fast 2 Jahre alt und wir haben uns soooo vieles zum Thema „Schlafen“ durchgelesen, viele gutgemeinte Tipps probiert und sie trotzdem die ersten 18 Monate in den Schlaf getragen/gesungen. Nach einer kurzen Phase (wie ich dieses Wort „liebe“) von „wir können tatsächlich allein ein- und durchschlafen“ folgte die „wir schlafen auf keinen Fall ohne Mama oder Papa“-Phase – gefolgt von der „aber am liebsten in Mamas und Papas Bett“-Phase.
    Nun kuscheln wir abends zu dritt und im Laufe der Nacht zu viert und unserem 1,40 m breiten Bett aus kinderlosen Zeiten und fragen uns: Ab wann haben wir eigentlich alles falsch gemacht 😉 ?
    Obwohl wir die Kuscheleinheiten mit den Zwergen wirklich total genießen – so eine GANZE Nacht Schlaf, in der man sich ohne darüber nachzudenken von der Seite auf den Bauch rollen kann – *hach* wäre doch auch mal schick …
    Deshalb folgt demnächst die nächste Phase: Mama und Papa vergrößern ihr Nachtlager auf 1,80 m – aber in einem anderen Raum (dem eigentlichen Kinderzimmer). Um den beiden aber nicht alle Illusionen zu nehmen und sie ja nicht zu verschrecken, bleibt unser altes (unfreiwilliges) Familienbett in ihrem (also unserem muckeligen Schlaf-) Zimmer stehen und wir schleichen uns nachts heraus. Crazy … aber was tut man nicht alles für die süßen Mäuse …
    Schicke dir ganz liebe Grüße und freue mich immer wieder, dass wir nicht die einzigen Verrückten sind 😉

  7. Ja herrlich. Ich bin immer wieder glücklich wenn ich von den kuriosen schlafbegebenheiten anderer lese. Hier schlafen mein mann und der große im bett des großen.ich schlafe alkeine im ehebett ein und hole irgendwann den kleinen zu mir. Der schläft zwar im eigenen bett ein.aber eben nur so zwei stunden. Dann ist körperkontakt angesagt…für uns alle ists ok so…ich weiß ja dass es nicht für immer so ist…also hoff ich doch mal…
    Eure abendzeit hört sich wunderschön und entspannt an!

  8. Das Tochterkind schläft schon länger im eigenen Bett, aber gemeinsames Kuscheln und Vorlesen mit/von mir gehört zum Einschlafritual dazu.
    Nun wollte aber auch sie ein Hochbett haben, welches ich aus Sicherheitsgründen erst einmal umgedreht aufbaute. Dann kam der grosse Tag, an dem ich es umdrehte und tada! Sie sich nicht traute, oben zu schlafen. Nach 4 Tagen drehte ich es wieder zurück, um es ein halbes Jahr später wieder zum Hochbett zu machen. Und plötzlich ging es!
    Ich kletterte erst zum Vorlesen mit hoch, schaffte aber schnell auch eine Matratze für drunter an.
    Dort kuscheln und lesen wir nun abends, aber auch tagsüber nimmt sich der kleine Mann dort gerne ein paar Minuten Auszeit, toben beide in einer Höhle aus herunter hängenden Decken oder Papa oder ich legen uns nachmittags etwas dazu, während die Kinder um uns herum spielen. Manchmal nutze ich die Kuschelhöhle auch als nächtliches Ausweichquartier 🙂

  9. Wie klasse 🙂 und wie gerne hätte ich auch solche Abende. Meine Kleine liebt ihr Bett und leider passen wir nicht zu zweit hinein. Aber ich hänge mich immer ganz weit rüber um noch mit ihr zu kuscheln. Da ist sie aber auch eher auf Abstand, dafür sind singen, Bücher lesen und Kuscheltiere sprechen lassen, der Hit. Nun habe ich ja den Zweiten, mal schauen ob das mehr so eine Kuschelmaus wird. Sagt man den kleinen Jungs ja nach. Und Babys und Kleinkinder im Schlafanzug sind wirklich zu süß, da stimme ich Dir voll und ganz zu 🙂

    Liebe Grüße und bis bald, Tanja

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