Jeder Mutter ihr Instinkt!

Babys sind perfekte kleine Wesen.

Sie kommen auf die Welt und können alles, was sie können, perfekt: Trinken, schlafen, schreien.

Es ist toll, dass die meisten Menschen so über Babies denken, aber es birgt auch eine Gefahr: Wenn nämlich ein Baby etwas nicht ganz so perfekt macht, ziehen wir schnell den Schluss, dass es an der Mutter liegen muss.

Das Baby schreit ungewöhnlich viel? Das wird die Nervosität der Mutter sein, die sich auf das Kind überträgt, stellen mehr oder weniger erfahrene Mütter fest.

Das Stillen klappt nicht? Wahrscheinlich will die Mutter gar nicht stillen und das Baby spürt das- auf einer einsamen Insel ohne Drogeriemarkt können schließlich alle Mütter stillen, rufen die Profistiller.

Ich habe zwei ganz unterschiedliche Babies. Sie haben ein und dieselbe Mutter, aber sie sind in vieler Hinsicht wie Tag und Nacht.

Der Mini will einfach nicht schlafen. Er weckt mich jede Nacht um 0:00, um 1.00, um 2:00 ist dann häufig mal eine Stunde lang wach, weckt mich dann wieder um 5:00 und um 7:00.

Ich bin froh, dass so viele andere Mütter mit mir über dieses Problem gesprochen haben, denn so konnte ich mir von der Seele reden, was mich gerade wirklich fertig macht, und das tat gut. Ich finde es auch ganz wichtig, dass Mütter ihre Tipps austauschen und Erfahrungen weitergeben. Manchmal ist man ja so gefangen in seinem Trott, dass man gar nicht mehr auf die Idee kommt, mal etwas Anderes auszuprobieren.

Am Ende darf man der Mutter in der Regel aber vertrauen. Eine Mutter weiß normalerweise, ob ihr Baby richtig satt wird, oder nachts Hunger das Problem ist. Sie weiß, ob ihm etwas weh tut, oder irgendetwas das Baby beschäftigt.

Schläft das Baby vielleicht im Elternbett ruhiger? Oder im eigenen Zimmer? Die meisten Mütter folgen ihrem Instinkt und finden so ihren Weg. Der Instinkt funktioniert super. Viele von uns lesen sich schon in der Schwangerschaft sehr viel Wissen an. Ich finde nicht, dass das den Instinkt beeinträchtigt, sondern glaube viel mehr, dass der Instinkt sogar besonders gut funktioniert, wenn er ein bißchen flankiert wird von Wissen, das wir heute über Babys haben und nicht komplett ins Blaue hinein entscheiden muss.

Babys sind perfekte kleine Wesen. Aber sie „funktionieren“ eben nicht immer perfekt. Die Ursache dafür immer bei der Mutter zu suchen- seit ich zwei so unterschiedliche Babies habe, bin ich damit sehr vorsichtig geworden.

„Mein Kind kann nur auf meinem Arm einschlafen.“ Für so eine Aussage erntet man schonmal vielsagende Blicke. Ich werde nicht mehr den Fehler machen zu denken, diese Mutter kann sich bloß nicht von ihrem Kind loseisen. Vielleicht stimmt es einfach.

Auf einem ganz anderen Blatt steht die Frage: Wie viel kann man ertragen? Wenn das Kind nur auf Mamas Arm einschläft, dann bleibt es eben wach, wenn Mama mal mit Freundinnen ausgehen möchte! Manche Mütter ertragen den Gedanken an ein waches und vielleicht ohne Mama unglückliches Baby nicht. Auch in diesem Fall gilt: Vertrauen wir doch auf den Mutterinstinkt. Die Mutter, die trotzdem ausgeht, muss keine Rabenmutter sein, und die, die das Ausgehen für viele Jahre vermeidet, tut das vielleicht aus gutem Grund. Mütter wissen auch, wie viel ihr Baby und sie ertragen können.

Euch und Eurem Mutterinstinkt einen tollen Start in die Woche!

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15 Kommentare

  1. Fabelhaft, danke Mia. Das zählt für soviele Dinge…arbeiten, schlafen, meckern lassen wenn irgendetwas nicht klappt. Ich glaube zu wissen wieviel meine Perle verträgt. Weint sie nachts, springe ich sofort auf, denn ich kenne ihre Angst im dunkeln wenn keiner zum kuscheln da ist (oh, der Spott). Dafür lasse ich mir tagsüber auch mal etwas Zeit wenn sie meckert, denn ich kenne ihren Hang zur Ungeduld („nun hilf ich doch mal“).

    Es ist einfach wieder das leidige Thema, dass andere es anders machen (weil sie andere Kinder haben) und sich das recht nehmen über meinen Weg und meine Art zu urteilen. Die Mütterkrankheit schlechthin.

    Eine Limitation erkenne ich aber schon: Wenn „Instinkt“ und Ideologie verwechselt wird…nur ist die Grenze zwischen beiden oft eine fiese Grauzone.

    • Liebe Perlenmama, genau das meine ich. Du weißt, wann dein Kind ein bißchen warten kann und wann nicht. Ich muss aber zugeben, dass es für mich schon sehr lehrreich war, zu erleben, wie unterschiedlich meine Jungs auf vieles reagieren. Davor konnte ich auch schonmal eine Besserwisserin sein 🙂

  2. Liebe Mia,
    vielen Dank für diesen Post. Er passt so gut zu uns. Meine große Tochter hat die ersten 6 Monate sehr viel geschrien und ich war sehr verzweifelt. Danach wurde es besser. Die kleine Tochter hat die ersten 6 Monate verschlafen. Und ich war so glücklich. Jetzt ist es leider nicht mehr so. Die kleine schläft nur im Kinderwagen oder Auto. Immer muss ich raus mit ihr. Die große Tochter hingegen schläft gerne und gut. Wenn sie mittags müde ist, möchte sie sich freiwillig ausruhen und legt sich hin. Sie ist gerade 4 geworden. Abends geht sie gerne ins Bett und freut sich drauf. Die Kleine? Sie macht so lange Rabatz bis ich ihr die Brust gebe. Im Moment mache ich es einfach sofort, obwohl ich schon längst abgestillt haben wollte. Aber dann stille ich sie 5 Minuten, lege sie ins Bett und sie dreht sich rum und schläft. Sie ist halt noch nicht so weit und ich bin zu müde um etwas zu ändern. LG

  3. Liebe Meike, hört sich gut an! Wenn das In-den-Schlaf-Stillen funktioniert, ist doch alles gut! Alles Liebe! Mia

  4. ja! ja! tausend Mal, ja! Danke Mia! Das zu lesen tut so gut! Bei mir auch 2 Kinder wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Stillen klappt bei Nummer 2, bei Nummer 1 ging nichts. Was musste ich mir da nicht anhören „Wahrscheinlich bist du nicht bereit dafür, blabla“. Nummer 2 weint viel und ich habe gerade von einer schlimmen Krankheit bei meiner Mutter erfahren „Du überträgst ihm Deine Traurigkeit, deshalb weint er soviel“, usw… Hauptsache der Mutter alles in die Schuhe schieben und ihr ein schlechtes Gewissen einreden. Es ist sowieso schon so schwer eine Mama zu sein, wieso muss man sich dann auch noch solche Sachen anhören? Tausend Dank für diese Worte!

  5. Wieder mal sehr sehr schön geschrieben. und in deinem wirklich ausergewöhnlich, besonderen Schreibstil.
    Ich lese deine posts so gern.
    Und auch hier teile ich deine Meinung. Was habe ich Eltern verurteilt als ich noch schwanger war. (so werd ich das nicht machen, schau dir an wie die das machen, so werd ich nicht,…) all diese Gedanken gibt es nicht mehr.
    Auf einer Karte die wir zum ersten Kind bekamen stand nur ein Satz, den ich dankbar immer wieder gelesen habe:
    IHR MACHT DAS RICHTIG!

  6. Jup. So ist das. Ständig Verbesserungsvorschläge usw…. Neeeeerv. Wenn es für mich OK ist, dass meine Tochter Mittags auf mir schläft, dann passt es doch. Wenn es mir irgendwann zu bunt wird finden wir schon eine andere Lösung. Immer wird man verunsichert!
    Und du hast recht, immer ist man am Verhalten des Babys schuld. Das geht soweit dass ich sofort die schuld bei mir suche wenn irgendwas anders ist. Isst nicht gut? Da hab ich bestimmt zu früh/zu spät/das falsche/zu warm/zu kalt gefüttert. Oder sie merkt dass ich im Stress bin usw.
    Vielleicht hat sie aber auch einfach grade wenig Hunger und ich bin gar nicht schuld!

    Ich hoffe man wird mit der Zeit sicherer und lernt dem Instinkt auch richtig zu trauen 🙂

    LG
    Katja

  7. Stefanie Stadtfeld

    Hallo Mia,
    dein Post ist klasse und macht einem Hoffnung. Seit die Zwillinge da sind zweifel ich oft und mein Instinkt lässt häufig noch zu wünschen übrig. Die zwei sind mit ihren 3 Monaten sehr unterschiedlich. Der Bube meist sehr ruhig und lacht viel, die Kleine extrem hibbelig und oft quengelig. Da macht man sich schon seine Gedanken, natürlich geben die Omas auch ihren Senf dazu und kommen mit ihren Weisheiten. 😉
    lg Steffi

  8. Liebe Mia,
    das sehe ich genauso! Instinkt ist genau das richtige Wort. Seit ich selber ein Kind habe, urteile ich gar nicht mehr über sndere. Jeder muss es so machen wie er es für richtig hält. Meine Tochter ist genau ein Jahr älter als Dein Mini und eine besonders schlechte Schläferin bis heute. Es gibt kurze Momente, in denen ich hoffe, es wird besser, aber dann kommt die nächste Krankheit, Zahn etc. Und Baby #2 ist auch grad unterwegs. Bisher hab ich die Erfahrung gemacht, so lange sich alle in bestimmten Situationen wohlfühlen, sollte man es auch weiterhin so machen. Erst wenn man das Gegühl hat, dass bestimmte Sachen wirklich nicht mehr gehen, hat man die Kraft und bringt auch die Überzeugung mit, es zu ändern. Und wenn man bei anderen hinter die Kulissen schaut oder mal nachfragt, sieht man auch, dass nicht alles perfekt läuft. Also leben und leben lassen! Jeder für sich, macht es perfekt!

  9. Hallo Mia,

    vielen Dank für die aufmunternen Worte. Ein toller Beitrag zum Mutterinstinkt. Man zweifelt doch viel zu schnell.

    Liebe Grüße,
    Alex

  10. Liebe Mia,

    vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel!

    Gerade beim ersten Kind hat man im Vorfeld viel, teilweise Überflüssiges, gelesen und/oder erzählt bekommen und will dann alles richtig machen…auch meine Tochter wollte die ersten drei Monat tagsüber und nachts fast nur auf meinem Arm bzw. im Tragetuch schlafen, was auch oft von außen belächelt wurde, nach dem Motto: „Auf diese Weise wird sie später nie alleine im eigenen Bett schlafen“.

    Heute, vier Monate später, schläft sie ohne große Probleme zufrieden tagsüber und auch nachts in ihrem Bettchen. Das hat mir gezeigt, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt und dass man auch ruhig von der Norm abweichen kann. Hauptsache, man selbst und das Kind fühlt sich gut damit.

    Wie meine Hebamme so schön gesagt hat:“Der Zweck heiligt eben manchmal die Mittel“ 🙂

    Viele Grüße
    Anne

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