Klitzekleines (Wasser ist nicht Wasser)

Wenn ich blogge, dann arbeiten mein Hirn und mein Herz.

Ich nehme die Geschichten, die mir im Alltag mit den Kindern jeden Tag begegnen und drehe und wende sie hin und her. Ich versuche, den Kern zu treffen: Was habe ich gefühlt, warum habe ich so gefühlt? Ich verpacke das Gefühl so mit Worten, dass Ihr beim Lesen ein bißchen von meinen Gefühlen nachempfinden könnt. Meistens geht es um meine Gefühle, oft um meine Meinung.

Jeder Blogpost ist eine Geschichte. Eine Geschichte, die ICH erzähle. Keine Geschichte, die ich erfinde, aber eine, die ich so aufbereitet habe, dass das, was meines Erachtens wichtig ist, im Vordergrund steht. Für den Blog wird die Geschichte immer „verpackt“.

Manchmal passieren hier aber auch Dinge, die landen nie im Blog. Nicht, weil sie nicht wichtig oder nicht unterhaltsam genug wären- ganz im Gegenteil. Aber sie landen deshalb nicht im Blog, weil sie vielleicht nur ein paar Zeilen füllen würden. Nicht genug also für einen ganzen Blogpost.

Klitzekleines

 

 

 

 

 

 

 

Damit auch diese kleinen Anekdoten einen Platz hier finden, gibt es ab sofort eine neue Rubrik. Unter dem Stichwort „Klitzekleines“ erzähle ich von nun an auch die kleinen Geschichten, die zu lang für einen Eintrag auf Facebook oder Twitter sind, aber zu zu kurz für einen Blogeintrag ala Mama Mia.

Geschichten, wie diese:

Seit Tagen hat der Maxi eine sehr effiziente Taktik, das Schlafengehen ein bißchen hinauszuzögern. Er sagt, er hat Durst. Da man ihm tagsüber für jeden Schluck 10 Minuten hinterherlaufen muss, bringe ich es nicht über mich, ihm das Wasser zu verweigern.

Ich nehme einen Becher und gehe ins Badezimmer rüber, um ihn zu füllen.

Ich halte dem Maxi den Becher hin. „Ist das Wasser von oben?“, fragt er. „Ja, das ist hier aus demBadezimmer.“ Maxi knatscht: „Dann mag ich es nicht!“

So ging es einige Tage. Anfangs lief ich tatsächlich runter in die Küche, um Wasser von dort zu holen, nach ein paar Tagen nicht mehr.

Gestern war Maxi richtig verzweifelt: „Uuäääh, das kann man doch nicht trinken *heul!“

Ich: „Maxi, was soll das Theater? Das ist genau das gleiche Wasser?!“

Maxi: „Nein! Das im Badezimmer ist doch nur zum HÄNDEWASCHEN!!!“

Jetzt verstehe ich…

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8 Monate

Heute vor acht Monaten wurde ich geboren.

Acht Monate alt zu sein ist toll! Ich kann krabbeln und mich an Möbeln bis in den Stand hochziehen. Ich glaube, ich bin kurz davor, von meinem großen Bruder ernst genommen zu werden. Yeah!

Manchmal nimmt er mich schon ein bißchen zu ernst. Wenn ich mir nur mal ganz kurz eins seiner Spielzeuge ansehen möchte, kann der Maxi richtig ausflippen. Aber woher soll ich bitte wissen, wie sich das anfühlt, wenn ich es nicht in den Mund nehmen darf?!

Meine Familie ist super. Sie haben sich ganz viele tolle Namen für mich überlegt. Mir gefällt besonders gut, wenn sie mich Tino oder einfach Tin nennen. Nicht ganz so gut gefällt mir Vali, aber das ist der Name, den mein großer Bruder meistens benutzt. Meine Eltern haben sich ein bißchen auf „der All-Nighter“ eingeschossen.

Diesen Namen verdanke ich der Tatsache, dass ich nachts meistens jede Stunde aufwache. Meine Mama ist am Ende ihrer Kräfte. Deswegen habe ich gute Nachrichten: Ich werde demnächst durchschlafen. Ich verrate aber noch nicht wann!

Meine Mama sagt immer, der Maxi hätte als Baby niemals so gelacht wie ich. Da das allen so gut zu gefallen scheint, habe ich Lachen zu meiner Spezialität gemacht. Ich lache sogar, wenn ich müde bin. Wenn ich besonders laut und über wirklich alles ganz albern lache, dann weiß meine Mama, dass ich müde bin. Manchmal nennen sie mich auch „Strahlemops“ weil ich so viel lache und nach wie vor gut im Futter bin.

Ich werde noch gestillt, aber es bedeutet mir nicht mehr so viel, denn ich muss mir dann wirklich immer den Hals verrenken, damit ich um mich herum nichts verpasse. Ich esse gerne alles, was der Maxi isst. Gurken liebe ich zum Beispiel. Wenn Mama sie mir in Scheiben schneidet, kann ich mit meinem Daumen ein Loch in die Mitte bohren. So liegt sie gut in der Hand und ich kann sie prima auslutschen. Zähne habe ich nämlich noch nicht.

Ich bin ein Draufgänger. Mein Bruder ist ja so ein Vorsichtiger. Mit seinen drei Jahren hat er es noch nicht geschafft, sich ein Knie aufzuschlagen. Meine Mutter brauchte noch nie ein Pflaster für ihn. Er studiert immer erst alles, bevor er sich praktisch an eine Herausforderung heranwagt. Ich hingegen finde, probieren geht über studieren und lege einfach los. Deshalb falle ich mindestens drei Mal pro Tag auf den Kopf, falle irgendwo herunter oder knalle irgendwo gegen. Aber ich bin hart im Nehmen. Der Strahlemops eben.

Wenn mein Papa das Zimmer betritt sage ich „Papapapapapapapa“. Wenn meine Mama mit mir in Papas Arbeitszimmer geht auch, und wenn ich im Haus ein Geräusch höre ebenfalls. Inzwischen hat meine Mama verstanden, dass das kein Zufall ist. Sie ist etwas enttäuscht, weil ja schon der Maxi ein Papakind ist. Aber Ihr ahnt ja nicht, wie cool mein Papa ist. Der ist fast zwei Meter groß und so gemütlich Mamas Arm auch ist- von Papas Arm aus hat man einfach den besten Überblick. Manchmal sitze ich hoch oben auf Papas Arm und sage triumphierend „Papapapa!“

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Und sonst so?

-Wir warten gespannt auf die Entscheidung der Kita. Bekomme ich einen Platz oder nicht- jetzt kann jeden Tag der Anruf kommen.

– Beim Pekip bin ich der Stimmungsmacher und krabble immer laut brabbelnd zu allen Kindern hin und schlafe auch danach nicht ein.

– Auf dem Spielplatz will ich jetzt auch immer rumkrabbeln- Mama findet das sehr anstrengend, weil sie noch nicht so ganz weiß, wie sie gleichzeitig den Maxi anschaukeln und mich vom Sand-Essen abhalten soll.

– Zur großen Freude meiner Mama habe ich immer noch blaue Augen.

– Ich weine neuerdings ganz panisch und erschrocken, wenn der Maxi weint.

– Ich liege bei Gewicht und Größe auf der 95. Perzentile.

Und ich soll Euch fragen, ob Ihr auch mal einen Bericht über meinen großen Bruder hören möchtet.

Euer Mini

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„Wir lieben Kinder“

Gestern habe ich „fremdgebloggt“.  Für alle diejenigen, die mir nicht auf Facebook folgen, kommt auch hier nochmal der Link:

Meine Kolleginnen von Stadt-Land-Mama haben nämlich eine Art Gegenoffensive gestartet. Da in den letzten Wochen vermehrt Berichte in den Medien erschienen, nach denen gerade Frauen nahezu verrückt sein müssten, sich für Kinder zu entscheiden, wollen Lisa und Caro auf ihrem Blog die schönen Aspekte des Elternseins in den Vordergrund rücken und starteten eine Blogreihe mit dem Titel „Wir lieben Kinder“.

Hier geht es zu Stadt-Land-Mama und meinem Beitrag.

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Jeder Mutter ihr Instinkt!

Babys sind perfekte kleine Wesen.

Sie kommen auf die Welt und können alles, was sie können, perfekt: Trinken, schlafen, schreien.

Es ist toll, dass die meisten Menschen so über Babies denken, aber es birgt auch eine Gefahr: Wenn nämlich ein Baby etwas nicht ganz so perfekt macht, ziehen wir schnell den Schluss, dass es an der Mutter liegen muss.

Das Baby schreit ungewöhnlich viel? Das wird die Nervosität der Mutter sein, die sich auf das Kind überträgt, stellen mehr oder weniger erfahrene Mütter fest.

Das Stillen klappt nicht? Wahrscheinlich will die Mutter gar nicht stillen und das Baby spürt das- auf einer einsamen Insel ohne Drogeriemarkt können schließlich alle Mütter stillen, rufen die Profistiller.

Ich habe zwei ganz unterschiedliche Babies. Sie haben ein und dieselbe Mutter, aber sie sind in vieler Hinsicht wie Tag und Nacht.

Der Mini will einfach nicht schlafen. Er weckt mich jede Nacht um 0:00, um 1.00, um 2:00 ist dann häufig mal eine Stunde lang wach, weckt mich dann wieder um 5:00 und um 7:00.

Ich bin froh, dass so viele andere Mütter mit mir über dieses Problem gesprochen haben, denn so konnte ich mir von der Seele reden, was mich gerade wirklich fertig macht, und das tat gut. Ich finde es auch ganz wichtig, dass Mütter ihre Tipps austauschen und Erfahrungen weitergeben. Manchmal ist man ja so gefangen in seinem Trott, dass man gar nicht mehr auf die Idee kommt, mal etwas Anderes auszuprobieren.

Am Ende darf man der Mutter in der Regel aber vertrauen. Eine Mutter weiß normalerweise, ob ihr Baby richtig satt wird, oder nachts Hunger das Problem ist. Sie weiß, ob ihm etwas weh tut, oder irgendetwas das Baby beschäftigt.

Schläft das Baby vielleicht im Elternbett ruhiger? Oder im eigenen Zimmer? Die meisten Mütter folgen ihrem Instinkt und finden so ihren Weg. Der Instinkt funktioniert super. Viele von uns lesen sich schon in der Schwangerschaft sehr viel Wissen an. Ich finde nicht, dass das den Instinkt beeinträchtigt, sondern glaube viel mehr, dass der Instinkt sogar besonders gut funktioniert, wenn er ein bißchen flankiert wird von Wissen, das wir heute über Babys haben und nicht komplett ins Blaue hinein entscheiden muss.

Babys sind perfekte kleine Wesen. Aber sie „funktionieren“ eben nicht immer perfekt. Die Ursache dafür immer bei der Mutter zu suchen- seit ich zwei so unterschiedliche Babies habe, bin ich damit sehr vorsichtig geworden.

„Mein Kind kann nur auf meinem Arm einschlafen.“ Für so eine Aussage erntet man schonmal vielsagende Blicke. Ich werde nicht mehr den Fehler machen zu denken, diese Mutter kann sich bloß nicht von ihrem Kind loseisen. Vielleicht stimmt es einfach.

Auf einem ganz anderen Blatt steht die Frage: Wie viel kann man ertragen? Wenn das Kind nur auf Mamas Arm einschläft, dann bleibt es eben wach, wenn Mama mal mit Freundinnen ausgehen möchte! Manche Mütter ertragen den Gedanken an ein waches und vielleicht ohne Mama unglückliches Baby nicht. Auch in diesem Fall gilt: Vertrauen wir doch auf den Mutterinstinkt. Die Mutter, die trotzdem ausgeht, muss keine Rabenmutter sein, und die, die das Ausgehen für viele Jahre vermeidet, tut das vielleicht aus gutem Grund. Mütter wissen auch, wie viel ihr Baby und sie ertragen können.

Euch und Eurem Mutterinstinkt einen tollen Start in die Woche!

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Zweite Kinder laufen einfach so mit!?

Die Krabbelschuhe und die Stiefel.

 

Zwei Krabbelschuhe, blau und klein,

die liefen hinunter an den Rhein.

Das allererste , was sie dort sehen:

Zwei Stiefel, die am Ufer stehen.

 

Steifel

Die Stiefel gehören dem großen Kind

von dessen kleinem Bruder die Krabbelschuhe sind.

Die Krabbelschuhe freuen sich die Stiefel zu sehen

denn zusammen spielen die Brüder so schön.

Sie wundern sich bloß:

„Wir dachten, wir gingen alleine los?!“

 

Am nächsten Tag liefen sie schnell und munter

den ganzen Weg zum Spielplatz hinunter.

Sie waren noch nicht einmal angekommen,

da hatten die Stiefel schon die Rutsche erklommen.

 

So ging das weiter, tagaus und tagein,

die Krabbelschuhe waren nirgends allein.

 

Sie grübelten, doch sie verstanden es nicht.

Und einer der beiden traute sich:

Er fragte die Stiefel: „Was ist das denn bloß?

Werden wir Euch zwei niemals los?

 

Das grenzt ja schon an Zauberei

nichts kann man machen ohne Euch zwei

Wohin ich auch gehe, wohin ich auch fahr,

immer seid ihr beiden schon da.“

 

Der Rechte ergriff als Erster das Wort.

„Ich erklär´s Dir“, sprach er und fuhr dann fort:

„Damit die Kleinen auch etwas sehen,

müssen sie immer mit den Großen gehen.“

 

„Ja“, ergänzte der Linke sofort,

„wir nehmen Euch mit an jeden Ort.

Weißt Du denn nicht“, er tat einen Schritt,

„zweite Kinder laufen einfach so mit.“

 

Am Abend kamen sie vom Spielplatz nach Haus,Krabbelschuhe

dort packte die Mutter den kleinen Bruder aus.

Da rief sie plötzlich: „Ach Du Schreck!

Die Krabbelschuhe sind ja weg!“

 

Da liefen sie alle das ganze Stück

zwischen zu Haus und dem Spielplatz zurück

und schauten überall wo sie spielten und standen

bis sie die Krabbelschuhe wiederfanden.

 

Von nun an kam es ständig vor,

dass man die Krabbelschuhe verlor.

Und immer liefen dann alle im Trab

den gemeinsam gegangenen Weg nochmal ab.

 

Den Stiefeln wurde das langsam zu bunt

und so machten sie schließlich die Krabbelschuhe rund:

„Was macht Ihr denn bloß?

Immer müssen wir wegen Euch nochmal los!“

 

„Wir wollten es euch nur nicht zu einfach machen,“

die Krabbelschuhe begannen zu lachen.

„Wir haben auch nachgedacht“, sagten sie froh,

„wir laufen ja mit, aber nicht einfach so!“

 

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Kalender DIY

Meine Termine habe ich schon lange nicht mehr im Kopf. Glücklicherweise kann ich mich momentan noch auf Stilldemenz berufen, aber ich denke nicht, dass das für das ganze Jahr 2014 funktionieren wird. Ich habe meine Termine fast alle in meinem Smartphone. Vor allem die, die die ganze Familie betreffen halte ich in einem Übersichtskalender in unserem Küchenschrank fest. Und meine Blogtermine werden nochmal gesondert festgehalten.

Ich habe deshalb nach einem Kalender gesucht, in dem ich alle Termine festhalten kann, also die Blogtermine und die Privaten/ Familientermine.

Gefunden habe ich nichts.

Bei meiner Google-Suche bin ich aber hier auf einen selbst gemachten Timer gestoßen, und habe mir kurzerhand gedacht: Mach Dir doch einfach auch einen eigenen Kalender. Und so hab ich´s gemacht:

1. Als Grundlage dient ein ganz normaler Timer. Für die privaten/ Familientermine habe ich einen Kalender gekauft (1 Woche auf zwei Seiten).

2. Fürs Auge habe ich ein Deckblatt mit meinem Mama Mia Logo gestaltet. Das hat mich ziemlich viel Zeit gekostet, bis ich es endlich perfekt fand. Ausgedruckt habe ich es (wie alle anderen Seiten auch) auf ganz normalem Druckerpapier, aber ich glaube, es wäre noch schöner auf etwas dickerem Papier geworden.

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3. Für die Blogtermine nutze ich eigentlich immer die Übersicht von Tastesheriff. Erst wollte ich das auch so beibehalten, aber dann dachte ich mir: Wenn, dann richtig und habe mir dann, ebenfalls in Mama Mia Farben, einen Übersichtskalender für jeden einzelnen Monat gestaltet. Der erste Monat hat noch sehr viel Arbeit gemacht, so dass ich schon fast aufgegeben hätte, aber wenn man den ersten Monat einmal fertig hat, muss man für alle weiteren Monate nur noch die Zahlen verschieben. Tipp: Ein paar Monate sind gleich, also erstmal abgleichen und nicht der Reihe nach gestalten.

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4. Ich habe mir zusätzlich Seiten gestaltet, auf denen ich Ideen festhalten kann, sowie extra Blätter für Kooperationen, weil ich da sonst auch schonmal den Überblick verliere.

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5. Gelocht wird das ganze mit einem speziellen Locher. Diese Locher gibt es in einer sehr teuren Variante, aber es gibt auch ein preiswertes Modell für ca. 10 Euro. Für meinen Zweck hat die günstige Variante vollkommen ausgereicht.

Ich bin so glücklich mit meinem eigenen Mama Mia Kalender. Fünf Mal am Tag schaue ich ihn mir ganz stolz an und blättere durch die Seiten- das war jede Minute Arbeit wert!

Wie haltet Ihr Eure Termine fest? Nur noch digital, oder steht Ihr auch so auf „echte“ Kalender?

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Schlaflos in Bonn

Ich bin urlaubsreif. Deshalb mache ich heute einen kleinen Kurzurlaub: Ich nehme mir die Nacht frei und der Mann übernimmt den Mini.

Eigentlich ist das ja Quatsch. Schlaf wird sowas von überbewertet! Nur Menschen, die regelmäßig ausreichend schlafen dürfen, halten das für wichtig. Alle anderen wissen: Man kommt auch müde durch den Tag.

Der Mini ist gerade dabei, sich das Schlafen gänzlich abzugewöhnen. Seit ein paar Wochen weckt er mich nachts jede Stunde auf. Mal zwei Stunden am Stück schlafen? Das wäre ein Traum (aber zum Träumen komme ich ja gar nicht mehr)!

Früher war Müdigkeit so ziemlich das Schlimmste, was mir passieren konnte. Wenn ich nach einer durchtanzten Nacht ein Schlafdefizit von vielleicht drei Stunden hatte,  bin ich abends früh ins Bett gegangen oder habe am Wochenende bis mittags geschlafen, um die Müdigkeit wieder los zu werden.

Heute beträgt mein Schlafdefizit geschätzte 789.665. 984. 433.672. 984, 34 Stunden. Ich bin eigentlich immer müde- und tanze trotzdem durch den Tag.

Mit meinem Schlafdefizit von höchstens drei Stunden habe ich es damals nicht geschafft, vor 11 Uhr das Bett zu verlassen. Mit einem Schlafdefizit von heute geschätzten 789.665. 984. 433.672. 984, 34 Stunden schaffe ich vor 11 Uhr mehr als früher an einem ganzen Wochenende.

Ich stehe den halben Tag auf Spielplätzen rum schaukele mit einer Hand den Maxi an während ich mit der anderen den Mini auf dem Arm halte, ich mache ein Wettrennen nach Hause mit dem Maxi, koche ein gesundes Abendessen während ich zwei müde und knatschige Kinder bei Laune halte, ich füttere, wickele, stille, räume auf, lese vor…

Das Einzige, das mich wirklich fertig macht, sind schlafende Menschen in der Fernsehwerbung. Wenn ich in der Wick MediN- Werbung, oder in Spots für Baldrian Menschen sehe, die sich zufrieden lächelnd in ihr Bett kuscheln, dann möchte ich manchmal eine Runde weinen. Zum Glück kann ich nie lange fernsehen, weil sich nach ein paar Minuten immer Minis Babyfon meldet…

Mein Mann erholt sich gerade im Büro von den anstrengenden Weihnachtsferien. Aber er bemitleidet mich inzwischen so sehr, dass er mir dauernd vorschlägt, die Nachtschichten zu übernehmen. Dieses Wochenende darf er.

„Aber dann will ich Dich auch nicht hier rumturnen sehen! Auch nicht, wenn Du Geschrei hörst“, hat er gesagt.

Ja, und was soll ich sonst bitte die halbe Nacht machen? Nach vier Stunden Schlaf am Stück werde ich mich so ausgeruht fühlen, wie die Frau aus der Baldrian Werbung, wetten?!

Vielleicht könnte ich ja dann endlich mal den Keller aufräumen. Oder die Steuererklärung machen. Oder irgendwas Nobelpreisverdächtiges erfinden. Sagte ich schon, dass Schlaf ja so überbewertet wird?

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Bock zu verkaufen

„Kind, männlich, 3 Jahre alt, bildschön aber sehr laut, günstig abzugeben. Nur Selbstabholer.“

Es hat nicht viel gefehlt und Ihr hättet diesen Text in den ebay-Kleinanzeigen gefunden.

Vielleicht war es im Nachhinein nicht so klug, dem Maxi einen CD-Spieler zu Weihnachten zu schenken. Bestimmt hätten wir besser an dem ein oder anderen Tag auf einen Mittagsschlaf für ihn bestanden. Und rückblickend hätten wir wohl wissen müssen, dass freier Zugang zu Süßigkeiten unserem Kind nur bedingt gut bekommen würde-  jedenfalls war unser Nervenkostüm nach ein paar Tagen Weihnachtsferien deutlich angegriffen.

Und dann kam auch noch der Bock.

Mein sonst sehr wortgewandtes Kind schien plötzlich nur noch ein Wort zu kennen: „NEIN!“ Das war nicht das zeternde „Nein!“, das wir von seinen filmreifen Trotzanfällen kennen, sondern ein bockiges „Nein“, mit ganz weit vorgezogener Unterlippe. Dieses „Nein“ duldet keinen Widerspruch, es ist vollkommen immun gegen die Überredungskünste, die mein Mann und ich in den letzten Monaten perfektioniert haben. Es ist, als würden nach diesem bockigen „Nein“ sämtliche Empfänger beim Maxi ausgehen. Da kommt einfach nichts mehr. Kein Geschrei, kein Gemotze, keine weiteren Worte, nur „Nein!“. Einerseits herzallerliebst, andererseits…ich nenne es mal anstrengend.

Ich glaube, es ist ein kleiner Bock, der vom Maxi Besitz ergreift, anders kann ich mir Szenen wie diese nicht erklären:

Mann und Maxi wollen einkaufen gehen.

„Zieh Dir schonmal die Jacke an, Maxi!“

„Nein!“

„Aber Du wolltest doch mitkommen, dann brauchst Du eine Jacke!“

„Nein!“

Geht und zieht sich wortlos die Jacke an. Über dem Mann erscheint ein riesengroßes Fragezeichen.

Mann will dem Maxi den Reißverschluss der Jacke zu machen. Maxi macht einen Satz zurück: „Nein!“

Mann zieht die Hände zurück. „Okay, okay!“ Maxi:“ So, und jetzt zumachen!“

Mann: „Hä??“

Ich stand dabei und beobachtete das Spektakel und konnte nicht anders, als mich kaputt zu lachen. Der Mann war so verwirrt, der Maxi so bestimmt, aber irgendwie auch verwirrt- es war herrlich. Natürlich ist diese Phase nicht immer nur witzig. Oft geht der Bock ganz schön an die Substanz.

Wenn man ganz genau hinsieht, kann man kleine Hörner auf Maxis Kopf entdecken, wenn der Bock kommt. Ich vermute, dass es sich dabei um irgendeine magische Substanz handelt, die sich gelegentlich materialisiert. Das Faszinierende daran ist: Es geht auch in die entgegengesetzte Richtung.

Als ich neulich kurz davor war, den kleinen Bock zu verkaufen, da hatte sich mein Kind morgens wieder verwandelt.

Der Maxi (sonst ein Morgenmuffel) erschien mit seinem Superman Schlafanzug in unserem Schlafzimmer. Im Arm ein sehr großes Kuscheltier. Er hatte einen ganz entspannten Gesichtsausdruck und er bewegte sich sanft schreitend durchs Zimmer.

„Ich bin die Maria“, verkündete er. „Ich bin die Mama von dem Jesuskind.“ Er hielt das Kuscheltier hoch: „Das ist das Jesuskind!“ Ganz vorsichtig und liebevoll hielt die kleine Maria ihr Baby im Arm.

Maria

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das war wieder so ein Mami-Moment, in dem mein ganzer Körper in Bruchteilen von Sekunden spürbar von Liebe geflutet wird. Ich habe noch nie zuvor etwas so Süßes gesehen. Oder vielleicht doch, aber das waren dann auch der Maxi oder der Mini.

Und ich schwöre: Ich konnte einen Heiligenschein über dem Maxi sehen! Wirklich! Echt und ehrlich! Kein Morgenmuffel, kein Bock weit und breit. Der Maxi war die Sanftmut in Person. Wenn ich daran denke bin ich sofort wieder gerührt bis auf den Herzensgrund.

Der Maxi hat die Rolle erstaunlich lange durchgezogen. Er wollte keine Milch haben, sondern meinte, Maria trinke Kaffee. Als ich sagte: „Maxi Du bist so süß!“, sagte er ganz ernst und ein bißchen tadelnd: „Ich bin die Maria! Das weißt Du doch!“

Erst nach etwa 10 Minuten meinte er gnädig und ganz leise: „Mama, wenn Du willst, kannst Du mir auch eine Milch machen.“

Die interessante Frage lautet nun: Wann materialisieren sich die Hörner des Bocks und wann der Heiligenschein? Kann ich das beeinflussen? Gibt es einen Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme? Hat es etwas mit den Mondphasen zu tun?

Die Bockforschung in diesem Hause ist noch ganz am Anfang.  Bis ich Näheres weiß, ist ein Verkauf jedenfalls vom Tisch.

 

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Mias Must Haves- Ein (fast) vergessener Nesthäkchen Band

Auf der Suche nach einem schönen Buch als Weihnachtsgeschenk für mein Patenkind bin ich auf die Nesthäkchen Reihe gestoßen.

Habt Ihr die damals auch gelesen?

Nesthäkchen hat schon meine Mutter als Kind gelesen und als ich alt genug war, bin ich mit meiner Mutter in ihr altes Kinderzimmer im Haus meiner Großeltern gegangen und durfte mir den ersten Band mitnehmen. Ich habe ihn verschlungen. Die Geschichten sind so herzergreifend, so schön geschrieben. Nach und nach habe ich mir einen Band nach dem anderen aus Mamas altem Kinderzimmer geholt- ein paar fehlten allerdings, die haben wir neu gekauft.

Meine älter Cousine hat damals immer behauptet, in dem letzten Band „Nesthäkchen in weißem Haar“ stirbt Nesthäkchen. Ich hatte deshalb immer Angst davor, dieses Buch zu lesen. Zum Glück hat meine Cousine mich nur ärgern wollen.

Später habe ich die Bücher immer und immer wieder gelesen. Eine meiner Lieblingsstelle ist die, in der Nesthäkchen ihr erstes Kind bekommen hat: “ Unter der mit goldenen Blättern geschmückten Linde steht ein Wiegenkorb. Ein weißer Schleier -Annemaries Brautschleier- ist schützend darübergebreitet (…) Hand in Hand stehen die Eltern an der Wiege des Kindes. Mit glücklichen Augen flüstert Annemarie: „Nun bin ich kein Nesthäkchen mehr- nun habe ich selber mein Nesthäkchen!“

Zwischen dem dritten und dem vierten Band der Nesthäkchen Reihe gibt es zeitlich eine große Lücke. Gerade noch im Kinderheim ist Nesthäkchen plötzlich ein Backfisch. Ich habe mir darüber nie Gedanken gemacht und bin jetzt ganz zufällig über die Begründung gestolpert:

Es gab ursprünglich einen Band zwischen diesen beiden: „Nesthäkchen und der Weltkrieg“. Dieser Band, der Nesthäkchens Erlebnisse im Ersten Weltkrieg beschreibt, wird seit 1950 in Deutschland nicht mehr aufgelegt. Der Hintergrund ist klar: Nesthäkchen und der Weltkrieg ist ein sehr problematischer Band.

Nesthäkchen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geschrieben hat Else Ury diesen Band zwischen 1917 und 1921. Else Ury selber war Jüdin und starb 1943 im Konzentrationslager in Auschwitz. Das Buch ist in seiner Botschaft nicht eindeutig. Einerseits finden sich Stellen, in denen der Krieg wie ein großes Abenteuer erscheint- zumindest Nesthäkchens Bruder Klaus gibt sich sehr kämpferisch und natürlich Vaterlandstreu. Auf der anderen Seite beschreibt Else Ury den Krieg als eine Zeit großen Leids und Kummers. Auch gibt es eine Episode, in der sich Nesthäkchen sehr feindlich einer neuen, ausländischen Mitschülerin gegenüber verhält, ein Verhalten, das als töricht und falsch dargestellt wird.

Ich tue mich immer sehr schwer damit, wenn Bücher vom Markt genommen werden und ich war deswegen sehr neugierig auf dieses Buch.

Insgesamt muss man ja sagen, dass Nesthäkchen zwar ein Klassiker ist, der aber in einer ganz anderen Zeit geschrieben wurde, so dass wir die geschichtliche Kulisse (nicht zuletzt hinsichtlich des Frauenbildes) bei der Lektüre durch unsere Kinder sicherlich begleiten sollten.

Für Euch alle, die Ihr die Nesthäkchen Bücher gelesen habt, ist „Nesthäkchen und der Weltkrieg“ aus meiner Sicht eine tolle Ergänzung. Ich glaube nicht, dass wir Else Ury und ihrer Reihe gerecht werden, wenn dieser Band vom Markt entfernt und so gezwungenermaßen ignoriert wird. Es ist ein interessantes Zeitdokument, entstanden zwischen zwei Weltkriegen.

Da das Buch in Deutschland nicht mehr aufgelegt wird, müsst Ihr es entweder in Englisch bestellen, oder auf Ebay mit ein bißchen Geduld einen alten Band ersteigern.

Viel Spaß dabei!

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Happy New Year!

Jetzt ist es so weit: Das neue Jahr ist da!

Obwohl ich gestern den ganzen Tag behauptet habe, Silvester würde mir nichts bedeuten, schließlich ändert sich doch nur eine Zahl, war mir schließlich doch ganz feierlich zumute.

Wir sind um 17 Uhr in die Kirche zur Jahresabschlussmesse gegangen und das war so schön. Mini hat geschlafen, und Maxi ist durch die Bänke geklettert. Er hatte vorher angekündigt, er würde ganz laut sein und ich habe gesagt: „Wenn Du in der Kirche leise bist, können wir danach zu Hause ein Eis essen.“ Nachdem der Maxi etwa 20 Minuten in der Kirche rumgelaufen und geklettert ist, kam er zu mir und sagte zur Belustigung aller um uns herum: „Ich will kein Eis!“

Wir haben es immerhin noch bis zum Ende der Predigt geschafft, dann sind wir nachHause gegangen.

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Maxi hat im Garten ein paar Wunderkerzen angezündet und war um 22 Uhr hundemüde. Weil er so viel Spaß gehabt hatte, haben der Mann und ich um Mitternacht gesagt: „Ach, komm, wir wecken den Maxi.“

Und der? Wollte nicht! Wir haben ihn uns einfach geschnappt und mit ihm vom Dachfenster aus das Feuerwerk angesehen. Maxi hatte dazu zwei Dinge zu sagen:

„Das sind alles Raketen!“, und eine Minute später: „Kann ich jetzt wieder ins Bett?!“

Er ist alleine in sein Zimmer getapst, hat sich eingerollt und ist sofort eingeschlafen! Komisches Kind. Das wäre mir damals nicht eingefallen!

Und nun darf ich einen von Euch mit einem super Geschenk ins neue Jahr gehen lassen.

Die Gewinnerin der Nonomo Federwiege ist:  Stefanie Stadtfeld!

Herzlichen Glückwunsch, liebe Stefanie und ganz viel Spaß damit. Schickst Du mir eine Mail mit Deiner Adresse?

Euch allen nochmal ein wunderschönes, glückliches und gesundes Jahr 2014!

Von ganzem Herzen Danke für alle Eure Kommentare!

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