Mehr Zeit für Mama—–Teil 1: Ich brauche einen Plan!

Ich habe gerne für alles im Leben einen Plan oder eine Liste.

Ich schreibe zum Beispiel Einkaufslisten (auch wenn mein Mann sie jedesmal zu Hause liegen lässt), ich schreibe zumindest grobe Redaktionspläne für den Blog, und ich habe Listen fürs Kofferpacken- eine für Sommerurlaube und eine für Winterurlaube.

Ich habe schon vor vielen Jahren gelernt, dass das Leben sich weder an Pläne noch an Listen hält, und dass deswegen schätzungsweise 93% meiner Pläne sinnlos sind, aber das ist mir egal. Ich bin ein visueller Mensch. Was nicht schwarz auf weiß vor mir liegt, das existiert für mich nicht. Dinge aufzuschreiben hilft mir, Ordnung im Kopf zu halten.

Für das Leben mit Kindern hatte ich keinen Plan. Ich glaube, ein Plan für das Leben mit Kindern wäre der sinnloseste Plan, den ich jemals hätte schreiben können, deswegen ist das nicht weiter schlimm. Das Leben mit Kindern kann man nur auf sich zukommen lassen. Man muss sich überraschen lassen, man muss lernen, zu improvisieren und man muss akzeptieren, dass etwas, das gestern toll war, morgen schon zu einem Tobsuchtsanfall führen kann.

Kinder halten sich nicht an Pläne und das ist gut so. Mir graut es schon heute vor dem Tag, an dem der Maxi eingeschult wird und sich fortan an Stundenpläne wird halten müssen.

Zwischen den Kindern und dem Leben mit Kindern gibt es allerdings MICH! Und ich brauche ganz dringend einen Plan.

Mein Leben richtet sich nur noch nach Schlaf- und Essensrythmus der Kinder, nach Kita-Zeiten, Zeiten für eine neue Windel, nächtlichen Stillzeiten, Spielplatzbesuche, Einladungen zu Kindergeburtstagen U- und Impfterminen, Pekip und und und. Ich bin 24 Stunden am Tag im Dienst und ich kann nicht mehr.

Bin ich wirklich 24 Stunden am Tag im Dienst? Woher kommt dann die Zeit zum Bloggen? Wie schaffe ich es immer mit meiner Mama, meinen Schwestern, mit Freundinnen zu telefonieren? Woher nehme ich die Zeit zum Fernsehen?

Es ist wohl so: Ich bin irgendwo zwischen all den Aufgaben im Dienste der Kinder verloren gegangen. Ich habe mich nicht mehr um mich gekümmert, sondern nur noch um die Kinder. Es gibt aber offenbar ausreichend Zeitfenster- ich muss sie nur besser nutzen. Ich brauche einen Plan.

Über Weihnachten habe ich über diesen Plan nachgedacht. Macht so ein Plan überhaupt Sinn? Es ist nämlich so, dass ich zwar gerne konkrete Dinge plane, wie z.B eine Geburtstagsparty oder eine Reise, aber das Leben selber, das möchte ich nicht planen. Ich kenne Menschen, die haben sich den ganzen Tag durchgeplant. Die stehen morgens um 5:30 auf, um joggen gehen zu können, bevor die Kinder geweckt werden müssen. Das funktioniert für mich deswegen nicht, weil ich bei aller Liebe für Pläne und Listen zum Einen ein gemütlicher Mensch bin, der nicht dauernd auf die Uhr gucken möchte und zum Anderen ein spontaner Mensch, der Dinge dann tun möchte, wenn er Lust dazu hat und nicht dann, wenn sie in meinem Stundenplan stehen. Nur: Gerade diese Spontaneität funktioniert ja leider nicht mehr. Ein Teufelskreis?

Mein Plan muss also ein Mittelding sein. Er muss mir helfen, Zeitfenster für bestimmte Dinge freizuschaufeln, aber er muss mir auch Raum für Spontaneität lassen, damit ich nicht ein Sklave meiner eigenen Freiheiten werde. Wie könnte so ein Plan bloß aussehen?

Ich habe mich diesem Plan in mehreren Schritten genähert. Zuerst habe ich gedanklich geordnet, worum es mir überhaupt geht: Was fehlt mir eigentlich? Was will ich?

Ich fühle mich am Limit, weil ich permanent beansprucht werde. In erster Linie geht es um Zeit für mich. Wenn ich diese Zeit aber hätte, wofür würde ich sie dann überhaupt nutzen? Wofür hätte ich gerne wieder mehr Zeit?

Ich musste also mit einer Bestandsaufnahme beginnen. Ich habe ganz vorne begonnen: Was habe ich gerne gemacht, als ich noch keine Kinder hatte? Was waren für mich Stressausgleicher? Was habe ich gerne gemacht, bevor ich ZWEI Kinder hatte und was mache ich heute besonders gerne?

Die Liste ist ziemlich lang geworden, soviel kann ich schon verraten. Alles Weitere lest Ihr, wenn sich das nächste Mal ein Zeitfenster fürs Bloggen für mich öffnet…

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12 Gedanken zu “Mehr Zeit für Mama—–Teil 1: Ich brauche einen Plan!

  1. Bitte ganz schnell weiterbloggen! 🙂

    Meine Situation ist deiner so ähnlich – mein zweites Kind wurde im Frühjahr geboren – und ich bin eigentlich am gleichen Punkt angelangt.
    Nur die Lösung sehe ich noch nicht…
    Deshalb bin ich so gespannt darauf, wie dein Weg aussieht.

    Bis dahin wünsche ich dir als stille Leserin weiterhin gutes Durchhalten und gute Nerven,
    Rebecca

  2. Haha,ich habe auch zwei Packlisten für Sommer und Winter! Ich liebe Listen! Setze aber nicht wirklich viel davon in die Tat um. So hab ich z.B. in meiner Evernote-App eine Liste mit dem Titel: „In Kürze regeln“. Da stehen Sachen drauf, die da schon seeeehhhhr lange drauf stehen. Manche erledigen sich dann irgendwann sogar von selbst 😉
    Die Evernote-App ist übrigens sehr empfehlenswert für Listenfans. Ich hab da u.a. eine Liste mit Geschenkideen für verschiedene Menschen. Und neuerdings eine Liste mit Dingen, die mich glücklich machen. Sehr nützlich bei einem winterlichen Stimmungstief!
    Jetzt bin ich aber ganz gespannt, wie deine Liste aussieht!
    Ich nehme mir übrigens ab und zu mal Zeit für mich am Wochenende, dann kann ja mein Mann unseren Sohn bespaßen. Das macht er zum Glück gerne, und er weiß ja auch, wie maulig ich sonst werde 😉

    Viele Grüße aus Holland,
    Kristine

  3. Oh Mia, so ein Masterplan wäre auch für mich nicht schlecht. Außer Mama erkenne ich an mir nicht mehr viel. Bin ganz gespannt, welche guten Ideen du entwickelst. Gute Anregungen habe ich allerdings nicht- sonst wären sie schon längst umgesetzt 🙂

  4. Mir gehts ganz genauso. gefühlt bin ich sklave meiner kinder, tatsächlich gibt es schon auch hier und da zeitfenster… aber wenn man sie nicht „effektiv“ nutzt, verlaufen sie gern im sande. bin gespannt auf deinen plan. meiner ist übrigens, im tagesablauf einfach auch mal ganz bewusst kleine 5-minuten-kaffeepausen ein zu planen, die ich auch mit den kindern kommuniziere. „jetzt nicht, ich brauch jetzt erstmal ne pause. gleich können wir wieder spielen“. langsam müssen auch die kinder mal lernen, sich an meinen bedürfnissen zu orientieren. klar, die stinkewindel geht vor… aber so langsam aber sicher erkämpfe ich mir auch wieder kleine „me-times“. 🙂 fühlt sich gut an! 🙂

  5. Hallo Mia, einfach wunderbar geschrieben 😉
    Ich bin wie viele andere auch in der gleichen Situation… Mir fällt die Decke zu Hause auf den Kopf und ich weiß auch überhaupt nicht wann ich meine „Aufgaben“ erledigen bzw. Schaffen soll!
    Ich möchte mir auch gerne kleine Auszeiten für mich nehmen, ich weiß allerdings auch nicht wirklich was dann in dieser freien zeit Priorität für mich hat. Deine Idee mit der Bestandsaufnahme ist Super, werde ich auch mal in den nächsten Tagen versuchen.
    Ich warte auch gespannt auf deinen Teil 2 !!!
    Alles gute uns liebe Grüße
    Ps:ich möchte auch an dem nonomo Federwiegen Gewinnspiel teilnehmen…

  6. Oh das hört sich spannend an. Ich freu mich drinen plan bals lesen zu können. Meine zwei sind genauso alt wie deine. Und wenn ich mal zeitfenster habe stehe ich ratlos herum weil ichs gar nicht mehr gewohnt bin.
    Ich gönne mir allerdings auch die kaffeepausen und halte mittagschlaf mit den kleinen. Das bringt kraft!
    Und auf meinen to-do listen stehen sogar dinge wie spülmaschine ausräumen.das fühlt sich beim ausstreichen dann gut an 😉
    Weiterhin viel kraft wünsch ich uns allen.
    Lg kerstin

    1. Liebe Kerstin, ja, das kenne ich auch: Beide Kinder schlafen und Du denkst Dir: Was wollte ich nochmal machen? Und schwupp- sind se wieder wach! 🙂

  7. Liebe Mia, ich lese seit einiger zeit immer wieder gerne deinen Blog. Und ich kann es sooo gut verstehen wie es dir geht…. Bin nämlich in einer ganz Ähnlichen Situation: mein Mann arbeitet viel. Wir haben drei süße Kinder (1, 2,5 und 5 Jahre alt). Die zweite war bis sie 18 Monate war ein richtiges schreikind und ist nie ohne Gebrüll und auf-dem-arm-tragen eingeschlafen. Unser jüngster war eine Überraschung ;-), und ist sooo süß und unkompliziert! Ich und mein Mann sind die letzen 2,5 Jahre oft an unsere Grenzen gekommen. Und sind froh und dankbar für jedes Kind das wir haben! Ich habe mir Auszeiten geschaffen: ich habe und hatte die Möglichkeit, von Zuhause aus zu arbeiten. Das habe ich meistens abends und nachts gemacht; ging also von den zeit am Fernseher und Internet und schlafzeit weg. Aber es half und hilft mir den Kopf freizukriegen. Und die Tage dann 2xim Monat im Büro bei den Kollegen haben mir sooo gut getan dass ich danach umso besser und frischer mich um meine Familie gewidmet habe. Zugegeben: einiges kam deshalb zu kurz, z.b. Deko, bügelwäsche usw… Aber deko gucke ich mir dafür bei den anderen gerne an und weiß dass sich auch das mal wieder ändern wird. Jeder braucht was anderes, jedes Kind und jeder Mensch, jede ehe und jede Familie ist individuell. Für mich und uns ist es so richtig, dass ich Teilzeit arbeite und mein Mann vollzeit. Bin gespannt was du für euch und dich rausfindest…. Oft ist auch ein Tag/abend/nachmittag pro Woche für dich und deine Interessen schon ein guter und hilfreicher Anfang. Ich wünsche dir und deiner Familie von Herzen ein gutes Jahr 2014! Vielen Dank für deine Beiträge, gerne weiter so…. LG Edith aus Stuttgart

    1. Liebe Edith, freut mich, dass Ihr Euren Weg gefunden habt. Genau so sehe ich das übrigens auch: Jede Familie ist individuell. Viele halten ja eine absolut gleiche Aufteilung und 30 Stunden/Woche/Partner für die goldene Lösung, aber ich finde wie Du, dass man das so nicht sagen kann. Ich glaube eigentlich, dass meine Familie den richtigen Weg für sich gefunden hat, wir können allerdings hier und da noch optimieren- und das wahrscheinlich noch viele Jahre immer wieder neu…
      LG Mia

  8. Hallo,

    ich kenne dieses Dilemma auch und ehrlich gesagt hat es sich zuletzt entzerrt, weil ich mich von meinem Partner getrennt habe und ich so zu kinderfreier Zeit gekommen bin (wir teilen uns die Kinderzeit zu 50%). Doch immer noch fühle ich mich weitgehendst fremdbestimmt durch Arbeit, Haushalt, Kinder etc. Die Grundschule scheint Eltern als kostenlose Arbeitssklaven bzw. Leistungserbringer anzusehen….
    Ich würde gerne viel viel mehr Zeit für mich und meine Projekte haben. Na ja, die Kinder werden grösser und unabhängiger; treffen sich mit Freunden und bekommen ihr eigenes Leben so nach und nach. Das muss ich jetzt eben noch durchstehen. Ehrlich gesagt, könnte ich die Zeit zurückdrehen, hätte ich mit dem jetzigen Wissen auf Kinder verzichtet.

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