Am Limit. Heiter- bis- wolkig- Mittwoch

Vor ein paar Tagen hat der Maxi meine alte Kamera entdeckt. Bevor ich ihm erlaubt habe, damit zu spielen, habe ich mir die Fotos angesehen, die noch auf der Karte waren.

Da waren Bilder von dem wunderschönen Winterurlaub, den wir vor fünf Jahren hier gemacht haben. Etwas an diesen Fotos hat mich getroffen. Ich wußte erst nicht, was es war, aber diese Fotos ließen mich den ganzen restlichen Tag nicht los.

Alm

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Abend wurde es mir klar: Es war diese Unbekümmertheit, die wir in dem Urlaub hatten. Wir saßen in einem Almdorf in meterhohem Schnee und haben eine Woche lang nur in den Tag hinein gelebt.

Allmdorf

 

 

 

 

 

 

Als ich die Bilder aus einer anderen Zeit sah, habe ich erst gemerkt, wie sehr ich gerade am Limit bin.

Die Jungs sind so süß und ich liebe sie in jeder Minute des Tages, aber vor allem der Kleine fordert mir im Moment alles ab.

Er schläft nicht. Oder besser gesagt: Er schläft nur auf meinem Arm.  Wenn er müde ist, weint er und quält sich ganz furchtbar, solange er nicht auf meinem Arm ist.

Tagsüber schläft er meistens in der Manduca. Wenn ich ihn irgendwo ablege, wird er sofort wach und schreit, weil er gerne schlafen würde, aber es nicht kann.

Jede Autofahrt ist ein Höllenritt. Im Maxi Cosi wird er nämlich müde, aber er schafft es nicht, einzuschlafen, weil er ja nicht auf meinem Arm ist. Wenn ich mit den Kindern zu meinen Eltern fahre (ca. 100 km Fahrt), schreit er eine komplette Stunde durch. Ich halte gelegentlich auf einem Rastplatz an, weil ich Angst habe, er trägt sonst dauerhaft Schaden davon. Sobald ich ihn auf den Arm nehme, schläft er erschöpft ein. Wenn ich ihn aber ein paar Minuten später wieder in seinen Sitz setze, wird er sofort wieder wach und schreit weiter. Schweißgebadet erreichen wir unser Ziel.

Nachts schafft er nur kurze zusammenhängende Schlafphasen von maximal 2,5 Stunden, dann muss er wieder in meinem Arm. Hunger hat er nicht, er trinkt erst gegen 4:00 Uhr, davor will er nur kuscheln. Seit ein paar Tagen lege ich ihn nachts gar nicht mehr in sein Bettchen, sondern lasse ihn direkt in meinem Bett liegen. So schläft er ganz gut, aber leider kann ich so nicht wirklich gut schlafen.

Feierabend gibt es nicht. Der Maxi geht zwar um 20 Uhr ins Bett, der Mini ist aber in der Regel bis 21:30 wach und wenn er einschläft, dann nur auf meinem oder dem Arm seines Papas.

Jeden Morgen wache ich auf und bin noch ein bißchen müder als am Tag zuvor.

Der Maxi ist ein fröhliches und ausgeglichenes Kind, aber natürlich braucht er auch viel Aufmerksamkeit. Da ich fast immer den Mini auf dem Arm habe, bekommt der Maxi manchmal nicht, was er braucht. Er nimmt das sehr gelassen hin, aber gerade das finde ich so rührend. Ich möchte so gerne auch mal wieder richtig Zeit für ihn haben. Ich träume davon, dass der Mini abends mal pünktlich einschläft und ich dann jeden Abend Exklusivzeit mit dem Maxi verbringen kann. Leider ist das nicht in Sicht. Ich vermisse meinen Großen.

Es rührt mich, dass der Mini offenbar ein extremes Bedürfnis nach Nähe hat. Er ist ein kleines Klammeräffchen, das auf meinem Arm glücklich und zufrieden die Welt beobachtet. Es bedeutet aber nicht nur, dass ich nie eine Hand frei habe, weder für mich noch für den Maxi, sondern es bedeutet auch, dass mein Mann und ich nur noch in Schichten leben. Jeder kann mal kurz etwas erledigen, wenn der andere so lange den Mini trägt. Wir wechseln uns am Wochenende und an den Abenden mit dem Tragen ab. Zeit zu zweit? Was ist das?

Natürlich muss der Mini auch mal schreien, weil ich gerade keine Zeit habe, ihn rumzutragen. Er steigert sich dann aber sehr schnell in ein sehr verzweifeltes Geschrei, dass ich furchtbar nervös werde und versuche, ihn so schnell wie möglich wieder auf den Arm zu nehmen.

Einarmig kämpfe ich mich durch den Alltag. „Manchmal staune ich, dass man so leben kann“, sagte ich am Wochenende zu meiner Mutter. „Ich bin den ganzen Tag beansprucht, ohne auch nur fünf Minuten mal wenigstens in Ruhe einen Kaffee trinken zu können. Ich wünsche mir einfach nur mal eine Pause. Man braucht doch Zeit für sich!“

„Nö, „, antwortete meine Mutter: „Bei mir war das damals so: Ich habe irgendwann resigniert!“

So weit bin ich noch nicht! Ich habe einen Plan, wie ich mir Raum für mich schaffen kann, und wie mein Mann und ich wieder ein bißchen von dem Zauber der Urlaubsfotos zurückerlangen.

Neugierig? Bald hier im Blog!

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14 Kommentare

  1. Oh Mia, ich weiß genau, wie du dich fühlst. Mir ging es genauso wie dir. Ich habe mir dann damals aus lauter Verzweiflung den Easy Rider (so hieß der damals) umgeschnallt und alle Arbeiten mit dem dann zufriedenen Töchterchen vor dem Bauch gemacht. Nicht ganz einfach, aber immerhin hatte ich endlich beide Arme zu Verfügung.
    Nicht verzweifeln, du schaffst das auch!

  2. Liebe Mia,

    Ich könnte schwören du beschreibst mein Leben! Naja nicht ganz… Ich habe nur eine minimaus. Aber auch sie ist ein ausgesprochener tragling! Noch habe ich Reserven, denn ich klammere mich an die Hoffnung, dass es nach dem ersten 3 Monaten besser wird! Aber ich bin schon gespannt auf deinen plan!

    Frohe Weihnachten,
    Sarah

  3. Liebe Mia, ich kann es so gut nachfühlen, nur das es bei uns umgekehrt ist. Max, der Große 22 Monate, verlangt unheimlich viel Aufmerksamkeit , ist ein schlechter Schläfer, schläft nie in seinem Bett durch, ab 22 Uhr kommt es zu uns und an manchen Nächten schmeißt er sich hin und her. Wenn er schreit, fängt Johanna, 4 Monate auch an. Ein Schreikonzert mitten in der Nacht irgendwo in Norddeutschland…Manchmal möchte ich mich zerreißen , möchte nur noch meinen Großen im Arm halten und ihm klar machen, das es irgendwann besser wird, aber meine Liebe nicht nur ihm gehört. Ich möchte die Kleine halten und ihr sagen, das ihre kleine Familie sie so sehr liebt und ihr Bruder, auch wenn er mal ungestüm ist, sie nie mehr hergeben möchte.
    Doch beide sind noch viel zu klein um das zu begreifen, so ist es jeden Tag ein neuer Kampf. Auch um ein paar Minuten Ruhe am Mittag. Tageweise schläft er mittags nicht im Bett, dann gehe ich mit ihm im Fahrradanhänger und Mini in der Bauchtrage Stunde um Stunde spazieren. Schlafen muss er, sonst habe ich am Nachmittag einen Orkan im Haus.
    Stillen kann ich nicht mehr, Mini hat nicht mehr zugenommen, aber irgendwie bin ich auch froh darüber, es war so zeitintensiv und Max ist jetzt etwas ruhiger, wenn er sieht, das seine Schwester auch Milch aus der Flasche trinkt.
    Zudem bin ich ständig erkältet und müde…
    Aber schön das Du einen Plan hast, ich bin sehr gespannt drauf!
    Ich wünsche Dir viel Kraft und mehr als sagen: es wird besser, kann ich nicht, denn das bekomme ich ja auch immer von allen zu hören.
    Nur meine Güte WANN wird es besser ?

  4. Als hätte ich das geschrieben… Seit der Geburt meines Kleinen vor 10 Monaten, hab ich das Klammeräffchen immer bei mir! 😉 Von Anfang an schlief er nur AUF mir, und wehe ich habe auf noch so sachte Weise versucht, ihn abzulegen… Auch heute schläft er am liebsten auf meinem Arm, nachts grundsätzlich nicht länger als 2 Stunden und Autofahren im MaxiCosi ging gar nicht mehr, wegen des Geschreis. Wir sind nun vor der 9 kg- Grenze auf den nächsten, nach vorne gerichteten Sitz umgestiegen, und solange es hell ist, und man glotzen kann, geht es. Aber wehe es dunkelt… Bin auch ziemlich am Ende im Moment. Aber es ist doch alles nur eine Phase!!! 😉 Wir schaffen das!!!

  5. Also da bin ich wirklich SEHR gespannt, wie der Plan aussieht. Ich bin nämlich auch gerade am Limit. Was Schlafentzug mit einem Menschen machen kann! Zum Glück IST bald Weihnachten und danach fahren wir nach Dänemark zu meiner Schwägerin. Der Gedanke an diese „Insel“ hält mich am Laufen.
    In den letzten Tagen habe ich mir auf jeden Fall eine Großfamilie gewünscht. Im Winter ist man doch viel mit dem Kind allein.
    Schön, dann wenigstens zu lesen, dass andere auch am Limit funktionieren müssen.
    Halte durch!
    Liebe Grüße, Julia mit Pauline

  6. Hallo Mia, ich bin auf deinen Plan gespannt.
    Meine Maus kann in 80% der Fälle nur mit Brust einschlafen und für mich wäre es schon ein Erfolg, wenn sie nachts nur Kuscheln wöllte (wäre wesentlich bequemer für mich).
    Abends ins Bett bringen, funktioniert allerdings recht gut. Brust, ab ins Bett, Augen zu und Ruhe…wenigstens das. Weglegen lassen hat sie sich auch nie, habe andere Mütter immer beneidet…
    ..was uns immer sehr geholfen hat: weißes Rauschen. Beruhigt sie auch heute noch, mit ihren 8 Monaten 🙂

    Liebe Grüße
    Julia und Ella

  7. Du bist nicht alleine. Auch wir haben hier ein kleines Klammeräffchen… 4 Monate alt, 7 kg, das merke ich schon deutlich in Armen und Nacken (überzeugte Bondolino User)! Bei d*m gabs neulich Schnuller mit einem kleinen Affen und dem Spruch Klammeräffchen. Das passt wie die Faust aufs Auge und ich muss wenigstens immer lachen, wenn er den Schnulli drin hat!

  8. Es hilft ja immer, wenn andere auch leiden… 🙂
    Mein Mini (Teo) wird jetzt dann 6 Monate, wir sind also einen Monat hinter euch… Eigentlich war das mit dem Schlafen bis 4 Monate ziemlich toll, so dass ich schon dachte, das wird bei Nr.2 ein Kinderspiel! Dann wurden die Nächte wieder anstrengender, sehr anstrengend… und wieder hab ich nach Gründen gesucht und alles Mögliche probiert (ok, immerhin ist nun erfolgreich abgestillt und mit Beikost begonnen), obwohl ich doch langsam kapiert haben sollte, dass die Antwort auf alles ist: „ich bin halt noch so klein, Mama!“ (was da auch noch als Antwort für die 2,5 Jahre alte Tochter gilt). Seit ein paar Tagen vermiest mir Teo auch den Vormittag, an dem er bisher sehr friedlich fast 2 Stunden im Kinderwagen geschlafen hat, ich Kaffee trinken, Blogs oder Nachrichten lesen und „in Ruhe“ den Haushalt machen konnte. Wäsche zusammenlegen oder kochen mit Kind vorne in der Manduca ist einfach nicht lustig!
    Abends kann ich ihn gegen 20 Uhr hinlegen, um ihn dann eine Stunde später wieder ins Wohnzimmer zu holen, wieder eine Stunde später mit ihm ins Bett zu gehen und ihn dann alle 2 bis 3 Stunden irgendwie zu beruhigen (auf mich legen, trinken, Schnuller…). Er wird einfach total unruhig und schreit in der „Leichtschlafphase“ und schafft es nicht, alleine wieder „rüberzukippen“ (toll analysiert, bringt aber nix)
    Heiei, wenn Kinder einfach schlafen würden, wenn sie müde sind, dann wär das Mutterdasein ja viel zu easy…

  9. Danke, danke, danke, das ist immer wieder so schön, wenn ich lese, dass es bei anderen genau so ist! Ich weiß ja, dass der Mini einfach noch ein Baby ist, und sein Verhalten total normal, aber zwischendurch ist man dann doch immer mal wieder so verzweifelt, dass man sich fragt, was das Kind hat, oder was man falsch gemacht hat. Auch wenn ich weiß, alles ist ganz normal- wenn ich es von Euch bestätigt bekomme, geht es mir direkt besser! <3 <3 <3

  10. Liebe Mia,
    bei uns war es ganz ähnlich, mit der Ausnahme das die Kleine noch nicht mal bei Ihrem Papa auf dem Arm einschlafen wollte.
    Die ersten 4 Monate schlief sie nur auf meinem Bauch, da ich irgendwann aus Steifheit morgens nicht mehr in der Lage war mich zu bewegen, schlief sie von da ab in meinem Arm und ich auf der Seite.
    Doch auch in dieser Position spürt man irgendwann ganz schreckliche Schultersteifheit….
    Urplötzlich, mit ca. 8 Monaten hat die Maus dann in ihrem Zimmer schlafen wollen und schläft seiter ( sie ist vor kurzem 1 Jahr geworden) ! jede ! Nacht von 19:30-08:00 Uhr durch ohne einmal wach zu werden!
    Du bist also nicht allein! Irgendwann wird es besser! Halte durch!
    Liebe Grüße
    Yvonne

  11. Liebe Mia,
    auch ich kann sehr mitfühlen. Meine kleine Tochter hängt auch nur an mir. Bei meiner großen Tochter plagt mich das schlechte Gewissen ihr nicht immer gerecht werden zu können. Dabei ist sie sehr verständnisvoll und liebt die Kleine sehr. Ich bin auf deinen Plan gespannt. Ich für mich kann nur sagen, dass ich im Nachhinein den „Fehler“ gemacht habe, sie mit der Brust zu beruhigen und auch einschlafen zu lassen. Die ersten Monate fand ich das genial. es ist super schön gewesen. Abends stillen, ins Bett legen und Ruhe war. Tagsüber auch. Dann habe ich nur noch nachts gestillt und abends Flasche gegeben. War das einfach. Und jetzt? Für mich ist die Zeit gekommen, endgültig abzustillen (sie ist 13 Monate). Jetzt macht sie abends schon Terror. Verweigert die Flasche, schreit mehrere Stunden, obwohl sie auf meinem Arm ist, ist nachts mehrere Stunden am Stück wach, morgens früher wach. Ich bin so fertig, dass ich nur noch heule. Meine Laune trägt nicht zum Hausfrieden bei und so habe ich eben verzweifelt wieder gestillt. Ruhe! So geht es nicht weiter, aber wie denn?? Ich für mich kann sagen, dass das Stillen auch zu einer Abhängigkeit führen kann, die nur schwer zu beenden ist, wenn nicht beide Seiten einverstanden sind. Ich wünsche dir alles Gute, viel Erfolg bei deinem Plan und den Glauben daran, dass es besser wird und man auch vergessen kann (wichtig für Baby Nummer 3)… LG, Meike

  12. Ich nehm Dich jetzt mal virtuell ganz fest in den Arm denn ich glaube, das kannst Du gerade auch sehr gut gebrauchen!
    Sie werden größer und werden nicht immer in Deinem Arm schlafen, also Durchhalten! Um etwas Entlastung tagsüber zu haben: kannst Du den Mini nicht schon auf den Rücken schnallen? Fand ich immer viel angenehmer als vorne. Dann kann man auch wesentlich besser Kochen/ saugen etc…
    Hoffentlich ist nach dem nächsten Schub Besserung angesagt!
    ((( )))

  13. Liebe Mia, hiermit bist du zu einem virtuellen Tee, wahlweise alkoholfreien Punsch eingeladen. Der Vorteil, du kannst dein Glas trinken, wann du willst, es ist immer heiß!
    Unser jetzt 8 Monate altes Klammeräffchen schläft erst nachts ein und vor allem paar Stunden durch, seit wir die Nonomo Federwiege haben, da war sie 3 Monate alt. Ansonsten wird sie momentan auch alle 2 Stunden wach und würde am liebsten nur an Mamas Brust schlafen…
    DU BIST NICHT ALLEIN!!!

    Glg, Anja

  14. Oh Liebes, das klingt tatsächlich anstrengend.
    Ich habe mir in solchen Momenten immer wieder gesagt, dass diese Zeit irgendwann vorbei sein wird, mein Baby groß und nicht mehr so kuschelbedürftig und ich es dann vermissen werde.
    Halte durch! 🙂

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