Hilfe Weihnachten!

Weihnachten ist für Mütter vor allem eine Aufgabe!

Entschuldigung, wenn das zu dramatisch klingt, aber ich stehe noch unter Nikolaus-Schock!

Nikolaus ist mir nämlich irgendwie entglitten. Nach 20 Sekunden Stiefelputzen sprang der Maxi auf und sagte fast mitleidig: „Ich geh wieder zum Papa, is gut, ja Mama?“ und damit war das Thema für ihn beendet. In meiner Vorstellung hatten wir stundenlang eifrig Stiefel geputzt, in freudiger Erwartung Kerzen angezündet und mit vor Aufregung geröteten Wangen Lieder gesungen… aber mein Kind interessierte sich einmal mehr nicht für meine Vorstellungen und fand das Kontrastprogramm, das der Vater im Wohnzimmer abhielt, interessanter (der Mann saß mit iPad auf dem Sofa!).

Später sah ich auf Facebook die Nikolaus-Fotos anderer Familien. Die waren schön. Wir hatten zum Glück keine Fotos gemacht.

Seit diesem Nikolausabend ist Weihnachten mein Angstgegner.

Weihnachten in meinem Elternhaus war wunderschön. Meine Schwestern und ich waren wilde Mädchen, jede von uns hat auf ihre Weise gegen die Eltern rebelliert, aber zu Weihnachten da hätte keine von uns jemals die Tradition in Frage gestellt. Der Ablauf des heiligen Abends war unumstößlich und wir hätten es meiner Mutter übel genommen, wenn sie es gewagt hätte, auch nur in einem Punkt davon abzuweichen.

Heiligabend anders zu verbringen, als wir es zu Hause immer getan hatten, war für mich so unvorstellbar dass ich im ersten Jahr meiner Ehe Heiligabend getrennt von meinem Mann verbracht habe, weil ich lieber bei meinen Eltern und meinen Schwestern sein wollte, als mit ihm alleine zu Hause. Und da er seine Familie nicht zugunsten meiner Familie sitzen lassen wollte, feierte jeder von uns in seinem Elternhaus.

An unserem ersten Heiligabend mit Maxi war der Maxi gerade zwei Wochen alt und als wir gerade in die Kirche gehen wollten hatte der einen wunden Popo und schrie wie am Spieß. Stille Nacht? Nicht bei uns!

Im zweiten Jahr haben wir es zwar in die Kirche geschafft, aber die Messe hatte noch nicht angefangen, da machte der Maxi sich die Windel randvoll und brachte mindestens zehn Reihen vor, hinter und neben uns mit einem bestialischen Gestank fast um den Verstand. Uns blieb nichts anderes übrig, als zu gehen.

Letztes Jahr hat der Maxi schon richtig Spaß an Weihnachten. Wir haben Raclette gemacht und der Maxi hat so viel gegessen, wie nie zuvor. Anschließend hat er sich übergeben.

Dieses Jahr soll alles anders werden. Dieses Jahr habe ich den Eindruck, dass es das Jahr ist, in dem die Weichen für unsere Weihnachtstradition gestellt werden. Und ich trage die Verantwortung dafür.

Als Mutter bin ich die zentrale Figur des heiligen Abends. Ich kann mich nicht mehr nur damit beschäftigen, noch schnell die Geschenke einzupacken und mich dann mit meinen Schwestern vor den Fernseher zu setzen um Pipi Langstrumpf zu gucken, so wie wir das noch bis vor vier Jahren getan haben.

Mama ist nicht die Person, die das Weihnachtsgefühl genießt, Mama ist die, die das Weihnachtsgefühl machen muss!

Ich habe ja sogar eine Vorstellung davon, wie ich Heiligabend mit meinem Mann und meinen Söhnen feiern möchte. Ich fürchte allerdings, dass ich am Ende mit meinem Plänen dastehen werde, als hätte ich eine flammende und wirklich brillante Rede vor einer Horde Erdmännchen gehalten. Klar, dass da keiner klatscht. Nicht deren Sprache!

Keiner wird sich ohne Geschrei etwas Schönes anziehen lassen. Keiner wird Lust haben, sich in der Kirche zumindest nicht deutlich auffallender als die anderen Kinder zu benehmen. Niemand wird ordentlich am Tisch sitzen, niemand wird einen Blick dafür haben, wie schön ich alles dekoriert habe. Keiner wird anerkennen, wieviel Arbeit ich mir gemacht habe. Oder zu schätzen wissen, dass ich die passende Musik für den Abend ausgewählt habe. Erschöpft von aufwendigen Vorbereitungen werde ich beleidigt den Boden von Essensresten befreien.

Und nun? Weihnachten Weihnachten sein lassen? Essen bestellen und den Abend verbringen, wie jeden anderen auch- Hauptsache kein Streß? Nein! Ich möchte, dass meine Kinder den Weihnachtszauber erleben und ihn im Laufe der Jahre so verinnerlichen, wie ich es getan habe. Die Söhne sollen ein wunderschönes „Weihnachtsgefühl“ erleben. Ich trage die Verantwortung dafür und ich will meine Sache gut machen.

Ich mache das nicht nur für meine Söhne, ich mache das auch für mich, denn ich möchte mein Weihnachtsgefühl, meinen Weihnachtszauber in meiner eigenen Familie weiter leben

. Zum Glück darf ich sicher sein, dass der Maxi Teile der Tradition begeistert aufnehmen wird: Pipi Langstrumpf gucken ist so gut wie sicher gekauft.

Der Rest wird schon werden…

 

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17 Kommentare

  1. Hallo Mia,

    du schreibst mir aus der Seele! Sowohl Heiligabend getrennt, Pipi Langstrumpf gucken mit der Schwester und die Angst vor einer Enttäuschung an unserem ersten „richtigen“ Heiligabend als Familie könnte von mir kommen. Lassen wir es einfach auf uns zu kommen – ich glaube wenn wir einigermaßen glücklich sind mit unserem Heiligabend dann merken das die Kinder auch. Und Traditionen entstehen ja nicht in einem Jahr 😉
    Liebe Grüße
    Anna

    • Pipi Langstrumpf finde ich heute noch viel witziger als damals 🙂 Ich finde genau wie Du, dass wir Eltern glücklich sein müssen. Deshalb werde ich auch alles ganz schön machen, auch wenn es vielleicht keiner zu schätzen weiß- denn ohne das ganze Drum und Dran wäre ICH nciht glücklich.
      Liebe Grüße
      Mia

  2. Hallo Mia,

    mein Mann und ich haben uns letztes Jahr zusammen gesetzt und uns überlegt welche Tradition/ Traditionen wir für unsere Tochter möchten.
    Dabei raus gekommen ist, dass, solange es Möglich ist, die Großeltern ein Teil davon sein sollen. Somit war die Sache eigentlich klar. Heiligabend und am 1. Weihnachtstag sorgen Eltern und Schwiegereltern für den Kerzenschein, die Spannung und die Freude. OK, auch für´s Essen, die Deko und das Entsorgen des Geschenkpapiers.

    Unsere ganz eigene Tradition für uns Drei ist der 2. Weihnachtsfeiertag. Der ist NUR für uns bzw. vor allem für unsere Tochter und ihre Gaben vom Christkind.
    Ich muss ehrlich zugeben, auf den Tag freu ich mich jetzt schon am allermeisten.

    Dir und deinen Lieben ein ganz tolles Fest, wie auch immer es im Endeffekt aussieht 

    Schönen Gruß
    Sandra

  3. Juchuu, ich bin nicht alleine 😀 Auch wir haben bisher Heiligabend IMMER getrennt verbracht! Und das hieß dann mal eben 600km zwischen uns. Können wir dieses Jahr nicht machen… Leider hab ich verloren und muss dieses Jahr mit seiner Family feiern 🙁 Ich bin GAR NICHT begeistert davon und mir graust es jetzt schon. Allein die Tatsache, dass bei denen Heiligabend auch wirklich erst ABENDS ist, während wir (früher) zu der Zeit bereits stundenlang mit den Geschenken spielten…
    Nächstes Jahr ist E. anderthalb, da möchte ich dann auch eine eigene Familientradition einführen. Der 24. bleibt dann für unsere kleine Familie reserviert. 🙂

    • Cool- ich wurde damals für verrückt erklärt, weil außer uns alle meinten, verheiratet zu sein verpflichtet jetzt dazu, zu zweit unterm Baum zu sitzen.
      Ich drücke die Daumen, dass es ein schönes Fest für Dich wird!
      LG Mia

  4. Ich hab zwar (noch) keine eigenen Kinder, aber ich kann das ganze schon nachvollziehen. Bisher habe ich Weihnachten immer mit meinen Eltern gefeiert. Früher gab es dann noch immer die Diskussion „was machen wir mit Oma?“. Meine Oma war lange alleine und mein Vater das einzige Kind am Ort. Aber für mich war es immer doof, wenn Oma Heiligabend bei uns war, weil ich dann nicht mit meinen Sachen spielen durfte und alles so sein mußte wie sie es wollte. Dann am 1. Weihnachtstag zu meiner anderen Oma – das war immer toll. Und am 2. dann wieder zur ersten. Irgendwie war das auch nicht besinnlich…
    Seit einigen Jahren haben meine Eltern und ich immer alleine gefeiert. Das war sehr schön und entspannt. Mein Exfreund und ich haben es in 10 gemeinsamen Weihnachten nicht einmal geschafft zusammen zu feiern, da keiner seine Eltern alleine lassen wollte. Und dies Jahr ist alles anders: Mein Freund und ich feiern Heiligabend zusammen, am 25. geht’s zu meinen Eltern und am 26. zu seinen. Mal sehen, wie das wird. Ein bißchen aufgeregt bin ich schon. Auch weil ich nicht weiß, welche „Traditionen“ wir übernehmen werden…
    LG, Steffi

  5. Ich kann so nachfühlen was du meinst, mir geht es ähnlich. Wir haben auch früher trotz Ehe Weihnachten jeder bei seiner eigenen Familie verbracht und ich fand das wunderbar. Ich weigere mich auch absolut, Weihnachten bei der Familie des Mannes zu verbringen, weil das einfach gar nicht das ist, was ich mir unter Weihnachten vorstelle.
    Für uns heißt das aber auch, dass wir hier eine ganz neue (Kompromiss-)Tradition erfinden müssen, weil es so unterschiedlich war. Allerdings bin ich recht zuversichtlich, weil mir Weihnachten deutlich wichtiger ist als dem Mann. Trotzdem will ich, dass es für meine Kinder perfektes Weihnachtsgefühl gibt und am liebsten so, wie ich es kenne.

  6. Ohhh ja, liebe Mia…das Gefühl kenne ich! Und dieses Jahr ganz besonders, denn der Nachwuchs ist noch nicht da und mein kleiner Alptraum rückt näher; Mama ist Heiligabend im Krankenhaus. Das wäre für meine Kleine und mich sicher heftig! Und wie es mit einem ganz kleinen Muckel wird, wenn er sich bis dahin doch mal endlich auf den Weg gemacht hat, weiß ich halt auch noch nicht. Aber ich sehe im Moment überall Sprüche, die ich förmlich aufsauge. Gelassenheit, Keep Calm and Smile, alles wird gut… und und und. Also, ruhig bleiben, es wird sicherlich sehr schön werden 😉 Bei Euch und bei uns ***

    Liebe Grüße, Tanja

  7. Hallo Mia!

    Auch wir haben 8 Jahre getrennt gefeiert, bis das erste Kind da war. Ich kann mich dem Weihnachten der Schwiegerfamilie einfach nicht verbunden fühlen. Seit die Kinder da sind, feiern wir Heiligabend bei uns. Wer kommen will ist herzlich eingeladen (nach unseren, D.h. meinen Ideen zu feiern). Das war in den letzten Jahren sehr schön und es haben sich bereits einige neue Rituale herauskristallisiert: z.B. eine schöne Weihnachtsgans zuzubereiten. Äußerst stressfrei und doch besonders. Am ersten und zweiten Feiertag geht’s dann zu den jeweiligen Eltern.
    Anstrengend, aber doch schön.
    Wünsche uns allen schöne Feiertage!!!

  8. Liebe Mia,
    Wie so oft habe ich das Gefühl du schreibst aus meinem Leben…
    Das Jahr in dem meine Eltern mit meinen Geschwistern in ihrem Ferienhaus verbracht haben und ich mit meinem Mann bei seiner Familie war furchtbar… Leider haben wir zu der Familie meines Mannes kaum Kontakt. So hat es sich eingespielt, dass wir Heiligabend immer mit meinen Eltern und meiner kleinen Schwester verbringen, im Wechsel bei ihnen und bei uns. Am 1. oder 2. Weihnachtstag ist dann immer Brunch mit meinem Bruder und seiner Familie bei meinen Eltern.
    Für meine Kinder wünsche ich mir, dass sie diese wundervolle Weihnachtsstimmung und den -Zauber erleben den meine Mama uns verschafft hat. Wir starten damit, dass am 1.Advent gebacken wird und wir die Weihnachtszeit richtig zelebrieren.
    Grundsätzlich gibt es erst Bescherung dann können die Minis spielen und danach essen wir. Wenn sie größer sind tauschen wir die Reihenfolge vielleicht wieder.
    Auf jeden Fall wünsche ich euch tolle Weihnachten und lasst es entspannt angehen! Ich bin fest überzeugt, dass auch die Kleinen schon viel mitbekommen und die Tradition dann über die Jahre für jede Familie wächst.

    Liebe Grüße, Nina

  9. „Mama ist nicht die Person, die das Weihnachtsgefühl genießt, Mama ist die, die das Weihnachtsgefühl machen muss!“ Herrlich! Treffender kann man es wohl kaum formulieren! Ich liebe deinen Blog 🙂
    Ich habe auch sehr schöne Erinnerungen an die Weihnachten meiner Kindheit und möchte das unbedingt an meinen Sohn weitergeben. Nur wie? Ich hab nicht mal den Adventskalender rechtzeitig hingekriegt und die Lichterkette hängt auch noch nicht…
    Da ich aber glaube, dass sich die Familien-Weihnachtstradition mit den Jahren erst entwickeln muss (mein Sohn ist ja noch nicht mal ganz 2), habe ich mir fest vorgenommen, mir da nicht so einen Stress zu machen. Schließlich habe ich es auch geschafft, meinen niederländischen Weihnachtsmuffelmann mit meiner Weihnachtsbegeisterung anzustecken, ha! Da wird mir das bei einem kleinen Jungen ja wohl auch gelingen, hoffe ich.
    Spann deinen Mann doch einfach mit ein bei den Vorbereitungen (Kinder schön anziehen, das Essen loben und die Essensreste vom Boden kratzen muss ja wohl drin sein, oder?) und halte dich in stressigen Momenten einfach an dem Gedanken fest, dass deine Mühen früher oder später damit belohnt werden, dass deine Söhne Weihnachten genauso lieben wie du!

    Übrigens: wer sagt denn, dass die Nikolausfotos der anderen Familien mehr sind als nur Momentaufnahmen? Vielleicht dauerte der Zauber bei denen in Wirklichkeit auch nur 20 Sekunden! 😉

    Liebe Grüße aus Holland,
    K.

    • Liebe K, ja, ich klammere mich auch an den Gedanken, dass viele der tollen Facebook Impressionen nur perfekte Momentaufnahmen waren 🙂
      Viele Grüße in mein heißgeliebtes Holland, das ich schon wieder total vermisse. Muss dringend den Frühlingsurlaub buchen! Euch ein schönes Weihnachtsfest! LG Mia

  10. Meine Augen sind gerade beim Lesen immer größer geworden… Ich hätte nie gedacht dass es tatsächlich so vielen Paaren genauso geht wie uns 😀 Und ich muss im gleichen Atemzug lachen, weil ich jetzt weiß, dass die selben Diskussionen zwischen vielen genauso laufen wie bei uns 😀 Seit 7 Jahren ein Paar, feiern wir auch dieses Jahr mit unserer 10 Monate alten Tochter gemeinsam Weihnachten- und ich hab das große Glück dass Schwiegerfamilie letztes Jahr 30km weit weggezogen sind und meine Familie nur eine Straße weiter als wir wohnen *hihihihihi* demnach darf ich „mein“ Weihnachten auch dieses Jahr feiern! Diese Besonderheiten die ich als Kind am Heiligen Abend erlebt habe, das Gefühl, dieses heimelige und gemütliche, besinnliche und traditionelle möchte ich auch für meine Tochter… ob ich es schaffe ohne dabei in meinen eigenen Mama-Stress zu verfallen weiß ich nicht. Aber eines fand ich sehr interessant- ich habe meine Mama letztens gefragt wie sie es geschafft hat, dass für uns die Weihnachtszeit so besinnlich war und garkein Stress oder Hektik spürbar war…. Sie meinte dann schmunzelnd, dass es für sie oft mehr Stress als Besinnlichkeit war, aber dass man das als Kind weniger spürt und Eltern immer irgendwie schaffen dieses Gewusel von den Kindern fern zu halten. Sie selber konnte aber viele Momente nicht so genießen wie wir es eigentlich dachten….. Also ob ich das für mich auch will, oder ob ich lieber einige Traditionen unter den Teppich kehre und dafür selber ein Stück weit entspannter die Weihnachtszeit erlebe als meine eigene Mama, darüber muss ich mir noch ein paar Gedanken machen 😉

  11. ach herrlich,hier ist noch eine bekennende „erste ehe jahre getrennt verbracht an heiligabend“
    ich möchte auch unbedingt das meine kinder einmal später so gerne an weihnachten denken wie ich mich an früher erinnere.
    aber ich denke (vorallem wenn ich mir die weihnachtsfotos von früher angucke), das unsere erinnerung viel schöner ist,als wir es in dem moment wahr genommen haben.
    und ja die mütter sind für den weihnachtszauber zuständig,auch wenns keinen interessiert,außer uns selbst,wir sind der geist der weihnacht.
    ich wünsche dir ein wundervolles weihnchtsfest,so wie es ich gehört mit viel streß,genervten kinder,peinlichen momenten in der kirche und viel zu viel essen. 😉

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