Schnullerfee und andere schöne Ideen

„Und ist die ganz klein, oder so groooß wie…wie ein Baum, Mama?“

Ich hab´s geahnt. Entgegen meiner Überzeugung habe ich die Schnullerfee ins Spiel gebracht und jetzt geht der Maxi ins Detail.

„Das weiß ich nicht, wir sehen die Schnullerfee ja nicht, die kommt nachts“, winde ich mich heraus, denn ich will auf gar keinen Fall ein buntes Bild von der Schnullerfee in sein kleines Köpfchen malen.  „Und wo wohnt die?“, bohrt er weiter.

Genau deshalb wollte ich die Schnullerfee eigentlich nie in mein Haus lassen. In der Welt meines Dreijährigen ist noch alles möglich und was Papa und Mama erzählen muss ja wohl stimmen. Aber auch wenn es verlockend ist und es mir als passionierter Geschichtenerzählerin großen Spaß macht, wenn mich der Maxi mit großen Augen anschaut und gebannt meinen Käpt´n Blaubär-Geschichten lauscht: Gerade weil er mir in diesem magischen Alter noch (fast) alles (fast) ungefragt abnimmt, kommt es mir so falsch vor, ihm Geschichten von Wesen wie der Schnullerfee zu erzählen. Denn es wird der Tag kommen, an dem er erfährt, dass es die Schnullerfee nicht gibt und dann wird er erkennen, dass ich ihn an der Nase herumgeführt habe. Eine furchtbare Enttäuschung muss das sein- und so eine Enttäuschung will ich ihm ersparen!.

Nun fordern aber besondere Umstände besondere Maßnahmen. Mit seinem Schnulli war der Maxi geradezu verwachsen und inzwischen war schon ein leicht offener Biss entstanden. Als unsere Nachbarskinder ihre große Playmobil Ritterburg verkauften, schien mir, die sei ein angemessenes Tauschobjekt für die geliebten Schnuller und könne ihm den Verlust ein bißchen ausgleichen.

Denn genau darum geht´s: Der Schnulli mag ab einem bestimmten Alter nicht mehr als eine Angewohnheit sein, aber für den Maxi ist er wie für die meisten Kinder viel mehr. Er ist seit Babytagen ein Trostspender bei kleinen und größeren Wehwehchen. Er ist ein Begleiter in der Dunkelheit der Nacht und er gehörte zu den Kuschelmomenten auf dem Sofa oder im Bett immer dazu. Für vernünftige Argumente, wie Zahngesundheit ist der Maxi natürlich noch nicht empfänglich, also würde der Abschied vom Schnulli für den Maxi eine sehr emotionale Angelegenheit werden, das war mir klar.

Nachdem wir Freunden und Kollegen von unserem Schnuller-Abschied erzählt hatten, haben sie uns auch ihre Methoden verraten, die ich Euch hier gerne weitergeben möchte.

Schiff ahoi

Habt Ihr einen Fluß, See oder gar das Meer in der Nähe? Dann nichts wie hin. Für jeden Schnuller ein Papierschiffchen basteln und die Boote feierlich zu Wasser lassen. Das kann man super mit einem schönen Ausflug, inklusive Kakao und Kuchen zum Trost verbinden.

Schnullerfee

 Zum Mond

Wie wäre es, ohne Schnuller ins neue Jahr zu starten? Schnuller einfach an eine Silvesterrakete binden und ab damit zum Mond. So lange aufbleiben zu dürfen und bei der großen Schnullerparty, bei der alle „großen“ Kinder der Stadt ihre Schnullis zum Mond schießen dabeizusein- das ist es doch wert, oder?

 Schnullerbaum

Zu den Klassikern gehört der Schnullerbaum. In vielen Städten gibt es einen Schnullerbaum in einem Park, oder bei uns z.B. im Kinderkrankenhaus. Einfach mal googlen, vielleicht gibt es das auch bei Euch. Ansonsten einfach mit dem Kind den schönsten Baum von allen selber aussuchen. Vielleicht kann man den Schnuller ja auch in den Weihnachtsbaum hängen. Mit dem Baum verschwindet dann nach Weihnachten auch der Schnulli.

Schnullerpost

Schnürt ein schönes Paket und bringt es gemeinsam zur Post. Wohin das Paket geschickt wird? Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: An kleinere Kinder, die dringend Schnullis brauchen? Eine Kita extra für Schnuller? Am besten die Adresse von Oma, Tante oder Freundin verwenden, die bewahrt das Paket bestimmt auch gerne auf und schenkt es zum 18. Geburtstag zurück.

Zauberkiste

Das ist vielleicht meine Lieblingsidee, weil sie dem Kind den meisten Freiraum einräumt. Bastelt gemeinsam eine schöne Kiste, indem ihr zum Beispiel einen alten Schuhkarton verschönert. Die Schnullis werden dort hineingelegt und das Kind sucht sich einen schönen Standort für die Kiste aus. So sind die Schnullis immer noch in der Nähe und können im Notfall nochmal rausgeholt werden. Anfangs wird das vielleicht noch häufiger geschehen, aber irgendwann sicher nicht mehr.

Urlaub ohne Schnuller

Mit der Hauruck-Methode funktioniert es im Urlaub. Der Schnuller wird einfach zu Hause vergessen. Das haben wir mal probiert, aber ich hatte für den Notfall doch einen Schnulli eingepackt- und bin schon auf der Autofahrt weich geworden. Wenn Ihr also zu dieser Methode greift, müsst ihr die Schnuller auch wirklich zu Hause lassen.

Schnullerfee

Mit der Schnullerfee haben wir uns schließlich vom Schnulli verabschiedet. Wir haben dem Maxi erzählt, dass die Schnullerfee die Schnullis abholen und dafür eine tolle Ritterburg bringen würde. Als „Anzahlung“ gab es schonmal einen einzelnen Ritter. Der Maxi hat immer wieder erklärt, dann wolle er jetzt die Ritterburg haben, aber wenn es ins Bett ging, hat er jeden Abend einen Rückzieher gemacht. Wir haben ihm da keinen Druck gemacht und gewartet, bis die Neugierde auf die Ritterburg siegte. Eines Abends war es so weit. Maxi hat stolz wie Oskar seine Schnullis in die vorher gebastelte Kiste gesteckt. Dann hat er erklärt, man müsse die Kiste auf einen Tisch stellen und hat seinen kleinen Tisch aus seinem Zimmer vor die Zimmertür geschoben und dort die Kiste platziert. Ich bin vor lauter Rührung dahingeschmolzen.

Am nächsten Morgen waren die Schnullis weg und die Ritterburg da. Das ist jetzt fünf Tage her. Maxi ist nach wie vor begeistert von der Ritterburg und hat nicht ein einziges Mal nach seinem Schnuller gefragt.

Obwohl ich nichts davon halte, Kindern Märchen aufzutischen, habe ich das Gefühl, dass es so für Maxi richtig war. Wir haben ihm ein bißchen Geschichte gegeben und den Rest der Phantasie überlassen. Er ist stolz und zufrieden und wir sind mit dem Thema durch.

Insgesamt glaube ich, dass  jeder für sein Kind entscheiden muss, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist und welche Methode dem Kind dabei hilft. Noch mehr Ideen gibt es übrigens HIER

Viel Erfolg!

Eure Mia

10 Gedanken zu “Schnullerfee und andere schöne Ideen

  1. Das sind echt süsse Ideen…und es stimmt wohl, dass jedes Kind auf eine andere Methode anspringt. Ich bin mal gespannt wann es bei uns soweit ist. Irgendwie habe ich das Gefühl, die Perle hängt immer mehr an ihrem Nunu…

  2. Es ist doch einfach schön zu lesen, wie sehr unsere Kinder uns doch letzten Endes vertrauen und wie sehr sie von unseren Ideen überzeugt sind. Ich selber habe unheimliche Angst vor dem Tag, an dem ich unserem Kleinen doch den Schnuller entlocken muss und es ist gut zu wissen, dass Dein Maxi ihn bis zum Alter von drei Jahren hatte. Ich finde es furchtbar, wenn andere Leute da einen unheimlich starken Druck aufbauen, sodass ständig gefragt wird: „Braucht der wirklich noch einen Schnuller“. Ich muss zugeben, dass ich ein echter Fan des Schnullers bin und er für mich einfach zu einem Baby dazugehört. Ich habe nichts gegen ihn einzuwenden und bei mir wird er sicherlich locker bis zum Alter von zwei Jahren eines der schönsten Stücke der Babyausstattung bleiben. Davon bin ich überzeugt.
    Am besten fand ich die Idee mit der Zauberkiste. Bereits das Basteln der Kiste dürfte zum echten Highlight werden. 🙂

    1. Ich hatte mir die drei Jahre immer als magische Grenze gesetzt. Wegen des entstehenden offenen Bisses war die Zeit jetzt auch wirklich reif. Beim Mini werden wir das Problem nicht haben: Der mag weder Schnuller noch Daumen. LG Mia

  3. Hach ja, der Schnuller. Auch hier fuehrt die Diskussion um den heissgeliebten „Nunu“ immer wieder zu bitterlichen Traenen.
    Gaaaanz konsequent ( hahaha) darf er nur zum Schlafen verwendet werden. ( oder aber auch als Troesterli wenn mal etwas weh tut…)
    In Deiner Liste sind nette Vorschlaege dabei, aber ich denke, bei uns wird es auch auf die Schnullerfee hinauslaufen ( gegen meine Ueberzeugung ) – Bestechung wirkt doch am Besten ;-).
    Ich hoffe, dass bei der Mini-Maus Nr. 2 uns der Schnuller komplett erspart bleibt…

    Katrin

  4. Unsere Kinder hatten ihre Schnullis auch immer relativ lange. Aber als sie größer waren habe ich sehr darauf geachtet, dass sie die Schnuller wirklich nur im Bett zum Einschlafen hatten. Tags war Schnuller tabu. Ausnahme waren natürlich krank-Tage 🙁 Danach gab es dann öfter ein paar Tränen, aber es ging recht schnell wieder. Ich hab die Kinder nie gepushed bezüglich der Schnuller-Aufgabe, aber beim letzten Rundgang, bevor wir schlafen gingen, hab ich immer sichergestellt, dass der Schnuller nicht im Mund ist. Und wenn er es war, hab ich ihn gezogen, was in der Regel fast immer problemlos ging.
    Wir haben dann immer Tauschhandel gemacht – also recht ähnlich wie ihr nun mit der Ritterburg. Wenn das Kind wirklich dazu bereit war, seinen Schnuller aufzugeben, durfte es sich dafür was kleines zum Spielen aussuchen. Das hat immer super geklappt 😉

  5. Das sind so so schöne Ideen! Klasse:-) Meine Kleine wollte ihren von einen auf den nächsten Moment nicht mehr haben…manchmal denke ich, es war zu spontan. Denn nun freut sie sich am meisten darauf,für das Baby Schnuller zu kaufen (und diese womöglich bei jeder Gelegenheit dem Baby in den Mund zu schieben). Mal schauen…
    Ich speichere mir auf jeden Fall Deine Ideen ab, kann sie sicher noch mal gebrauchen 🙂

    Liebe Grüße, Tanja

  6. Jaja, der gute alte Schnuller. Meine Kleine ist jetzt 16 Monate alt und ich sehe noch nicht, dass ich sie bald davon entwöhnen kann. Am Besten hat mir die Idee gefallen, den Schnuller mit der Rakete in den Himmel zu schießen. Witzig, wenn man sich vorstellt, dass alle Raketen in der Sylvesternacht Schnuller dran baumeln haben 😉
    Interessant, dass Du sagst, dass der Mini keinen Schnuller nimmt. Bei meinem Kind war es genauso. Und dann plötzlich, mit sieben Monaten, als ich abgestillt hatte, nahm sie ihn doch. Und nun fordert sie ihn jeden Abend ein…

  7. Hihi bin froh, dass unsere Kleine nun seit gut 4 Monaten ohne Schnuller durchs Leben geht. (Sie ist jetzt 13 Monate alt). Ich wollte sie ursprünglich gar nicht erst daran gewöhnen, allerdings haben die guten Schwestern im Krankenhaus (bei der Gelbsucht) gemeint, dass sie das unbedingt braucht und haben ihr eins in den Mund gesteckt… das hat sie natürlich nicht mehr hergegeben…

  8. Ich finde die Idee mit Silvester ja total schön! Aber da ist man ja zeitlich sehr gebunden. Wir sind ja in der glücklichen Lage, dass Lotta keinen Schnuller genommen hat und uns das einfach erspart bleibt. Die Schnullerfee mag ich nämlich auch nicht besonders, genauso wie die Zahnfee mit all ihren Geschenken…Aber ich bin auch nicht in der Situation, dass ich soetwas entscheiden muss. Ich finde es toll, dass ihr dem Maxi die Entscheidung selbst überlassen habt, wann er seinen Schnuller eintaucht!

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