Ein Sonntagmorgen zum Entspannen

Sonntag Morgen, 6:30 Uhr. Wir sind wach! Wir, das sind meine beiden Söhne und ich. Der Mann darf heute ausschlafen.

Während draußen langsam die Sonne aufgeht und ich drinnen dank Kaffee so ganz allmählich in die Gänge komme, erwacht um mich herum der Wahnsinn in Kindergestalt . Zwei Jungs, bestens gelaunt und mit jeder Menge Forderungen. Der Mini hat Hunger, die Stimmung wird jeden Moment kippen. Erstmal muss aber der Maxi versorgt werden. Maxi bekommt immer noch jeden Morgen eine Milch und er besteht darauf, sie aus einer Flasche zu trinken. „Mit ganz viel Honig, Mama!“ „Ja klar, mit Honig, Mäuschen.“ „Aber mit GANZ viel Honig! So viel wie der Papa immer macht!“ Er traut mir nicht, weil ich mal mit dem Papa geschimpft habe, der morgens immer die Milch bereitet, weil der zu viel Honig in die Milch gerührt hat. Was Maxi nicht weiß: In seine Milch kommt schon lange gar kein Honig mehr. Das war mal, als er erkältet war. Gemein, ich weiß…

Ich mache also eine Milch mit GANZ viel Honig, während der Mini nach seiner Milch schreit. Für ein paar Minuten nuckeln beide Kinder ganz zufrieden, aber dann geht es los. Legosteine werden ausgekippt, wodurch sich der Mini halb zu Tode erschreckt und lauthals anfängt zu brüllen. Die letzte unversehrte Ecke in unserem Wohnzimmer wird mit dem Bobbycar abgefahren. Der Maxi rutscht auf seinem Legochaos aus und weint. Ich lege den Mini kurz in den Laufstall, um den Maxi zu trösten, woraufhin der Mini sofort anfängt zu protestieren. Ich nehme mir den Mini wieder, da schreit der Maxi: „Ich muss PIPI!! Oh, schon ein bißchen in die Hose gegangen. Aber is niß slimm!“ Es ist gerade mal 7:15 Uhr. Eigentlich bin ich ein Morgenmuffel!

Der Maxi darf Bibi Blocksberg im Fernsehen ansehen. Ich bin so dankbar für dieses Kinderprogramm am Wochenende. Nach Bibi Blocksberg UND Löwenzahn verlange ich, dass der Fernseher ausgeschaltet wird. Riesengeschrei! Warum immer alles, womit man den Kindern eine Freude machen will, mit Geschrei enden muss!

Der Mann verschläft den ganzen Radau. Wenn ich ausschlafen darf, bin ich trotzdem um 8:30 Uhr spätestens wach, aber der kann wirklich richtig schlafen, wenn man ihn lässt.

Ich schiele immer wieder auf die Uhr. Es wird immer später. Maxi und ich haben inzwischen gefrühstückt, der Mini ist zweimal gewickelt und gestillt worden und mir dröhnt der Kopf. Aber ich freue mich über jede Minute, die verstreicht. Soll der Mann sich mal richtig ausschlafen. Und im Gegenzug ist es nur gerecht, wenn ich ihm dann gleich die Kinder überreiche, und mir Zeit für mich nehme.

Um 10:00Uhr steht endlich der Mann im Wohnzimmer. Meine Schicht dauert nun schon 3,5 Stunden. Ich drücke ihm den Mini in den Arm und sage: „Ich gehe baden!“ Weg bin ich!

Im Badezimmer liegt sehr dekorativ ein Körbchen mit ganz vielen Badezusätzen. Wann ich zuletzt einen benutzt habe weiß ich nicht mehr. Nach diesem anstrengenden Sonntagmorgen wähle ich „Meditation pur“. Hab´ich mir verdient.

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Herrlich ist das in der Badewanne! Die „Meditation pur“ wird auch nur ganz geringfügig durch die Geräuschkulisse gestört, die von unten bis ins Badezimmer schallt. Ich rutsche ein bißchen hinab, so dass meine Ohren unter Wasser sind. Toll, jetzt höre ich die Stimmen aus dem Wohnzimmer sogar noch deutlicher! Aber oh. Jetzt ist Ruhe!

Da fliegt die Badezimmertür auf. „Mama, ich komm auch rein, ja?!“ Klar. So tiiiieefenenstpannt wie ich nach fünf Minuten baden in „Meditation pur“ jetzt bin- kein Problem.

Der Maxi ist in nullkommanix ausgezogen. Normalerweise dauert das Stunden und er behauptet immer, er kann das nicht alleine. Mit bemerkenswerter Technik rutscht er über den Rand und plumpst zu mir ins Wasser. Und dann geht es rund.

Wir machen megahohe Wellen, strampeln mit den Füßen, spritzen uns mit der Badewannenversion von Sophie la giraffe gegenseitig voll und lassen tausendmal Wasser ab und neues hinzufliessen.

Es hat Spaß gemacht, aber als der Maxi hinterher abgetrocknet, geföhnt und wieder angezogen ist, wische ich ungefähr 3 Liter „Meditation pur“ vom Fußboden des Badezimmers auf.

Ich wünschte, ich gehörte zu den Leuten, für die Putzen eine entspannende Wirkung hat. Wie relaxed ich dann immer wäre!

Eure Mia

 

5 Kommentare

  1. Ein ganz herrlicher Sonntag. Wenn wir daheim sind, dann bin ich auch immer riesig froh über Bibi und Co. Unterschied bei uns ist allerdings, das der Mann auch nicht ausschläft. Wach sind wir alle. 😉

  2. Ha! Das kommt mir bekannt vor. Wir schlafen abwechselnd aus. Mit einem Kind geht es bei uns vielleicht etwas ruhiger zu. Außerdem wacht unser Herr Sohn erst gegen 7:30 auf. Das entspannt den Morgen etwas. 🙂 LG Katrin

  3. Und auch hier hast du mich wieder zum Schmunzeln gebracht liebe Mia! Erst gestern ist mir mein Großer auch in die Badewanne gefolgt und aus Entspannung wurde eine Weltumsegelung 😉

  4. Ich glaube für fast jede Mama dürfte dieser Artikel von dir wie ein Spiegel sein. Du beschreibst mal wieder in ener herrlich amüsanten Form den ganz normalen Familienwahnsinn. Die Meisten werden mir wohl zustimmen können, wenn ich sage, dass es bei uns allen zu Hause nicht anders ist. Als ich das erste Mal schwanger war, habe ich noch aus vollster Überzeugung gesagt, dass meine Kinder in den ersten drei Lebensjahren nicht vor dem Fernseher sitzen werden. Und nun: Pustekuchen. Mein Kleiner schaut jeden Abend das gute alte Sandmännchen und ist total aus dem Häuschen. Es ist einfach herrlich mit anzusehen, wie er in seinem kleinen Sessel sitzt und dem Sandmann winkt. Schaut denn Dein Maxi auch so gern die alten Kinder- und Trickfilme?

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