5 Tipps gegen den Familienkoller

Home is where the heart is, sagt man, und das Herz ist ja meistens bei der Familie. Die Familie ist der Lebensmittelpunkt, der Fels in der Brandung, das Zuhause.

Das klingt, als wäre die Familie immer nur ein Hort der Ruhe und Zufriedenheit, aber ganz so einfach ist es dann doch oft nicht.

Bei aller Beständigkeit, die die Familie unserem Leben gibt- die Familie selber ist doch Veränderung galore! Veränderungen sind in einer Familie an der Tagesordnung und hören eigentlich niemals richtig auf, allein schon deshalb, weil sich die Bedürfnisse der Kinder ständig ändern und die Eltern darauf reagieren müssen. Laufend müssen alle ihre Rollen neu definieren und sich aufeinander einstellen, das kann ganz schön anstrengend sein.

Hin und wieder haben mein Mann und ich deshalb wohl so eine Art „Familienkoller“. Je nachdem, wie belastbar wir gerade sind und in welcher Verfassung einen die Dinge treffen, sind wir dann auch einfach mal nur noch genervt von dem ganzen Trubel. Im Laufe der letzten Jahre und ganz besonders in den letzten Monaten, seit der Mini da ist, haben wir kleine Strategien entwickelt, um die Harmonie in der Familie wieder auf Kurs zu bringen, die ich zum Teil noch aus meiner eigenen Kindheit übernommen habe:

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Schon als wir noch zu zweit waren habe ich festgestellt, welche wundersamen Auswirkungen es haben kann, wenn man mal die Kulisse wechselt. Als Paar etwas zu unternehmen schafft manchmal viel mehr Nähe, als die Vertrautheit auf dem Sofa zu Hause. Es gibt einem die Gelegenheit, den Partner zu beobachten und ihn mit anderen Augen zu sehen. Besonders in einer fremden Umgebung, wo man sonst keinen kennt, führt das leicht dazu, dass sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl einstellt, wie man es im Alltagstrubel oft gar nicht spüren kann. Das Gleiche  funktioniert auch mit den Kindern. Zu Hause beschäftigt sich oft jeder nur mit sich selbst und wird von den anderen ständig bei seiner Tätigkeit unterbrochen, aber wenn wir etwas Besonderes unternehmen, dann erkunden wir gemeinsam als Familie Neues und ein gemeinsames Abenteuer verbindet. Wenn wir nach Hause kommen sind wir  alle ganz beseelt von dem Erlebten und das belebt das Familiengefühl. Schon ein kleiner Waldspaziergang mit offenen Augen reicht dazu aus.

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Sich immer mal wieder Zeit als Paar zu nehmen ist wichtig. Gebt Euch einen Ruck und sucht Euch einen Babysitter. Wenn mein Mann und ich mal alleine unterwegs sind, vermissen wir meistens auf der Stelle unsere Kinder- egal wie sehr sie uns zuvor genervt haben. Dann sitzen wir da und erzählen uns Geschichten über sie und zeigen uns gegenseitig die besten Schnappschüsse auf unseren Handys. Wenn wir nach Hause kommen, können wir es kaum erwarten, einen Blick auf unsere schlafenden Jungs zu werfen.

Für das Familiengefühl ist aber nicht nur Zeit zu zweit als Paar wichtig, sondern auch exklusive Zeit zwischen einem Elternteil und einem Kind. Am Wochenende machen Maxi und Papa „Männersachen“. Nur die beiden. In der Woche hat der Maxi viel zu wenig Zeit mit seinem Papa und beide genießen die Zeit zu zweit an den Wochenenden sichtlich. Seit der Mini da ist, fehlt auch mir die Zweisamkeit mit dem Maxi oft und ich habe das Gefühl, dass er hier und da ein bißchen Extra-Mama-Zeit braucht. Am Wochenende nehme auch ich mir daher wann immer es möglich ist die Zeit und mache etwas mit dem Maxi alleine. Wir gehen einkaufen, für ein Stündchen auf den Spielplatz oder eine Runde Laufrad fahren. Zu Hause genießen in der Zwischenzeit der Mini und der Papa ihre Zweisamkeit. Im Alltag des Familienlebens können sich hier und da auch mal zwei ein bißchen verlieren. Schon ein Stündchen Zweisamkeit hilft.

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Manchmal hilft alles nichts, da muss man einfach mal alleine sein. Mein Mann und ich räumen uns diese Zeiten am Wochenende immer ein. Wir schlafen abwechselnd aus- einer übernimmt am Samstag die Frühschicht und einer am Sonntag. Wenn der Maxi seinen Mittagsschlaf macht, übernimmt in der Regel mein mann den Mini und ich habe Zeit, mich an den Rechner zu setzen. Mein Mann hat dafür jeden Sonntag Zeit für seine Bandproben. Wenn der eine gerade in die Zeitung vertieft ist, übernimmt der andere ganz selbstverständlich die Aufsicht der Kinder oder wenn das Telefon klingelt. Trotzdem gibt es darüber hinaus auch Zeiten, wo man mittendrin mal sagt: „Ich kann das jetzt nicht, ich will jetzt alleine sein!“ Ich finde es sehr wichtig, dass man sich diese Freiräume gegenseitig erlaubt und dem anderen sein Bedürfnis nicht übelnimmt. Genauso wichtig ist es aber, dass man dieses Bedürfnis auch ausspricht!

Übrigens braucht auch der Maxi Zeit für sich alleine. Er kann so herrlich im Spiel versinken! In derKita muss er sich beim Spielen ja immer mit anderen Kindern auseinandersetzen und mit deren Vorstellung vom Spiel. Das ist natürlich sehr wichtig, aber zu Hause mal ganz in Ruhe alleine zu spielen ist so wertvoll, auch dafür muss immer wieder Zeit sein.

Manchmal hängen wir Samstagsmorgens erstmal jeder für sich alleine rum. So kommen wir alle am besten im Wochenende an und sind offen für Familie.

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Für mich geht Liebe eindeutig durch den Magen. Gemeinsames Essen (und Kochen) gehört zu meinen liebsten Familienritualen. Die Mahlzeiten mit Baby sind manchmal mit etwas Akrobatik verbunden, denn der Mini sitzt immer auf dem Schoß- er ist so neugierig aufs Essen und ich möchte auch, dass er an den gemeinsamen Mahlzeiten teilhat. Vom Maxi kann man meistens nicht erwarten, länger als 10-15 Minuten am Tisch zu sitzen, dann lockt das Spiel ihn wieder. Man kann das allerdings mit einem kleinen Trick ein bißchen strecken, indem man mehrere Gänge vorbereitet und den Maxi an der Vorbereitung teilhaben lässt. Wir machen es seit einiger Zeit regelmäßig so, dass jeder einen Gang aussuchen und vorbereiten darf, so dass wir Vorspeise, Hauptspeise und Nachtisch haben. Weiche Sachen, die mit einem normalen Messer geschnitten werden können, wie zum Beispiel Tomaten, darf der Maxi dann unter Aufsicht selber schneiden, das klappt schon sehr gut. Am Geschicktesten ist es, wenn er für den Nachtisch zuständig ist- dann bleibt er ohne (größere) Probleme bis zum Schluss der Mahlzeit sitzen. Gemeinsam zu kochen und dabei jeden Mal die Führung übernehmen zu lassen, ist eine schöne Familienaktion. Die anschließende gemeinsame Mahlzeit ist die Krönung. Die wird dann auch mit allem Drum und Dran zelebriert: Maxi hilft beim Tischdecken, wir zünden Kerzen an und sorgen für Hintergrundmusik. Wenn wir gemeinsam am Tisch sitzen, stehen die Chancen am Besten, dass der Maxi uns Geschichten aus der Kita erzählt (sonst ist er eher ein Schweiger).

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Eine große Gefahr, die im Alltagsstress droht ist, dass man verlernt miteinander zu reden. Ich meine, richtig zu reden, nicht nur das, was gesagt werden muss. Zwischen all den Terminen bleibt oft keine Zeit, über Gefühle zu sprechen und auch, sich gegenseitig zuzuhören. Eine schöne Idee ist dann eine Art Familienstammtisch. Wir haben ein sehr großes Sofa im Wohnzimmer, auf dem wir gerne alle zusammen kuscheln. Wenn alle dort zusammengekommen sind, ist die Gelegenheit günstig, für ein paar Erzählungen. Der Maxi bekommt einen Kakao, mein Mann und ich einen Kaffee und dann wird erzählt. Der Maxi interessiert sich neuerdings für Geschichten aus unserer Kindheit. Besonders die ganz kleinen Geschichten hört er gerne. Im Moment bekommt er zum Beispiel nicht genug davon, wie meine Schwestern und ich mit meinem Papa einen Drachen gebastelt haben und ihn anschließend steigen ließen.Eigentlich gar keine richtige Geschichte, aber er will das immer wieder hören. Im Gegenzug für unsere Geschichten von früher erzählt der Maxi auch manchmal etwas. Wir versuchen auch, ihn dazu aufzufordern, in dem wir ihn fragen, was sein Lieblingstier ist oder Ähnliches- dann kommt er manchmal vom Hölzchen aufs Stöckchen.

Mit größeren Kindern kann man so einen Familienstammtisch auch zu festen, regelmäßigen Terminen veranstalten. Ihr werdet staunen, was Ihr über Euren Partner dabei noch alles erfahren könnt.

In diesem Sinne- eine schöne Zeit mit Euren Familien wünscht Euch

Eure Mia

 

5 Gedanken zu “5 Tipps gegen den Familienkoller

  1. Eine schöne, und wichtige, Liste. Danke dafür! Ich merke auch immer wieder, dass die Perle Abends, wenn wir von der Arbeit/Tagesmutter, einfach mal alleine in ihrem Zimmer wuseln möchte. Das gibt mir natürlich Zeit zum Abendessen machen. Leider ist unter der Woche unsere Zweisamkeit auf früh morgens und Abends beschränkt, aber dafür unternehmen wir viel an den (Mama-)Wochenenden. Und es stimmt, draussen lernt man, kleine und grosse, Menschen nochmal von einer ganz anderen Seite kennen.

  2. Hallo Mia,

    danke für die Tipps.

    Gerade in der „kalten“ Jahreszeit, wenn wir nicht raus können (oder wollen), gibt es hier öfters mal die beschriebenen Problemchen.
    Schön zu hören, dass es bei euch genauso ist und was man da aktiv dagegen tun kann.

    Herzliche Grüsse
    Sonja

  3. Ja, es ist in der Tat wirklich eine Erleichterung zu lesen, dass es bei euch ähnlich ist wie bei uns. Manchmal fragt man sich ja schon, ob man einfach alles falsch macht, wenn die unterschiedlichen Fronten in einer Familie mal wieder aneinandergeraten. Seitdem unser Sohn auf der Welt ist, haben wir uns eigentlich regelmäßig in den Haaren. Die Gründe und Auslöser sind verschieden. Mal sind es Alltagsprobleme, mal ist es wohl die aufgestaute Müdigkeit, die das altbekannte Fass schlichtweg zum Überlaufen bringt. Deine Tipps sind in Sachen Familienkoller sicherlich eine Hilfe. Manchmal tut es einfach gut, sich die Meinung zu sagen. 🙂

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