Starke Mädchen!

Ich bin 35 Jahre alt. Ich bin Volljuristin, Ehefrau und Mutter von zwei Söhnen. Und ich bin immer noch ein Mädchen.

Als Berlinmittemom zu ihrer Blogparade zum Thema: „Gemeinsam für starke Mädchen“ aufrief, dachte ich erst: Schade, schönes Thema, aber ich bin ja ´ne Jungsmama. Nach einigem Nachdenken fiel mir aber ein, dass ich ja selber auch noch ein Mädchen bin, und damit bis heute von dem Thema betroffen.

Ich war glücklicherweise immer ein starkes Mädchen. Vielleicht lag das daran, dass das Leben  es  auf ganzer Linie gut mit mir gemeint hat. Mir ist eigentlich alles zugeflogen: In der Schule musste ich mich nie anstrengen, ich habe alles im Vorbeigehen gelernt (ok, außer Mathe…), jede Sportart, die ich angefangen habe, habe ich nach kurzer Zeit auf hohem Niveau betrieben, für jedes Instrument, das ich gelernt habe, hatte ich Talent. Ich habe mich nie als Außenseiter fühlen müssen und habe für mein Aussehen immer nur Komplimente bekommen.

Keine (größeren) Probleme = starkes Mädchen. Ist das schon das ganze Rezept? Schön wär´s, aber ich kenne viele Frauen und Mädchen, die sind begabt, schlau schön- aber sie sehen es selber nicht. Allzu leicht lassen sie sich verunsichern, und wenn es kein anderer tut, dann verunsichern sie sich eben einfach selbst, das können die richtig gut.

Warum also fühle ich mich stark und habe das mit Ausnahme kleinerer Phasen immer getan?

Es sind sicher viele Komponenten, die in die Antwort nach dieser Frage hineinspielen. Natürlich ist es hilfreich, wenn man sich mit vielem nicht schwer tun muss und wie ich mit einem Gemüt gesegnet ist,  das von jeher das Glas als halb voll betrachtet hat- negative Dinge werden bei mir einfach ausgeblendet. Es gibt aber einen ganz wichtigen Faktor, um den ich bei der Antwort auf die Frage nicht herumkomme: Meine Mutter!

Meine Mutter ist eine echte Löwenmutter. Nicht so, wie wir das von der Tigermutter, Amy Chua kennen, die ihren Töchtern immer wieder Parolen ins Hirn gepflanzt hat. Nein, meine Mutter hat mir das GEFÜHL gegeben, schön, begabt und geliebt zu sein. Sie war immer der sichere Hafen für mich und meine Schwestern. Sie hat uns bedingungslos geliebt und unterstützt und uns dabei immer den notwendigen Freiraum für unsere individuelle Entwicklung gelassen. Und sie hat mir gezeigt, wie man stark ist. Wenn ich es mal nicht selber sein konnte, dann war sie für mich stark.

Ich erinnere mich zum Beispiel an eine Situation (ich war etwa 16 Jahre alt), da wollte ich in einem Laden ein Kleidungsstück umtauschen. Das Preisschild war schon ab, aber ich hatte es dabei, ebenso, wie die Rechnung. Wohl aufgrund meines exotischen Aussehens sprach die Verkäuferin zuerst auf englisch und dann unangemessen langsam und laut mit mir. Die Rechnung hat sie sich nicht einmal angesehen- für sie war klar, ich hatte das Stück geklaut. Ich war wirklich nicht auf den Mund gefallen, aber mit meinen 16 Jahren kam ich gegen die Frau in dem vollen Laden nicht an. Unverrichteter Dinge und zutiefst gekränkt fuhr ich nach Hause.

Meine Mutter ist ohne zu zögern ins Auto gesprungen um die Sache zu klären. Ich saß neben ihr und wußte schon während der Fahrt, dass sie die Sache geradebiegen würde, und so war es natürlich auch. Die Verkäuferin war am Ende der Rede meiner Mutter ganz kleinlaut- sie hat sich nicht nur bei mir entschuldigt sondern mir sogar noch ein kleines Accessoire geschenkt.

Ähnliche Situationen gab es immer wieder, zum Beispiel auch in der Schule. Immer wenn ich nicht weiterkam, ist meine Mutter für mich in die Bresche gesprungen. Sie hat sich nicht eingemischt, in erster Linie habe ich meine Probleme selber gelöst, aber immer dann, wenn ich nicht weiterkam und ich Hilfe brauchte, ist sie eigesprungen. Ich wußte immer, dass zu Hause jemand ist, der mir hilft, mich unterstützt oder mich einfach auffängt. Ich hatte je nach Bedarf einen Coach oder eine „Geheimwaffe“ zu Hause und das hat mir ein Gefühl von Sicherheit und Stärke gegeben.

In derPubertät gab es Phasen, da war ich verunsichert. Mal fand ich mich zu dick, mal zu klein, mal war der Busen nicht groß genug. Meine Mutter ist auf meine Sprüche dazu gar nicht erst eingegangen. Mit mir über diese Äußerlichkeiten zu diskutieren fand sie überflüssig. Manchmal wußte ich gar nicht so richtig, wohin mit mir. Bin ich auf dem richtigen Weg? Was will ich eigentlich und kann ich das überhaupt schaffen? Wer bin ich und wer will ich sein- ach, die Pubertät war manchmal einfach nur doof! Ich weiß gar nicht so genau, wie meine Mutter es geschafft hat, aber irgendwie hat sie mit ihrer unerschütterlichen Liebe und Zuversicht in den Menschen, der ich bin, gar nicht erst zugelassen, dass Zweifel an mir entstehen konnten, sondern sich zwischen mich und sämtliche Zweifel an mir selbst gestellt. Sich mit Selbstzweifeln zu quälen und in Unsicherheiten zu verlieren, diesen Weg hat sie für mich einfach dicht gemacht.

Meine Mutter hat mir aber nicht nur beigebracht, nicht an mir selber zu zweifeln, sie hat mir auch beigebracht, andere Menschen zu respektieren und zwar so, wie sie sind.

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Es wird sicherlich Jahre geben, in denen auch meine Söhne sich mit sich selber schwer tun werden. Denn auch Jungen sind heute viel mehr als in meiner Jugend dem Druck von Schönheitsidealen ausgesetzt. Dann wird es an mir sein, genau so hinter ihnen zu stehen, wie es meine Mutter bei mir getan hat. Sie sollen immer spüren, dass sie perfekt sind, so wie sie sind. Und genau so sollen sie von mir lernen, andere zu respektieren- auch und gerade Mädchen.

Kein Mensch hat sich selber gemacht, und jeder verdient Respekt- wir selbst und andere. Diese Grundlage meiner Erziehung soll auch für meine Söhne bestehen. Ich hoffe, dass ich ihnen in diesem männerdominierten Haushalt ein gewisses Grundverständnis für das weibliche Wesen vermitteln kann.

Ich weiß übrigens auch heute nicht immer so ganz genau, ob ich auf dem richtigen Weg bin. Ich mochte mein Leben vor Kindern. Ich fand mein Bild von einer Juristin in einem großen Konzern ziemlich toll. Im Moment bin ich aber ganz Mutter. Mein Job kommt mir gerade so unwichtig vor. Ist das gut so? Bin ich eher Business-Frau oder eher Mutter? Kann ich beides in gleichen Teilen sein, beides gleich gut machen, oder steht ein Ziel über dem anderen? Welches?

Vor „Business-Frauen“ habe ich das Gefühl, zu sehr Mutter zu sein, vor manchen Müttern habe ich das Gefühl, verteidigen zu müssen, dass ich bald wieder arbeiten gehen möchte. Und wehe, wenn einer einen Spruch über mein Leben macht, das kann mich auch heute noch ganz schön verunsichern.

Dann rufe ich übrigens immer meine Mutter an. Die weiß immer Rat. Stark, oder?

Eure Mia

 

 

 

Kindergarderobe DIY

Mama Mias erstes Do it Yourself

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Nee, ich bin keine DIY-Mama. Es ist eigentlich gar nicht so sehr, dass mir das Talent oder die Ideen fehlen, mir fehlt einfach die Zeit.

Hin und wieder mache ich aber doch mal etwas selber. Vor etwa zwei Jahren habe ich für den Maxi eine Kindergarderobe gebastelt, weil mir die käuflichen Modelle nicht gefielen. Seitdem gehört diese Kindergarderobe zu meinen beliebtesten Geburtsgeschenken. Nun hat endlich auch der Mini eine eigene Garderobe und da dachte ich mir, ich mache eine kleine DIY- Anleitung für Euch daraus. Dank selbstklebender Materialien spart Ihr Euch das Nähen und seid ganz schnell fertig- das schafft Ihr während Eure Kleinen Mittagsschlaf machen.

 

 

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Die Bretter gibt es in der Restekiste der Holzabteilung im Baumarkt; sie kosten nicht mehr als 1-2 Euro.

Den Bereich, an den die Kleiderhaken montiert werden trennt Ihr am besten optisch vom Motivteil, indem Ihr ein Zierband auf dem Stoff befestigt. Entweder mit Kleber aufkleben, oder einfach selbstklebende verwenden, da gibt es nämlich auch eine schöne Auswahl in jeder Bastelabteilung.

Legt den Stoff vor Euch hin. Darüber legt Ihr ein Stück Filzstoff. Dadurch wird das Brett etwas gepolstert. Das sieht nicht nur schöner aus und fühlt sich besser an, es verhindert auch, dass Euch der Stoff reißt. Das Stück Filzstoff sollte etwas kleiner sein, als der Stoff, dann guckt er auf der Rückseite nicht hervor. Auf den Filzstoff legt Ihr das Brett. Nun klappt Ihr den Stoff um das Brett herum, schlagt die Enden ein und tackert alles rundherum fest. An den Ecken müsst Ihr vielleicht ein Stück abschneiden, damit es nicht zu fest wird. Da ich Anfangs behauptet habe, das schafft Ihr während eines Mittagsschlafes: Es könnte sein, dass der Mittagsschlaf nach dem Tackern zu Ende ist, das ist nämlich sehr laut 🙂

 

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Für das Motiv verwende ich selbstklebenden Filz. Einfach Motiv aufmalen, ausschneiden, aufkleben- hält!

Dann müssen die Kleiderhaken befestigt werden. Mein Tipp: Wenn Ihr die Kindergarderobe bestmöglich nutzen wollt, nehmt ruhig ganz große Huthaken. Denn es bleibt ja meistens nicht bei einer Jacke. Gerade im Winter braucht man Platz für Matschhosen, Mützen, Schals, die dicke Winterjacke und die Kitatasche sowieso. Achtet darauf, dass die Schrauben nicht zu lange sind, sonst kommen sie auf der Rückseite wieder raus.

Am Ende werden auf der Rückseite noch die Aufhängungen befestigt. Auch hier wieder darauf achten, dass die Nägel nicht zu lang sind.

Und schon seid Ihr fertig!

 

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Viel Spaß beim Nachmachen!

Eure Mia

 

 

5 Monate

Heute vor fünf Monaten wurde ich geboren.

Mein Vorname bedeutet: „Der Kräftige“ und ich bin bemüht, dem Namen alle Ehre zu machen. Zu diesem Zweck habe ich ordentlich an Größe und Gewicht zugelegt. Ich bin 68 cm groß und wiege 8150 g.

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Inzwischen kann ich mich problemlos vom Bauch auf den Rücken und vom Rücken auf den Bauch drehen. Manchmal passiert das ganz automatisch und so werde ich nachts wach, weil ich mich gedreht habe. Dann gucke ich meine Mutter an und motze ein bißchen, damit sie mich zurückdreht, denn im Schlafsack kann ich das noch nicht so gut. Meine Mutter lacht dann zwar, aber ich glaube, ein bißchen genervt ist sie doch, denn sie würde lieber schlafen.

Apropos schlafen: Aus irgendwelchen Gründen ist Durchschlafen ja so ein großes Thema. Das leuchtet mir überhaupt nicht ein- warum soll man die ganze Nacht verschlafen, dann hat man ja gar nichts davon?! Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, habe ich eine Woche lang jede Nacht sieben Stunden am Stück zu schlafen. Ich denke, meine Mama hat jetzt verstanden, dass ich es kann und deshalb kann ich jetzt nachts hoffentlich wieder in Ruhe das tun, was ICH will! Ich denke, so gegen 3 Uhr und dann wieder um 6 Uhr mal nach dem Rechten zu sehen, ist ganz angemessen.

Übrigens: Ist das bei Euch auch so, dass Eure Mamas Euch den ganzen Tag abknutschen? Ist das normal? Wann hört das auf? Muss ich da irgendwas machen, z.B. wegen Mamas Zahngesundheit oder so? Am liebsten würde ich mal die Hebamme fragen, aber sprechen kann ich leider noch nicht.

Ich kann aber trotzdem schon viel erzählen. Meine Lieblingsgeschichten sind die von „e-de-deh“, „mumm-mumm“ und „daaah-da“.

Ich kann ganz dreckig lachen. Meistens mache ich das, wenn mein großer Bruder auf seinem Bett rumspringt und Mama mich vor sich hält und mich auch auf und ab bewegt, als würde ich gemeinsam mit meinem Bruder springen. Das ist ein Spaß.

Mein großer Bruder und ich sind übrigens ein echtes Traumpaar geworden. Neulich lag ich neben meinem Bruder auf der Krabbeldecke. Da nimmt er meine Hand und sagt: „Der Mini und ich, wir sind Freunde!“ Ich glaube, das bedeutet, er mag mich genauso wie ich ihn!

Haare hab ich mir noch keine wachsen lassen. Vielleicht überlege ich mir das für den Winter noch…

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Wenn ich auf dem Bauch liege, versuche ich immer, mich irgendwie vorwärts zu bewegen. Meistens benutze ich dazu nur meine Beine. Ich ziehe die Knie unter den Bauch und mein Popo ragt dann in die Luft. Leider bremst mein Gesicht das Fortkommen noch. Meine Eltern lachen immer, wenn ich so kämpfe. Das finde ich gemein. Ich lache auch nicht, wenn Mama versucht, einzuparken!

Seit ein paar Wochen gibt es mittags Brei. Ich sag´s mal so: Man gewöhnt sich an alles. Anfangs fand ich es ganz lustig, aber als ich herausgefunden habe, dass es ein Ersatz für die schönen Mahlzeiten an Mamas Brust sein soll, war ich jetzt nicht so begeistert. Da ich aber abgesehen von dieser einen Breimahlzeit noch gestillt werde, mache ich mal mit. Ich weiß aber noch nicht, wie ich reagieren werde, falls man mir weitere Stillmahlzeiten zu streichen gedenkt.

Am Sonntag werde ich übrigens getauft. Meine Mama wird Euch bestimmt auf Facebook und Instagram Bilder davon präsentieren.

Euer Mini

 

 

Minis neue Spieluhr

Es gehört zu den schönen Dingen des Blogger-Lebens, dass man hin und wieder Produkte zum Testen zur Verfügung gestellt bekommt. Längst nicht alles davon schafft es in meinen Blog. Was mir nicht gefällt schicke ich zurück. Ich schreibe dann auch nicht darüber, denn die Geschmäcker sind ja verschieden und ich finde es nicht nett, einen negativen Post zu schreiben, wenn mir jemand etwas geschenkt hat.

Jetzt habe ich aber eine Spieluhr für den Mini in der Post gehabt, die mir so gut gefällt, dass ich sie Euch kurz vorstellen möchte. Die Spieluhr hat die Form einer Wolke und ist aus weißem, flauschigen Stoff. Der Name des Mini ist mit blauer Schrift aufgestickt. Was mir an der Spieluhr besonders gefällt ist, dass sie eine vergleichsweise lange Spieldauer hat (3 Minuten), so dass man sie nicht sofort wieder aufziehen muss, kaum dass man sich umgedreht hat.

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Die individualisierbaren Spieluhren stammen von La Mommy, einer kleinen Näherei im Nordschwarzwald. Es gibt noch viele schöne weitere Designs. Hätte ich wählen können, hätte  mir, glaube ich, ein anderes sogar noch besser gefallen.

Schaut doch mal rein: hier geht´s direkt zu den Spieluhren: Klick!

 

Schnullerfee und andere schöne Ideen

„Und ist die ganz klein, oder so groooß wie…wie ein Baum, Mama?“

Ich hab´s geahnt. Entgegen meiner Überzeugung habe ich die Schnullerfee ins Spiel gebracht und jetzt geht der Maxi ins Detail.

„Das weiß ich nicht, wir sehen die Schnullerfee ja nicht, die kommt nachts“, winde ich mich heraus, denn ich will auf gar keinen Fall ein buntes Bild von der Schnullerfee in sein kleines Köpfchen malen.  „Und wo wohnt die?“, bohrt er weiter.

Genau deshalb wollte ich die Schnullerfee eigentlich nie in mein Haus lassen. In der Welt meines Dreijährigen ist noch alles möglich und was Papa und Mama erzählen muss ja wohl stimmen. Aber auch wenn es verlockend ist und es mir als passionierter Geschichtenerzählerin großen Spaß macht, wenn mich der Maxi mit großen Augen anschaut und gebannt meinen Käpt´n Blaubär-Geschichten lauscht: Gerade weil er mir in diesem magischen Alter noch (fast) alles (fast) ungefragt abnimmt, kommt es mir so falsch vor, ihm Geschichten von Wesen wie der Schnullerfee zu erzählen. Denn es wird der Tag kommen, an dem er erfährt, dass es die Schnullerfee nicht gibt und dann wird er erkennen, dass ich ihn an der Nase herumgeführt habe. Eine furchtbare Enttäuschung muss das sein- und so eine Enttäuschung will ich ihm ersparen!.

Nun fordern aber besondere Umstände besondere Maßnahmen. Mit seinem Schnulli war der Maxi geradezu verwachsen und inzwischen war schon ein leicht offener Biss entstanden. Als unsere Nachbarskinder ihre große Playmobil Ritterburg verkauften, schien mir, die sei ein angemessenes Tauschobjekt für die geliebten Schnuller und könne ihm den Verlust ein bißchen ausgleichen.

Denn genau darum geht´s: Der Schnulli mag ab einem bestimmten Alter nicht mehr als eine Angewohnheit sein, aber für den Maxi ist er wie für die meisten Kinder viel mehr. Er ist seit Babytagen ein Trostspender bei kleinen und größeren Wehwehchen. Er ist ein Begleiter in der Dunkelheit der Nacht und er gehörte zu den Kuschelmomenten auf dem Sofa oder im Bett immer dazu. Für vernünftige Argumente, wie Zahngesundheit ist der Maxi natürlich noch nicht empfänglich, also würde der Abschied vom Schnulli für den Maxi eine sehr emotionale Angelegenheit werden, das war mir klar.

Nachdem wir Freunden und Kollegen von unserem Schnuller-Abschied erzählt hatten, haben sie uns auch ihre Methoden verraten, die ich Euch hier gerne weitergeben möchte.

Schiff ahoi

Habt Ihr einen Fluß, See oder gar das Meer in der Nähe? Dann nichts wie hin. Für jeden Schnuller ein Papierschiffchen basteln und die Boote feierlich zu Wasser lassen. Das kann man super mit einem schönen Ausflug, inklusive Kakao und Kuchen zum Trost verbinden.

Schnullerfee

 Zum Mond

Wie wäre es, ohne Schnuller ins neue Jahr zu starten? Schnuller einfach an eine Silvesterrakete binden und ab damit zum Mond. So lange aufbleiben zu dürfen und bei der großen Schnullerparty, bei der alle „großen“ Kinder der Stadt ihre Schnullis zum Mond schießen dabeizusein- das ist es doch wert, oder?

 Schnullerbaum

Zu den Klassikern gehört der Schnullerbaum. In vielen Städten gibt es einen Schnullerbaum in einem Park, oder bei uns z.B. im Kinderkrankenhaus. Einfach mal googlen, vielleicht gibt es das auch bei Euch. Ansonsten einfach mit dem Kind den schönsten Baum von allen selber aussuchen. Vielleicht kann man den Schnuller ja auch in den Weihnachtsbaum hängen. Mit dem Baum verschwindet dann nach Weihnachten auch der Schnulli.

Schnullerpost

Schnürt ein schönes Paket und bringt es gemeinsam zur Post. Wohin das Paket geschickt wird? Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt: An kleinere Kinder, die dringend Schnullis brauchen? Eine Kita extra für Schnuller? Am besten die Adresse von Oma, Tante oder Freundin verwenden, die bewahrt das Paket bestimmt auch gerne auf und schenkt es zum 18. Geburtstag zurück.

Zauberkiste

Das ist vielleicht meine Lieblingsidee, weil sie dem Kind den meisten Freiraum einräumt. Bastelt gemeinsam eine schöne Kiste, indem ihr zum Beispiel einen alten Schuhkarton verschönert. Die Schnullis werden dort hineingelegt und das Kind sucht sich einen schönen Standort für die Kiste aus. So sind die Schnullis immer noch in der Nähe und können im Notfall nochmal rausgeholt werden. Anfangs wird das vielleicht noch häufiger geschehen, aber irgendwann sicher nicht mehr.

Urlaub ohne Schnuller

Mit der Hauruck-Methode funktioniert es im Urlaub. Der Schnuller wird einfach zu Hause vergessen. Das haben wir mal probiert, aber ich hatte für den Notfall doch einen Schnulli eingepackt- und bin schon auf der Autofahrt weich geworden. Wenn Ihr also zu dieser Methode greift, müsst ihr die Schnuller auch wirklich zu Hause lassen.

Schnullerfee

Mit der Schnullerfee haben wir uns schließlich vom Schnulli verabschiedet. Wir haben dem Maxi erzählt, dass die Schnullerfee die Schnullis abholen und dafür eine tolle Ritterburg bringen würde. Als „Anzahlung“ gab es schonmal einen einzelnen Ritter. Der Maxi hat immer wieder erklärt, dann wolle er jetzt die Ritterburg haben, aber wenn es ins Bett ging, hat er jeden Abend einen Rückzieher gemacht. Wir haben ihm da keinen Druck gemacht und gewartet, bis die Neugierde auf die Ritterburg siegte. Eines Abends war es so weit. Maxi hat stolz wie Oskar seine Schnullis in die vorher gebastelte Kiste gesteckt. Dann hat er erklärt, man müsse die Kiste auf einen Tisch stellen und hat seinen kleinen Tisch aus seinem Zimmer vor die Zimmertür geschoben und dort die Kiste platziert. Ich bin vor lauter Rührung dahingeschmolzen.

Am nächsten Morgen waren die Schnullis weg und die Ritterburg da. Das ist jetzt fünf Tage her. Maxi ist nach wie vor begeistert von der Ritterburg und hat nicht ein einziges Mal nach seinem Schnuller gefragt.

Obwohl ich nichts davon halte, Kindern Märchen aufzutischen, habe ich das Gefühl, dass es so für Maxi richtig war. Wir haben ihm ein bißchen Geschichte gegeben und den Rest der Phantasie überlassen. Er ist stolz und zufrieden und wir sind mit dem Thema durch.

Insgesamt glaube ich, dass  jeder für sein Kind entscheiden muss, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist und welche Methode dem Kind dabei hilft. Noch mehr Ideen gibt es übrigens HIER

Viel Erfolg!

Eure Mia

Gastpost bei Sonea Sonnenschein

Diese Woche habe ich bei einem Umzug geholfen, ohne eine einzige Kiste zu schleppen.

Sonea Sonnenschein zieht nämlich um. Deshalb hat Soneas „Ghost Writerin“ Katharina im Moment wenig Zeit zum Bloggen und hat mich gebeten, mich als Umzugshelferin zu betätigen, indem ich einen Gastbeitrag verfasse.

 „Sonea Sonnenschein“ gehört zu den Blogs, von denen ich keinen Post verpasse. Katharina und ich haben uns über unsere Blogs kennengelernt und mittlerweile auch im echten Leben getroffen. Und man kann ja über das Leben 2.0 sagen was man will, in vieler Hinsicht ist es doch dem echten Leben sehr nahe. Denn manche Menschen sind einem direkt sympathisch, obwohl man sie noch nie getroffen hat und irgendwie überrascht es mich nicht, dass diese Sympathie sich dann im echten Leben bestätigt. Bei Katharina und mir war das so!

Ich wünsche Familie Sonnenschein einen guten Start im neuen Zuhause und freue mich auf ein Wiedersehen, wenn der ganze Umzugsstreß vorbei ist. Mein Gastbeitrag beschäftigt sich passenderweise mit dem Aufbau von Ikea Möbeln, und was unsere Kinder damit gemein haben.

Eure Mia

Ein Sonntagmorgen zum Entspannen

Sonntag Morgen, 6:30 Uhr. Wir sind wach! Wir, das sind meine beiden Söhne und ich. Der Mann darf heute ausschlafen.

Während draußen langsam die Sonne aufgeht und ich drinnen dank Kaffee so ganz allmählich in die Gänge komme, erwacht um mich herum der Wahnsinn in Kindergestalt . Zwei Jungs, bestens gelaunt und mit jeder Menge Forderungen. Der Mini hat Hunger, die Stimmung wird jeden Moment kippen. Erstmal muss aber der Maxi versorgt werden. Maxi bekommt immer noch jeden Morgen eine Milch und er besteht darauf, sie aus einer Flasche zu trinken. „Mit ganz viel Honig, Mama!“ „Ja klar, mit Honig, Mäuschen.“ „Aber mit GANZ viel Honig! So viel wie der Papa immer macht!“ Er traut mir nicht, weil ich mal mit dem Papa geschimpft habe, der morgens immer die Milch bereitet, weil der zu viel Honig in die Milch gerührt hat. Was Maxi nicht weiß: In seine Milch kommt schon lange gar kein Honig mehr. Das war mal, als er erkältet war. Gemein, ich weiß…

Ich mache also eine Milch mit GANZ viel Honig, während der Mini nach seiner Milch schreit. Für ein paar Minuten nuckeln beide Kinder ganz zufrieden, aber dann geht es los. Legosteine werden ausgekippt, wodurch sich der Mini halb zu Tode erschreckt und lauthals anfängt zu brüllen. Die letzte unversehrte Ecke in unserem Wohnzimmer wird mit dem Bobbycar abgefahren. Der Maxi rutscht auf seinem Legochaos aus und weint. Ich lege den Mini kurz in den Laufstall, um den Maxi zu trösten, woraufhin der Mini sofort anfängt zu protestieren. Ich nehme mir den Mini wieder, da schreit der Maxi: „Ich muss PIPI!! Oh, schon ein bißchen in die Hose gegangen. Aber is niß slimm!“ Es ist gerade mal 7:15 Uhr. Eigentlich bin ich ein Morgenmuffel!

Der Maxi darf Bibi Blocksberg im Fernsehen ansehen. Ich bin so dankbar für dieses Kinderprogramm am Wochenende. Nach Bibi Blocksberg UND Löwenzahn verlange ich, dass der Fernseher ausgeschaltet wird. Riesengeschrei! Warum immer alles, womit man den Kindern eine Freude machen will, mit Geschrei enden muss!

Der Mann verschläft den ganzen Radau. Wenn ich ausschlafen darf, bin ich trotzdem um 8:30 Uhr spätestens wach, aber der kann wirklich richtig schlafen, wenn man ihn lässt.

Ich schiele immer wieder auf die Uhr. Es wird immer später. Maxi und ich haben inzwischen gefrühstückt, der Mini ist zweimal gewickelt und gestillt worden und mir dröhnt der Kopf. Aber ich freue mich über jede Minute, die verstreicht. Soll der Mann sich mal richtig ausschlafen. Und im Gegenzug ist es nur gerecht, wenn ich ihm dann gleich die Kinder überreiche, und mir Zeit für mich nehme.

Um 10:00Uhr steht endlich der Mann im Wohnzimmer. Meine Schicht dauert nun schon 3,5 Stunden. Ich drücke ihm den Mini in den Arm und sage: „Ich gehe baden!“ Weg bin ich!

Im Badezimmer liegt sehr dekorativ ein Körbchen mit ganz vielen Badezusätzen. Wann ich zuletzt einen benutzt habe weiß ich nicht mehr. Nach diesem anstrengenden Sonntagmorgen wähle ich „Meditation pur“. Hab´ich mir verdient.

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Herrlich ist das in der Badewanne! Die „Meditation pur“ wird auch nur ganz geringfügig durch die Geräuschkulisse gestört, die von unten bis ins Badezimmer schallt. Ich rutsche ein bißchen hinab, so dass meine Ohren unter Wasser sind. Toll, jetzt höre ich die Stimmen aus dem Wohnzimmer sogar noch deutlicher! Aber oh. Jetzt ist Ruhe!

Da fliegt die Badezimmertür auf. „Mama, ich komm auch rein, ja?!“ Klar. So tiiiieefenenstpannt wie ich nach fünf Minuten baden in „Meditation pur“ jetzt bin- kein Problem.

Der Maxi ist in nullkommanix ausgezogen. Normalerweise dauert das Stunden und er behauptet immer, er kann das nicht alleine. Mit bemerkenswerter Technik rutscht er über den Rand und plumpst zu mir ins Wasser. Und dann geht es rund.

Wir machen megahohe Wellen, strampeln mit den Füßen, spritzen uns mit der Badewannenversion von Sophie la giraffe gegenseitig voll und lassen tausendmal Wasser ab und neues hinzufliessen.

Es hat Spaß gemacht, aber als der Maxi hinterher abgetrocknet, geföhnt und wieder angezogen ist, wische ich ungefähr 3 Liter „Meditation pur“ vom Fußboden des Badezimmers auf.

Ich wünschte, ich gehörte zu den Leuten, für die Putzen eine entspannende Wirkung hat. Wie relaxed ich dann immer wäre!

Eure Mia

 

20 Facts about me

Ich wurde getaggt. Das bedeutet, dass jemand auf seinem Blog oder einem anderen Social Media Kanal eine Frage stellt, die man dann auf seinem eigenen Blog beantworten soll. Im Moment kursieren gleich mehrere solcher Aktionen, und ich wurde jetzt mehrfach getaggt. Um Euch nicht mit zu vielen Einzelheiten über mich zu langweilen, habe ich beschlossen, nur bei der Aktion „20 Facts about me“ mitzumachen. Und hier sind sie, meine 20 Fakten:

1. Als mein Mann und ich ein Paar wurden, war ich für ihn der „kleine Hamster“. Heute vermisse ich es manchmal, das kleine Mädchen zu sein. Er nennt mich aber immer noch fast immer Hamster 🙂

2. Nach dem Abitur war ich ein Jahr lang Flugbegleiterin bei einer japanischen Airline. Ich habe jedes Mal gelitten, wenn ich wegfliegen musste (4x pro Monat nach Japan, 1x nach Australien), aber sobald ich unterwegs war, habe ich es geliebt.

3. Als Kind war ich so schüchtern, dass ich meine 2,5 Jahre jüngere Schwester immer vorgeschickt habe.

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4. Ich bin ein rastloser Mensch. Ich habe dauernd tausend Ideen im Kopf, die ich umsetzen möchte und mache damit meine Familie oft verrückt.

5. Ich habe immer schon geschrieben. Als Kind habe ich über jeden Urlaub ein „Buch“ geschrieben. Lesen und schreiben habe ich mir mit vier Jahren selber beigebracht- eines Tages konnte ich es einfach.

6. Zahlen sind dafür bis heute ein unlösbares Geheimnis für mich. Meine Mathe-Abiklausur habe ich mit 0 (Null!) Punkten in den Sand gesetzt.

7. In Schule und Studium war ich die größte Partymaus weit und breit.

8. Heute bin ich zum Ausgehen zu müde, aber Feiern haben nach wie vor einen Reiz für mich. Jetzt sind schöne Feiern zu Hause meine Leidenschaft- Essen, Einladungen, Dekos- ich mache alles selber und liebe es!

9. Ich bin eine leidenschaftliche Köchin. Wenn ich die Zutaten vorbereite und sich dann bei einem ersten Gläschen Wein der Duft in der Küche ausbreitet, hat das für mich etwas ganz Entspannendes. Leider kommt das momentan zu kurz, aber eines Tages hole ich meine Nudelmaschine und all die anderen Dinge wieder raus und nerve Euch hier mit ein paar Rezepten.

10. Mein Mann findet, ich spiele mit der Sprache wie mit einem Instrument. Zu seinem Leidwesen sind manchmal auch schiefe Töne dabei 😉

11. Ich glaube an Gott.

12. Ich habe noch nie afrikanischen Boden betreten. Ausgerechnet die Heimat meines Vaters ist der einzige Kontinent, den ich noch nie besucht habe.

13. Ich freue mich schon wie verrückt auf die Fußball WM 2014.

14. Mein Lieblingsgetränk ist alkoholfreies Weizenbier- auf Zimmertemperatur.

15. Ich fluche beim Autofahren. Aufgrund der Kommentare, die seit einiger Zeit von der Rückbank kommen, werde ich versuchen, mir das abzugewöhnen.

16. Ich war auf einer Montessori-Schule. Das war nichts für mich!

17. Ich träume davon, in einem Hausboot in Alkmaar (NL) zu leben.

18. Ich bin ein Bücherwurm. Meine Bücher sind für mich so wertvoll, dass ich sie nicht verleihe.

19. Ich telefoniere täglich mindestens 30 Minuten mit meiner Mutter.

20. Ich bin mit ganzem Herzen Rheinländerin.

 

 

5 Tipps gegen den Familienkoller

Home is where the heart is, sagt man, und das Herz ist ja meistens bei der Familie. Die Familie ist der Lebensmittelpunkt, der Fels in der Brandung, das Zuhause.

Das klingt, als wäre die Familie immer nur ein Hort der Ruhe und Zufriedenheit, aber ganz so einfach ist es dann doch oft nicht.

Bei aller Beständigkeit, die die Familie unserem Leben gibt- die Familie selber ist doch Veränderung galore! Veränderungen sind in einer Familie an der Tagesordnung und hören eigentlich niemals richtig auf, allein schon deshalb, weil sich die Bedürfnisse der Kinder ständig ändern und die Eltern darauf reagieren müssen. Laufend müssen alle ihre Rollen neu definieren und sich aufeinander einstellen, das kann ganz schön anstrengend sein.

Hin und wieder haben mein Mann und ich deshalb wohl so eine Art „Familienkoller“. Je nachdem, wie belastbar wir gerade sind und in welcher Verfassung einen die Dinge treffen, sind wir dann auch einfach mal nur noch genervt von dem ganzen Trubel. Im Laufe der letzten Jahre und ganz besonders in den letzten Monaten, seit der Mini da ist, haben wir kleine Strategien entwickelt, um die Harmonie in der Familie wieder auf Kurs zu bringen, die ich zum Teil noch aus meiner eigenen Kindheit übernommen habe:

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Schon als wir noch zu zweit waren habe ich festgestellt, welche wundersamen Auswirkungen es haben kann, wenn man mal die Kulisse wechselt. Als Paar etwas zu unternehmen schafft manchmal viel mehr Nähe, als die Vertrautheit auf dem Sofa zu Hause. Es gibt einem die Gelegenheit, den Partner zu beobachten und ihn mit anderen Augen zu sehen. Besonders in einer fremden Umgebung, wo man sonst keinen kennt, führt das leicht dazu, dass sich ein Zusammengehörigkeitsgefühl einstellt, wie man es im Alltagstrubel oft gar nicht spüren kann. Das Gleiche  funktioniert auch mit den Kindern. Zu Hause beschäftigt sich oft jeder nur mit sich selbst und wird von den anderen ständig bei seiner Tätigkeit unterbrochen, aber wenn wir etwas Besonderes unternehmen, dann erkunden wir gemeinsam als Familie Neues und ein gemeinsames Abenteuer verbindet. Wenn wir nach Hause kommen sind wir  alle ganz beseelt von dem Erlebten und das belebt das Familiengefühl. Schon ein kleiner Waldspaziergang mit offenen Augen reicht dazu aus.

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Sich immer mal wieder Zeit als Paar zu nehmen ist wichtig. Gebt Euch einen Ruck und sucht Euch einen Babysitter. Wenn mein Mann und ich mal alleine unterwegs sind, vermissen wir meistens auf der Stelle unsere Kinder- egal wie sehr sie uns zuvor genervt haben. Dann sitzen wir da und erzählen uns Geschichten über sie und zeigen uns gegenseitig die besten Schnappschüsse auf unseren Handys. Wenn wir nach Hause kommen, können wir es kaum erwarten, einen Blick auf unsere schlafenden Jungs zu werfen.

Für das Familiengefühl ist aber nicht nur Zeit zu zweit als Paar wichtig, sondern auch exklusive Zeit zwischen einem Elternteil und einem Kind. Am Wochenende machen Maxi und Papa „Männersachen“. Nur die beiden. In der Woche hat der Maxi viel zu wenig Zeit mit seinem Papa und beide genießen die Zeit zu zweit an den Wochenenden sichtlich. Seit der Mini da ist, fehlt auch mir die Zweisamkeit mit dem Maxi oft und ich habe das Gefühl, dass er hier und da ein bißchen Extra-Mama-Zeit braucht. Am Wochenende nehme auch ich mir daher wann immer es möglich ist die Zeit und mache etwas mit dem Maxi alleine. Wir gehen einkaufen, für ein Stündchen auf den Spielplatz oder eine Runde Laufrad fahren. Zu Hause genießen in der Zwischenzeit der Mini und der Papa ihre Zweisamkeit. Im Alltag des Familienlebens können sich hier und da auch mal zwei ein bißchen verlieren. Schon ein Stündchen Zweisamkeit hilft.

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Manchmal hilft alles nichts, da muss man einfach mal alleine sein. Mein Mann und ich räumen uns diese Zeiten am Wochenende immer ein. Wir schlafen abwechselnd aus- einer übernimmt am Samstag die Frühschicht und einer am Sonntag. Wenn der Maxi seinen Mittagsschlaf macht, übernimmt in der Regel mein mann den Mini und ich habe Zeit, mich an den Rechner zu setzen. Mein Mann hat dafür jeden Sonntag Zeit für seine Bandproben. Wenn der eine gerade in die Zeitung vertieft ist, übernimmt der andere ganz selbstverständlich die Aufsicht der Kinder oder wenn das Telefon klingelt. Trotzdem gibt es darüber hinaus auch Zeiten, wo man mittendrin mal sagt: „Ich kann das jetzt nicht, ich will jetzt alleine sein!“ Ich finde es sehr wichtig, dass man sich diese Freiräume gegenseitig erlaubt und dem anderen sein Bedürfnis nicht übelnimmt. Genauso wichtig ist es aber, dass man dieses Bedürfnis auch ausspricht!

Übrigens braucht auch der Maxi Zeit für sich alleine. Er kann so herrlich im Spiel versinken! In derKita muss er sich beim Spielen ja immer mit anderen Kindern auseinandersetzen und mit deren Vorstellung vom Spiel. Das ist natürlich sehr wichtig, aber zu Hause mal ganz in Ruhe alleine zu spielen ist so wertvoll, auch dafür muss immer wieder Zeit sein.

Manchmal hängen wir Samstagsmorgens erstmal jeder für sich alleine rum. So kommen wir alle am besten im Wochenende an und sind offen für Familie.

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Für mich geht Liebe eindeutig durch den Magen. Gemeinsames Essen (und Kochen) gehört zu meinen liebsten Familienritualen. Die Mahlzeiten mit Baby sind manchmal mit etwas Akrobatik verbunden, denn der Mini sitzt immer auf dem Schoß- er ist so neugierig aufs Essen und ich möchte auch, dass er an den gemeinsamen Mahlzeiten teilhat. Vom Maxi kann man meistens nicht erwarten, länger als 10-15 Minuten am Tisch zu sitzen, dann lockt das Spiel ihn wieder. Man kann das allerdings mit einem kleinen Trick ein bißchen strecken, indem man mehrere Gänge vorbereitet und den Maxi an der Vorbereitung teilhaben lässt. Wir machen es seit einiger Zeit regelmäßig so, dass jeder einen Gang aussuchen und vorbereiten darf, so dass wir Vorspeise, Hauptspeise und Nachtisch haben. Weiche Sachen, die mit einem normalen Messer geschnitten werden können, wie zum Beispiel Tomaten, darf der Maxi dann unter Aufsicht selber schneiden, das klappt schon sehr gut. Am Geschicktesten ist es, wenn er für den Nachtisch zuständig ist- dann bleibt er ohne (größere) Probleme bis zum Schluss der Mahlzeit sitzen. Gemeinsam zu kochen und dabei jeden Mal die Führung übernehmen zu lassen, ist eine schöne Familienaktion. Die anschließende gemeinsame Mahlzeit ist die Krönung. Die wird dann auch mit allem Drum und Dran zelebriert: Maxi hilft beim Tischdecken, wir zünden Kerzen an und sorgen für Hintergrundmusik. Wenn wir gemeinsam am Tisch sitzen, stehen die Chancen am Besten, dass der Maxi uns Geschichten aus der Kita erzählt (sonst ist er eher ein Schweiger).

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Eine große Gefahr, die im Alltagsstress droht ist, dass man verlernt miteinander zu reden. Ich meine, richtig zu reden, nicht nur das, was gesagt werden muss. Zwischen all den Terminen bleibt oft keine Zeit, über Gefühle zu sprechen und auch, sich gegenseitig zuzuhören. Eine schöne Idee ist dann eine Art Familienstammtisch. Wir haben ein sehr großes Sofa im Wohnzimmer, auf dem wir gerne alle zusammen kuscheln. Wenn alle dort zusammengekommen sind, ist die Gelegenheit günstig, für ein paar Erzählungen. Der Maxi bekommt einen Kakao, mein Mann und ich einen Kaffee und dann wird erzählt. Der Maxi interessiert sich neuerdings für Geschichten aus unserer Kindheit. Besonders die ganz kleinen Geschichten hört er gerne. Im Moment bekommt er zum Beispiel nicht genug davon, wie meine Schwestern und ich mit meinem Papa einen Drachen gebastelt haben und ihn anschließend steigen ließen.Eigentlich gar keine richtige Geschichte, aber er will das immer wieder hören. Im Gegenzug für unsere Geschichten von früher erzählt der Maxi auch manchmal etwas. Wir versuchen auch, ihn dazu aufzufordern, in dem wir ihn fragen, was sein Lieblingstier ist oder Ähnliches- dann kommt er manchmal vom Hölzchen aufs Stöckchen.

Mit größeren Kindern kann man so einen Familienstammtisch auch zu festen, regelmäßigen Terminen veranstalten. Ihr werdet staunen, was Ihr über Euren Partner dabei noch alles erfahren könnt.

In diesem Sinne- eine schöne Zeit mit Euren Familien wünscht Euch

Eure Mia

 

In den Schuhen meiner Schwester

„Du darfst nicht mitkommen, Du hast nichts anzuziehen und wir müssten uns Deiner schämen“, sagte die böse Stiefmutter zu Aschenputtel und ging mit ihren beiden blöden Töchtern alleine auf das Fest.

Als Mutter ist man ja verdammt nah dran am Aschenputtel-Dasein! Verbringt man nicht einen Großteil des Tages damit, vergeblich das Haus in Ordnung zu halten- etwa so, als würde man Linsen sortieren und kurz bevor man fertig ist, kommt ein Kind und tritt die Töpfchen wieder um?

Wie ein Erkennungszeichen tragen die Mütter kleiner Kinder deren Flecken auf der Kleidung. Milchreste auf der Schulter, Rotze am Knie- für die geübten Augen anderer Mütter bin ich eindeutig als Mutter eines Babys und eines Kleinkindes zu erkennen. „Wie alt ist denn ihr Kleiner?“, fragen sich zwei Mütter, als sie nebeneinander vorm Spiegel auf der Damentoilette ihre Kleider sauber reiben (und es dabei nur schlimmer machen).

Kleine, kratzende Babyfingernägel vertragen sich mit dem schönen Seidentop genausowenig wie die Strickjacke aus Merinowolle mit der Milchspucke.

Nun habe ich neue Schuhe. Die sind so neu, die gibt es noch gar nicht. Meine Schwester arbeitet in der Modebranche, und diese Woche wurden die Musterteile für die Kollektion Frühjahr/Sommer 2014 abverkauft. Sie schickte mir am Montag ein Foto mit einem Paar hinreißender Riemchensandalen. Schwindelerregend hoher Absatz, filigrane Lederriemchen. Ein Traum! Und darunter stand: „Für Dich!“

Ich sah dieses Foto an und wußte, dass ich diese herrlichen Schuhe vermutlich nur dann tragen werde, wenn ich nächstes Jahr auf eine Hochzeit eingeladen werde. Es sind so wunderschöne Schuhe. Schuhe, wie sie meine Schwester jeden Tag trägt. Sie trägt sie zum Rock im Büro und zur Jeans auf einer Party. Ich dagegen gehe momentan weder ins Büro, noch auf schicke Partys. Soll ich in den Schuhen den Maxi aus der Kita holen? Oder damit auf dem Spielplatz rumstehen?

Für mich?, dachte ich deshalb erstaunt. Aber ich bin Aschenputtel! Ich muss Linsen- ähm Legosteine aufsammeln!

Es sind Momente wie diese, in denen mir bewusst wird, wie sehr sich mein Leben verändert hat. Wann bin ich zuletzt im Morgengrauen nach Hause gekommen? Wann habe ich zuletzt einen Sonntag verkatert im Bett verbracht? Träumend schaue ich aus dem Fenster und ein kleines bißchen Sehnsucht liegt wohl in meinem Blick.  Zum Glück habe ich nichts nachzuholen: Wilde Partys, zu viel Alkohol, grausame Männergeschichten- ich habe nichts ausgelassen. Heute gibt es nichts mehr, was ich da draußen noch finden könnte, was ich zu Hause nicht habe.

Ich blicke zurück auf die Schuhe. Rattenscharfe Teile! Die gehören schon ausgeführt!

Bald ist der Mini ja gar nicht mehr so Mini. Dann werde ich nicht mehr so müde sein. Bestimmt kann ich mich dann auch mal wieder von meinen Kindern trennen…

Meiner Schwester schreibe ich zurück: „Wow, ich hoffe, ich finde eine Gelegenheit, sie zu tragen!“

„Ich komme vorbei und dann schaffen wir uns eine Gelegenheit“, antwortet sie.

Genau! Das machen wir. Denn auch, wenn ich die Wochenenden am liebsten mit dem Mann auf dem Sofa verbringe, während oben unsere Jungs in ihren Betten liegen: hin und wieder muss ich auch mal in andere Schuhe schlüpfen.

Eure Mia

Mama