Mia will nicht abstillen

„Stillen wird irgendwann schön“, sagte meine Hebamme mir damals, als ich beim Maxi mit Höllenschmerzen kämpfte, jedesmal wenn ich ihn anlegte. Tja, so weit bin ich nie gekommen. Es hat geklappt mit dem Stillen, aber ich fand es weder besonders schön, noch irgendwie praktisch. Es hat mich immer genervt, dass ich überall meine Brüste auspacken musste. Ich habe gestillt, weil ich es konnte und weil ich überzeugt davon war, dass es das Beste für mein Kind ist.

Kaum war der Maxi vier Monate alt, habe ich ihm den ersten Brei gegeben und gleichzeitig mit dem Abstillen begonnen. Nach dem 5. Monat hatte ich abgestillt. Sowohl Maxi als auch ich waren damit vollkommen zufrieden. Er hat vom ersten Tag an nach dem Breilöffel geschnappt und er hat genauso zufrieden aus der Flasche getrunken, wie vorher aus der Brust.

Auch beim Mini hatte ich wieder mit Schmerzen zu kämpfen und wollte schon aufgeben, aber ich habe mir vorgenommen: Gleiches Recht für alle- auch der Mini soll vier Monate lang gestillt werden, bevor ich dann einen Monat lang abstille. Meine Hebamme sagte mir wieder: „Stillen wird irgendwann schön!“ Ich dachte mir „Mhmh, is klaa!“, und begann die Tage bis zur Vollendung des vierten Monats zu zählen.

Jetzt ist es endlich so weit.

Aber jetzt will ich gar nicht mehr! Seit ein paar Wochen finde ich Stillen wirklich schön.

Das müssen wieder diese Hormone sein, diese kleinen Biester.

Anfangs hat es mich genervt, andauernd stillend festzusitzen. Ich habe währenddessen mit meinem Handy Facebook und Twitter gecheckt oder Mails beantwortet, bis der Mini satt war. Jetzt sitze ich plötzlich manchmal da und gucke ihm einfach nur ganz verzückt beim Trinken zu! Was für ein unfassbar süßer Anblick das ist!

Ich möchte noch ein bißchen weiter stillen. Länger als acht Monate darf ich wohl nicht, denn meine Diabetologin sagte mir, dass es Studien zufolge für Babys von Müttern mit Schwangerschaftsdiabetes nicht gesund ist, länger als acht Monate gestillt zu werden (mein Schwangerschaftsdiabetes ist übrigens komplett verschwunden, puh!).

Neulich war ich in Köln auf der Kind+Jugend Messe von der Firma Philips Avent und der Zeitschrift „Eltern“ eingeladen, an einer Diskussionsrunde mit der Chefredakteurin der „Eltern“ teilzunehmen. Das Thema lautete: „Kopf oder Bauch?“

Bei der Frage des Abstillens höre ich auf meinen Bauch und der sagt mir sagt, dass die Zeit noch nicht reif ist. Der Mini braucht das mehr, als es der Maxi gebraucht hat. Vielleicht liegt das daran, dass um den Mini herum dank seines großen Bruders immer ganz viel Trubel ist. Ich habe das Gefühl, dass er die kleinen Trink-Auszeiten vom Trubel an der Mama-Base nötig hat. Ich mache also noch ein bißchen weiter.

Übrigens: Ich war bei der Diskussionsrunde auf der Messe natürlich mit Mini unterwegs. Der bekam irgendwann Hunger- mitten in der Diskussion über Kopf- und Bauchentscheidungen. Tja, da hab ich ihn schnell mal gestillt, mitten auf dem Messestand, direkt neben der Chefredakteurin der „Eltern“ saß. Wenn mir das einer gesagt hätte, als ich damals diesen Post verfasst habe…

Eure Mia

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10 Kommentare

  1. Und wieder einmal sprichst du mir aus dem Herzen liebe Mia! bei meinem Großen war es genauso! und nun genießen der Mini und ich das Stilen auch viel mehr 🙂 so,ich muss mich jetzt erstmal über deinen alten Post her machen… 😉
    LG Kristin

  2. Liebe Mia,

    Deine Diabetologin hat Dir gesagt, Du darfst nicht länger als 8 Monate stillen?! Das finde ich sehr merkwürdig, ich hatte seinerzeit auch Schwangerschafts-Diabetes, und musste am Ende 3 Wochen Insulin zuspritzen, weshalb bei uns sogar die Geburt am errechneten Stichtag eingeleitet wurde.

    Mir wurde weder vom Diabetologen, noch von der Stillberaterin (nicht Hebamme, wirklich eine ausgewiesene Stillberaterin!) im KH, noch von meiner Hebamme oder unserem Kinderarzt, die alle über die Diabetes Bescheid wussten, gesagt, ich müsse mich beim Stillen zeitlich einschränken.

    Macht für mich auch irgendwie keinen Sinn, wenn die Diabetes ja unmittelbar nach der Geburt wieder weg ist und weg bleibt. Und warum 8 Monate? Was passiert nach den 8 Monaten mit unserer Muttermilch, verwandelt die sich dann in Sahne oder Kakao? 😉
    Also was ist die Begründung dafür, nach ausgerechnet 8 Monaten aufzuhören? (Notiz am Rande, ich habe 9,5 Monate gestillt, und meine Mini ist jetzt 2,5 J. und m.E. ziemlich gesund).

    Ohne Deiner Diabetologin zu nahe treten zu wollen, ich würde vielleicht noch mal eine andere Quelle befragen, ich persönlich finde das eine seltsame Aussage… LG Tanja

    • Da ich bei menem letzten Besuch bei der Diabetologin nicht vor hatte, länger als 5 Monate zu stillen, habe ich nicht weiter nachgefragt. Sie sprach aber von neuen Studien. Ich habe eigentlich einen sehr guten Eindruck von meiner Diabetologin, aber falls ich tatsächlich länger als 8 Monate stillen möchte, frage ich auf jeden Fall nochmal nach. LG Mia

  3. In den ersten Tagen nach der Geburt meiner Tochter habe ich mir soo gewünscht dass es mit dem Stillen irgendwie nicht klappt. Dieser ganze Prozess war für mich einfach soo anstrengend und hat verdammt lange gedauert (sie trank anfangs alle zwei Stunden für ungefähr eine Stunde, auch nachts!)
    Jetzt fangen wir gerade mit dem Brei an und ich liebe die gemeinsame Zeit mit ihr beim Stillen. Mir graust es davor, dass wir beide diese schönen Momente bald nicht mehr zusammen haben. Irgendwie traurig. hm, diese Hormone 🙁

  4. Hallo Mia
    Ich hab Deinen Blog gerade über einen anderen Blog gefunden. Du schreibst einfach toll und es macht Spaß, Deine Gedanken zu lesen 🙂 Deine Berg- und Talfahrt auf dem Weg zum 2. Kind könntest Du verlegen lassen. Dieses Buch würden sicher eltiche kaufen!
    So, ich wollte aber was zum Stillen schreiben. Stillst Du aktuell noch immer? Wie ist es mit den Schmerzen, oder sind die nun ganz weg? Ich bin gerade auch in der Stillphase und habe zeitweise Schmerzen. Ich kann keine Früchte mit Zitrusgehalt essen. Also was genau alles, kann ich gar nicht sagen, weil ich einfach großzügig meide. Aber so Früchte wie Ananas, Orangen, Mandarinen, gewisse Beeren usw. kann ich nicht essen. Ich hatte in der Schwangerschaft schon so Kapsel geschluckt mit Obst, Gemüse und Früchten drin. Ich würde sie sehr gerne weiter schlucken, da sie für den Körper echt gut sind und man beim Stillen ja auch ziemlich ausgesaugt wird. Ich hab es immer wieder versucht, aber sobald ich es regelmäßig nehme, tut es beim Stillen wieder weh.
    Wie sieht dein Frucht-Konsum aus? Mulitvitamisäfte?
    Liebe Grüße
    Doro

    • Liebe Doro, ja, der Mini ist jetzt 4,5 Monate alt und ich habe überhaupt keine Lust abzustillen 😉 Die Schmerzen kommen und gehen. Der Mini schafft es immer mal wieder, alles wund zu saugen und das sind schon höllische Schmerzen! Ich benutze dann immer Lansinoh Salbe und nach ein paar Tagen ist es wieder gut. Bei mir haben Zitrusfrüchte keine Auswirkung auf das Stillen- wohl aber auf den Popo vom Mini, der wird dann nämlich schnell wund. Meine persönliche Meinung ist, dass wir es mit Obst ohnehin übertreiben. Wenn Du Gemüse gut verträgst, kannst Du Deinen und Babys Vitamingehalt sicherlich auch mit ganz wenig Obst ordentlich abdecken.
      Alles Gute für Euch!
      LG Mia

  5. Liebe Mia
    Dann weiterhin viel Spaß beim Stillen; auf dass es nicht so oft wund wird. Das tut sehr weh – kenne ich leider auch, aber zum Glück nur von den ersten Tagen, wenn sich erst wieder alles an diese Sonderbelastung gewöhnen muss 🙂
    Liebe Grüße
    Doro

  6. Wir sind gerade dabei abzustillen, was sich als sehr schwer herausstellt. Unser „Kleiner“ ist jetzt 9 Monate und isst tagsüber seine Brei- und Obstgläschen. Nachts allerdings verlangt er mindestens 2 mal die Brust und raubt mir damit den Schlaf. Vielleicht hat ja jemand einen Tipp?

    • Der Mini will auch mindestens einmal in der Nacht n die Brust. Interessanterweise aber nicht, als ich am Wochenende nicht da war und sich mein Mann auch nachts um ihn gekümmert hat. Mit Hunger hat dieses nächtliche Stillen nichts zu tun. Mir macht es nicht wirklich etwas aus, wenn ich zweimal pro Nacht geweckt werde, aber wenn man es gar nicht mehr aushalten kann, denke ich, dass man das den Kleinen auch „abgewöhnen“ kann. Es reicht vielleicht, wenn Du ihn ein bißchen rumträgst oder im Arm hältst (dabei beruhigt sich auch mein Mini oft wieder). Man kann es auch mit eine Flasche mit Wasser probieren. Nach ein paar Nächten hat er sich das nächtliche Trinken vielleicht abgewöhnt. Ich persönlich möchte es meinem Sohn nicht abgewöhnen. Wenn er nachts eine Portion Mama haben möchte, soll er sie bekommen. Schlaf habe ich mir sowieso abgewöhnt 😉

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