Aus den Untiefen der Babyklamotten-Kiste

Am 22. September sind Bundestagswahlen. Ist das nicht herrlich? Ein festes Datum, an dem man sich entscheiden muss!

Für die meisten Entscheidungen im Leben gibt es keine Termine. Solche Entscheidungen schieben Menschen wie ich endlos vor sich her. Die Dinge landen auf der „Ich-müsste-mal-Liste“, wo sie erstmal gut aufgehoben sind.

Auf meiner „Ich –müsste-Mal-Liste“ steht derzeit ganz oben der Punkt: Babyklamotten aussortieren.

Eigentlich wollte ich das schon vor dem Urlaub gemacht haben. Ein paar Mal war ich sogar schon kurz davor, aber dann habe ich es wieder nicht geschafft. Ich schleiche um den Schrank mit Minis Klamotten wie eine Katze um den heißen Brei.

Das Problem ist, dass ich mich nicht entscheiden kann, was ich mit den Klamotten machen soll.

Als der Maxi sich nach wenigen Wochen von Größe 56 verabschiedete, packte ich die süßen Teile in einen leeren Pampers Karton, schrieb mit Edding die Größe darauf, klebte den Karton zu und lagerte ihn im Abstellraum unterm Dach. Dann drehte ich mich freudestrahlend um und kaufte neue Klamotten. Die eingelagerten Sachen würde ich für Baby Nummer 2 wieder hervorholen.

Im Hervorholen war ich bis jetzt ganz groß! Welche Freude, einen Karton nach dem anderen aus dem Abstellraum zu ziehen und die süßen Teile wiederzusehen, in denen ich den Maxi so gerne gesehen habe. Sechs Kartons habe ich schon ausgekramt- und null Kartons wieder zurückgestellt.

Die Frage ist nämlich: Was mache ich jetzt mit den Sachen? Wieder ab in den Karton und zurück in den Abstellraum? Oder lieber verkaufen? Denn hinter dieser Frage steht die ganz große Frage: Will ich noch ein Kind?

JA schreit mein Herz. Guck sie dir doch an, die Süßen! Davon kann man gar nicht genug haben!

NEIN, ruft mein Verstand! Wie willst Du das schaffen, ohne noch größere Abstriche bei deinen eigenen Bedürfnissen und deinem eigenen Leben?

Wie soll ich das entscheiden? Der Mini ist doch gerade erst geboren! Jetzt sofort brauche ich kein weiteres Baby, aber vielleicht in ein oder zwei Jahren…?

Mit meinen Schwangerschaftsklamotten ist es ganz genau so. Sie nehmen nur Platz im Kleiderschrank weg, aber ich sehe sie so gerne dort hängen. Ich habe die Schwangerschaften (weitgehend) genossen. Dieses Gefühl der ersten Wochen, wenn es nur ein süßes Geheimnis ist. Dann die Freude über die ersten Kindsbewegungen und schließlich die deutlichen Tritte- ein Gefühl, so faszinierend, dass man davon nicht genug bekommen kann, wäre da nicht die unendliche Vorfreude darauf, das Baby endlich im Arm zu halten. Werde ich das nie wieder erleben?

Der Abschied von den Babyklamotten ist wohl so etwas wie ein weiterer Abnabelungsprozess. Wenn ich die Sachen nicht wieder in eine Kiste packe, sondern sie für immer weggebe, dann schneide ich mir damit die Babyjahre ab. Wunderbare Jahre liegen noch vor uns, und darauf freue ich mich, aber mit jeder Kleidergröße, die ich ausmiste, schließe ich ein Kapitel. Für eine Vollblutmama wie mich, die am liebsten jede Sekunde festhalten würde, und die sich schon heute vor dem Augenblick fürchtet, in dem das erste Kind ausziehen wird, ein sehr schwieriger Prozess.

An dieser Stelle habe ich eine lange Schreibpause eingelegt. Ich habe mir etwas zu essen gemacht und überlegt, wie ich diesen Post beenden soll. Habe ich jetzt noch einen Kinderwunsch oder nicht? Packe ich die Klamotten wieder ein oder gebe ich sie weg? Verwechsle ich das sentimentale Moment, das so ein Ausmisten von Babyklamotten zweifelsohne mit sich bringt, mit der Sehnsucht nach einem weiteren Kind?

Leider weiß ich es immer noch nicht so genau, aber ich werde mich langsam herantasten. Die schönsten Sachen werde ich aufheben, vielleicht braucht eine meiner beiden Schwestern sie ja eines Tages?

Der Rest wird verkauft! Also, ich könnte mir vorstellen, den Rest in absehbarer Zeit eventuell zu verkaufen.

Vielleicht nach den Bundestagswahlen…

Eure Mia

17 Kommentare

  1. Hallo Liebes,
    ich kenne diese Situation so gut, stelle mir auch immer wieder diese Frage aber ich habe entschieden die Sachen zu verkaufen. Lieblingsstücke kommen in eine Kiste und der Rest wird verkauft 🙂 Sollte es nochmal einen kleinen Zwerg geben dann kaufe ich auch gern mal was neues.

    Ich wünsche Dir einen schönen Tag

    Liebe Grüße
    Dine

  2. Ach liebe Mia, Du bist noch voller Babyhormone und das wir Frauen uns so schwer von den Babysachen trennen können ist mit Babyhormonen doppelt schwer. Ich habe es genauso gemacht wie Du – schöne teile für meine Schwester aufgehoben und den Rest werde ich eines Tages verkaufen. Meine beiden Mäuse sind jetzt fast fünf und drei Jahre alt und ich freue mich jeden Tag, den sie größer werden. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, noch mal von vorne anzufangen mit Baby. Wir sind komplett. Alles Liebe für Dich

  3. Oje…das kenn ich nur allzu gut. So viele meiner Freundinnen bekommen grad Babies. Und ich gebe ihnen gerne ein paar meiner Perlen-Sachen. Aber ich ertappe mich doch schon, dass ich meine Lieblingsstücke einmotte. Nee, eigentlich liegen sie nur irgendwo rum, weil ich mich nicht entscheiden kann, was nun damit passieren soll…ich weiss nur, dass ich mich noch nicht trennen kann.
    Hm…vielleicht teil sie doch „einfach“ auf? Eine Kiste mit „absolute Lieblingsstücke“ und der Rest mit „ist nicht so schlimm wenn das wegkommt“? Viel Glück!

  4. Genauuuu so geht es mir im Moment auch! Zwar trage ich gerade Babybauch und freue mich unheimlich auf den klene Jungen, aber die Mädchensachen der größeren Schwester müssen nun weichen. Selbst wenn noch mal ein drittes Kind kommen sollte, wer weiß in ein paar Jahren, wir haben den Platz nicht um alles aufzuheben. Nun liegen die Kartons direkt vor meiner Nase, Tag für Tag, ich habe sogar schon Nummern für den Kleidermarkt, aber es ist schwer sich dran zu setzen. Dazu will man ja das meiste gar nicht hergeben, aber wir gehen sonst irgendwann in Babykleidung unter. Mach doch einen Blogflohmarkt,da geht sicher eine Menge weg 🙂

    Liebe Grüße, Tanja

  5. Ich kann dich so gut verstehen 🙂 und ich bin froh, dass ich mich gerade nicht wirklich entscheiden muss, was mit den ganzen süßen Babysachen passiert! Meine Schwester bekommt in Kürze einen kleinen Jungen – da werden dann die Jungssachen erstmal hinsortiert und die ganzen Mädchenbabysachen haben wir in Deutschland eingelagert – somit sind sie aus meiner Sicht- und Reichweite und ich muss mich erst wieder damit beschäftigen, wenn es wieder zurück geht. Aber ich kann dir sagen: ein drittes Kind bedeutet gar nicht so viel mehr Einschränkung wie zwei 😉 liebe Grüße, Barbara

      • Ok, kommt vielleicht auf die persönliche Lebenssituation an. Ich fand das Zurechtfinden und Einleben von Paar zu Ein-Kind-Familie anstrengend, mein zweites und drittes Kind sind dann in einen an Kleinkinder angepasstes Familienleben hineingeboren worden, sodass sich im Alltag nicht viel geändert hat. Daher empfinde ich im Moment drei Kinder nicht mehr oder weniger anstrengend als eins oder zwei. Aber wie gesagt: das ist einfach in jeder Familie und bei jedem anders.

      • Hallo Barbara, sicherlich liegt es bei mir auch daran, dass meine Kinder alle sehr schnell hintereinander kamen. Das Kleinkindalter fand ich jetzt im Gegensatz zur Schule eher „entspannt“. 🙂 Liebe Grüße

  6. Hallo Mia, Ich hab auch immer große Probleme die Sachen wegzugeben. Ich weine auch einigen Sachen nach die Ich schon weggegeben habe. Es hängen wirklich so viele Erinnerungen an manchen teilen, auch wen es nur Bodys sind. Ich bin auch noch sehr unentschlossen wann und Ob Ich noch ein 2. Kind will. Mit meinem Mann habe Ich schon häufig darüber geredet, sollte Ich mal wollen dann packen wir es an, bzw uns aus 😉 Will Ich aber nicht, dann akzeptiert Er das. Für Ihn sind beide Vorstellungen okay. Immer Keller lager Ich auch einige Sachen von Davis ein, viele Sachen in kleinen groößen, vieles was Ich auch Mädchen anziehen kann. Größerer Größen gebe Ich lieber Weg.. Komisch oder ? Das man so an das kleine zierliche bindet. Ich kann dich jedenfalls voll verstehen. Egal wie du dich auch entscheidest, es wird immer richtig sein. Das du noch nicht dazu gekommen bist auszusortieren liegt vielleicht wirklich an deiner Inneren Einstellung, belass es doch so wie es ist. Außer Dir kann es ja keinen stören.. und wenn dein Herz das noch braucht. Dann tu dir selbst den gefallen 😉

    Liebe Grüße Isabella

  7. Oh, mein Gott! Das ist ja ganz genau wie bei mir! Sogar die Pampers-Kartons sind gleich!
    Und ständig im Hinterkopf dieser Kampf: Brauche ich die Sachen noch? Wenn ich sie noch ein paar Jahre liegen lasse, kauft sie niemand mehr, da unmodern geworden. Und wenn ich sie weg gebe und dann doch noch mal ein Kind bekomme? – Können wir alles neu kaufen, sagt mein Mann.
    Aber die emotionalen Erinnerungen!!!
    Ich kann das Problem einfach nicht lösen 🙂

  8. Oh Gott, musste ich jetzt schmunzeln. Mir geht es genauso. Hab, wie du, 2 Soehne (5 und 2 Jahre jung) und auch wenn ich frueher immer dachte bei 2 Kindern zu bleiben, jetzt fliegt mir im Kopf Gedanke rum, noch ein drittes Stueck zu bekommen (nicht unbedingt ein Maedchen, einfach ein Kind ;)), und mit den Klamotten sieht es grad bei mir gleich wie bei dir aus. Was mich aber jetzt noch laecheln laesst,ist dass wir Muetter in aller Welt gleich sind – bin eine Polin (wohne auch in Polen) aber du kommst mir wie mein Spiegelbild vor. Ist ja nicht schoen?:)
    Lg
    Anja
    PS. Ich suchte nach einem deutsche Blog, um lesend meine Deutschkentnisse vervolkommnen zu koennen, inzwischen wirkt dein Blog auf mich nicht nur sprachlich inspirierend. Und kaum zu glauben wie du mir mit deinen Gedanken und Emotionen aehnlich bist 
    http://www.asta79.blogspot.com Byli sobie chłopcy – Es gab einmal die Jungs …

    • Liebe Anja, Danke für diesen lieben Kommentar!Ja, schön, dass wir Mütter in aller Welt ganz ähnlich denken und fühlen! Gerne hätte ich mir auch Dein Blog durchgelesen, aber ich kann leider kein Polnisch 🙁
      Viele liebe Grüße
      Mia

      • Liebe Mia, ja, leider ist mein Blog nur in meiner Muttersprache verfasst, aber wer weiss – vielleicht kommt mal Zeit und ich wage auch auf Deutsch (uebrigens – die schoenste Sprache der Welt ;)) zu bloggen. Bis es aber so weit ist, werde ich weiterhin alle deinen Beitraege geniessen und sicher dann deine alltaeglichen „ups and downs“ mitfuehlen (wobei ich dir und deinen Lieben natuerlich nur Highlights wuensche ;))
        Anja

  9. Hallo Mia,
    ich mache mir auch gerade Gedanken darüber, was ich mit der abgetragenen Babykleidung anstellen soll. Jetzt hab ich sie erstmal schön säuberlich geordnet und verpackt bis zum nächsten Kind (das dann ziemlich viel blau tragen muss:-)). Aber was dann? Kleider weg = Familienplanung beendet?Ich glaub, ich zöger‘ das noch raus:-)

  10. Und was, wenn du ein drittes Kind willst und es wird ein Mädchen? Auch ohne Kitsch, wirst du andere Klamotten kaufen…
    Wir haben es so gemacht: Weitergeben mit der Option auf Rückgabe. Meist kennt man ja jemanden, der bald die Sachen gebrauchen kann. Und wenn sie dann zu klein sind, bekommen wir sie einfach zurück.
    Aber wir wissen eben auch jetzt schon, dass wir noch mehr Kinder wollen.
    Dennoch, du kannst sie ja auch einfach verkaufen und dir dann, wenn’s nötig ist eine wunderbare neue Babygarnitur zulegen. Kinderkleiderbörsen z.B. verlasse ich nie unter 5 vollen Tüten… Ich weiss auch nie, warum. Es gibt ja auch noch in 2 Jahren supersüße Sachen, dann hat man eben neue Lieblingsteile.
    Kleider gleich mit der Frage der Familienplanung zu verknüpfen ist ein bisschen, nun ja, extrem.

  11. Ich habe mir diese Frage in den letzten Wochen auch immer wieder gestellt und eines hat mich dabei beruhigt: Dass mein Mann genauso unsicher ist wie ich. Dabei scheinen sich mein Herz und Verstand ebenso nicht einigen zu können. Ich bin gern Mama, doch mein Verstand weist mich auch immer wieder darauf hin, dass jedes Kind auch mit weiteren Kosten in Verbindung steht. Natürlich ist das ein Aspekt, den man als Mama mit Leib und Seele nicht wahrhaben möchte, zu süß ist es einfach, wenn die Kleinen einen freudestrahlend anlächeln, Betrachtet man das Ganze aber objektiv, muss man einfach einräumen, dass das Leben nicht preiswerter wird, Ganz im Gegenteil. Lebensmittel, Haushaltsnebenkosten, Kita etc. all das kostet viel Geld und ich möchte meinen Kindern letzten Endes auch etwas bieten können. Ich glaube mittlerweile, dass die Sachen trotz allem Für und Wider auch beim zweiten Kind zunächst in einem Karton landen. Der Dachboden ist groß und wer weiß, was noch kommt…

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