Mutter-Sohn-Liebe

Vor ungefähr zehn Jahren hatte ich den schlimmsten Liebeskummer aller Zeiten! Nachdem ich mir ein paar Tage die Augen ausgeweint hatte, fragte ich eine Freundin: „Wann hört das endlich auf?“ Sie antwortete: „Wenn Du Deinen Horizont erweitert hast!“

Selbstverständlich fand ich diesen Satz damals extrem doof! Was sollte ich mit einer Horizonterweiterung? Ich wollte den Kerl zurück!

Natürlich ging der Liebeskummer vorbei- was so ein junges Herz nicht alles aushalten kann…! Heute finde ich den Spruch cool!

Mein aktueller Liebeskummer ist ebenfalls vorbei, dabei war der Herzschmerz dieses Mal besonders übel.  Die Rede ist von meinem Sohn.

Maxi hatte mir nach der Geburt des Mini die kalte Schulter gezeigt. Ich verging vor Sehnsucht nach meinem Großen und seine abweisende Haltung brach mir wirklich das Herz. Maxi war schon immer ein Papakind, aber seit der Geburt des Mini war ich komplett abgemeldet.

Ich habe das nie so richtig verstanden.  Okay, dass ich viel schöner bin als sein Vater und viel besser rieche interessiert ihn vielleicht nicht.  Aber ICH bin es doch, die ihn aus der Kita abholt, während sein Vater ihn dort ABGIBT! Ich verbringe viel mehr Zeit mit ihm. Ich denke mir viel lustigere Spiele aus, als der Papa! Im Übrigen bin ICH es, die Elternzeit nimmt, Karrierechancen verpasst und- na gut, das ist ein anderes Thema. Aber hey, einen hab´ich noch: ICH habe hier die Hoheit überdie Süßigkeiten!

Es hilft alles nichts- der Sohn ist auf den Papa fixiert.

Vor 2-3 Wochen fing er allerdings plötzlich an, auch den geliebten Papa zu bekämpfen und sich beleidigt zurückzuziehen, sobald der mal den Mini auf dem Arm hatte. Höhepunkt dieser Papa-Abnabelung war, als mein Mann eines Abends von der Arbeit nach Hause kam und Maxi anfing laut zu weinen, der Papa solle wieder weg gehen.

Während es in der Vater-Sohn-Beziehung plötzlich im Getriebe knirschte, ließ Maxi langsam wieder mehr Nähe von mir zu.  Für eine Weile schien er zwischen Vater und Mutter hin und her zu pendeln. Mal wollte er auf Papas Arm, dann wieder sollte der Papa den Mini nehmen, damit er mit mir kuscheln konnte. Als er mir einmal die Haare aus dem Gesicht strich und sagte: „Meine Mama!“, da wurde mir erst richtig klar, wie wenig Nähe es zwischen uns beiden in den letzten Wochen gegeben hatte.

Maxi hat gekämpft. Ein bißchen mit dem Papa, ganz viel mit mir und hier und da auch mit sich selbst.

Seit ein paar Tagen scheint er das Gleichgewicht wieder hergestellt zu haben. Er ist und bleibt ein Papakind, aber die Eiszeit zwischen ihm und mir ist beendet.

Auch ich musste mein Gleichgewicht neu finden. So langsam gerät unsere Familie wieder in ruhigeres Fahrwasser und es stellt sich endlich so etwas wie eine neue Routine ein.

Man könnte auch sagen, ich habe meinen Horizont erweitert. Ich habe meinen Horizont erweitert UND ich habe den Kerl zurück! Ha!

Diesem Shirt konnte ich nicht widerstehen. Ich habe Maxi erklärt, was drauf steht und er trägt es mit Stolz 🙂

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Eure Mia

3 Kommentare

  1. Hihi und ich hab lauter „I love Dad“-Shirts 😀 Weil wir ihn doch beide so lieben 😉

    Aber das was du beschreibst, ist genau das, wovor ich Angst habe, wenn das zweite Kind mal kommen sollte. Ich will Norea doch immer 100%ig lieben und sie soll das auch spüren. Aber was passiert, wenn da ein zweites Wesen ist, was ich genauso liebe. Liebst sie mich dann weniger?

    Danke für’s Teilen deiner Erfahrungen!

    Liebe Grüße,
    Janina

  2. Oh Gott, vor genau dieser Situation habe ich zurzeit beinahe täglich Angst. Unser zweites Kind ist unterwegs und mein Großer schwankt schon jetzt zwischen uns beiden. Es gibt Tage, da ist Papa der absolute King, es gibt aber auch Tage, da kommt er nur zu mir und will von seinem Papa nichts wissen. Ich habe mir immer wieder die Frage gestellt, warum das so ist und wenn ich ehrlich bin, finde ich keine Antwort. Vielleicht sollten wir das einfach zulassen. Es gibt unheimlich viele Tage, an denen der Große mich regelrecht abstößt. Als Mama tut mir das unheimlich weh, doch jedes Mal sage ich mir, dass es auch wieder anders kommt. Wie es mit der Geburt des zweiten Kindes wird, kann ich mir nicht vorstellen. Da muss ich mich wohl überraschen lassen.

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