Heiter- bis- wolkig-Mittwoch:Eltern und Ehepaar

Ich schlage heute morgen die Zeitung auf und lese: „Jede dritte Ehe scheitert.“

Huch, so eine Headline vor dem ersten Kaffee…

Ich lege die Zeitung wieder weg, nehme einen Schluck Kaffee und denke über meine eigene Ehe nach.

Unsere Beziehung befindet sich im verflixten siebten Jahr, unsere Ehe haben wir vor vier Jahren geschlossen. Manchmal,wenn ich mir unsere Hochzeitsfotos anschaue, denke ich bei mir: „Wahnsinn, wer wir damals waren, und wer wir heute sind!“

Von den Hochzeitsfotos guckt mich ein Paar an, das eigentlich gerade erst anfing, ein richtiges Paar zu werden. Genau genommen waren wir zwei sehr unabhängige Erwachsene, die ineinander verliebt waren. Dann wurden wir Eltern. Es war eine riesige Umstellung, vom Paar zur Familie. Wie haben wir uns gestritten! Über absolut ALLES!

Der Sprung von der Familie mit einem Kind zu einer Familie mit zwei Kindern ist nicht ganz so groß, dachte ich mir und das stimmt auch. Die Rahmenbedingungen ändern sich nicht mehr so sehr. Hier wird wenig geschlafen, ich nehme Elternzeit, mein Mann und ich haben kaum Zeit füreinander…das war schon vor Baby Nr. 2 so.

Überrascht hat mich allerdings, dass die Streiterei wieder von vorne losging. Wir sind seeehr genervt voneinander. Es ist, als wären wir gerade zum ersten Mal Eltern geworden und müssten unsere Rollen neu definieren. Ich fühle mich oft alleine gelassen mit den Kindern. Ich will mehr Anerkennung für das, was ich täglich leiste. Ich bin neidisch auf seinen Büroalltag. Und wirklich ausflippen könnte ich, wenn er genervt von dem Babygeschrei ist. Ich bin nicht weniger genervt davon, dass der Kleine abends immernoch seine Schreistunde abhält, aber wenn er das ausspricht, dann stelle ich mich automatisch vor meinen Sohn und bin wütend auf meinen Mann, weil er unser Baby in meinen Augen nicht süß genug findet. Klar, der wartet wieder, bis ich den Kleinen aus dem Gröbsten rausgebracht habe. Dann nimmt er ihn mir weg und macht mit ihm und dem Großen Männersachen, denke ich dann.

Manchmal bin ich überrascht davon, wie sehr wir uns verändert haben. Die beiden unabhängigen Menschen auf dem Hochzeitsfoto leben jetzt ein unfassbar traditionelles Familienbild. Ich bin die Hausfrau, er der Geldverdiener. Das war eigentlich nicht beabsichtigt, ist aber beim Machen so geworden. Meistens ist das auch ok für mich. Ich bin glücklich in meiner Mutterrolle und schäme mich nicht dafür, dass mir die Kinder wichtiger sind als meine Karriere. Nur manchmal denke ich mir, dass ich beruflich viel aufgegeben habe. Dieses Gefühl lasse ich uneingeschränkt an meinem Mann aus.

Und dann sind da noch all diese eigentlich überflüssigen Motzereien: Ich hatte doch gesagt ich brauche Tomaten, warum hast Du keine Tomaten gekauft? Hörst Du eigentlich nicht, wenn das Babyfon angeht? Kannst Du auch mal das Bad putzen? Musst Du wirklich bis 23 Uhr im Büro sitzen? Hast du etwa keine Jacke für den Sohn eingepackt?

Seit der Kleine vor zwei Monaten zur Welt kam, haben mein Mann und ich kaum miteinander geredet. Meistens sagen wir nur: „Kannst Du mal kurz…“, aber richtige Gespräche gibt es kaum. Höchstens mal ein kleiner Streit zwischendurch. Dafür ist immer Zeit.

Von dem Foto neben dem Hochzeitsfoto, ein Familienfoto mit Sohn, gucken mich keine unabhängigen Erwachsenen an, sondern Eltern. Die Liebe zueinander und die Liebe zum Sohn springt einem aus diesem Foto heraus fast an. Wir haben den Spung vom Paar zur Familie geschafft.

Daneben steht neuerdings ein Foto einer Familie mit zwei Kindern. Die Eltern sind wieder andere Menschen, als die auf dem Foto mit nur einem Kind. Die Unabhängigkeit ist sowas von weg, aber das Glück ist noch da.

Wir werden uns in den nächsten Wochen noch oft streiten. Müde und gereizt werden wir aneinander geraten, kurioserweise nie zu erschöpft, um zu streiten. Wir wissen aber beide, dass das wieder besser wird.

Dem Zeitungsartikel zufolge haben wir statistisch gesehen noch 10 Jahre und 8 Monate glückliche Ehe vor uns. Ich traue uns durchaus mehr zu.

Ach ja, und ich hätte nichts dagegen, wenn eines Tages ein weiteres Foto im Wohnzimmer aufgehängt würde- mit drei Kindern. Noch so ein Streitpunkt…

Eure Mia

Ich will nicht in die Kita oder: Müssen wir konsequent sein?

Heute morgen um 8:20 Uhr hat mein Sohn gut gelaunt mit seinem Vater das Haus verlassen. Um 8:41 Uhr erhielt ich von meinem Mann folgende SMS:

„Super, M. ist total hysterisch, er schreit und will nach Hause. So habe ich ihn noch nicht erlebt- vollkommen paralysiert. Keine Lust auf Kita…“

Ich schrieb sofort zurück: „Dann bring ihn mir wieder nach Hause.“

Etwa 15 Minuten später rief mein Mann an. Die Lieblingserzieherin meines Sohnes hätte ihn schließlich beruhigt, alles gut.

Ich fand überhaupt nichts gut. Am Telefon begann ich eine Diskussion mit meinem Mann darüber, ob es in Ordnung war, den Sohn gegen seinen Willen in der Kita zu lassen, oder ob es besser gewesen wäre, ihn wieder nach Hause zu bringen. Leider hatte mein Mann um 9:00 Uhr den ersten Termin und wir mussten die Diskussion abbrechen. Ich sitze also alleine mit meinen Gedanken zu Hause und habe das Gefühl, mein Sohn müsste jetzt bei mir sein.

Die große Überschrift über Situationen wie diese lautet ja: Konsequenz! Mein Mann und ich haben oft das Gefühl, wir müssten konsequenter in der Kindererziehung sein und sind schließlich selbst in dieser Überzeugung nicht konsequent, denn wir fragen uns immer wieder, ob Konsequenz denn eigentlich so wichtig ist.

Ich denke, man muss zwei Arten von Konsequenz unterscheiden:

Auf der einen Seite steht die Konsequenz hinsichtlich der Werte, die man seinem Kind vermitteln will. Ich kann meinem Sohn z.B. nicht predigen, dass ich gemeinsame Familienmahlzeiten wichtig finde und möchte, dass er mit uns am Tisch sitzen bleibt, aber dann selber jedesmal wenn das Telefon klingelt jedesmal für eine halbe Stunde verschwinden.

Konsequenz macht auch da Sinn, wo ich zuvor eine Ansage gemacht habe. Damit sich meine Kinder auf mein Wort verlassen können, muss ich mich auch an die Parolen halten, die ich selber ausgegeben habe.

Beide Arten von Konsequenz beinhalten, dass ich meinen Kindern etwas vorlebe, und sie durch mein Vorbild erziehe.

Konsequenz um der Konsequenz willen lehne ich ab.

So eine „wir müssen um jeden Preis konsequent sein sonst tanzt er uns auf der Nase rum“ Situation war das meiner Meinung nach heute morgen in der Kita.

Warum soll mein Sohn nicht auch mal entscheiden dürfen, dass er zu Hause bleiben möchte? Gestern hatte er das auch entschieden und wir haben es erlaubt. Heute hat er die Entscheidung erst getroffen, als er schon in der Kita angekommen war, aber da wir nicht weit weg von der Kita wohnen, hätte mein Mann ihn problemlos wieder nach Hause bringen können. Außerdem kann ich von meinem 2,5jährigen nicht erwarten, dass er immer schon lange vorher weiß, was er will. Er hat eben erst in der Kita gemerkt, dass er lieber zu Hause geblieben wäre.

Hat er nicht das Recht, zu entscheiden, was er will? Mein Sohn hat längst gemerkt, dass ich im Moment nicht ins Büro gehe und mit seinem Bruder zu Hause bin. Warum soll er nicht auch bei uns bleiben dürfen?

Was hat mein Sohn denn heute gelernt? Dass seine Eltern die Ansagen machen und er sich fügen muss? Dass sein eigener Wille niemanden interessiert? Im Trotzalter, in dem Kinder ihren eigenen Willen entdecken und ihre Grenzen austesten, scheint es mir grundfalsch, ihren Willen zu brechen, indem man sich um jeden Preis konsequent gibt, weil man das aus erzieherischen Gründen für angebracht hält.

Jesper Juul schreibt dazu in seinem Buch „Dein kompetentes Kind“:

„Kinder werden mit allen sozialen und menschlichen Eigenschaften geboren. Um diese weiterzuentwickeln, brauchen sie nichts als die Gegenwart von Erwachsenen, die sich menschlich und sozial verhalten. Jede Methode ist nicht nur überflüsig, sondern kontraproduktiv, weil sie die Kinder für ihre Nächsten zu Objekten macht.“

Für mich fühlt es sich tatsächlich so an, als wäre mein Sohn heute morgen ein „Erziehungsobjekt“ gewesen. Er wollte nicht in die Kita, und da Mama zu Hause ist, hätte er auch nicht gemusst. Der Wille und die Idee von Konsequenz der Erwachsenen ist ihm aufgedrängt worden, das fühlt sich für mich falsch an. Ich finde es gut, dass mein Sohn sagen kann: Ich möchte das heute nicht!

Wenig später rief die Erzieherin mich an und meinte, mein Sohn wollte mir etwas sagen. Ein zuckersüßes Stimmchen kam durchs Telefon: „Alles gut Mama!“ Das brach mir fast das Herz. Ich fand auch diesen Anruf nicht richtig. Jetzt muss mein Sohn auch noch seine Mutter beruhigen, und somit nochmal artikulieren, dass er sich morgens falsch verhalten hat.

Mir hat der Vorfall von heute morgen vor Augen geführt, dass Konsequenz in der Kindererziehung überbewertet wird. Wäre ich in der Situation dabei gewesen, hätte ich vielleicht genau so gehandelt. Nun aber schaue ich vonaußen auf eine Situation und sehe nur mein verzweifelt weinendes Kind. Mein Mutterherz sagt mir da instinktiv, dass das nicht gut war. Ich möchte meinem Sohn eigene Entscheidungen und einen eigenen Willen zugestehen. Man kann den eigenen Willen nicht immer durchsetzen, aber heute wäre das problemlos möglich gewesen, wenn nicht die Erwachsenen sich verpflichtet gefühlt hätten, konsequent zu sein.

Ich denke, wir Eltern müssen unseren Kindern auf Augenhöhe begegnen, wenn wir wollen, dass aus ihnen selbstbewußte, verantwortungsvolle Erwachsene werden. Auch wenn der Wille der Kinder uns nicht in den Kram passt, müssen wir uns damit auseinandersetzen und ihn nicht mit Macht abbbügeln.

Als Wiedergutmachung könnte ich ja vielleicht heute nachmittag dem üblichen Drängen des Sohnes nach einem zweiten Eis nachgeben. Dann dürfte ich ja auch zwei Eis essen. Das passt zwar nicht zu meinem Plan, mein altes Gewicht wiederzuerlangen, aber den Plan kann ich ja morgen weiterverfolgen. Dann aber ganz konsequent!

So ein Glück, dass ICH das selber entscheiden darf 😉

Eure Mia

Vater sein dagegen sehr

Die Geburten meiner Söhne sind das Beste, das ich je erlebt habe. Zwei ganz unterschiedliche Geburten waren das, aber jede für sich macht diese Geburtsnacht zur Nacht meines Lebens! Na gut, als ich mitten drin in dem Ereignis war, habe ich jetzt nicht gerade vor Begeisterung gelacht, aber im Nachhinein sind es so überwältigende Momente gewesen, dass es schwer ist, sie in Worte zu fassen.

Auch mein Mann hat beide Geburten ganz unterschiedlich erlebt. Die Geburt des Großen zog sich über 18 Stunden. Das war auch für meinen Mann anstrengend. Die Geburt des Babysohns dagegen dauerte kaum länger als ein Fußballspiel, wovon wir nur für die Dauer der Halbzeitpause im Kreißsaal waren, das ist schon eher nach seinem Geschmack. Für ihn ist es aber scheinbar noch schwerer in Worte zu fassen. Bisherige Versuche, mir die Geburten aus seiner Sicht erzählen zu lassen sind jedenfalls kläglich gescheitert (Männer, tse!).

Arno Wilhelm hingegen hat Worte gefunden, und die reimen sich auch noch. Gerade ist sein Buch „Babypoesie“ erschienen. Arno Wilhelm erzählt von Freud und Leid der Vaterschaft. Vom Kinderwunsch über Schwangerschaft bis hin zu Wochenbett und Stillzeit beleuchtet er seine Erlebnisse in Reimform. Manche Gedichte sind eher ernsthaft, manche sind sehr witzig.

Freundlicherweise hat Arno Wilhelm mir ein Exemplar zur Verfügung gestellt. Ich dachte mir, das wäre doch auch etwas für Euch oder Eure Männer und habe ihm noch ein weiteres Exemplar aus den Rippen geleiert, das ich jetzt an Euch verlosen kann.

Welche Worte habt ihr für die (bevorstehende) Geburt Eurer Kinder? Schreibt mir einfach einen Kommentar und schon seit ihr im Lostopf. Die  Auslosung nimmt mein Sohn am 01. August vor (das wird ein Spaß; in der Trotzphase haben wir das noch nie gemacht…).

Viel Glück,

Eure Mia

Heiter-bis-wolkig-Mittwoch: Eifersucht

Es ist 16:20 Uhr an einem wunderschönen Sommertag. Die Menschen haben die Fenster zum Schutz vor der Hitze zugezogen, aber nun erscheint doch hier und da ein Gesicht am Fenster, denn die Anwohner haben Schreie gehört. Es klingt, als würde ein Kind geschlachtet werden. Und tatsächlich- auf der Straße stehen ein kleiner Junge und eine Frau und sind offenbar in einen furchtbaren Streit geraten.

Was klingt wie ein Krimi ist das ganz normale Leben und die Frau bin ich. Herzlich wilkkommen in meinem Alltag!

Was war da los? Ich hatte den Sohn von der Kita abgeholt, war in unsere Einfahrt gefahren und hatte den Maxicosi mit dem Babysohn aus dem Auto genommen. Als ich auf der anderen Seite die Tür öffnete und den Großen rausholen wollte, schrie der schon wütend. Ich hätte zuerst IHN rausholen müssen. Wiedergutmachung nicht möglich. Unter Gebrüll und Gezeter schleppte ich ihn schließlich ins Haus.

War das nun Eifersucht oder ein Trotzanfall?

Situationen wie diese gibt es momentan viele und es fällt mir schwer, sie in die Gefühlswelt des Sohnes einzuordnen.

Ich glaube, dass wir Eltern das Thema Eifersucht und „Entthronungstrauma“ zu hoch handeln. Kinder sind viel anpassungsfähiger, als wir denken, und gerade Veränderungen, die ganz natürlich sind, nehmen sie regelmäßig eher gelassen hin. Solange ich also meinen Erstgeborenen nicht völlig vernachlässige und ihm ständig Absagen zugunsten des Babys erteile, kann er die Situation gut akzeptieren, davon bin ich überzeugt.

Ich habe schon in der Schwangerschaft darauf geachtet, dass das Baby kein Ärgernis für den Sohn wird. Ich habe immer von „unserem“ Baby gesprochen. Ich habe nie gesagt: „Ich kann Dich nicht tragen, weil ich das Baby im Bauch habe“, sondern „…weil Du so groß und schwer geworden bist“.  Als der Kleine auf der Welt war, habe ich den Großen in alles einbezogen. Er hat mir beim Wickeln geholfen, hat das Baby mit Schnullern beruhigt und wurde ständig als toller großer Bruder gelobt. Besuchern habe ich aufgetragen, zuerst den Großen zu begrüßen und sich dann erst aufs Baby zu stürzen und gerne auch eine Kleinigkeit für den Großen mitzubringen.

Der Große war begeistert von seinem Bruder. Von Eifersucht keine Spur. Mein Plan ging also auf. Dachte ich.

Die Anfälle, die er nachmittags gerne mal hat, schob ich auf Übermüdung und Trotz. Dass er mir dauernd die kalte Schulter zeigte, fand ich nicht weiter schlimm. Er konzentriert sich jetzt eben noch mehr als vorher auf den Papa, denn den hat er ja meistens ganz für sich.

Tatsächlich haben mein Mann und ich uns die Kinderbetreuung stillschweigend so aufgeteilt, dass er sich um den Großen kümmert und ich mich um den Kleinen.  Ganz selten nimmt mein Mann mal den Kleinen.

Es war einer dieser seltenen Momente, in denen mein Mann den Kleinen auf den Arm nahm, als ich zum ersten Mal die pure Eifersucht bei meinem Großen spürte. Er starrte vor sich hin und sagte wütend und wie zu sich selbst: „Das ist mein Papa!“ Dabei wirkte er tatsächlich erschüttert. Seitdem gab es mehrere Situationen, in denen er wütend wurde oder sich verzweifelt an ihn klammerte, wenn mein Mann sich mit dem Kleinen beschäftigt. Von meinem Mann fordert er auch ein, „wie ein Baby“ getragen zu werden, oder die Flasche zu bekommen.

Mein Sohn hat also doch mit seiner „Entthronung“ zu kämpfen. Aber nur in der Beziehung zu seinem Vater.

Ich bin erstaunt und ratlos. Ich habe versucht, Antworten zu finden, aber wenn es um Entthronung geht, ist immer von der Beziehung zu „den Eltern“die Rede und nie von nur einem Elternteil.

Ich WEISS, dass in der Beziehung zu meinem Sohn alles in Ordnung ist. Ich bin trotz seiner Vorliebe für seinen Vater seine erste Bezugsperson und es gibt Situationen, in denen kann nur ich ihn trösten. Trotzdem sind wir langsam an einem Punkt angekommen, an dem ICH eifersüchtig auf meinen Mann werde, weil mein Großer ihn mir zumindest vordergründig immer vorzieht.

Es bleibt die Frage, ob Situationen wie die eingangs beschriebene nun doch Eifersuchtsreaktionen sind oder einfach Trotzanfälle.

Leider werde ich das nie erfahren, denn der Sohn kann ja nur fühlen, aber solche Gefühle noch nicht erkennen und schon gar nicht artikulieren. Wenn er das eines Tages kann, wird er sich längst nicht mehr daran erinnern, dass er einmal ein Einzelkind war und die ersten Wochen mit dem Bruder vielleicht nicht so toll fand, wie seine Eltern dachten.

Ich kann ihn also nur beobachten und ihm eine einfühlsame Mutter sein. Und geduldig sein. Das fällt mir manchmal allerdings gar nicht so leicht.

Fragt meine Nachbarn.

Eure Mia

Was tut man nicht alles?

Früher stand mein Leben unter dem Motto: „Man gönnt sich ja sonst nichts“! Ein prima Satz, mit dem auf den Lippen ich mir eigentlich ALLES gönnte!

Heute lautet die Überschrift eher: „Was tut man nicht alles für die Kinder?“ Dieses Motto ist von Gönnen so weit entfernt wie mein Beckenboden von seinem vorgeburtlichen Zustand, birgt aber neben mütterlicher Aufopferung auch die ein oder andere positive Überraschung.

Als mein Sohn am Samstagabend verkündete, er würde heute im großen Bett, also in meinem, schlafen, seufzte ich also innerlich mal wieder: Was tuuut man nicht alles? Laut sagte ich: „Au ja, Mäuschen, das machen wir!“

Die Suppe hatte ich mir schließlich selber eingebrockt, als ich vor Mutterliebe vergehend vor ein paar Tagen genau diesen Vorschlag gemacht hatte, weil der Sohn ja sonst leider seit der Geburt des Babysohns nur noch auf den Papa fixiert ist.

Halb hoffte ich es, halb fürchtete ich es, aber nein, er hat es nicht vergessen. Und so zog der Sohn mit strahlenden Augen, seinem Musikwauwau und seinem Traumkissen ins Schlafzimmer ein. Ein kleines, braungebranntes Menschlein, schwer bepackt auf sommerlich nackten Kinderbeinchen. Allein das- ein Anblick für die Götter! Ach Kind, ich lieb Dich so!

Mein Übernachtungsgast begann seinen Besuch mit einer Diskussion über den ihm zugedachten Schlafplatz. Er wollte im Baby Bay schlafen. Ich lehnte das ab und schon ging die Knatscherei los. Die Stimmung drohte zu kippen, schon verfluchte ich diese Nacht, aber schließlich konnte ich ihn doch überzeugen, dass es im großen Bett viel schöner sei, und der Platz neben mir sowieso der gemütlichste von allen, weil? Genau: Papas Platz (der schläft wegen Baby gerade im Gästezimmer)!

Mein Plan war, dass der Sohn zur gewohnten Schlafenszeit um 20:00 Uhr zunächst alleine einschläft, während ich zu meiner und Babys gewohnten Schlafenszeit um 23:30 Uhr nachkomme. Eigentlich klar, dass der Sohn einen anderen Plan hatte. Er wollte mich nicht gehen lassen. Da das Ganze ja als gemeinsames Mutter-Sohn-Event geplant war, konnte ich ihm natürlich keinen Wunsch abschlagen.

Wir lasen drei Mal den Maulwurf Grabowski und drei Mal „Alle Tiere im Wald freuen sich auf Weihnachten“. Das wollte ich längst versteckt haben und frühestens im November wieder rausholen- mache ich morgen, echt jetzt! Als der Sohn rief: „Und jetzt DAS hier“, und dabei schon wieder den Maulwurf Grabowski hochhielt, als hätte er das Buch noch nie zuvor gesehen, erklärte ich die Vorlesestunde für beendet und schlug vor, nun zu schlafen.

Es blieb dabei: Der Sohn wollte, dass ich ebenfalls sofort ins Bett käme. Nach kurzem Überlegen fand ich die Idee eigentlich ganz gut. Ich stillte den Babysohn noch einmal und trug dem Gatten auf, ihn mir einfach gegen 23 Uhr ins Schlafzimmer zu bringen. Dann legte ich mich zum Großen und freute mich auf zusätzliche Stunden Schlaf.

Ich musste noch viele Geschichten erzählen, Fragen beantworten und Ermahnungen aussprechen:“Jetzt wird aber geschlafen!“

Erst gegen 22 Uhr wurde der Sohn merklich müde und ruhiger. Mir waren die Augen schon lange schwer. Ich kuschelte mich an mein Söhnchen, hielt sein Händchen, schnupperte an ihm und war im Mutterhimmel! Im Einschlafen beschloss ich glücklich, nun jedes Wochenende gemeinsam in meinem Bett zu schlafen. Und mitten in diese herrliche Stille tönt die hellwache Stimme des Sohnes: „JETZT möchte ich in Papas Bett!“

Ich habe alles versucht, aber erfolglos. Das Ende des Abends war, dass der Sohn bei seinem Vater im Bett schlief. Der schläft aktuell auf 120cm im Gästezimmer. Wir hätten natürlich auch alle vier auf 160cm im Elternbett schlafen können, aber den Vorschlag habe ich lieber nicht gemacht, weil mein Mann ja so schnarcht und es mir schon reicht, dass ich wegen dem Babysohn nachts geweckt werde. Und dann noch der Große in unserer Mitte…nein danke, dafür bin ich einfach zu müde!

Der Sohn war am nächsten Morgen total begeistert. Ich liebe es, wenn ihn etwas so glücklich macht und er ganz aufgeregt von seinen tollen Erlebnissen erzählt. Ein bißchen versetzte es mir aber wieder einen Stich, denn eigentlich sollte es ja ein Mama-Sohn-Event sein, und nun war doch wieder der Papa der große Held, und wieder hatten Papa und Sohn die Nähe genossen, nach der ich mich seit der Geburt des Babysohns so sehne.

Ich war allerdings ähnlich begeistert wie der Sohn, da ich am Sonntagmorgen bis 9:00 Uhr geschlafen habe (natürlich mit zwei Still-Unterbrechungen, aber trotzdem!). Normalerweise kommt der Große nämlich morgens gegen 7:00 Uhr in mein Schlafzimmer und der Papa schläft im Gästezimmer unterm Dach weiter. Auch wenn der Babysohn nach dem Stillen gegen 6:00 Uhr immer nochmal einschläft- für mich ist die Nacht beendet, wenn der Große aufwacht. Nun wachte der Sohn also glücklich neben Papa auf und ich konnte weiterschlafen.

Nur der Papa, der hat leider nicht so gut geschlafen. Aber was tut man nicht alles…?

Eure Mia

Mama bloggt

Vor einem Jahr wünschten wir uns gerade ein zweites Kind. Viele Bienchen braucht es dazu, aber das war gar nicht so einfach. Wie oft habe ich zu meinem Mann gesagt: Liebling, nicht jetzt!?

Inzwischen ist unser kleiner Sonnenschein geboren und aus „wir mit Kind“ wurde wir mit zwei Kindern. Das ist ganz schön stressig, aber auch schön. Ich würde mich jetzt nicht als Super Mom bezeichnen, aber ich glaube, ich habe alles weitgehend im Griff. Wie meine eigene Frau Mutter das allerdings damals mit drei Kindern geschafft hat, ist mir ein Rätsel.

Oft muss ich zu meinem Großen sagen: „Mama hat jetzt keine Zeit!“ Das tut mir dann immmer sehr leid, denn er braucht ja seine Mama. Da ist es gut, dass er ohnehin so ein Papakind ist. Papa rockt halt, im Gegensatz zu Mama.

Seit ich in Elternzeit bin, sitze ich viel am Rechner und blogge, twittere und facebooke oder lese andere Blogs wie Mimi Erdbeer, Null Punkt Zwo oder Chaos und Queen zum Beispiel. Bin sozusagen eine echte Networkingmom.

Natürlich ist zu Hause immer viel zu tun, denn das bißchen Haushalt macht sich leider anders als behauptet nicht alleine. Zum Glück konnte ich mich bislang erfolgreich gegen ein Haustier wehren, sonst müsste ich wahrscheinlich auch noch täglich rufen: Wer ist eigentlich dran mit Katzenklo?

Ein bißchen freue ich mich schon jetzt darauf, wieder arbeiten zu gehen. Ich glaube ja, dass es für meine Kinder gut ist, wenn ich berufstätig bin. Kindern ist es vermutlich relativ egal, ob Mama arbeitet oder nicht. Aber wir Mütter wollen alles richtig machen und machen uns über alles Gedanken. Das geht vermutlich allen Müttern so- der typischen Berlin Mitte Mom genau so wie Vorstadt Eulen auch.

Wir sollten uns aber nicht zu viele Gedanken machen. Es ist völlig ok, eine Mittelmaßmama zu sein. Glücklich scheitern ist ja auch schon eine tolle Leistung! Ich finde, wir leisten alle täglich eine ganze Menge! Allein schon den Kinderlärm täglich lächend auszuhalten…Mama Mia!

Allen Bloggern, Müttern, Vätern und solchen, die es werden wollen, ein wunderschönes Wochenende!

Eure Mia

2 Kinder ins Bett bringen- wie geht das?

2 Kinder ins Bett bringen

Ich betrachte die Dinge ja gerne von ihrer lustigen Seite. Es ist schon vorgekommen, dass ich über meinen größten Mamialbtraum lachen musste: Wie bringe ich 2 Kinder ins Bett?

Ein Kind ins Bett zu bringen ist schon manchmal schwierig, aber 2 Kinder ins Bett bringen?

Neulich war einer dieser Tage, an denen der Große schon knatschig aus der Kita kam. An solchen Tagen hat seine Stimme dauerhaft einen weinerlichen Unterton und treibt mich in den Wahnsinn. „Ich will was triiiinken.“ Mama eilt mit einem Wasser herbei. „Ich wollte aber Apfelsaaaft, uähh!“ Mama gießt pflichtbewußt Apfelsaft nach. „Aber nicht aus deeer Tasse sondern aus der geeelben, uääh!“ Manchmal knatsche ich dann einfach zurück, das findet er lustig. An diesem Tag fand er nichts lustig.

Ich schielte im Minutentakt auf die Uhr. Wie lange noch, bis der Tag zu Ende ist…?

Gegen 18 Uhr zeigte dann auch der Kleine, was er stimmlich drauf hat und begann sein allabendliches Schreikonzert. Ich beruhigte im Wechsel beide Kinder und behielt die Lage einigermaßen unter Kontrolle.

Dann begann die große 2 Kinder ins Bett bringen Challenge. Im Bad sollte sich der Große die Zähne putzen sollte. Wollte aber nicht! Der Kleine schrie und der Große setzte einfach auch mit ein.

Ich stand da, fertig von einem langen Tag nach mittlerweile sieben Wochen kurzen Nächten und blickte auf meine zwei weinenden Jungs. Dicke Tränchen bei dem einen, heruntergezogen Mundwinkel und knallrote Birne bei dem anderen. Ich glaube, keiner von beiden wußte so recht, warum er eigentlich weinte. Hauptsache lauter als der andere. Ich wußte nicht, wen ich zuerst trösten sollte. Sie taten mir beide leid und gingen mir beide auf den Keks. Ich konnte nicht anders, ich musste lachen.

Leider bin ich nicht jeden Tag in der Lage, die Komik der Situation zu sehen.

Der Alltag lässt sich zusammengefasst daher eher so beschreiben: Es ist spät, der Mann ist noch im Büro, der Große muss ins Bett und schreit, der Kleine schreit weil er ein Baby ist und ich stehe mit hauchdünnem Nervenkostüm im Chaos und muss meine Wut unterdrücken, weil ich die Mama bin!

2 Kinder ins Bett bringen- meine abendliche Challenge

Ich hasse das Ins-Bett-bringen! 2 Kinder ins Bett bringen ist eine wirklich schwierige Aufgabe, wenn sie noch so klein sind. Erst gestern blieb mir nichts anderes übrig, als den Kleinen alleine zu lassen und die Türe hinter ihm zu schließen, damit ich den Großen ins Bett bringen konnte. Weil der Kleine dann schreit, kann ich beim Großen nicht lange bleiben und wenn ich sein Zimmer verlasse, fängt er wieder an zu weinen.

Die Jungs tun mir dann so leid. Beide bräuchten ihre Mama ganz, aber ich kann jedem nur zur Hälfte gerecht werden.

Zum Glück gibt es ja noch mehr Mamablogs als diesen. Also hab ich mal nachgelesen, wie andere das so machen. Die meisten sagen, dass sie vorm Ins-Bett-bringen am meisten Angst hatten, als Baby Nr. 2 unterwegs war, aber fast alle haben das scheinbar problemlos gemeistert.

Entweder schlief das Baby oder es wurde parallel gestillt. Mein Baby schläft NIE, wenn der Große ins Bett geht. Das ist in seinen ersten Lebenstagen vielleicht mal so gewesen, aber jetzt kommt es nie so aus. Und Stillen ist nur eine Option, wenn er wirklich Hunger hat, sonst trinkt der nämlich nicht. Außerdem will der Große bekuschelt werden und das geht nicht, wenn ich stille.

Bin ich so unfähig? Bitte sagt mir, dass das bei Euch auch Streßsituationen waren. Wenigstens in den ersten Wochen?! Bei uns kommt es immer so aus, dass das Baby schreit, wenn der Große ins Bett soll. Nur wenn der Papa da ist, kann man diese Situation meistern. Alleine ist es in 80% der Abende eine Katastrophe.

Ich habe mir fest vorgenommen, die Sache mit Humor durchzustehen. Heute Abend werde ich lachen (hoffenlich vergesse ich das nicht)!

Am Wochenende steht mir schlafmäßig ein besonderes Highlight ins Haus: Als ich dieser Tage wieder mal den Großen in seinem dunklen Zimmer zurücklassen musste, weil der Kleine sich inzwischen in Rage geschrien hatte, schlang er seine Ärmchen um mich und sagte: “ Du sollst bei mir schlafen, Mama!“ Ich schmolz dahin, denn leider ist es immer noch so, dass er zu 100% auf den Papa fixiert ist und ich vermisse meinen Großen. Also schlug ich unvorsichtigerweise vor: „Wie wäre es denn, wenn Du am Wochenende bei Mama im großen Bett schläftst?“ Der Sohn lachte vor Begeisterung über so eine verwegene Idee und war sofort Feuer und Flamme. Er hatte es auch am nächsten Morgen nicht vergessen. Ich denke also, er wird am Wochenende mit seinem Traumkissen und seinem Musikwauwau bei mir einziehen. Ob er die Stillphasen verschlafen wird? Oder ob mir die schlafloseste Nacht meines Lebens bevorsteht?

Wenn ich es überlebe, werde ich berichten.

Eure Mia

Edit: 2 Jahre später  schlafen beide Kinder problemlos ein. 2 Kinder ins Bett bringen finde ich immer noch schwierig. Sie schlafen in einem Zimmer und bringen sich gegenseitig zum Lachen. Aber irgendwann schlafen sie ein. Und so war es auch ein paar Wochen nach diesem Post. Die Lage hat sich entspannt und ich habe tatsächlich meistens den Mini gestillt, während ich dem Maxi vorgelesen habe. Zum Glück war ich nicht alleine mit dem Problem- die Foren sind voll davon 😉

Mama kann zaubern

Ich habe Zauberkräfte!

Ich kann die Butter so in den Kühlschrank legen, dass mein Mann sie nicht sieht.

Ich kann Süßigkeiten essen, obwohl wir keine im Haus haben.

Und ich kann alleine zwei Kinder ins Bett bringen.

Mimi Erdbeer hat diese Woche in ihrem Blog ein Gewinnspiel, für das man den folgenden Satz vervollständigen muss: „Wenn ich zaubern könnte, dann…“

Mein erster Gedanke: Ich würde mir das Warenlager von  Z*lando als Schuhschrank ans Haus zaubern! Oder sollte ich mir lieber zwei bis vier zusätzliche Arme zaubern? Einen Haushalt, der sich von alleine führt, könnte ich gebrauchen. Schlaf, den man löffelweise zu sich nehmen kann. Einen Spülmaschinenausräumer oder einen Lautstärkenregler für Trotzanfälle…

Je mehr ich darüber nachdachte, umso mehr tolle Dinge fielen mir ein, für die ich gerne Zauberkräfte einsetzen würde. Bis es mir schließlich wie Schuppen von den Augen fiel:

Ich HABE doch Zauberkräfte.

Immerhin habe ich aus einem BabyNr 1 ein anbetungswürdiges Kleinkind gemacht!

Ich habe  Baby Nr.2  innerhalb von sieben Wochen von einem Gewicht von 3100 g auf 5080 g gebracht- mit Muttermilch!

Ich bespaße meine zwei kleinen Jungs jeden Tag- bislang ohne dass einer ernsthaft verletzt wurde!

Ich habe mein Schlafpensum auf ein Minimum heruntergefahren und trotzdem bislang nur dreimal den Haustürschlüssel von außen stecken gelassen, ansonsten habe ich fast immer alle Sinne beisammen.

Ich habe die Wäsche so weit im Griff, dass der große Sohn immer mit sauberen Klamotten in die Kita gehen kann. Dass er nie mit sauberen Klamotten zurück kommt, liegt nicht an meiner Zauberkraft!

Ich lebe in einer Geräuschkulisse, die leicht einen Tinitus verursachen kann und bin trotzdem meistens relativ entspannt.

Mutterliebe heißt diese Zauberkraft, die einen im größten Chaos den Überblick behalten lässt. Und das auch noch glücklich!

Manche Dinge erfordern eine große Anstrengung aller vorhandener Zauberkraft und sind nur etwas für fortgeschrittene Mütter, aber die Kräfte wachsen zum Glück mit jedem weiteren Kind und mit jedem weiteren Tag.

Das mit dem Z*lando-Warenlager-Schuhschrank habe ich leider nicht hinbekommen, aber ich glaube trotzdem, dass ich zaubern kann.

Und wer jetzt noch nicht überzeugt davon ist: Zeit zum Bloggen finde ich auch noch nebenbei. Wie soll das denn gehen, ohne Zauberkraft?

Eure Mia

Heiter-bis-wolkig-Mittwoch: Kleinigkeiten

Auf vielen der Babykarten, die wir bekommen haben, war der Spruch abgdruckt: „Manchmal ist das Kleinste das Größte!“ Meine Kleinen sind in der Tat die Größten, aber der Spruch ist auch auf Alltagssituationen anwendbar.

Bei uns ist der Alltag momentan eben heiter bis wolkig. Sehr wolkig war es Ende letzter Woche. Dunkle Gewitterwolken hingen über unserem Haus.

Ich war vollkommen übermüdet, weil der Kleine nächtliches „Snacking“ betrieb und alle zwei Stunden ein kleines Schlückchen Muttermilch zu sich nahm. Nicht genug um länger als knappe zwei Stunden satt zu werden. Da aber der Große nebenan nicht aufgeweckt werden sollte, habe ich den Kleinen immer sofort gestillt, anstatt ihn mal richtig hungrig werden zu lassen, so dass er sich dann auch mal richtig satt machen könnte. Die Nächte waren kurz, aufregend, hart, ätzend!

Der Große kam knatschig aus der Kita. Er kämpft gerade mit mir, weil er meine ganze Aufmerksamkeit möchte. Ich schubse ihn stundenlang auf seiner Schaukel an, allerdings mit einer Hand, weil ich mit einer Hand den Kleinen im Tragetuch stabilisieren muss und der Große motzt, ich soll ihn mit beiden Händen anschubsen und ähnliche Scherze.

Ab 19 Uhr ist der Große total müde und knatschig und der Kleine hat dann seine abendlichen Schreistunden. Zwei heulende Jungs. Jeden Abend! Ich kann nicht mehr!

Den Großen ins Bett zu bringen, wenn er so knatschig ist und der Kleine dazu ein Schreikonzert gibt, ist eine Strafe!

Ich habe daher meinen Mann gebeten, dass er  an zwei Abenden in der Woche versuchen soll, zwischen 18:00 und 20:00 zu Hause sein, um mich zu unterstützen. Wenn der Große schläft kann er ja wieder ins Büro.

Mein Mann ist genervt, der Große ist knatschig und mag mich scheinbar gar nicht mehr, der Kleine hat von morgens bis Abends Bauchschmerzen, ich bin müde- willkomen im Chaos!

Wenn mein Mann und ich in diesen Stresssituationen miteinander reden, dann ist das kein Liebesgeflüster.

Genau genommen reden wir in solchen Phasen fast gar nicht miteinander. Wir bellen uns nur an. Jeder ist so genervt von der Geräuschkulisse und von den Anforderungen, die die Jungs permanent an uns stellen, dass er sofort aus der Haut fährt, wenn der Partner jetzt auch noch den Mund aufmachen muss.

Ich weiß, dass mein Mann alles was er tut gut meint. Er unterstützt zu Hause wo er kann- neben einer Arbeitswoche, die nicht selten 70 Stunden beträgt. Aber es nervt mich trotzdem oft, denn er soll alles so machen, wie ich es üblicherweise mache. Nicht nett von mir, weiß ich, aber ich kann in diesem Chaos keinen Überblick behalten, wenn nicht alles so läuft, wie ich es mir zurecht gelegt habe. Ich führe beim Großen neue Regeln ein, ertrage deshalb manchmal tagelang sein Gezeter, und dann kommt der tolle Papa und wirft alles wieder über den Haufen. Wenn ich müde bin, bin ich wenig kompromissbereit.

Umgekehrt nerve ich meinen Mann damit, dass ich immer etwas auszusetzen habe. Ich sage ihm, wie er das Baby halten muss, dass der Große sich alleine anziehen muss…ich habe zu allem einen Kommentar. Und wenn ich dann noch anfange zu jammern, weil ich eine harte Nacht oder einen nervenaufreibenden Tag hatte, dann wird mein Mann richtig übellaunig. Wenigstens seine Frau soll doch bitte nicht knatschen.

Zum Glück haben wir das alles schon einmal erlebt. Wir wissen, dass die ersten Wochen stressig sind, aber wir wissen auch, dass das vorbei geht. Wir müssen daher nicht unsere Ehe in Frage stellen. Wir lieben uns, daran ändert auch Streß nichts.

Trotzdem kochen die Emotionen manchmal extrem hoch und wir streiten uns.  Nachdem ich nun also darum gebeten hatte, dass er öfter zu den kritischen Abendstunden zu Hause ist und mich unterstützt, kommt er tatsächlich oft früher nach Hause. Allerdings kommt er dann mitten im Abendessen herein, der Sohn springt auf- Abendessen vorbei! Oder er kommt rein, wenn ich gerade anfangen wollte, den Sohn bettfertig zu machen- Sohn springt freudig auf- Zähneputzen vorbei!

Ende letzter Woche hat mich das alles so sehr genervt. Ich wäre am liebsten weggelaufen. Ich fühlte mich so urlaubsreif. Ich wollte einfach auch mal raus. So ein Tag im Büro schien mir total erstrebenswert und ich beneidete meinen Mann darum. Die Stimmung war so geladen und ganz kurz vor der großen Explosion.

Und dann passieren plötzlich nur winzige Kleinigkeiten und die Welt sieht ganz anders aus.

Der Sommer war plötzlich da. Wir konnten das Wochenende im Garten verbringen. Wir haben gegrillt. Der Große war deshalb bester Laune und kein bißchen knatschig. Der Kleine war so geschafft von der Hitze, dass er in der Nacht sechs Stunden am Stück geschlafen hat. Ich war deshalb beinahe ausgeschlafen.

Eigentlich nur winzige Kleinigkeiten, aber sie haben die ganze Situation ins Positive gekippt. Ich habe das schon oft empfunden, dass in einer Situation, in der ich wirklich nicht mehr kann, in der ich absolut am Ende mit den Nerven bin, meine Kinder plötzlich etwas tun oder von heute auf morgen ihr Verhalten so ändern, dass alles wieder gut ist. Kurz vorm Mami-Burnout habe ich plötzlich die pflegeleichtesten Kinder der Welt. Spüren die, wenn Mami am Ende ist? Gehen die bis an die Grenze und lassen Mami dann freundlicherweise wieder vom Haken?

Hier stieg jedenfalls aufgrund winziger Veränderungen das Barometer von Gewitter auf sonnig. Manchmal ist  eben das Kleinste das Größte, dachte ich mir da.

Gestern hatte mein Mann bis spät abends Termine. Ich wußte also, dass ich die kritischen Stunden alleine meistern musste und den Großen ins Bett bringen und mich gleichzeitig um den schreienden Kleinen kümmern müsste.

Wir waren gerade im Bad, das Abendessen war erfolgreich beendet, der Schlafanzug schon an, da geht die Badezimmertür auf und mein Mann steht da. Ich hätte ausflippen können. Kurz vor dem Ziel, kurz bevor der Große im Bett liegt, kommt sein Held nach Hause.

Automatisch war ich wieder gereizt. Es ist ein hartes Stück Arbeit, bei meinem Sohn abends den Raketenantrieb runterzufahren. Ich hatte es doch schon fast geschafft. Der Mann soll gefälligst rechtzeitig kommen, oder gar nicht!

Ein Haufen wütender Worte lag mir auf der Zunge, aber dieses Mal schaffte ich es, sie runterzuschlucken. Es ist doch süß von meinem Mann, dass er Termine abgesagt hat, um früher nach Hause zu kommen.

Der Große war schließlich viel später im Bett, als sonst, aber dafür haben mein Mann und ich danach noch gemeinsam einen Drink auf der Terasse genossen.

Wieder so eine Kleinigkeit, die Großes bewirkt. Mein Schweigen rettet unseren Abend und die gute Stimmung in den nächsten Tag hinein.

Reden ist silber.Schweigen ist gold. Auch ein schöner Spruch für eine Geburts-Karte…

Eure Mia

Neue Serie: Mias Must Haves

Früher bin ich mit meiner besten Freundin gerne über den Flohmarkt geschlendert. Sie ist Möbelrestauratorin und hat einen einmaligen Blick für Schätze, die sich zwischen allerlei Plunder verstecken. Von ihr hab ich gelernt, wie viel Spaß das Stöbern und vor allem das Aufstöbern von schönen, ausgefallenen Dingen macht.

Ab sofort gibt es bei Mama Mia deshalb eine neue Serie: Unter dem Titel „Mias Must Haves“ zeige ich Euch regelmäßig meine aktuellen Fundstücke- vielleicht habt Ihr ja auch Freude daran.

Den Anfang macht ein Schmuckstück aus der Kollektion einer lieben Mit-Mama, Ulrike Alt.

Ihr findet Mias Must Haves in der Side Bar auf der rechten Seite.

Den wunderschönen, schlichten, gravierbaren Armreif habe ich bei Luxusweiberl gefunden.

Bei Luxusweiberl gibt es in liebevoller Handarbeit gefertigte Schmuckstücke für kleine und große Luxusweiberl. Lässige, liebenswerte, ausgefallene oder klassische Schmuckstücke- hier findet man ALLES! Ulrikes Kreativität kennt scheinbar keine Grenzen, denn sie präsentiert uns Luxusweiberln laufend neue Kreationen.

Wer im Raum München wohnt, kann außerdem eine Luxusweiberl-Schmuckparty buchen- z.B. als Jungesellinenabschied oder Kindergeburtstag.

Mein aktuelles Must Have ist dieser Armreif. Ich habe bei meinem Mann bereits einen zu meinem Geburtstsg „bestellt“, auf dem die Namen meiner Söhne eingraviert werden sollen. Genau das Richtige für jemanden, der zu konservativ (zu feige?) für ein Tatoo ist und sich trotzdem mit den Namen seiner Liebsten schmücken möchte:-) Ich sehe mich schon verträumt lächeln, jedesmal wenn ich auf dieses Armband blicke…

LW-Armreif-Gravur-2

LW-Armreif-Gravur-1

Den Armreif und viele weitere tolle Schmuckstücke findet ihr unter http://luxusweiberl.de

Auf dem Laufenden mit immer neuen Schmuckstücken hält Ulrike Euch auf der Facebook Seite von Luxusweiberl.

Viel Spaß!

Eure Mia