Heiter bis wolkig-Mittwoch: MÜDE!

Hello Again. Da ist sie wieder, diese Müdigkeit. Diese Erschöpfung. Man weiß ja nicht, wie müde man sein kann, bevor man nicht ein Baby durch die ersten Wochen gebracht hat!

Anfangs ist es bloß ein bißchen Müdigkeit. Nach ein paar Tagen merkt man, dass die Müdigkeit in den Augen steckt. Die fühlen sich schwer an, und man möchte sie am liebsten sofort zu machen. Und noch ein paar Tage (oder besser Nächte) später kommt die Erschöpfung.

Dieses Mal war ich vorbereitet. Die Müdigkeit aus den ersten Wochen mit meinem Großen hatte ich in so grausamer Erinnerung, dass ich auf das Schlimmste gefasst war. Und siehe da: Nummer 2 überrascht mich mit vergleichsweise entspannten Nächten.

Dass ich trotzdem so müde bin, liegt zum einen daran, dass ich ein Schlaftier bin und viiieel Schlaf brauche, zum anderen bin ich selber schuld, weil ich tagsüber nicht die Chance nutze, zu schlafen. Schlaf, wenn das Baby schläft! Jedem, der kann, möchte ich diesen Leitspruch für die ersten Wochen mit auf den Weg geben.

Verschärft wird die Situation durch Nächte wie diese neulich:

Mein Baby war erst um Mitternacht eingeschlafen. Zwei Stunden später hatte er schon wieder Hunger und ich habe ihn gestillt und anschließend gewickelt. Danach gab es noch einen kleinen Nachschlag, und schließlich ein bißchen In-den-Schlaf-Schaukeln.

Bis ich wieder eingeschlafen war, war es ungefähr 3:00 Uhr. Um 4:00 geht die Schlafzimmertür auf. „Hawo Mama!“ nuschelt ein ganz verschlafener Sohn hinter seinem Schnulli. Die Augen kann er selber kaum aufhalten. Unterm Arm hat er seinen „Musikwauwau“ (eine Spieluhr als Hund) mitgebracht.

Mein Söhnchen, verschlafen und im Schlafanzug mit seinem Musikwauwau unterm Arm ist ein Anblick, den ich total liebe. So kuschelig, so rührend und plötzlich wieder so klein. So ein verschlafenes Kind im Schlafanzug gehört bekuschelt und abgeknutscht!  Aber nicht um 4:00 Nachts!!

„Hey, was ist los?“, frage ich, „es ist mitten in der Nacht!“

„Aba if bin fon wach!“, kommt es hinter dem Schnulli. Er springt in mein Bett. In dem Moment wußte ich, der schläft nicht wieder ein! Da kann ich ja aggressiv werden! Ich vermisse meinen Großen ja so und wenn er zu mir ins Bett kommt, sollte ich mich eigentlich freuen. Statt dessen denke ich nur: „Bitte! Wann geht der wieder?“ Um 4:00 nachts ist mir mir einfach nicht gut Kirschen essen. Der Mutterliebe-Speicher braucht zum Auffüllen Schlaf!

Tief durchatmen, Ruhe bewahren!

„Komm her, Maus, wir schlafen noch ein bißchen. Bis der Wecker klingelt, ok? Mach die Augen zu!“

„If bin aba gar niss müde!“ Quatsch, klar bist Du müde, guck Dich mal an! Und ich bin erstmal müde…!!

„Mäuschen komm, mach die Augen nochmal zu, alle schlafen noch!“

„Aba Du bis doch wach, Mama!“ Bestechende Kleinkind-Logik!

Irgendwann ist er wieder eingeschlafen, aber kurz später wurde das Baby wach und morgens um 7:00 hatte ich so gut wie keinen Schlaf abbekommen.

An solchen Tagen bin ich manchmal so müde, dass ich am liebsten weinen würde.

Dann fange ich an, die Zeit herbeizusehnen, in denen das Baby durchschläft. Bei meinem Großen war das nach neun Wochen der Fall. Wir haben jetzt viereinhalb Wochen um, also nochmal so lang, dann wird es deutlich besser. Ach, wäre es doch schon so weit…

Eigentlich schade, dass man so denkt. Die Babyzeit geht so schnell vorbei, und dann ist man traurig, dass sie so schnell groß werden.

Was hat sich die Natur dabei nur wieder gedacht? Vor lauter Müdigkeit kann man sein Kind in den ersten Wochen gar nicht richtig genießen. Geschrei, Schmerzen beim Stillen…alles ließe sich so viel besser aushalten, wenn man bloß nicht so müde wäre.

Wir haben beim Fotografen ganz tolle Familienfotos machen lassen. Ich liebe diese Fotos. Ich schaue sie mir den ganzen Tag immer wieder an. Ehrlich gesagt: Manchmal macht es mir mehr Spaß, die Fotos anzusehen, als die Originale. Die Fotos sind so herrlich leise! Daneben könnte ich auf der Stelle glücklich einschlafen…

Eure Mia

0 Kommentare

  1. ich musste schmunzeln. ich bin auch so ein schlaftier. ich hätte so gerne ein baby, aber davor graut mir ein wenig. ich bin wirklich sehr pampig, wenn ich müde bin. und so kleine mini babys sind doch so süß, es ist schade, dass man nicht richtig genießen kann.

  2. Hallo Mia,

    Ich kann dich sehr gut verstehen!
    Und ich Drücke dir ehrlich die Daumen, dass dein Kleiner auch so schnell durchschläft wie der Große. (Meiner ist jetzt 20 Monate und schläft nur selten mal durch…)

    Liebe Grüße,
    Ina

  3. Ich gehöre wohl auch zu den Schlaftieren 🙂 Mein Sohn (23 Monate) bisher leider noch nicht, ich hoffe inständig, dass das noch kommt. Ich finds auch total traurig, dass man die Babyzeit nicht wirklich genießen kann, vor lauter Müdigkeit, ich kann mich schon jetzt kaum noch an die Babyzeit erinnern, scheinbar verdrängt man das, weil es doch irgendwie grausdam ist?! Liebste Grüße

  4. hihi, muss doll schmunzeln: „Die Bilder sind so schön leise..“
    Ach ja, die Zeit geht echt so schnell rum, auch ich bin besorgt, dass ich sie vor lauter Müdigkeit nicht geniessen kann. Mal sehen, in 3-4 Monaten weiss ich dann mehr 🙂

  5. Hallo Mia,
    danke für diesen herrlichen Beitrag.
    Musste so doll lachen, habe ihn auch meinem Mann vorgelesen. Er meinte du solltest ein Buch schreiben!?!
    Meine Kinder sind 19 Monate voneinander, der Große ist im März 2 geworden und die Kleine in ein paar Tagen 8 Monate.
    Ich leide mit Dir! :))) ( das mit den Fotos mache ich fast jeden Abend) 😉
    Liebe Grüße
    Yvonne

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