Danke!

Neben mir auf seiner Babydecke liegt mein Kleiner und mault immer mal wieder- er kämpft mit den berühmt berüchtigten Drei-Monats-Koliken. Fünf Wochen ist er nun schon alt. Oben in seinem Bettchen schläft mein Großer. Ein seltener Moment der Ruhe!

Ich nutze die Zeit, um mich bei Euch zu bedanken. Besonders in den letzten fünf Wochen habe ich mich immer wieder so sehr gefreut, dass so viele nette Menschen dieses Blog lesen.

Ich habe von Euch so viele Glückwünsche zur Geburt bekommen, das hat mich überwältigt. Manche haben sogar Pakete mit Geschenken geschickt. Erst gestern kam ein super süßes Paket von der lieben Miri an und Katharina hat sogar für Valentin genäht!

Ihr habt mir Tipps zum Thema Stillen gegeben. Hilli Hiltrud hat mich auf ihre ganz wunderbaren Stilloberteile hingewiesen, und ohne Euch wüsste ich gar nicht, dass es extra Stillschals gibt.

Ihr habt mit mir Eure Erfahrungen mit der Schnullerfee geteilt und mir spitzenmäßige Ideen geliefert. Ergebnis: Wir sind heute Tag 5 ohne Schnuller (nachts darf er aber noch). Wie wir´s letztlich geschafft haben, erzähle ich Euch noch…

Ich hätte am liebsten jeden einzelnen Kommentar beantwortet, aber ich bin momentan immer auf´m Sprung. Deswegen auf diesem Wege ein ganz dickes Dankeschön an Euch alle, die Ihr dieses Blog lest und vor allem allen, die mir mit ihren Kommentaren Feedback, Tipps, Hilfe und virtuelle Umarmungen schenken!

Euch allen ein wunderschönes Wochenende (angeblich kommt ja ein Azorenhoch…)

Eure Mia

Heiter bis wolkig-Mittwoch: MÜDE!

Hello Again. Da ist sie wieder, diese Müdigkeit. Diese Erschöpfung. Man weiß ja nicht, wie müde man sein kann, bevor man nicht ein Baby durch die ersten Wochen gebracht hat!

Anfangs ist es bloß ein bißchen Müdigkeit. Nach ein paar Tagen merkt man, dass die Müdigkeit in den Augen steckt. Die fühlen sich schwer an, und man möchte sie am liebsten sofort zu machen. Und noch ein paar Tage (oder besser Nächte) später kommt die Erschöpfung.

Dieses Mal war ich vorbereitet. Die Müdigkeit aus den ersten Wochen mit meinem Großen hatte ich in so grausamer Erinnerung, dass ich auf das Schlimmste gefasst war. Und siehe da: Nummer 2 überrascht mich mit vergleichsweise entspannten Nächten.

Dass ich trotzdem so müde bin, liegt zum einen daran, dass ich ein Schlaftier bin und viiieel Schlaf brauche, zum anderen bin ich selber schuld, weil ich tagsüber nicht die Chance nutze, zu schlafen. Schlaf, wenn das Baby schläft! Jedem, der kann, möchte ich diesen Leitspruch für die ersten Wochen mit auf den Weg geben.

Verschärft wird die Situation durch Nächte wie diese neulich:

Mein Baby war erst um Mitternacht eingeschlafen. Zwei Stunden später hatte er schon wieder Hunger und ich habe ihn gestillt und anschließend gewickelt. Danach gab es noch einen kleinen Nachschlag, und schließlich ein bißchen In-den-Schlaf-Schaukeln.

Bis ich wieder eingeschlafen war, war es ungefähr 3:00 Uhr. Um 4:00 geht die Schlafzimmertür auf. „Hawo Mama!“ nuschelt ein ganz verschlafener Sohn hinter seinem Schnulli. Die Augen kann er selber kaum aufhalten. Unterm Arm hat er seinen „Musikwauwau“ (eine Spieluhr als Hund) mitgebracht.

Mein Söhnchen, verschlafen und im Schlafanzug mit seinem Musikwauwau unterm Arm ist ein Anblick, den ich total liebe. So kuschelig, so rührend und plötzlich wieder so klein. So ein verschlafenes Kind im Schlafanzug gehört bekuschelt und abgeknutscht!  Aber nicht um 4:00 Nachts!!

„Hey, was ist los?“, frage ich, „es ist mitten in der Nacht!“

„Aba if bin fon wach!“, kommt es hinter dem Schnulli. Er springt in mein Bett. In dem Moment wußte ich, der schläft nicht wieder ein! Da kann ich ja aggressiv werden! Ich vermisse meinen Großen ja so und wenn er zu mir ins Bett kommt, sollte ich mich eigentlich freuen. Statt dessen denke ich nur: „Bitte! Wann geht der wieder?“ Um 4:00 nachts ist mir mir einfach nicht gut Kirschen essen. Der Mutterliebe-Speicher braucht zum Auffüllen Schlaf!

Tief durchatmen, Ruhe bewahren!

„Komm her, Maus, wir schlafen noch ein bißchen. Bis der Wecker klingelt, ok? Mach die Augen zu!“

„If bin aba gar niss müde!“ Quatsch, klar bist Du müde, guck Dich mal an! Und ich bin erstmal müde…!!

„Mäuschen komm, mach die Augen nochmal zu, alle schlafen noch!“

„Aba Du bis doch wach, Mama!“ Bestechende Kleinkind-Logik!

Irgendwann ist er wieder eingeschlafen, aber kurz später wurde das Baby wach und morgens um 7:00 hatte ich so gut wie keinen Schlaf abbekommen.

An solchen Tagen bin ich manchmal so müde, dass ich am liebsten weinen würde.

Dann fange ich an, die Zeit herbeizusehnen, in denen das Baby durchschläft. Bei meinem Großen war das nach neun Wochen der Fall. Wir haben jetzt viereinhalb Wochen um, also nochmal so lang, dann wird es deutlich besser. Ach, wäre es doch schon so weit…

Eigentlich schade, dass man so denkt. Die Babyzeit geht so schnell vorbei, und dann ist man traurig, dass sie so schnell groß werden.

Was hat sich die Natur dabei nur wieder gedacht? Vor lauter Müdigkeit kann man sein Kind in den ersten Wochen gar nicht richtig genießen. Geschrei, Schmerzen beim Stillen…alles ließe sich so viel besser aushalten, wenn man bloß nicht so müde wäre.

Wir haben beim Fotografen ganz tolle Familienfotos machen lassen. Ich liebe diese Fotos. Ich schaue sie mir den ganzen Tag immer wieder an. Ehrlich gesagt: Manchmal macht es mir mehr Spaß, die Fotos anzusehen, als die Originale. Die Fotos sind so herrlich leise! Daneben könnte ich auf der Stelle glücklich einschlafen…

Eure Mia

Riesenschreck und Film im Kopf

Ich habe nicht gut geschlafen. Schuld ist nicht einmal der kleine Sohn, der lässt mich nachts inzwischen auch mal drei Stunden am Stück schlafen (selten, aber ist schon vorgekommen).
Ich konnte nicht schlafen, weil ich mal wieder so einen sorgenvollen Mami-Film geschoben habe. Zu meiner Verteidigung darf ich sagen, dass diese Sorgen nicht aus dem Nichts kamen, sondern einen Auslöser hatten:
 
Es gab hier einen Unfall.
Wir haben unseren Garten in einen Spielplatz verwandelt und einen riesigen Kletterturm samt Rutsche und zwei Schaukeln aufgebautt. Der große Sohn soll sich richtig austoben können und sich nicht langweilen müssen, während Mama stillt und wickelt und stillt und…
Der Plan ist prima aufgegangen. Der Große ist begeistert, ebenso Freunde und Nachbarskinder. Die Investition hat sich gelohnt.
Gestern dann der Schreckmoment: Der Große klettert die Leiter zum Kletterturm hoch, ist schon fast oben und erzählt dabei eifrig etwas. Da er meist mit Händen und Füßen redet, reisst er plötzlich die Arme nach oben, lässt also los und fällt. Ich habe das wie in Zeitlupe gesehen. Er ist aus einer ordentlichen Höhe direkt auf den Rücken gefallen. 
Ich habe mich zu Tode erschrocken, war in Bruchteilen von Sekunden bei ihm. Natürlich habe ich total falsch reagiert und ihn erstmnal an mich gerissen. Der Sohn hat geschrien und geschrien, und ich hätte am Liebsten mitgeweint, aber als Mutter muss man sich ja zusammenreissen, um sein Kind nicht noch mehr zu erschrecken.
Schnell war klar, dass sich der Sohn nicht wirklich verletzt hatte. Wenige Minuten später spielte er weiter; wild wie vorher, als sei nichts passiert. Ich war erstmal erleichtert.
 
Der Schock saß bei mir allerdings tief. Den restlichen Tag über musste ich das Bild vom Sturz aus meinem Kopf immer wieder verdrängen.
Abends im Bett allerdings, als langsam Ruhe einkehrte und es dunkel war, da kamen mir die schlimmsten Gedanken.
Was hätte alles passieren können. Er hätte sich nicht nur Arm oder Bein brechen können, sondern auch das Genick. Oder den Rücken so schlimm verletzen, dass er nicht mehr laufen kann.
 
Nachts ist immer alles schlimmer. Mütterliche Sorgen können in der Dunkelheit zu riesigen Ungeheuern werden.
Ich bin mehrfach aufgestanden und in das Zimmer meines schlafenden Großen gegangen, um zu schauen, ob es ihm gut geht. Hat er sich vielleicht im Bett übergeben und doch eine Gehirnerschütterung?
 
Und dann stehst Du da, am Bett Deines Kindes, hast die Angst noch im Nacken und spürst plötzlich wieder, wie groß Dein Glück ist. Und wie zerbrechlich.
 
Nach so einer Nacht starte ich sehr sensibel in den neuen Tag. Ich umarme den Großen ein bißchen länger und fester als sonst. Betrachte den Kleinen noch ein bißchen ehrfürchtiger als sonst.
 
Der Große ist mit seinem Papa heute morgen fröhlich und offensichtlich unversehrt vom gestrigen Sturz davonspaziert in Richtung Kita. Dort gibt es auch so einen Kletterturm. Ich kann nur hoffen, dass ihm nie etwas passiert!
 
Knutscht Eure Kinder. Seid froh und dankbar, dass sie bei Euch sind und habt einen guten Wochenstart!
 
Eure Mia

Abschied vom Schnulli

In meiner Grundschulklasse war ein kleiner Junge, dessen Hund eingeschläfert werden musste. Seine Eltern haben ihm einfach erzählt, der Hund ginge jetzt in die Hundeschule und hofften darauf, dass der Junge schon vergessen würde. Tat er aber nicht. Statt dessen wurden die Erwartungen an die Fertigkeiten, die der Hund in der Hundeschule erwerben würde, immer größer. Irgendwann wartete er täglich auf einen Brief von seinem Hund. Logo, dass wir ihn ausgelacht haben.
 
Ich will meine Kinder niemals belügen. Gerade weil Kinder solche Phantasiemenschen sind. Sie gehen sogar in ihren selbsterfundenen Geschichten immer ganz auf. Ihren Eltern kaufen sie jede noch so wilde Geschichte ohne jeden Zweifel ab. Ich finde, das verpflichtet uns, ganz vorsichtig mit Geschichten umzugehen.
 
Die Schnullerfee ins Haus zu lassen kam für mich deshalb eigentlich nicht in Frage. Eigentlich.
 
Dieser bescheurte Schnulli meines Großen geht mir inzwischen gewaltig auf den Keks. Wir waren längst so weit, dass er dieses Plastikgerät nur noch zum Schlafen benötigte. Da aber der kleine Bruder den Schnulli auch tagsüber haben darf, hat der Große einen schweren Rückfall erlitten. Jetzt verlangt er nach seinem Schnulli, sobald er nachmittags nach der Kita das Haus betritt und ich muss ihn dann immer wieder rausziehen, aber dauerhaft gibt er ihn eingentlich kaum noch ab. Bislang habe ich diese Schnullersucht geduldet, weil ich mir dachte, wenn er ein Saugbedürfnis hat, soll es halt befriedigt werden. Ich will ja nicht schuld sein, wenn er mit 15 Kette raucht, weil seine Mutter ihm nicht erlaubt hat, einen Schnuller zu benutzen. Blöderweise ist nicht nur Rauchen ungesund, sondern auch ein Schnuller ist auf Dauer seeehr schlecht für seine Zähne, und da versteht die Mami keinen Spaß.
 
Was tun?
Ich habe in den zweieinhalb Jahren meines Mami-Seins die Erfahrung gemacht, dass Kinder zwar grundsätzlich extrem konservative Geschöpfe sind, man ihnen andererseits aber auch sehr schnell Dinge an- und abgewöhnen kann. Vorausgesetzt man ist bereit, ein bis drei Tage Geschrei zu ertragen. 
 
Genau dazu bin ich aktuell allerdings nicht bereit. Sohn Nr 2 deckt mein erträgliches Maß an Geschrei dank nächtlichem Hunger, Reizüberflutung und Drei-Monats-Koliken bereits vollumfänglich ab.
 
Besondere Sitauationen erfordern besondere Maßnahmen. Soll ich doch die Schnullerfee bemühen? 
Denn auf der anderen Seite brauchen Kinder ja auch Geschichten.
 
Wie habt Ihr es gemacht? Irgendwelche Tipps?
 
Ein schönes Wochenende wünscht
 
Eure Mia

Heiter- bis- wolkig- Mittwoch: Ich hab Liebeskummer

Vielleicht lag es an den sogenannten Heultagen. Vielleicht war es die Müdigkeit nach der nächtlichen Geburt. Vielleicht war es aber auch das, wonach es sich angefühlt hat: Liebeskummer.
 
In den ersten Tagen, als ich noch im Krankenhaus war, habe ich meinen Großen so sehr vermisst. Ich habe mir von meinem Mann Fotos ohne Ende schicken lassen. Sehnsüchtig habe ich jeden Tag darauf gewartet, dass die beiden mich am Nachmittag nach der Kita besuchen kommen. Wenn sie dann endlich da waren, war der Große aber immer eher abweisend zu mir. Er wollte nicht zu mir ins Bett klettern und hat mich auch sonst wenig beachtet. Zum Glück war das mit seinem kleinen Bruder anders. Den hat er von Anfang an geliebt. Auch die Zeit alleine zu Hause mit seinem Papa hat er sichtlich genossen. Nur ich fühlte mich irgendwie ausgeschlossen, abgemeldet und habe das so schmerzlich empfunden, als würde ich unter Liebeskummer leiden.
 
Darauf war ich wirklich nicht vorbereitet. Erstaunlich eigentlich, denn es gibt um mich herum genügend Leute mit zwei oder mehr Kindern, die mir das hätten erzählen können. Aber irgendwie reden die Wissenden nie. Beim ersten Kind bin ich total unvorbereitet in diese Horror-Nächte geschlittert. Niemand hatte auch nur angedeutet, was auf mich zu kommt. Und jetzt hat mir eben niemand erzählt, dass ich meinen Großen so sehr vermissen werde. Das wiederum macht mir Hoffnung: Vielleicht reden die Wissenden ja nicht, weil sie es schon wieder vergessen haben. Das ist wie mit den Geburtswehen: Wenn sie erstmal vorbei sind, ist es gar nicht sooo schlimm gewesen. Vielleicht habe ich das Thema ja in ein paar Wochen vergessen…?
 Das Liebeskummer-Gefühl ist inzwischen verschwunden. Ganz so schlimm ist es nicht mehr. Trotzdem denke ich mir oft abends, wenn er im Bett ist, dass ich  viel zu wenig von ihm gehabt habe, ihn viel zu wenig umarmt und abgeknutscht habe.
Ich vermisse die Nachmittage, an denen nur mein Großer und ich gemeinsam erst getobt haben, etwas unternommen haben, später, wenn er müde wurde gemeinsam auf dem Sofa kuschelnd Bücher gelesen haben, um uns anschließend beim Abendessen gegenüber zu sitzen und ein bißchen Blödsinn zu machen, bevor ich ihn ins Bett gebracht habe, und sein kleines Händchen haltend oft neben ihm eingeschlafen bin.
Ja, die Symbiose zwischen mir und meinem Großen ist durch die Geburt von Kind Nr. 2 ein ganzes Stück aufgeweicht, und das macht mich traurig. Dumm von mir? Vielleicht. Es ist ja häufig so, dass wir den guten alten Zeiten hinterhertrauern und gar nicht merken, dass wir uns den Blick für etwas Neues dadurch verstellen. Und das Neue ist zwar anders, aber nicht schlechter.
So habe ich die Zweisamkeit mit meinem Großen nicht ersatzlos verloren, sondern gegen eine gigantische Horizonterweiterung „eingetauscht“:
Ich habe ein Baby bekommen. Ich bin jetzt eine zweifache Mutter. Wir Sommers sind jetzt vier! Das ist so toll! Das findet auch der Große. Von Eifersucht in dem Sinne zum Glück keine Spur. Er lässt seinen Frust allein an mir aus, aber das ist ein Thema für einen eigenen Post…
Gestern haben wir im Garten ein Picknick gemacht und beide Brüder fanden es super. Das hat mehr Spaß gemacht, als Picknick zu zweit. 
 Und eine ganz großes neues Gefühl hat sich an dem Tag eingestellt, an dem der Große mich zum ersten Mal im Krankenhaus besucht hat: Stolz! Mir war gar nicht klar, wie stolz ich auf meinen Großen bin. Er ist so süß, so schlau, so liebevoll, höflich, mitfühlend, lustig, schön- ich hab ihn dauernd angesehen und bin vor Stolz fast geplatzt. Da ihm im Krankenzimmer schnell langweilig wurde, hat er auf dem Flur lieber mit den Schwestern geflirtet, die ihn fast geklaut hätten. Tage später sind mein Mann und der Große nochmal ins Krankenhaus gefahren, weil ich mein Ladegerät dort hatte liegen lassen. Die Schwestern haben sich so gefreut und kamen von überall angelaufen: „M. ist da!“
So ein toller Kerl ist aus unserem Großen schon geworden, ich muss einiges richtig gemacht haben.
 
Die Geburt von Nr. 2 hat mir also eine neue Dimension von Liebe zu meinem Großen beschert, weil ich ihn jetzt anders sehe, nicht mehr als mein Baby, sondern eher als mein großes Baby. Das minimiert den Liebeskummer. Das, und seine Trotzanfälle…!
 
Eure Mia

z

Heiter bis wolkig- die ersten Wochen mit Baby

„Und, wie läuft es so?“ Seit Valentin auf der Welt möchte jeder wissen, wie wir unseren neuen Alltag erleben. Natürlich erzähle ich immer gerne, wie es uns geht. Wie es mir geht. Wie den Kindern. Je nachdem, wer mich gerade fragt, erzähle ich mehr oder weniger private Dinge und je nachdem wann man mich gerade fragt, fällt die Antwort mal euphorisch und dann wieder ganz kleinlaut aus.
 
Manchmal vermisse ich zum Beispiel Maximilian, weil ich nicht mehr so viel Zeit mit ihm verbringen kann, wie als er noch mein einziges Kind war.
Und ich hätte nicht gedacht, dass ein Baby nochmal so viel Konfliktpotential zwischen mir und meinem Mann birgt- hatten wir nicht beim ersten Kind alles aber auch wirklich alles ausdiskutiert?
Warum gibt es in mir manchmal so ein unbestimmtes Gefühl, von dem ich gar nicht weiß, ob ich darüber schreiben will, und von dem ich zumindest zuerst überlegen muss, wie ich es überhaupt ausdrücken möchte? 
 
Aus diesen und so vielen anderen Aspekten setzt sich die Antwort auf die Frage, wie es bei uns so läuft zusammen, dass ich beschlossen habe, diese Frage nicht in einem einzigen Post zu beantworten.
 
Immer Mittwochs, also zwischen zwei Wochenenden und damit so mitten aus dem schonungslosen Alltag werde ich unter dem Titel „Heiter bis wolkig“ von den Veränderungen berichten, die die Geburt eines zweiten Kindes für mich als Mutter, Frau, Ehefrau, aber auch für meine beiden großen Männer, insbesondere Maximilian und für die ganze Familie bedeuten. Ich werde mein Mutterglück raushängen lassen aber auch nicht verschweigen, dass es durchaus Momente gibt, in denen ich gerne die Haustür ganz leise hinter mir zumachen und mich davonschleichen würde.
 
Übermorgen geht es los. 
 
Eure Mia

Ankommen, Kaffee bestellen, Brüste auspacken- meine Stillphobie und ich

„Kann ich auch mal daran saugen?“ Mein Großer springt ins Bett, während ich den Kleinen stille und strahlt mich an. Das hat er schon oft gefragt, eigentlich fast jedesmal, wenn er mich beim Stillen sieht. Irgendwie fasziniert ihn das. 
 
Kennt man ja selber. Man sitzt irgendwo im Cafe, ein Baby schreit, man schaut hin und sieht genau in dem Moment, wie die Mutter ihre Brust auspackt. Huch, das wollte ich gar nicht, aber jetzt hab ich Deine Brust gesehen. Schöne Brustwarzen (oder auch nicht)!
 
Ihr merkt: Ich bin nach wie vor Still-Phobikerin. Ich hasse es einfach, in der Öffentlichkeit zu stillen. Ich weiß selber gar nicht so genau, warum. Ich finde, ich habe fabelhafte Brüste. Ich mag die. Muss man wahrlich nicht verstecken. Diese Brüste dürfen sich ruhig am Strand oben ohne zeigen, aber sie beim Stillen der Welt zu präsentieren- nee. Nee! Irgendwie nicht!
 
Jetzt kommt man ja klamottenmäßig nach der Schwangerschaft vom Regen in die Traufe! Man braucht Oberteile, aus denen man zum Stillen diskret hinausschlüpfen kann. Und wenn sie dann noch schön aussähen, wäre man nicht böse, aber man gibt sich ja mit wenig zufrieden. Da ich bislang keine schönen Stilloberteile gefunden habe, habe ich auch keine gekauft. Zu Hause fragt mich ja nur der Sohn, ob er mal saugen darf, ansonsten sind wir schließlich unter uns. Das Thema Stilloberteile und Stillen in der Öffentlichkeit war daher bislang keines.
 
Bis Mittwoch. Da sind mein Mann und ich zum Frühstück in unser Lieblingscafe gegangen, eine liebgewonnene Tradition in jedem Urlaub. Zwischen meinem Milchkaffee und dem ersten Brötchen fängt der Kleine an zu schreien. Mist, der hat ja Hunger. Oh Mist, dann muss ich den jetzt hier stillen! Ooooh Mist!!! Ich hab kein Stilloberteil an!!
Der Sohn wurde langsam lauter und ich nervöser. Wenn wir jetzt sofort zahlen, schaffen wir es vielleicht noch bis nach Hause, dachte ich erst, aber mein Sohn hielt das scheinbar für keine Option und zog die Lautstärke langsam aber nachdrücklich an. Mir wurde klar, dass ich hier nicht nur meine Brüste auspacken müsste, sondern, und das war noch viel schlimmer, auch meinen Bauch würde präsentieren müssen. Meinen Bauch, in dem noch vor drei Wochen ein Baby war, und der noch nicht ganz mitbekommen hat, dass das Baby jetzt raus ist und dass deshalb nicht mehr ganz so viel Bauchvolumen benötigt wird.
Was für ein Anblick. Die Leute wollen doch essen.
Ich habe mich schließlich mit Spucktüchern und der Kuscheldecke vom Sohn bedeckt. Die Leute an den Nachbartischen haben alle weitergegessen, also war es scheinbar nicht so schlimm (ich sag ja, meine Brüste sind nicht übel). Es hat auch keiner gefragt, ob er mal saugen darf. Ich hab das Frühstück trotzdem nicht so genossen, wie sonst.
Heute morgen hab ich meinen Mann am Rechner erwischt. Ich hab sofort losgeschimpft, er müsse ja wohl jetzt nicht an seinem letzten Urlaubstag schon wieder anfangen zu arbeiten. Und er: „Ich arbeite nicht. Ich google nach Stilloberteilen!“
Ups…
Eure Mia

Gewinner des Geburtstags-Gewinnspiels

Ahuefa, Con Ny und ein anonymer Kommentator haben mit dem 25.05. den richtigen Geburtstag getippt und eine kleine Überraschung gewonnen.
Schickt mir einfach Eure Anschriften an Mia.Sommer1978@googlemail.com, dann bekommt ihr bald Post von mir.
Aber nicht böse sein, wenn es ein paar Tage dauert- keine Ahnung, wann ich das nächste Mal zur Post komme…

Eure Mia

Ein ganz normaler Babytag

Die Uhr sitzt mir mal wieder im Nacken, das geht mir ständig so, seit Baby Nr. 2 da ist, weil ich plötzlich zu meinem ohnehin schon durchgetakteten Tag noch so viele andere Aufgaben habe, von denen ich gar nicht mehr wußte, wie zeitintensiv die sind, wie Stillen und Wickeln am laufenden Band, aber ich dachte mir, das MUSS kein Grund sein, sich nicht auch mal eine Pause zu gönnen und sich ein bißchen zu pflegen, schließlich gibt es genug Mamis, die top gestylt ihre Kinder durch die Gegend tragen, obwohl ich die eigentlich nur aus Zeitschriften kenne, und wer in Zeitschriften abgebildet ist, der ist ja schließlich ein Promi, außer Berlin Mitte Mom, die ist eigentlich kein Promi, ist aber in der aktuellen Nido abgebildet, naja, aber Victoria Beckham zum Beispiel, die ist ein Promi und die hat Nannys in 24 Stunden Schichten und da würde ich mir dann auch die Nägel lackieren und die Haare machen können, aber sowas habe ich leider nicht, also Nannys meine ich, Nägel und Haare hab ich schon, aber was ich eigentlich sagen wollte war, dass ich mir einfach mal eine Pause gönnen wollte, um im Liegestuhl die Sonne zu genießen, und da habe ich den Kleinen gestillt und jedesmal wenn man ihn stillt, geht sofort mit Getöse eine große Portion in die Windel also habe ich eben schnell noch die Windel gemacht, aber für ein Baby ist das so anstrengend, dass es gleich wieder Hunger bekommt, also habe ich ihn wieder gestillt, woraufhin natürlich sofort wieder die Windel voll war und beim Wickeln hat er sich natürlich auch noch vollgepinkelt, deswegen muste ich ihn umziehen und danach logischerweise nochmal schnell stillen und dann konnte ich endlich duschen aber sofort als ich aus der Dusche kam, fing der Kleine an zu weinen, wahrscheinlich Bauchweh, zum Glück haben wir immer Sab Simplex im Haus, allerdings weiß ich nie, wo ich es zuletzt hingestellt habe, und dann muss ich immer erst dreimal durchs Haus rennen, bis ich es gefunden habe, jedenfalls hat er sich mit den Tropfen schnell wieder beruhigt und ich dachte mir, ich schaffe es vielleicht, mir kurz die Fußnägel zu lackieren, denn bei dem Wetter will ich ja gerne offene Schuhe tragen und als ich gerade einen Fuß fertig lackiert hatte, klingelte die Hebamme an der Tür, die hatte ich mal wieder ganz vergessen, ich vergesse ja ständig Termine, das nennt man wohl irgendwas mit Demenz, aber den genauen Ausdruck habe ich vergessen, und als die Hebamme weg war hatte der Kleine auch schon wieder Hunger, also hab ich ihn gestillt und gewickelt und gestillt und gewickelt und danach habe ich gedacht, jetzt aber schnell in den Liegestuhl, und da saß ich dann mit ungeföhnten Haaren als mein Mann auch schon mit dem Großen aus der Kita kam, dafür war die Sonne weg und seitdem suche ich nach einem Zeitfenster, um mir endlich auch die Nägel am anderen Fuß zu lackieren…

Ehegattensplitting für Homo-Ehe

In Artikel 6 des Grundgesetzes heißt es in Absatz 1 über die Ehe:

„Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.“
Daraus leiten sich Rechte und Pflichten für verheiratete heterosexuelle Paare ab, unter anderem das Ehegattensplitting. Ich fasse das mal vereinfacht zusammen- wen das genauer interessiert, der muss das mal gesondert nachlesen, denn das würde hier zu weit führen.

Das Ehegattensplitting funktioniert vereinfacht ausgedrückt so, dass bei verheirateten Paaren das gesamte Einkommen beider Partner addiert und dann halbiert wird, so dass dann für das halbierte zu versteuernde Einkommen der geltende Steuersatz angesetzt wird. Auf diese Weise kommt es nicht darauf an, wer wieviel verdient hat, sondern die Ehepartner werden als wirtschaftliche Einheit betrachtet. In der Regel bringt das dem Paar einen steuerlichen Vorteil, besonders, wenn beide sehr unterschiedlich verdienen. Trotzdem gibt es viel Kritik am Splitting. 

Ein Kritikpunkt ist, dass das Ehegattensplitting allen Ehepaaren zugute kommt, unabhängig davon, ob sie Kinder haben oder nicht. Sinn einer solchen steuerlichen Vergünstigung sollte aber sein, Paare mit Kindern zu begünstigen. Es wird daher gefordert, z.B. das Ehegattensplitting zugunsten eines Familiensplittings abzuschaffen, oder gleich eine ganz andere Vergünstigung für Eltern einzuführen.

Ich persönlich profitiere zwar selber vom Ehegattensplitting, zähle mich aber trotzdem zu den Kritikern und befürworte eine Abschaffung und das Geld sollte statt dessen in eine Nachfolgeregelung investiert werden, die sich nur an Eltern richtet.

Nun hat das Bundesverfassungsgericht gestern zunächst mal die Ausweitung des Ehegattensplittings auf die Homo-Ehe beschlossen. Unabhängig davon, dass ich das Ehegattensplitting kritisch sehe, finde ich diese Entscheidung gut und richtig.

Mit der Einführung der Homo-Ehe hat man eine Gleichstellung von homosexuellen Paaren mit heterosexuellen Paaren bewirkt. Diesen Weg muss man meiner Ansicht nach auch zu Ende gehen, denn welchen Sachgrundrund gibt es denn, hier eine Ungleichbehandlung in einzelnen Punkten, wie z.B. dem Steuerrecht vorzunehmen. Es sind wohl „moralische“ Gründe, die die Regierung bislang zögern ließ. Homo-Ehe ist dann doch nicht gleich Ehe.

Eine Ungleichbehandlung aus solchen vermeintlich „moralischen“ Gründen halte ich für sehr falsch. Ich bin grundsätzlich auch eher ein konservativer Mensch. Dem konservativen Lager der Regierung kann ich aber nur sagen, dass die Homo-Ehe einer konservativen Einstellung überhaupt nicht entgegensteht.

Ein homosexuelles Paar, dass eine eingetragene Partnerschaft eingeht, übernimmt Verantwortung füreinander. Man verspricht sich, füreinander da zu sein, sich treu zu sein, miteinander alt zu werden. Das sind gelebte konservative Werte!

Wenn möglich und gewollt, kommen auch Kinder hinzu. 

Und überall dort, wo Menschen Verantwortung füreinander und für ihre Kinder übernehmen, da ist Familie! Und die verdient den Schutz aus Artikel 6 Absatz 1 Grundgesetz.

Bin gespannt auf Eure Meinungen!

Eure Mia